View Full Version : Tourismus: Hotels und Sehenswürdigkeiten


ovobaern
January 11th, 2011, 12:42 PM
Da hier nicht viel läuft, lanciere ich eine neuen Thread.

Der Städtetourismus in Bern boomt. Seit 2004 haben sich die Logiernächte beinahe verdoppelt. Verschiedene Hotels (Accor Group, Holiday Inn) wurden gebaut, andere sind im Bau (Schweizerhof) und weitere sind geplant (Europaplatz, Läuferplatz).

Hier ein aktueller Artikel mit dem BET-Direktor:

http://www.derbund.ch/bern/Zwei-Nobelhotels-sind-nicht-genug/story/27535241

Was denkt ihr. Können in Bern tatsächlich 1000 weitere Hotelbetten rentieren?

Wie könnte die Stadt Bern noch attraktiver für den Städtetourismus werden?

Ach ja. Und Infos zu den aktuellen Hotelprojekten sind natürlich auch erwünscht.

ovobaern
January 11th, 2011, 12:44 PM
http://www.derbund.ch/bern/Neues-4SterneHotel-in-der-Altstadt/story/24781797

philippmaurice
January 12th, 2011, 07:57 AM
Flughafen Bern-Belp baut massiv aus
Aktualisiert vor 2 Minuten

Der Sommerflugplan bietet das umfangreichste Angebot in der Geschichte des Flughafens Bern-Belp. Die Airlines wollen alleine im laufenden Jahr weit über 100 neue Arbeitsplätze schaffen. Das Wachstum freut die Kunden – birgt jedoch auch Gefahren.


http://files.newsnetz.ch/story/1/2/9/12927449/9/topelement.jpg
Das Fliegen ab Bern-Belp haben jetzt auch die grossen Reiseveranstalter entdeckt. Deshalb erhöhen die Fluggesellschaften für das Sommergeschaft ihre Kapazitäten massiv.



Am Donnerstag startet in den Hallen der BEA Bern Expo die Ferienmesse. Reiseveranstalter, Hotels, Transportunternehmen sowie Feriendestinationen buhlen um die Gunst der Besucher. Unter den Ausstellern befinden sich auch zahlreiche einheimische Firmen, die vom Flughafen Bern-Belp aus operieren. Der Flughafen erlebt zurzeit das grösste Wachstum in seiner über 80-jährigen Geschichte. Ab diesem Frühjahr können 24 Destinationen in ganz Europa und Nordafrika direkt angeflogen werden. So viele wie noch nie.

Reisebüros entdecken Bern

Die Reiseveranstalter verleihen dem Wachstum im Belpmoos Schub. Neben dem angestammten Anbieter Aaretal Reisen forcieren im Sommer nun auch Kuoni, Tui, Helvetic und Railtour den Start in die Ferien mit einem Flug von Bern-Belp aus. Acht Airlines wollen mit Charter- und Linienflügen die Nachfrage auf dem Reisemarkt stillen (wir berichteten).

Ab diesem Frühling wird die Zürcher Helvetic Airways ein Flugzeug vom Typ Fokker 100 hier stationieren. Für den Flieger benötigt Helvetic eine Crew von 20 bis 30 Personen. Das Personal wurde in den vergangenen Monaten im Grossraum Bern rekrutiert. Sein Unternehmen verfolge in Bern-Belp eine Nischenstrategie, erklärt Helvetic-Sprecher Tobias Pogorevc. Dabei sollen Destinationen weit ab vom Massentourismus und den Ballungszentren bedient werden. Helvetic will auf Urlaubs- und Geschäftskunden sowie auf den «ethnischen Verkehr» setzen. Unter «ethnischem Verkehr» versteht Pogorevc den Transport von ausländischen Arbeitnehmern in ihre Heimat.

Das Ziel von Helvetic sei es, am Standort Bern «vorsichtig» zu wachsen, so Pogorevc. Dabei geht er beim Passagieraufkommen von einem jährlichen Wachstum von 5 Prozent aus. Dies entspricht den Prognosen des Internationalen Luftverkehrsverbands. «Zu einem vorsichtigen Wachstum gehört auch, dass wir beim Spiel mit Dumpingpreisen nicht mitmachen wollen», sagt Pogorevc.

Grosse Ausbaupläne

Während Helvetic im Sommer mit 20 bis 30 Personen von Bern-Belp aus operiert, rechnet die einheimische Regionalfluggesellschaft Skywork in wesentlich grösseren Dimensionen. Standen bei Skywork im letzten Jahr noch 60 Personen auf der Lohnliste, sollen es Ende 2011 bereits 150 sein. Und das Wachstum soll weitergehen. Skywork-CEO Tomislav Lang will bereits in drei Jahren mit 10 Flugzeugen 20 Destinationen anfliegen. Zum Vergleich: heute umfasst die Skywork-Flotte eine Bombardier Dash-8 (72 Sitzplätze) und eine Fairchild Dornier (31 Sitzplätze).

Skywork investiere zurzeit einen sehr hohen sechsstelligen Betrag in den Ausbau, so Lang. Wie viel genau, will er nicht sagen. Einer der namhaften Investoren ist der Arzt und Rolex-Erbe Daniel Borer aus Mörigen. Der 45-Jährige ist neuer Verwaltungsratspräsident der Regionalfluggesellschaft. Der Kapitalbedarf für den Ausbau lässt sich nur erahnen. Wie ein Blick ins Handelsregister zeigt, setzt sich Skywork aus zwei Aktiengesellschaften zusammen. Die eine AG erhöhte im November ihr Aktienkapital von 100000 auf 10 Millionen Franken. Bei der zweiten AG stieg das Aktienkapital bereits im letzten Mai von 650000 auf 8Millionen Franken.

