View Full Version : Hannover - Visionen


Wishman
April 29th, 2010, 03:48 PM
Hannover baut Zukunft. Hier bitte alle Ideen, Visionen, Pläne, städtebaulichen Wünschträume etc. für Hannover einstellen!

Squig
April 29th, 2010, 03:57 PM
Wäre es nicht besser, das in den bestehenden Thread zu lassen (D-Tunnel, Flußwasserkunst, Leineinsel/City 2020) und nicht kategorierbares im Stadtgespräch vorzustellen(zu diskutieren? Sonst gibts potentiell ne Menge Doppeldiskussionen.

Falls nicht sollte man mittlefristig alle bestehenden Thread durchgehen, die von Visionen betroffen sind (;)), und das hier zusammenfassen.

matheking
April 29th, 2010, 04:04 PM
Das kommt darauf an, was hier reingestellt wird. Ich denke bei vielen von uns schlummern irgendwo Ideen zu Ecken der Stadt die derzeit nicht in irgendein Raster passen. Entweder weil sie sich wohl nie umsetzen lassen, oder weil sie außerhalb dieses Forums kein Thema sind.
Ich hätte mir z.B. vorstellen können, dass der FWK Thread oder die alte Leineinsel in diesem Thread ihren Afang gefunden hätten, wenn es ihn denn damals schon gegeben hätte. Die bestehenden Threads sind thematisch anders angeordnet (Projekte -> von Investoren oder der Stadt geplant, D- Tunnel -> nur Nahverkehr, Stadtgespräch -> alles was nicht mit Bauen zu tun hat, City2020 -> wie der Name schon sagt, an das städtische Programm gebunden).
Wishman spicht nicht umsonst von Wunschträumen

Wishman
April 29th, 2010, 04:22 PM
Ich dachte in erster Linie, hier künftig Ideen und Visionen 'reinzustellen, wie sie schon mit der 'Leineinsel' angedacht worden. Ob diese Visionen, wie meine folgende, ein größeres Areal beschreiben oder es sich um ein Einzelobjekt handelt, ist im Prinzip egal. So hätten wir in Zukunft einen Thread, in dem Wunschvorstellungen gepostet werden, die wenig Erfolg auf Realisierung haben.:ohno:

VISION: Hannover neue Skyline

Hier nun die bereits angedrohten Posts meiner Vision von Hannovers Zukunft. Besser gesagt, betrifft es einen kleinen Bereich der hannoverschen Innenstadt, in dem sich m. E. ein Projekt verwirklichen ließe, das man selbst in Bremens Überseestadt und in Hamburgs Hafencity vergeblich sucht.

Es handelt sich um ein völlig neu gestaltetes Areal hinter dem Hauptbahnhof. Ich möchte hier das Thema ‚Wolkenkratzer’ und ‚Unsere Stadtplaner haben keine Visionen’ thematisieren, weil davon bereits im Forum mehrfach die Rede war. Wenn die Stadtplaner nicht in der Lage sind, die Gründe mögen vielfältig sein, zukunftsweisende Visionen außerhalb architektonischer Standards zu entwickeln, müssen es die Hannoveraner eben selbst versuchen, und wo kann man das besser, als in diesem Forum.

Außer in Frankfurt/Main scheint man eine höllische Angst davor zu haben, Häuser zu verwirklichen, die höher als 100 m, oder in einigen Städten auch bis 150 m, hinaufragen. In Hamburg brachte man mit wenig aussagekräftigen Argumenten das knapp 300 m hohe Lighthouse von Stararchitekt Teherani zu Fall, ebenso erging es dem Porsche-Office-Point (der sollte 100 – 150 m hoch werden, Angaben dazu sind unterschiedlich). Bremen begnügt sich mit einem 80 m hohen Turm namens ‚Wesertower’, engagierte dafür einen renommierten Architekten, der einen Entwurf lieferte, den ein Architekturstudent im 1. Semester sicher besser hin bekommen hätte: Ein rechteckiger Quader im 60er Jahre Look. Das einzig interessante daran ist die Tatsache, dass er mit Geothermie beheizt werden soll. So also auch dort eine Chance vertan, einen ‚Skyscraper’ in Bremen, übrigens, eine wunderschöne Stadt, zu etablieren.

Meine Vision für Hannover sieht einen Komplex von 8 – 10 Wolkenkratzer hinter dem Hauptbahnhof vor, denn es gibt keinen Platz in der Innenstadt, der dafür geeigneter wäre. Bevor gleich ein Aufschrei durch die Gemeinde geht, bitte daran denken: Es ist eine Vision! Und die wird als solche ebenso wenig Realität, wie die ‚Living Bridge’ in der Hafencity.

Konzeption:

1. Areal
2. Vorleistungen
3. Details
4. Kritik
5. Optionen

1. Areal:

‚Rechteck’ Berliner-/Hamburger Allee/Bahnsteigmauer/Celler Str./Volgersweg
Größe ca. 15 ha (mit Google-Earth-Lineal gemessen)
‚Dreieck’ Friesenstr./Weissekreuz Str./Hochstr.; (Bredero, Pavillon) Größe ca. 3. ha (dto.)

Es steht demnach eine Fläche von ca. 18 ha oder 180 000 m², inkl. Straßenflächen, zur Verfügung. Hier können sich die Planer nach Herzenslust, selbstverständlich unter Berücksichtigung ‚meiner Vorgaben’, austoben.


2. Vorleistungen:

Abriss aller bestehenden Gebäude in den unter 1. genannten Bereichen (Abrissgrenze wäre die Gebäudekante Hamburger-/Berliner Allee von Richtung Hbf. aus gesehen, diese Häuser bleiben bestehen). Fallen werden auch die in der Ludwigstr. Sicher ein herber Verlust für die Männer, doch es gibt nichts, was nicht irgendwo wieder neu erstehen könnte. Dann sollte man aber auch an die Frauen denken und ihnen ein gleichwertiges Etablissement errichten. Doch bitte das Schuhgeschäft nicht vergessen. Erst nach dem Kauf von 2 oder 3 Paar Schuhen ist eine Frau vollkommen befriedigt.

Selbst die Stadtsparkasse verschwindet von der Bildfläche. – Ich habe in meiner Vision natürlich mit dem Vorstand darüber ausführlich diskutiert und man war danach ganz begeistert von den Plänen, sich in einem Skyscraper neu verwirklichen zu können. – Für den alten Fernsehturm gibt es einen hervorragenden Ersatz. Mehr dazu in Abschnitt 3. – Details.

Abriss der Hochstr., denn die stört am Ende das Gesamtbild des neuen Stadtteils. Natürlich behält die Berliner-/Hamburger Allee ihren Status als Teil des Cityringes und auch die volle Kapazität bleibt erhalten, doch nicht über-, sondern unterirdisch. Einwand: Da ist doch die U-Bahn Richtung Oststadt im Weg! Richtig, dann muß man halt entsprechend tiefer buddeln. Die Hochbrücke mißt inkl. Rampen, mit Google-Earth-Lineal gemessen, etwa 540 m Gesamtlänge. UK-Fundamentsohle des Straßentunnels läge bei einer lichten Durchfahrtshöhe zwischen 4,80 m und 5,00 m bei über -20,00 m, basierend auf aktueller Straßenhöhe Hamburger Allee +/- Null (Maße der Höhen habe ich der Fahrstuhlzeichnung aus dem U-Bahn-Thread entnommen). Sollten die Rampen bei der o. g. Länge von 540 m zu steil ausfallen, spräche nichts dagegen, die Tunnelein- und ausfahrten weiter in Richtung Schiffgraben und über die Celler Str. hinaus zu verschieben. Der Durchgangsverkehr soll ja die Knotenpunkte Aegi und Vahrenwalder Platz miteinander verknüpfen. Ein- und Ausbieger der Celler Str. und diverser Nebenstraßen benutzen dann den oberirdischen Verlauf.
So lässt sich in gewissem Rahmen auch die ebenerdige Straßenführung variieren.

Bei den Menschenmassen, die in einem Hochhausviertel arbeiten, shoppen und zum Sightseeing antanzen, muß natürlich eine leistungsfähige Infrastruktur aus Straßen und öffentlichem Nahverkehr entstehen, und somit wird der Bau der U-Bahnlinie D nicht mehr länger hinaus gezögert werden können. Meine Überlegung geht dahin, die Trasse so zu führen, dass nahe der Kreuzung Celler Str./Hamburger Allee eine Station entsteht, um die im Hbf. zu entlasten. Im Zuge der U-Bahnerweiterung wird natürlich die Station im Hauptbahnhof frisch renoviert.

ZOB siehe Abschnitt 3 - Details.

Zu prüfen wäre im Vorfeld der Planungen die Leistungsfähigkeit der Abwasserkanalisation, die Frischwasser-Versorgung, die Möglichkeit, die Gebäude ganz oder teilweise mit Geothermie zu beheizen und zu klimatisieren, die Elt- und Gasversorgung sowie die IT-Kapazitäten. Desweiteren die Möglichkeit vom Bau mehrgeschossiger Tiefgaragen, weil ich der Meinung bin, dass die Oberfläche den Menschen gehört, das Anlegen von Regenwasserkavernen größeren Ausmaßes, die Regenwasser für die sekundäre Wasserversorgung sammeln (WC-Spülungen, Waschmaschinen, Fassadenreinigung, Wasserspiele, etc.).



3. Details:

Hauptbahnhof
Beginnen möchte ich meine virtuellen Bauprojekte aber an ganz anderer Stelle, nämlich auf den Bahnsteigen des Hauptbahnhofes. Leider hat die Bahn AG bei der Renovierung des Hauptbahnhofes versäumt, die Bahnsteige komplett mit einzubeziehen. Die Durchbrüche zur Hbf.-Promenade, die Rolltreppen und Aufzüge, alles wunderbar, doch die Überdachungen links und rechts wurden schlichtweg ‚vergessen’. Die sehen mittlerweile dermaßen marode aus, dass sie das Gesamtbild des Hbf. erheblich beeinträchtigen.

Nach meiner Vorstellung muß der Hauptbahnhof in seiner Gesamtheit mit in den neuen Stadtteil integriert werden. An der Fassade des Hauptgebäudes wird selbstverständlich nichts verändert, doch die Gleisanlagen und Bahnsteige erhalten eine komplett neue, modern gestaltete, lichtdurchflutete Metall/Glasüberdachung. Unterbrochen wird diese durch drei, senkrecht zum Bahnhofsgebäude liegenden, 4-geschossigen Brückenbauten, die in Höhe des ersten Bahnsteiges beginnen und in das neue, einzige oberirdische Parkhaus hinter dem Bahnhof münden. Diese ‚Brücken’ erhalten im unteren Geschoß jeweils einen direkten Zugang zum Parkhaus und jeweils zu den Bahnsteigen. Die mittlere Brücke bis hinunter zur Nikki-de-St.-Phalle-Promenade (i. w. V. NSPP genannt). In die darüber liegenden Etagen könnten Cafes, Büros, oder zu anderen Nutzungen geeignete Kapazitäten für die Bahnhofsmitarbeiter geschaffen werden.

Die Breite der Brücken richtet sich nach den Maßen der beiden Bahnhofs-Endbauten, bzw. der des Mitteltraktes. Um einen abrupten Höhensprung zu vermeiden, steigen die Brücken in sanften Bogen, beginnend bei Bahnsteig 1, an. So ergibt sich ein harmonischer Höhenübergang zwischen dem Hauptbahnhof und der Überbauung der Bahnanlage. Der mittlere Überbau wird so konstruiert, dass der Tageslichteinfall in die Hbf.-Promenade nicht wesentlich beeinträchtigt wird.

Mit einer derartigen Bahnsteighalle, inkl. der Brücken, greife ich eine Idee aus den frühen 90er Jahren auf, die damals jedoch an den Kosten und, angeblich an der nicht zu verwirklichenden Konstruktion, gescheitert ist. Das kann in einer Vision natürlich nicht geschehen. (Quelle: http://www.kerstinsailer.de/03_wissenschaft/1_projekte/bahnhof.pdf)

Bevor diese Idee ‚umgesetzt’ wird, muß sich die Bahn AG entscheiden, ob ein weiteres Gleispaar für die S-Bahn, parallel zu Gleis 14 gebaut werden soll, wie es einige frühere Planungen aussagen (vergl. Wikipedia, Hauptbahnhof Hannover).

Der Raschplatz auf -1 Ebene wird natürlich ebenfalls erhalten, allerdings an die neue Gebäudesituation angepasst. Die NSPP wird bis zur Friesenstr., als Anbindung an die Lister Meile, weiter geführt und streift dabei die neuen Wolkenkratzer, die auf dem Dreieck des ehem. Bredero bzw. Pavillons entstehen.

Wolkenkratzer
Meine Idee zur Gesamtdarstellung geht davon aus, dass die Gebäude eine max. Höhe von 200 m nicht überschreiten. An den äußeren Grundstücksbereichen würde ich mit ca. 100 – 120 m beginnen, die nächste Staffel auf 150 – 170 m begrenzen und im Zentrum des Areals wächst ein 200 m hoher Skyscraper als Eyecatcher und Mittelpunkt empor.

Höhere Gebäudestrukturen würde ich vermeiden, weil sie einerseits zu wuchtig ausfielen, somit die bestehende City optisch erschlagen, andererseits spielt der wirtschaftliche Faktor eine Rolle. Ein komplett neuer Stadtteil mit Gebäuden, die eine gewaltige Nettogeschoßfläche erhalten, will vermietet, verkauft, benutzt werden. Im Punkt 4. – Kritik, gehe ich ausführlicher darauf ein.

Durch die ansteigende und abfallende Höhelinie ergibt sich für die Skyline der City
ein harmonisches Gesamtbild ohne abrupte Versprünge und trotzdem ein aus allen Himmelsrichtungen nicht zu übersehendes Ensemble moderner Hochhausarchitektur.

Gebäudebeschreibungen
Im schon zuvor erwähnten ‚Dreieck’ (Bredero/Pavillon) kreisen mir folgende Ideen im Kopf umher: Das Stück Lister Meile, das den Platz zerschneidet, verschwindet. Stattdessen werden die Friesenstr. und die Weißekreuzstr. (bis DZ-Bank) als Ring- und Erschließungsstr. ausgebaut mit Einmündung in die Hamburger-/Berliner Allee. Fußwege, die zum Flanieren einladen sind ebenso Bestandteil der neuen Gestaltung, wie ausreichende Radwege und Grünstreifen.

Zur baulichen Planung schweben mir drei, bis ca. 120 m hohe Türme vor, die jeweils an den Ecken des Dreiecks platziert werden. Die Fassaden zur Friesen- und Weißekreuzstr., also in Richtung der bestehenden Gebäude, verlaufen in einem passenden Winkel schräg nach oben. Auf diese Weise entkoppelt man beide Gebäudestukturen von dem enorm unterschiedlichen Höhen und schafft, je höher man blickt, ein Gefühl von Weite. So wirken die Wolkenkratzer weniger erdrückend auf den etwa 15 – 20 m hohen Bestand. Ein durchgängiges, 4 – 5 Etagen umfassendes Sockelgeschoß mit integrierter NSPP, bietet Platz für Geschäfte, Cafes, Restaurants und ebenso für die verloren gegangenen Flächen des Pavillions.

Auf dem Gelände Raschplatz/Volgersweg (Bereich Statdsparkasse, Landgericht, Cinemax) entstehen ca. 100 -120 m hohe Gebäude, in denen das Gericht eine neue Heimat findet und natürlich die Stadtsparkasse ihr neues Domizil in Besitz nimmt.

Im Bereich des jetzigen ZOB möchte ich einen ‚Palast’ für die Stadtverwaltung errichten: Das Hannoverneum! Ein ca. 150 -170 m hoher Skyscraper in Form eines schwungvoll stilisierten H als Synonym für diese Stadt. Unter dem Steg des H’s findet der ZOB seine neue Heimat, der optisch natürlich ebenso futuristisch gestaltet wird.

Im Zentrum des neuen Stadtteils, etwa dort, wo sich z. Z. der Parkbereich und Zugang zum Subway/Kaufland befinden, entsteht das 200 m hohe ‚Hannover Lighthouse’. Hierin ließen sich ein Hotel, Tagungsstätten, Büros, etc., verwirklichen. Der Clou jedoch: Die obersten Geschosse sind der Öffentlichkeit zugänglich. Hier findet man Cafes, Restaurants, Bars und selbstverständlich eine Aussichtsplattform, die endlich einen ungestörten Blick über diese schöne Stadt ermöglicht. Dann erst macht die Forderung an die Schweiz und Österreich Sinn: Fort mit den Alpen - freie Sicht auf’s Mittelmeer!

