Berlin: News, Promis, Cinema, Culture, Art, misc ... [Archive] - SkyscraperCity

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trance-x
August 27th, 2004, 09:35 AM
http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040817/berlinboulevard/story697665.html
http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040817/berlinboulevard/87647.jpg
Film-Star Charlize Theron shoppt am Hackeschen Markt
Die Oscar-Preisträgerin kauft Kapuzen-Shirts und Schmuck

Sonnenbrille ins schwarz gefärbte Haar gesteckt, Zigarette hinters Ohr geklemmt, Trägerhemdchen im Knitterlook übergeworfen, dazu bequeme Strandlatschen: So unprätentiös schlenderte Hollywood-Star Charlize Theron Sonnabend beim Shoppen durch die Straßen am Hackeschen Markt.

Kein Puder im Gesicht, kein Lippenstift, kein Schmuck. Kein Wunder, dass sich niemand nach ihr umgedreht hat. Ohne Stylist sieht eben auch eine Oscar-Preisträgerin aus wie Du und Ich. Hinzu kommt: Charlize Theron ist mit schulterlangen, blonden Haaren berühmt geworden und auf die Titelseiten der Illustrierten gekommen. Jetzt trägt sie rollenbedingt einen schwarz gefärbten Pagenkopf.

"Meine Leute haben sie anfangs nicht erkannt. Sie kam in den Laden, schaute sich in aller Ruhe um, trug dann einige Sachen zur Kasse. Erst im letzten Moment hat meine Verkäuferin Susi Frau Theron erkannt. Und das, obwohl sie ein totaler Fan von Charlize ist. Beim Kassieren hat sie dann um ein Autogramm gebeten", berichtet Cora Schmid. Die Geschäftsführerin des Trendshops "East Berlin" an der Alten Schönhauser Straße konnte Charlize Theron von ihrer selbst designten Kollektion überzeugen.

Die Schauspielerin kaufte reichlich: drei olivfarbene Kapuzen-Shirts mit dem "EastBerlin"-Logo und einem mit Hand aufgestempelten pinkfarbenen Adler für je 69 Euro. Einen Baumwoll-Rock mit offenen Kanten für ebenfalls 69 Euro, ein perlenbesticktes Textilarmband mit Messingschnalle und Funkturm-Motiv (17,90 Euro) sowie einen Silberring. Auch Maria, die Verkäuferin im "Delight" an der Alten Schönhauser Straße, wo die Schauspielerin ein Kapuzen-Shirt von "Franklin & Marshall" (aus Italien, 89 Euro) kaufte, hatte Mühe, ihre bekannte Kundin zu erkennen.

"Die sieht in den Filmen und auf Fotos total anders aus. In echt ist sie viel kleiner und hat auch irgendwie ein viel normaleres Gesicht." Bei "Replay" an der Neuen Schönhauser Straße kam dann schließlich auch Therons Freund, der Schauspieler Stuart Townsend, auf seine Kosten. Die Schauspielerin schenkte ihm eine neue Jeans und sich selbst - na was wohl? - noch mal drei Shirts aus der neuen Herbst-Winter-Kollektion.

Der Einkaufs-Bummel war wohl erst einmal ihr letzter ausgiebiger, privater Ausflug in Berlin. Gestern begannen für die Schauspielerin in Potsdam die Dreharbeiten zu ihrem neuen Film "Aeon Flux". Der erste Set fand nicht in den Film-Studios statt, sondern unter freiem Himmel, mitten in der Natur. Mit den spektakulären Stunts für den Action-Thriller will die US-Produktionsfirma (Paramount Pictures) erst kommende Woche beginnen.

Auf ihrer letzten Shopping-Station, in einer Design-Boutique in den Hackeschen Höfen, wurde der Weltstar vom Verkaufspersonal dann doch noch erkannt. Gut für Charlize Theron: Die Schauspielerin kam um kurz nach 19 Uhr dort an, der Laden wollte gerade schließen. Wie bei anderen Hollywood-Stars auch üblich, gewährte man Charlize Theron exklusiven Eintritt ohne weitere Kunden und eine satte Stunde zum Anprobieren. Genug Zeit, um zwischendurch in aller Ruhe eine Zigaretten-Pause vor der Tür zu machen. In Amerika wäre das so ohne weiteres nicht möglich gewesen. Da ist Rauchen auf der Straße mancherorts polizeilich verboten.

Wieder ein Punkt mehr für die deutsche Hauptstadt. Hier können die Stars unerkannt tun und lassen, was sie wollen. Niemand belästigt sie. Alle freuen sich, wenn sie da sind. Vor allem die Ladenbesitzer. In Mitte, übrigens auch der Wohnkiez von Theron, werden sie jetzt bei Schwarzhaarigen wohl genauer hinsehen.

trance-x
August 27th, 2004, 09:36 AM
http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/berlinboulevard/story699781.html

Jodie Foster dreht in Charlottenburg
Hollywood-Schauspielerin ist in Berlin und steht im November für US-Thriller vor der Kamera
http://gfx.filmweb.pl/p/37/37.jpg
Das ist ja mal eine Überraschung: Jodie Foster ist gestern in Berlin gelandet und steht hier, wie man hört, Ende November für eine Woche vor der Kamera. Für den Thriller "Flight Plan". Ein Film im Stil eines Hitchcock-Thrillers, in dem die Hauptstadt eine tragende Rolle spielt. Zunächst wurden Locations besichtigt: außer einer Wohnung in Kudamm-Nähe Krankenhäuser, Krematorien und Leichenhallen.

Die Produzenten des Thrillers, Brian Grazer und Robert Di Nozzi, haben für die Filmaufnahmen eine 300 Quadratmeter große Altbauwohnung mit einer Zimmerflucht in Charlottenburg angemietet. Die Regie hat Robert Schwentke aus Thüringen übernommen. Für ihn ist das US-Projekt mit Jodie Foster, dem Star aus "Das Schweigen der Lämmer" in der Hauptrolle, sein Hollywood-Debüt. Der Streifen soll Mitte 2005 bundesweit im Kino anlaufen.

"Ja, wir wissen, dass dieser Film in Berlin gedreht wird", bestätigte Petra Strobel, Sprecherin von Buena Vista International Germany gestern der Berliner Morgenpost. Der Filmverleih mit Sitz München ist eine Tochter der Disney-Studios in Amerika und bringt den Action-Thriller 2005 auf den deutschen Markt.

Die Amerikaner nutzen für ihre aktuelle Produktion nicht, wie derzeit Charlize Theron oder ab Januar 2005 Tom Cruise, die Film-Studios in Babelsberg. Sie haben aber Berliner Locationscouts beauftragt, die wiederum Hand in Hand mit einer Agentur arbeiten, die Wohnungen vermietet. Die Agentur führt Kartei über Domizile, die von Privatpersonen für Dreharbeiten vermietet werden. In Augenschein nahmen die Berliner Helfer zunächst eine Wohnung zwischen Lietzenburger Straße und Kurfürstendamm. Mit Seidentapeten, altem, herrschaftlichen Stuck und Blick über die Dächer von Berlin. Der Vertrag, so hört man, scheiterte daran, dass die Zimmer der Wohnung nicht hintereinander lagen - und sich somit nicht für eine hektische Fluchtszene eigneten. Die Hollywood-Experten entschieden sich nun für eine andere Immobilie, auch in Kudamm-Nähe.

Das Drehbuch zu "Flight Plan", ein Film im Stil der Hitchcock-Produktionen, stammt aus der Feder der US-Autoren Peter Dowling, Terry Hayes und Billy Ray. Der Film handelt von einer Witwe (gespielt von Jodie Foster), die nach dem Tod ihres Mannes beschließt, mit ihrer Tochter von Berlin in die alte Heimat Amerika zurückzukehren. Im Flugzeug, auf einer Höhe von 30 000 Fuß, verschwindet die Tochter plötzlich spurlos ...

Die 22-jährige Erika Christensen ("Traffic") spielt die Tochter, Peter Sarsgaard ("Der Mann in der Eisernen Maske") einen Sitznachbarn der aufgelösten Mutter, der ihr bei der Suche mental eine Stütze ist. Auch Sean Bean ("Der Herr der Ringe", "Troja") ist für eine Rolle im Gespräch.
http://us.ent4.yimg.com/movies.yahoo.com/images/hv/photo/movie_pix/paramount_pictures/the_perfect_score/erika_christensen/score.jpghttp://www.tvazteca.com/espectaculos/especial_de/globo/images/fotosnotas/peter.jpghttp://www.tiscali.co.uk/entertainment/images/sean150.jpg
Berlin, Treffpunkt der Hollywood-Stars. Drei Flughäfen, unzählige Hotels und Apartments gewähren ihnen in der Millionenstadt Anonymität. Charlize Theron tauchte nach ihrer Ankunft im Juli erst einmal eine Woche unter, bevor sie in Babelsberg (dort dreht sie "Aeon Flux") und beim Shoppen am Hackeschen Markt gesichtet wurde. Tom Cruise schneit auch alle paar Wochen mal rein, um die Produktion seines Films "Mission Impossible III" (soll im Januar 2005 starten) vorzubereiten. Und nun Jodie Foster.

trance-x
August 27th, 2004, 09:40 AM
http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/berlinboulevard/#

Fantl plant Hollywood-Film für 55 Millionen Dollar in Babelsberg

Potsdam (dpa/bb) - Der Kölner Filmproduzent Jan Fantl will in den Babelsberger Studios einen Hollywood-Film mit einem Budget von 55 Millionen Dollar (45,5 Millionen Euro) drehen. Es gebe bereits Gespräche mit dem Brandenburger Wirtschaftsministerium über eine Landesbürgschaft, sagte er den «Potsdamer Neueste Nachrichten» (Freitag). Für seinen letzten in Babelsberg gedrehten Film «Beyond the Sea» erhielt Fantl bei einem Etat von 28 Millionen Dollar (23 Millionen Euro) eine Landesbürgschaft in Höhe von 4,5 Millionen Euro.
http://www.zab-brandenburg.de/bilder/studiobabelsberg_380x253.jpghttp://www.frickfilm.de/Kontakte/a_Studio_Bbg-gr.jpg

trance-x
August 27th, 2004, 09:42 AM
http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/wirtschaft/story699729.html

Weniger Geld nach Hollywood - Fonds sollen einen Teil ihres Geldes in die deutsche Filmwirtschaft investieren
Von Barbara Brandstetter

Berlin - Filmfonds sind bei deutschen Anlegern beliebt, lassen sich mit dem Investment doch noch üppige Steuervorteile sichern. Doch seit geraumer Zeit wächst die Gefahr, dass diese fiskalische Sonderbehandlung für Medienfonds gekippt wird. "Steueranreize für Privatanleger bei der Filmfinanzierung sind weiter nötig", sagt Georgia Tornow, Generalsekretärin der Produzentengemeinschaft "film20".

Die Fonds müssten jedoch umgestaltet werden, um nicht nur den Investoren, sondern auch dem Filmstandort Deutschland von Nutzen zu sein. Auf der Medienkonferenz Babelsberg 2004 forderte die Produzentengemeinschaft Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) auf, Steuervergünstigte Medienfonds aus Deutschland zu verpflichten, einen Teil ihres Geldes in die deutsche Filmwirtschaft zu investieren. "Bisher fließt das meiste Geld der deutschen Filmfonds nach Hollywood", sagt Tornow. Allein im vergangenen Jahr seien rund 1,7 Mrd. Euro aus deutschen Filmfonds im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gelandet. Die gesamte deutsche Filmförderung habe hingegen ein Volumen von 200 Mio. Euro. Die Folge: Die amerikanische Filmwirtschaft floriert, während sich hier zu Lande angesichts der öffentlichen Finanzmisere bei der traditionellen Filmförderung das "Ende der Fahnenstange" abzeichne. Der deutsche Fiskus, der den Steuervorteil gewährt, geht zudem unter dem Strich leer aus, denn das Geld wird in anderen Ländern ausgegeben. "Wir brauchen Steuervergünstigungen für die Platzierung von privatem Anlegerkapital für deutsche und internationale Filmproduktionen - jedoch mit einem klar definierten German Spend", fordert Tornow. Sprich: ein Teil des investierten Kapitals soll in Deutschland ausgegeben werden müssen. "Das würde der deutschen Filmwirtschaft einen Wachstumsschub verleihen", ist Tornow überzeugt. Konservativ gerechnet könnte damit die Beschäftigung in den angrenzenden Branchen verdreifacht und die Sozialkassen im Jahr 2010 um 330 Mio. Euro verringert werden. Vorbild für das von "film20" vorgeschlagene Steuermodell ist das britische System. Das so genannte Sale and Leaseback-Verfahren hat seit 1997 die ausländischen Filminvestitionen in Großbritannien auf 1,1 Mrd. Euro 2003 fast verdreifacht. Großbritannien zeige, dass das Modell funktioniert und auch für die deutsche Filmindustrie von großem Nutzen sein wird. "Damit könnte auch ein Teil der etwa 150 bis 200 Filmproduktionen, die an keinen Standort gebunden sind, nach Deutschland geholt werden", sagt Tornow.

trance-x
August 27th, 2004, 09:45 AM
http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/berlinboulevard/story699785.html

Geflüster 17. August 2004
Viele Frauen kommen nicht an schicken Schuhen vorbei, bei Top-Model Nadja Auermann sind es Taschen. Sie besitzt fast 30 Exemplare, auch einige der Luxusmarke Louis Vuitton, wie sie am Mittwochabend beim Empfang in den Vuitton-Räumen am Kurfürstendamm erzählte.
http://www.e-kolay.net/haber/images/nadja-auermann01.jpg
Dort hatten Gabriella Schnitzler (Geschäftsführerin Vuitton Deutschland) und Vogue-Chefredakteurin Christiane Arp zum Fashion-Apéritif geladen. Anlässlich des 150. Geburtstags von Louis Vuitton wurde die exklusive Jubiläums-Fotostrecke von Vogue mit der Berliner Titelbildschönheit Auermann präsentiert. Auch ihr schulterfreies Corsagen-Oberteil und der Chiffon-Rock trugen den Namen der Luxusmarke. Was trägt Nadja Auermann privat? "Im Sommer am liebsten Kleider und Röcke, wenn es kühler wird Hosen. Jeans allerdings zu jeder Jahreszeit."

Der britische Botschafter Sir Peter Torry ist Schirmherr des bis Sonntag laufenden 8. Internationalen MG-Treffens. Die Fahrer der tollen Kisten fahren heute um 8.30 Uhr von der Avus-Nordkurve aus einen Korso zum Auto-/Veranstaltungshaus "Meilenwerk" (Wiebestraße 36-37, Moabit). Am Sonnabend brechen 60 Teilnehmer zur Rallye ins Berliner Umland auf.
http://www.britischebotschaft.de/Images/arrivals_amb.jpg

Wer dieser Tage der Schauspielerin Anna Loos (33, Foto) begegnet, könnte glatt an ihr vorbeigehen: Sie trägt jetzt einen kurzen Bobschnitt, ist ein ganz anderer Typ. Anna Loos, die erst kürzlich ihre große Liebe, den Film- und Fernsehstar Jan Josef Liefers, 40, heiratete und Mutter einer 22 Monate alten Tochter ist: "In meinen letzten beiden Filmen wurden meine Haare arg strapaziert. Für den einen Film musste ich sie dunkel färben, für den anderen wurden sie verlängert. Hinterher sah ich aus wie ein gerupftes Huhn."

http://www.zdf.de/ZDFde/img/27/0,1886,2268059,00.jpghttp://www.rbbm.de/images/Jan-Josef%20Liefers.jpg

trance-x
August 27th, 2004, 09:46 AM
http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/berlinboulevard/#

17. August 04, Pekinger Oberbürgermeister auf dem Weg nach Athen in Berlin
http://www.chinareport.com.cn/18s/sars/images/03-sars-2a.jpghttp://graffiti.netbase.org/KULTURFOTOS/wowereit.jpg
Berlin (dpa/bb) - Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) empfängt heute (Freitag) den Oberbürgermeister der chinesischen Hauptstadt Peking, Wang Qishan. Die Regierungschefs der beiden Partnerstädte treffen sich am Vormittag zu einem Gespräch im Roten Rathaus. Anschließend trägt sich der Gast im Wappensaal in das Goldene Buch ein. Nach seinem Besuch in Berlin reist Wang nach Athen, wo er bei der Abschlussfeier der Olympischen Spiele die Fahne für die nächste Olympiade in Peking 2008 entgegennehmen wird.

Max BGF
August 30th, 2004, 02:30 AM
http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/wirtschaft/story699729.htmlAbgesehen davon, daß ich nicht verstehe, warum bei unserer Staatsverschuldung Filmfonds überhaupt steuerlich begünstigt sind, würde mich interessieren,
"Bisher fließt das meiste Geld der deutschen Filmfonds nach Hollywood"wer eigentlich daran ein Interesse haben kann.

Damit der Eintritt für den kleinen Mann billiger wird ?