Bern-Belp verfüge über ein grosses Potenzial, erklärt Skywork-CEO Lang. Das Einzugsgebiet des Flughafens zähle rund 2,5 Millionen Menschen. Die Grenzen des Gebiets bilden Kantone in der Westschweiz, das Wallis und der Aargau.

Damit das Wachstum nicht gebremst wird, muss gemäss Lang die Infrastruktur am Flughafen ausgebaut werden. Insbesondere beim öffentlichen Verkehr seien bessere Anbindungen nötig. «Die Luftfahrt wird stark von wirtschaftlichen Zyklen geprägt», sagt er, «nach der Phase mit Abwind verspüren wir nun wieder Aufwind.»

-------------------------------------------------

Flüge ab Bern-Belp

Deutschland
Berlin, Hamburg, München, Usedom.

England
Manchester, London City, London Gatwick, Southampton.

Frankreich
Figari (Korsika), Paris Orly.

Griechenland
Kos, Heraklion, Preveza, Rhodos, Zakynthos.

Italien
Brindisi, Elba, Olbia, Tortoli.

Holland
Rotterdam.

Spanien
Barcelona, Ibiza, Mahon (Menorca), Palma de Mallorca, Reus.

Tunesien
Djerba, Enfidha (Hammamet), Tabarka

-------------------------------------------------


Wie lange geht es wohl bis wir eine Fluglärmdiskussion haben in Bern?

blin
January 12th, 2011, 09:10 AM
Ich halte es für äusserst wichtig, dass Bern einen "anständigen" Flughafen mit regelmässigen Linienverbindungen in die grössten europäischen Städte hat. Allein schon deshalb, damit der Name Berns in die Welt hinausgetragen wird. Dass ein Flughafen für die wirtschaftliche Entwicklung einer Stadt sehr wichtig ist, zeigt sich sehr gut am Beispiel Zürichs, wo das Gebiet um den Flughafen eine wahre Boomregion darstellt.

Es ist zu hoffen, dass insbesondere die junge Skywork Airlines den Schnauf hat und durchhält, damit sich die vielen Destinationen etablieren können.

Meines Erachtens ist wirklich wünschenswert, dass der Flughafen Bern mehr Beachtung unter der Bevölkerung findet und dass bei einer Flugbuchung die Alternative "Fliegen ab Bern" wenigens abgeklärt wird. In meinem Bekanntenkreis steht dies mangels Kenntnis des Angebots gar nicht zur Diskussion...Es wird automatisch ab Zürich gebucht.

blin
January 12th, 2011, 09:10 AM
Ich halte es für äusserst wichtig, dass Bern einen "anständigen" Flughafen mit regelmässigen Linienverbindungen in die grössten europäischen Städte hat. Allein schon deshalb, damit der Name Berns in die Welt hinausgetragen wird. Dass ein Flughafen für die wirtschaftliche Entwicklung einer Stadt sehr wichtig ist, zeigt sich sehr gut am Beispiel Zürichs, wo das Gebiet um den Flughafen eine wahre Boomregion darstellt.

Es ist zu hoffen, dass insbesondere die junge Skywork Airlines den Schnauf hat und durchhält, damit sich die vielen Destinationen etablieren können.

Meines Erachtens ist wirklich wünschenswert, dass der Flughafen Bern mehr Beachtung unter der Bevölkerung findet und dass bei einer Flugbuchung die Alternative "Fliegen ab Bern" wenigens abgeklärt wird. In meinem Bekanntenkreis steht dies mangels Kenntnis des Angebots gar nicht zur Diskussion...Es wird automatisch ab Zürich gebucht.

Rpunkt
January 12th, 2011, 11:18 AM
Toll wie sich der Städte Tourismus entwickelt! Einige Punkte aus meiner Sicht die weiter gestärkt werden müssen:

- Messestandort (Richtung stimmt mit dem Bau NAHA 2+)
- Einzonung der unteren Altstadt in eine Tourismus Zone mit angepassten Öffnungszeiten.
- Grösseres Budget für Bern Tourismus um zukunftsträchtige Märkte offensiver bearbeiten zu können.

Zum Flughafen, gute News! Persönlich hoffe ich auch, dass der Flughafen das Angebot weiter ausbauen kann. Man muss sich aber nichts vor machen, Bern soll ein kontinentaler Flughafen sein von dem man bequem die europäischen Hub's sowie Feriendestinationen anfliegen kann. Mit Skyworks scheinen nun auch die Preise etwas vernünftiger geworden zu sein.

Wir hatten das Thema so viel ich weiss, aber trotzdem immer wieder spannend.
Was wäre wohl mit der Region Bern passiert, wenn in Utzenstorf b. Bern der Zentralflughafen gebaut worden wäre?
Im Link einige Informationen dazu sowie ein CH- Aktuell Beitrag

http://volkskultur.blogspot.com/2010/03/das-flughafenprojekt-in-utzenstorf.html

wiki:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schweizerischer_Zentralflughafen_Utzenstorf

ovobaern
January 12th, 2011, 12:10 PM
Wenn man die Investitionsvolumen und Betriebskosten eines Flughafens betrachtet, wäre viel Geld in die Region Bern geflossen. Bern würde heute sicher anders aussehen.

