View Full Version : Stuttgart | Dorotheen-Quartier | In Planung


Paix
March 11th, 2010, 12:54 PM
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Bild Architekt Stefan Behnisch

Quartier am Karlsplatz: Erster Preis geht an Behnisch Architekten StuttgartDer Architektenwettbewerb für das Projekt Quartier am Karlsplatz ist entschieden. Der erste Preis ging an die Behnisch Architekten Stuttgart."Dies ist ein Tag, der uns mit großer Freude erfüllt", kommentierte Finanzminister Willi Stächele das Wettbewerbsergebnis. Nun biete sich die Chance, die Landesministerien neu zu ordnen.

Breuningerchef Willem G. van Agtmael sagte, dies sei "ein ganz besonderer Tag". Der Entwurf von Behnisch passe sich sehr gut in die Umgebung ein. Vor allem der offene Eingang zur Sporerstraße sei wichtig.

Oberbürgermeister Wolfgang Schuster betonte, es werde hinter dem Breuninger-Areal "ein Stück lebendiges Stuttgart im historischen Kern entstehen". Da es sich "um ein sehr sensibles historisches Umfeld" handle, müsse sich die Neubebauung dort geschickt einfügen. "Nun haben wir eine herausragende Lösung gefunden." Dank hochwertiger Architektur und mit neuen öffentlichen Plätzen könne ein attraktives Quartier geschaffen werden. "Wir begleiten gerne die weitere Entwicklung", so der OB. Allerdings müsse im Hinblick auf das frühere "Hotel Silber" der Entwurf noch deutlich bearbeitet werden. Schuster: "Im Sinne der Erinnerungskultur brauchen wir einen Ort, wo der Gräuel im ehemaligen Gestapo-Keller gedacht wird. Nun brauchen wir Vorschläge, wo und wie dies in diesem Gebiet zu machen ist, und wie die konkrete Ausgestaltung aussehen kann."

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Bild Architekt Stefan Behnisch

Auch Breuningerchef Agtmael verwies darauf, dass der Gedenkstätte noch nicht genügend Beachtung geschenkt werde. "Da muss noch nachgearbeitet werden."

Finanzminister Stächele will, das die Erinnerung wachgehalten wird. "An einer geeigneten, guten Stelle muss gezeigt werden, was das für ein Ort gewesen ist."
Gläserne Dachlandschaft
Architekt Stefan Behnisch wies auf die die komplexe Aufgabe hin, das Areal zwischen Altem Waisenhaus und Karlsplatz, Markthalle und Kaufhaus Breuninger in die bestehende Bebauung einzufügen. Sein Büro habe mit einer "zweischichtigen Lösung" eine Antwort gegeben: Mittels einer Sockelzone mit einer moderaten Höhe und einer darüber gelegten gläsernen Dachlandlandschaft. Diese zieht sich an der Sporerstraße bis auf Straßenniveau herunter. Das Gebäude selbst springt hier zurück, "so dass ein Platz entsteht". Behnisch: "Wir haben darauf geachtet, die für Stuttgart wichtige Markthalle nicht zu erdrücken." Mit der nun gewählten Traufhöhe respektierten die geplanten Gebäude die Umgebung.

Mit einer Geschossfläche von rund 48.000 Quadratmetern werden ein Ministeriumsbau, ein Hotel sowie Flächen für hochwertigen Einzelhandel, Restaurants, Bars und Café entstehen. Insgesamt sollen etwa 700 Stellplätze in einer Tiefgarage realisiert werden. Das neue Fünf-Sterne-Hotel wird 150 Zimmer haben.

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Bild Architekt Stefan Behnisch

"Klein aber fein", nannte OB Schuster diese Lösung. "Wir brauchen eine hochwertige Hotellerie in der Stadt, und der Karlplatz ist ein guter Ort dafür."
2014 soll das Quartier eingeweiht werden
Aus der Schar von 129 Bewerbern hatten das Finanzministerium für das Land Baden-Württemberg und die E. Breuninger GmbH als Auslober zwölf Entwürfe ausgesucht, elf davon waren im Oktober vergangenen Jahres ins Rennen um die weitere Etappe gegangen. Im nächsten Jahr werden die Bauarbeiten ausgeschrieben und Ende 2011 sollen die Bagger anrollen. 2014 soll das Quartier am Karlsplatz eingeweiht werden.

Die Gesamtkosten für Land und Breuninger einschließlich der Grundstücke bezifferte van Agtmael mit 280 Millionen Euro.

Der zweite und der dritte Preis gingen an zwei Berliner Architektenbüros: Kleihues und Kleihues sowie Sauerbruch Hutton.
Pressemeldung der Stadt Stuttgart

sesvecan
March 12th, 2010, 12:35 AM
"Klein aber fein", nannte OB Schuster diese Lösung.

also naja 280 millionen euro ist recht teuer für eine kleine aber feine lösung, wobei ich denke, dass der abriss hier miteinberechnet wurde.

hoffentlich hällt unser bankensystem das aus :lol:

d.henney
March 13th, 2010, 07:16 PM
Oh nein, diese Grobschlachterei soll auch noch 280 Millionen kosten? Die Dachstruktur sieht ja mal wirrkantig aus. Auch diese angewinkelten Glasscheiben machen die Fassade eher kantig und man hat das gefühl, von lauter kleinen Stacheln bedroht zu werden. Für ein Hotel gehobenerer Klasse sieht mir das nicht aus. Ich würde da nichtmal Büros drin mieten wollen … Mich interessieren ja mal die anderen Entwürfe, auch wieviel die gekostet hätten. :)

erbse
March 13th, 2010, 07:49 PM
Ist euch eigentlich klar, wo das gebaut werden soll? Direkt neben der Markthalle, vis a vis des schönsten Stuttgarter Platzes, dem Schillerplatz!

Das Projekt ist die reinste Katastrophe! :no:

d.henney
March 13th, 2010, 09:13 PM
Naja, ist zwar eher "um die Ecke", wo so schon Augenkrebs rumsteht, aber meiner Zustimmung steht nichts im Weg: Eine Katastrophe und fast egal, in welcher 300.000+ Innen- und Ex-Altstadt das steht.

sesvecan
March 14th, 2010, 03:09 AM
Ist euch eigentlich klar, wo das gebaut werden soll? Direkt neben der Markthalle, vis a vis des schönsten Stuttgarter Platzes, dem Schillerplatz!

