View Full Version : Hannover | Deutsche Hypo - Neubau
matheking February 17th, 2011, 05:07 PM Da der Neubau der Deutschen Hypo an der Ecke von Röseler- und Osterstraße wohl ein größeres Projekt wird, starte ich der Übersichtlichkeit halber schon mal einen neuen Thread.
Zum Start einige Impressionen des Ist-Zustand:
http://img52.imageshack.us/img52/9417/foto247.jpg (http://img52.imageshack.us/i/foto247.jpg/)
http://img265.imageshack.us/img265/2213/foto250a.jpg (http://img265.imageshack.us/i/foto250a.jpg/)
http://img413.imageshack.us/img413/8646/foto251u.jpg (http://img413.imageshack.us/i/foto251u.jpg/)
Die Umgebung ist auch nicht gerade das Gelbe vom Ei:
http://img511.imageshack.us/img511/2676/foto240.jpg (http://img511.imageshack.us/i/foto240.jpg/)
http://img401.imageshack.us/img401/6066/foto242k.jpg (http://img401.imageshack.us/i/foto242k.jpg/)
http://img208.imageshack.us/img208/1490/foto244.jpg (http://img208.imageshack.us/i/foto244.jpg/)
http://img534.imageshack.us/img534/4192/foto245b.jpg (http://img534.imageshack.us/i/foto245b.jpg/)
matheking February 17th, 2011, 05:08 PM Hier, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, die bisherigen Beiträge zum Thema:
In der NP stand heute, dass es ein neues Projekt im Gebiet Osterstraße/Röslerstraße/Karmarschstraße geben soll. Das Projekt erstreckt sich wohl über den Gebäuderiegel an der Röslerstraße, dass alte Stadtwerke-Verwaltungsgebäude und einen größeren Bau an der Karmarschstraße. Volumen: > 50 Mio €. Neuer Nutzer der Immobilie soll eine Bank sein.
Der 50er-Jahre-Bau an der Karmarschstraße soll erhalten bleiben, da er unter Denkmalschutz steht. Zum Glück, denn der macht sich meines Erachtens ganz gut.
Der Stadtwerke-Verwaltungsbau an der Osterstraße (einer der drei letzten Vorkriegsbauten der Osterstraße) soll hingegen abgerissen werden, genauso wie der Bau an der Röslerstraße.
Was soll man dazu sagen? Hannover wird wohl keine Ruhe geben, bis auch der letzte Vorkriegsbau aus dem Stadtbild verschwunden ist. Hier handelt es sich sogar um einen Bau mit teilweiser Sandsteinverkleidung. Stadtbaurat Bodemann hat sich für den Erhalt des Gebäudes eingesetzt, aber leider wohl vergeblich. Vielen Dank dafür, Herr Bodemann.
Einfach unglaublich, wie Hannover mit den letzten 10% Altbaubestand in der Innenstadt umgeht. Eine Totalsanierung des Gebäudes täte dem Stadtbild sicherlich sehr gut und würde die Kleinteiligkeit der Parzellen sichern. Stattdessen bekommen wir wieder einen großflächigen Verwaltungsbau.
Vielleicht sollte man wirklich nach München oder so auswandern. Da entkernt man solche Gebäude, wenn es gar nicht anders geht, erhält aber die Fassade, wie z.B beim alten Postgebäude gegenüber der Residenz. Und in Sachen Lebensqualität und Gehalt fährt man da auch nicht schlecht. Manchmal kommt einem echt das K....., wenn man sich vor Augen hält, was städtebaulich in Hannover vor sich geht. Herr Bodemann ist da eine große Ausnahme, aber leider kann er sich nicht gegen die wahrscheinlich zahlreichen Widerstände nicht durchsetzen.
Den Artikel gibt's hier (http://www.abload.de/img/np080111rselerosterb6aw.jpg).