DiggerD21
August 30th, 2004, 03:34 AM
würde mich interessieren,
wer eigentlich daran ein Interesse haben kann.

Damit der Eintritt für den kleinen Mann billiger wird ?

In dem Fall wäre eine direkte Subventionierung der in Deutschland agierenden Filmverleiher effizienter. ;)

Vielleicht kriegt Roland Emmerich ja sonst nicht seine Milliönchen für seine Filmchen zusammen. ;)

Im ernst: Das würde mich jetzt auch interessieren. Vielleicht landet das Geld in Hollywood und als Gegenleistung werden ein paar Szenen (oder sogar ganze Hollywood-Filme) in Deutschland gedreht.

Max BGF
August 30th, 2004, 10:10 AM
In dem Fall wäre eine direkte Subventionierung der in Deutschland agierenden Filmverleiher effizienter. ;)

Vielleicht kriegt Roland Emmerich ja sonst nicht seine Milliönchen für seine Filmchen zusammen. ;)

Im ernst: Das würde mich jetzt auch interessieren. Vielleicht landet das Geld in Hollywood und als Gegenleistung werden ein paar Szenen (oder sogar ganze Hollywood-Filme) in Deutschland gedreht.Wahrscheinlich wird der Milliardenaufwand getrieben, damit sich Wowi an vier Tagen im Jahr im Glanz eines Hollywood-Stars sonnen kann. Als Gegenleistung nämlich werden ein paar Premieren in Berlin durchgeführt. Unmöglich ist überhaupt nichts.

trance-x
August 30th, 2004, 03:53 PM
max ...

hast du das gefuehl besonders gebeutelt zu sein oder umgekehrt reicher zu sein, wenn in berlin nix investiert wuerde? ;)

nein. die sache mit dem filmfond hatte mit berlin zunaechst einmal wenig zu tun, genau genommen hat es noch nicht einmal mit dem deutschen film viel zu tun ... was da wirkt ist ein ganz normaler globalisierungsprozess. ein fond kann geld erwirtschaften, justiert sich auf die lukrativsten strukturen ein (das sind nun einmal hollywoodproduktionen) und der rest ist dann eine frage des ringens um die richtige organisation, damit a) dem staat nichts entgeht sowie b) die kunst nicht ungegeht, der standort gestaerkt bzw. eben die allgemeine "sinnfrage" taugt sowie auch c) die fondzeichner nicht enttaeuscht werden ... etc.


hier mal ein aelterer auszug aus der welt ...


Reihenweise Oscars für Minister Eichel Deutsche Filmfonds bezahlen halb Hollywood.
Jetzt will der Fiskus dem Steuersparmodell den Boden entziehen
von Ulrich Machold

Während die Stars und Sternchen der Glamourwelt nach den Oscar-Verleihungen am vergangenen Sonntag wohl noch damit beschäftigt sind, auf sich selbst anzustoßen, dürfte ihren Produzenten die Lust aufs Feiern immer mehr vergehen. Denn ein großer Anteil der Mittel, mit denen viele Hollywood-Filme produziert werden, kommt aus Deutschland. Und damit könnte bald Schluss sein.

Allein 46 der insgesamt 157 für einen Academy Award nominierten Werke wurden mit Geld aus deutschen Filmfonds gedreht. Die geschlossenen Fonds sammeln hier zu Lande Kapital ein und finanzieren damit die Produktion. Im Gegenzug sind sie am Einspielergebnis des Films und der gesamten Verwertungskette über Video, DVD und Fernsehen beteiligt. 13 Oscars gingen so dieses Jahr an Deutschland. Beziehungsweise an Hans Eichel. Denn das meiste in Hollywood investierte Geld stammt mehr oder minder direkt aus dem Staatssäckel. Die Fonds dienen vor allem als Steuersparmodell - und das mit durchschlagendem Erfolg: Seit 1998, als das Konstrukt Filmfonds auf breiter Front das Licht der Welt erblickte, steckten deutsche Privatanleger rund acht bis zehn Milliarden Euro in die Anlagegesellschaften. Nicht überraschend, denn die Initiatoren versprachen, was es sonst fast nirgends mehr gab: eine 100-prozentige Verlustzuweisung, steuerlich voll geltend zu machen, sofort beim Kauf.

Das funktioniert, weil ein Film laut deutschem Steuerrecht für seinen Fabrikanten ein "immaterielles Wirtschaftsgut" ist. Damit firmiert ein Investor in einen Filmfonds, die meistens in Form von ineinander verschachtelten Kommanditgesellschaften organisiert sind, nicht als Anleger, sondern als Filmproduzent und kann den gesamten Anlagebetrag auf einen Schlag von der Steuer absetzen. Durchschnittlich zwei Milliarden Euro kostete das Hans Eichel pro Jahr.

Jetzt aber ist es wohl vorbei damit. Denn der Fiskus hat offenbar den lange gesuchten Schalter in der Hand, um dem Steuersparmodell Filmfonds das Licht auszuknipsen. Die Vorlage: zwei Urteile des Bundesfinanzhofs von 2001. Dort fanden die Richter, dass bei manchen geschlossenen Immobilienfonds Provisionen und andere Werbungskosten nicht zur unternehmerischen Tätigkeit gehören, sondern Anschaffungskosten seien. Damit können sie nicht mehr sofort, sondern nur noch über 50 Jahre verteilt abgeschrieben werben. Findige Beamte der Bundesfinanzverwaltung übertrugen dies sogleich auf die Filmfonds. Begründung: Da die Investoren meist nicht einmal wüssten, woran ihr Geld überhaupt mitarbeite, sei auch die Teilhabe an einem Filmfonds keine unternehmerische Tätigkeit, sondern ein simpler Kauf. Damit könnte das angelegte Geld ebenfalls nur über 50 Jahre abgeschrieben werden. Vorher hatte man schon Verlustzuweisungsgesellschaften, die Steuervorteile abschöpfen wollen, den Boden entzogen.

Für die Medienfondsbranche geht das an die Substanz. Denn die Steuerersparnis war ein zentrales Argument, um in die Konstrukte zu investieren. Fällt sie weg, sind viele Produktionen in Gefahr. "Wenn Eichel damit durchkommt, kann man die Sache zuklappen", sagt Eberhard Kayser, Geschäftsführer des Anbieters Cinerenta in München. Nach eigenen Angaben ist Kayser der größte ausländische Filmproduzent in Hollywood. Fünf Fonds mit einem Volumen von zusammen 500 Millionen Euro hat die Firma im Angebot, der letzte schließt in diesem Jahr. Kayser fühlt sich ungerecht behandelt. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", sagt er, "wir haben Software, die Erträge und Kosten kontrolliert, wir sichern uns durch Bankbürgschaften ab und zahlen für alle Fonds eine ordentliche Rendite. Und jetzt soll uns das kaputtgemacht werden."

Kayser weiß, warum er das alles betont. Denn von den Steuereffekten abgesehen, ist unklar, ob viele Filmfonds sich überhaupt rentieren. Da die Branche jung ist, existieren kaum aussagekräftige Bilanzen. Und von allen Seiten wird den rund 35 Betreibern Mauschelei vorgeworfen. "Man kann nur den wenigsten Filmfonds-Anbietern trauen", sagt Stefan Loipfinger, unabhängiger Experte für Beteiligungsmodelle und Autor mehrerer Bücher zum Thema Fondsinvestments. "Und bei den Allerwenigsten kommt Gewinn raus. Die mit den Produktionsfirmen ausgehandelten Konditionen sind meist so ungünstig, dass da gar nichts übrig bleiben kann." Das Problem: Die Fonds investieren zu über 90 Prozent in amerikanische Produktionen, deren Abläufe sie kaum überwachen können. Da schleichen sich leicht Posten in die Rechnung, die dort womöglich nichts zu suchen haben.
Werbungs-, Vertriebs- und Verwaltungskosten können zu immenser Größe aufgeblasen werden, was am Ende den Profit schmälert - und damit die Zahlungen an die Fonds.

Die Zeche zahlen die Anleger - oder die Versicherungen. Denn manche Fonds sichern sich zu Hause gegen Flops ab, mit teilweise bizarren Konsequenzen: So musste vor einigen Jahren angeblich der "Totalausfall" des Films "Face/Off" ersetzt werden, weil laut US-Studio kein Gewinn abgefallen war. Bitter, denn der Streifen mit John Travolta und Nicholas Cage war ein weltweiter Kassenschlager. Lange machte wegen solcher Stilblüten das Wort vom "stupid German money" in den USA die Runde, vom "dummen deutschen Geld", das eimerweise über den Atlantik schwappte und sich den US-Studios noch zu den haarsträubendsten Bedingungen gleichsam aufdrängte. "Davon sind die Amerikaner immer noch viel zu verwöhnt", meint Stefan Loipfinger. "Wer als Deutscher vernünftige Verträge fordert, wird komisch angeguckt und weggeschickt."

Doch selbst das dumme deutsche Geld in Amerika ist nur ein Teil dessen, was die Anleger tatsächlich in die Fonds gesteckt haben. Teilweise erheben die Betreiber derart horrende Provisionen und Gebühren, dass am Ende nur 60 Prozent des Kapitals in der Filmproduktion landet. "Leider gibt es Betreiber, die Kosten von 30 bis 40 Prozent einbehalten", sagt Michael Oehme, Präsident des Verbands Deutscher Medienfonds. "Seriöse Fonds sollten aber zehn oder elf Prozent nicht übersteigen. Und es kommen durchaus zehn Prozent und mehr an Rendite heraus - nach allen Kosten." Oehme hat die nicht beneidenswerte Aufgabe, der Miesmacherei entgegenzutreten. Da helfen Erfolgsstorys mit zweistelliger Rendite. Denn die geschlossenen Fonds besitzen oft keine Substanz, aus der sie nach Ende der Laufzeit von meist sieben bis acht Jahren das eingesetzte Kapital zurückzahlen könnten. Am Ende der Verwertungskette sind die Filme meist kaum noch etwas wert. Für die Anleger muss sich das Investment daher allein durch die Ausschüttungen rechnen. Das tut es aber nicht immer. "Viele Anbieter erzielen nicht das, was sie sich vorgenommen haben", sagt Oehme. "Aber ´stupid German money' gibt es nicht mehr. Wir investieren nur in erfolgreiche Filme."

Manchmal scheint das durchaus zu klappen. Einige Fonds schütten regelmäßig mehr als 20 Prozent Gewinn aus - nach Einrechnen des Steuereffekts werden daraus über 40 Prozent. "Filmfonds sind keine Scharlatanerie", sagt Thomas Packenius von der Vermögensverwaltung Packenius, Mademann und Partner in Düsseldorf. "Seriöse Modelle funktionieren auch. Ein guter Fonds kann leicht neun Prozent bringen, manchmal deutlich mehr." Nur müsse man als Anleger ein paar Voraussetzungen erfüllen: Ein hoher Steuersatz, um die Abschreibungsvorteile nutzen zu können, gehört dazu, und ein Grundverständnis der unübersichtlichen Filmindustrie. "Das ist nix für alte Omas", sagt Packenius.

Mittlerweile ist die Sache schon zum Politikum geworden. So wettert Uwe Boll, Filmregisseur, -produzent und Fondsinitiator in einer Person, gern gegen seine unpatriotischen Kollegen: Dadurch, dass das ganze Geld nach Hollywood gehe, würde die durch die Abschreibungsmöglichkeiten gewollte Unterstützung des deutschen Films ad absurdum geführt. Der 37-Jährige fürchtet auch, dass die Steuerbeamten nun das Kind mit dem Bade ausschütten: "Das wäre eine Katastrophe für die deutsche Filmwirtschaft", sagt Boll, "es gibt politische Grundsatzentscheidungen, den Medienstandort Deutschland zu fördern." Boll plädiert daher für ein Modell, wie in Kanada: Steuerfreiheit nur noch für Fonds, die das Geld auch überwiegend in München, Köln oder Potsdam-Babelsberg wieder ausgeben. Es stellt sich allerdings die Frage, ob die kleine deutsche Filmwirtschaft überhaupt Verwendung für solche Summen hätte.

Und hoffentlich hat Boll da nichts falsch verstanden. Denn die Finanzverwaltung meint, eine politische Subventionsabsicht gebe es in keiner Weise. "Das hat sich einfach entwickelt", sagt ein Beamter, der es wissen muss. "Und jetzt setzen wir nur die Rechtssprechung um. Was für Immobilienfonds gilt, muss für alle gelten, wenn man Steuergerechtigkeit will." Dass das ganze Geld ja eh in Hollywood lande, gebe der Sache höchstens zusätzlich ein "bisschen Geschmäckle".

Die Zielrichtung ist also klar, die entsprechende Änderung des Steuerrechts wird in einem neuen Medienerlass erwartet, der in diesem Herbst kommen soll. Bis dahin gilt eine Ausnahmeregelung: In Fonds, die vor dem 1. September 2002 eröffnet wurden, können Anleger noch bis Ende 2003 gefahrlos investieren. Ansonsten drohen Rückzahlung der Steuervorteile und Krach mit dem Finanzamt.

Alles, was den Exitus der Filmfonds aufhalten könnte, wäre wohl eine Intervention der Politik. Vielleicht entdecken Hans Eichel und Kollegen ja doch noch ihre Schwäche für den Film, auch den deutschen - obwohl von den Beamten verlautet, das sei "nicht zu erwarten". In dem Fall "packen wir halt zusammen", sagt Eberhard Kayser, "und verkaufen demnächst Kuchen oder so was". (...)


ps: deine vorstellung von wegen "ein paar premieren in berlin" ist praktisch eine ressentiment-variation, die es auch in anderen versionen gibt, je nach perspektive halt: andere sagen "damit halt ein paar deutsche schauspieler durchs bild laufen und sich abknallen lassen koennen" ...

sinnvoll ist es aber durchaus: man sollte die gewichtung nutzen (und das liesse sich durchaus nutzen, das soweit ich mich entsinne sogar potenteste finanzielle bein aller laender in hollywood zu haben) ... ich wuerde ansonsten versuchen den fond einerseits durchaus an hollywoodproduktionen beteiligt zu lassen, um das niveau, gewinnpotential des fonds zu halten/heben, der dann andererseits ueber diese wege den standort deutschland, die filmlandschaft erweitern und unterstuetzen kann ... also eine mixture aus beidem ...
das kann der staat aber nicht einfach so direkt befehlen, jede regel erzeugt auch neue loecher.. entsprechend ringt er nach der besten form ...

larved
August 30th, 2004, 04:18 PM
Eine leider nicht so gute Nachricht dürfte sein, dass der Fernsehsender N-TV zukünftig wohl nur noch ein kleines Hauptstadtstudio besitzen wird, da der Hauptsitz von Berlin (ich glaube nach Köln) wegverlagert wurde. Ist mir heute erst mit dem neuen Studio-Outfit aufgefallen...:cry:

Edit:
Naja is nur'n kleiner Sender..;) Aber leistet immerhin teilweise Öffentlichkeitsarbeit für die Städte..

trance-x
August 30th, 2004, 04:37 PM
yep, das ist schon ne weile her. rtl hat da strukturen zusammengelegt, die sie in koeln schon hatten (rtl hatte ja schon nachrichten, auch technik) um einsparungen vorzunehmen ... allerdings kann sich das im laufe der zeit noch aendern, denn auch fuer sie gilt: derlei doppelstruktur bleibt unguenstig .. sie hatten aber auch kaum eine auswahl, die alternative waere eine komplette verlagerung des gesamten RTL-standortes gewesen ... dazu ist wiederum n-tv in relation zu rtl zu klein um ausschlaggebgend zu sein. ausserdem waren schnelle einsparerfolge gefragt ...

ps: geaendert hat sich insgesamt sowieso nicht viel, weil vorher schon (ich hab ne bekannte, die dort gearbeitet hat) wie bei allen anderen medien auch tuechtig personal entlassen wurde ... bei derlei nachrichtensendern ohnehin nicht viele ...

eine monatlich geupdatete kollektion positiver nachrichten (berlin business news auf den senatsseiten) findest du im uebrigen hier: http://www.wfbi.de/online/de/U/v/4/nl_registration.jsp?nav1=open

(einfach rechts die BBNs, die monatlich rauskommen, anklicken ... kannste dir auch automatisch zuschicken lassen) ... die sind natuerlich nur ein teil der gesamten medaille ...

Max BGF
August 30th, 2004, 05:11 PM
max ...

hast du das gefuehl besonders gebeutelt zu sein oder umgekehrt reicher zu sein, wenn in berlin nix investiert wuerde? ;) Ganz und gar nicht. Wie Du so weiß auch ich, daß es mir am besten geht, wenn es Berlin gut geht. Ich wünsche Berlin alle Investitionen der Welt, wenn noch ein paar Investitionstropfen für den Rest übrig bleiben. Die wenigen mich ärmer machenden Investitionen sind diejenigen, welche ich per Bund (in Berlin) tätigen muß, obwohl wegen des falschen Investitionsobjekts klar ist, daß sie sich niemals in Form von späteren Rückflüssen in größerer Höhe amortisieren werden.