Weitere Gebäude zu detaillieren erspare ich mir. Das mag jeder mit seiner Fantasie für sich selbst ‚entwickeln’. Hier im Forum gibt es genug Beispiele modernen Hochhausdesigns. Ich stelle nur den Anspruch an eine moderne, zukunftsweisende Gestaltung, die u. U. auch in 20 oder 30 Jahren noch ihre Bewunderer findet und nicht gleich wieder auf der Abrißliste eines neuen Investors erscheint, sowie nachhaltige Gebäudetechnik. Und vor allen Dingen KEINE viereckigen Quader, die sind so ekelhaft langweilig. Auch würde ich max. drei Gebäude zu einem Ensemble zusammen fassen und nicht den Fehler begehen, wie beim Ihme-Zentrum, dass dort das gesamte Areal mit einem Sockelgeschoß zu einer untrennbaren Einheit verschweißt wird. Wir können nicht voraussagen, welche Ansprüche die nächste Generation an Architektur und Gebäudetechnik stellen. Bei getrennten Gebäuden ist es kein Problem, im Bedarfsfall die Fassade auszutauschen oder ggf. das gesamte Gebäude aus der ‚Gemeinschaft’ zu entfernen und durch einen Neubau zu ersetzen. Bei den Ihme-Zentrum-Dimensionen mag man gar nicht wissen wollen, wie teuer ein Abriss zu Buche schlägt, und vor allen Dingen: Was geschähe mit den Wohnungseigentümern respektive den Mietern?!


4. Kritik

Warum Wolkenkratzer in Hannover?
Primär aus wirtschaftlichen Gründen! Das scheint sich auf den ersten Blick zu widersprechen, ist der wachsende Büroleerstand, besonders bedingt durch die Finanzkrise Fakt. Allerdings sagt der Immobilien-Bericht 2008 der Stadt Hannover aus, dass der Leerstand im Jahr 2007 weit unter dem Durchschnitt zu vergleichbaren Städten lag: Hannover 4,9 %, (ca. 155 000 m²), andere Städte ca. 9 % . Und da die Finanzkrise kein Dauerzustand sein wird, erholt sich die Wirtschaft auch wieder. Aktuelle Zahlen habe ich noch nicht.

Das Bürobedarf weiterhin besteht, zeigen die vielen Neubauten an allen Ecken der Stadt. Ich denke, dass die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen, bezahlbaren Büro- und Geschäftsflächen weiterhin anhalten wird.

Hannover lässt m. E. sehr viel Potential wirtschaftlicher Möglichkeiten ungenutzt verstreichen. Nehmen wir die Tatsache, dass zu den internationalen Messen und Kongressen jährlich ca. 1,8 Mill. Gäste in die Stadt einfallen. Ein Teil dieser Besucher sind hochrangige Geschäftsleute aus USA, Japan, Russland und Südostasien. Sie sind Stadtlandschaften gewohnt, gegen die Hannover wie ein Vorstadtbezirk wirkt. In diesen Megastädten gehören Wolkenkratzer von 400 m Höhe oder mehr zum täglichen Straßenbild. Diese Stadtpanoramen sind ein Synonym für wirtschaftliche Potenz und ungehemmtes Wachstum. Sieht man dagegen unsere Skyline, scheint es mit der Potenz nicht weit her. Für diese Menschen ist der Wirtschaftsstandort Hannover einfach uninteressant. Die bevorzugen dann Orte, wie Frankfurt, oder es zieht sie in die größeren Ballungsräume wie München, Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart. Diesen Städten hat Hannover schon aufgrund seines geringen Einzuggebietes nicht allzu viel entgegen zu setzen. Das hat nichts mit der sonstigen Qualität unserer Stadt zu tun.

Wenn wir jedoch einen Stadtteil bieten, der denen in den großen internationalen Metropolen dynamisch gleichkommt, wecken wir schon einmal das Interesse. Zu diesem Zeitpunkt ist die Werbung am Drücker. Sie müsste die Vorzüge, die eine Investition in Hannovers neuer City geradezu zur Pflicht erheben, so darbieten, daß die Investoren gar nicht mehr anders können, als ihre Millionen hierher zu transferieren.

Als da wäre die absolute Citylage, die nicht zu toppende Infrastruktur – ÖPNV, Fern- und Nahverkehr der Bahn, Straßenanbindungen zu den wichtigsten BAB-Magistralen, S-Bahn zum Flughafen, hervorragende Einkaufsmöglichkeiten direkt um die Ecke, ein Kulturangebot von Weltstadtformat, attraktive Naherholungsmöglichkeiten, Wissenschaftsstandort, moderne Dienstleistungen aller Art, Logistikzentrum usw., usw.

Wenn das den Leuten per Internet, per Info auf den Messen und Kongressen, richtiggehend einsuggeriert wird, möchte ich mal sehen, ob die Investoren nicht Schlange stehen, denn diese Vorteile sind kein Werbegag, sondern real. Da können nur wenige Städte mithalten und das könnte die Nachteile der Insellage unserer Stadt und der relativ geringen Bevölkerungsdichte im Einzugsbereich ausgleichen.

Wenn irgendwo im großen Rahmen investiert wird, bleibt das nicht unbemerkt. Das könnte einen enormen Sogeffekt auslösen, der nachhaltig auf längere Zeit wirksam ist. Weiter führte das zum Entstehen neuer Arbeitsplätze. Hierzu sind Fachkräfte vonnöten und das könnte einen Zuzug von Menschen bedingen, der die Prognosen vom Bevölkerungsrückgang für die nächsten Jahrzehnte Lügen straft. Die Folge: Mehr Menschen konsumieren mehr, neue Arbeitsplätze garantieren höhere Steuereinnahmen für die Stadt, Schulden lassen sich abbauen, und vielleicht fällt ein bischen mehr Geld ab, um in die Zukunft zu investieren, sprich: Schulen und Kitas bautechnisch auf Vordermann zu bringen.

Ferner ist ein Skyscraperviertel ein Tourismusmagnet, der gern angenommen und fotografiert wird, denn außer in Frankfurt, gäbe es in Deutschland nichts Vergleichbares. Besondere Bedeutung kommt in diesem Fall dem 200 m hohen Hannover-Light-House mit seinen Restaurationen und der Aussichtsterrasse in schwindelnder Höhe zu. Folge: Mehr Touristen, mehr Einnahmen, mehr Mund-zu-Mund-Propaganda für die Stadt.

Man möge sich die neue Skyline vom Rathaus ansehen, einmal bei Tag, ein zweites Mal bei Nacht. Wenn sich derart spektakuläre Ansichten auf Postkarten, bei Internet-Auftritten, usw., nicht positiv vermarkten lassen?!

Ich denke, dass Hannover durchaus in der Lage ist, große Dinge in die Wege zu leiten und zu verwirklichen, wie die Expo gezeigt hat. Doch die ist Vergangenheit und man kann nicht ewig von ihr zehren. Es ist an der Zeit, Neues zu schaffen. Wenn wir den Anschluss nicht verlieren wollen, muß das graue Image der Stadt gehörig aufpoliert werden, denn Hannover ist alles andere, als grau. Und wenn andere das nicht erkennen, müssen wir ihnen eine passende Brille auf die Nase setzen.

Selbstverständlich kann ein solches Projekt, wie ein Hochhausviertel hinter dem Hbf. auch nach hinten losgehen; garantieren kann das niemand. Außerdem muß es von den Hannoveranern angenommen und gewollt werden. Wenn von vorn herein eine Abneigung von der Mehrheit der Einwohner besteht, macht es wenig Sinn, diese Maßnahme mit Zwang durchzusetzen. Doch bin ich da sehr zuversichtlich, denn die positiven Argumente überwiegen; allerdings ist das im Augenblick nur meine persönliche Meinung.


5. Optionen

In meiner Version eines neuen Stadtteils bin ich rigoros vorgegangen und habe eine Menge an Bestand platt gemacht. Es bleibt natürlich offen, nur bestimmte Teilbereiche neu zu bebauen. Z. B. bleibt der Bereich der Stadtsparkasse unangetastet, denn sieht dieser Komplex auch aus, wie eine düstere Trutzburg, ist seine Architektur doch relativ zeitlos, so das sie auch in einem Wolkenkratzerviertel eine gute Figur macht. Das heißt, daß das neue Viertel im Bereich des jetzigen ZOB beginnt.

Letztendlich ist es auch eine Frage, ob das Bredero abgerissen oder nur mit einer neuen Fassade optisch an die Moderne angepasst wird. Und die dringende Frage: Was geschieht mit der Hochstraße? Ist ein Abriss rentabel? Läßt sich eine Tunnelvariante technisch realisieren und vor allen Dingen finanzieren? Zumindest besteht die Möglichkeit, die häßlichen Betonteile mit einem Anstrich oder einer Metallverkleidung zu verschönern
Die Fantasie lässt alle Varianten zu und jeder mag für sich das Optimale herausfinden.

Die Realität wird jedoch so aussehen, dass Hochstraße und Bredero im jetzigen Zustand verbleiben, der ZOB wird an die Bahnsteigmauer geklatscht, die ZOB-Bebauung verwirklicht sich in alltäglicher Büroarchitektur, orientiert sich höhenmäßig an der Raschplatzbebauung auf der einen, an dem Kauflandkomplex auf der anderen Seite.

Die Lücke zwischen DZ-Bank und Bredero füllt ein ähnliches Gebäude, wie auf dem ZOB. Höhenvorgaben liefern hier das Sockelgeschoss des Bredero und die DZ-Bank. Wenn dann irgendwann einmal ein paar Zehntausend Euro über sind, kann man über eine Sanierung des Pavillons und der Angleichung des restlichen -1 Bereiches (in Fortsetzung des Raschplatzes) nachdenken.

Schließlich ist die Bebauung des Areals stückweise verwirklicht worden, doch scheint es kein einheitliches Konzept zu geben, die ganze Angelegenheit zügig in eins fertig zustellen. So entstand, was wirft auch schneller Gewinn ab, ein Einkaufszentrum, ein Ärztehaus, ein Parkhaus im Hannover-Parkhaus-Barock, ein wunderschön hässlicher, ebenerdiger Parkplatz mit Hinterhoflook (rückwärtige Fassade Kaufland), das T-Com-Gebäude, vor einigen Jahren mit einer neuen Fassade versehen, soll inzwischen leer stehen, und der alte Fernsehturm verkommt als Reklamemuster ohne Wert.

Trotz aller negativer Kritik: Ein gewisses Großstadtfeeling kommt schon auf, spaziert man die Berliner Allee entlang in Richtung Raschplatz, doch es fehlt ein gewisser Wiedererkennungswert. Diese Art der Bebauung findet man in jeder x-beliebigen Großstadt. Schade um die verpassten Möglichkeiten.


Fazit:

So, das wären meine Gedanken zu einem kleinen Teil der hannoverschen Zukunft. Es liegen keine Markterhebungen oder sonst irgendwelche Statistiken zugrunde, sondern entstand rein aus dem Bauch heraus, aus Spass an der Sache und um der mangelnden Visionsfähigkeit hiesiger Stadtplaner auf die Sprünge zu helfen, wie ich anfangs bereits verlauten ließ.

Leider habe ich z. Z. keine Möglichkeit, diese Ideen zu visualisieren. Mein altes CAD-Programm läuft nur auf Windows 98, Vista akzeptiert es nicht. Meine darstellerischen Fähigkeiten, so etwas per Hand umzusetzen, möchte ich niemanden zumuten.

Bin gespannt auf euere Kommentare und womöglich hat der eine oder andere Spaß an derartigen Visionen und stellt seine Vorstellungen ebenfalls in diesem Thread vor.

Viel Spaß beim lesen und träumen.

Tschüß

Wishman



Gepostet am 29.4.2010

matheking
April 29th, 2010, 04:41 PM
Das ist genau das was ich unter diesem Thread verstehe.
Eine großartige Vision, mein Adrenalinspiegel steigt!

erbse
April 29th, 2010, 04:56 PM
Ideen zu Ecken der Stadt die derzeit nicht in irgendein Raster passen. Entweder weil sie sich wohl nie umsetzen lassen, andererseits weil sie außerhalb dieses Forums kein Thema sind.
Genau so ist das gedacht. Dieser Strang hier deckt die Stadt im Gesamten ab - und vorallem geht es hier um eure eigenen Vorstellungen (oder auch jene von kühnen Stadtplanern, Architekten etc.), die keine konkrete Planungs- oder Projektbasis haben müssen. So lässt sich das weit besser handhaben, als würden wir die Diskussionen auf mehrere Themenstränge verteilen. :)

Wishman spicht nicht umsonst von Wunschträumen
Das war allerdings ich. ;) Den 2. Satz (Hier bitte alle Ideen, Visionen, Pläne, städtebaulichen Wünschträume etc. für Hannover einstellen!) habe ich dem Verständnis des Themas halber hinzugefügt.

Guter Anfang Wishman!

Wishman
April 29th, 2010, 05:26 PM
@erbse
Hi, ich habe mich schon gewundert. Soviel sauf' ich normalerweise nicht, daß ich nicht mehr weis, was ich geschrieben hab':booze:

devilsadvocate
April 29th, 2010, 05:46 PM
Meine Version wäre, die komplette Altstadt, wie sie damals war (vll etwas modernisiert) wiederaufzubauen und den ganzen Nachkriegsmüll abzureißen.

Leine1977
April 29th, 2010, 06:06 PM
Also ich bin hier bekanntlich ein entschiedener Gegener von Hochhäusern in Hannover. Wollen wir so sein wie Mainhatten? Hat Hannover überhaupt so einen Immobilienmarkt?

Ich glaube nicht.

Klar, ich kann mir ein schönes Areal ausdenken mit tollen Wolkenkratzern. Ich denke da an das Flat-Iron, das Woolworth-Building, Crysler-Building etc.

Aber wenn ich mir in Hannover Hochhäuser anschaue, dann kommt da nur Mist raus (Bredero, Allianz, Ihme-zentrum,...). Dass sind heute anerkannte Bausünden, die z.T. erheblich Probleme mit sich bringen. Da man aufgrund des schwachen immobilienmarktes in Hannover billig bauen muss, wird hier kein Glanzstück entstehen.

Von daher appelliere ich zunächst an mehr kleinparzellierte Bebauung!

matheking
April 29th, 2010, 06:28 PM
^

Alles dahin, wo es passt. Ich glaube, dass Hannover Platz für beide Bauarten hat:
Kleinparzelliert in der Altstadt und den meisten Stadtteilen, großzügig und hoch am ZOB.

Wishman
April 29th, 2010, 08:09 PM
@devilsadvocate
Das wäre natürlich 'ne tolle Vision, doch ein 2 km² großes Areal im historischen Muster aufbauen? Das dürfte weitaus problematischer sein, als meine Vision.

Ich kann's insofern nachvolziehen, da ich aus Göttingen komme (lebe bereits 22 Jahre hier). Dort gibt es eine funktionierende Altstadt, da sie von Kriegszerstörungen weitgehend verschont wurde. Mir scheint jedoch, daß der 'Krieg' dort noch nicht zu Ende ist: Die Bausünden, die selbst heute dort noch fabriziert werden, spotten jeder Beschreibung. Wer Göttingen kennt oder demnächst einmal einen Besuch vorhat, möge sich einmal die 'Kurze Geismar Str.' ansehen. - Fachwerkhäuser ca. 400 Jahre alt, spiegeln sich in bunte, glatte Putzfassaden neuerem Datums - oder aber die Hochhäuser 'Iduna-Zentrum' am Weender Tor, bzw. das vorwiegend von Studenten bewohnte Hochhaus Groner Str. 9 und 9a. ie stehen dem Ihme-Zentrum in ihrer Schönheit in nichts nach, alles eben einige Nummern kleiner, aber das gleiche Prinzip.

@Leine1977
Ich habe ja versucht, die wirtschaftlichen Vorteile zu belegen, ein Risiko bliebe natürlich und ich appelierte auch vehement gegen Bausünden der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts.

Ein zweites Mainhattan passt nicht in diese Stadt, daher auch die Vision, Wolkenkratzer auf das Viertel hinter dem Bahnhof zu beschränken; dort passen sie hervorragend hin, optisch wie funktionell. In Frankfurt baut man ohne Höhenbeschränkung die gesamte Innenstadt zu und hat, soweit ich weis, Optionen für über 20 weitere Häuser. Der deutsche Immobielienmarkt verkraftet also durchaus Büro- und Geschäftsbauten größeren Umfangs. Es ist nur die Kunst, Hannover diese wirtschaftlichen Möglichkeiten zu eröffnen und das funktioniert nur, wenn wir etwas wagen, auch, wenn es mit Risiken verbunden ist.

devilsadvocate
April 29th, 2010, 08:46 PM
Also wenn mehr Büroraum,. dann nur Hochhäuser.
Was dabei rauskommt, wenn man viel Büroraum auf einem Fleck schafft, ohne in die Höhe zu gehen, sieht man ja in HH, und das sieht zum :puke: aus...