Das Projekt ist die reinste Katastrophe! :no:

also so seh ich das nicht.
mit dem schillerplatz hat das ganze eigentlich wenig zu tun. beim weindorf geht man in die ecke um sein geschäft zu erledigen, mehr nicht.
ich sehe das eher umgekehrt als großen pluspunkt für den karlsplatz. frag 100 stuttgarter nach einem karlsplatz oder wer eigentlich der mann auf dem pferd ist, ich wette, 60-80 werden keine antwort haben! mit diesem projekt wird der karlsplatz nur mehr ins stadtbild einbezogen, sodass der württembergische adel künftig möglicherweise nicht mehr nur mit flohmärkten in verbindung gebracht wird.;)

wie gesagt, rein städtebaulich ändert sich ja nichts, die alten gebäude werden nur mit neueren ausgetauscht, thats it.
hübscher/effektiver sind die geplanten gebäude allemal als die heutigen, was mich verwundert ist nur der hohe betrag von 280 mil. euro.
da es ja eine privatinvestition ist sollte es mich ja nichts angehen aber zweihunderachtzig millionen euro sollten einem mal zu denken geben wer, wie geschäfte macht. :nuts: nur zum vergleich die schalkearena hat 191 mil. euro gekostet.


falls jemand genauere details zu den investoren und der finanzierung hat, immer her damit:).

goschio
March 14th, 2010, 06:43 PM
Sehr schones Projekt. Das Dach wird bestimmt gut aussehen mit abendlicher Beleuchtung. Absolut klasse. :okay:

erbse
March 14th, 2010, 10:39 PM
Erschreckend, wie unkritisch ihr dieses Gebäude völlig losgelöst von seinem städtebaulichen Zusammenhang betrachten könnt. Dass die derzeitige Situation damit zumindest nicht verschlechtert wird, kann doch nicht der Anspruch sein! Ich muss mal direkt fragen: Interessiert ihr Vorredner euch überhaupt für Architektur?

sesvecan
March 14th, 2010, 11:40 PM
Erschreckend, wie unkritisch ihr dieses Gebäude völlig losgelöst von seinem städtebaulichen Zusammenhang betrachten könnt. Dass die derzeitige Situation damit zumindest nicht verschlechtert wird, kann doch nicht der Anspruch sein! Ich muss mal direkt fragen: Interessiert ihr Vorredner euch überhaupt für Architektur?

ich mich sehr, nur interessiert du dich anscheinend mehr für städtebau und vorkriegsromantik.:lol:

ich weiß absolut nicht was du dir dann auf dieser fläche wünschen würdest.
damit haben wir einen nachkriegsblock weniger, dafür aber ein modernes kaufhaus mit extravaganter architektur mehr. darüberhinaus wird das dem karlsplatz einwenig mehr beachtung schenken.
in dem ganzen komplex finden sich alle ansätze zeitgenössischer DEUTSCHER arichtektur. von daher versteh ich dein klagen nicht.

es wird nichts historisch wertvolles abgerissen sondern nur ein "nachkriegs low-budget platzhalter" für ein stück "city-leben" ausgetauscht.

vielleicht findest du ja die aktuellen gebäude so berrauschend oder würdest dir einen rekonstrukt wünschen.
zum letzteren, klar wer nicht? aber finde erstmal einen investor der bereit ist die unkosten für eine altertümliche fassade auf sich zu nehmen.

ich bin mir sicher, dass die markthalle, der schiller- und karlsplatz dadurch nur aufgewertet werden und alles aus "privaten" geldern.


werde konkreter und lass was konstruktives von dir hören damit wir wissen was dich bedrückt. was wünscht du dir?

MeyerB
March 14th, 2010, 11:50 PM
Dass die derzeitige Situation damit zumindest nicht verschlechtert wird, kann doch nicht der Anspruch sein!
Wird sie denn nicht verbessert? Für mich sieht der Bestandsbau erschreckend banal aus - dagegen ist der etwas bizarre Neubau doch ein Augenschmaus (?)

http://i883.photobucket.com/albums/ac36/Meyerbeer2010/APH/2co1pxc1.jpg
Quelle: Bing (aus dem Alt-Stuttgart Strang geklaut..)

d.henney
March 15th, 2010, 07:09 PM
Wenn man sich den Karlsplatz eben aus der Luft ansieht, sieht man, wie scheisse alles pseudomoderne Banalzeug dort hinpassen würde. Der Platz wird von 3 Seiten von Schlossfassaden eingerahmt, in einer Ecke steht zudem ne alte Markthalle, in der nächsten befindet sich mit dem Schlossplatz das Wahrzeichen der Stadt und in der dritten ein netter Garten.
Und nun? Was soll sich nun dazugesellen, wo man die Moderne(!) von vor 40 Jahren wegreissen kann und will? Neue Moderne, die nur zeitlos im Gefaseltext der Architekten ist und nach nem Jahr, wenn sich die zugegeben kurze Frische schon wieder gelegt und in ein störendes Geschwür entwickelt hat, in den Augen weh tut und was man dann in nichteinmal weiteren 30 jahren am liebsten wieder weg haben will, weil es einfach diesem kleinen, historisch anmutenden Ort niemals gerecht werden kann. Sorry sesvecan, Aufwertung in diesem Kontext verstehe ich anders, für vlt noch weniger als 280 Millionen Euro. Davon kann man gut 200 Einfamilienhäuser bauen oder aufgerundet 100x Kleinteiligkeit.

sesvecan
March 16th, 2010, 01:01 AM
Wenn man sich den Karlsplatz eben aus der Luft ansieht, sieht man, wie scheisse alles pseudomoderne Banalzeug dort hinpassen würde. Der Platz wird von 3 Seiten von Schlossfassaden eingerahmt, in einer Ecke steht zudem ne alte Markthalle, in der nächsten befindet sich mit dem Schlossplatz das Wahrzeichen der Stadt und in der dritten ein netter Garten.
Und nun? Was soll sich nun dazugesellen, wo man die Moderne(!) von vor 40 Jahren wegreissen kann und will? Neue Moderne, die nur zeitlos im Gefaseltext der Architekten ist und nach nem Jahr, wenn sich die zugegeben kurze Frische schon wieder gelegt und in ein störendes Geschwür entwickelt hat, in den Augen weh tut und was man dann in nichteinmal weiteren 30 jahren am liebsten wieder weg haben will, weil es einfach diesem kleinen, historisch anmutenden Ort niemals gerecht werden kann. Sorry sesvecan, Aufwertung in diesem Kontext verstehe ich anders, für vlt noch weniger als 280 Millionen Euro. Davon kann man gut 200 Einfamilienhäuser bauen oder aufgerundet 100x Kleinteiligkeit.