... ich wuerde ansonsten versuchen den fond einerseits durchaus an hollywoodproduktionen beteiligt zu lassen, um das niveau, gewinnpotential des fonds zu halten/heben, der dann andererseits ueber diese wege den standort deutschland, die filmlandschaft erweitern und unterstuetzen kann ... also eine mixture aus beidem ...Du sagst es damit selbst: Wirtschaftliche Produktion in Hollywood soll unwirtschaftliche Produktion in Deutschland subventionieren. Klar, daß man dies von amerikanischen Produzenten nicht verlangen kann. Also wird es Chefsache und der Bund kümmert sich per Steuergesetzgebung um die falschen Rahmenbedingungen. Immerhin wird man dafür auf den diversen Galaabenden gelobt und der Steuerzahler ist ja eh doof. :D

Natürlich wirst Du, @trance argumentieren, daß dies nur eine Übergangszeit sei und nach Etablierung des Filmstandorts Deutschland läuft das Geschäft von alleine...
Ich sage Dir nun wie es läuft, sei ganz Ohr: Die Amis sind nicht dumm, nehmen die ganzen Förderungen mit, lachen hinter vorgehaltener Hand über die Deutschen, die mit ihrer sozialen Marktwirtschaft auf diese Weise gnadenlose Umverteilung von unten nach oben praktizieren. Dafür nehmen sie sogar in Kauf, manch Premierenfeier von irgendeiner deutschen Filmförderungsgesellschaft oder Regierungsunterinstitution bezahlen zu lassen :laugh:, gerne sogar in Berlin, neuerdings Helmut-Newton-Town :laugh:

In dem Moment, wo wirklich Gefahr besteht, daß D zu einem Verlustgeschäft werden könnte, weil der Standort Hollywood auch wirtschaftliche Produktionen verliert, darfst Du mal raten, wer den finanziell längeren Atem hat:

USA, Kalifornien, Hollywood, Beverly Hills
oder
Deutschland, Berlin, Babelsberg, Ufa

:laugh::laugh::laugh:


... das kann der staat aber nicht einfach so direkt befehlen, jede regel erzeugt auch neue loecher.. entsprechend ringt er nach der besten form ...Würde er aber gern, da ist er wieder.

Der Kardinalfehler ;)

Max BGF
August 30th, 2004, 05:53 PM
@trance

Wollte nur mal schnell nachfragen, ob Du schon an der Antwort sitzt?

trance-x
August 30th, 2004, 06:45 PM
max ...

Ganz und gar nicht. Wie Du so weiß auch ich, daß es mir am besten geht, wenn es Berlin gut geht. Ich wünsche Berlin alle Investitionen der Welt, wenn noch ein paar Investitionstropfen für den Rest übrig bleiben. Die wenigen mich ärmer machenden Investitionen sind diejenigen, welche ich per Bund (in Berlin) tätigen muß, obwohl wegen des falschen Investitionsobjekts klar ist, daß sie sich niemals in Form von späteren Rückflüssen in größerer Höhe amortisieren werden.
davon wird schnell geredet, die wirklichkeit sieht oefter mal anders aus. aber was hat das mit dem thema zu tun?



Du sagst es damit selbst: Wirtschaftliche Produktion in Hollywood soll unwirtschaftliche Produktion in Deutschland subventionieren. Klar, daß man dies von amerikanischen Produzenten nicht verlangen kann. Also wird es Chefsache und der Bund kümmert sich per Steuergesetzgebung um die falschen Rahmenbedingungen. Immerhin wird man dafür auf den diversen Galaabenden gelobt und der Steuerzahler ist ja eh doof. :D
1. was hat nun aber berlin substanziell damit zu tun?

2. hollywood spielt bei der eigentlichen "produktion" keine sonderliche rolle mehr. zu teuer. die produktion selbst findet woanders statt, in kanada, in europa, in asien ... der gouvernator "schwarzenegger" warb ja u.a. damit, diese produktionsverlagerungen wieder zurueckbringen zu wollen ...

im klartext: hollywood hat eher finanzmanagement-, kanalisierungs-, organisations-, praesentationscharakter ... dies nur als allgemeine info nebenbei ...



Natürlich wirst Du, @trance argumentieren, daß dies nur eine Übergangszeit sei und nach Etablierung des Filmstandorts Deutschland läuft das Geschäft von alleine...
nein. ich hatte nur "nebenbei" kundgetan, wie sich ein "filmfond" sinnvoll fuer deutschland betrachten liesse. ansonsten hatte ich mich weder fuer noch gegen den filmfond ausgesprochen, sondern wollte vor allem nur mal vorstellen, worums da eigentlich so geht ...



Ich sage Dir nun wie es läuft, sei ganz Ohr: Die Amis sind nicht dumm, nehmen die ganzen Förderungen mit, lachen hinter vorgehaltener Hand über die Deutschen, die mit ihrer sozialen Marktwirtschaft auf diese Weise gnadenlose Umverteilung von unten nach oben praktizieren. Dafür nehmen sie sogar in Kauf, manch Premierenfeier von irgendeiner deutschen Filmförderungsgesellschaft oder Regierungsunterinstitution bezahlen zu lassen :laugh:, gerne sogar in Berlin, neuerdings Helmut-Newton-Town :laugh:
du mischt immer wieder berlin rein, das gehoert aber gar nicht zum eigentlichen thema. dass berlin als filmstadt und allgemeinen verflechtungen natuerlich vage ins thema passt, ist nicht automatisch gleichbedeutend damit, dass alles damit zu tun hat.

helmut newton war ansonsten ein berliner, der nach dem kalten krieg eben auch wieder zurueckkehrte. das hat mit hollywood weniger zu tun als mit seinen persoenlichen bezuegen ... wenn, dann betraefe das zudem eher eine etwas andere kunstszenerie ...

was hollywood betrifft, waere eher "michael ballhaus" relevant, der eine der bekanntesten hollywood-kameramaenner der welt ist, ebenfalls nach berlin zurueckkehrte und viel fuer den deutschen film und den standort berlin macht ... berlin besticht einfach aus einer reihe solcher verbindungen.. nicht vergessen: es war der gegenpol zu los angeles vor dem zweiten weltkrieg.. da gibts noch jede menge verbindungen, nachwirkungen ...

das hat mit dem "deutschen filmfond" aber zunaechst mal wenig zu tun...



In dem Moment, wo wirklich Gefahr besteht, daß D zu einem Verlustgeschäft werden könnte, weil der Standort Hollywood auch wirtschaftliche Produktionen verliert, darfst Du mal raten, wer den finanziell längeren Atem hat:
USA, Kalifornien, Hollywood, Beverly Hills
oder
Deutschland, Berlin, Babelsberg, Ufa

du hast dich ganz offensichtlich in einen abstrusen diskussionszweig reingesteigert und euphorisiert. thema war nicht, ob babelsberg relevanter als hollywood ist. es ging um den deutschen filmfond bzw. filmfonds ... insofern betrifft das eher deutschland an sich, den anlage- und finanzmarkt, globalisierung ... oder wir disputieren den kuenstlerischen aspekt, den zusammenhang zum deutschen film an sich etc.


Würde er aber gern, da ist er wieder.
Der Kardinalfehler ;)
eher ein weiteres beispiel wie sich wieder mal jemand in eine berlin-diskussion reinsteigert, die gar nicht losgetreten wurde ... ;)

Max BGF
August 30th, 2004, 08:43 PM
thema war nicht, ob babelsberg relevanter als hollywood ist. es ging um den deutschen filmfond bzw. filmfonds ... insofern betrifft das eher deutschland an sich, den anlage- und finanzmarkt, globalisierung ... oder wir disputieren den kuenstlerischen aspekt, den zusammenhang zum deutschen film an sich etc.

eher ein weiteres beispiel wie sich wieder mal jemand in eine berlin-diskussion reinsteigert, die gar nicht losgetreten wurde ...Muß Dir völlig zustimmen. Wie sollten Bundesgesetze auch nur für Berlin gelten, nech? ;)

Ich meinte also Deutschland. Daß Berlin starauftrittsmäßig am meisten profitiert, ist deren Geschick, wogegen man außer Neid nichts haben kann.

Allerdings - um eine umfassende Antwort zu bekommen - war es doch gut, Berlin im Sinne eines pars pro toto zu wählen. Denn, wie Du richtig schreibst, die Fixierung und Reinsteigerung in Berlin-Diskussionen erreicht hier unerreichte totale Ausmaße ;) ;)

trance-x
August 30th, 2004, 11:40 PM
Muß Dir völlig zustimmen. Wie sollten Bundesgesetze auch nur für Berlin gelten, nech? ;)
genau. soweit sind wir noch nicht. wenn wir soweit sind, wirst du das daran festmachen koennen, dass vermehrt von preussen statt europa gesprochen wird und ich die uebrigen deutschen staedte und angrenzenden nationen in berliner bezirke unterteile bzw. dem naeheren speckguertel zurechne ... :lol::hilarious



Ich meinte also Deutschland. Daß Berlin starauftrittsmäßig am meisten profitiert, ist deren Geschick, wogegen man außer Neid nichts haben kann.
zumal davon mitprofitiert wird .. aehnlich wie beim tourismus erhoeht sich der stellenwert gemeinhin fuer alle, auch andere staedte legten folgerichtig zu. also sei dir bewusst: gehts berlin gut, gehts dir gut ... ueberhaupt solltest du dein leben viel mehr danach ausrichten ... :righton::hahaha:



Allerdings - um eine umfassende Antwort zu bekommen - war es doch gut, Berlin im Sinne eines pars pro toto zu wählen. Denn, wie Du richtig schreibst, die Fixierung und Reinsteigerung in Berlin-Diskussionen erreicht hier unerreichte totale Ausmaße ;) ;)
das erreichen die montagsdemos echomaessig auch. kein grund das ueberzubewerten ... ;)

:no::okay::wave:
http://mywebpages.comcast.net/mccaffrey/photos/c4berlin/clinton.jpg

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http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/berlinboulevard/story700442.html

Orientalisches Mode-Märchen
Modedesigner Harald Glööckler inszeniert "L'Haareem" im Platanenwald des Jüdischen Museums
http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/berlinboulevard/pop_88353.jpg
Sehr figurbetont: Geschnürte Korsagen und enge Röcke, mit Seidenblumen geschmückt. So lustwandelten Glööcklers Models durch den Platanenwald des Jüdischen Museums

Wahrlich pompös: Harald Glööckler (34), "Pompöös"-Modedesigner, wählte eine ungewöhnliche Kulisse für seine traumhaft schönen Kreationen aus kostbaren Stoffen aus. Der Platanenwald im Jüdischen Museum wurde am Sonnabend anlässlich der Langen Nacht der Museen zum exklusiven Laufsteg für Glööcklers orientalisches Märchenspiel in fünf Akten, "L' Haareem". 15 Models und fünf Dressmen ließ der Modeschöpfer durch den romantisch beleuchteten Märchenwald lustwandeln, beschallt von Opernmusik (unter anderem Mozarts "Entführung aus dem Serail") und orientalischen Klängen.

Ein Hauch von 1001 Nacht wehte über den Platanenwald, der an diesem Abend etwas Geheimnisvolles, Verwunschenes ausstrahlte. Die Kostüme - mit langen Schleppen, üppigen Dekolletees, ausschweifenden Röcken und viel Transparent-Look - wurden von Andreas Fuchs, dem Lichtdesigner des Regisseurs Robert Wilson, ins rechte Licht gesetzt. Die opulent-barocken Modelle hatte Glööckler speziell für den Abend entworfen.

Beim Defilee auf dem silbernen Zickzack-Laufsteg wirkte der Modedesigner mit seinen dunkel geschminkten Augen und dem glänzenden Abendanzug selbst ein wenig wie ein orientalischer Prinz. Für den Kopfputz sorgte Star-Figaro Udo Walz, Visagist René Koch zauberte das üppige, farbenfrohe Make-up.

Das rund 40 Minuten dauernde Modespiel, in dem die schönen Prinzessinnen beim Spazieren im Park von plötzlich auftauchenden Eindringlingen erschreckt werden, diese später jedoch bei einem geheimen Rendezvous näher kennen lernen, endete mit einem festlichen Finale der Haremsprinzessinnen. Ende gut, alles gut. . .

Das war auch die Devise von Klaus Siebenhaar vom Kultursommer-Team des Jüdischen Museums, das für die Produktion des Mode-Märchens verantwortlich zeichnete. Zwei Stunden lang hatte Siebenhaar mit seinen Mitarbeiterinnen nach Regenschauern Laufstege und Sitzreihen trocken gewischt.

Passend zum Thema des Abends gab es im VIP-Zelt ein orientalisches Büfett. Zwei der Gäste staunten nicht schlecht: Benefiz-Lady Ulla Klingbeil und der Düsseldorfer Bauunternehmer Stefan Schneider sahen sich plötzlich im gleichen Leoparden-Anzug aus Glööcklers Kollektion am Büfett stehen. Beide nahmen es mit Humor.


http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/berlinboulevard/story700440.html
Franco Frattini
http://www.rainews24.it/ran24/immagini/frattini_franco.jpg
, Italiens Außenminister, kommt wegen des 50. Todestags von Alcide de Gasperi in die Adenauer-Stiftung: "Gasperi und Adenauer: Gründungsväter Europas".

Mavie Hörbiger
http://www.djfl.de/entertainment/djfl/1105/110854b4.jpg
kommt zur Präsentation von "7 Zwerge, Männer allein im Wald".

trance-x
August 31st, 2004, 12:53 AM
http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040810/berlin/story696161.html
Rätselraten über Tod des SPD-Politikers Matthae
Abschiedsbrief gefunden: Staatsanwaltschaft geht von Selbstmord aus - Klaus Wowereit würdigt Arbeit des verstorbenen Parteifreundes
Von Joachim Fahrun und Karsten Hintzmann
http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040810/berlin/pop_87306.jpg
SPD-Landesgeschäftsführer Andreas Matthae ist tot. Der 35 Jahre alte Politiker wurde am Sonntag von einem Bekannten in seiner Wohnung erhängt aufgefunden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Matthae seinem Leben selbst ein Ende gesetzt hat. Behörden-Sprecher Michael Grunwald sagte: "Die durchgeführten Ermittlungen haben keinerlei Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden am Tod des Politikers erbracht." Zudem sei ein Abschiedsbrief gefunden worden.

Über die Motive für Matthaes Selbstmord gibt es derzeit nur Spekulationen. Sowohl aus Parteikreisen als auch aus dem engeren persönlichen Umfeld Matthaes verlautete, es habe massive Probleme im Management zweier Lokale in Mitte gegeben, die Matthae bis vor kurzem als Gastronom geführt hatte. Es soll zu erheblichen Unregelmäßigkeiten gekommen sein. Unter anderem sollen Rechnungen nicht bezahlt und Sozialversicherungsbeiträge für Mitarbeiter nicht abgeführt worden sein. Außerdem soll Matthae finanzielle und auch private Probleme gehabt haben.

Das ganze Ausmaß der geschäftlichen Hypothek, die der SPD-Spitzenpolitiker mit sich herumtrug, wurde dem Landesvorstand der Berliner SPD offenbar in den vergangenen Tagen bewusst. Auf einer Klausurtagung des geschäftsführenden SPD-Landesvorstands am vergangenen Sonnabend wurde daher beschlossen, Matthae mit Wirkung vom gestrigen Montag an bis zur Aufklärung des Sachverhaltes zu suspendieren. Eine Stellungnahme aus der Parteispitze zu der beabsichtigten Suspendierung Matthaes gab es gestern nicht. Es ist auch nicht bekannt, ob Matthae Kenntnis von dem Suspendierungsplan hatte. Der Landesgeschäftsführer war letztmalig am vergangenen Dienstag in der SPD-Geschäftsstelle an der Müllerstraße gesehen worden. Danach reagierte er nicht mehr auf Rückrufersuchen führender Parteifreunde. Da Matthae wie vom Erdboden verschwunden und auch nicht zur Vorstandssitzung erschienen war, verschaffte sich am Sonntag einer seiner engsten politischen Weggefährten Zugang zu Matthaes Privatwohnung an der Hufelandstraße in Prenzlauer Berg und fand ihn dort tot vor.

In der SPD löste die Nachricht vom Ableben des Landesgeschäftsführers Trauer und Betroffenheit aus. SPD-Landes- und Fraktionschef Michael Müller sagte: "Die Berliner SPD verliert mit ihm einen sehr engagierten und sehr talentierten jungen Menschen. Er hat für unsere Partei über Jahre hinweg in vielen Funktionen sehr verantwortungsbewusst gearbeitet." Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte, Matthae sei ein junges, hoffnungsvolles Talent in der Berliner Politik gewesen. Wowereit: "Mein Mitgefühl gilt seiner Familie und all seinen Freunden, die jetzt über den viel zu frühen Verlust trauern."