Dirk_Hartwig
April 30th, 2010, 12:25 PM
Ich kann's insofern nachvolziehen, da ich aus Göttingen komme (lebe bereits 22 Jahre hier). Dort gibt es eine funktionierende Altstadt, da sie von Kriegszerstörungen weitgehend verschont wurde. Mir scheint jedoch, daß der 'Krieg' dort noch nicht zu Ende ist: Die Bausünden, die selbst heute dort noch fabriziert werden, spotten jeder Beschreibung. Wer Göttingen kennt oder demnächst einmal einen Besuch vorhat, möge sich einmal die 'Kurze Geismar Str.' ansehen. - Fachwerkhäuser ca. 400 Jahre alt, spiegeln sich in bunte, glatte Putzfassaden neuerem Datums - oder aber die Hochhäuser 'Iduna-Zentrum' am Weender Tor, bzw. das vorwiegend von Studenten bewohnte Hochhaus Groner Str. 9 und 9a. Die stehen dem Ihme-Zentrum in ihrer Schönheit in nichts nach, alles eben einige Nummern kleiner, aber das gleiche Prinzip.Ich kenne deine kleine Heimatstadt, denn vor vier Jahren war es auch noch die Meine.
Aber nicht nur die Probleme sind da kleiner, sondern auch die Lösungen: Die Junkie-Burg in der Groner Landstraße abzureissen würde lange nicht so schwierig sein, wie den Abriss des Ihme-Zentrums über die Bühne zu bringen. Dort sind die Wohnräume wenigstens von einer gewissen Qualität und verdienen die Bezeichnung "Wohnung".

Was ich mir für Hannover wünsche, würde man wohl im Neudeutschen als "soft skill" bezeichnen: weniger Verkehrslärm in Gebieten, die der Erholung dienen könnten. Also in Parks beispielsweise. Ganz besonders störend empfinde ich das am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer: schöner See mit einigermaßen guter Luft, aber störendem Dauerlärm durch den Autoverkehr. Oder der Friedhof der Gartenkirche in der Marienstraße. Netter Platz zum Ausruhen mit Lärm, der das unmöglich macht. Kann man da nicht mal was machen - ohne die Autofahrer zu ärgern?

Squig
April 30th, 2010, 01:18 PM
Ich find ja die Vision einer historischen Touristenstraßenbahn toll (lohnt sich aber nur, wenn der D-Tunnel kommt). Dann könnte man alte Straßenbahnwagen eingleisig durch Altstadt, am Aegi, Ernst-August Platz und Steintor fahren lassen. Wäre super!

Wishman
April 30th, 2010, 01:30 PM
Eine 'Touristenbahn' gab es bis vor einigen Jahren, und zwar führ die Linie 16 mit einem historischen Wagen vom Emmichplatz bis zum Klagesmarkt. Dann wurden im Zuge der Umbaumaßnahmen die Gleise abgerissen und die Stadt um ein Kleinod ärmer.

Wishman
April 30th, 2010, 01:37 PM
@Dirk
In den 80er Jahren war ich einige Male im Hochhaus auf der Groner Landstr. Abgesehen davon, daß der Klotz direkt an der dicht befahrenen Hauptausfallstr. Richtung BAB und direkt an der DB-Nord-Süd-Strecke liegt, fand ich die Wohnungen garnicht übel. Eine Freundin wohnte dort einige Jahre. Lediglich ein Balkon fehlte. In welchem Zustand sich die Wohnungen heute befinden, weis ich nicht.

homann5
April 30th, 2010, 02:45 PM
Endlich ein Thread für die ganz großen Pläne!

I. Infrastruktur

I.I. Straßenverkehr
Ausbau der der B6 zwischen der A2 und dem Landwehrkreisel; dieser Abschnitt muss endlich durchgängig ohne die ganzen Ampelkreuzungen ausgebaut werden, zudem muss der Abschnitt zwischen Deisterplatz und Ricklinger Kreisel umgeleitet werden. Entweder per Tunnel unter dem Hanomag-Gelände oder im nördlichen Teil über die Bornumer Straße, etwa ab Am Großmarkt dann direkt zum Tönniesberg-Kreisel. Dadurch könnten die Friedrich-Ebert- und Göttinger Straße deutlich zurückgebaut werden
Sperrung des Arthur-Menge-Ufers

I.II. Eisenbahn
Aufbau einer Ringlinie Hauptbahnhof - Bismarckbahnhof - Linden - Badenstedt; Bau weiterer Stationen an bestehenden Strecken der S-Bahn, Braunschweiger Platz, Waldhausen, Mittelfeld (Garkenburgbrücke); Umbau des Hauptbahnhofs und der Zufahrtsgleise, um die S-Bahnen an nebeneinander liegenden Gleisen verkehren zu lassen. Alternativ die S-Bahn unterirdisch verkehren lassen, womit die Kapazität des Bahnhofs deutlich erhöht würde.

I.III. Stadtbahn
Aufbau einer Ringlinie, bzw. Lückenschluss zwischen einigen Endpunkten/Haltestellen: Alte Heide - Bothfeld, Am Sauerwinkel - Beckstraße - Empelde, Messe/Ost - Laatzen/Zentrum, Misburg - Anderten, Alter Flughafen - Mecklenheidestraße - Stöcken
Verlängerung ab Langenhagen/Langenforther Platz oder Nordhafen zum Flughafen
Verlängerung nach Isernhagen NB
Verlängerung Empelde - Ronnenberg

II. Bauliche Veränderungen

Verlängerung der Fußgängerzone bis zum östlichen Ende der Rathenaustraße
Einheitliche Fassadengestaltung im Bereich der Fußgängerzone, ebenso einheitlich Traufhöhen
Entfernung sämtlicher Parkhäuser zwischen Goethestraße, KSS, Prinzenstraße und Friedrichswall
Konzentration von Büroflächen entlang der Hamburger und Berliner Allee mit Vorgabe von Mindesthöhen bei Neubauten
Abriss des Ihmezentrums und Neubau von zwei- oder dreistöckigen Wohngebäuden
Belebung des Maschsee-Westufers

III. Handel
"Gesundschrumpfen" der Handelsfläche im Bereich der heutigen Fußgängerzone, als Ausgleich die Schaffung von kleineren Zentren ähnlich dem Badenstedter Markt, dem Fiedelerplatz usw.
Verbot der Ansiedlung von überdurchschnittlich großen Geschäften (z. B. MM, Saturn, Karstadt) am Stadtrand

Leider halten sich unsere Politiker ja an das alte Brandt Zitat "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen." und handeln weder mutig noch weitsichtig.

Dirk_Hartwig
April 30th, 2010, 05:38 PM
Aegidientorplatz
Es dürfte bekannt sein, das gewisse Leute eines gewissen landeseigenen Bankhauses was gegen die vor ihrem Glaspalast liegenden Gleisanlagen hatten und den Bau des selben nur getätigt haben unter der Voraussetzung, das besagte Gleianlagen verschwinden.

Haus Groner Landstraße 9
Bei meinem ersten und gleichzeitig letzten Besuch war ich in einem Ein-Zimmer-Appartement mit ca. 16qm Gesamtfläche. Ich kann mich an schummerige Flure mit zertrümmerten Lampen und herumliegenden Spritzen erinnern. Da ist nur die Kakerlakenpopulation im Hagenweg 20 schlimmer...

blumenkasten
April 30th, 2010, 06:06 PM
Leider halten sich unsere Politiker ja an das alte Brandt Zitat "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen." und handeln weder mutig noch weitsichtig.

Das Zitat stammt von Helmut Schmidt: "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen." - Über Willy Brandts Visionen im Bundestagswahlkampf 1980, zitiert im Spiegel 44/2002, S.26


http://de.wikiquote.org/wiki/Helmut_Schmidt#Zitate_mit_Bezug_auf_Helmut_Schmidt

Leine1977
April 30th, 2010, 06:49 PM
Mein durchaus realistischer und bezahlbarer Traum wäre die Widerbelebung und altstadtgerechte Sanierung der völlig heruntergekommenen Schmiedestraße.

In Verlängerung der Marktstraße sollten beide Parkhäuser ersetzt werden. Ich könnte mir Klinkerbauten gut vorstellen, die dann zur Marktkirche ein Ensemble bilden würden.

Die Straße kann durchaus eingeengt werden. Dann wird die Schmiedestraße nicht mehr als Barriere empfunden. Mensch, aus unserem Altstadtrest kann man doch noch soviel rausholen!

http://img413.imageshack.us/img413/5952/mi05587c04b.jpg (http://img413.imageshack.us/i/mi05587c04b.jpg/)

http://img682.imageshack.us/img682/2123/mi05587c07b.jpg (http://img682.imageshack.us/i/mi05587c07b.jpg/)

homann5
April 30th, 2010, 08:52 PM
Das Zitat stammt von Helmut Schmidt: "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen." - Über Willy Brandts Visionen im Bundestagswahlkampf 1980, zitiert im Spiegel 44/2002, S.26


http://de.wikiquote.org/wiki/Helmut_Schmidt#Zitate_mit_Bezug_auf_Helmut_Schmidt
Du hast vollkommen Recht! Deshalb für mich ein kräftiges :bash:

Bob!
April 30th, 2010, 10:31 PM
Eine Grafik sagt mehr als tausend Worte.

http://www.abload.de/img/planenundbauenderfnfzioo43.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=planenundbauenderfnfzioo43.jpg)
Stadtplanungsamt 1970
(Quelle: Planen und Bauen der 50er Jahre in Hannover)

Wishman
April 30th, 2010, 11:47 PM
Auch, wenn ich mich bei den alteingesessenen Hannoveranern unbeliebt mache: Mit heutigen Stilmitteln moderner Hochhausarchitektur, könnte ich mir ein derartiges Szenario schon vorstellen.

Aber gleich vier Komplexe in Ihmezentrum-Manier, übersteigt selbst meine Toleranzgrenze als Skyscraper-Befürworter.

Bob!
May 1st, 2010, 12:35 AM
Ein paar Hochhäusern in Hannover bin ich auch keineswegs abgenigt. Nur zeigt diese abschreckende Skizze mehr als deutlich, dass man sich dabei, wie du auch schon geschrieben hast, auf den Bereich hinter dem Hauptbahnhof beschränken sollte. Dominieren muss am Aegi das Rathaus, am Waterlooplatz die Waterloosäule und am Steintor darf das Anzeiger-Hochhaus auf keinen Fall in den Schatten gestellt werden.
Womit wir bei meinem größten Sorgenkind, dem Steintorplatz und dessen Umgebung, wären - meines Erachtens der mit Abstand beschämendste Teil der Innenstadt. Erst einmal muss eine Anpassung der Gebäudehöhen an die Georgstraße erfolgen, dann wohl oder übel die Bebauung des Platzes - selbstverständlich mit Sichtachse zum Anzeiger-Hochhaus. Zusatz-Wunsch: Verbannung jeglicher Putzfassaden.

Wishman
May 2nd, 2010, 02:21 PM
Habe gerade den Stuttgart-Thread durchgeblättert und mir sind die 8 Mrd. € für den neuen Hbf. ins Auge gestochen. Diese Summe muß man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Ich glaube, damit könnten wir die komplette Innenstadt Hannovers sanieren, inkl. Ihme-Zentrum: Leine1977 bekomt seine Schmiedestr historisch, ich mein Hochhausviertel ultramodern hinter dem Bahnhof, das Ihme-Zentrum wird komplett verschwinden, usw., usw. Da wir in einer Demokratie leben, sollte Hannover das gleiche Recht auf eine derartige Investitionsumme haben, wie Stuttgart. Also ergeht folgender Appel an die Landesregierung: 8 Mrd. für die Hannoversche Stadterneuerung locker machen. Jungs, laßt euch mal was einfallen. Neue Wahlen kommen bestimmt

Wishman
May 2nd, 2010, 02:28 PM
@ Dirk
Dann müssen die Wohnungen in den letzten 20 Jahre derbe herunter gekommen sein. Als ich damals dort gewesen bin, war alles noch in recht ordentlichem Zustand. Über die Klitsche im Hagenweg gab es vor einigen Jahren einen Bericht im Fernsehen; ich war zutiefst erschrocken, wie es da zuging. War kurz nach Baubeginn einmal ein funktionierendes Studentendomizil.

Die letzten Notquartiere im Maschmühlenweg sind ja inzwischen abgerissen. Einer der letzten Schandflecke der Stadt, doch neue sind im Anmarsch --> vermutl. Grone, ehem. Neue Heimat um den Pestalozziweg.

Würde es sich lohnen, einen Göttingen-Thread aufzubauen?

Wo bleiben die Bremer mit einem eigenen Über-Thread, wie HH und H?

AlfredJKwak
May 7th, 2010, 12:24 PM
Das ist jetzt keine große Vision, aber was haltet ihr davon der Passarelle ein Glasdach zu geben, welches an den Seiten offen ist? Ist mir gestern so im Regen aufgefallen. :)

Wishman
May 8th, 2010, 12:01 AM
Diese Vision hatte ich auch schon einmal, als ich von einem Platzregen im offenen Teil der Passerelle überrascht wurde. Doch die leeren Kassen?! Deine Vision wird sich wohl oder übel in einem Regenschirm manifestieren.

joerg677
May 8th, 2010, 12:11 PM
Also ich finde wishmans Gedankenspiele sensationell. Allerdings mehr aus dem Aspekt heraus, wieviel Mühe er sich damit gemacht hat und wie detailliert er die Probleme incl. der Lösungen präsentiert. Absolut: Respekt!

Die Vision selber wäre jetzt nichts für mich, wobei ich mich mit einigen Parts anfreunden könnte.

Was ich gerade nicht verstehe ist der "allgemeine" Wunsch nach Hochhäusern in Hannover? Ich frage mich: Wozu sollen die denn gut sein?

Meist erschlagen solche Gebäude vorhandenen Bestand durch ihre schiere Größe und zudem ist das Leben in der Nähe von Hochhäusern nicht gerade angenehm.. In New York zum Beispiel ist es in den Häuserschluchten zwischen den Skyscrapern nahezu immer zugig und schattig.
Solche Gebäude wie das Bredero führen ja heute schon dazu, dass man am Extrablatt ab dem Nachmittag schon keine Sonne mehr hat. Noch höhere Häuser verstärken den Effekt.

Man lebt ja nicht in einer Skyline, sondern in der Stadt. Und in Hannover ist auch - denke ich - kein Bedarf für solche Mengen an Büroflächen.

Wishman
May 8th, 2010, 03:03 PM
Hi. Jörg,

bitte nicht soviel Lob, wirf einfach Deine Brieftasche 'rüber; das kommt auch an. :hahaha:

Hochhäuser sind nicht jedermans Sache, doch warum ich mir hinter dem Bahnhof diese Gebäudeart vorstellen kann, hab' ich im Punkt 4. - Kritik - versucht, darzulegen.

Selbstverständlich schweben mir keine Häuserschluchten, wie in New York vor, die sind mir zu unmenschlich. Frankfurt stellt für mich eigentlich die Grenze dar. Mehr muß nicht sein.

Ich denke, ein Skyscraper-Ensemble mit den von mir vorgeschlagenen Parametern würde Hannover nicht schaden, im Gegenteil: Sie würden der City einen ganz neuen Charakter verleihen, abgesehen davon, daß sie neue Firmen nach Hannover locken könnten. Wir haben dann auf der einen Seite die historische Altstadt mit ihren kleinen Geschäften und urigen Kneipen, dann fast übergangslos die quirlige Innenstadt, mit einer Unzahl von Geschäften, breiten Flaniermeilen in einem Stilmix von Klassizismus, 60er-Jahre-Charme und hier und da die Moderne der Fassadengestaltung (inkl. Hannoverschem-Parkhaus-Barock), darauf folgt Hannovers am stärksten frequentierter Treffpunkt, der Hbf., bis 250 000 Menschen (n. Bahn AG Angben) sind hier täglich unterwegs, und dieser Bahnhof fungiert mit der NSPP als Verbindung zum neuen Hochhausviertel, das praktisch die Zukunft Hannovers präsentiert, und im Anschluß hieran erreichen wir die Lister Meile, eine fast 'gemütliche' Einkaufsstrasse.

Mir kommt es auf die stilistische Mischung an, die diesen Stadtbereich so interessant machen, und daher sähe ich dieses Hochhaus-Ensemble als Bereicherung in mehrerlei Hinsicht. Das waren die eigentlichen Ideen, die hinter dieser Vision stecken.