also den preis bemängel ich auch, aber das scheint so der standard gesamtpreis für abriss, grundstück und neubau in innenstädten für projekte in dieser größe zu sein.

ich weiß jetzt nicht wieviele von euch denn wirklich in stuttgart leben oder stuttgart nur aus romantischen bildern kennen, aber ich weiß, dass sich das neue gebäude effektiver in die gegend um den karlsplatz einleben wird als es das heutige getan hat.

weist, wenn du mich fragst würde ich am liebsten eine mischung aus berliner stadtschloss und pariser eifelturm an die stelle setzen, aber was soll ich machen wenns nicht möglich ist?!:lol:
und das ganz einfach aus dem grund weil das geld kostet welches wir nicht haben!

bedenke, hier werden 280 millionen "private" euro in den gang gesetzt welche der baubranche, industie, gewerbe und ka. welchen steuerzahlern noch zu gute kommen. städtbaulich wird der fußgängerverkehr von der königsstraße mehr zur hauptstätterstraße hingezogen, sodass unsere city netto verbreitert wird und nur mehr gut frequentierte fläche bekommt.
die rechnung ist:"uneffektiv gegen effektiv"".

durch dieses gebäude werden eigentlich alle besser gestellt nur finden sich immer wieder nörgler die es nicht besser wissen aber alles kritisieren müssen.
der karlsplatz wird in die city eingegliedert, soll man jetzt etwa nichts bauen?
es haben sich nunmal im einzelhandel investoren für die sache gefunden, für die es nicht zweckmäßig ist altertümlich zu bauen und da die nachfrager/die stuttgarter bevölkerung offensichtlich keine präferenzen ggü. altertümlichen umgebungen haben wird eben was modernes gebaut.

ich bin mir sicher, dass sich dieses gebäude aus der luft besser unter die nachbargebäude eingliedern wird. ich will nur mal an die skeptiker vom "glaswürfel" erinnern:ohno:

nehmen wir an, stadt und bund legen gelder zusammen um an gleicher parzelle irgendwas altes zumindest teilweise zu rekonstruieren.
dann wirst du wieder leute auf der straße sehen die von dem geld lieber kindergärten und neue schulen sehen wollen, d.h. zum einen, dass die politik getrieben davon ist das wirtschaftliche gemeinwohl aufrechtzuhalten und zum anderen, dass es mehr leute gibt die anders denken als du;).

würdet ihr stuttgart kennen und wissen, dass der karlsplatz in den köpfen der stuttgarter abgelegener ist als es euch auf google-earth vorkommt würdet ihr anders denken.

klar bin ich für den wiederaufbau alt-stuttgarts soweit wie es nur geht, nur bringt dieses projekt einfach jedem was.

bitte sagt doch, was wünscht ihr euch dort? ein zweites altes schloss?
seit doch bitte nicht so unkonstruktiv, sagt doch wenigstens was ihr euch wünscht, postet beispiele aus anderen städten oder begründet doch wenigstens warum ihr so dagegen seit.
einfach hinzuklatzschen, dass ihrs wortwörtlich scheiße findet ohne es zu begründen ist dann schon irgendwie uninformativ.

wir sollten nicht der geschichte hinterhertrauern sondern geschichte schreiben und den wiederaufbau aus vernünftigen aspekten heraus fördern. auch wenn man sicher auch paar milliarden euro steuergelder aus "stuttgart 21" abzwicken könnte.


Sorry sesvecan, Aufwertung in diesem Kontext verstehe ich anders, für vlt noch weniger als 280 Millionen Euro. Davon kann man gut 200 Einfamilienhäuser bauen oder aufgerundet 100x Kleinteiligkeit
@d.henney:D

diese 200 einfamilienhäuser werden auch durch privates kapital gebaut, nur gibt es keine nachfrage für diese anzahl an einfamilienhäuser. wenn es sie mal irgendwann geben sollte bin ich mir sicher wird sich auch ein investor finden. mir scheint es so, dass du nicht verstehst, dass hier privates kapital einfließt welches die wirtschaft in allen belangen fördert ubd noch zusätzlich steuern einbringt von denen du bspw. den wohnungsbau fördern kannst;)

sesvecan
March 16th, 2010, 01:19 AM
dblpost

d.henney
March 18th, 2010, 12:13 AM
Ich bezweifel nicht die Aufwertung des momentanen Baus an sich. Aber hier wird die Chance vertan, mit einem passenden Neubau ein harmonisches Platzbild zu schaffen. Der Entwurf mag zwar ganz nett sein, im Bezug zu seiner unmittelbaren Nachbarschaft ist er aber einfach nur schlecht.

Es geht im Übrigen nicht darum, ob sich Leute dorthin verlaufen oder nicht. Das zum positiven hin zu ändern würde aber mMn ebenso ein historischanmutenderes Antlitz mindestens genauso gut.

Was ich mir dort wünsche? Qualitätsvolle, der unmittelbaren Umgebung angepasste Kleinteiligkeit, die Cafes, Wohnungen und Boutiquen o. ä. enthält anstatt eines fetten Hotels ohne Verweildauer.

PS: Ich fand nie zum Karlsplatz, weil dort nichts spannendes ist, wenn man von der Königsstrasse geschlendert kommt. Wäre da aber soetwas wie die Calwer Strasse, dann hätte man als Nichtstuttgarter zumindest von der Ecke schonmal was gehört. ;)

sesvecan
March 18th, 2010, 01:39 AM
Was ich mir dort wünsche? Qualitätsvolle, der unmittelbaren Umgebung angepasste Kleinteiligkeit, die Cafes, Wohnungen und Boutiquen o. ä. enthält anstatt eines fetten Hotels ohne Verweildauer.