Das darf doch nicht wahr sein. :ohno:
Die Ecke ist voll von "Müll", der Investitionen dringend nötig hat, und jetzt wird einer der wenigen Lichtblicke einfach abgerissen. Besonders durch das sehr qualitätvolle Erdgeschoss mit Kuhn und dem Edelfriseur wertet das Gebäude den Teil der Osterstraße ungemein auf (Street View (http://maps.google.de/maps?q=osterstra%C3%9Fe+31,+hannover&layer=c&sll=52.371570,9.738350&cbp=13,272.47,,0,0.09&cbll=52.371562,9.738657&gl=de&sspn=0.006295,0.006295&ie=UTF8&hq=&hnear=Osterstra%C3%9Fe+31,+Hannover+30159+Hannover,+Region+Hannover,+Niedersachsen&ll=52.371132,9.739155&spn=0.003924,0.013078&z=17&iwloc=A&panoid=gznNGiVkkKR_guSpf2958Q)).
Nebenbei hat die Deutsche Hypo doch erst kürzlich ihren Sitz am Georgsplatz sanieren lassen, oder?
Ich bin fassungslos...:ohno:
kann mir jemand bitte beschreiben, um welche gebäude es sich in der karmarschstraße handelt. am besten anhand der läden...
danke!
Dieser 50er Jahre Dreck wird bleiben und der Vorkriegsbau wird abgerissen? Samma, wo sind wir denn hier? Was ist hier denn bitte schön los?
Soll hier auf Teufel komm raus weiter die Stadt zerstört werden?
Ich finde zwar, dass die 50er-Bauten kein Dreck und insbesondere im Zusammenhang mit dem geschlossenen (Wiederaufbau-)Gebiet um die Karmarsch- und Grupenstraße herum sowohl als Zeuge der Zeit als auch als Beispiel einer typischen 50er-Architektur erhaltenswert sind, aber der Abriss des Altbaus in der Osterstraße ist wirklich ein Frevel. Ich vermute mal, dass die Dachlandschaft des Gebäudes vor den Kriegszerstörungen auch besser als heute ausgesehen hat. Ich konnte leider kein Bild von dem Ur-Zustand finden.
Vielleicht findet ja noch ein Umdenken bei der Stadt oder dem Bauherrn statt. Immerhin gehört die Bank, die den Komplex nutzen möchte, der Nord/LB und da hat das Land Niedersachsen ja vielleicht ein wenig Mitspracherecht. Na ja, es bleibt wahrscheinlich ein Wunschdenken.
Was den Bau in der Röselerstraße angeht, bin ich leidenschaftslos. Da wird jeder Neubau eine städtebauliche Verbesserung darstellen und wenn annähernd die Qualität des Nord/LB - Gebäudes erreicht wird, dann mache ich mir darüber keine Sorgen.
Also, insgesamt ein Projekt, was zu bejahen ist, wäre da nicht dieser eine Abrisswunsch. Die Argumentation, dass ohnehin kaum noch Altbausubstanz da wäre, die einen Abriss verhindern könnte, vermag ich kaum gelten zu lassen. Die Fassade sieht auf Luftbildaufnahmen von 1945 recht gut erhalten aus und ich glaube kaum, dass nach dem Krieg die Fassade originalgetreu rekonstruiert worden ist.
^^ Ach Du Schei**!!!:ohno:
Wie kommt denn die Hypo bloß darauf. Und warum zieht die denn von ihrem schönen Palast (kürzlich doch renoviert) in so einen Schandfleck???
Ich verstehs nicht...
jetzt fällts mir wieder ein. Die Hypo braucht mehr Platz. Geprüft wurde u.a. das Kröpcke-Center (der Turm ist aber faktisch nicht vermietbar gewesen) sowie das leerstehende VGH-Gebäude am Aegi (was wird jetzt damit bloß?).
Irgendwie raff ich den Artikel nicht. Was hat Karmaschstr 37/38 damit zu tun? Mal die HAZ abwarten - bei der NP bin ich mir manchmal nicht sicher.