Also keine Hochhausschluchten, sondern Wolkenkratzer (mit begrenzter Höhe) nur an der Stelle, an der sie hinpassen.

joerg677
May 8th, 2010, 05:06 PM
Der Hochhaus-Part war auch gar nicht so sehr auf Dich bezogen, wishman, aber in der Folge zu Deinem Beitrag gab es diverse Beiträge in denen diese quasi immer mehr wurden - und immer höher...

Die Sparkasse finde ich eigentlich ganz schick. Vor allem für die 70er! Da würde ich auf jeden Fall eher das Bredero "opfern".

Der Vorschlag mit einem Turm und einer Skybridge zum Fernsehturm rüber finde ich auch immernoch sehr charmant, damit hätten wir eine echte Attraktion in Hannover.

Denke immernoch über meine Gründerzeit-Revival-Vision nach, aber die scheint mir sooo weit weg, das es beinahe keinen Sinn macht sie zu diskutieren ;-)

Wishman
May 8th, 2010, 06:31 PM
Warum willst Du Deine Gründerzeit-Revival-Vision nicht posten? Dieser Thread ist doch für Visionen gedacht. Das meine Vision Realität wird, wäre wahrhaftig ein Ereignis, das mich wieder an Wunder glauben ließe.

Ich finde das Sparkassen-Gebäude auch nicht schlecht. Schlichte, zeitlose Architektur, wie man sie nicht oft findet. Wenn sich die Stadt entschließen könnte, das Bredero und den Pavillon zu opfern, ließen sich in diesem Bereich und auf dem Platz des jetzigen Busbahnhofes ein kleines Stück meiner Vision verwirklichen. Hier drei bis vier nicht zu klotzige, architektonisch anspruchsvolle Hochhäuser hingestellt, in dem höchsten mit Aussichtsterrasse und Restaurant, in den anderen fänden Gericht, VHS, Stadtverwaltung und ehem. Pavillonmieter Platz, unten entsteht ein neuer Busbahnhof, die NSPP wird bis an die Friesenstr, verlängert und dann noch die U-Bahn-Linie D, so hätte Hannover, zusammen mit dem Sparkassenkomplex, zumindest ein kleines Stück Zukunft und nicht nur 08/15-Architektur, wie z. Z., hinter dem Hauptbahnhof.

Auf die Hochstraße wird man aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens als Teil des Cityringes nicht verzichten können, doch sollte man die grauen Betonbereiche entweder mit einer dezenten, wetterfesten Fassadenfarbe verschönern oder mit LM verkleiden, daß sie nicht mehr ganz so häßlich erscheint.

Ohoh, ich merke schon, daß ich mich in diese Idee richtiggehend 'reinsteigern kann. Hoffentlich wird das nicht schlimmer.

Squig
May 10th, 2010, 05:44 PM
Ich hab bei den Hochhäusern etwas die ANgst, dass sie die südliche Oststadt erschlagen...

Wishman
May 10th, 2010, 10:35 PM
Ich denke, das wäre architektonisch zu entschärfen, wie ich in meiner Vision, Punkt 4. - Details, schon angedeutet hatte, indem man die Höhe angemessen wählt (das Bredero mißt 91 m, meine Idee läge bei ca 100 - 120 m), dann die Strassen 'rundrum etwas verbreitert und die Fassaden schräg ansteigen läßt. Das 'entkoppelt' den imensen Höhenunterschied optisch vom Bestand und nimmt dem gesamten Szenario etwas von seiner 'Brutalität'. Mir Sicherheit eine bessere Gesamtlösung, als der momentane Zustand und dem, was wir an realen Neubauten zu erwarten haben.

Wishman
September 15th, 2010, 09:48 PM
Hi,

ich möchte mich auch mal wieder zu Wort melden.

Als Visionär für neue Hochbau-Projekte bin ich in diesem Forum ja 'verschrieen' und war bisher der Meinung, daß meine Skyscraper-Vision hinter dem Hauptbahnhof kaum zu toppen ist, doch dem Architekten Peter Grobe aus Isernhagen ist dies mit seiner 'Leinebogen' Idee mühelos gelungen. Ich habe davon das erste Mal am 7.9. in der HAZ gelesen.

Diesmal stieg bei mir der Adrenalinspiegel ob einer solch gewagten Vision, einen riesigen See, der fast 12x Maschseegröße erreicht, zwischen Herrenhausen und Seelze entstehen zu lassen.

Natürlich sind auch sofort wieder Kritiker auf den Plan getreten und Worte wie 'Größenwahn' und 'unsinnig', machten die Runde. Wem das Ganze noch nicht bekannt ist, dem empfehle ich, zu googeln unter 'Leinebogen Hannover'.

Was haltet ihr von einem derartigen Projekt?

MfG

Wishman

matheking
September 15th, 2010, 10:10 PM
Ich halte es da mit den meisten Kommentatoren in der HAZ.

Überdies haben wir das bereits in einiger Ausführlichkeit besprochen. Ich meine im Projektethread.

Sanshiro
September 15th, 2010, 10:22 PM
Ein überflüssiges Projekt. Die Landschaft ist so schon schön. Zudem ist von dort aus das Steinhuder Meer auch nicht mehr weit. Da wären ausrangierte Zementwerke im Osten der Stadt besser geeignet.

Wishman
September 16th, 2010, 12:14 AM
Sorry. war nicht mehr auf dem Laufenden: mein PC war einige Wochen außer Gefecht. Werde mich gleich mal in das Projekt einlesen.

matheking
February 14th, 2011, 02:07 PM
Mich würde bei einigen Straße interessieren, wieviele Autos von wo nach wo fahren, denn dann könnte man viel besser beurteilen, ob ein Rückbau der Straße sinnvoll bzw. durchführbar ist. Oder ob sich z.B. ein Tunnel lohnt (auch wenn es finanziell utopisch ist) oder auch nicht, weil viele Autofahrer in Querstraßen abbiegen müssen.

Bei der Celler Straße bzw. Otto-Brenner-Straße innerhalb des City-Rings, die ja parallel zum Cityring verläuft (Arndt- bzw Schlosswenderstraße), frage ich mich, ob man die nicht zurückbauen könnte und am Nikolaifriedhof die Verkehrsführung ändern könnte.
http://img10.imageshack.us/img10/9571/cellerstrae.png (http://img10.imageshack.us/i/cellerstrae.png/)

Ich habe telemaxx Vorschlag mal aufgegriffen und einen detaillierteren Umbauvorschlag für den Nikolaifriedhof erstellt. Er basiert auf der Schließung der Durchfahrt Celler Straße <-> Otto-Brenner-Straße.
Mein Konzept hat zwei große Gewinner:
Die gewonnenen Flächen werden für die Wiederherstellung des Friedhofes genutzt. Die (Aufenthalts-)Qualität der gesamten Anlage erhöht sich damit enorm. Eine verlängerte Allee vom Klagesmarkt läuft auf den Rest der Kapelle zu und bringt sie damit wieder ins Blickfeld.
Weiter wird dadurch der MIV in der Otto-Brenner-Straße erheblich reduziert, so dass die derzeit exisiterenden doppelten Fahrbahnen an den Kreuzungen wegfallen können. Dies und die Änderung der Parkplätze von Quer- auf Längsrichtung schafft Platz für eine Fahrradallee wie es sie früher in der Langen Laube gab. Diese Allee kreuzt die verlängerte Allee am Klagesmarkt und führt weiter zur Celler Straße. Es würde also künftig möglich sein, aus dem Bereich Georgengarten/Uni/Königsworther Platz den Bereich nördlich der Innenstadt auf attraktive Weise per Rad zu erreichen. Dies würde z.B. auf der Verbindung Linden/Calenberger Neustadt <-> Oststadt/List relevant sein.
Als angenehmer Nebeneffekt wird auf der Fläche des ehemaligen Kreisels Platz geschaffen, der für eine Bebauung geeignet ist. Somit könnte der Klagesmarkt die im Zuge von Hannover2020 gewünschte Begrenzung erhalten.
Anmerkungen und Kritik erwünscht!
Für eine größere Ansicht bitte auf das Bild klicken.
http://img843.imageshack.us/img843/7230/schliessungnikolai.jpg (http://img508.imageshack.us/img508/7230/schliessungnikolai.jpg)

Leine1977
February 14th, 2011, 04:39 PM
^^

Hallo Mathe, tolle Arbeit!

Ich favorisiere diese Lösung auch. Das wäre eigentlich auch im Sinne der Politiker von Rot/Grün, mehr Radautobahnen zu installieren.

Aonsonsten ist es ja fast der Vorkriegszustand.

tetaro
February 15th, 2011, 03:29 PM
Hannover baut Zukunft. Hier bitte alle Ideen, Visionen, Pläne, städtebaulichen Wünschträume etc. für Hannover einstellen!

Was gemacht werden muss, sticht wohl jedem ins Auge -- Ihmezentrum etc, all die hässlichen Klötze beseitigen und die zugigen Leerorte ein wenig auffüllen, von denen es in Hannover leider zu viele gibt. Auf großartige neue Wühlereien an einigermaßen intakten Orten kann ich dagegen verzichten. Diese würde sich weitaus besser machen, wenn sie mal Zeit hätten, eine eigene Patina anzusetzen.

matheking
February 15th, 2011, 03:56 PM
...und die zugigen Leerorte ein wenig auffüllen, von denen es in Hannover leider zu viele gibt. ...
Da bin ich anderer Meinung. Leerorte sollten mit Leben gefüllt werden und nicht mit Bauwerken. Dazu hilft es diese einzurahmen und ihnen damit einen Rahmen zu geben. Ich werde, wenn ich zuhause bin einmal ein Beispiel zum Steintor einsstellen, welches dies illustriert.

CrayZD
February 15th, 2011, 06:02 PM
Hm... für mich ist das typisch deutsche Denke, die sich auch z.B. im Bildungs- oder Sozialsystem widerspiegelt. Erstmal die ganz miesen Ausreißer dem Durchschnitt anpassen, und dann kann man sich irgendwann daran wagen, gutes besser zu machen.

In meinen Augen ist das grundverkehrt. Generell, und ganz besonders in der Architektur. Ein Pendant zum Ihmezentrum hat praktisch jede deutsche Großstadt - das Kottbusser Tor in Berlin etwa ist ähnlich zentral. Natürlich müssen solche Bausünden beseitigt werden... je zentraler in der Stadt, desto schneller. Aber andere Städte schaffen es auch, solche Gruselecken mit Highlights zu kaschieren. Hannovers Problem sind eigentlich gar nicht die fiesen Gruselecken (davon haben andere Städte z.T. deutlich mehr), sondern die wenigen Highlights auf der Gegenseite.

Wenn Investoren nunmal nicht aufs Ihmezentrum stehen und lieber in 1a-Lagen investieren, dann sollte man hier eben auch den stadtplanerischen Schwerpunkt setzen und eine architektonische Umsetzung verlangen, die diese Lagen aufwertet. Vor lauter Gejammer ums Ihmezentrum ist vielen Hannoveranern gar nicht bewusst, was für einmalige Chancen z.B. im Rosenquartier oder bei der EAG vertan wurden.

tetaro
February 15th, 2011, 06:27 PM
Hm... für mich ist das typisch deutsche Denke, die sich auch z.B. im Bildungs- oder Sozialsystem widerspiegelt. Erstmal die ganz miesen Ausreißer dem Durchschnitt anpassen, und dann kann man sich irgendwann daran wagen, gutes besser zu machen.

...

Aber andere Städte schaffen es auch, solche Gruselecken mit Highlights zu kaschieren. Hannovers Problem sind eigentlich gar nicht die fiesen Gruselecken (davon haben andere Städte z.T. deutlich mehr), sondern die wenigen Highlights auf der Gegenseite.


Ach was.

Wenn ich eine verdreckte Bude habe, mache ich sie ja auch erstmal sauber, anstatt drumherum immer wieder die Möbel umzustellen.

Hannover hat genügend Highlights. Ich würde mir wünschen, dass man diese mal wachsen und gedeihen lasssen würde, anstatt fortwährend umzugraben.
Ich bin der Ansicht, dass eine Stadt keine Schönheit entwickeln kann, ohne ein Reifen ohne ständige Eingriffe.
Das Wort Kaschieren trifft es in diesem Zusammenhang leider, aber nicht durch Ergebnisse, sondern durch fortwährende Aktivität, wo sie nicht sein müsste.

tetaro
February 15th, 2011, 06:37 PM
Da bin ich anderer Meinung. Leerorte sollten mit Leben gefüllt werden und nicht mit Bauwerken. Dazu hilft es diese einzurahmen und ihnen damit einen Rahmen zu geben. Ich werde, wenn ich zuhause bin einmal ein Beispiel zum Steintor einsstellen, welches dies illustriert.

Leider funktioniert das nicht, ohne den Leuten etwas anzubieten.

Wenn ich mich in der City irgendwo setzen will, muss ich mir irgendeinen Betonpfeiler suchen. Da fängt es doch schon an. Sämtliche Sitzgelegenheiten sind schmuddlig oder schlicht nicht vorhanden.

Wenn ich jetzt höre, dass man z.B. den Blätterbrunnen einstampfen will, bekomme ich schon wieder hohen Blutdruck.

Reden wir gar nicht von den toten Luxusplätzen wie z.B. Trammplatz. Da könnte man auch einen Lagerplatz einrichten, den Unterschied würde doch kaum einer bemerken.

matheking
February 15th, 2011, 09:16 PM
Leider funktioniert das nicht, ohne den Leuten etwas anzubieten.

Wenn ich mich in der City irgendwo setzen will, muss ich mir irgendeinen Betonpfeiler suchen. Da fängt es doch schon an. Sämtliche Sitzgelegenheiten sind schmuddlig oder schlicht nicht vorhanden.

Wenn ich jetzt höre, dass man z.B. den Blätterbrunnen einstampfen will, bekomme ich schon wieder hohen Blutdruck.

Reden wir gar nicht von den toten Luxusplätzen wie z.B. Trammplatz. Da könnte man auch einen Lagerplatz einrichten, den Unterschied würde doch kaum einer bemerken.

Du hast vollkommen recht, wenn Du die unzureichende und ungemütliche Gestaltung vieler Plätze anprangerst. Bei den meisten bin ich, wie zuvor geschrieben, gegen eine Bebauung als Kapitulation, sondern möchte sie als Platz erlebbar machen. Denn daran krankt es doch. Viele hannöversche Plätze werden nicht als Platz, sondern als offener Raum wahrgenommen. Eine gezielte Bebauung in den Randbereichen kann diesem Eindruck entgegenwirken und dem Platz Struktur geben.
Hier ein Beispiel für den Umbau des Steintorplatzes. Ich habe den schon mal gepostet, er basiert auf dem Bau des D-Tunnels. Der gewonnene Raum in der Münzstraße wird für eine Verlagerung der Fahrspuren genutzt. Als Trennung der Verkehrsfläche Münzstraße von dem Aufenthaltstraum Steintorplatz wird ein Gebäuderiegel gebaut. In Richtung Kröpcke verengen Neubauten die Georgsstraße um der Maßlosigkeit in dieser Richtung Einhalt zu gebieten.
Die Gestaltung im Detail muss natürlich noch verbessert werden. So finde ich die derzeitige sternförmige Pflasterung eigentlich ganz gut. Café, Brunnen und Bänke fehlen auch noch.
http://img413.imageshack.us/img413/2046/neugestaltungsteintor.jpg (http://img413.imageshack.us/i/neugestaltungsteintor.jpg/)

matheking
May 4th, 2011, 10:12 PM
Der ADFC ist bzgl. der Sperrung der Celler Straße schon mal auf meiner Seite!

Hannover: Celler Straße für Autos tabu?
Die Celler Straße dicht machen für Autos? Zumindest wenn es nach dem ADFC geht, ist das eine Möglichkeit. Der Fahrradklub befürchtet, dass die Überquerung der Straße im Bereich Klagesmarkt zu lange dauern könnte, wenn die Stadt wie geplant den großen Kreisel durch eine T-Kreuzung mit Ampelanlage ersetzt.

Von Christian Bohnenkamp

Hanniover. „Im Bereich zwischen Klagesmarkt und Herschelstraße könnte man die Straße für Autos sperren oder zumindest stark verkehrsberuhigen“, schlägt Joachim Paul vom ADFC Hannover vor. „Die Celler Straße ist für den Autoverkehr nicht so wichtig. Die Fahrzeuge können unter anderem im Norden über die Schloßwender Straße und Arndtstraße ausweichen“, so Paul.