Mit dem plötzlichen Tod Matthaes ist Landeschef Michael Müller unerwartet früh gezwungen, sein nach dem Rücktritt von Peter Strieder vom Landesvorsitz sorgsam erstelltes Personaltableau, das allen Parteiflügeln gerecht wurde, neu zu ordnen. Wer den vakanten Posten übernehmen soll, ist offen.


http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040821/berlin/story698521.html
Bewegende Trauerfeier für Andreas Matthae
http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040811/berlin/pop_87335.jpg
Mit Songs von Paul Weller, Van Morrison und Herbert Grönemeyer verabschiedeten sich Familie, Freunde und politische Weggefährten gestern von Andreas Matthae. Der SPD-Landesgeschäftsführer wurde nach einer bewegenden Trauerfeier auf dem Luisenstädtischen Friedhof am Südstern beigesetzt. An der Beerdigung nahmen rund 250 Gäste teil, unter ihnen der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, SPD-Landeschef Michael Müller und SPD-Generalsekretär Klaus Uwe Benneter. Auch der grüne Fraktionschef Volker Ratzmann, CDU-Landesgeschäftsführer Matthias Wambach und PDS-Bundesvorstandsmitglied Elke Breitenbach waren gekommen.

Der 35-Jährige hatte am 8. August Selbstmord begangen. Auch gestern zeigten sich Angehörige und Freunde ratlos. SPD-Landeschef Müller sprach von einem sinnlosen Tod. Patenonkel Dieter Timmermann äußerte die Vermutung, dass Matthae die wahren Freunde zur Problembewältigung fehlten.


http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040830/berlin/story700455.html
Drei Wochen nach dem tragischen Freitod von SPD-Landesgeschäftsführer Andreas Matthae sucht die Parteispitze händeringend einen Nachfolger für den vakanten Posten. Hinter den Kulissen dreht sich das Personalkarussell auf Hochtouren, jede Menge Namen von Kandidaten geistern durch die Gerüchteküche. SPD-Landes- und Fraktionschef Michael Müller hat das Thema zur Chefsache gemacht. Er führe derzeit Einzelgespräche und habe sich noch nicht festgelegt, hieß es gestern aus Fraktionskreisen. Geht man die bislang gehandelten Namen durch, bleiben vier SPD-Funktionäre übrig, denen realistische Chancen attestiert werden können.

Zu ihnen gehört Frank Zimmermann, seit 2001 Mitglied des Abgeordnetenhauses und dort Vorsitzender des strategisch wichtigen Banken-Untersuchungsausschusses. Zimmermann hat eine Ochsentour durch die Berliner Landespolitik hinter sich und kennt sich exzellent in den Niederungen der Hauptstadt-SPD aus. Zwischen 1990 und 1995 arbeitete der Volljurist als wissenschaftlicher Mitarbeiter für die SPD-Abgeordnetenhausfraktion.
http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040830/berlin/pop_88370.jpg
1996 wurde er Sprecher der Finanzverwaltung, ein Jahr darauf wechselte er als Sprecher in den SPD-Landesverband. Bei den vorgezogenen Neuwahlen im Herbst 2001 gelang dem heute 47 Jahre alten SPD-Politiker erstmals der Einzug ins Berliner Parlament. Dort habe er, so sagen Parteifreunde, durch Fleiß und stetiges Engagement auf sich aufmerksam gemacht.

Einen steilen Aufstieg hat die türkischstämmige Dilek Kolat hinter sich. Vor 37 Jahren in Kelkit geboren, studierte Kolat an der TU Mathematik und arbeitet als Depot-Managerin bei einer Bank. Im Jahr 2001 zog sie für den Bezirk Tempelhof-Schöneberg ins Abgeordnetenhaus ein, mit den stadtweit meisten Direktstimmen aller SPD-Bewerber (44,8 Prozent). Kolat ist Mitglied im Tempodrom-Untersuchungsausschuss und gehört zu den Vertrauten von Fraktionschef Müller.

Die Kandidatenchancen von Zimmermann und Kolat werden allerdings durch die Tatsache geschmälert, dass beide wie Müller aus Tempelhof-Schöneberg kommen. Eine weitere Ämterbündelung von Funktionären dieses Kreisverbandes - schließlich ist auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit ein Tempelhofer - wird in der Partei eher skeptisch und ablehnend gesehen.

Dieses Problem haben zwei weitere mögliche Kandidaten nicht. Christian Gaebler, parlamentarischer Geschäftsführer der Abgeordnetenhausfraktion, ist in Charlottenburg-Wilmersdorf zu Hause, der Bundestagsabgeordnete Swen Schulz lebt in Spandau. Beide Politiker gehören zum engsten Umfeld des Landesvorsitzenden und sind darüber hinaus seit Jahren mit Müller befreundet.

Doch auch Gaebler und Schulz erfüllen nicht vollständig das Anforderungsprofil für den Posten des Landesgeschäftsführers. Angesichts des Stimmungstiefs, in dem sich die SPD mit aktuell nur noch 17 Prozent befindet, suche Müller, so heißt es in seinem Umfeld, nach einem Kandidaten, der seine Arbeitskraft vollständig für diesen Job einsetzen kann und nicht durch ein politisches Mandat gebunden ist. Müller habe daher seine Fühler auch in Richtung Bundesgeschäftsstelle ausgestreckt. Gesucht werde eine Frau mit Managerqualitäten.

trance-x
August 31st, 2004, 01:09 AM
http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/berlinboulevard/story700438.html
Geflüster ... psssst ...
Wie feiert ein neuer Stern am Opernhimmel nach dem Auftritt in der Waldbühne? Die Sopranistin Anna Netrebko gab sich am Sonnabend zunächst mal neugierig: Beim Empfang für 250 Gäste im Interconti-Restaurant Hugos führte ihr erster Weg in die Küche, wo sie Küchenchef Thomas Kammeier über die Schulter guckte. Besonderes Interesse zeigte sie für den Nachtisch - Panna Cotta mit Himbeermark. Italienisch waren auch die anderen Leckereien wie Salat mit Meeresfrüchten. Ein passender Abschluss des "Italienischen Abends" mit dem neuen Publikumsliebling Marcelo Alvarez.

Als überraschter Sieger nahm der afghanische Botschafter Hamidullah Nasser Zia gestern beim "Ambassadors Golf Cup 2004" im Märkischen Golfclub Potsdam e.V. den Wanderpreis entgegen. Der Diplomat, der erst im Vorjahr in einem Schnupperkursus mit dem Golfen begann, spielte sein erstes Turnier. Gewinner des Preises "Nearest to the pin" war Kamal Ismaun, Botschafter Malaysias.

Mit bizarren Zuckungen stehen sie auf der Bühne und fuchteln mit den Armen in der Luft. Dazu dröhnt laute Musik von Hardrock-Bands: Die Luftgitarrespieler kämpften am Wochenende im finnischen Oululu um die Weltmeisterschaft. Mit dabei war der Deutsche Meister aus Berlin, Ingo Schulz . Zu seiner Überraschung erreichte er sogar das WM-Finale. "Der Moment gehört mir allein", dachte der 33-Jährige, als er vor 1500 Zuschauern seine Show präsentierte. Auch wenn er letztlich nicht unter die ersten drei kam. Mira Park aus den USA ist die beste Luftgitarrenspielerin der Welt. Doch Ingo Schulz hat sein Ziel erreicht. "Wer kann schon von sich behaupten, einer der besten Luftgitarrespieler der Welt zu sein. Wahnsinn!" Jetzt genießt er noch ein paar Tage Urlaub in Finnland.


Festakt zum Kulturdialog «Berlin-Buenos-Aires» in der Staatsoper

Berlin (dpa/bb) - Berlin tanzt Tango und feiert zehn Jahre Städtepartnerschaft mit Buenos Aires. Zum Auftakt der zweimonatigen Veranstaltungsreihe an zahlreichen Orten der Hauptstadt wird an diesem Dienstag in der Staatsoper Unter den Linden mit einem Festakt der «Kulturdialog Berlin-Buenos-Aires 2004» in Anwesenheit der beiden Bürgermeister Anibal Ibarra und Klaus Wowereit (SPD) eröffnet.
http://www.buenosaires.gov.ar/areas/com_social/anibal_ibarra/imagenes/upload/index1.jpghttp://www.glaubeaktuell.net/media/Nachrichten_Kultur/wowereit.jpg


homePage: www.buenosaires-berlin.com
source: http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040826/feuilleton/story699557.html
Berlin feiert die Kulturszene von Buenos Aires
Ist die Leidenschaft für Tango die einzige Verbindung zwischen Berlin und Buenos Aires? Dass die argentinische Hauptstadt mehr zu bieten hat als Tango Argentino, zeigt das Metropolenprojekt "Buenos Aires - Berlin 2004" in einem vielseitigen Kulturfestival. Vom 31. August bis zum 31. Oktober feiern die beiden Hauptstädte das zehnjährige Bestehen ihrer Städtepartnerschaften. Eröffnet wird der Veranstaltungsreigen von Daniel Barenboim. Der israelisch-argentinische Dirigent tritt in der Staatsoper Unter den Linden als Pianist auf.

Neben den berühmt-berüchtigten Tangonächten gibt es ein reichhaltiges Angebot an Musik, Kino, Theater, Tanz, Literatur, Ausstellungen und Konferenzen. Als Vorgeschmack auf das Festival widmet das Ibero-Amerikanische Institut (IAI) die Lange Nacht der Museen am 28. August der Lebenskultur von Buenos Aires.

Während die Berliner die Möglichkeit haben, etwas über die kulturellen Reize der Hauptstadt Argentiniens zu erfahren, lernen die Menschen aus Buenos Aires Berliner Kunst kennen.

Der aktive Dialog zwischen beiden Städten prägt das Festival. Junge deutsche und argentinische Künstler, die während des Festivals in der je anderen Stadt leben und arbeiten, präsentieren einen lebendigen Ausschnitt aus der urbanen Szene. So stellt die Ausstellung "Berliner Schloss made in B.A." im IAI Entwürfe argentinischer Studenten zur Neugestaltung des Schlossareals am Palast der Republik vor.

Das Hebbel am Ufer zeigt drei Theaterstücke argentinischer Regisseure, die sich mit den sozialen Härten des Landes und den Wirtschaftscrash beschäftigen und das Kino Arsenal präsentiert ein umfangreiches Programm argentinischer Filme.

"Buenos Aires - Berlin", 31. 8. - 31. 10. Infos im Internet: www.buenosaires-berlin.com Anna Mechler

http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/berlin/story700464.html
50 000 Besucher bei Museumsnacht (Lange Nacht der Museen)
Veranstalter freuen sich über mehr Gäste als im letzten Sommer - Palast der Republik und Berliner Dom als Publikumsrenner[/b]
Von Julia Höpfner

http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/berlin/pop_88358.jpg
Wie vielerorts hieß es auch vor dem Alten Museum erst mal: Schlange stehen

Mehr als 50 000 Besucher mussten sich in der Langen Nacht der Museen vom Sonnabend zum Sonntag zwischen dem Angebot von 120 Einrichtungen entscheiden - Streiflichter der 16. Berliner Museumsnacht:

18 Uhr, Rotes Rathaus. Wolf Kühnelt liebt Menschenschlangen. Von Berufs wegen. Der Mann vom Museumspädagogischen Dienst organisiert die Lange Nacht der Museen. Und am Anfang dieser 16. Berliner Museumsnacht stehen Menschenschlangen: Menschenschlangen vor dem Eingang des Roten Rathauses, das ab 18 Uhr besichtigt werden kann, Menschenschlangen auf dem Vorplatz an den Kassen für die Lange Nacht-Tickets, Menschenschlangen an den Haltestellen der Shuttlebusse, die gleich auf ihren 13 Museumsrouten starten. 18.05 Uhr, Bushaltestelle Route 3 am Roten Rathaus. Angeblich fahren die Shuttlebusse heute Nacht im Zehnminutentakt. Aber die Menschen drängeln sich, als wäre dieser erste, jetzt heranrollende Bus, der einzige, der sie zu den 120 teilnehmenden Museen kutschieren kann. In verschiedenen Dialekten wird der eigene Platz in der Schlange verteidigt, ein englisch sprechendes Pärchen setzt sich kopfschüttelnd ab und macht sich zu Fuß auf den Weg zur Museumsinsel. 18.10 Uhr, im ersten Bus. Der Bus ist rappelvoll. Vier mal muss der Busfahrer die Gäste bitten, die hintere Tür frei zu geben und in den nächsten Bus einzusteigen - der steht schon bereit. Abfahrt. "Wo fahn wa denn hin jetze?", fragt der Mittvierziger mit dunklem Haar und Regencape. "Keine Ahnung", sagt seine Frau, "Hauptsache schnell wieder raus hier." Lachen im Bus, die Stimmung ist nun trotz erdrückender Menschenmassen gelöst. Gleich am Berliner Dom steigen viele Menschen wieder aus. 18.15 Uhr, Museumsinsel. Der Fußgängertunnel aus Holz, der sich zum Pergamonmuseum schlängelt, bebt. Die Schritte hunderter Menschen hämmern auf den Holzboden - in Richtung Pergamonmuseum. Und da steht er, überwältigend groß und schön - der Pergamonaltar. Er ist zartrosa angestrahlt. Gegenüber sitzen Monika Zienke (45) und Reinhard Busse (41) auf einer Bank. "Ich war hier zuletzt vor 30 Jahren - auf Klassenfahrt", sagt Monika Zienke aus Frankfurt am Main, streicht sich durch das kurze schwarze Haar und wirkt richtig gerührt. Besucher mit Katalogen in den Händen hasten an dem Paar vorbei. "Wir bleiben jetzt erst mal hier sitzen und sehen uns den Altar und die Leute in Ruhe an", sagt Reinhard Busse und legt seiner Freundin einen Arm um die Schulter. 18.35 Uhr, vor dem Palast der Republik. Zum ersten und vielleicht letzten Mal kann man das entkernte Gebäude besichtigen. Die Schlange davor ist endlos lang - zu lang, um sich dort mitten im gerade einsetzenden Regenschauer anzustellen. 19 Uhr, Deutsches Historisches Museum. Der große Innenhof des DHM ist menschenleer, Regen prasselt auf das Plexiglas-Dach. Erst im Hauptgebäude, bei der Ausstellung "Strategien der Werbekunst" drängt sich junges Publikum. Pamela Heinike (26) ist aus Madrid zur Langen Nacht der Museen angereist. Sie gehört zu dem Fünftel aller Gäste der Langen Nacht, die eigens zu dieser Veranstaltung von auswärts kommen. "Strange", "verrückt", findet sie es, Museen in der Nacht zu besuchen. 20.10 Uhr, Automobilforum Unter den Linden. Ein DJ legt sanfte Musik auf, die bis ins Untergeschoss zur Weltraumausstellung hallt. Zwischen Raketen, Marsmobilen und Astronautenpuppen steht ein echter Weltraumfahrer. Komplett in seinen weißen Anzug eingeschweißt, kippt er vorbeigehenden Leuten, die ihn zweifelnd anstarren - echt oder unecht? - überraschend in die Arme. Ein Mann springt vor Schreck weg, so dass der Astronaut ins Straucheln kommt und beinahe fällt. 21 Uhr 10, Museum für Fotografie. Die Fotografien von Helmut Newton amüsieren die Besucher, bei einigen Nacktfotos drehen sich manche, vor allem ältere Damen und jüngere Männer, verschämt lächelnd wieder weg. Julia Steblau (19) und Kati Stielow (19) aus Lichtenberg nicht. Die Technik des Fotografen fasziniere sie, in der Schule hätten sie eine Foto-AG besucht. Zur Museumsnacht haben die Schülerinnen knappe Oberteile angezogen und sich stark geschminkt. 22 Uhr, Museum für Kommunikation. Levi schläft schon. Aber er ist ja auch erst drei Monate alt und hängt im Tragetuch von Mutter Sina Roland (35), die durch die eher schwach besuchte Ausstellung wandert. Telefone mit Drehwählscheiben und eine gelbe Telefonzelle - Levi wird diese Sachen später höchstens noch in einem solchen Museum kennen lernen können. 22.45 Uhr Unter den Linden. Der Mittelstreifen Unter den Linden ist schwarz vor lauter Menschen. Zum Teil aber auch grün oder blau - in diesen Farben werden viele der Passanten angeleuchtet, während sie an den Lichtinstallationen und Kunstwerken des Künstlers Armel Réau entlang laufen und sich die überdimensionalen Augen, bunten Plakate, baumelnden Lampenschirme und andere Installationen ansehen.

Die Schlange am Palast der Republik wird derweil immer länger, es sollen bereits jetzt mehr als 10 000 Menschen drinnen gewesen sein. Von "Lounge-Atmosphäre", guter Musik, Bars und toller Beleuchtung schwärmen Besucher. 23.30 Uhr, Schloss Charlottenburg. Hier gibt's auch Musik - aus Sophie Charlottes Zeiten. Kostümierte Damen und Kavaliere wandeln dazu durch das Schloss. Es ist nicht viel los und man hat das Gefühl, vom Zentrum der Langen Nacht der Museen weit entfernt zu sein.