Das die deutsche Hypo aber qualitätsvoll bauen will ist aber schon mal gut. Das wird sie auch glaub ich, wenn ich mir die sanierte Fassade anschaue.
Schau auf den Stadtplan. die Grenzen Hinterhof an Hinterhof.
Oder schau bei Google Earth, dann siehst du, dass da sogar ein Verbindungstrakt existiert.
Habe das mit dem Altbau erst heute morgen gelesen. Ich k... gleich!
Das ist Hannover wie man es kennt.
Denke das Problem sind die Raumhöhen des Altbaus?!
Und dann noch dieses maßlos arrogante Statement des Projektentwicklers. Da hat man verkopften Denkmalschützersprech wohl 1:1 übernommen. Merke: nicht das Erscheinungsbild eines Gebäudes zählt für seinen Wert, sondern ausschließlich ob die Mauern noch originalgetreu sind. Mit dieser Begründung kann man praktisch die gesamte Altstadt Hannovers abreißen, und die halbe Nürnberger ebenfalls.
Stand/steht die alte Siemens-HV an der Willy-Brandt-Allee eigentlich unter Denkmalschutz, oder wurde die von der Nord/LB freiwillig stehengelassen? Eine ähnlich ansprechende Integration des Altbaus in ein neues Gebäude würde ich mir auch hier wünschen.
Über den Bau an der Röselerstraße müssen wir nicht reden, der ist übelste Grütze... und ein Neubau an dieser Stelle wird definitiv eine Verbesserung, selbst wenn ein 08/15-Büroschuhkarton dort hinkommt. Interessieren würde mich jedoch, ob die Hinterhofbaracken neben dem städtischen Gebäude mit erworben wurden. Leider tippe ich auf nein, denn das scheinen eher die Hinterhäuser des Nebengebäudes an der Karmarschstraße zu sein. Als in dem Gebäude noch der WMF-Händler drin war, wurden sie jedenfalls von diesem mitgenutzt.
Generell verstehe ich die Standortentscheidung der Deutschen Hypo nicht. Platzbedarf ist eine Sache, aber wie kann man einen derart exponierten Standort gegen so eine Hinterhoflage eintauschen?
Die HAZ hat heute nicht darüber berichtet (wieso nicht, ist doch ein ziemlich großes Projekt)!?
:cripes:
Unsere Innenstadt hat doch schon keine funktionierende Altstadt mehr. Warum will man denn jetzt bloß den letzten Rest der schönen Fassaden uns wegnehmen? Wenn ich mir Sinn&Leffers bzw. Karstadt anschaue: Warum hat sowas eigentlich eine Existenzberichtigung?
Man muss sich nicht wundern: Im Einzelfall bringt es vielleicht Geld oder Rendite - aber auf Dauer schadet so ein Gesichtsverlust doch insgesamt der Stadt. Aber langfristig denkt ja niemand hier.
Das mit der Original-Bausubstanz ist so ein Unfug. Bei im Krieg so stark zerstörten Städten wie Hannover sollte beim Denkmalschutz auch die Erhaltung der Reste des alten städtischen Erscheinungsbildes eine Rolle spielen. Und wenn es nur um Fassaden geht. Große Auswahl haben wir ja nun wirklich nicht mehr.
Wer beim Denkmalschutz solche Aspekte nicht berücksichtigt, dem fehlt es eindeutig an Kompetenz. Ich kann die Verantwortlichen wirklich nur zutiefst verachten.
^^ Die Verantwortlichen sind ja nicht bei der Stadt sondern beim Eigentümer, der Bank. Die Stadt, in Persona Bodemanns, hat ja dafür plädiert, den Bau zu erhalten. Ohne Denkmalschutz kann der Eigentümer aber machen was er will. Und Denkmalschutz greift halt leider nicht bei jeder erhaltenen Fassade, da liegt die Krux.