PS: Ich fand nie zum Karlsplatz, weil dort nichts spannendes ist, wenn man von der Königsstrasse geschlendert kommt. Wäre da aber soetwas wie die Calwer Strasse, dann hätte man als Nichtstuttgarter zumindest von der Ecke schonmal was gehört. ;)

ob jetzt cafes reinkommen oder was anderes entscheidet die nachfrage, ganz einfach. und sie hat entschieden, dass eine art calwer passage unseres zeitalters dort einzug nimmt.
cafes wirst du dort bestimmt auch bekommen.
klar, mein gott ich würd mir auch gerne wünschen einzelne objekte altstuttgarts wiederaufgebaut zu sehen oder wenigstens zum teil, sodass "at least" die fassade rekonstruiert wird. die lösung die wir haben ist vernünftig. wir bekommen keine walt disney opera und keinen neuen friedrichsbau aber wenigstens ein effektives gebäude was viele leute anziehen wird.
also der k.platz hat aufjedenfall potential zur neuen umgangssprachlich "chillerecke", welche man besucht bevor man feiern geht. ähnlich wie die neue treppe vorm glaswürfel. für alle die auf den nachtbuswarten oder für alle die laue sommerabende in stuttgarts city mögen ist das ein großer pluspukt.

ich glaub, das hier verkraften wir, der wohlstand geht natürlich solchen sachen vor, vor allem wenn es eine besserung für alle darstellt.

ein gebäude welches ich unbedigt wiederaufgebaut sehen will ist der vorhin angesprochene friedrichsbau-palast. aber das ist wieder ein anderes thema^^

also ich mein 280 millionen aus privaten geldern ist ein geschenk und manche städte z.b. in ostdeutschland wären mit so einer investition heilfroh, nicht war erbse;).

häusle hin häusle her, am ende dienen die gebäude den menschen undnicht umgekehrt. solange wir wirtschaftliche probleme haben sollten wir nicht allzu unvernünftig agieren.
aber zu dem thema würde mich auch mal interessiere ob man sich überhaupt gedanken für ein rekonstrukt gemacht hat. falls jemand einen zeitungsartikel hat oder die anderen ergebnise dieses "tenders" (arh.wettbewerb) online gefunden hat kann er sie ja hier posten.

MeyerB
March 18th, 2010, 03:14 PM
klar, mein gott ich würd mir auch gerne wünschen einzelne objekte altstuttgarts wiederaufgebaut zu sehen oder wenigstens zum teil, sodass "at least" die fassade rekonstruiert wird.
À propos Alt-Stuttgart - ein historisch besonders wertvolles Stück des Selben würde für das Projekt geopfert - die Rede ist vom Hotel Silber:

http://de.wikipedia.org/wiki/Hotel_Silber

Unter diesen Umständen sehe ich den Neubau mit ganz anderen Augen - möge der Investor die 280 Mio nicht zusammenbekommen, so dass diese Barbarei noch verhindert werden kann!!!

erbse
March 18th, 2010, 03:30 PM
Oh Gott, die wollen auch noch einen der Handvoll Altbauten in der Stuttgarter Innenstadt dafür opfern? Wahnsinn, wie verkümmert und kulturlos kann man nur sein? :ohno:


Das ist ja nicht mehr feierlich! Dieses Projekt muss um jeden Preis verhindert werden!

MeyerB
March 18th, 2010, 03:39 PM
Das ist ja nicht mehr feierlich! Dieses Projekt muss um jeden Preis verhindert werden!
Hier müsste doch eigentlich der ADAC rebellieren; immerhin wurde er (bzw dessen Vorgängerorganisation) im Hotel gegründet. Weiterhin ist es mir absolut unverständlich, dass seitens der Denkmalpflege und v.A. von Historikern kein Einspruch zu hören ist - sollte diese Stadt kulturell wirklich so gleichgültig sein?

erbse
March 18th, 2010, 04:14 PM
Ganz so geschichtslos sind die Stuttgarter dann offenbar doch nicht.

Es gibt eine Initiative: http://www.gedenkort-hotel-silber.de

"Gedenkort Hotel Silber"
- Zum Erhalt des historischen Ortes in der Dorotheenstraße 10 am Karlsplatz in Stuttgart
- Zur Einrichtung eines NS-Dokumentationszentrums als Gedenkort, Lernort und Forschungsort


Man schaue einmal auf die bewegte Historie dieses Hotels!
1845 Gasthaus "Zum Bahnhof"
1848 Gasthaus zum Bayerischen Hof, Bes. Louis Marquardt
1874 "Hotel Silber"
1903 Gründung ADAC (als Deutsche Motorradfahrer-Vereinigung)
1919 Ende der Nutzung als Hotel

Öffentliche Nutzung 1921-2008

1919-1928 Generaldirektion der Posten/Deutsche Reichspost
1928 Polizeipräsidium
1936-1944/45 Staatspolizeileitstelle Stuttgart / Gestapo-Zentrale
1947 Beginn des Aufbaus nach Plänen des Architekten Hans Zimmermann
1949/50 Sitz der Kriminalpolizei (zunächst städtisch, dann staatlich)
1984/85 Innenministerium Baden-Württemberg

Quelle: http://www.stuttgart.de/item/show/273273/1/9/312804


So sah das Hotel einmal aus - das gehört so unbedingt wieder rekonstruiert!
Was für ein pittoresker Neorenaissance-Bau! Vor 1945:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7b/Hotel_Silber_Stuttgart_Dorotheenstrasse_10_Karlsplatz_1900.jpg
Quelle (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Hotel_Silber_Stuttgart_Dorotheenstrasse_10_Karlsplatz_1900.jpg&filetimestamp=20100318160646)


Hotel Silber heute:
http://farm1.static.flickr.com/126/417657383_778df455c2_b.jpg
Quelle: flickr (http://www.flickr.com/photos/69871253@N00/417657383/sizes/l/)

http://i43.tinypic.com/sfi7wz.jpg
Quelle (http://klaus.fotogalerie-stuttgart.de/2009/05/05/tatort-dorotheenstrasse-zeitzeugnisse-ueber-fruehere-gestapo-zentrale/)

erbse
March 18th, 2010, 06:09 PM
Ich habe den Wikipedia-Artikel (http://de.wikipedia.org/wiki/Hotel_Silber) zum Hotel Silber mal um 2 Aufnahmen ergänzt. Das wäre wirklich skandalös, wenn man dieses Geschichte atmende Gebäude für den geplanten Klotz abreißen würde! :mad:

MeyerB
March 18th, 2010, 06:25 PM
Ganz so geschichtslos sind die Stuttgarter dann offenbar doch nicht.
Das beruhigt etwas - hatte schon vermutet, die Stadt würde sich allzu gern ihrer unbequemen Vergangenheit entledigen und nur noch auf hippe Shopping Metropole ohne dunkle Flecken in ihrer Geschichte machen - wünschen wir der Initiative gutes Gelingen!
Es sollte kein großes Problem darstellen, die prachtvolle Ornamentik zu rekonstruieren. Warum begreift der Investor das nicht als Chance? Er könnte in einigen Räumen eine Gedenkstätte für die grauenhafte Vergangenheit schaffen und den Rest des Gebäudes als Einkaufstempel herrichten - bei einer derart herrlichen Fassade wäre ihm die Aufmerksamkeit der Stuttgarter sicher - so viele Highlights gibt es in dieser Stadt zugegebenermaßen nicht.