Das ist diesmal im und rund um den Palast der Republik. Zwischen dem Palast und dem Lustgarten vor den wunderschön angestrahlten Gebäuden von Berliner Dom und Altem Museum tummeln sich die Menschenmassen. Und hier stehen auch die längsten Menschenschlangen. Allein 17 000 Besucher zählt der Palast der Republik bis zum Ende der Langen Nacht. Mehr sind es lediglich gleich gegenüber im Berliner Dom. Dort zählte man 22 000 Besucher.



http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040827/berlin/story699801.html
Mehr als 100 Häuser öffnen zur Museen-Nacht
Zusätzlich gibt es Veranstaltungen, Lesungen und viel Musik
http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040827/berlin/pop_88172.jpg
Die Lange Nacht der Museen ist wie ein Überraschungsei - voller Spiel, Spaß und Spannung. Am Sonnabend ist es wieder so weit: Mehr als 100 Häuser laden zum späten Besuch. Neben den gewohnten Ausstellungen ist das Programm randvoll mit Sonderveranstaltungen, Lesungen und Musik. Die Kinder kommen dabei nicht zu kurz zwischen alten Skulpturen, wertvollen Gemälden, Berliner Kuriositäten und moderner Kunst.

Die 16. Lange Nacht hat zahlreiche Highlights zu bieten. Der Palast der Republik erwartet Besucher mit weit geöffneten Türen. Dort kann das entkernte Gebäude besichtigt werden. Um 22 Uhr spielt dort das Bläserensemble "German Brass" der New Yorker Philharmoniker. Musik gibt es auch im Centrum Judaicum zu hören, dort wird mit religiösen Gesängen die Hawdala-Zeremonie, die Sabbatausgangsfeier begangen (ab 20 Uhr). Das Pergamonmuseum lockt mit Lichtinstallationen am Pergamonaltar und dem Ischtar-Tor, im dortigen Ehrenhof trägt das Hexenkessel Hoftheater aus Friedrich Hölderlins "Empedokles" vor. Mit der jüngeren deutschen Geschichte beschäftigt sich dagegen der Schriftsteller und Liedermacher Stephan Krawczyk im Informations- und Dokumentationszentrum für die Stasi-Unterlagen (ab 21 Uhr). Prominent wird es auch im Filmmuseum. Dort ist der 50er-Jahre-Filmstar Ruth Leuwerik bei der Ausstellung "Die ideale Frau" anzutreffen (21 Uhr). Wer lieber in alten Zeiten schwelgt, kann im Schloss Charlottenburg mit den Damen und Kavalieren des Gefolges durch die Wohnräume von Preußens erster Königin Sophie Charlotte lustwandeln. Wem diese Welt zu klein ist, der hebt im Automobil Forum Unter den Linden bei der Raumfahrt-Ausstellung "Man & Space" ab. Wer nach all dem noch wach genug ist, kann die Nacht bei Kerzenschein und mit gregorianischen Gesängen im Berliner Dom (24-1.45 Uhr) ausklingen lassen.
(...)

trance-x
August 31st, 2004, 01:35 AM
http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040824/bezirke/story699166.html

Boulevard Unter den Linden wird zur Kunststadt
Mitte
Es scheint, als wetteifern am Schlossplatz Künstler und Gerüstbauer um die kreativsten Konstruktionen. Zum einen ist dort die Bambusskulptur des Künstlers Armel Réau zu sehen. Mehr als 20 Meter ragen die mit Seilen verbundenen roten Bambusstangen in die Höhe - nur einen Steinwurf entfernt vom Berliner Dom. Während die Bambuskonstruktion lediglich mit Hilfe von Hebebühnen montiert wird, klettern Gerüstbauer in unmittelbarer Nachbarschaft zu Réaus Bambuswald vor dem zum "Volkspalast" mutierten Palast der Republik von einer Stahlstange zur nächsten. Dort entsteht derzeit eine riesige Zuschauertribüne. Réaus Installation ist Bestandteil seiner aus mehreren Elementen bestehenden Großplastik "RefleCity". Diese Kunststadt erstreckt sich über eine Länge von 1,5 Kilometern auf der Mittelpromenade der Linden vom Brandenburger Tor bis zum Schlossplatz. Die neun Einzelteile versinnbildlichen die verschiedenen Aspekte urbanen Lebens. Bis Freitag werden die Elemente, etwa ein riesiger Sessel, eine vier Meter hohe Toilette und auch ein mit Graffiti besprühter Containerzug, aufgestellt. Das Kunstwerk ist eine der Hauptattraktionen der Langen Nacht der Museen am Sonnabend. "RefleCity" ist allerdings bis Sonntagabend für alle bei freiem Eintritt zugänglich.

trance-x
August 31st, 2004, 01:41 AM
http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040828/berlin/story700047.html

500 Polizisten stoppen Hartz-Gegner
Beamte sichern das Fest von McKinsey gegen 50 Demonstranten
- Streit um die Kosten des Einsatzes
http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040828/berlin/pop_88230.jpg
Ein Mann sitzt in einem Sessel in sechs Metern Höhe vor dem Brandenburger Tor. Der Hochsitz ist Teil der Großplastik "RefleCity", die von McKinsey gesponsert.

Mit einem großen Aufgebot an Beamten und Fahrzeugen hat die Polizei gestern die Proteste von rund 50 Hartz-IV-Gegnern gestoppt, die gegen die 40-Jahr-Feier der Unternehmensberatung McKinsey Deutschland demonstrierten.

Das private Jubiläumsfest der Düsseldorfer Beratungsfirma McKinsey fand erstmals mit 4500 geladenen Gästen auf der Allee Unter den Linden in Mitte statt. Dabei hatte die Polizei insgesamt zehn von McKinsey angemietete Gebäude zu schützen, darunter die Staatsoper, die Humboldt-Universität, die Russische Botschaft und den Palast der Republik. Auch der Berliner Dom wurde in die Schutzzone eingebunden, da dort am Abend die zwölf Cellisten der Berliner Philharmoniker ein Konzert für die Unternehmensberatung gaben. Mehr als 500 Polizisten mit rund 80 Fahrzeugen waren im Einsatz.

Mehrere linke Gruppen wie Attac oder das Bündnis "Weg mit Hartz-IV" hatten im Vorfeld zu größeren Störaktionen aufgerufen. Gekommen waren bis zum Abend allerdings nur sehr wenige Protestler, insgesamt 50. Nach Polizeiangaben verliefen die Aktionen zunächst weitgehend friedlich. Von der privaten Sicherheitsfirma Gegenbauer & Bosse sollen nach Polizeiangaben ebenfalls weitere 400 private Sicherheitsleute das Fest zusätzlich geschützt haben.

"Wir haben kein Verständnis dafür, dass wir ein privates Fest in solch massiver Weise zu schützen haben", sagten sehr viele Polizisten, die sich gestern im Einsatz befanden. Am Ende sei es der Steuerzahler, der dafür die Rechnung zu zahlen habe. Wie hoch die Kosten des Einsatzes waren, darüber gab es keine Auskünfte bei der Polizei.

McKinsey-Unternehmenssprecher Rolf Antrecht bestätigte, dass für den Einsatz der Polizei ausschließlich das Land Berlin zuständig sei. "Die Proteste richteten sich nicht gegen unsere Firma, sondern allein gegen Hartz IV", betonte Antrecht. Deshalb sei es völlig unangebracht, für die Kosten des Polizeieinsatzes gegen die Protestler die Firma McKinsey in die Pflicht nehmen zu wollen.

Alle Vorkehrungen für die Sicherheit der geladenen Gäste durch private Sicherheitsfirmen, die McKinsey angeheuert habe, zahle selbstverständlich McKinsey selbst. "Der Stadt Berlin ist durch uns jedenfalls kein Schaden entstanden", beteuerte Antrecht. Man habe vorher gewusst, dass es zu Protesten in Berlin kommen werde.

"Wir zeigen Verständnis für die Kritik und das Anliegen der Hartz-IV-Gegner", sagte Antrecht. Es müsse aber möglich sein, und Berlin biete den Platz dafür, nebeneinander zu feiern und auch zu protestieren. "Mit unserem Fest hatten diese Proteste der Hartz-IV-Gegner nichts zu tun", so Antrecht.

"Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen den Beratungsleistungen von McKinsey und der Hartz-Reform", behauptet hingegen Politikprofessor Peter Grottian und Mitglied im "Berliner Sozialforum". Auch wenn es nur einige wenige gewesen seien, die Unter den Linden gegen McKinsey protestiert hätten: "Wir haben erreicht, dass die Öffentlichkeit auf den engen Zusammenhang der unsozialen Hartz-IV-Gesetzgebung mit der Beratungsfirma aufmerksam geworden ist." Es sei bezeichnend, sagte Grottian weiter, dass McKinsey mit verdientem Geld aus Beratungsverträgen, die soziale Ungleichheiten produziert hätten, aus Imagegründen für ein Betriebsvergnügen in der Hauptstadt Künstler und Gebäude kaufe.

Diesen Vorwurf wies McKinsey-Sprecher Antrecht zurück. "Wie die aufgetretenen Künstler der New Yorker oder der Berliner Philharmoniker keine Gage erhielten, so haben wir auch keine Miete für die Humboldt-Universität oder die Staatsoper gezahlt", sagte er. Diese Einrichtungen seien in der Vergangenheit von McKinsey beraten worden. "Der Auftritt der Künstler oder die Nutzung der Gebäude für unser Jubiläum war ein kleines Dankeschön für unsere Arbeit", erklärte Antrecht.


http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040829/berlinboulevard/story700281.html
... whisper ...
(...)
Im Sage an der Brückenstraße 1 (Mitte) stieg am Sonnabendabend die dritte Party für Afrika. Bauunternehmer Andreas Niemeier lud per SMS ein: Er engagiert sich im Lions Club Berlin Europa-Center. Die Lions und das Sage unterstützen das Projekt der Stewardessen Cynthia Clotthey und Katharina von Ballestrem, die in Warang - zwei Autostunden südlich von Dakar - ein Krankenhaus aufbauten. Diverse Partygänger und Sage-Geschäftsführer Jan Schröder packten im Senegal bereits mit an. Am Sonnabend wurde für den Transport eines Krankenwagens von Berlin nach Warang gesammelt.

Rolf Hochhuths umstrittenes Theaterstück "McKinsey kommt" stand nicht auf dem Programm. Dafür sang Musicalstar Ute Lemper , das Bolschoi-Ballett tanzte. 40 Jahre McKinsey in Deutschland: 4500 Gäste feierten am Wochenende in Berlin das von Hartz-IV-Gegnern kritisierte Firmenjubiläum. Geladene Gäste standen bis Sonnabend früh um drei vor dem Palast der Republik Schlange, um in die "McKinsey-Disko" eingelassen zu werden. Da war der Auftritt von Ute Lemper im Konzerthaus längst vorbei. Sie saß am Sonnabendnachmittag mit einer riesigen Reisetasche im "Borchardt". Was drinnen war? Schminkzeug und eine zweite Garnitur Klamotten.

http://www.elegant-lifestyle.com/BBorchardti.jpghttp://www.berlin-contact.com/destination_management/bilder/borchardt.jpg
Borchardt Impressionen

trance-x
August 31st, 2004, 01:44 AM
http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040822/feuilleton/story698750.html

Palast der Republik: Auferstanden in Ruinen
ABBA bolschewistisch: Der "Volkspalast" ist zur kulturellen Zwischennutzung eröffnet
http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040822/feuilleton/pop_87901.jpg
Leuchten für "Erichs Lampenladen": Besucher waren aufgefordert, neues Interieur für den "Volkspalast" mitzubringen

Ihren alten Ausweis hat Valentina Stühler immer noch. Sie war Mitarbeiterin im Einlassdienst des Palastes der Republik und zeigt nicht ohne Stolz das kleine Stück Papier. Dann sagt sie leise: "Uns haben sie ja gar nicht richtig gekündigt." Jetzt steht sie auf dem roten Teppich, direkt vor dem Palast. Eine Dame am Rand nickt und erzählt, wie es war, als sie damals im September 1990 um 10.30 Uhr den Anruf bekam mit der Aufforderung, dass alle Türen des Palastes sofort geschlossen werden müssten. Fünf Jahre habe sie dort gearbeitet, es seien die glücklichsten in ihrem Leben gewesen. Sie sind hier, um sich anzuschauen, was aus dem, was sie kennen, geworden ist. Andere sind da, um sich anzuschauen, was sie gar nicht kennen. Die zweite Gruppe ist in der Überzahl.

14 Jahre, nachdem der einstige Amüsier- und Agitationspalast der DDR wegen Asbestverseuchung geschlossen wurde, öffnete er am Freitag als "Volkspalast" wieder die Tore. Zwar gab es 2003 mit dem Musikprojekt "Wagnerkomplex" schon eine erste Zwischennutzung, zwar bewachten schon chinesische Tonkrieger den Sarkophag der DDR, aber jetzt präsentiert die Initiative "Zwischen Palast Nutzung" nach zähem Ringen erstmals ein komplettes kulturelles Programm über einen längeren Zeitraum. Bis zum 9. November übernehmen die Künstler die Regie und knipsen jeden Abend in "Erichs Lampenladen" die Lichter wieder an für Musik, Tanz, Filme, Workshops.

Das Volk kommt in Massen zur Eröffnung und darf sich als König fühlen. Edle Limousinen kutschieren die Besucher um den Schlossplatz. Im Auto mahnt eine Stimme: "Schauen Sie nach vorn!" und lädt ein zur "Jungfernfahrt nach geradeaus". Heute will keiner daran denken, dass das Palastskelett laut Bundestagsbeschluss schon im nächsten Jahr abgerissen werden soll, heute darf es alle seine Möglichkeiten präsentieren.

Das Volk bekommt sein Haus zurück, aber es muss es sich neu erobern. Zunächst über den roten Teppich, danach: Posieren zum Gruppenbild. Performer Martin Clausen dirigiert eisern: "Nicht so albern, everybody looks here", alle 15 Minuten darf einer das rote Band durchschneiden. Drinnen dann: Trubel auf zwei Etagen. Helium-Ballons mit kleinen NVA-Soldaten aus Eis steigen zu den nackten Stahlträgern empor, auf die Leinwand im unteren Eingangsbereich überträgt die Performance-Gruppe Gob Squad ihre "Volks-Promi"-Berichterstattung, immer wieder liefert jemand eine von zu Hause mitgebrachte Stehlampe auf der großen Fläche hinter der Treppe ab. Die alten Lampen sind ja nicht mehr da, also bringen die Genossen die eigene mit, die dafür mit der Auszeichnung "Zertifizierte Volksleuchte des basisdemokratischen Lichtermeers" veredelt wird.

Oben im ehemaligen Festsaal treffen wir wieder auf Valentina Stühler. Sie guckt staunend auf die Besucher, die auf Anraten einer Stimme aus einem kleinen Transistorradio mit roter Kreide Flucht-Linien auf den Boden zeichnen. Dann beginnen schon die Volks-Fest-Reden. Kultursenator Thomas Flierl beschwört den Palast als "Rohbau für eine Zukunft mit dominant öffentlicher Nutzung jenseits der ideologischen Konfrontation von retrospektivem DDR-Palast und ebenso rückwärts gewandt gedachtem Schloss." Und Amelie Deuflhard, Leiterin der Sophiensäle und Mitgründerin der Initiative "Zwischen Palast Nutzung" versteht das Programm der nächsten drei Monate als einen "Vorschlag für eine qualifizierte, experimentelle Nutzung, die den Bürger ernst nimmt: als Zuschauer, aber auch als Akteur unserer Gesellschaft." Danach gibt's Tanz bis in die Nacht.

Valentina und die anderen sind längst zu Hause, als die Bolschewistische Kurkapelle Schwarz Rot "The Winner Takes It All" von ABBA spielt. Wer hier am Ende der Sieger sein wird, steht noch nicht fest. Die Abrissbefürworter scheinen vom Bundestag Recht bekommen zu haben, aber jetzt zeigen erst mal die Künstler die Chancen, die in den 1000 Kubikmetern umbautem Raum stecken. Momentaner Gewinner ist in jedem Fall das Volk. Es scheint in dieser ausgelassenen Nacht genau zu wissen, was es will. Und das hat schließlich schon einmal funktioniert.