Etwaige Programme oder Initiativen der Stadt, sämtliche übriggebliebene Altbausubstanz der Innenstadt zu erhalten, müßten sowieso mit den Eigentümern ausgehandelt werden. Weil deren Verwertungschancen dadurch ja beeinträchtigt würden. Ansonsten bliebe alles bei unverbindlichen appellen, wie jetzt auch.
Denkmalschutzämter sind aber keine willfährigen Instrumente des Stadtbaurats, um alles was als "schön" erachtet wird, unter Schutz zu stellen. Auch wenn unsers hier in Hannover scheinbar schon öfters auf Zuruf Plaketten verteilt hat. Ganz so einfach ist es aber leider nicht. Die haben ihre "Ethikkommissionen" und ihre Richtlinien und da zählt dann eben sowas wie original erhaltene Substanz etc.
hmm, und wenn ich mir dann das (geschützte) Parkhaus Schmiedestraße anschaue, versteh ichs trotzdem nicht. Was ist daran denn Original? Ein Partyschuppen und ein moderner Supermarkt?
Es wird m.E. mit zweierlei Maß gemessen.
Es geht auch um die Bedeutung für die damalige Zeit. Da war das Parkhaus in der Schmiedestraße (leider) schon prägend für die Architektur solcher Gebäude. Das Haus in der Osterstraße ist dagegen ein Allerweltsbau.
Klingt absurd, ist aber so.
Ich bin heute übrigens noch mal daran vorbeigefahren. Warum der neue Eigentümer nicht wenigstens die Fassade erhalten will, ist mir schleierhaft. Wie schon zuvor gesagt, sieht die doch topp aus!
Eine Integration in den Neubau wie bei der Nord/LB wäre optimal. Aber auf den Denkmalschutz kann man da wohl nicht setzen. Wobei ich das nicht verstehe. Zwar ist der Bau nicht außergewöhnlich für seine Zeit (ist das eigentlich eine Art Neo-Klassizismus???), aber in der Innenstadt gibt es davon praktisch keinen oder keinen mehr. Somit wäre zumindest die in Original bestehende Fassade erhaltenswert. Bleibt wohl nur zu hoffen, dass der Projektentwickler oder die Hypo noch umdenkt. Oder habt ihr noch andere Ideen (Hann. Stadtbaukultur e.V. usw.)?
In Berlin hat man am Potsdamer Platz ja auch so einen solitär stehenden Altbau in die Arkaden integriert...sieht sehr interessant aus. Das hätte man wie oben schon erwähnt auch mal mit den Bauten an der Kurt-Schumacher-Straße tun sollen. Dann wäre die Fassade der EAG ein wenig aufgelockert und auch aus wirtschaftlicher Sicht hätte sicherlich eine sinnvolle Nutzung gefunden werden können. Für so eine Integration braucht man bestimmt ein wenig mehr Kreativität, insbesondere auch, was das Nutzungskonzept oder Umbaumaßnahmen angeht. Aber langfrisitg gesehen kann sich so etwas auch renditemäßig auszahlen, ganz zu schweigen von den Vorteilen für das Stadtbild.
Noch ist die Stadt Hannover der Eigentümer und über den Vollzug des Verkaufs entscheidet der Rat der Stadt. Aber ob man daran Auflagen, wie z.B. den Erhalt des Altbaus, knüpfen kann, weiß ich nicht.
Da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen. Und genau das müssten Denkmalschützer in ihre Überlegungen mit einbeziehen. Wer dazu nicht in der Lage ist, ist inkompetent.
Sogar die Fassade der scheußlichen Sparkasse neben dem Anzeiger-Hochhaus ist ein Baudenkmal. Weil das Teil typisch für seine Zeit sein soll.
Die meisten Leute betrachten Bauwerke aus der Straßen-Perspektive. Das "Volk" interessiert sich in erster Linie für die Schönheit eines Gebäudes und nicht für die Originalität der Steine. Der Denkmalschutz muss dem Denken der Mehrheit in irgenderiner Form Rechnung tragen. Wenn die Sache zu verkopft wird, ist das Ziel verfehlt.