Denkbar sei auch, die Celler Straße als sogenannte „Shared-Space-Fläche“ einzurichten, auf der sich Fußgänger, Autos und Radfahrer gleichberechtigt bewegen. Die Stadt hält diese Pläne für unrealistisch. „Die Celler Straße ist wichtig für die Erschließung der Innenstadt und als Ergänzung zum Cityring. Sie wird jeden Tag von rund 27 000 Fahrzeugen genutzt“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Kritik vom ADFC gab es auch an den Plänen der Stadt, den Radboulevard entlang des Klagesmarktes Richtung Süden weiterzuführen und im Bereich der Nikolaikapelle in eine Mischverkehrsfläche enden zu lassen. Dort sollen sich dann sowohl Radfahrer als auch Fußgänger bewegen dürfen. „Da entsteht ein Gefahrenbereich. Wir brauchen eine klare Trennung zwischen Radfahrern und Fußgängern“, fordert Paul.

Auch im Bezirksrat Mitte hatte es an der Mischverkehrsfläche heftige Kritik gegeben. Dennoch wollen die Stadtplaner daran festhalten. „Solche Flächen haben sich am Hauptbahnhof und in der Georgstraße bewährt“, versichert Dix und fügt hinzu: „Der ,Shared Space’, den der ADFC vorschlägt, ist doch auch nichts anderes als Mischverkehr. Das zeigt, wie wenig ausgewogen diese Vorschläge sind.“ Berücksichtigt hat die Verwaltung allerdings den Vorschlag aus dem Bezirksrat, den Radweg entlang der Goseriede auf der Westseite komplett in beide Richtungen befahrbar zu machen. Ursprünglich hatten die Planungen vorgesehen, dass Radfahrer vor dem Anzeigerhochhaus die Straßenseite wechseln und über die Mischverkehrsfläche Richtung Norden weiterfahren sollten.


Quelle: http://www.neuepresse.de/Hannover/Uebersicht/Hannover-Celler-Strasse-fuer-Autos-tabu

CrayZD
May 5th, 2011, 09:45 AM
Halte ich grundsätzlich für machbar. Aber man sollte nicht vergessen, welche Straßen sich dann vor allem als Ersatzverbindung etablieren dürften. Sicher, der Durchgangsverkehr kann über den Cityring umgeleitet werden. Wer aber ein Ziel in der Innenstadt hat, wird sich wohl zwangläufig für die Route Goseriede - KSS- Herschelstraße entscheiden. Vor allem mit der KSS leite ich dann zusätzlichen Verkehr in einen Bereich, der zu Stoßzeiten heute schon unter der Verkehrsbelastung kollabiert.

Man kann es mit Verweis auf einen anderen Thread auch so ausdrücken: Sperrung der Celler Straße? Nur mit D-Tunnel. ;)

gruenebahn
May 5th, 2011, 12:43 PM
Man kann es mit Verweis auf einen anderen Thread auch so ausdrücken: Sperrung der Celler Straße? Nur mit D-Tunnel. ;)

Na ich glaube die Politiker wollen dann auch Shar.. ähm GeteiltenRaum für die KSS. :bash:

matheking
May 9th, 2011, 08:52 PM
Halte ich grundsätzlich für machbar. Aber man sollte nicht vergessen, welche Straßen sich dann vor allem als Ersatzverbindung etablieren dürften. Sicher, der Durchgangsverkehr kann über den Cityring umgeleitet werden. Wer aber ein Ziel in der Innenstadt hat, wird sich wohl zwangläufig für die Route Goseriede - KSS- Herschelstraße entscheiden. Vor allem mit der KSS leite ich dann zusätzlichen Verkehr in einen Bereich, der zu Stoßzeiten heute schon unter der Verkehrsbelastung kollabiert.

Man kann es mit Verweis auf einen anderen Thread auch so ausdrücken: Sperrung der Celler Straße? Nur mit D-Tunnel. ;)

Bei einer Sperrung der Celler Straße gibt es hauptsächlich zwei Optionen:
1. Öffnung der Goseriede vor dem Postchequeamt und damit Umleitung direkt zum Steintor.
2. Der Verkehr fließt über die Herschelstraße.

Von Variante 1 bin ich nicht überzeugt, da treibt man den Teufel mit dem Belzebub aus.
Die von Dir beschriebenen Probleme treten ja bei der zweiten Möglichkeit auf. Um einen noch stärkeren Verkehr durch den Posttunnel und über die KSS zu vermeiden und den Kollaps der Kreuzung KSS/Herschelstraße zu vermeiden, ist es unerlässlich zugleich auch die KSS im Bereich vor der EAG für den MIV zu schließen. Der aus Richtung Norden anrollende Verkehr mit Ziel Innenstadt wird dann über die Herschelstraße in Richtung der Parkhäuser geleitet. Um die genannte Kreuzung zu entlasten und auch den Durchgangsverkehr von der Herschelstraße in Richtung Steintor unattraktiv zu machen, würde die auch den Bereich der KSS zwischen Herschelstraße und Mehlstraße schließen. Von der Herschelstraße aus würde dann zuerst die EAG erschlossen, dann von der Röselerstraße aus das gleichnamige Parkhaus, bevor es eine Stichstraße zur Tiefgarage unter dem Kaufhof am EAP gibt. Zuletzt erreicht man das Parkhaus Mehlstraße bevor man wieder auf die KSS trifft. Aus Richtung Steintor das gleich in umgekehrter Richtung.
Diese Tour macht kein ortskundiger Durchquerer der Innenstadt freiwillig mit. Trotzdem werden so die Parkhäuser sogar besser als derzeit erschlossen, da man auch vom Steintor die EAG erreichen kann.

Ein Punkt der mir erst später im Zusammenhang damit aufgefallen ist:
Wozu braucht man die Durchfahrt Münzstraße dann noch? Die von mir beschriebene Runde kann man genauso gut über die Otto-Brenner-Straße erreichen. Der Steintor könnte somit ohne weitere Auswirkungen autofrei sein!

Aufgefallen ist mir dies, als ich mal wieder das Parkhaus Lützowstraße erreichen wollte und nicht genug nachgedacht habe. Das Viertel rund um die Lange Laube ist nämlich echt schwer zu erreichen. Und dafür ist die Ausschilderung miserabel.
Aus Richtung Küchengarten darf man nicht den Fehler machen instinktiv über die Braunstraße und die Goethestraße fahren zu wollen: An der Brühlstraße darf man nicht nach links abbiegen, ebenso später an der Lützowstraße. Am Steintor ist die Lange Laube auch nicht erreichbar, erst von der Otto-Brenner-Straße aus kann man durch die Hausmannstraße (eng sondergleichen!) das Viertel erreichen. Man muss also über die Königsworther Straße fahren und dann entweder den genannten Weg durch die Hausmannstraße suchen, oder von der Brühlstraße vor dem Arbeitsamt nach links in die Escherstraße fahren.
Alles in Allem gibt es nur drei(!) Zufahrten in das Viertel, und die sind noch nicht einmal von allen Richtungen zu erreichen: Escherstraße, Lützowstraße und Hausmannstraße.

CrayZD
May 10th, 2011, 11:45 AM
Von Variante 1 bin ich nicht überzeugt, da treibt man den Teufel mit dem Belzebub aus.

Sehe ich ganz genauso! Aber zu Deiner Alternativvariante...

Diese Tour macht kein ortskundiger Durchquerer der Innenstadt freiwillig mit.

Ein Ortsunkundiger (=auswärtiger Einkaufsinteressierter) aber auch nicht mehr als einmal. Das wäre die absolute Grünen-Hardcore-Variante, die den gesamten Einzelhandel gegen die Stadt aufbringen würde. Von den Entschädigungszahlungen für die dann noch schlechter ausgelasteten Parkhäuser mal ganz abgesehen, und wer zahlt dem Tiefgaragenbetreiber von Kaufhof den Komplettumbau der Einfahrtrampe (das Thema hatten wir schon öfter)?

Trotzdem werden so die Parkhäuser sogar besser als derzeit erschlossen, da man auch vom Steintor die EAG erreichen kann.

Das geht doch jetzt auch, und zwar für Ortskundige auf genau dem Weg, den Du künftig erzwingen willst. Deswegen finde ich's immer wieder witzig, wenn 'altgediente' Hannoveraner behaupten, man könne nicht von der KSS in die Herschelstraße abbiegen. ;) Allerdings ist durch die Vorrangschaltung, insbesondere für die gefühlt im Minutentakt verkehrenden Busse, die Kreuzung Andreaestraße / KSS so wenig leistungsfähig, dass sie heute schon Probleme mit dem Abtransport der Parker aus den drei Häusern Mehlstraße, Andreaestraße und Kaufhof hat. Deine Lösung, die auch den Durchgangsverkehr hier durchschleust, gäbe m.E. eine Katastrophe.

Wozu braucht man die Durchfahrt Münzstraße dann noch? Die von mir beschriebene Runde kann man genauso gut über die Otto-Brenner-Straße erreichen. Der Steintor könnte somit ohne weitere Auswirkungen autofrei sein!

Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun? Das wären zwei vollständig voneinander unabhängige Verkehrsberuhigungsmaßnahmen, wobei ich diese noch überflüssiger finde als die erste. Der Anlieferverkehr für die Gemüsehändler erreicht bzw. verlässt die Goethestraße dann wie? Durch die engen Steintorstraßen in die Altstadt? Oder wird vorm Steintor ein Wendehammer eingerichtet, der tägliche Straßenbahnunfälle provoziert (sofern es keinen D-Tunnel gibt)?

Alles in Allem gibt es nur drei(!) Zufahrten in das Viertel, und die sind noch nicht einmal von allen Richtungen zu erreichen: Escherstraße, Lützowstraße und Hausmannstraße.

Wieder etwas, was sich mit dem D-Tunnel signifikant verbessern würde. :)

Die ganzen Linksabbiege- und Überfahrungsverbote im Bereich Steintor sind einzig und allein der Straßenbahn geschuldet. Ohne diese könnte man von Goethestraße stadteinwärts sowohl in die Brühlstraße als auch in die Lützowstraße problemlos abbiegen. Die heutige Ehrenrunde über Otto-Brenner- und Hausmannstraße (alternativ: im Kreisel wenden und Lützowstraße) ist zugegebenermaßen wirklich bescheuert. Aber genau solche Umwege willst Du den Einkäufern ja künftig in die Parkhäuser zumuten.

Mein Vorschlag wäre die sanfte Variante, die hier auch schon oft diskutiert wurde. Hinter der Herschelstraße wird die KSS zur Einbahnstraße Richtung EAP, das Linksabbiegen dort in den Posttunnel wird verboten (bei der Oberflächen'lösung' für die Linie 10 muss der Tunnel sowieso für den MIV gesperrt werden). Statt dessen wird ein separat ampelgeregelter Linksabbieger in die Herschelstraße eingerichtet - auch mit Tram problemlos möglich. Um dafür eine eigene Spur zu erhalten, werden die nun deutlich schwächer frequentierte Geradeaus- und die Rechtsabbiegerspur in die Andreaestraße zusammengelegt. Ein weiter nach hinten ausgedehntes Halteverbot sichert die Leistungsfähigkeit dieser Verkehrsverbindung. Die gesamte 'Rundfahrt' KSS - EAP - Schillerstraße wird im EAP-Stil aufgepflastert, um deutlich zu kennzeichnen dass es sich um einen verkehrsberuhigten Bereich handelt.

Wie ich oben schon erwähnte, sehe ich auch im exzessiven Busverkehr auf der KSS ein großes Verkehrsproblem. Insbesondere bei den Regiosprintern, die im innerstädtischen Bereich so überflüssig wie ein Kropf sind. Daher gehören sie hier entweder abgeschafft oder großzügig umgeleitet (wie zeitweise bereits erfolgt über Klagesmarkt).

Einer kleiner Traum von mir ist immer noch ein Durchstich unter dem Bahndamm von der Rundestraße zur Einfahrt der EAG. Damit könnte man sich bei einer Sperrung der Postunterführung sehr viel irrgeleiteten Verkehr zwischen Rück- und Vorderseite des Bahnhofs ersparen. Der jetzt mögliche Weg über Hamburger Allee - Celler Straße - Herschelstraße führt leider über ohnehin schon stark belastete Durchgangsverbindungen.

matheking
May 10th, 2011, 10:30 PM
... Allerdings ist durch die Vorrangschaltung, insbesondere für die gefühlt im Minutentakt verkehrenden Busse, die Kreuzung Andreaestraße / KSS so wenig leistungsfähig, dass sie heute schon Probleme mit dem Abtransport der Parker aus den drei Häusern Mehlstraße, Andreaestraße und Kaufhof hat. Deine Lösung, die auch den Durchgangsverkehr hier durchschleust, gäbe m.E. eine Katastrophe.
...

Die Kreuzung als solche gibt es dann ja nicht mehr. Der gesamte MIV kann nur der Route Herschelstraße/Andreaastraße folgen. Mit dem D-Tunnel bliebe nur die Querung der Fussgänger und Radfahrer zu ermöglichen.

Die Erschließung der Parkhäuser wird doch so wie von mir vorgeschlagen nicht schwerer, sondern deutlich einfacher: Es gibt eine Route an der alle Parkhäuser der Gegend liegen. Das macht es doch auch für die von Dir genannten ortsunkundigen Besucher der Innenstadt leichter. Und erreichbar sind die Parkhäuser auch noch mehr oder weniger aus allen Himmelsrichtungen über den Cityring und dann entweder Steintor oder Herschelstraße. Also alles wie gehabt.

Sanshiro
September 12th, 2011, 04:56 PM
Aus dem KC Thread:

Passerelle fluten (Bahnhofstraße aufwerten), Raschplatz deckeln und dann nochmal neu machen, Autoanfahrt in den gedeckelten Bereich packen, D-Tunnel bauen, Bahnhofshalle bauen, Kaufhof abreißen. :banana:

... und vielleicht noch: C&A, Kaufhof II, Primark abreißen und neubauen.


Mir ging es grade nur darum das Areal rund um den Bahnhof zu verbessern, da von Passerrelle und Raschplatz schon die Rede war. Für City 2020 wäre auch dieses Areal mal zu überdenken gewesen.

Eine Visualisierung mit den vorgeschlagenen Veränderungen am Bahnhof wäre mal was.
Die Visualisierung der Bahnhofsumgestaltung aus den 90er Jahren kann man fast 1 zu 1 übernehmen. Das sah schon genial aus. Ein Verkehrsfreier EAP ohne komische Buden etc. ,mit Außengastronomie und eventuell ein Blumenmarkt, dazu ein schöner Entwurf für einen Kaufhofneubau, die komplette Abwicklung des MIV in -1, eine prächtige Bahnhofstraße und dann soll mir eine andere Stadt mal versuchen einen schöneren Empfang zu bereiten.

youngwoerth
September 12th, 2011, 06:59 PM
Die Passerelle an sich ist ja eigentlich das einzige, was in der Bahnhofsstraße nicht belanglos und austauschbar ist. Die Fassaden sind einfältigste Massenware untersten Standards, aber die Idee mit einer zweiten Fußgängerzone in offener Minusebene gibt es in der Form und Ausprägung in Deutschland wohl kein zweites Mal. Die Bruchbuden der Modernistenschaft sind das Übel dieser Straße, hier müsste man ansetzen. Und zwar mit einer regionaltypischen Architektur, die die durch Krieg, Ideologie und Arroganz geschändete Identität Hannovers in den Fokus künftiger Entwicklungen rückt. Wird in unserem festgefahrenen System mit den vorherrschenden Denkmustern nur nicht geschehen.

Lefthandy
September 12th, 2011, 09:09 PM
^^ Das ist aber auch immer krachledern formuliert und zugespitzt.

Die Fassaden sind überwiegend Massenware, das mag sein, aber nicht allesamt unterster Standard. Fangen wir am Kröpcke und an der Nordwestseite an:
- Magis finde ich super und ist oberes 50er Niveau, verbreitet damit in innenstadtadäquater Form Nachkriegsbeschwingtheit. Möchte ich nicht missen.
- Schmorl&vonSeefeld ist in der Tat ohne jeden Anspruch gestaltet und verbreitet daher keine Nachkriegsbeschwingtheit.
- Die sparkasse könnte in gepflegter Form ein akzeptables Relikt des Waschbetonbrutalismus darstellen, die letzten Sanierungsmaßnahmen kämpfen allerdings gegen die ursprünglich intendierte Ästhetik an, weshalb im Moment alles verpufft.
- Das schmale Haus zwischen Sparkasse und Kaufhof ist eines der wenigen Zeugnisse des Wiederaufbaus, das modernistischen Umtrieben zuvor gekommen ist. In seiner Ästhetik ist es fast ein Vorkriegsbau und daher meiner Meinung nach sehr erhaltenswert.
- Über Kaufhof muss man nicht reden. Der ältere weiße Teil würde allein für sich noch gehen, steht oder stand genauso in jeder anderen Stadt Deutschlands. Die braun-güldene fensterlose 70er Erweiterung dürfte für Neuankömmlinge in Hannover jedesmal ein übler Schock sein.

andere Straßenseite:
- Volfürsorgehaus: Absolut gelungene und wertige 60er Jahre Architektur. Würde ich vermissen.
- New Yorker: Hat auch eine für die Nachkriegszeit konservative und vielgestaltige Fassade, die interessanter Weise in Waschbeton ausgeführt ist. In der Form verarbeitet kennt man das Material sonst eher weniger. Finde ich auch gut.
- Olymp&Hades: Ähnlich wie beim bereits erwähnten schmalen Haus gegenüber ein Nachkriegsbau in weitgehender Altbauästhetik. Meiner Meinung nach sehr stattlich, massiv und schön.
- es folgen drei schmalere Gebäude die wieder eher anspruchslos gestaltet sind, das mittlere in schwarzer Plastikverschalung ist nach Kaufhof der Tiefpunkt der Straße.
- Das Eckhaus mit der großen Bosch-Leuchtreklame ist für mich wie das Europahaus schräg gegenüber völlig akzeptabler, konservativer Wiederaufbau und als solcher genauso Träger von regionaler Identität wie verschiedene Vorkriegsbaustile. Befindet sich zudem in besserem Zustand als das Europahaus.