Nächste Veranstaltungsreihe: "Le Bal Moderne", der Palast tanzt.



apropos Palast der Republik ...
Grüne: Zwischennutzung für Palast der Republik verlängern

Berlin (dpa/bb) - Die Berliner Grünen plädieren für eine Verlängerung der kulturellen Zwischennutzung des Palastes der Republik. «1000 Tage Zwischennutzung» schlug die stadtentwicklungspolitische Sprecherin Claudia Hämmerling am Montag vor. Ausdrücklich begrüßte sie den Vorschlag des Architekten Manfred Prasser, den Großen Saal und das Untergeschoss in einen künftigen Neubau zu integrieren.

ferner ...
Umfrage: Berliner fühlen sich sicher im öffentlichen Nahverkehr
http://www.bvg.de/images/bvg_doma.jpg
Berlin (dpa/bb) - Die Berliner fühlen sich laut einer Umfrage sicher in U- und S-Bahn, in Bussen und Trams. Trotz des jüngsten Brandes am Berliner Anhalter Bahnhof fühlen sich insgesamt 92 Prozent der Berliner in ihren öffentlichen Verkehrsmitteln sicher aufgehoben, teilte das Marktforschungsinstitut LDB Löffler am Montag mit. 26 Prozent der Befragten fühlten sich sogar besonders, 22 Prozent nur einigermaßen sicher. Nur acht Prozent nutzten den Nahverkehr mit Bedenken. Befragt wurden 1000 Berliner per Telefon.

trance-x
August 31st, 2004, 01:59 AM
http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040828/berlinboulevard/story700004.html

... whisper ...
Achim von Borries ++ Xavier Naidoo ++ Jeanette Biedermann ++ Kurt Nilsen ++ Cookies
http://www.maison-de-heidelberg.org/culture/achim_von_borries.jpghttp://www.djfl.de/entertainment/stars/x/xavier_naidoo_111504z4.jpghttp://en.salzburgticket.com/static/eventimages/152.jpghttp://www.kurt-nilsen.no/82876528502.jpg
Er war einer der Nominierten bei den ersten First Steps Awards im Jahr 2000, sein "Was nützt die Liebe in Gedanken" wurde bei der jüngsten Berlinale gezeigt. Nun bekommt Regisseur Achim von Borries bis zu seinem nächsten Kinofilm etwas ganz besonders Schönes zu tun: Für Sat.1 hat er soeben mit den Dreharbeiten für die nächste Folge der Corinna-Harfouch-Krimiserie "Blond: Eva Blond!" begonnen. Als lasse die Reihe den Machern nicht eh' schon reichlich Raum für Fantasie, darf von Borries nun einen Fall inszenieren, der die chaotische Kommissarin ins Filmmilieu führt. An ihrer Seite stehen bis Ende September Erdal Yildiz, Götz Otto und Esther Schweins.

Xavier Naidoo, Jeanette Biedermann, Kurt Nilsen, Rosenstolz und O-Zone sind die Stars der nächsten "Radiosender-sponsert-kostenloses-Konzert"-Aktion in Berlin. Nach Radio Energy lädt nun 104.6 RTL ein. Am 4. September wird ab 15 Uhr in der Waldbühne zu sehen sein, was in diesem Jahr an Hits über den Sender ging. Informationen gibt es unter: www.104.6rtl.com.

Cookies, Betreiber des nach ihm benannten wohl exklusivsten Clubs der Stadt, feiert dieser Tage zehnjähriges Bestehen seiner Tanz- und Loungeinstitution, in der die Szene tanzt und Menschen wie Nicolas Cage oder Nicole Kidman bei Berlinbesuchen ihre Freizeit verbringen. Und da wird dem Diskomacher natürlich gleich ganz nostalgisch zumute. Daher bittet er um Mails (an: nilgun@ozberlin.com ), randvoll mit Cookies-Anekdötchen. Gefragt wird unter anderem nach der Gesamtzahl von mit nach Hause genommenen Cookies-Besuchern, nach pikanten Details, aber auch unverfängliche Angaben, etwa über Unwohlsein nach Einnahme von Getränken an der Cookies-Bar, sind willkommen.



und die BZ wusste unlaengst zu berichten ...


Berlins erste Oben-Ohne-Autowäsche in Tempelhof
Bitte einmal richtig schrubben!
http://bz.berlin1.de/aktuell/news/040821/Autowaesche_Text.QPFJQH4/1_big.jpg
Sie reiben und polieren, was das Zeug hält: Die sechs sexy Girls vom "Rush-Hour bei der Oben-Ohne-Autowäsche

Berlin - Jetzt geht's dem Auto an die Wäsche! Da wird nicht nur die Scheibe feucht, da blitzt auch die Stoßstange... Wo? Bei Berlins erster Oben-Ohne-Autowäsche. Dem Sommer-Sonder-Service des Tempelhofer Striptease Club "Rush-Hour" (Gottlieb-Dunkel-Straße 19). Knackige Girls polieren den Gästen hier gefühlvoll die Haube. Von Montag bis Donnerstag, immer zwischen 21 und 22 Uhr.

Thomas Hoffmann, 36, aus Steglitz, freut sich schon auf die Spezial-Behandlung seines dicken Brummers: "Bitte einmal richtig bürsten", sagt er und grinst.

http://bz.berlin1.de/aktuell/news/040821/Autowaesche_Text.QPFJQH4/2_big.jpg
Hoppla, was ist denn das für eine knackige Kühlerfigur?


Zack, und schon geht's los mit dem kostenlosen Verwöhn-Programm für seinen Jeep. Die sechs sexy Mädels legen so richtig Hand an, reiben, polieren und saugen was das Zeug hält. Mit Erfolg: Hoffmanns Jeep blitzt und blinkt wieder wie neu. Hoffmann: "Das hat sich ja gelohnt. Da kommt man doch gern. Da kommt man immer wieder."

Denn: Eine normale Autowäsche kostet mindestens 3,50 Euro. Mit Handarbeit sogar deutlich mehr.

"Die Oben-Ohne-Autowäsche war die Idee unserer Mädels", sagt "Rush-Hour"-Chef Easy. "Damit wollen wir unsere Gäste schon mal anheizen. Quasi als Vorfreude darauf, was sie danach bei uns im Club erwartet."


:yes:;)

DiggerD21
August 31st, 2004, 02:04 AM
trance-x, wäre es nicht einfacher für dich, einfach immer nur den aktuellen Link zum Lokalteil der Berliner Morgenpost zu posten?

trance-x
August 31st, 2004, 02:16 AM
noe.. da sind u.a. manche bilder gar nicht dabei, es waere auch sonst nicht das selbe, der morgenpost-schwerpunkt ist zudem eher gerade zufaellig so konzentriert ...

guck, die Attrappe of Schinkels Bauakademie ist fertig!.. wie findest du sie so? - also ohne zu suchen .. ;)
http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040812/berlin/pop_87383.jpg

DiggerD21
August 31st, 2004, 05:13 AM
Sowas liest trance-x bestimmt gerne ;) :

Hamburger Abendblatt vom 31.08.04, Rubrik Kultur/Medien (http://www.abendblatt.de/daten/2004/08/30/334900.html)

Der Stadtpark als Vorort von Berlin

Pop: Seeed gab die wohl besten Open-Air-Konzerte der Saison Von Maike Schiller

Hamburg - Schon beim Soundcheck hatten die Berliner Jungs ihren Spaß, als sie samt Mikros und Trommeln zur Spontan-Polonaise durchs Gelände tobten. Beim Auftritt wurde das dann zwar nicht wiederholt - im ausverkauften Stadtpark wäre Seeed allerdings auch kaum weit gekommen. Und schließlich hatte das elfköpfige Sound-Kollektiv aus der Hauptstadt auch so genug zu bieten. Vor jamaikanisch angehauchter Berlin-Skyline im Hintergrund zog Seeed - durchgestylt in grün-weißer Sommerkollektion - eine so überzeugende Show ab, dass Hamburgs Rastafaris schon mit dem ersten schweren Beat die Schirme zuklappten und ihre Dreadlocks glücklich in den Regen hielten. "Hamburg ist der beste Beweis, dass es mit der Klimaerwärmung noch nicht so weit ist, wie alle sagen!", konnte sich die Band da nicht verkneifen zu lästern - bevor sie beim Zusatzkonzert am sonnigen Sonnabend einsehen musste, dass es selbst hier zuweilen anders zugeht. Aber auch am Vortag hatte das bisschen Wasser von oben keinen davon abhalten können, mit süßlichen Dämpfen von unten gegenzuhalten und zu der treibenden Mischung aus Dancehall-Reggae, Ska und HipHop ordentlich abzufeiern. Seeed gab alles, und das Publikum dankte, indem es tatsächlich auf Befehl miaute. Was auch sonst, wenn auf der Bühne drei rattenscharfe Cheerleader in knappen Hotpants ihre Hinterteile shaken, als wären es eigenständige Lebewesen. Die lokalpatriotischen Berliner Bären auf ihren Trikots wurden da großzügig übersehen, und nicht nur bei "Waterpumpee" und "Music Monks" beeilte sich die Menge, ausgelassen mitzuhüpfen, sondern auch und erst recht bei Seeeds Hauptstadt-Hymne "Dickes B". Zwei Abende lang war Hamburg gern ein Vorort von Berlin - für die wahrscheinlich besten Stadtpark-Konzerte dieses Sommers.

trance-x
August 31st, 2004, 09:25 PM
http://www.levyikkuna.fi/seeed.jpg
achja, das "mobile Reggae-Einsatzkommando" ... - interessant wie du von Schinkel auf Seeed kommst, die uebrigens wirklich was haben. aber du hast recht. hamburg ist ein sehr beliebter, weil sympathischer, vorort .. ;)

ps: ansonsten sind seeed sind zwar gerne berlinerisch, aber schon durch die vielen internationalen auftritte eher im augenzwinkermodus. bei vielen hiphopsern hingegen blueht gar munter eine wirkliche mischung aus lokalpatriotismus, machohafter selbstdarstellung und allgemeiner windmachung. man bebattelt sich halt gern, setzt auf kontraste, trotz diverser wellen herausreifender selbstaufklaerung bei den altvorderen. die profilierung kann auch schon mal stoerend werden, wenn bei gemischten konzerten westberliner rapper mit ihren clans gerade auftretenden bands den saft abschalten, auf die buehne draengen um z.b. gegen ostberliner labels oder die welt zu opponieren ...
http://www.deutscher-hiphop.info/phpnuke/html/images/topics/Westberlin.jpg

DiggerD21
August 31st, 2004, 10:21 PM
Och, zumindest haben Seeed und Schinkel den gleichen Anfangsbuchstaben. ;)
In Wahrheit fiel mir nur nix adäquates zu deinem Schinkelklopfer ein und entdeckte den Artikel eher zufällig im Abendblatt, den ich nur wegen des heiteren Bezugs zu Berlin gepostet habe.
Von diesem "Aggro"-Rumgealbere Ost- gegen Westberliner Hiphoppelhasen hab ich auch schon gehört. Mehr aber auch nicht. Ich bevorzuge da eher den erheiternden, mit Wortwitz gespickten HipHop Marke Hamburg City, wenn es denn HipHop sein muss. Aber auch in Hamburg gibt (oder gab?) es einige Underground-Hiphoppelbälle aus dem südlichen Teil (namentlich Harburg), die sich versuchten zu profilieren und einen Gegenpol namens "Hamburg-Süd" zur "Hamburg-City" schaffen wollten. Immerhin kamen sie ins VIVA-Fernsehen. Meine Meinung: Alles Kinder, die nicht wissen, wo Norden noch Süden ist.

trance-x
September 1st, 2004, 05:28 AM
Post deleted because of illegal hotlinking

trance-x
September 1st, 2004, 05:38 AM
http://www.welt.de/data/2004/08/31/326383.html

Ein Weltstar auf Berlin-Trip
Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin Ute Lemper filmt mit einem US-Team in der Hauptstadt für eine DVD
von Barbara Jänichen
http://www.welt.de/media/pic/000/173/17321v1.jpg
Ein Weltstar und sein Berlin: Ute Lemper (41), die vor zwei Jahrzehnten als "Peter Pan" im Theater des Westens ihre erste Musical-Hauptrolle spielte und damit den ersten Schritt zur großen Karriere machte, steht jetzt im Mittelpunkt einer DVD-Aufnahme, die ein US-Team mit dem international gefragten Star in mehreren Großstädten dreht. Berlin ist nach New York und Mailand die dritte Station. Anschließend folgen Aufnahmen in Israel, Spanien und Frankreich.

"La Lemper" besuchte die Eastside-Gallery gegenüber dem Ostbahnhof, sah Reste der Mauer an der Bernauer Straße und wurde nachdenklich beim Anblick eines Gedenk-Aussichtsturms an der Kieler Straße am Nordbahnhof. Sie fuhr zum Brandenburger Tor und entdeckte mit der Gegend um den Potsdamer Platz das neue Berlin. Zwei Tage lang stand die Sängerin, Musicaldarstellerin und Schauspielerin vor der Kamera.

Auch das persönliche Schicksal einer Berlinerin, der im Juli 1989 die Flucht über Ungarn nach Österreich in den Westen gelang, wird in dem Film verewigt. Die Fotografin Brigitte Dummer, die an der Bernauer Straße in unmittelbarer Nähe der Mauer einen kleinen Obst- und Gemüseladen betrieb, fuhr mit Ute Lemper jetzt noch einmal dorthin. Den vielseitigen Star lernte sie 1992 kennen. "Ich fuhr damals nebenbei Taxi. Ute Lemper stieg am Flughafen Tegel ein. Wir kamen ins Gespräch, das sehr herzlich endete. Ute lud mich in eines ihrer Konzerte ein, schickte mir Karten für einen Auftritt in Hamburg. Es war zugleich der Beginn meines umfangreichen Lemper-Archivs, denn ich begleitete die Künstlerin in den folgenden Jahren mit der Kamera in Paris, London und New York."

Brigitte Dummer dokumentierte nicht nur Lempers künstlerische Arbeit (zu sehen in früheren Ausstellungen an der Friedrichstraße und im Café Berio am Winterfeldtplatz), sondern außerdem die Privatperson in ihren jeweiligen Wohnungen. Diesmal war es aber umgekehrt: Ute Lemper und das DVD-Aufnahmeteam besuchten Dummer in ihrer Spandauer Wohnung, drehten dort die ersten Szenen.

Über Berlin sagte die Vollblut-Entertainerin, die einst in ihrer Charlottenburger Dachwohnung auch ihre Liebe zum Malen entdeckte, schon als 21-Jährige: "Berlin ist die Stadt, die man als Künstler braucht." Aber auch im Privatleben spielte sich Entscheidendes ab. Ute Lemper lernte hier den New Yorker Künstler David Tabatsky, ihren ersten Mann und Vater ihrer Kinder Max (10) und Stella (8) kennen und lieben. Inzwischen geschieden, sind beide "die besten Freunde" geblieben. Utes zweiter Mann ist der US-Musiker Todd Turkisher. Klar, dass er sie nach Berlin begleitete.
Artikel erschienen am Di, 31. August 2004




http://www.welt.de/data/2004/09/01/326773.html
Preisverleihung ohne Bussi-Gesellschaft
Der Verein Werkstatt Deutschland (http://www.werkstatt-deutschland.net/home.html) holt zur "Quadriga" den afghanischen Staatspräsidenten nach Berlin
Sie verkörpert die neue Tugend der Hartnäckigkeit. Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann lässt sie ihr Netzwerk so lange heiß laufen, bis ihre Idee umgesetzt wird. Es ist nur ein paar Tage her, da bekam Marie-Luise Weinberger, geschäftsführende Vorsitzende des Vereins "Werkstatt Deutschland", einen Anruf. Marie-Luise Weinberger packte eine Reisetasche und flog mit der Bundeswehr nach Afghanistan. Dort erreichte sie, was sie sich schon vor längerem in den Kopf gesetzt hatte.

Inzwischen ist sie wieder in Berlin. Und der afghanische Staatspräsident Hamid Karsai kommt tatsächlich hinterhergeflogen, obwohl am 9. Oktober in Afghanistan Präsidentschaftswahlen sind. Als Ehrengast nimmt er an der "Quadriga"-Verleihung der Werkstatt Deutschland am 3. Oktober im Konzerthaus am Gendarmenmarkt teil, wo er selbst mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wird. Der Preis wird vom Verein Werkstatt Deutschland jährlich an Persönlichkeiten des politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens verliehen, die durch ihr Engagement ein Zeichen für Aufbruch, Erneuerung und Pioniergeist setzen.
http://www.germany-info.org/relaunch/info/publications/week/2004/040109/Photos/Karsai.jpg
Zu den diesjährigen Preisträgern gehört auch Recep Tayyip Erdogan. Die Laudatio auf den türkischen Premierminister hält Bundeskanzler Gerhard Schröder. Schriftsteller Eric-Emmanuel Schmitt wird für die Botschaft seiner Bücher ("Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran", "Oskar und die Dame in Rosa") ausgezeichnet. Laudator ist Monsignore Obiora Ike, Generalvikar von Enugu. Der Theologieprofessor vermittelt in Nigeria zwischen Christen und Moslems. Schauspieler Armin Rohde hält die Laudatio auf Bariton Thomas Quasthoff, Simon Pánek aus Prag wird für als Bürgerrechtler geehrt. Sein Laudator ist Friedensnobelpreisträger Lech Walesa.
http://www.daserste.de/beckmann/img/gaeste/030310_ferch.jpghttp://i.timeinc.net/time/time100/images/main_walesa.jpg
Die Moderation der "Quadriga" (Hauptsponsor: Vattenfall) übernimmt Schauspieler Heino Ferch. Ins Konzerthaus sind 1000 Gäste geladen, zum anschließenden Empfang im Pergamon-Museum kommen 500 Gäste. Berlins Bussi-Gesellschaft steht bei der Werkstatt Deutschland nicht auf der Gästeliste: "C-Prominenz gibt es bei unseren Veranstaltungen nicht", sagt Marie-Luise Weinberger. "Bei uns kommt es nicht auf Kleider, sondern auf Persönlichkeiten an."