Anderseits empfinde ich die Möglichkeiten zum Fliegen von Bern aus sehr gut. Zürich, Basel, Genf und Milano sind alle nicht so weit entfernt. Die Italiener sollten endlich die Zufahrtsstrecke zum Simplon beschleunigen, damit Bern besser an Italien angeschlossen ist. Das wäre auch für den Tourismus in Bern interessant!

Der Ausbau von des BEA Areals errachte ich auch als wichtig. Wie der BET Direktor im Interview erwähnt, wären grössere Hotelkapazitäten wichtig, damit grössere Kongresse und Messen stattfinden können.

@blin
Wenn ich mal fliege, dann vergesse ich auch meisten abzklären, wie die Möglichkeit ab Bern aussieht... Meistens nehme ich dann aber sowieso den Zug.

philippmaurice
January 12th, 2011, 12:29 PM
Es müssen mehr Hotelbetten her, das steht ausser Frage. Im gleichen Zug muss allerdings auch die Messe- und Kongressinfrastruktur ausgebaut werden (was ja z.b. im Kursaal gerade passiert).

Mit Messen holt man Gäste durchschnittlich länger in die Stadt als mit Wochenendtourismus und Ausflugsangeboten.

Auch ist es wichtig, dass Bern sich auch in Zukunft um internationale Sportveranstaltungen bemüht.

Ich habe neulich gerade etwas zum Quanterra-Projekt gehört. Wie es scheint wurde eine Studie für ein Hotel ausgearbeitet, diese wird aber leider vorerst nicht weiterverfolgt.



PS: Gegen ein grösseres Budget für Bern Tourismus hätte ich nichts einzuwenden.

ovobaern
January 12th, 2011, 01:23 PM
Projekt Quanterra auf Eis gelegt
Ein Spannungsfeld liegt auch auf dem Kasernenareal. Laut Wiesmann hat der Kanton das Projekt Quanterra samt Hochhaus "auf Eis gelegt". Letzteres hatte für Aufregung gesorgt. Die Stadt erachtet das Projekt als nicht quartierverträglich. Laut Quartierplanung sollen "im Spannungsfeld zwischen historischem Quartier und ESP neue Nutzungen definiert werden". Vom Breitenrainplatz in Richtung Osten zum Zentrum Paul Klee postuliert der Plan eine Fussgängerverbindung. Derzeit gibt es viele Zäune im Bereich von Militärbauten, die dem entgegenstehen.


http://rageo.twoday.net/stories/6361766/

philippmaurice
January 19th, 2011, 12:28 PM
http://www.htr.ch/images_htr/27399_1.jpg

«Schönburg», Bern: heute Hauptsitz der Post, künftig 5-Sterne Hotel? (© Alain D. Boillat)



Die Kursaal Bern AG plant ein 5-Sterne-Hotel mit 180 Zimmern im Berner Post-Hauptsitz. Ende Februar reicht sie bei der Hauseigentümerin CS die Offerte ein.
Gudrun SChlenczek

Die Kongress + Kursaal Bern AG hat Grosses vor. Sie will am aktuellen Hauptsitz der Schweizerischen Post in Bern, der «Schönburg», ein 5-Sterne-Hotel realisieren. Mit 180 Zimmern. Ein Viertel davon als «Prime Floor» mit diversen Suiten und einer Präsidenten-Suite. Zwei Restaurants sollen das Angebot ergänzen, eines davon «Typ Coffeeshop», das andere als gehobenes Restaurant, «aber ohne Punkte», erklärt Daniel Frei, Verwaltungsrats-Präsident der Kongress + Kursaal Bern AG. Weiter schwebt Frei ein City-Spa vor, mit Fitness, Wellness und Beauty sowie «Indoor Sports»: Ein Golfabschlagplatz, virtuelles Schiessen, Bowling. Für den Bereich «Indoor Sports» werde im In- und Ausland zurzeit nach einem entsprechenden Partner gesucht. Auch für das Hotel selbst sucht man noch einen internationalen Franchisegeber, um «World-Ambiente» bieten zu können. Neben anderen Hotelketten sei man mit Hilton im Gespräch. Betreiber will die Kursaal AG aber selbst sein und wird sich dafür Ende Februar bei dem Eigentümer des Gebäudes, dem Immobilienfonds Credit Suisse Real Estate Fund Living Plus, bewerben. Ebenfalls möchte man die in der «Schönburg» zusätzlich geplanten Kongressräumlichkeiten führen. Für den aktuellen Hauptsitz der Post ist insgesamt eine Mischnutzung vorgesehen, mit Business Units und Apartments. Eine Bedingung hat deshalb Frei: «Das Hotel darf in dem Gebäude nicht nur ein Füller sein. Die Schönburg muss auch äusserlich als 5-Sterne-Haus daherkommen.»

Dass gerade die Kursaal AG sich um den Standort bemüht, kommt nicht von ungefähr. Seit zwei Jahren steht die Unternehmung dem Eigentümer CS für die künftige Nutzung des Gebäudes beratend zur Seite. Frei sieht in der «Schönburg» eine einmalige Chance für Bern und die Kursaal AG: Ein solches 5-Sterne-Hotel würde ideal das 4-Sterne-Hotel Allegro ergänzen. Frei will mit einem Elektromobil-Shuttle zwischen dem angedachten Luxushotel und dem Kursaal Synergien nützen. Für Bern hofft Frei, dass die Stadt mit einem dritten 5-Sterne-Hotel in der «Euro-Liga» mitspielen könne. «4-Sterne-Betten hat es in Bern ausreichend.» Dem Berner Tourismusdirektor Markus Lergier spricht Frei damit aus dem Herzen: «Wir würden ein solches Hotel sehr begrüssen. Der Standort der Schönburg oberhalb der Berner Altstadt mit dem Rosengarten sozusagen als Hotelpark vor der Türe ist einmalig.» Angst um eine Auslastung der angedachten 180 Zimmer hat Frei nicht. «Bern als Bundeshauptstadt sollte eine stärkere Rolle spielen.» Doch bis es so weit ist, vergehen noch ein paar Jahre. Mindestens bis 2014 bleibt die Post in der «Schönburg», frühestens 2017 könnte das Hotel eröffnen.