sesvecan
March 19th, 2010, 07:19 PM
À propos Alt-Stuttgart - ein historisch besonders wertvolles Stück des Selben würde für das Projekt geopfert - die Rede ist vom Hotel Silber:

http://de.wikipedia.org/wiki/Hotel_Silber

Unter diesen Umständen sehe ich den Neubau mit ganz anderen Augen - möge der Investor die 280 Mio nicht zusammenbekommen, so dass diese Barbarei noch verhindert werden kann!!!

aus dir spricht ein satter magen. aber in sachen "hotel silber" versteh ich dich. in diesem komplex wurde ein teil dunkelster stuttgarter geschichte geschrieben somit bedarf es dort an einem mahnmal der entsprechenden größe, aber ist es denn einem mahnmal gerecht, ein gebäude wiederaufzubauen an dem soviel blut klebt?
ich denke den meisten geht es einfach nur um die hübsche architektur und weniger was mit dem gebäude in verbindung gebracht wurde.
nun ja, hotel silber steht nicht mehr, auch wenn das heutige gebäude auf dessen fundament und sogar auf einigen höheren baustufen gebaut ist sollte man wenigstens versuchen den abriss zu umgehen und laut denkmalschutz für dieses gebäude verlangen.

im großen und ganzen, sollte man die vorteile mit den nachteilen aufwiegen. wenn sich herausstellt, dass der anstieg der stuttgarter gesamtwohlfahrt im vergleich zu dem kulturellem wert dieses gebäudes bedeutsam überwiegt sollte man sich überlegen was denn wirklich vernünftig ist.
alles hat seinen preis, sogar "kulturgüter", manche sind auch unbezahlbar, nur sehe ich auch den südlichen bau teilweise als berührbar wenn sich herausstellt wer denn letztendlich in welcherform einzug nimmt.

also wäre ich architekt, geldgeber oder vorallem die stadtverwaltung würde ich die ostfront des ehemaligen "hotel silber" erhalten, den haupteingang vergrößern ihn im altem stil belassen und den rest an zeitgenössischer architektur hinten ansetzen. es werden ohnehin büros ihren platz dort finden ob man sie vor an die dorotheenstraße in den altbau vorrückt oder man sie wo anders positioniert spielt keine große rolle. auch einen altbau kann man effizient umbauen wie die vergangenheit gezeigt hat, sowas wünsche ich mir auch in diesem fall.


hier ein anderer render von der besprochenen lokalität, mit einem artikel aus der stzt vom 05.03.2010

http://www.stuttgarter-zeitung.de/media_fast/1203/karlsplatz-quartier2-web.jpg
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Stuttgart - Die Königstraße hat in den letzten Jahren viele neue Geschäfte bekommen, der Schlossplatz ist mit den Königsbau-Passagen noch mehr in den Mittelpunkt gerückt und mit dem geplanten Einkaufszentrum Quartier S erfährt die Haupteinkaufsmeile letztlich eine Verlängerung bis hin zur Paulinenbrücke.

Der Marktplatz droht derweil ins Hintertreffen zu geraten, weshalb Breuninger jetzt gemeinsam mit dem Land zum großen Gegenschlag ausholt. Die Initiative ging von Breuninger aus, mit klarem Ziel: rund um den Hauptsitz des angestammten Handelshauses soll ein Nobelquartier entstehen, das für Stuttgart neue Maßstäbe setzt. Dass Makler die Stiftstraße in den vergangenen Jahren zu einer kleinen Luxusmeile mit hochkarätigen Einkaufsadressen umgemodelt haben, hat die Bemühungen von Breuninger, mit dem eigenen Sortiment zunehmend auf Edelmarken zu setzen, gut flankiert. Aber Breuningerchef Willem van Agtmael will nicht zuletzt seinen Kindern ein neu aufgestelltes Haus überlassen. "Wir brauchen keinen Quadratmeter mehr, aber wir brauchen hochwertige Läden, Bars, Restaurants und ein Fünfsternehotel. Wenn wir Kunden anziehen wollen, muss auch unsere Umgebung stimmen", sagte er am Donnerstag.

Und er verriet auch schon etwas mehr: Es hätten bereits viele Interessenten für die 9000 Quadratmeter Handel und Gastronomie angeklopft, und er sei überzeugt, dass nicht nur das Hotel neue Kunden bringen werde, sondern auch die neue Tiefgarage. "Dann kommen die Leute direkt ins Quartier und können hier bummeln oder zum Böhm gehen, wenn das klappen würde", so van Agtmael. Für das Luxushotel verhandle man bereits mit einem "guten Namen". Beworben haben sich viele, das Steigenberger Graf Zeppelin ist nicht mehr dabei, sondern investiert lieber ins angestammte Haus am Bahnhof.

und noch ein artitkel der stzt diesmal vom 10.03.10

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2414799_0_7127_-quartier-am-karlsplatz-neuer-vorschlag-zum-hotel-silber.html
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http://www.stuttgarter-zeitung.de/media_fast/1203/5modell.jpg

Der Siegerentwurf des Architekten Stefan Behnisch, vom Charlottenplatz aus gesehen. Im linken Gebäude will die SPD das NS-Dokumentationszentrum ansiedeln. Foto: Steinert
Grossansicht

Stuttgart - In die Debatte über die städtebauliche Neuordnung am Karlsplatz und die Zukunft der einstigen Gestapo-Zentrale Hotel Silber haben die Sozialdemokraten jetzt eine neue Variante eingebracht. Andreas Reißig, Kreisvorsitzender und Mitglied der Ratsfraktion, sagte am Dienstag: "Wir haben uns intensiv mit dem Ergebnis des Architektenwettbewerbs beschäftigt. Dabei sind wir der Frage nachgegangen: Wie kann das, was während der Nazizeit im Hotel Silber geschehen ist, angemessen dargestellt werden, selbst wenn das Gebäude Dorotheenstraße 10 abgerissen wird?" Der Vorschlag der SPD, der als offizieller Antrag an das Bürgermeisteramt gerichtet ist, lautet: "In dem Neubau für die Ministerien des Landes an der Ecke Holz- und Dorotheenstraße wird im ehemaligen Gestapokeller ein Gedenkort eingerichtet. Darüber entsteht auf rund 2000 Quadratmetern Fläche das auch von den verschiedenen Initiativen geforderte NS-Dokumentationszentrum für Baden-Württemberg." Der Siegerentwurf des Stuttgarter Architekten Stefan Behnisch sollte entsprechend ausgearbeitet werden. Auch die SPD-Landtagsfraktion, so betonte Kreischef Reißig, werde sich diesem Vorschlag anschließen und ihn im Landtag einbringen.