Das schlimme ist, dass die Stadt mit dem Grundstück Geld verdienen will, und das macht es nicht gerade einfacher, das Gebäude noch unter Schutz zu stellen.
Und auf einen Wettbewerb für einen Neubau könnte gut verzichtet werden. Ohne einen solchen würde der Investor einen Architekten beauftragen, der nach den Wünschen der Hypo arbeiten würde. Dabei könnte ein bodenständiges Gebäude wie das der Hypo an Aegi bei raus kommen. Ein Wettbewerb bringt bestimmt wieder lauter Entwürfe für scheußliche Kisten hervor.
Einspruch. Ich glaube, wir sollten froh sein, dass sich der Stadtbaurat für Wettbewerbe einsetzt. Wenn der Investor einen Architekten seiner Wahl beauftragen und dabei die Wünsche der Hypo einpflegen würde, dann käme eben auch nur Banken-Investoren-Einerlei dabei raus. Die Konkurrenz verschiedener Entwürfe und ausführliche Diskussion in einem Preisgericht hingegen scheint mir die einzige Möglichkeit, Qualität und vielleicht auch einmal etwas Überdurchschnittliches hinzubekommen.
Der Abriss des Gebäudes in der Osterstraße ist allerdings wirklich unverständlich. Mir geht es aber mit dem Bau in der Röselerstraße so ähnlich. Der ist zwar etwas unpassend an der Stelle, aber im Grunde doch lupenreine Curtainwall-Architektur der Sixties mit mehr Qualität als mancher andere Nachkriegsbau (z.B. die genannte Sparkasse am Steintor, die allerdings schon ihre erste Verhunzung hinter sich hat - bitte mal Orginalbilder angucken, mit anderen Fenstern sah die deutlich besser aus).
Aha. Das lässt die Lage natürlich anders erscheinen. Hätte ich nicht gedacht.
So hätte die Stadt natürlich alles in der Hand, wo sie ja selbst Eigentümer ist. In diesem Falle wäre das Denkmalschutzamt eigentlich optional.
Die Stadt könnte ja eine eigene Denkmalbehörde einrichten, die dann erhaltenswerte Bausubstanz unter Prämisse des Stadtbildes schützt. Also unabhängig von den zum Teil vergeistigten Werten des offiziellen Denkmalschutzes. Es fragt sich nur, ob es eine rechtliche Grundlage für das Handeln solch einer Behörde gäbe, oder ob die wiederum nur zwanglose Empfehlungen aussprechen dürfte, was ich vermuten würde.
Da habe ich die Hoffnung in Hannover leider aufgegeben. Siehe Plenarsaal. Siehe EAG. Gerade die in solche Preisgerichte einberufenen lokalen Eliten möchten offenbar die Gesichtslosigkeit Hannovers partout vorantreiben. Motto: möglichst nichtssagend, Hauptsache kein Eyecatcher. Da kommt bei einer Umsetzung in Eigenregie oft mehr rum, abhängig vom Investitionswillen des Bauherrn.
Aber gerade die gibt es doch in Hannover wie Sand am Meer. Jede zweite Schule und beinahe jedes Verwaltungsgebäude aus der Zeit sieht so aus. Insofern dürfte man gar kein Gebäude mehr abreißen, denn jedes Gebäude spiegelt ja in gewissem Maße den Zeitgeist wider. Wichtig ist es aber m.E. vor allem, entweder Einzelstücke (etwa das Stadionbad, das m.W. immer noch nicht geschützt ist) oder seltene exemplarische Beispiele ihrer Zeit zu erhalten. Unter diesen Gesichtspunkten kann ich strenggenommen auch nicht verstehen, warum das Ensemble an der Karmarschstraße unter Schutz steht (dazu konnte ich übrigens auch im Internet nichts finden). Das Gebäude mit Gustino / Spaghettipalast im EG ist doch schon völlig im 80er-Stil verunstaltet, von dem Apothekengebäude mal ganz zu schweigen.