(htr)

ovobaern
January 19th, 2011, 02:48 PM
Das finde ich super. Für die Weiterentwicklung des Tourismus (insbesondere Kongresstourismus) ist ein neues 5 Sterne Hotel wichtig.

Der Standort ist ideal. Bessere Aussicht gibt es kaum!

Gut finde ich auch, dass mit dem Kursaal ein lokaler Akteur sich darum bemüht. Mit nur 700 m Distanz zum Kursaal können da sicher Synergien genutzt werden.

Und für die Berner wäre das gewünschte Upgrade der Gebäudehülle natürlich auch etwas fürs Auge.

ovobaern
January 24th, 2011, 08:50 PM
http://www.derbund.ch/bern/Fast-drei-Millionen-Besucher/story/31433525

Ein Beeindruckender Besucheraufmarsch. Die untere Altstadt ist am Sonntag endlich wieder belebt! Nimmt mich ja wunder, wieviele Leute nach 5 Jahren den Bärenpark noch besuchen?

Noch eine Vergleichszahl. Der Eiffelturm wird jährlich von 6 Millionen besucht. Klar werden dort einige nicht hoch gehen. Aber beim Bärenpark werden ja alle, die von der Brücke die Bären bestaunen auch nicht gezählt.

blin
February 1st, 2011, 09:10 AM
Länger einkaufen in der Altstadt


BDP-Grossrat Matthias Tromp forderte mittels Motion verlängerte Ladenöffnungszeiten für die Berner Altstadt und andere Tourismusgebiete – und hatte gestern damit im Kantonsparlament Erfolg.
Spiessrutenlauf für BDP-Grossrat Matthias Tromp: Für seine Vision von verlängerten Ladenöffnungszeiten zeigten die Gewerkschafter wenig Verständnis. (Adrian Moser)

Spiessrutenlauf für BDP-Grossrat Matthias Tromp: Für seine Vision von verlängerten Ladenöffnungszeiten zeigten die Gewerkschafter wenig Verständnis. (Adrian Moser)
Stichworte

* Grosser Rat (Bern)
* Stadtleben Bern

Die junge Frau ist hundertprozentig überzeugt und sagt die Sätze energisch, sehr energisch sogar: «Verlängerte Arbeitszeiten bringen nichts. Der Arbeitgeber hat trotz längeren Öffnungszeiten nicht mehr Geld in der Kasse, der Arbeitnehmer bezahlt den verlängerten Einsatz mit seiner Gesundheit.» Die junge Frau demonstriert mit weiteren Gewerkschaftern der Unia gegen die Forderung der beiden bürgerlichen Grossräte Matthias Tromp (BDP) und Erich Hess (SVP), die beide mittels eines Vorstosses verlängerte Ladenöffnungszeiten im ganzen Kanton beziehungsweise explizit in «echten Tourismuszonen» wie der Stadt Bern fordern.

Pfiffe von der Zuschauertribüne

Nicht nur draussen, auch später auf der Zuschauertribüne macht die Unia ihrem Unmut dann Luft über «Hess und Tromp, die das Privatleben killen, die Sonntagsruhe abschaffen wollen, die Familie zerstören», wie es auf einem entsprechenden Flyer heisst. Grossrat Erich Hess wird während der Erklärung zu seinem Vorstoss gar ausgepfiffen von den Unia-Mitgliedern auf der Zuschauertribüne, als er das Zustandekommen der Umfrage kritisiert, welche die Unia zum Thema verlängerte Ladenöffnungszeiten unter den Verkäufern gemacht hat. Die Umfrage hat ergeben, dass «99 Prozent der Befragten Ladenöffnungszeiten bis Mitternacht unnötig finden». Und: «97 Prozent erachten regelmässige Sonntagsverkäufe als unnötig».

SVP-Grossrat Erich Hess hatte mittlerweile indes gar nicht mehr im Sinn, seine Motion überhaupt aufrechtzuerhalten. Nicht der Pfiffe der Unia wegen, wie er betonte, sondern weil er die Motion Tromp nicht gefährden wolle. Und so musste das Parlament einzig noch über das Anliegen des ehemaligen BLS-Direktors und Präsidenten von Bern Tourismus befinden: Tromp verlangte in seinem Vorstoss, das Gesetz über Handel und Gewerbe dahin gehend abzuändern, dass nebst den bisherigen touristischen Gemeinden im Berner Oberland (insgesamt 39) auch andere Gebiete mit einer «starken touristischen Nachfrage durch Verordnung als Tourismuszone» bezeichnet werden und deshalb verlängerte Öffnungszeiten haben dürfen. Tromp betonte, dass seine Forderung «touristisch begründet» sei und er keine generelle Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten verlange. Konkret siehtTromps Vision so aus: Die Läden in der unteren Altstadt von Bern dürfen am Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr öffnen.