Zur Begründung für den Vorstoß seiner Partei sagte Reißig: "Der Architektenwettbewerb ist, was das Thema Hotel Silber angeht, nur unbefriedigend verlaufen." Deshalb vertrete die SPD die Ansicht, dass sich Stuttgart das Kölner NS-Dokumentationszentrum zum Vorbild nehmen und ein solches in den Neubau an dem historischen Ort integrieren müsse. Dabei unterstütze die SPD den Antrag der Grünen, eine Arbeitsgruppe zu gründen, die sich, mit Fachleuten besetzt, um das Konzept für ein Dokumentationszentrum bemüht. Außerdem sollten die an der NS-Geschichte arbeitenden, ehrenamtlichen Initiativen und Gruppen daran beteiligt werden. Es sei die Aufgabe des Landes, sich dem zu stellen.

Die SPD, so betont Andreas Reißig, stehe auch weiterhin zum neuen Stadtmuseum im Wilhelmspalais, wo allerdings die NS-Zeit nur ein Thema der Stadtgeschichte neben anderen sein könne. Das Bürgermeisteramt werde durch den Antrag aufgefordert, "alsbald in die notwendigen Verhandlungen mit dem Land einzutreten". Insgesamt werde sich die SPD-Ratsfraktion "wie bisher konstruktiv am Planungsprozess für den Karlsplatz beteiligen, weil wir zum Gelingen dieses Projekts beitragen wollen".

Schlecht gekennzeichnete Ausstellung der Modelle


Nach Ansicht der SPD-Ratsfraktion muss in der jetzt beginnenden Debatte über das Gesamtprojekt am Karlsplatz eine neue Lesart eingeführt werden: "Die Baumasse des siegreichen Behnisch-Entwurfs geht mit etwa 50.000 Quadratmetern Geschossfläche an die Obergrenze, wir aber sind von 47.000 Quadratmetern als Obergrenze ausgegangen", so der Stadtrat Manfred Kanzleiter. Deshalb sehe er noch einigen Spielraum. Die geforderten 2000 Quadratmeter für das Dokumentationszentrum würden die Wirtschaftlichkeit nicht wesentlich beeinträchtigen.

Unterdessen hat am Montag im Haus der Wirtschaft an der Willy-Bleicher-Straße die Ausstellung der elf Entwurfsarbeiten des Architektenwettbewerbs am Karlsplatz begonnen. Bereits an den ersten beiden Tagen kamen vor allem Architekten, ihre Mitarbeiter sowie Architekturstudenten, aber auch viele interessierte Bürger in die Schau, die noch bis einschließlich 20. März zu sehen ist. Heftige Kritik äußerten die Besucher am Erscheinungsbild der Sonderschau, die das Berliner Architekturbüro "Phase1" organisiert hat: "Keine der Arbeiten ist in den aufgestellten Kojen klar gekennzeichnet - man kann nicht erkennen, wessen Modelle und Entwürfe man da vor sich hat", sagte ein Besucher.

Die Ausstellungsmacher hätten es versäumt, die Wettbewerbsbeiträge der elf Architekturbüros aus dem In- und Ausland kenntlich zu machen, wie dies eigentlich üblich sei. Die gedruckt ausliegende Informationsschrift über den Wettbewerb und sein Ergebnis reiche nicht aus, um sich zu orientieren. Selbst renommierte Stuttgarter Architekten, die sich vor Ort über den Wettbewerb informieren wollten, hatten Mühe, die Arbeiten - vom Siegerentwurf des Büros Behnisch einmal abgesehen - zweifelsfrei zuzuordnen. Die Ausstellung ist täglich außer sonntags von 10 bis 18 Uhr zugänglich.

"Der Architektenwettbewerb ist, was das Thema Hotel Silber angeht, nur unbefriedigend verlaufen."
Andreas Reißig (SPD)

sesvecan
March 23rd, 2010, 04:15 PM
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2415994_0_8282_-architekt-behnisch-ueber-das-hotel-silber-es-ist-ja-nicht-die-akropolis-.html
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Architekt Behnisch über das Hotel Silber

"Es ist ja nicht die Akropolis"

Thomas Borgmann, veröffentlicht am 11.03.2010

http://www.stuttgarter-zeitung.de/media_fast/1203/thumbnails/stefan.715020.jpg.715021.jpg


Stuttgart - Der 2.März 2010 bleibt, ganz gleich, wie es weitergeht und was noch alles passieren kann, ein historisches Datum für Stefan Behnisch. "Unser Erfolg im Wettbewerb am Karlsplatz ist etwas ganz Besonderes. Wir haben bisher in Stuttgart nur ein Projekt gebaut, die Landesbank am Bollwerk."

Besonders auch deshalb hat es im Büro an der oberen Rotebühlstraße im Westen einen Tag nach dieser Juryentscheidung eine zünftige Party gegeben: "Natürlich haben wir ein paar Flaschen aufgemacht und gefeiert, das ist doch klar", sagt der 53-jährige Architekt. Ein Sieg in seiner Heimatstadt - dazu haben ihm unterlegene Mitstreiter wie der Holländer Ben van Berkel oder der Stuttgarter Dieter Blocher gleich herzlich gratuliert. Das ist der Sportsgeist unter Architekten, die harte Konkurrenten sind.

Der Prophet gilt wenig im eigenen Land, man könnte auch sagen in der eigenen Stadt. Diese strapazierte Lebensweisheit kennt Stefan Behnisch: "Bei Wettbewerben im Ausland, vor allem in Amerika, stehen wir immer wieder in direkter Konkurrenz zu Stars wie Norman Foster, Richard Meier und anderen." Viele von denen, so stelle er mit Erstaunen fest, "wissen oft gar nicht, dass wir hier in Stuttgart zu Hause sind". Ohne falsche Bescheidenheit fügt er hinzu: "Wir spielen schon lange in der Weltliga mit."