Der 1993 gegründete Verein Werkstatt Deutschland (Erster Vorsitzender: Klaus Riebschläger) widmet seine Arbeit "der Verständigung der Völker und der demokratischen Erneuerung des Gemeinwesens der Bundesrepublik Deutschland nach der Wiedervereinigung". Zum Kuratorium gehören unter anderen Schriftsteller Leon de Winter, Unternehmer Jens Odewald, Célia Gräfin von Bismarck, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Jeane Baronin von Oppenheim. Sie alle wissen um die Tugend der Hartnäckigkeit der Marie-Luise Weinberger - und unterstützen sie. Anja Popovic
Artikel erschienen am Mi, 1. September 2004



http://www.welt.de/data/2004/09/01/326774.html
etc.
Diplomatischer Knigge: Welche Kleidungsstücke dürfen geladene Herren anlässlich eines Empfangs beim Botschafter von Indonesien, Rahardjo Jamtomo, tragen? Antwort: Dunklen Anzug, eine Uniform oder die nationale Tracht. Am 21. September lädt der Botschafter aus Anlass des 59. Jahrestages der Unabhängigkeit der Republik in das Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden. Trainings-Jacken mit Berlin-Aufschrift gelten ausdrücklich nicht als Nationaltracht.
http://www.rnw.nl/ranesi/assets/images/Dubes_Sarimbit.jpg


Für Kulturstaatsministerin Christina Weiss (Foto) bricht die Woche der Hustenbonbons an - Heiserkeit droht. Heute Abend um 19 Uhr hält sie die Eröffnungsrede der Fotoausstellung "Schwarze Götter im Exil - Pierre Verger und Mario Cravo Neto" im Ethnologischen Museum (Dahlem). Morgen eröffnet sie die Berliner Festwochen im Haus der Berliner Festspiele an der Schaperstraße. Und am 9. September lauschen Gäste der Ausstellung "Sophie Calle" im Martin-Gropius-Bau den Worten der Ministerin.
Artikel erschienen am Mi, 1. September 2004

trance-x
September 1st, 2004, 05:47 AM
http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/bezirke/story700670.html

Fortuna kehrt zurück
Mitte: Symbolfigur vom Alten Stadthaus steht nach 53 Jahren wieder auf der Kuppel
http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/bezirke/pop_88398.jpghttp://www.gse-berlin.de/altesstadthaus0.jpg
http://www.bauen-mit-stahl.de/galerie/umbau/5.01-gross.jpg
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/pix/baubilanz/geschaeftsgebaeude/altes_stadthaus.jpghttp://www.stadtentwicklung.berlin.de/pix/baubilanz/geschaeftsgebaeude/altes_stadthaus_1.jpg

Nach 53 Jahren ist Fortuna, die Symbolfigur des Alten Stadthauses am Molkenmarkt, nach Berlin zurückgekehrt. Die römische Glücksgöttin wurde gestern in luftiger Höhe auf der Kuppel verankert. Ein schwerer Autokran zog die Nachbildung der Kupferfigur nach mehreren Versuchen auf die Höhe von 87 Metern. Am Donnerstag wird die Rückkehr der Fortuna mit einem Festakt gefeiert. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit wird dabei sein, Innensenator Ehrhart Körting (SPD) als Hausherr des Stadthauses und der Mann, der die Rückkehr der Fortuna erst ermöglichte: Kunstmäzen und Unternehmer Peter Dussmann. Er spendete 125 000 Euro, damit eine neue Skulptur gearbeitet werden konnte.

Der Künstler Joost van der Velden modellierte die 3,25 Meter hohe Figur, die von dem Berliner Schmied Bernd-Michael Helmich in Kupfer gearbeitet wurde. Das Original der Fortuna musste 1951 einer Richtantenne weichen, die damals auf dem Gebäude gen Westen installiert wurde. Die Skulptur verschwand spurlos. Damals residierte im Alten Stadthaus der DDR-Ministerrat.

Auch wenn Fortuna wieder auf der Kuppel des Gebäudes steht, ist die Sanierung nicht abgeschlossen. Immer noch fehlen 17 der 19 Turmfiguren. Sie wurden als Pfand von der Firma Steinforum einbehalten. Hintergrund: Im November 2001 begannen die Sanierungsarbeiten an dem Gebäude. Steinforum sollte die Skulpturen des Turms restaurieren, musste dann aber im März 2003 Insolvenz anmelden. Der Insolvenzverwalter verlangte im Zuge des Verfahrens vom Senat eine Abschlagszahlung von 13 000 Euro. Doch dieser zahlte nicht. Die Begründung: Steinforum habe bei der Renovierung des Schlosses Charlottenburg gepfuscht, den Schaden von 50 000 Euro wolle man verrechnen. Das lehnte der Liquidator ab und nahm 17 Statuen unter Verschluss.

So lagern nun Aphrodite, Herkules und Apollon in einem Depot in Alt-Heiligensee. Inzwischen hat der Senat eine Klage auf Herausgabe eingereicht. Nach Auskunft des Sprechers der Finanzverwaltung, Matthias Kolbeck, habe Steinforum einen Vergleichsvorschlag kürzlich abgelehnt. So kann es noch dauern, bis das Alte Stadthaus wieder komplett ist.

Das Gebäude am Molkenmarkt wurde zwischen 1902 und 1911 nach Plänen des damaligen Stadtbaurates Ludwig Hoffmann erbaut. Es diente als Ergänzung des Roten Rathauses. Heute beherbergt das Haus die Senatsverwaltung für Inneres und das Landesdenkmalamt.





http://www.welt.de/data/2004/09/01/326787.html

Bundespräsident sagt Berlin Hilfe zu
Horst Köhler auf Antrittsbesuch in der Hauptstadt - Visite im Roten Rathaus
von Michael L. Müller

http://www.welt.de/media/pic/000/173/17346v1.jpg

Deutschland braucht eine "kraftvolle Hauptstadt", weil die Welt an Berlin misst, wie es um das gesamte Land bestellt ist. Das ist die wichtigste Botschaft, die Bundespräsident Horst Köhler gestern bei seinem Antrittsbesuch im Land Berlin überbracht hat. Es war ein überschwänglicher Empfang, den die Landespolitiker Horst Köhler gestern bereiteten. Pünktlich um 10.30 Uhr fuhr der Bundespräsident in seiner schwarzen Limousine mit dem Kennzeichen 0 - 1 am Roten Rathaus in Mitte vor, wo der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und sein Protokollchef Christian Stocks bereits ungeduldig warteten.

Nach einer herzlichen Begrüßung überreichte Wowereit der Präsidentengattin Eva einen Strauß gelber Rosen. Und schon schritt man gemeinsam über den roten Teppich hinein in den Klinkerbau. Zahlreiche Senatsbedienstete klatschten Beifall. Köhler reagierte darauf etwas belustigt und sagte: "So begrüßen Sie also den Regierenden Bürgermeister jeden Morgen."

Mit aller Deutlichkeit machte das Staatsoberhaupt klar, dass es sich dafür einsetzen will, die Debatte über die Hauptstadtrolle Berlins zu einem "guten Abschluss" zu bringen. Berlin habe Anspruch auf Hilfen, betonte Köhler bei einem Empfang im Roten Rathaus. Allerdings, so mahnte er, müsse das Land seine Finanzen konsolidieren. Dazu gebe es keine Alternative.

Damit hat sich Horst Köhler gleich zu Beginn seiner Amtszeit für die Hauptstadt stark gemacht. Es könne niemand in Deutschland gleichgültig sein, wie sich die Hauptstadt entwickle. In den USA habe er festgestellt, dass auch die Amerikaner Berlin bewundern. "Nur merkwürdig fanden sie, dass sie immer in Frankfurt umsteigen mussten." Einen Direktflug in die USA gibt es aus der Hauptstadt schon seit langem nicht mehr.

Eine halbe Stunde plauderten Gast und Gastgeber in Wowereits Amtszimmer, danach stellte der Regierende Bürgermeister im Senatssitzungssaal dem Bundespräsident die Kabinettsmitglieder vor. Um 12.15 Uhr ging es in den Festsaal, wo sich Köhler ins Goldene Buch der Stadt eintrug.

Wowereit, der das Staatsoberhaupt zuvor um Unterstützung für die Hauptstadt und ihre Anerkennung gebeten hatte, lobte die klaren Worte Köhlers. Der forderte Berlin auf, als "Werkstatt der Einheit" vorzudenken und vorzumachen, "wie das vereinte Deutschland die Zukunft meistern kann". Die Stadt mit ihrer Wissenschaft und Kultur habe dazu das Potenzial. Dem Regierenden Bürgermeister und Abgeordnetenhauspräsident Walter Momper bot er seine Zusammenarbeit an. "Man soll sehen, dass ich an Ihrer Seite stehe", so Köhler. Er hob die Bedeutung der Berliner Kultur, vor allem der Kunstschätze hervor, und sagte: "Ich könnte mir vorstellen, dass man aus allen Museen Berlins eine Ausstellung zusammenstellt, die ebenso viele Besucher findet wie die MoMA."

Als der Bundespräsident am Nachmittag mit dem Regierenden Bürgermeister durch das Brandenburger Tor ging, äußerte Köhler, dass er durch die Demonstrationen gegen Hartz IV keine Spaltung zwischen Ost und West befürchte. Unzufriedene gebe es in beiden Teilen Deutschlands. Aber ein jeder freue sich über die Einheit.

Artikel erschienen am Mi, 1. September 2004


http://www.welt.de/data/2004/09/01/326786.html
Staatsoberhaupt nimmt am Pariser Platz ein Bad in der Menge
von Margarete Raabe

Dunkle Wolken ziehen über dem Pariser Platz auf. "Wem ham'se die Krone geklaut?", spielt der Leierkastenmann. Wer einen Schirm hat, bietet denen ohne einen Platz darunter an. Das Volk rückt zusammen: Solidarität für Horst Köhler, den neuen, ersten Mann im Staat. Kalter Wind trägt Gesprächsfetzen von Schirm zu Schirm: "Bei dem Regen steigt der nicht aus, der winkt aus dem Auto".

Dann ist er plötzlich da. Der Bundespräsident, Ehefrau Eva Köhler und der Regierende Bürgermeister Wowereit versinken in einem Pulk von Sicherheitsbeamten, Journalisten, Fotografen. Aber Köhler bahnt sich seinen Weg. Er lächelt freundlich, nickt hier und dort. "Gefällt ihnen Berlin?", fragt er Greti Geitner aus der Oberpfalz und reicht ihr die Hand. Die Rentnerin strahlt. Der 15 Jahre alte Johannes Fuhrmann wird begrüßt. "Wir kommen aus Hamburg und sind seit einer Woche auf Klassenfahrt in Berlin", erzählt der Junge. Heike Vorrath und Ehemann Günther berichten von ihrem viertägigen Urlaub in der Bundeshauptstadt. Benjamin Rösgen (12) aus Leichingen antwortet gern dem netten Mann, der ihn so freundlich anspricht. Wer das war? "Der Bundespräsident". Wie der heißt? "Fischer!" "Rau, ach nee, Köhler", korrigiert Bruder Raphael (13).

Vor den 14 "Mauerkreuzen", einer Gedenkstätte für Maueropfer an der Ebert-/ Ecke Scheidemannstraße, hält der Bundespräsident inne. Juliane Kleinschmidt vom Bund der Mitteldeutschen ist begeistert: "Er ist der erste Bundespräsident, der die Kreuze besucht hat." Horst Köhler ist derweil im Bus Richtung Potsdamer Platz unterwegs.

Artikel erschienen am Mit, 1. September 2004



http://www.tagesspiegel.de/berlin-extra/index.asp?gotos=http://archiv.tagesspiegel.de/toolbox-neu.php?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/01.09.2004/1321858.asp#art
etc.
http://www.aeronautics.ru/archive/du-watch/klaus_toepfer_01.jpg
Klaus Töpfer, Direktor des UN-Umweltprogramms (UNEP), wird am 6. September mit Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn die Konferenz über technologische Fortschritte und Umwelt „Electronics Goes Green 2004+“ im Hotel Estrel eröffnen.

* * *

Berlin und Buenos Aires sind seit zehn Jahren Partnerstädte. Anlässlich der Festveranstaltungen kommen viele argentinische Gäste nach Berlin.
Mónica Guariglio, Generaldirektorin der argentinischen Hauptstadt-Museen, will in ihrer Stadt eine lange Nacht der Museen nach Berliner Vorbild organisieren. Am Wochenende hat sie sich die Veranstaltung angesehen, jetzt ist sie bis zum 3. September auf Museumstour. Der Klezmer-Musiker Giora Feidman bleibt nach seinem Auftritt bei der gestrigen Auftaktveranstaltung bis zum 3. September in der Stadt. Aníbal Ibarra, Bürgermeister von Buenos Aires, kam gestern mit Amtskollegen Klaus Wowereit zum Auftaktkonzert. Heute besucht er die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und spricht dann mit dem Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Andreas Nachama.

***
http://www.detnews.com/pix/2002/03/23/canadapettigrew250.jpghttp://www.warping.org/joschka.jpg
Pierre Stewart Pettigrew, neuer kanadischer Außenminister, trifft am 2. September um 19 Uhr Joschka Fischer zu einem Gespräch im Auswärtigen Amt.

trance-x
September 1st, 2004, 06:10 AM
http://www.tagesspiegel.de/berlin/index.asp?gotos=http://archiv.tagesspiegel.de/toolbox-neu.php?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/01.09.2004/1329447.asp#art


Premiere im Sonycenter: Der Erste wird der Letzte sein

Filmpremiere mit Tom Cruise: Der Star kommt vor seinen Gästen, damit er lange Autogramme geben kann

Heute ist der Tag, auf den die Fans von Tom Cruise (Foto) lange gewartet haben. Seine Termine sind dicht gedrängt: Um 13 Uhr trägt sich der Hollywoodstar, der mit einer Privatmaschine aus Madrid ankommen soll, bei Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit in das Goldene Buch Berlins ein. Ab 18 Uhr steht Cruise dann auf dem roten Teppich im Sony Center und gibt anlässlich seiner Filmpremiere "Collateral" Autogramme. Die Party findet im Wasserwerk am Hohenzollerndamm statt.

http://bz.berlin1.de/aktuell/news/040901/Cruse.5GFUEIJ/2_normal.jpghttp://www.icsc-naiso.org/conferences/nl2002/pictures/potsdamerplatz.jpg
„Colletral“ Premiere im Sony Center ...

Von Andreas Conrad

Die Krönung einer Premiere ist unzweifelhaft die Ankunft des Stars. Die prominenten Erstaufführungsgäste, die zuvor über den roten Teppich schritten, lösen zwar mehr oder weniger Jubel aus, auch ihnen recken sich Autogrammbücher und Kameras entgegen. Was einzig zählt, ist der Star – und der kommt zuletzt.

So war es bisher, so ist es aber nicht an diesem Mittwoch zur „Colletral“-Premiere mit Tom Cruise. Denn während die lokale Halb- oder Voll-Prominenz vielleicht noch rasch im Taschenspiegel probt, welche Variante des Lächelns diesmal zweckmäßig sei, steht der Held des Abends schon an der Absperrung und verteilt Autogramme und lässt sich mit seinen Fans fotografieren.

Dafür muss man einfach Verständnis haben. Anders schafft Tom Cruise seinen Popularitätsparcours einfach nicht mehr. Oder er würde ihn vielleicht anders schaffen, aber dann beginnen sie drinnen im Kino zu murren, und das geht erst recht nicht. Also wird der Mann aus Hollywood heute voraussichtlich bereits gegen 18 Uhr unterm Zeltdach des Sony Centers am Potsdamer Platz auftauchen und sich im Schneckentempo auf den Eingang des Kinos Cinestar zubewegen.

Das hat er am selben Ort schon mehrfach praktiziert, Anfang des Jahres erst zur Premiere von „Last Samurai“, davor zu „Minority Report“ und „Vanilla Sky“. Allesamt sind das Filme, in denen Tom Cruise so ist, wie man ihn kennt: ein jugendlicher positiver Held. „Collateral“ dagegen bedeutet einen Bruch mit dem eigenen Image, wie es kaum krasser denkbar ist: Cruise grauhaarig. Und ein Berufskiller, der im nächtlichen Los Angeles einen Sammelauftrag zu erledigen hat. Nicht gerade eine Identifikationsfigur.