Nicht ganz klar war, ob Tromp mit seinem Vorstoss nun vor allem einem Anliegen der Stadtberner Touristiker zum Durchbruch verhelfen wollte – oder ob sein Anliegen auch für andere Gebiete gelten sollte. So betonte etwa Natalie Imboden im Namen der Grünen, dass das Stadtparlament von Bern zu einem ähnlichen Ansinnen vor noch nicht allzu langer Zeit Nein gesagt habe. Und die Freisinnige Eva Desarzens hielt fest, dass Tromps Anliegen «wenn schon generell diskutiert werden müsste» und nicht nur auf die Stadt Bern bezogen. Tromp löste die Unklarheit am Ende der Debatte auf, indem er meinte, dass seine Forderung «theoretisch zum Beispiel auch einmal den Schlossberg
(Altstadt) in Thun» betreffen könne.

Kritiker fürchten Papiertiger

Kritiker der Motion wie etwa Corrado Pardini (SP) zweifelten vor allem an der Umsetzbarkeit der Forderung. Der Bund mache klare Vorgaben, welche Gebiete als Tourismuszonen zu bezeichnen seien. So lautet etwa eine Vorgabe, dass rund 50 Prozent der wirtschaftlichen Leistung in einer als Tourismuszone bezeichneten Gemeinde auch vom Tourismus stammenmuss. Dies sei in Bern nicht der Fall. Pardini argumentierte zudem mit dem fehlenden Bedürfnis der Konsumenten nach den verlängerten Ladenöffnungszeiten. Angezweifelt wurde zudem von linker Seite die Vereinbarkeit des Anliegens mit dem gesamtschweizerischen Arbeitsgesetz.

Auf der anderen Seite des Parlaments sah man dies naturgemäss anders: Thomas Brönnimann von den Grünliberalen etwa fand, wenn es Probleme gäbe mit den sozialpartnerschaftlichen Arbeitsverträgen, dann sei es Aufgabe der Sozialpartner, «dies auszuhandeln, und nicht Aufgabe des Grossen Rats». Bei der BDP führte die Sprecherin vorab die Konkurrenz ins Feld: In anderen Hauptstädten «dieser Welt» seien die Läden auch sonntags geöffnet – und sie würden von den Touristen besucht. Und Bern stehe nun einmal in Konkurrenz mit diesen Städten, sagte Anita Luginbühl.

SVP-Grossrat Hans Rösti, der in der «Tourismuszone» Kandersteg wohnt, erhoffte sich gar, mit der Überweisung des Vorstosses den Stadt-Land-Graben etwas zuschütten zu können, «wenn das Land und die Stadt nun gleich lange Spiesse haben».Schliesslich wurde Tromps Vorstoss mit 76 Ja- zu 65 Nein-Stimmen überwiesen. (Der Bund)

Erstellt: 01.02.2011, 06:50 Uhr

---

Es ist ja wirklich nicht normal, wenn man in einem "Kaff" wie Interlaken an einem Sonntag problemlos einkaufen kann (sogar das Einkaufszentrum OberlandShopping in Wilderswil hat am Sonntag geöffnet!), in Bern und den anderen grossen schweizer Städten jedoch nicht! Bern könnte damit definitiv eine Vorreiterrolle in der CH übernehmen! Falls viele Geschäfte mitmachen, würde das mit Sicherheit auch viele Tagestouristen aus der Schweiz bringen, wenn das ganze entsprechend vermarktet wird (vgl. den Ansturm von Freiburgern, Solothurnern, etc. an katholischen Feiertagen!).

ovobaern
February 2nd, 2011, 12:02 PM
Die Gesetze betreffend Ladensöffnungszeiten kapiere ich sowieso nicht.

Es gibt einige Läden in Bern, die 365 Tage im Jahr geöffnet haben. Bsp. Maxi Markt in der Länggasse oder bei Eigerplatz hat es auch so ein Laden. Auf welcher rechtlichen Basis dies ist, weiss ich nicht.

Aber auch Tankstellen, Bäckereien und alle Läden im Bhf haben am Sonntag geöffnet.

Die Argumentation der Gewerkschaften ist zudem lächerlich. Wenn bei einer Umfrage 97% Prozent der Ladenbesitzer sagen, dass sie am Sonntag nicht öffnen wollen, heisst das doch nicht, dass man dies den anderen 3% verbieten muss. :bash:

blin
February 2nd, 2011, 01:49 PM
Die Gesetze betreffend Ladensöffnungszeiten kapiere ich sowieso nicht.

Es gibt einige Läden in Bern, die 365 Tage im Jahr geöffnet haben. Bsp. Maxi Markt in der Länggasse oder bei Eigerplatz hat es auch so ein Laden. Auf welcher rechtlichen Basis dies ist, weiss ich nicht.

Aber auch Tankstellen, Bäckereien und alle Läden im Bhf haben am Sonntag geöffnet.

Die Argumentation der Gewerkschaften ist zudem lächerlich. Wenn bei einer Umfrage 97% Prozent der Ladenbesitzer sagen, dass sie am Sonntag nicht öffnen wollen, heisst das doch nicht, dass man dies den anderen 3% verbieten muss. :bash:

Das sind eben juristische Feinheiten. Einerseits unterstehen die Läden im Bahnhof dem Eisenbahngesetz, welches besondere Regelungen vorsieht. Andererseits haben wir im Kanton Bern für die Regelung der Ladenöffnungszeiten das Handels- und Gewerbegesetz (HGG). Ich denke, dass dieses im CH-Vergleich noch ziemlich liberal ist, da die Läden in Touristenorten eben lange geöffnet haben dürfen (in Interlaken kannst du oft am Sonntag um 22h noch einkaufen). Die "Türken- bzw. Tamilenläden" etc., die du erwähnt hast, profitieren vom Art. 11 Abs. 1 lit. b HGG. Läden bis 120m2 dürfen auch am Sonntag geöffnet haben. Dies ist nicht gerade wenig, wenn man bedenkt, dass die "Maxi Markets" doch schon ziemlich gross sind! Diese Läden nützen also geschickt die gesetzliche Grenze aus, um am Sonntag öffnen zu können!