"Ich wünsche mir mehr Sachlichkeit"


Nur in Stuttgart haben das viele noch nicht bemerkt. Das sagt der bescheidene Schwabe Stefan Behnisch zwar so nicht, aber dieser Nachsatz liegt irgendwie in der Luft. Der Erfolg für das Büro Behnisch Architekten am Karlsplatz fällt mitten in eine Zeit, in welcher der immer aggressiver werdende Streit um Stuttgart 21 die Stadtgesellschaft spaltet. Gegner und Befürworter stehen sich im Lagerdenken unversöhnlich gegenüber. Die Fronten sind verhärtet.
Auch in der Debatte um den Erhalt des einstigen Gestapogefängnisses Hotel Silber, geprägt von Vorwürfen und gegenseitigem Misstrauen, spiegelt sich diese aufgeladene Atmosphäre wider. Stefan Behnisch weiß das - er leistet sich gleichwohl in beiden Fällen klare Positionen. Seine Grundlinie lautet: "Ich wünsche mir mehr Sachlichkeit. Wer laut wird, hat immer unrecht. Je lauter die Politik wird, desto misstrauischer werde ich. Wenn Debatten emotionalisiert werden, lege ich sie einfach ad acta."

Stichwort Stuttgart 21. "Ich bin nicht dafür oder dagegen - ich persönlich verspüre bei diesem Thema vor allem einen tiefen Widerwillen." Wenn man nicht mehr weiterwisse, schimpfe man auf die enormen Kosten - für ihn ein "Totschlagsargument". Warum ein Durchgangsbahnhof besser sein sollte als ein Kopfbahnhof - auch das habe ihm bisher niemand plausibel gemacht. Doch sachliche Gespräche und Informationen, ein vernünftiger Meinungsaustausch, so sieht es Stefan Behnisch, seien nicht mehr möglich. Nein, zu einer "Montagsdemo" werde er nicht gehen. Im Übrigen sei er an 300 Tagen im Jahr unterwegs, und ein Regionalist sei er schon gar nicht, trotz seiner persönlichen und familiären Wurzeln in Stuttgart.

"Hotel Silber ist kein Denkmal"


"Ich bin unabhängig", betont Stefan Behnisch ausdrücklich. Das soll wohl heißen: ganz gleich, für wen er plant und baut, ganz gleich, was andere von seiner Arbeit halten - immer wird er seinen Standpunkt klar und deutlich vertreten. Überdies sieht und erlebt er Stuttgart nicht nur von innen, sondern vor allem von außen. Die Idee, so um 1990 die Stadt zu verlassen und sein Büro nach Dresden zu verlegen - er hatte es kurz erwogen, aber seine Frau wollte lieber hier bleiben. Inzwischen hat Behnisch auch Büros in München, Boston und Los Angeles mit insgesamt hundert Mitarbeitern.

Stichwort Hotel Silber. An dieser Stelle ist sein Siegerentwurf für die Neuordnung am Karlsplatz tangiert. In absehbarer Zeit gibt es, auf der Grundlage seiner Entwürfe, einen Wettbewerb über die Gestaltung der Gedenkstätte im Erdgeschoss und einem Gedenkraum im ehemaligen Gestapokeller. Behnisch hält auch in diesem Punkt seine Linie: "Die SPD verlangt jetzt 2000 Quadratmeter für ein NS-Dokumentationszentrum. Das ist politisch billig. Ich meine, zuerst müsste ein schlüssiges Konzept dafür her, und wenn das vorliegt, weiß man, wie viel Platz man dafür braucht."

Denen, die kategorisch den Erhalt des ehemaligen Hotels Silber fordern, hält Behnisch entgegen: "Dieses Haus ist kein Denkmal, die heutige Fassade hat mit dem alten Zustand nichts mehr zu tun. Wir reden hier also nicht über die Akropolis." Und er fragt rein rhetorisch: "Sollte man die Fassade des Hotels Silber stehen lassen wie einen Torso - wäre das sinnvoll?"

Architekt Behnisch gibt sich zuversichtlich


Auch diese Debatte, die auf Gut oder Böse, Schwarz oder Weiß hinauslaufe, missfalle ihm: "Das kommt mir so vor wie der alte Satz: Wer nicht für mich ist, ist gegen mich." Wer das Hotel Silber abreißen wolle, dem unterstelle man sofort Geschichtsvergessenheit. "Von dieser Debatte", so fordert der Architekt, "müssen wir uns frei machen." Am Samstag wird er sich mit seinem alten Kollegen Roland Ostertag an einen Tisch setzen, dem Sprecher der Initiativen Gedenkort Hotel Silber - allerdings rein privat, wie Behnisch ausdrücklich betont.

In wenigen Wochen, der Termin steht noch nicht fest, wird Stefan Behnisch seinen preisgekrönten Entwurf dem Technischen Ausschuss des Gemeinderats vorstellen und erläutern. Aus seiner Grundlinie macht er kein Hehl: "Die jetzige städtebauliche Situation am Karlsplatz ist nicht gut. Wir können mit diesem Quartier etwas zünden, was auch den Sprung über die Hauptstätter Straße zum Bohnenviertel schafft." Auf die Diskussion über die Baumassen sei er gefasst: "Die Baumassen sind in jedem Projekt an jedem Ort ein Thema. Wir meinen, unsere Vorschläge sind dort verträglich." Dass sich im Verlauf der nächsten Monate noch manches ändern werde, sei völlig normal.

Aus dem Schatten des Vaters getreten


Im Übrigen wolle er, in aller Sachlichkeit, auf die Tatsache hinweisen, dass zwar die Bürger die neuen Gebäude von außen sähen und beurteilten, dass es aber viele Menschen geben werde, die täglich in diesen Gebäuden arbeiten. Auch dafür brauche es architektonisch hohe Qualität, die sein Büro in vielen Projekten geschaffen habe. Und wer sich so häufig und so lange in Hotels rund um den Globus aufhalte, der sei doch wohl, dazu ein Augenzwinkern, "geradezu prädestiniert, am Karlsplatz ein Hotel zu bauen".

Stefan Behnisch ist aus dem Schatten seines legendären Vaters Günter, den Planer des Münchner Olympiaparks von 1972, längst herausgetreten. Was meint eigentlich der Vater zum Heimsieg des Sohnes am Karlsplatz: "Mein Vater sieht das so: Nix gesagt, ist schon gelobt genug!"