Das Ding steht doch eh nur Denkmalschutz, weil Zinsser dafür verantwortlich ist. Sowie angeblich aufgrund seiner Entstehungszeit am Anfang der Wiederaufbauphase.
Dito!
Bei den durchgeführten Architektenwettbewerben in Hannover sehe ich auch schwarz. Bestimmt kommt da so eine funky-hässliche-ach-so-moderne Kiste bei raus. EAG, Plenarsaal sind da die unrümlichen Beispiele.
Bei der Hypo glaube ich sogar, dass sie einen klassischen Bau favorisieren würde.
Aber längst nicht alle haben die gleiche Qualität wie der Versorgungskassenbau.
Ich glaube auch nicht, dass Spaghetti-Palast und Apotheke unter Schutz stehen, sondern nur der Bau dazwischen, um den es jetzt auch bei dem Vorhaben der Hypo geht und der im Übrigen gerade sehr anständig und zurückhaltend saniert worden ist. Links und rechts daneben, das ist wirklich Schund.
Insgesamt sehen die Investition an der Ecke als Gewinn an. Allerdings wäre es mir auch lieber, wenn die historische Fassade an der Osterstraßem erhalten würde.
Während ich viele Gebäude der 50er Jahre an der Karmarschstr. durchaus gelungen und sehenswert finde, finde ich den städtischen Bau an der Roeselerstr. einfach schrecklich. An die Ecke gehört geschlossene Blockrandbebauung.
Der Bau der Apotheke in der Karmarschstr. ist kein 50er Jahre Bau. Dort war in den 50ern ein nur eingeschossiges Bauwerk, was duchaus schön anzusehen war, aber eben viel zu niedrig war. Der jetzige hässliche Bau kam erst später.
Was mit dem Spaghettipalast vorher war, weiss ich nicht.
Vielleicht sollten wir erst einmal abwarten, was jetzt daraus wird. Bis jetzt gab es nur eine läppische Meldung in der NP. Warum nicht in der HAZ? Das wäre doch eigentlich das Bauthema gewesen. Wir haben doch sonst nichts. Vielleicht kommt alles ganz anders.
Unser Stadtbaudirektor scheint wenigstens der erste vernünftige seit Jahren zu sein, wenn er sich für die Erhaltung einsetzen wollte. Wenn ich da an seine Vorgänger denke... Unter seiner Leitung gab es wenigstens bis jetzt einige Lichtblicke und kaum nennenswerte Rückschläge.
gstolze February 17th, 2011, 05:44 PM Was für eine hässliche Schneise die Röselerstraße doch ist. Hoffentlich zieht der Bau Folgeinvestitionen in der Nachbarschaft nach sich oder der Neubau wird wenigstens auf die Flachbauten ausgedehnt. Das Parkhaus sollte besser auch abgerissen und durch Wohnbebauung ersetzt werden. Stattdessen könnte man im Rahmen von Hannover 2020 eine Tiefgarage unter dem Köbelinger Markt bauen.
Lefthandy February 17th, 2011, 10:46 PM ^^ Niemals! Das Überleben des gesamten Einzelhandels in der nördlichen City hängt am seidenen Faden jedes einzelnen Stellplatzes in Parkhäusern. Außerdem wurde die Fassade des Parkhauses gerade erst erneuert, auch wenn man das schon weitgehend verrdrängt hatte.
Diese Häuser hier...http://img401.imageshack.us/img401/6066/foto242k.jpg
...sind eigentlich völlig okay. Wäre die ganze Straße mit diesen zwar völlig unspektakulär bis tristen, aber kleinteiligen Wohn- und Geschäftshäusern bebaut, ergäbe es ein völlig akzeptables Ganzes.
matheking February 20th, 2011, 10:20 AM ^^ Niemals! Das Überleben des gesamten Einzelhandels in der nördlichen City hängt am seidenen Faden jedes einzelnen Stellplatzes in Parkhäusern.
...