Die ist diesmal Jamie Foxx, Taxifahrer und ungewollt Chauffeur des Mordbuben. Zuvor hatte er eines der potenziellen Mordopfer durch die Stadt kutschiert, das von Will Smith’ Frau Jada Pinkett Smith gespielt wird. Alle drei „Collateral“-Akteure werden erwartet, ebenso Regisseur Michael Mann. Nur Tom Cruise aber wird am späten Vormittag vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit ins Rote Rathaus gebeten, um sich dort um 13 Uhr ins Gästebuch der Stadt Berlin einzutragen.

Stammgast in Berlin ist Cruise schon, Dauergast will er noch immer werden. Eigentlich hätte er in diesen Wochen in Babelsberg und Umgebung mit dem Dreh zu „Mission Impossible 3“ beginnen sollen, wegen Austausch des Regisseurs musste das, wie berichtet, auf den kommenden Sommer verschoben werden. Ein neuer Regisseur ist immerhin gefunden: Jeffrey Abrams, im Kinogeschäft ein Debütant, der sich aber durch seine Agentenserie „Alias“ empfohlen hat.

Hoffnungen, der „MI 3“-Dreh komme doch in diesem Jahr noch zustande, darf man sich dennoch nicht machen. Längst ist Tom Cruise für die nächsten Monate verplant. Voraussichtlich im November beginnen in den USA die Dreharbeiten zu „Krieg der Welten“, für Cruise nach „Minority Report“ die zweite Zusammenarbeit mit Steven Spielberg. Erneut wird damit die von H. G. Wells geschilderte Invasion vom Mars verfilmt, die zunächst Höfunkgeschichte geschrieben hatte: 1938 wurde in den USA eine Radioversion gesendet, produziert von Orson Welles. Sie gelang ihm allzu gut, mit der Folge einer Massenpanik.




http://www.tagesspiegel.de/berlin/index.asp?gotos=http://archiv.tagesspiegel.de/toolbox-neu.php?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/01.09.2004/1330032.asp#art
Die öffentliche Ente
„Köche – Krone – Kritiker“, das neue Programm des Restaurantzelts „Pomp Duck and Circumstance“, feiert am Donnerstag Premiere

Von Heidemarie Mazuhn
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Das neue Jackett, in dem Hans-Peter Wodarz ab dem 2. September allabendlich die Berliner Enten-Fans zu „Pomp Duck and Circumstance“ empfangen will, ist fertig. Doch ob denen der Unterschied auffallen wird? Das maßgeschneiderte Stück aus der Werkstatt des Designers Torsten Amft sieht aus wie alle anderen Jacken, die Wodarz bislang in seiner Glanzrolle als Direktor des kulinarischen Spektakels getragen hat – 13 waren es, alle kreischend rot. Zu jeder Show ließ sich Wodarz bisher ein so persönliches Stück auf den Leib schneidern. Die 14. Premiere heißt „Köche – Krone – Kritiker“ und hat, wie berichtet, am Donnerstagabend am Gleisdreieck Premiere.

Dieser Termin ist kein Zufall. Denn genau 14 Jahre zuvor, am 2. September 1990, hat in München die anscheinend un-ent–liche Erfolgsgeschichte des Restaurant-Theaters begonnen. Von der Weltpremiere gingen seltsame Gerüchte aus: Es hieß, Wodarz’ seltsames Personal – verkappte Sänger, Artisten, Magier und Clowns – schütte den Gästen für deren teures Geld auch noch Suppe über den Anzug; eine Ente, wie sich trotz aller Drastik der Show bald herausstellte. Denn alle Gäste gingen unversehrt und erheitert. Insgesamt weist die Bilanz des Unternehmens inzwischen 1,3 Millionen Besucher an 18 nationalen und internationalen Gastspielorten aus, davon 250000 in Berlin. Hier gastierte Wodarz bereits 1994, bevor er sich daran machte, Amerika zu erobern. Doch der mit viel Hoffnung gestartete Anlauf im Rahmenprogramm der Olympischen Spiele in Atlanta 1996 endete im Finanzdesaster. Wodarz brauchte lange, um sich von diesem Rückschlag zu erholen, das Kapitel Amerika dürfte endgültig abgeschlossen sein.

Denn geht es nach ihm, werden sich wohl künftig alle Enten-Anhänger weltweit zum Gleisdreieck bemühen müssen. Dreieinhalb Jahre ist er nun mit seinem Spiegelzelt schon dort, hat seinen Frieden gemacht mit den hiesigen Gastronomen, die die Konkurrenz fürchteten und alljährlich um ihr Weihnachtsgeschäft fürchteten. „Wir wollen gar nicht mehr weg von dem Platz“, sagt Wodarz jetzt, „auch nicht, wenn das Riesenrad kommt.“ Er wäre vermutlich der Erste, der hochfahren und in 170 Meter Höhe ein Entenmenü servieren würde.

Die Premiere am Donnerstag zeigt die aufwändigste Show, die je bei „Pomp Duck and Circumstance“ geprobt wurde. Und diese Proben werden auch die bislang öffentlichsten sein, denn von der ersten Probe bis zur Premiere von „Köche – Krone – Kritiker“ hat das RBB-Fernsehen den Enten-Leuten für eine Doku-Soap auch hinter den Kulissen auf die Finger gesehen.

Die Idee für das 14. Spektakel, in dem es diesmal den gefürchteten Restaurantkritikern auf die üblich chaotische Art ans Eingemachte geht, kam Wodarz und seinem Regisseur Arthur Castro bei einem Arbeitstreffen auf Hiddensee – „scheußliches Essen“, sagte er knapp beim Pressegespräch zur neuen Show.

Um deren Gelingen bemühen sich 102 Künstler aus 23 Nationen – natürlich mit vielen bekannten Pomp-Protagonisten aus vergangenen Shows. Chin Meyer beispielsweise muss diesmal die Steuerfahnder-Aktentasche weglegen und sich als Berliner Edelgastronom Gustave L’ackaffe profilieren. Man ahnt, dass er mit den Kritikern hart ins Gericht gehen wird – während die echten Köche im Hintergrund hunderte von Enten in bewährter Qualität auf die wie immer zu engen Tische im Zelt tragen lassen.


http://www.tagesspiegel.de/berlin/index.asp?gotos=http://archiv.tagesspiegel.de/toolbox-neu.php?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/01.09.2004/1332829.asp#art
Die ersten BKA-Schlossgäste
Der Umzug ist geglückt, nun kann die Premierenfeier steigen: Heute Abend wird das Kuppelzelt des BKA-Luftschlosses am neuen Standort nahe dem Ostbahnhof in Friedrichshain wiedereröffnet. Es gibt einen Empfang für geladene Gäste, denen bei einer Show schon mal ein Ausblick auf das kommende Programm auf den BKA-Bühnen gegeben wird. Comedian Ades Zabel in der Gestalt der berühmtesten Haselhorsterin der Welt – Karin Hoene – und sein Kollege Kay Ray präsentieren die Show, zu der sich die O-Ton-Piraten, Palma Kunkel, Sherry Vine, Lutz & Moritz und Freddie Rutz angesagt haben. Außerdem können sich die Gäste einen ersten Eindruck vom Kaisersaal machen, in dem künftig die etwas geräuschvolleren BKA-Veranstaltungen über die Bühnen gehen sollen.

Der erste, der im Kuppelzelt mit einem eigenen Programm gastiert, ist Chansonier Tim Fischer. Gleich am Tag nach der Wiedereröffnungsfete tritt er dort mit Werken des Kabarettisten, Komponisten und Autors Georg Kreisler auf. Von dem Wiener Künstler stammen solche Klassiker des hintergründig-makabren Humors wie „Tauben vergiften“. Die Luftschlossherren versprechen für den 2. und 3. September daher nicht ganz ohne Grund einen „Abend ganz ohne Flitter und Blitzlichtgewitter“.(...)




Tagesspiegel: 31.08.2004 14:44
Flick packte erste Bilder aus
http://www.netzeitung.de/img/0094/106394.jpg
Berlin (dpa) - Der Sammler und Industriellen-Erbe Friedrich Christian Flick hat am Dienstag die ersten Bilder seiner künftigen Ausstellung in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. «Ich bin begeistert, es ist besser als ich es mir in meinen kühnsten Träumen vorstellen konnte», sagte Flick zu der Architektur der riesigen Ausstellungshalle neben dem Hamburger Bahnhof.

Er hatte für die Einrichtung acht Millionen Euro bezahlt. «Ich habe meine Sammlung noch nie in einem so großen Kontext gesehen.» Vom 22. September an werden dort sieben Jahre lang 2500 Werke zeitgenössischer Kunst präsentiert. Die Ausstellungsfläche von 13 000 Quadratmetern hat «documenta»-Dimension. Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) sprach am Dienstag von einer «kunsthistorischen Sensation» und einer «einzigartigen Sammlung mit unbequemen Arbeiten von Weltrang». Sie wünsche sich auch, dass die unschätzbare Schau länger als sieben Jahre in Berlin gezeigt werden kann, die in Berlin eine Lücke der Moderne schließe.

Zu den teilweise heftigen Attacken gegen das Ausstellungsprojekt unter Hinweis auf die NS-Vergangenheit seines Großvaters sagte Flick: «Es waren schwierige und harte drei Jahre, aber auch spannende, in denen ich viele Freunde kennen gelernt habe und auch Feinde, denen ich meinen Respekt zolle.» Er werde sich auch weiterhin der Diskussion stellen, sie dürfe nur nicht auf die Künstler übertragen werden. «Die Ausstellung darf nicht durch eine wie auch immer geartete ideologische Brille betrachtet werden.» Salomon Korn und Michael Fürst vom Zentralrat der Juden hatten den Vorwurf erhoben, die Sammlung sei mit dem «Blutgeld» aus dem Flick-Vermögen der NS- Zeit bezahlt worden.

Zu kritischen Äußerungen seiner Schwester Dagmar Ottmann und seines Bruders Gert-Rudolf Flick meinte der Kunstsammler: «Dass es in Familien unterschiedliche Ansichten gibt, auch bei wichtigen Themen, ist natürlich. Ich möchte mich mit meinen Geschwistern aber nicht öffentlich auseinander setzen. Ich bin einen anderen Weg konsequent gegangen.» Allerdings müsse er darauf hinweisen, dass seine Schwester erst im Jahr 2001 in den Zwangsarbeiterfonds eingezahlt habe, sein Bruder 2004. «Ich habe vor drei Jahren zehn Millionen Euro an eine Stiftung für Toleranz gezahlt, die bereits 45 Projekte besonders für Jugendliche unterstützt hat. Die Tatsachen sprechen für sich.»

Weiss verwies auf das umfangreiche Begleitprogramm zur Ausstellung, in der auch die NS-Vergangenheit eine Rolle spielen werde. «Kunst kann aber nicht in Sippenhaft genommen werden, das haben die hier vertretenen Künstler nicht verdient.» Es sei aber klar, dass die Gesellschaft «noch nicht fertig ist mit der Aufarbeitung von Schuld und Verantwortung, es wird keine Debatte abgewürgt».

Die Ausstellung wird in Themenräume gegliedert und auch einzelnen Künstlern gewidmet sein. «Bruce Naumann wird als Herzstück meiner Sammlung viel Platz eingeräumt», betonte Flick. Aber auch der 1997 früh verstorbene Martin Kippenberger liege ihm am Herzen. Von ihm präsentierte Flick inmitten zahlreicher noch nicht ausgepackter Gemäldekisten in der früheren, mehrere hundert Meter langen Speditionshalle am Dienstag das großformatige Bild «Der junge progressive Arzt» von 1985. «Wir zeigen zeitgenössische, auch provokante Kunst», betonte Flick.


Tagesspiegel: 31.08.2004 16:44

Berliner Varieté Chamäleon öffnet wieder im September
http://www.kukm.de/krebskongress2004/graphics/rahmenprogramm/B2-Hackesche-Hoefe.jpghttp://www.show.de/varietes/Chamaeleon-Berlin/chamaeleon_logo_sw_5,5cm.jpg
Berlin (dpa/bb) - Das traditionsreiche Berliner Varietétheater Chamäleon in den Hackeschen Höfen wird Mitte September wieder seinen Spielbetrieb aufnehmen. Am 23. September hat mit «100% - Der Kult kehrt zurück» das erste Stück in dem umgebauten Theater Premiere, teilte der neue Betreiber des Varietés am Dienstag mit. Das Chamäleon war seit 1991 in der in der Varieté-Szene international bekannt geworden. Nach der Insolvenz des ehemaligen Betreibers hatte das Varietétheater am 30. Juni seinen Spielbetrieb einstellen müssen.

http://www.tagesspiegel.de/kultur/index.asp?gotos=http://archiv.tagesspiegel.de/toolbox-neu.php?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/01.09.2004/1333167.asp#art
Die Spur der Königin

Pina Bausch hat den Tanz revolutioniert – und das Theater. Jetzt kommt sie zu einem ihrer seltenen Gastspiele nach Berlin

Von Anne Linsel

http://www.fiona.co.jp/GENERAL_BOOKS/images/PHOTO_BOOKS/PINA_BAUSCH_STEMMLE.jpg

Wenn Pina Bausch an diesem Freitag in der italienischen Botschaft in Berlin das „Komturkreuz des Verdienstordens der italienischen Republik“ erhält, ist das Ausdruck einer langjährigen freundschaftlichen Verbindung: Seit 1980 wurde die Choreographin mit über zehn Preisen und einer Ehrendoktorwürde in Italien bedacht. Für Pina Bausch aber ist, wenn sie an Italien denkt, noch etwas anderes wichtig: die Produktion ihres Stückes „Viktor“. Es war die erste Zusammenarbeit mit dem Ausland – dem „Teatro Argentina“ und der Stadt Rom 1986, der Beginn von Koproduktionen mit Theatern, Städten, Institutionen in der ganzen Welt, an die sich triumphale internationale Gastspiele anschlossen. Pina Bausch, Tänzerin, Choreographin, Chefin des Tanztheaters Wuppertal, hat in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts den Tanz revolutioniert.

Ihre künstlerischen Wurzeln liegen in Essen an der Folkwang Schule. Kurt Jooss, der legendäre Tänzer und Choreograph war ihr Lehrer. 1973 kam der Ruf als Ballettchefin nach Wuppertal. Die ersten größeren Arbeiten hielten sich noch im traditionellen Rahmen, Gluck, Brecht, Weill, „Iphigenie“, „Orpheus“, „Die sieben Todsünden“. Schon hier, spätestens bei Strawinskys „Frühlingsopfer“, war zu sehen und zu spüren, dass sich bei Pina Bausch etwas Neues tat, dass sie die existenziellen Themen Liebe und Tod mit ungewöhnlich archaischer Kraft und visionären Bildern anfüllte.

Das Neue entwickelte sich Schritt für Schritt. Die Stücke hatten keine Vorlage mehr, erzählten in kleinen Geschichten von der Suche und Sehnsucht nach Liebe und Zärtlichkeit, von Angst, Einsamkeit, Verletzungen, Verstörungen, von Macht, vor allem der Männer über die Frauen. Bei alledem blickte Pina Bausch mit ihren Tänzern fragend weit zurück in die Kindheit. Und sie entdeckten im Kinderparadies Himmel und Hölle. Auf der Bühne tanzten die Tänzer immer weniger. Sie rannten, sprangen an den Wänden hoch, sprachen, schrieen, lachten, weinten, erzählten Witze. Der Bühnenboden war bedeckt mit Erde oder Wasser oder Gras (Bühnenbildner seit 25 Jahren: Peter Pabst).

Auf der Bühne bewegten sich falsche Nilpferde, Krokodile oder echte Hunde, Artisten, Stuntmen, Zauberer. Die Technik der Collage, die Stilprinzipien von Wiederholung, simultanen Handlungen und Brechungen ergaben Bilder voller Poesie, aber auch von Gewalt. Rätselbilder, vielschichtig und vieldeutig und oft mit wunderbar hintergründigem Humor. So erfand Pina Bausch mit ihren Tänzern eine neue Körper-Kunst-Theatersprache, die auch auf Schauspielregisseure großen Einfluss hatte. Heiner Müller nannte das Bausch-Theater einmal ein Theater, so, wie man früher eingekauft habe, ohne Verpackung, „ein Theater ohne Plastiktüten.“ Pina Bauschs Einfluss auf das Theater der letzten Jahrzehnte ist immens.

In den Anfängen war nicht nur das Publikum irritiert und verstört. Auch die meisten Kritiker schienen ratlos. Bei den Zuschauern in Wuppertal schlug das Unverständnis lange Zeit um in Aggression. Heute ist das kaum noch nachzuvollziehen. Überall und bei jeder Vorstellung, ob in Wuppertal oder in den großen Städten der Welt: Jubel. Vor wenigen Wochen in Japan: Szenenapplaus, stehende Ovationen, nicht die sonst in japanischen Theatern übliche höfliche Zurückhaltung. Weit über 30 Stücke hat Pina Bausch während dreier Jahrzehnte Tanztheater herausgebracht. Sie gastierte überall in der Welt, leider nur sporadisch in Berlin. Seit „Viktor“ sammelt sie dafür mit ihren Tänzern Erfahrungen und Anregungen in der ganzen We