philippmaurice
April 8th, 2010, 12:07 PM
Ein neuer Tiefbahnhof für Bern
Der Berner Bahnhof ist die grösste Verkehrsdrehscheibe im Kanton Bern und nach dem Hauptbahnhof Zürich der zweitgrösste Knoten im schweizerischen Eisenbahnnetz. Für Bevölkerung und Wirtschaft ist er von vitaler Bedeutung. Das Projekt «Zukunft Bahnhof Bern» hat zum Ziel, die Engpässe im Bahnhof Bern zu beheben und dessen Funktions- und Leistungsfähigkeit für lange Zeit sicherzustellen. Der Bahnhof soll geräumiger, heller, komfortabler und der öffentliche Verkehr noch attraktiver werden.
Zukunft Bahnhof Bern (http://www.zukunftbahnhofbern.ch/)
Neue Präsentationen und Medienmitteilungen.
http://www.zukunftbahnhofbern.ch/assets/drgalleries/38/thumb_visu_tiefbahnhof.jpg
Diese Variante wird immer wie unwahrscheinlicher.
Auf der Suche nach dem besten Bahnhof für Bern
Von Daniel Vonlanthen. Aktualisiert am 08.04.2010
Acht Varianten für den Ausbau des Bahnhofs Bern hat die Projektgruppe unter Leitung von Ulrich Seewer, Leiter der Abteilung Gesamtmobilität bei der kantonalen Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion, einer vertieften Prüfung unterzogen. Bis Ende Jahr will Seewer die beste Variante herausgearbeitet haben.
Technisch haben sich zwar alle Varianten als machbar erwiesen; als sinnvollste Lösung steht allerdings nach wie vor der Bau eines tunnelförmigen Tiefbahnhofs unter den SBB-Gleisen im Vordergrund, wie die Verantwortlichen gestern im «Werkstattgespräch» darlegten.
Weidmann bei Planung dabei
Eine Ingenieurgemeinschaft mit namhaften Bahnhofplanern nahm sich der komplexen Aufgabe an, nachdem das Gutachten des Zürcher ETH-Verkehrsexperten Ulrich Weidmann Fragezeichen hinter die bisherige Planung gesetzt hatte («Bund» vom 16. Juni 2009). Weidmann ist seither bei der Evaluation als Experte dabei.
Eine entscheidende Rolle bei der Machbarkeit spielen die geologischen, statischen und betrieblichen Bedingungen: «Wir bauen keinen neuen Bahnhof auf der grünen Wiese», sagte Kurt E. Wagner, Leiter der Machbarkeitsstudie und Firmenchef bei Emch und Berger AG Bern, die zusammen mit B+S und Basler und Hofmann die Ingenieurgemeinschaft bildet. Im Bahnhof Bern mit seinen engen Platzverhältnissen und der Kurvenlage herrschten äusserst ungünstige bauliche Voraussetzungen.
Um Pendlern kurze Wege zu bieten, müsste ein neuer Tiefbahnhof möglichst nahe bei den heutigen Anlagen zu liegen kommen. 17,5 Meter beträgt die Tiefe des neuen Bahnhofs im besten Fall. Ein solcher unterirdischer Erweiterungsbau könnte laut Wagner im Tagebau erstellt werden, hätte aber erhebliche Störungen des Bahnbetriebs und hohe Kosten zur Folge.
Wesentlich einfacher und rascher zu realisieren ist laut Wagner die Tunnellösung: «Diese bergmännische Bauweise ist vom Bahnbetrieb weitgehend unabhängig.» Von Nachteil ist die Tiefe von 25 Metern unter den heutigen SBB-Gleisen. Die schwierigen geologischen Verhältnisse auf der Westseite mit Lockergestein und Grundwasser sowie die grossen Lasten lassen laut Wagner keinen geringeren Niveauunterschied der Gleisanlagen zu. Auf der Ostseite gründet der Bahnhof auf günstigem Molassefels. Anspruchsvoll ist laut Wagner auch die Statik des Gebäudes; die tragenden Stützen mit Lasten bis zu 1500 Tonnen müssen im Fels verankert werden.
Wachstumsprognose «realistisch»
In der ersten Etappe würde der RBS-Tiefbahnhof gebaut, ab 2030 dann der SBB-Tiefbahnhof auf gleichem Niveau. Nach wie vor rechnen die Planer mit einem Wachstum von 60 Prozent innert zwanzig Jahren: «Unsere Prognose hat sich nach erneuter Prüfung als realistisch erwiesen», sagte Seewer. Der heutige RBS-Bahnhof, für 16'000 Passagiere pro Tag gebaut, weist zurzeit Frequenzen bis 54'000 Personen auf und gilt mit über 500 Ein- und Ausfahrten als der höchstfrequentierte Schmalspurbahnhof der Welt.