Tatsächlich ist das Theater der Gewerkschaften völlig lächerlich. Wie erwähnt, dürften bereits jetzt einige Läden am Sonntag öffnen. Niemand muss davon Gebrauch machen und vorerst werden wohl auch die wenigsten davon Gebrauch machen. Früher oder später muss diese Gesetzgebung einfach den heutigen Bedürfnissen angepasst werden!

ovobaern
February 2nd, 2011, 02:11 PM
Das sind eben juristische Feinheiten. Einerseits unterstehen die Läden im Bahnhof dem Eisenbahngesetz, welches besondere Regelungen vorsieht. Andererseits haben wir im Kanton Bern für die Regelung der Ladenöffnungszeiten das Handels- und Gewerbegesetz (HGG). Ich denke, dass dieses im CH-Vergleich noch ziemlich liberal ist, da die Läden in Touristenorten eben lange geöffnet haben dürfen (in Interlaken kannst du oft am Sonntag um 22h noch einkaufen). Die "Türken- bzw. Tamilenläden" etc., die du erwähnt hast, profitieren vom Art. 11 Abs. 1 lit. b HGG. Läden bis 120m2 dürfen auch am Sonntag geöffnet haben. Dies ist nicht gerade wenig, wenn man bedenkt, dass die "Maxi Markets" doch schon ziemlich gross sind! Diese Läden nützen also geschickt die gesetzliche Grenze aus, um am Sonntag öffnen zu können!

Tatsächlich ist das Theater der Gewerkschaften völlig lächerlich. Wie erwähnt, dürften bereits jetzt einige Läden am Sonntag öffnen. Niemand muss davon Gebrauch machen und vorerst werden wohl auch die wenigsten davon Gebrauch machen. Früher oder später muss diese Gesetzgebung einfach den heutigen Bedürfnissen angepasst werden!

Gibt es in der unteren Altstadt läden, die grösser als 120m2 sind? Die Forderung einer Tourismuszone ist folglich unnötig.

blin
February 2nd, 2011, 02:23 PM
Gibt es in der unteren Altstadt läden, die grösser als 120m2 sind? Die Forderung einer Tourismuszone ist folglich unnötig.

Das stimmt so nicht ganz. Sorry, habe mich nicht klar ausgedrückt. Das gilt nur für Lebensmittelgeschäfte. Darum können auch Coop Prontos am Sonntag geöffnet haben, auch wenn sie nicht in eine Tankstelle integriert sind. Am Waisenhausplatz war so ein Coop Pronto bis vor ein paar Jahren. Hier die Gesetzesbestimmung:

Art. 11 HGG

[Fassung vom 12. 6. 2006]


Öffnungszeiten an öffentlichen Feiertagen
1 Folgende Geschäfte dürfen an öffentlichen Feiertagen von 06.00 bis 18.00 Uhr offen halten:
a
Bäckereien, Confiserien, Metzgereien, Milchhandlungen,
b
andere Lebensmittelgeschäfte mit einer maximalen Verkaufsfläche von 120 m2,
c
Blumengeschäfte.
2 An zwei öffentlichen Feiertagen im Jahr, ausgenommen an hohen Festtagen, dürfen alle Geschäfte von 10.00 bis 18.00 Uhr offen halten.


In der unteren Altstadt hats selbstverständlich (fast) keine Lebensmittelgeschäfte. Ausserdem glaube ich schon, dass einige Geschäfte grösser als 120qm sind.

Noch ein anderer Gedankenanstoss: Falls das wirklich durchkommt, wäre wohl alles unterhalb des Zytglogge Tourismuszone. Ich könnte mir gut vorstellen, dass dies diese Region sofort viel attraktiver machen würde, d.h. höhere Mieten, mehr Läden, mehr Kundschaft. Von mir aus dürfte die untere Altstadt durchaus ein bisschen mehr belebt sein...

ovobaern
February 3rd, 2011, 10:20 AM
Noch einmal eine Frage zum Gesetz, da du dich auszukennen scheinst.

Es steht, dass diese Läden an Feiertagen bis 18:00 offen haben dürfen. Die haben meistens bis 21:00 Uhr offen. Gibt es da noch weitere Schlupflöcher?

blin
February 3rd, 2011, 06:17 PM
Noch einmal eine Frage zum Gesetz, da du dich auszukennen scheinst.

Es steht, dass diese Läden an Feiertagen bis 18:00 offen haben dürfen. Die haben meistens bis 21:00 Uhr offen. Gibt es da noch weitere Schlupflöcher?

Bist du sicher, dass solche Läden an Sonntagen oft bis 21 offen sind? Meinst du nicht die an Tankstellen angegliederten Coop Pronto, Migrolino, etc. Shops? Für diese gelten drum andere Regeln. "Unser" Laden hier am Eigerplatz ist am Sonntag jedenfalls nur bis 18 Uhr geöffnet (habe mich extra geachtet).