Bob!
September 12th, 2011, 09:32 PM
- Über Kaufhof muss man nicht reden. Der ältere weiße Teil würde allein für sich noch gehen, steht oder stand genauso in jeder anderen Stadt Deutschlands. Die braun-güldene fensterlose 70er Erweiterung dürfte für Neuankömmlinge in Hannover jedesmal ein übler Schock sein.


So unterschiedlich sind die Geschmäcker: Die Erweiterung zum EAP gefällt mir ganz gut, die weiße Fassade ist in meinen Augen einfach nur billig und schmuddelig.

Lefthandy
September 12th, 2011, 11:43 PM
^^ Na ja, das kann ich durchaus nachvollziehen. Dass der weiße Teil billig und schmuddelig ist würde ich auch sagen. Dagegen hebt sich der braune Teil ab, wirkt auch grundsätzlich noch besser in Schuss. Er ist halt bloß ein riesiger Monolith mit negierender Fassade (außerdem: braun).

Der weiße Teil ist ja der Ursprungs-Kaufhof. Wäre er in diesen Dimensionen geblieben, wäre das schonmal grundsätzlich verträglicher. Die weiße Standardfassade ist natürlich öde und mittlerweile unzeitgemäß, aber wenigstens konventioneller und daher irgendwie unschuldiger als der braune 70er Anbau, für den obendrein das ansehnliche Palast-Hotel abgerissen wurde (wie meine Rundschau belegt: das war der einzige erhaltene Altbau der Bahnhofstraße).

youngwoerth
September 13th, 2011, 02:49 PM
^^ Das ist aber auch immer krachledern formuliert und zugespitzt.

Ist es das? Ist halt meine Art, zu schreiben. Deinen Ausführungen kann ich ebensowenig zustimmen, weil unsere Prioritätensetzung zu differieren scheint. Ich halte die komplette Bahnhofstraße (bis auf die Passerelle) für austauschbaren und belanglosen Nachkriegsstandard, der aber auch rein gar nichts zur Rückgewinnung oder Weiterentwicklung Hannovers zerstörter Identität beizutragen weiß. Und diesen Punkt halte ich nunmal für essentiell.

Lefthandy
September 13th, 2011, 03:33 PM
Tja, alle haben eben so ihre Arten und Ansichten.

John_Hannover
September 13th, 2011, 03:53 PM
Hannover sollte endlich seinen Haupftbahnhof feritig sanieren. Ja genau. Was untern ganz gut gelungen ist, ist oben wohl vollig vergessen worden. Warum auch immer. Abgesehen vom Bereich der Treppenauf- und abgänge inkl. der Aufzügen der der dazugehörgigen Überdachung hat man die Bahnsteige vollig vergessen. Man S-Bahnhof in der Region sieht da um längen besser aus. Daher sollte man die Sanierung der Bahnsteiganlagen inkl. einer ordentlichen Überdachung endlich mal angehen. Es muss nicht besonderes sein, der derzeitige Zustand ist aber alles andere als zufriedendstellend.

weidetor
September 13th, 2011, 04:11 PM
Die Bahnhofsstrasse ist ja für viele Besucher das Erste und für auch fast das Einzige was sie von Hannover sehen. Leider ist diese Hauptstrasse der Stadt nicht besonders ansehlich. Ehrlich gesagt finde ich hier keinen einzigen Bau erhaltenswert. Ganz schlimm ist ja das Europa Haus, vollkommen runtergekommen.

devilsadvocate
September 13th, 2011, 10:55 PM
Und man schaut es sich mal früher an...
Da kommen einem immer wieder die Tränen...

http://www.heimatsammlung.de/topo_unter/30_ab_02/images_01/hannover-bahnhofstrasse-220.jpg

Sid Vicious
September 13th, 2011, 11:36 PM
ist der titel des threads nicht ein widerspruch in sich?
Hannover und visionen? LOL

Lefthandy
September 14th, 2011, 12:02 AM
ist der titel des threads nicht ein widerspruch in sich?
Hannover und visionen? LOL

Vielleicht etwas recherchieren bevor man kenntnisfrei provoziert. Ich kann durchaus verstehen, worauf der Herr hinaus will, aber in der Tat ist vielleicht keine deutsche Stadt so von Visonen geprägt, wie Hannover. Wie auch immer man das Resultat finden mag.

Sid Vicious
September 14th, 2011, 12:07 AM
Hannover visionärer als Berlin? das visionärste was ich von H-town gesehen habe,
war die AWD-Arena.

Orakel
September 14th, 2011, 07:18 AM
Hannover visionärer als Berlin?

Auf jeden Fall. Man denke nur an die Planungen zur autogerechten Stadt nach dem Krieg. Wenn das nicht visionär war, was dann? Deshalb muss es heute nicht mehr aktuell sein. Das alte Kröpcke Center ist ein weiteres Beispiel.

Bitte erst überlegen was Lefthandy meint, denn er ist völlig im Recht.

Sid Vicious
September 14th, 2011, 07:43 AM
selbst in München gab es pläne, die straßen nach dem "vorbild" von L.A.
anzulegen. scheint wohl üblich nach dem kriege gewesen zu sein.

Leine1977
September 14th, 2011, 09:44 AM
selbst in München gab es pläne, die straßen nach dem "vorbild" von L.A.
anzulegen. scheint wohl üblich nach dem kriege gewesen zu sein.

Hannover war nun mal die erste Großstadt, die (obschon nahezu komplett zerstört) als erstes ein Aufbaukonzept hatte und aufgebaut wurde. Die Vision wurde dann quasi nach Berlin und auch Dresden "importiert" - jedenfalls gab es regen Austausch mit diesen Städten.

Das Ergebnis ist bekannt: Auch Berlin hat viele überdimensionierte Straßen und viel Altbau abgerissen.

Mehr guckst Du hier: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42625552.html

Bislang hat es sonst noch kein Stadtplaner auf die erste Seite eines Spiegels geschafft. Beachte auch den letzten Absatz: "Schon vorher hatte Hillebrecht eine verlockende Offerte des Berliner Senats ausgeschlagen, der den Stadtbaurat von Hannover als Stadtbaudirektor in die ehemalige Reichshauptstadt verpflichten wollte."

weidetor
September 14th, 2011, 12:51 PM
Ich denke Visionen fallen oder gelingen abhängig auch von der Wirtschaftspolitik, denn Sanierungen kosten Geld.
Hier sollte man anknüpfen und zum einen zB den Messestandort oder die MHH als Standortvorteil anpreisen...die Stadt attraktiv für Investoren machen, dann fliesst das Geld und man kann endlich höherwertige Lösungen durchsetzen. Hannover hat ja sehr viel Potential, den Maschsee, eine sehr gute Verkehrsanbindung etc um es zu einer sehr attraktiven Stadt zu machen. Wenn ich dann sehe, dass der Sprengelausbau wegen lappigen 300.000€ nicht ordentlich durchgeführt werden kann dann kann man schon wütend werden.

romank888
September 17th, 2011, 02:44 PM
Insbesondere bei den Regiosprintern, die im innerstädtischen Bereich so überflüssig wie ein Kropf sind. Daher gehören sie hier entweder abgeschafft oder großzügig umgeleitet (wie zeitweise bereits erfolgt über Klagesmarkt).

Ich gehöre zu den vielen Menschen, die den Steintor mit dem 500er erreichen.
Die Lösung sehe ich nur mit der Verlängerung der Strab nach Hemmingen, damit könnte die Linie 17 ab Wettbergen die umsteigefreie Verbindung zum Steintor gewährleisten.

Gleichzeitig könnte man die Linien 300 und 500 vollständig aus der Stadt verbannen, allerdings nur mit einer entsprechender Verstärkung der Strab.
Gerade zu den Stoßzeiten bewegen die Regiosprinter große Menschenmengen, die nicht mit der heutigen Anzahl an Zügen der Linie A zu befördern sind. Dreier Züge sowohl auf der Linie 3 als auch auf der 7 und Doppelwagen auf der 17 wären dann Pflicht.

Und darüber hinaus braucht es dann eine Lösung für die innerstädtische Haltestellen und Richtungen, die heute durch die Regiosprinter bedient werden.

Dass die Umleitung der Sprinter über die Celler Straße und Hamburger Allee keine Lösung ist, haben die Veränderungen der Fahrzeiten ja schon einmal gezeigt.

CrayZD
September 19th, 2011, 11:41 AM
^^ Das ist aber auch immer krachledern formuliert und zugespitzt.

So isser halt. Ein Diplomat wird aus youngwoerth wohl nicht mehr. ;)

- Über Kaufhof muss man nicht reden. Der ältere weiße Teil würde allein für sich noch gehen, steht oder stand genauso in jeder anderen Stadt Deutschlands. Die braun-güldene fensterlose 70er Erweiterung dürfte für Neuankömmlinge in Hannover jedesmal ein übler Schock sein.

Oder wie ich es auch gerne nenne: der Sarkophag. ;) Könnte ohne weiteres auch in Tschernobyl stehen. Besonders ärgerlich finde ich diese architektonische Entgleisung, da sie nach den Aufwertungsmaßnahmen der letzten Jahre den einzigen echten Schandfleck des Ernst-August-Platzes darstellt. Alle anderen Gebäude sind in ihrem Erscheinungsbild zumindest 'vorzeigbar' (EAG, Mussmann, Volksfürsorge), wenn nicht gar 'klasse' (EAC, Sparda, Kaiserhof, Kontorhaus und natürlich der Bahnhof selbst).

Die alte weiße Kachelfassade finde ich in ihrer belanglosen Durchschnittlichkeit (ein Attribut, das Hannover ja immer wieder gern vorgeworfen wird) allerdings kaum besser. Da haben ja alte Horten-Wabenfasaden noch zehnmal mehr Charakter, auch wenn sie aus heutiger Sicht natürlich auch ästhetisch fragwürdig sind.

Hannover sollte endlich seinen Haupftbahnhof feritig sanieren. Ja genau. Was untern ganz gut gelungen ist, ist oben wohl vollig vergessen worden. Warum auch immer. Abgesehen vom Bereich der Treppenauf- und abgänge inkl. der Aufzügen der der dazugehörgigen Überdachung hat man die Bahnsteige vollig vergessen. Man S-Bahnhof in der Region sieht da um längen besser aus. Daher sollte man die Sanierung der Bahnsteiganlagen inkl. einer ordentlichen Überdachung endlich mal angehen. Es muss nicht besonderes sein, der derzeitige Zustand ist aber alles andere als zufriedendstellend.

Jep. Dass Hannover aus bahnbetrieblichen Gründen keine neue Bahnsteighalle bekommt, wie es ein Bahnhof von diesem Rang eigentlich verdient hätte, kann man ja noch irgendwie halbwegs verschmerzen. Auch wenn das ein fadenscheiniger Grund ist - in Berlin hat man es ja auch geschafft, die Gleise bei geringstmöglicher Beeinträchtigung des Bahnverkehrs zu überbauen.

Aber dass man nichtmal die schäbigen Bahnsteigdächer durch neue ersetzt hat, nichtmal den schrammeligen Asphaltboden auf allen Bahnsteigen gepflastert hat (ist m.W. nur auf zwei Fernbahnsteigen passiert) und sich an den Bahnsteigkanten teilweise der pure Verfall zeigt, empfinde ich jedoch als mittelgroße Frechheit. In Süd- und Ostdeutschland bekommt jeder Provinzbahnhof das neueste Material, während ich einen derart desolaten Zustand der Bahnsteige sonst nur aus NRW kenne.

ist der titel des threads nicht ein widerspruch in sich?
Hannover und visionen? LOL

Vielleicht etwas recherchieren bevor man kenntnisfrei provoziert. Ich kann durchaus verstehen, worauf der Herr hinaus will, aber in der Tat ist vielleicht keine deutsche Stadt so von Visonen geprägt, wie Hannover. Wie auch immer man das Resultat finden mag.

Was haben Trolle und Stadttauben gemeinsam? ;)

Ich finde es schon ein bisschen bemitleidenswert, wenn die inhaltsarme Langeweile in manch anderer SSC-Subsektion schon mit stumpfem Hannover-Bashing kompensiert werden muss. Erinnert mich an die infantilen Gepflogenheiten in manchen Fußballforen.

Gleichzeitig könnte man die Linien 300 und 500 vollständig aus der Stadt verbannen, allerdings nur mit einer entsprechender Verstärkung der Strab.
Gerade zu den Stoßzeiten bewegen die Regiosprinter große Menschenmengen, die nicht mit der heutigen Anzahl an Zügen der Linie A zu befördern sind. Dreier Züge sowohl auf der Linie 3 als auch auf der 7 und Doppelwagen auf der 17 wären dann Pflicht.

Zustimmung, zumindest in der HVZ.

Und darüber hinaus braucht es dann eine Lösung für die innerstädtische Haltestellen und Richtungen, die heute durch die Regiosprinter bedient werden.

Da man diese locker an einer Hand abzählen kann, dürfte die Lösung problemlos mit dem Budget zu erledigen sein, dass sich durch die Einsparung der Regiosprinter minus Aufwand für Zugverstärkungen ergibt. Die einzigen nennenswerten Lücken entstünden in den Bereichen Deisterplatz und Großmarkt. Ersteres wäre natürlich insofern gravierend, da gerade dieser Bereich momentan als Wohn- und Arbeitsstandort verstärkt wird. Eine 'richtige' Stadtbuslinie (neben der Tingellinie 100/200) würde sich dort aber ehrlich gesagt auch besser machen als ein Regiosprinter. Und der Bedarf am Großmarkt ist nunmal erwiesenermaßen so gering, dass es hier u.U. auch die Haltestelle Nenndorfer Chaussee des 581ers tun würde. Weite Teile des Lindener Hafens sind auch nicht besser durch den ÖPNV erschlossen.

Sanshiro
September 22nd, 2011, 10:31 PM
Auf dieser tollen Aufnahme aus den 60ern sieht man links den Vorgänger des braunen Koloss. :cry:
Irgendwie finde ich aber auch diese dunklen Fassaden toll, wobei ich glaube, dass die in der Realität total trist wirken müssten.
Klick. (http://flic.kr/p/9cMLpS)

Lefthandy
September 22nd, 2011, 10:44 PM
Es gab zwei Vorgängerbauten des braunen Kolosses, auf dem Tram-Bild sieht man nur das wesentlich weniger hübsche. So sah es vorher aus:

http://www.heimatsammlung.de/topo_unter/30_ab_02/images_01/hannover-bahnhofstrasse-205.jpg
Quelle: www.heimatsammlung.de

http://i44.************/34eqkbs.png
Quelle: bildindex.de

http://www.stadthistorie.info/vergleich/zentrum/hauptbahnhof/kaufhof_1975.jpg
Quelle: www.stadthistorie.info

Ausgegraben im Thread "Das alte Hannover"

erbse
April 7th, 2013, 10:59 AM
Gibt's in Hannover etwa keine Visionen mehr? ;)


(letzter Beitrag vom September 2011, da kommt man schon ins Grübeln...)

matheking
April 7th, 2013, 11:45 AM
Seitdem selbst die Pflichtaufgaben in Hannover nur mittelmäßige Bewertungen erzielen, machen Visionen auch keinen Spaß mehr. :(

telemaxx
April 7th, 2013, 11:48 AM
Bei der D-Linie stimme ich dir zu. Ansonsten bin ich mit der Entwicklung eigentlich ganz zufrieden, insbesondere die Fortschritte bei Hannover City 2020+.

matheking
April 7th, 2013, 11:50 AM
Visionär sehe ich aber auch bei 2020 nicht wirklich was umgesetzt. Überwiegend besteht das doch aus der Bebauung von Freiflächen mit Standard+-Gebäuden.

telemaxx
April 7th, 2013, 12:00 PM
Mir gefällt die Mischung aus Voraussicht und Realismus bei Hannover City 2020+ gut. Am Anfang hieß es von vielen, dass von den Plänen nie etwas umgesetzt wird. Jetzt sind wir schon soweit, dass der öffentliche Raum an Klagesmarkt/Goseriede fast fertig umgebaut ist, der Klagesmarkt vor der Bebauung steht, der Marstall vorbereitet wird, das Hohe Ufer umgebaut werden soll usw.