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ich halt mich mal zurück

erbse
May 26th, 2012, 08:45 PM
Lange nichts mehr davon gehört. Bitte sagt, das Hotel Silber steht noch und das Behnisch-Ding ist zum Teufel gefahren...? :( :(

Max BGF
May 26th, 2012, 11:44 PM
Alles steht noch, Projekt wird weiter abgespeckt.

erbse
April 2nd, 2013, 10:28 AM
Es gibt was Neues zum Hotel Silber, das ursprünglich im Zuge des Quartierprojektes am Karlsplatz abgerissen werden sollte:

Der Erhalt der ehemaligen Gestapozentrale konnte durch den Druck aus der Bürgerschaft und durch das Engagement der Initiative durchgesetzt werden. Nun müssen wir jedoch gemeinsam darum kämpfen, dass die dauerhafte Finanzierung sichergestellt wird.

Hier kann zum Bürgerhaushaltsvorschlag abgestimmt werden: Hotel Silber: Die Stadt Stuttgart soll die Hälfte der Betriebskosten für den zukünftigen Lern- und Gedenkort übernehmen. (https://www.buergerhaushalt-stuttgart.de/vorschlag/3863)


Quelle: Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber (http://www.hotel-silber.de/)


Hier mein ursprünglicher Beitrag zum Thema, der offenbar zum Erhalt des historisch wertvollen Baus beigetragen hat ;)
Ganz so geschichtslos sind die Stuttgarter dann offenbar doch nicht.

Es gibt eine Initiative: http://www.gedenkort-hotel-silber.de

"Gedenkort Hotel Silber"
- Zum Erhalt des historischen Ortes in der Dorotheenstraße 10 am Karlsplatz in Stuttgart
- Zur Einrichtung eines NS-Dokumentationszentrums als Gedenkort, Lernort und Forschungsort


Man schaue einmal auf die bewegte Historie dieses Hotels!

Quelle: http://www.stuttgart.de/item/show/273273/1/9/312804


So sah das Hotel einmal aus - das gehört so unbedingt wieder rekonstruiert!
Was für ein pittoresker Neorenaissance-Bau! Vor 1945:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7b/Hotel_Silber_Stuttgart_Dorotheenstrasse_10_Karlsplatz_1900.jpg
Quelle (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Hotel_Silber_Stuttgart_Dorotheenstrasse_10_Karlsplatz_1900.jpg&filetimestamp=20100318160646)


Hotel Silber heute:
http://farm1.static.flickr.com/126/417657383_778df455c2_b.jpg
Quelle: flickr (http://www.flickr.com/photos/69871253@N00/417657383/sizes/l/)

http://i43.tinypic.com/sfi7wz.jpg
Quelle (http://klaus.fotogalerie-stuttgart.de/2009/05/05/tatort-dorotheenstrasse-zeitzeugnisse-ueber-fruehere-gestapo-zentrale/)


Wie geht's sonst voran beim Karlsplatz-Quartier?

MetroSilesia
April 13th, 2013, 09:14 PM
Ich habs mir jetzt auch mal genauer angeschaut. Mir gefällt das es nun 3 Baukörper sind, v.a. die Teilung des Markthallennachbars, da wo das Innenministerium noch steht. Auch die diagonale Durchschneidung macht Sinn, da der schöne östliche Zugang vom Kaufhaus Breuninger nun auch endlich standesgemäßa n den Karlsplatz angebunden wird. Die Gasse zwischen den Baukörpern sieht relativ eng aus, aber für dieses kurze Stück ist es ok. Hauptsache zwischen Karlsplatz, Marktplatz und eben den Ostausgang des Kaufhauses kommt Leben - und dafür ist die diagonale Gasse zum Karlsplatz hin der richtige Schritt.
Das nun das Hotel Silber bestehen bleibt wird m.E. keinen negativen Einfluss haben auf die Belebung des Quartiers, auch wenn ich persönlich die Gründe dafür und diese vorgeschobene pseudomoralische Diskussion absolut lächerlich finde. Das Gebäude selbst steht ordentlich da und harmoniert mit dem "Alten Waisenhaus" am Karlsplatz, welches mir gefällt.

Hier nun Bilder des aktuellen Entwurfs der 3 Baukörper vorsieht. Geschossen im Projekt-Büro bei Breuninger.
http://img687.imageshack.us/img687/8146/p1700741.jpg (http://img687.imageshack.us/i/p1700741.jpg/)
http://img541.imageshack.us/img541/3743/p1700742.jpg (http://img541.imageshack.us/i/p1700742.jpg/)
http://img829.imageshack.us/img829/5140/p1700743.jpg (http://img829.imageshack.us/i/p1700743.jpg/)
http://img59.imageshack.us/img59/820/p1700744.jpg (http://img59.imageshack.us/i/p1700744.jpg/)
http://img577.imageshack.us/img577/8498/p1700745.jpg (http://img577.imageshack.us/i/p1700745.jpg/)
http://img703.imageshack.us/img703/7421/p1700746.jpg (http://img703.imageshack.us/i/p1700746.jpg/)
http://img687.imageshack.us/img687/456/p1700747.jpg (http://img687.imageshack.us/i/p1700747.jpg/)


Bilder: MetroSilesia

MetroSilesia
April 13th, 2013, 09:16 PM
Bestand der bald abgerissen wird. Dem "alten" Innenministerium wird denke ich keiner nachweinen!
http://img232.imageshack.us/img232/8724/p1560718.jpg (http://img232.imageshack.us/i/p1560718.jpg/)
http://img12.imageshack.us/img12/9623/p1560727.jpg (http://img12.imageshack.us/i/p1560727.jpg/)
http://img214.imageshack.us/img214/2303/p1560728.jpg (http://img214.imageshack.us/i/p1560728.jpg/)


Bilder: MetroSilesia

Schaps
April 14th, 2013, 11:26 AM
Sieht ja recht spacig aus. Hoffentlich sehen die Häuser dann auch so aus wie auf den Renderings. Wäre schade, wenn sie grau und öde daherkommen sollten.

erbse
April 14th, 2013, 05:39 PM
So ein Haufen Schrott! Und das direkt neben dem wunderschönen Schillerplatz, einer der letzten halbwegs geschlossenen historischen Ensembles im Stuttgarter Zentrum!

Was ist nur mit dieser Stadt los? :no:

erbse
April 14th, 2013, 05:42 PM
Bleibt denn nun das Hotel Silber wenigstens erhalten? :|

http://farm1.static.flickr.com/126/417657383_778df455c2_b.jpg
http://www.flickr.com/photos/69871253@N00/417657383/sizes/l/



http://www.gedenkort-hotel-silber.de/

Max BGF
April 14th, 2013, 06:22 PM
^^ Wohl schon, man muß aber noch ein paar Inhalte erfinden.

il fenomeno
April 14th, 2013, 11:29 PM
oy vey