Wie erwähnt, gelten auch für sogenannte "Nebenbetriebe" von Bahnanlagen gemäss Eisenbahngesetz andere Regelungen. Dies führt zur eigentlich widersinnigen Folge, dass möglichst viele Läden in einen Bahnhof integriert werden wollen (vgl. Railcity). Bei der Christoffelunterführung war ja nicht sicher, ob man da noch von einem "Nebenbetrieb" der Bahn sprechen konnte. Die Geschäfte wollten dies aber unbedingt, da sie nur so am Sonntag offen haben können! Die gleiche Frage wird sich bei der neuen Schanzenpost stellen. Auch sollen (wohlweislich) Geschäftsflächen eingebaut werden.

Dann kommen die Gewerkschaften mit fragwürdigen Umfragen und behaupten, ein Sonntagsverkauf sei nicht erwünscht! Das ist einfach lächerlich!

Dann behauptet Rickenbacher noch, Sonntagsverkauf sei auf eidgenössischer Ebene durch das Arbeitsgesetz verboten. Eine Abänderung des bernischen Gesetzes wäre nicht konform mit dem eidgenössischen Gesetz. Das ist doch ein Witz! Das Arbeitsgesetz ist für alle Arbeitnehmer, also auch für solche, die in Bahnhöfen oder Tankstellenshops arbeiten. Für solche Fälle gibt es Ausnahmebestimmungen, nach welchen Arbeitnehmer trotzdem beschäftigt werden können (insb. gibt es höheren Lohn an einem Sonntag).

Die Argumente der Regierung sind also m.E. Scheinargumente! Eine Revision des HGG wäre also problemlos möglich! Es müsste einfach dahingehend abgeändert werden, dass nicht mehr nur Gemeinde die "vorwiegend vom Tourismus abhängig sind" von verlängerten Öffnungszeiten profitieren können, sondern Gemeinden (oder allenfalls definierte Zonen), wo der Tourismus eine wichtige Rolle spielt.

Hier ist das sonst alles geregelt (für wens interessiert)

http://www.sta.be.ch/belex/d/9/930_1.html (HGG)

Art. 10 (Öffnungszeiten normal)

Art. 11 (Öffnungszeiten an Feiertagen)

Art. 12 (Öffnungszeiten an Touristenorten, dieser Artikel soll revidiert, bzw. ausgedehnt werden)

http://www.sta.be.ch/belex/d/9/930_11.html (HVV)

Art. 5 (hier sind die Gemeinden definiert, die heute als "Tourismusorte" gelten)

http://www.admin.ch/ch/d/sr/8/822.11.de.pdf (Arbeitsgesetz, ArG)

Art. 18 (Sonntagsarbeitsverbot)

Art. 19 (Ausnahmen vom Sonntagsarbeitsverbot)

ovobaern
February 4th, 2011, 10:24 AM
Vielen Dank für die schöne Zusammenstellung!

Noch zur Frage wegen den Öffnungszeiten am Sonntag. Der Maxi Markt in der Länggasse hat auch am Sonntag bis 20 Uhr (teils auch bis 21 Uhr) offen. Ob er eine Bewilligung besitzt weiss ich nicht.

Die ganzen Gesetze finde ich lächerlich. Es ist doch unsinnig, dass z.B. die Tankstellen in der Stadt einen Shop mit liberaleren Öffnungszeiten betreiben darf und die anderen Läden nicht. Auch die Liste mit den Tourismusorten ist sehr fragwürdig. Da sind Orte dabei, die kaum vom Tourismus abhängig sind. Bsp. Krattigen.

blin
February 7th, 2011, 09:53 PM
Vielen Dank für die schöne Zusammenstellung!

Noch zur Frage wegen den Öffnungszeiten am Sonntag. Der Maxi Markt in der Länggasse hat auch am Sonntag bis 20 Uhr (teils auch bis 21 Uhr) offen. Ob er eine Bewilligung besitzt weiss ich nicht.

Die ganzen Gesetze finde ich lächerlich. Es ist doch unsinnig, dass z.B. die Tankstellen in der Stadt einen Shop mit liberaleren Öffnungszeiten betreiben darf und die anderen Läden nicht. Auch die Liste mit den Tourismusorten ist sehr fragwürdig. Da sind Orte dabei, die kaum vom Tourismus abhängig sind. Bsp. Krattigen.

Ja da bin ich leider auch überfragt. Meines Erachtens wäre das an einem Sonntag im Kanton Bern nicht möglich. Aber wenn der so lange geöffnet hat, dann ist das natürlich umso besser:-)

Und ja, das ganze ist so was von unsinnig. Diese gesetzliche Regelungen sind alles Schildbürgerstreiche.

Vielleicht noch erwähnenswert ist, dass doch mittlerweile die Polizeistunde aufgelockert wurde. Diverse Bars können die ganze Nacht geöffnet haben, was zum Teil auch genutzt wird. z.Z. ist aber auch ein gerichtliches Verfahren der Cuba Bar in Bern hängig, welche neben FR und SA auch am DO bi um 5 Uhr morgens geöffnet haben möchte. Das ist dem Herr Regierungsstatthalter aber schon zu viel:bash:

ovobaern
March 26th, 2011, 02:23 PM
Der Hauptsitz der Post – die Schönburg – soll total renoviert und zu einem 5-Stern-Hotel umgenutzt werden. Die Kursaal Bern AG ist daran interessiert, das Hotel zu betreiben.