Bei Hannover City 2020+ sind Straßenraumumbauten und Neubauten immer zusammen zu sehen. Gerade am Klagesmarkt/Goseriede wird die Lage dort dadurch enorm aufgewertet. Das gleiche wird m.E. fürs Hohe Ufer gelten. Wie die Neubauten genau aussehen werden, weiß man ja weder am Klagesmarkt, am Marstall noch am Hohen Ufer. Da erwarte ich aber auch keine 'visionären' Gebäude, sondern ästhetische und hochwertige Gebäude (was aus deiner Sicht vielleicht Standard+-Gebäude sind).

Dadurch, dass die Projekte verteilt sind, kann es nicht so eintönig werden wie z.B. in Teilen der HafenCity in Hamburg ;)

Wishman
April 7th, 2013, 12:05 PM
Hi, Erbse and All,

daß es keine Visionen für Hannover gibt, glaube ich nicht. Nur, die Realität ist allein schon so vielfältig, daß für Visionen kaum noch Zeit bleibt.

Ein weiteres Problem sehe ich in der 'Erst mal dagegen sein' - Mentalität, wenn jemand eine Vision preis gibt, die u. U. sogar die Möglichkeit auf Realisierung hat. Hier sei der Leinebogen des Architekten P. Grobe genannt. Kaum erschienen die ersten Artikel darüber, ist sie auch schon bis ins Kleinste zerrissen worden, ohne einmal die Fakten des Für und Wider eingehend diskutiert zu haben. Das scheint jedoch kein auf den hannoverschen Dunstkreis beschränktes Problem zu sein.

Ich selbst bin gerade dabei, mir noch einmal Gedanken über meine Wolkenkratzervision hinter dem Bahnhof zu machen. Dabei überlege ich, wie die ganze Sache etwas entschärft und an die Realität angepaßt, aussehen könnte. Wenn das spruchreif ist, werde ich es zur Diskussion stellen.

Eine weitere Idee schwirrt mir durch den Kopf, wie die räumliche Entwicklung des Stadtgebietes von Hannover mittelfristig aussehen könnte. Als erstes stelle ich mir eine Zusammenlegung der Region Hannover mit dem Landkreis Hildesheim als politische Verwaltungseinheit vor, denn die Bebauung der beiden Städte ist fast schon durchgängig, wenn auch nur auf einem schmalen Areal. Wirtschaftlich sind diese Regionen nicht mehr zu trennen.

Wie Du siehst, gibt es noch die eine oder andere Vision, die Hannover aus seinem Dornröschenschlaf wecken könnte. Doch auch hier wird alles an den knappen Ressourcen scheitern.

matheking
April 7th, 2013, 01:21 PM
Ich will auch nicht über die 2020-Planungen und Umsetzungen generell meckern. Das an vielen Stellen etwas passiert begrüße ich sehr, und auch wenn ich im Einzelnen etwas anders gemacht hätte (ist nicht jeder Bundestrainer :)), sind die Umsetzungen auch sehr positiv zu sehen.
Visionen sehen halt in meinen Augen nur etwas größer/spektakulärer aus. So etwas wie der Leinebogen (den ich auch ablehne ..mecker, mecker, mecker) oder Wishmans Hochausviertel.

Orbiter
April 7th, 2013, 05:39 PM
Oft gibt es ganz gute Ideen, die dann in der Realisierung zu sehr gestutzt werden in dieser Stadt, oder es wird an einem höherwertigen Materialkanon gespart. Schade.


Ich selbst bin gerade dabei, mir noch einmal Gedanken über meine Wolkenkratzervision hinter dem Bahnhof zu machen. Dabei überlege ich, wie die ganze Sache etwas entschärft und an die Realität angepaßt, aussehen könnte. Wenn das spruchreif ist, werde ich es zur Diskussion stellen.


Haha, an eine Wolkenkratzer-Cluster hinter dem HBF hab ich auch schon gedacht. Mit dem ZOB Gelände zusammen würde das schon passen. Der Raschplatz selbst könnte sowas wie der Platz vorm Rockefeller Center in NYC werden... mit Fantasie. ;-)

Wishman
April 7th, 2013, 07:57 PM
Hi, Orbiter,

stell' Deine Ideen doch einfach mal vor.

Wishman
April 7th, 2013, 08:52 PM
Ich glaube, Hannover fehlt eine große Vision, so etwas, wie die Expo. Damit konnte sich wohl jeder identifizieren und hat Hannover eine Menge Vorteile gebracht in den Bereichen der Infrastruktur, Bahnhofsumbau, Umgestaltung der Köpcke-U-Bahnstation, etc. Nicht zu vergessen, der internationale Bekanntheitsgrad. Ob die Verantwortlichen in den Schaltzentralen der Macht dieses Potential optimal genutzt haben, glaub' ich nicht. Doch egal, die Expo war ein einmaliges Ereignis.

Hamburg hat z. B. die Hafencity. Man mag die Architektur mögen oder nicht, doch die Architekten durften sich dort so richtig austoben und manche Bauten sind gut gelungen. Leider hat man hier wie dort eine Art Höhenangst. Niemand traut sich an Wolkenkratzer, die diesen Namen verdienen. Den Hamburgern geht bei ca. 100 m der Ar... auf Grundeis und bei unseren Politikern beginnt das Zittern bereits bei Gebäuden, die höher als 10 Etagen sind. Ob das Restängste der Brutalismusphase aus den 70ern sind, die ein zweites Ihmezentrum verhindern sollen...?! - Ich weis es nicht.

Für eine Hafencity oder eine Überseestadt wie in Bremen, besteht in Hannover sicher kein Bedarf, und es geschieht ja auch was: An jeder Ecke wird irgendwo neu- oder umgebaut, aber es fehlt eben etwas großes, spektakuläres, das auch überregional für Gesprächsstoff sorgt, das Investoren und Visionäre anzieht. Solche, die die Möglichkeit haben, eine Vision umzusetzen und nicht nur ihre Wunschgedanken in ein Forum stellen, wie ich es praktiziere.

Das ist auch ein Argument, warum ich mir die Realisierung des Leinebogenprojektes vorstellen könnte. Schließlich ist ein großes Gewässer in der Stadt ebenso als Naturschutzprojekt dienlich, wie eine Leinemasch. Von letzteren haben wir genug, von Ricklingen bis Göttingen und von Garbsen bis zur Mündung in die Aller. Das wäre ein Generationenprojekt und ich glaube, daß unsere Kinder und Enkel das gerne annehmen würden. Den Maschsee möchte sicher auch niemand mehr missen.

Also, stellt euere Visionen ins Forum, denn ich glaube, der Bekanntheitsgrad ist so hoch, daß auch Politiker oft hier lesen. Vielleicht nimmt der eine oder andere eine Anregung auf.

Schnitzelesser
April 7th, 2013, 11:42 PM
Hier sei der Leinebogen des Architekten P. Grobe genannt. Kaum erschienen die ersten Artikel darüber, ist sie auch schon bis ins Kleinste zerrissen worden, ohne einmal die Fakten des Für und Wider eingehend diskutiert zu haben.

Ja, nun! Das stimmt doch so gar nicht, da selbstverständlich immer auf Basis der veröffentlichten Fakten diskuiert wurde.

Als erstes stelle ich mir eine Zusammenlegung der Region Hannover mit dem Landkreis Hildesheim als politische Verwaltungseinheit vor, denn die Bebauung der beiden Städte ist fast schon durchgängig, wenn auch nur auf einem schmalen Areal. Wirtschaftlich sind diese Regionen nicht mehr zu trennen.

Na, das ist ja nun auch keine Vision, sondern basiert vermutlich auf dem Zoomfaktor bei Google Maps. Einzig Sarstedt könnte man auf Basis der Bebauung noch in die Region pressen. Dies würde aber die Interessen des LK HI nicht widerspiegeln.

Wishman
April 8th, 2013, 10:35 AM
Zum Leinebogen:
Das ist klar, daß erst dann über ein Projekt diskutiert werden kann, wenn einige Fakten für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Googelt man z. B. einmal unter dem Begriff 'Leinebogen Hannover', findet man vorwiegend ablehnende Kritiken. Eine ernsthafte Diskussion im öffentlichem Rahmen (außerhalb von Parteizusammenkünften oder kleinen Interessengruppen) zu diesem Thema ist mir nach den ersten Veröffentlichungen dann wohl entgangen. Einzig die Vorstellung der überarbeiteten Ausgabe am 3.7.2012 ist mir hierzu bekannt, die sogar in Ausschnitten auf einen Youtube-Clip festgehalten worden ist.

http://www.youtube.com/watch?v=LOCgSfyZUdQ

Hannover-Hildesheim:
Ich halte das Zusammenlegen der beiden Regionen schon für eine Vision, die jedoch das Potential für eine Realisierung aufweist. Z. Z. ist der urbane Zusammenwuchs nur auf einen kleinen Streifen erkennbar, das habe ich ja auch so geschrieben. Doch kann ich mir für die nächsten Jahrzehnte eine städtebauliche Verdichtung vorstellen. wie beispielsweise zwischen Lehrte und Hannover (Megahub, daraus folgende weitere Gewerbeansiedlungen, usw.).

Das Dreieck zwischen Hildesheim-Flugplatz, Stichkanal und BAB-A7 ist komplett als Gewernegebiet ausgewiesen worden und soll bis 2035 inkl. neuen BAB-Anschluß und Hafenerweiterung abgeschlossen sein. Die Orte Harsum, Giesen etc, die nördlich von Hildesheim liegen, also Richtung Hannover, werden sich sicher nicht abkapseln und ihrerseits sehen, daß der eine oder andere Unternehmer sich dort umsieht oder es wird eine Wohnsiedlung gebaut etc. Das dauert alles seine Zeit, doch ein weiters Zusammenwachsen der beiden Zentren ist absehbar.

Darum sollte sich die Politik m. E. rechtzeitig kümmern, daß die Rahmenbedingungen für eine Verwaltungszusammenarbeit ebenfalls stimmig werden. Der Trend zur Kosteneinsparung der öffentlichen Hand ist nicht aufzuhalten. Aktuelles Beispiel die Zusammenlegung der Landkreise Göttingen und Osterode.

Welche Vor- und Nachteile sich für die einzelnen Regionn ergeben, könnte ja diskutiert werden.

devilsadvocate
April 10th, 2013, 06:37 PM
Einen riesigen Marketing Effekt könnte Hannover übrigens dadurch erfahren, wenn die Region komplett eingemeindet würde und Hannover daher zur Millionenstadt wird, ähnlich wie Hamburg es damals getan hat.

Wüsste ehrlich gesagt nicht, was dagegen spräche, außer dem Starrsinn der Politiker.

telemaxx
April 10th, 2013, 07:37 PM
Wann hat Hamburg das damals gemacht?

Wishman
April 10th, 2013, 07:51 PM
Genau das war auch meine Idee: Hannover langfristig als Millionenstadt zu sehen. Das mag auf den ersten Blick verrückt klingen, hat aber durchaus einen realen Hintergrund. Die Agglomeration Hannover hat nach Angaben von Citypopullation.com etwa 973 000 Einwohner. Zählt man Hi. dazu mit den darum liegenden Gemeinden, erhöhte sich diese Zahl auf etwa 1.1 - 1.2 Mill. Beide Regionen bringen es auf ca. 1.4 Mill. Einwohner auf ca. 3500 qkm.

Das interessante wäre, daß hier kein flächendeckendes Konglomerat von versiegelten Stadtflächen entsteht, sondern, basierend auf der geringen Bevölkerungsdichte außerhalb der Oberzentren, ein aufgelockertes Gebilde unterschiedlicher Siedlungsformen, die teilweise nur auf schmalem Grad baulich zusammenhängen. Daher könnte sich eine solche Stadt zur grünsten Millionenstadt Deutschlands entwickeln.

Wie gesagt, eine gewagte Vision, doch keine unmögliche. Der bauliche Zusammenschluss ist m. E. eine Frage der Zeit. Das geschieht nicht in den nächsten 10 Jahren, doch für unsere Kinder und Enkel könnte das Realität werden. Man kann das, grast man einmal mit Google-Earth die nähere Umgebung ab, von Lehrte bis Steinhude, von Burgwedel bis Hildesheim/Nordstemmen, bis nach Neustadt und Bennemühlen, und auch von Burgdorf bis Sehnde, gewinnt man einen Eindruck von der Größe und den aufgelockerten Siedlungsstrukturen, die sich hier zu einer Millionenstadt formen könnten.

gstolze
April 10th, 2013, 08:03 PM
Wie kommst Du auf die Zahl 973.000? Nach meinen Infos hat die Region Hannover etwa 1,15 Mio Einwohner.

Eine komplette Eingemeindung halte ich nicht für sinnvoll. Meiner Ansicht sollte langfristig nur eine Eingemeindung von Teilen von Altwarmbüchen, Wiesenau/Godshorn, Teile von Garbsen südl. des Mittellandkanals, Letter, Velber, Empelde und der Heisterberg (wo ja schon Mal eine neue Siedlung geplant war) sowie ein Teil Laatzens westl. es Messegeländes bis zur Bahnlinie erfolgen. Das wären etwa 45.000 Einwohner +irgendwann Mal 5.000 auf dem Heisterberg.

Wishman
April 10th, 2013, 08:17 PM
Es gibt einen Unterschied zwischen Agglomeration (direkt oder mit kleinen Lücken durchgehend bebaute Flächen ungeachtet politischer Grenzen) und der administrativ begrenzten Region (ehem. Landkreis).

http://www.citypopulation.de/Deutschland-Agglo.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Region_Hannover

Schnitzelesser
April 10th, 2013, 08:46 PM
Welchen nachhaltigen Sinn soll das ergeben? Darüber kann man sich ggf. mal Gedanken machen, nachdem die Gebiete bereits dicht besiedelt wurden. Also vielleicht in 150 Jahren. Und dann wäre es das stichhaltigste, wenn man die Verwaltungen von Stadt und Region Hannover fusioniert.

AlfredJKwak
April 10th, 2013, 08:46 PM
Wann hat Hamburg das damals gemacht?

Vermutlich ist damit das hier gemeint:

http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9F-Hamburg-Gesetz

JonasC0409
April 10th, 2013, 09:06 PM
Eine Eingemeindung Hildesheims scheint mir doch sehr unwahrscheinlich und auch etwas übertrieben. Wie sollte denn die Stadt dann heißen? Hannover-Hildesheim? Ich denke da hätten sehr viele Leute was dagegen, ganz davon abgesehen, dass es einen gewaltigen Aufwand mit sich bringt.
Was ich mir aber vorstellen könnte, wären die Eingemeindung der direkt angrenzenden Städte. Das wären bei Langenhagen, Isernhagen, Garbsen, Seelze, Hemmingen und Laatzen gute 230000 Einwohner mehr.Ich denke aber das im Moment steuerliche Belange die Randstaädte von so einem Schritt abhalten. Dennoch sind diese Städte in den letzen Jahrzehnten immer enger an Hannover herangekommen und könnten auf lange Sicht das Städtewachstum behindern. Lokalpatriotische Gruppierungen in den betroffenen Orten wären wahrscheinlich sofort auf der Palme. Ich für meinen Teil habe Laatzen, Garbsen usw. schon immer als Stadtteile von Hannover angesehen auch wenn da einige anderer Meinung sind :)

Wishman
April 10th, 2013, 09:17 PM
Wie Devil schon andeutete, hätte das in erster Linie marktstrategische Bedeutung und vielleicht auch für das Selbstwertgefühl der Bewohner, in einer Millionenstadt zu wohnen, anstatt in einer Halbmillionenstadt. Den Begriff Metropole möchte ich noch vermeiden; die muß wachsen.

Marktpolitisch sehe ich den Vorteil, daß Investoren sich eher anlocken lassen und investieren, wenn in ihren Köpfen hängen bleibt, daß sie es in einer Millionenstadt absolvieren. Weiterhin lege ich Wert auf das Wort 'grün'. Das wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Investieren also Firmen in einer grünen Millionenstadt, wird das seine Wirkung von Nachhaltigkeit und Lebensqualität nicht verfehlen.