Ich denke mal, dass das ironisch gemeint ist. So falsch finde ich das aber auch eigener Anschauung gar nicht. Das Parkhaus in der Röselerstraße ist schon früh am Vormittag zu bestimmt 80% gefüllt. Die unterirdisch zu schaffenden Kapazitäten müssen also schon von großem Umfang sein.
Bob! July 18th, 2011, 10:15 PM http://www.abload.de/img/imgpkq3.jpeg
Quelle: HAZ, 19.07.11
telemaxx July 18th, 2011, 10:56 PM Hoffentlich kommen bei beiden Wettbewerben qualitätvoll Neubauten heraus.
Wäre sonst an beiden Stellen eine vertane Chance.
devilsadvocate July 18th, 2011, 11:01 PM "klassisch" ist ja schon einmal positiv, obwohl gleich der Dämpfer kommt, dass es nicht protzig sein soll... Bleibt zu hoffen...
Auch hinsichtlich des Gebäudes am Aegi.
CrayZD July 19th, 2011, 09:37 AM 'Nicht protzig' im Zusammenhang mit moderner Architektur ist für mich mittlerweile leider auch ein Alarmsignal. Als protzig gelten für viele Architekten ja schon konturierte Fassaden oder Naturstein.
Aber wenn man den Umbau des jetzigen Hauptquartiers der Deutschen Hypo als Maßstab nimmt, dann könnte man eigentlich recht zuversichtlich sein.
Am Aegi hoffe ich ja nach wie vor auf einen kleinen Hingucker, der mit Nord/LB und Torhaus konkurrieren kann. Schön wäre etwa ein runder gläserner Zehngeschösser an der Ecke Hildesheimer / Aegidiendamm, mit fünfgeschössigen Seitenflügeln in Sandstein- oder Klinkeroptik.
Orbiter July 19th, 2011, 10:27 AM die Onlinevariante: http://www.haz.de/Hannover/Aus-den-Stadtteilen/Mitte/Hannover-erhaelt-Bankneubau-fuer-50-Millionen-Euro
devilsadvocate July 19th, 2011, 11:52 AM Am Aegi hoffe ich ja nach wie vor auf einen kleinen Hingucker, der mit Nord/LB und Torhaus konkurrieren kann. Schön wäre etwa ein runder gläserner Zehngeschösser an der Ecke Hildesheimer / Aegidiendamm, mit fünfgeschössigen Seitenflügeln in Sandstein- oder Klinkeroptik.
Das wär traumhaft!!
Orakel July 19th, 2011, 01:30 PM Ich finde selbst den sanierten Bau der Hypo am Georgsplatz noch deutlich schlechter als den Altbau der Stadtwerke. Von daher erwarte ich nicht viel. Schon gar nicht für 50 Millionen, bei einer derart großen zu bebauenden Fläche.
Am Ende bleiben sicher sogar noch die Barracken an der Röselerstraße stehen.
Am Aegi erwarte ich da mehr. Kann schon sein, dass die Bauherren bei den benachbarten Neubauten nicht hinten anstehen möchten.
Bob! October 4th, 2011, 09:55 PM http://www.kleihues.com/de/projekte/wettbewerbe/typologie/buero-und-verwaltungsbauten/901-verwaltungsgebaeude-hannover.html
http://www.abload.de/img/2011-10-04_215352de17.jpg
Quelle: HAZ, 05.10.11
Hier (http://www.abload.de/img/imgmehs.jpeg) gibt's den kompletten HAZ-Artikel.