Postangestellte gehen momentan in der Schönburg, dem Hauptsitz der Schweizerischen Post, ein und aus. Doch bald soll sich das ändern. Die Credit Suisse (CS) als Eigentümerin der Liegenschaft plant, in der Schönburg ein 5-Stern-Hotel mit 220 Zimmern zu realisieren. Mieterin und Betreiberin des Hotels soll die Kursaal Bern AG sein. Seit zweieinhalb Jahren steht die Kursaal AG den Vertretern der CS für eine künftige Nutzung des Gebäudes beratend zur Seite. Die Kursaal AG sucht derzeit einen Franchisegeber. Dafür kommen internationale Hotelketten wie Hilton, Sheraton oder Radisson infrage. «Wir ziehen diverse prestigeträchtige 5-Stern-Hotelbrands in Betracht. Es hat erste Gespräche gegeben», sagt Patrik Scherrer, Generaldirektor von Kursaal Bern und Hotel Allegro. Vorteil eines Franchisingvertrages ist, dass der Betreiber vom Marketing der internationalen Kette profitiert und deren Kundenbasis nutzen kann.

Scherrer ist überzeugt, dass die Schönburg als 5-Stern-Hotel und das 4-Stern-Superior-Haus Allegro sich optimal ergänzen würden. Letzteres könnte ihr Angebot vervollständigen. «Zudem könnten zwischen den beiden Häusern Synergien genutzt werden», so Scherrer. Geplant sei, dass die beiden Hotels mit einem Elektromobil-Shuttle verbunden werden. Auf die Frage, ob es in Bern ein drittes 5-Stern-Hotel brauche, sagte Scherrer: «Es ist klar, dass ein grosses 5-Stern-Hotel in Bern nur mit einem sehr guten Businessplan rentieren kann.»

Suiten, Wellness und Beauty

Diverse Suiten und eine Präsidentensuite sind geplant, Restaurants, ein City-Spa mit Fitness, Wellness und Beauty. «Der Hotelkomplex wird etwa 55 Prozent der Gesamtfläche der Schönburg beanspruchen», sagt Projektleiter Herbert Meier von der CS. Wenn alles wie geplant ablaufe, werde das Hotel 2017 eröffnet.

Baugesuche rasch einreichen

Entscheidend sei, ob die Post termingerecht, also im Jahr 2014, aus der Schönburg ausziehen kann. Sonst sieht der Vertrag mit dem Immobilienfonds eine Option für eine Verlängerung der Mietdauer bis 2016 vor. «Das ist kein Problem für unsere Pläne. Wir werden aber rasch die Baugesuche einreichen», sagt Meier. Denn da es beim Umbau um die Umnutzung der Büros in Hotelräumlichkeiten gehe, könne sich ein solches Bewilligungsverfahren in die Länge ziehen. Meier gibt zu bedenken: «Die Büros waren am Wochenende leer. Ein Hotelbetrieb wird rund um die Uhr an 365 Tagen geöffnet sein.» Das bedeute für das Quartier eine Umstellung.

Die Fassade des Gebäudes der Schönburg muss komplett erneuert werden. Das fast 50-jährige Gebäude sei zwar sehr gut erhalten, aber technisch und energetisch überhaupt nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Ein Architektenteam ist daran, Pläne zu erarbeiten: Der Ersteller des Bauwerkes Theo Hotz erarbeitet mit dem Architekturbüro Marazzi+Paul die Projekte, so Meier. Das Gebäude, welches nicht unter Denkmalschutz steht, werde wohl seine Form beibehalten, jedoch von aussen völlig neu aussehen. Das renovierte Gebäude werde hochwertig wirken und die Ausstrahlung eines 5-Stern-Hotels haben.

Neben dem Hotel soll die Liegenschaft als sogenanntes Hospitality-Gebäude genutzt werden: Laut Projektleiter Herbert Meier sind Konferenzräume und grosszügige Wohnungen mit Hotelservice geplant. (Berner Zeitung)

--------------------------------------------------------------------------

Tönt sehr vernünftig. Man muss nicht immer alles abreissen und neubauen. Bin gespannt, wie sie die Fassade gestalten werden. Ein 5 Sternhotel muss ja auch nach aussen einiges hergeben! Die Lage ist aus touristischer Perspektive sicher ideal, um ein Tophotel zu betreiben. Der Ausblick auf die Altstadt ist von dort einmalig!

Welche Tophotelkette wünscht ihr euch?

jamby
March 26th, 2011, 04:19 PM
ich hoffe die lassen sich was schönes einfallen mit der fassade. auch die umgebung sollte aufgewertet und zugänglicher werden für die öffentlichkeit. mit einer gossen terasse auf dem dach hätte man einen wunderbaren neuen aussichtspunkt ähnlich dem rosengarten.

jamby
September 24th, 2011, 10:05 PM
es geht in kleinen schrittchen zum 3ten 5 sterne hotel in der hauptstadt.
http://www.derbund.ch/bern/Ein-HiltonHotel-in-der-Schoenburg/story/23270704

ovobaern
September 27th, 2011, 11:01 AM
es geht in kleinen schrittchen zum 3ten 5 sterne hotel in der hauptstadt.
http://www.derbund.ch/bern/Ein-HiltonHotel-in-der-Schoenburg/story/23270704

Bern entwickelt sich langsam zu einer guten Tourismusdestination. Die Aussage von Meier, dass es genügend Kongressräume gibt, würde ich jedoch widersprechen. Für die Uni Bern hat Mühe internationale Kongresse durchzuführen, weil es zuwenige Kongressräume und Hotelbetten.

Ach ja. Der Schweizerhof ist auch schon wieder am ausbauen. Sie bauen eine Raucherlounge im Nachbarhaus und möchten das Haus um einen Stock erhöhen, um Wohnungen mit Hotelangebot anzubieten. (Stand in den letzten Tagen oder Wochen in der Zeitung)