Das funktioniert natürlich nur, wenn die Hannoveraner sich damit identifizieren und die Politiker ein intelligentes Marketing ersinnen und praktizieren und die gewünschte Nachhaltigkeit und 'grüne' Wirtschaft auch entsprechend umgesetzt wird.

Und wie gesagt: Es sind Visionen, zwar durchaus mittel- bis langfristig umsetzbar, und vermutlich in weniger, als 150 Jahren, doch die Faktoren, die eine derartige Vision Wirklichkeit werden lassen, oder sie auch verhindern können, sind nicht alle berechenbar. Man kann die Entwicklung der Region so laufen lassen oder man kann sie entsprechend forcieren, wenn man sämtliche Möglichkeiten gut abwägt und selbstverständlich die Bevölkerung in alle Vorhaben mit einbindet und nicht über deren Köpfe hinweg entscheidet.

Schnitzelesser
April 10th, 2013, 09:23 PM
Ich denke, das Statut "Millionenstadt" ist für die Ansiedlung von Unternehmen nicht so wichtig, wissen sie doch, dass es hier durchaus eine Mio. Einwohner gibt. Und noch grüner als Hannover? Geht das? Also für mich sind das jetzt keine stichhaltigen Gründe, die dafür sprechen. Reformbedarf ergibt sich hierbei doch vordergründig durch finanzielle Zwänge. Mal schauen, wie es sich entwickelt.

Wishman
April 10th, 2013, 09:34 PM
Das mit Hildesheim ist auch nur eine Idee, weil ich mir vostellen kann, daß diese mit Hannover in einigen Jahrzehnten zusammen wächst. Bei den Namen kann man durchaus bei den jetzigen bleiben. Die Lindener nennen sich ja auch lieber Lindener als Hannoveraner, wie ich mehrfach in Interviews gehört habe, und niemand hat Pobleme damit.

Politisch könnte ich mir durchaus Vorteile, wie Kosteneinsparungen vorstellen, wenn beide Regionen einer Verwaltung unterstellt werden. Negativbeispiele sieht man im Ruhrgebiet, in dem jede Stadt vorwiegend eigene Süppchen kocht. Einige kleinere Städte haben sich dort schon in größere eingemeinden lassen, eben um Kosten zu sparen.

Nun kann man die Situation dort nicht auf die Region Hannover und Hildesheim adaptieren, doch bei einem Zusammenschluß ließen sich viele Probleme vermeiden. Das es auch hier unterschiedliche Meinungen gibt, z. B. die Angst, daß Hannover Hildesheim vollständig überrollt, ist mir durchaus klar, doch wer hindert die Hildesheimer, Hannoveraner und alle anderen Gemeinden daran, sich weiterhin ihre Identität zu bewahren? M. E. eine Frage der Gewohnheit. Die nachkommende Generation, die mit dieser Realität aufwächst, wird sicher keine Probleme damit haben. Hier sollte man durchaus einmal den Mut aufbringen, etwas langfristiger zu denken.

Wishman
April 10th, 2013, 09:49 PM
Werbetechnisch sollte man das Attribut 'Millionenstadt' nicht unterschätzen. In Zukunft werden vermehrt Investoren aus der asiatischen Region, China, Indien, aus Russland und Brasilien neue Möglichkeiten suchen. Deren Wirtschaftsmetropolen haben 10, 15 oder 20 Mill. Einwohner. Da machts es schon Sinn, wenn sich Hannover als Millionenstadt präsentiert, und das nicht nur auf dem Papier.

Doch ansonsten gebe ich Dir recht: Mal schauen, wie sich das entwickelt.

CrayZD
April 15th, 2013, 10:40 AM
Ich habe ja absolut nichts gegen kühne Visionen, aber die Eingemeindung des kompletten Umlands oder gar Hildesheims halte ich für Mummpitz. Das entspricht einfach nicht der Verwaltungskultur in Deutschland... nichtmal Köln treibt es derart schlimm, und das dürfte schon die deutsche Großstadt sein die sich am meisten Umland einverleibt hat.

In China (wenn ich mich richtig erinnere) wäre das hingegen durchaus normal. Da gibt es die Stadt als Verwaltungseinheit in unserem Sinne gar nicht, sondern nur riesige Metropolregionen. Komplett entgegengesetzt ist es wiederum in Frankreich. Das Stadtgebiet von Paris beschränkt sich auf den Innenraum des Boulevard Peripherique und ist damit halb so groß wie das von Hannover... bei 2 Millionen Einwohnern! :uh:

Das Argument der Millionenstadt kann ich verstehen... vor allem international wird gerne alles unterhalb dieser Grenze als Provinz wahrgenommen. Trotzdem wäre das im Falle Hannovers eine üble Mogelpackung. Ein sinnvolles Beispiel wäre allenfalls eine 'Ruhrmetropole' E - GE - BO... fragt sich nur, wie lange die bei dem aktuellen Bevölkerungsschwund über der Millionengrenze bleiben würde.

Aber selbst bei moderater, deutschland-typischer Eingemeindungspolitik könnte Hannover einiges an Prestige gewinnen. Allein mit einem simplen Zug wie der kompletten 'Eroberung' von Laatzen und Langenhagen würde sich Hannover noch im flächenmäßigen Rahmen vergleichbarer Städte wie Bremen, Dresden und Leipzig bewegen... hätte aber auf einmal satte 620.000 Einwohner und würde sich mit Stuttgart und Düsseldorf um Platz 6 unter den deutschen Großstädten duellieren. Allein ein Top-10-Platz in der Bevölkerungsstatistik lässt eine Stadt schon auf vielen Landkarten internationaler Konzerne und Institutionen auftauchen, auf denen man vorher nicht vertreten war. Mal ganz davon ab, dass man sich mit Langenhagen auch noch ordentlich Wirtschaftskraft in die Stadt holen würde. Gut, das macht Laatzen auf der anderen Seite dann wieder wett. ;)

Noch effektiver wäre ein 'Rosinenpicken': Langenhagen-Kernstadt, Godshorn, Berenbostel, Havelse, Altgarbsen, Letter, Empelde, Hemmingen-Westerfeld, Laatzen-Mitte, Grasdorf, Altwarmbüchen. Gibt bei moderatem Flächenzuwachs mehr Einwohner als Frankfurt. Allerdings dürfte keine Landesregierung jemals eine solche Gebietsreform durchdrücken können, bei der sich die Landeshauptstadt alle interessanten Siedlungsteile einverleibt und der Rest bei strukturschwachen Umlandgemeinden verbleibt.

Hildesheim wäre, wie bereits diskutiert, in meinen Augen höchstens für eine Erweiterung der Region interessant. Das wird eines Tages mit Sicherheit auch so kommen.

Wishman
April 15th, 2013, 01:45 PM
Man muß die umliegenden Städte nicht unbedingt eingemeinden. Es funktioniert auch, wenn der Landkreis Hildesheim und die Region Hannover einer Verwaltung unterstellt werden, die überkommunale Aufgaben übernimmt. Das funktioniert seit vielen Jahren in der Region Hannover. Die Kernstädte und Umlandgemeinden können politisch weiterhin teilseparat regiert werden, so, wie das mit Langenhagen oder Laatzen (als Beispiele) auch praktiziert wird.

Wichtig ist m. E., daß sich Hannover insgesamt als Millionenstadt zu präsentieren vermag, so, wie es z. B. Paris auch macht: Die Kernstadt ist relativ klein, doch im Großraum Paris leben rund 11 Mill. Menschen (Es können auch 12 sein, die Angaben hierzu sind unterschiedlich). National, und vor allen Dingen international, wird Paris als Ganzes gesehen und nicht nur die Kernstadt.

Dieses Prinzip müßte für Hannover auch funktionieren, und der Wirtschaftsraum Hildesheim (so, wie auch der anderer Umlandgemeinden) wächst im Laufe der nächsten Jahrzehnte mit Hannover zusammen, auch auf baulicher Ebene. Das ist im Prinzip ein Automatismus, so, wie Laatzen, Langenhagen, Garbsen ebenfalls mit Hannover zusammen gewachsen sind. Diesen Prozess kann man dem Zufall überlassen oder vorsichtig steuern, was sicherlich sinnvoller wäre.

Der Vorteil ist doch der, daß sich Großprojekte (z. B. Verkehrsprojekte, Energieversorgung, Be- und Entwässerungsmaßnahmen, Gewerbeansiedlungen, etc.), die nicht an den politischen Gemeinde- oder Landkreisgrenzen enden, viel schneller und effektiver durchsetzen lassen, nur von einer Stelle bestimmt, und nicht zwei oder drei Entscheidungesträgern unterstellt werden, die alle das gleiche Procedere paktizieren.

Wenn das klappt, kann Hannover marktstrategisch punkten: Mit der Größe, mit dem Begriff 'Millionenstadt', mit der idealen Verkehrsanbindung, mit der Weitläufigkeit, mit der Kultur, mit den unterschiedlichsten Siedlungsformen (Metropole, Großstadt, kleine gemütliche Fachwerkstädte, ländliche Räume, maritimes Ambiente (Steinhude). Dann sollte eigentlich auch der skeptischste Hannoveraner, aber vor allen Dingen auswärtige Gäste, davon überzeugt sein, daß Hannover weder langweilig, noch eine graue Maus unter den Großstädten in diesen unserem Lande ist.

Die Menschen legen viel Wert auf die Verpackung, bevor sie auf den Inhalt schauen. Ist eine Ware ansehnlich verpackt, ist sie schon halb verkauft. Wir wissen jedoch auch, daß sich der Inhalt das eine oder andere Mal als Enttäuschung erweist. Doch wenn beides stimmt, und das wäre hier der Fall, müßte das in Zukunft auf unterschiedlichsten Ebenen Früchte tragen.

Der einzige Schwachpunkt, den ich hier sehe, sind unsere zaudernden Politiker, die es nicht einmal auf die Reihe kriegen, einen notwendigen U-Bahntunnel zu realisieren, oder einen einer Großstadt, respektive einer künftigen Millionenstadt, adäquaten Busbahnhof zu erstellen (um nur zwei Beispiele zu nennen). Vielleicht setzt dann, sollte sich diese Vision erfüllen, auch bei den Volksvertretern ein Umdenken ein. Am besten schon etwas früher, sonst funktioniert das alles nicht.

Nebenbei sei noch bemerkt, daß ein solcher Vorgang nicht nur auf Hannover beschränkt bleibt. Städte, wie Nürnberg, Dresden, Leipzig oder Bremen, werden ähnliche Entwicklungen durchlaufen, Auch sie könnten eines Tages zur Millionenstadt mutieren. Am ehesten sehe ich diese Chance für den Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen. Von Stuttgart oder Frankfurt will ich garnicht erst reden.

CrayZD
April 15th, 2013, 02:01 PM
Nebenbei sei noch bemerkt, daß ein solcher Vorgang nicht nur auf Hannover beschränkt bleibt. Städte, wie Nürnberg, Dresden, Leipzig oder Bremen, werden ähnliche Entwicklungen durchlaufen

Eben. Genau deswegen sehe ich auch nicht, dass Hannover von einer solchen Wahrnehmung überproportional profitieren könnte. Eher alle Städte dieser Größenordnung gleichermaßen.

Zwar 'überholt' Hannover als Agglomeration einige der ansonsten auf dem Papier geringfügig größeren Städte (Bremen, Leipzig, Dresden). Dafür schieben sich Städte wie Nürnberg oder Mannheim ihrerseits durch die größere Agglomeration vorbei. Von Bochum und Duisburg als Teil des Ruhrgebiets ganz zu schweigen.

Und wie Du schon schreibst: Frankfurt und Stuttgart spielen da in einer anderen Liga. Vor allem von der Größe des Stuttgarter Umfelds bin ich immer wieder überrascht.

Bremen bringt diese Betrachtung m.E. wenig, da das Umland dort noch ländlicher ist als das um Hannover herum. Und Oldenburg ist allein schon aufgrund der Ländergrenzen zu eigensinnig, um sich einem Bremer Raum unterzuordnen. Zumal Oldenburg auch nochmal eine andere Hausnummer ist als hier bei uns Hildesheim.

erbse
April 15th, 2013, 04:08 PM
Interessante Diskussion zum Verdichtungsraum Hannover.

Ist euch der Begriff der Regiopole (http://de.wikipedia.org/wiki/Regiopole) bereits untergekommen?

Dieser ging vor einiger Zeit von Rostock aus um und soll regionale Kraftzentren unterhalb der Metropolen und Metropolregionen besser definieren.

Die regionale Zusammenarbeit von Rostock und dem Landkreis Rostock ist seitdem z.B. noch deutlich intensiviert worden, Stadt und Umland wachsen immer stärker zusammen.

Wishman
April 15th, 2013, 04:18 PM
Gerade weil Hannover nicht allein wächst, sondern andere Städte dieser Entwicklung ebenfalls unterliegen, sollte man sich schon einige Gedanken um die künftige Entwicklung machen. Hannover nimmt unter den B-Metropolen eine gute Position ein; die wollen wir sicher halten oder verbessern. Wäre jedenfalls mein Wunsch.

Frankfurt oder Stuttgart können sich nur untereinander vergleichen. Diese Agglomerationen sind riesig. Aus der Rhein-Ruhrschiene läßt sich keine einzelne Stadt heraus picken, um sie mit Hannover zu vergleichen. Das scheitert schon an der Bevölkerungsdichte, die im direkten Vergleich zur Fläche etwa 4 Mal so hoch ist.

Ich sehe es auch erst einmal als Vision. Allerdings versuche ich, diese auf ein machbares Fundament zu stellen und mit tragenden Argumenten zu untermauern. Nun ist eine derartige Vision natürlich subjektiv und ich bin bemüht, sie möglichst ideal darzustellen. D. h., daß man auch immer ein wenig durch die rosarote Brille schaut. Doch so ganz abwegig finde ich sie nicht und ich werde die künftige Entwicklung sicher mit Spannung beobachten.

Wishman
April 15th, 2013, 04:25 PM
Den Begriff 'Regiopole' höre ich zum ersten Mal, oder er ist an mir vorbei gegangen.

Die Auflösung des Landkreises und die Fusion mit der Stadt Hannover zur Region ist ja sozusagen der Protagonist dieser Art der Verwaltungsreform, und das Auftreten als Gesamtregion in vielen Bereichen ist längst zur Selbstverständlichkeit geworden. D. h., es ist ein funktionierendes Konzept, das für andere Stadtregionen, unabhängig von der Größe, sicherlich auch interessante Aspekte zur weiteren Entwicklung bietet.

CrayZD
April 16th, 2013, 10:20 AM
Wobei man an der Region Hannover ja auch sehr gut die Schwierigkeiten solcher Konstrukte ablesen kann. Wirklich zusammengewachsen ist da leider noch nichts. Bestes, provinziell-unwürdiges Beispiel ist aktuell das Thema Müll. Der zuständige Regionsbetrieb braucht massive Nachhilfestunden in Sachen Transparenz... und die Umlandbewohner protestieren lautstark, weil sie als einer von drei Kreisen bundesweit ihre dämlichen Abfallsäcke behalten wollen. Ich hingegen würde es eher begrüßen, wenn auch beim DSD-Verpackungsmüll endlich konsequent auf Tonne umgestellt würde (wie es in so ziemlich jeder anderen deutschen Großstadt ja auch funktioniert), damit nicht mehr wöchentlich ganze Stadtviertel durch zerpfückte Müllsäcke verziert werden.

Ganz abstrus wird es bei Themen wie dem Nahverkehr. Da konnte man jahrzehntelang als loser Zweckverband prima zusammenarbeiten, und sobald das Konstrukt auf die Verwaltungsebene gehievt wird, ist Stillstand. Das Ganze wird zum Politikum, jeder misstraut dem anderen, und die Bürger misstrauen sowieso allen. Da lässt sich dann das ganze Ausmaß der Politik- und Bürokratieverdrossenheit mitsamt ihren Ursachen beobachten.

Wishman
June 2nd, 2013, 04:36 PM
Es kommt natürlich immer darauf an, was die Menschen aus einer Sache machen. Und da sind ins besondere die Behörden gefordert, eine gewisse Transparenz in ihre Vorhaben zu legen, so daß der Bürger auch versteht, wo die Absichten einer umfangreichen Verwaltungsreform liegen. D. h. auch, daß die Vor- und Nachteile offen gelegt und geprüft werden. Und wenn sich eine Maßnahme als unsinnig heraus stellt, sollte man sie durch eine bessere ersetzen.

Wenn das dann noch mit Bürgerbeteiligung geschieht, also nicht über deren Köpfe hinweg entschieden wird, nenne ich das lebendige Demokratie.