Weiterverfolgt werden auch die von Weidmann vorgeschlagene Erweiterung am bestehenden Ort und ein neuer RBS-Tiefbahnhof unter dem Bahnhofplatz Richtung Heiliggeistkirche. Geprüft werden überdies Möglichkeiten der Umspurung von RBS-Linien auf Normalspur sowie der Bau der sogenannten Länggass-Schlaufe, die zusätzliche Kapazitäten schaffen würde. Die Zukunft Bahnhof Bern muss auch auf die raumplanerischen Projekte von Bund und Kanton abgestimmt werden. Die SBB treiben ihre Projekte zur Kapazitätssteigerung und zum Ausbau der Publikumsanlagen voran. (Der Bund)
Der Berner Bahnhof ist die grösste Verkehrsdrehscheibe im Kanton Bern und nach dem Hauptbahnhof Zürich der zweitgrösste Knoten im schweizerischen Eisenbahnnetz. Für Bevölkerung und Wirtschaft ist er von vitaler Bedeutung. Das Projekt «Zukunft Bahnhof Bern» hat zum Ziel, die Engpässe im Bahnhof Bern zu beheben und dessen Funktions- und Leistungsfähigkeit für lange Zeit sicherzustellen. Der Bahnhof soll geräumiger, heller, komfortabler und der öffentliche Verkehr noch attraktiver werden.
Zukunft Bahnhof Bern (http://www.zukunftbahnhofbern.ch/)
Neue Präsentationen und Medienmitteilungen.
http://www.zukunftbahnhofbern.ch/assets/drgalleries/38/thumb_visu_tiefbahnhof.jpg
Diese Variante wird immer wie unwahrscheinlicher.
Auf der Suche nach dem besten Bahnhof für Bern
Von Daniel Vonlanthen. Aktualisiert am 08.04.2010
Acht Varianten für den Ausbau des Bahnhofs Bern hat die Projektgruppe unter Leitung von Ulrich Seewer, Leiter der Abteilung Gesamtmobilität bei der kantonalen Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion, einer vertieften Prüfung unterzogen. Bis Ende Jahr will Seewer die beste Variante herausgearbeitet haben.
Technisch haben sich zwar alle Varianten als machbar erwiesen; als sinnvollste Lösung steht allerdings nach wie vor der Bau eines tunnelförmigen Tiefbahnhofs unter den SBB-Gleisen im Vordergrund, wie die Verantwortlichen gestern im «Werkstattgespräch» darlegten.
Weidmann bei Planung dabei
Eine Ingenieurgemeinschaft mit namhaften Bahnhofplanern nahm sich der komplexen Aufgabe an, nachdem das Gutachten des Zürcher ETH-Verkehrsexperten Ulrich Weidmann Fragezeichen hinter die bisherige Planung gesetzt hatte («Bund» vom 16. Juni 2009). Weidmann ist seither bei der Evaluation als Experte dabei.
Eine entscheidende Rolle bei der Machbarkeit spielen die geologischen, statischen und betrieblichen Bedingungen: «Wir bauen keinen neuen Bahnhof auf der grünen Wiese», sagte Kurt E. Wagner, Leiter der Machbarkeitsstudie und Firmenchef bei Emch und Berger AG Bern, die zusammen mit B+S und Basler und Hofmann die Ingenieurgemeinschaft bildet. Im Bahnhof Bern mit seinen engen Platzverhältnissen und der Kurvenlage herrschten äusserst ungünstige bauliche Voraussetzungen.
Um Pendlern kurze Wege zu bieten, müsste ein neuer Tiefbahnhof möglichst nahe bei den heutigen Anlagen zu liegen kommen. 17,5 Meter beträgt die Tiefe des neuen Bahnhofs im besten Fall. Ein solcher unterirdischer Erweiterungsbau könnte laut Wagner im Tagebau erstellt werden, hätte aber erhebliche Störungen des Bahnbetriebs und hohe Kosten zur Folge.
Wesentlich einfacher und rascher zu realisieren ist laut Wagner die Tunnellösung: «Diese bergmännische Bauweise ist vom Bahnbetrieb weitgehend unabhängig.» Von Nachteil ist die Tiefe von 25 Metern unter den heutigen SBB-Gleisen. Die schwierigen geologischen Verhältnisse auf der Westseite mit Lockergestein und Grundwasser sowie die grossen Lasten lassen laut Wagner keinen geringeren Niveauunterschied der Gleisanlagen zu. Auf der Ostseite gründet der Bahnhof auf günstigem Molassefels. Anspruchsvoll ist laut Wagner auch die Statik des Gebäudes; die tragenden Stützen mit Lasten bis zu 1500 Tonnen müssen im Fels verankert werden.
Wachstumsprognose «realistisch»
In der ersten Etappe würde der RBS-Tiefbahnhof gebaut, ab 2030 dann der SBB-Tiefbahnhof auf gleichem Niveau. Nach wie vor rechnen die Planer mit einem Wachstum von 60 Prozent innert zwanzig Jahren: «Unsere Prognose hat sich nach erneuter Prüfung als realistisch erwiesen», sagte Seewer. Der heutige RBS-Bahnhof, für 16'000 Passagiere pro Tag gebaut, weist zurzeit Frequenzen bis 54'000 Personen auf und gilt mit über 500 Ein- und Ausfahrten als der höchstfrequentierte Schmalspurbahnhof der Welt.
Weiterverfolgt werden auch die von Weidmann vorgeschlagene Erweiterung am bestehenden Ort und ein neuer RBS-Tiefbahnhof unter dem Bahnhofplatz Richtung Heiliggeistkirche. Geprüft werden überdies Möglichkeiten der Umspurung von RBS-Linien auf Normalspur sowie der Bau der sogenannten Länggass-Schlaufe, die zusätzliche Kapazitäten schaffen würde. Die Zukunft Bahnhof Bern muss auch auf die raumplanerischen Projekte von Bund und Kanton abgestimmt werden. Die SBB treiben ihre Projekte zur Kapazitätssteigerung und zum Ausbau der Publikumsanlagen voran. (Der Bund)