Bob! October 4th, 2011, 10:18 PM Pressemitteilung (PDF, 49 KB) (http://www.bertram-projekt.de/presse/11_10_04_Ergebnis_Architektenwettbewerb.pdf)
1. Preis: Kleihues + Kleihues (PDF, 568 KB) (http://www.bertram-projekt.de/presse/Kleihues_Kleihues.pdf)
http://www.abload.de/img/1_preis_kleihues_kleihyc8o.jpg
VOLLE AUFLÖSUNG (http://www.abload.de/img/1_preis_kleihues_kleih4fxm.jpg) | Quelle: Bertram Projektmanagement GmbH (http://www.bertram-projekt.de/)
2. Preis: sp.a. Schulze & Partner (PDF, 143 KB) (http://www.bertram-projekt.de/presse/sp.a.Schulze_Partner.pdf)
http://www.abload.de/img/2_preis_sp.a._schulze_vec5.jpg
VOLLE AUFLÖSUNG (http://www.abload.de/img/2_preis_sp.a._schulze_qdg0.jpg) | Quelle: Bertram Projektmanagement GmbH (http://www.bertram-projekt.de/)
3. Preis: Martienssen (PDF, 1,9 MB) (http://www.bertram-projekt.de/presse/Martienssen.pdf)
http://www.abload.de/img/3_preis_martienssen8e04.jpg
VOLLE AUFLÖSUNG (http://www.abload.de/img/3_preis_martienssen-krf96.jpg) | Quelle: Bertram Projektmanagement GmbH (http://www.bertram-projekt.de/)
matheking October 4th, 2011, 11:07 PM Auf den ersten Blick gefällt mir der Neubau sehr gut:
- er greift die geschwungenen Formen der nahen Karmarschtraße auf. Grenzt das nicht sogar direkt an Sport Scheck? Ich kann den Übergang der Gebäude nicht so gut erkennen. Ich hoffe mal, dass die Traufhöhe identisch ist.
- sehr gut finde ich den Eingang. ich hoffe, dass wiird so gebaut!
lifestyle032 October 4th, 2011, 11:57 PM Sehr akzeptabel, würde ich sagen!
Ist das gewollt, dass die beiden Obergeschosse unterschiedlich mit dem jeweils darunter liegenden Geschossen fassadentechnisch abschließen (z.B. dass das vierte OG auf der linken Seite zurückgesetzt ist und das fünfte OG auf der rechten Seite)? Ich denke mal, schon. Interessante Spielerei.
Den 2. Platz hätte ich auch vor den 3. Platz gesetzt.
telemaxx October 5th, 2011, 01:00 AM Von den drei bestplatzierten Entwürfen ist der von Kleihues deutlich der beste.
Die geschwungene Form und die Fassade gefallen mir sehr gut. Der Eingang ist wirklich toll gemacht.
Orakel October 5th, 2011, 07:22 AM ^^ Sehe ich auch so. Nicht der wirklich große Wurf, aber ganz ordentlich. Irgendwie erinnert der Entwurf ein Bisschen an die Architektur der 50er Jahre. Was gut ins Umfeld passt. Hoffe, dass sich die Fassade im fertigen Zustand dadurch irgendwie prägnanter vom KC unterscheidet.
Schlimm finde ich, dass die Elendshütten in der Röselerstraße stehen bleiben werden. Gut zu sehen bei Platz 2. Platz 2 erinnert mich etwas ans Lindencorso - mittelprächtig. Platz 3 ist eine Standartkiste. Hoffentlich wird die nicht noch am Ende realisiert.
Leine1977 October 5th, 2011, 09:56 AM Der Entwurf ist Top - die anderen beiden sehen aus wie von der Stange. Bleibt zu hoffen, dass dies tatsächlich Folgeinvestitionen in der Röselerstr. nach sich ziehen wird, wie es der Stadtbaurat sagt.
Einzig der Abriss des Altbaus finde ich äußerst schade - Hannover hat ja nicht viele Bauten mit Gesicht in der City.:ohno:
Lefthandy October 5th, 2011, 10:27 AM Der Siegerentwurf ist wirklich super. Die beiden anderen hätten der üblichen Wettbewerbspraxis vor Ort viel ähnlicher gesehen.
Wie es aussieht dockt der Neubau auf identischer Traufhöhe an Sportscheck an, setzt aber alsbald noch ein Staffelgeschoss drauf. Da hier ja der spätere Nutzer für sich selbst baut, hoffe ich mal, dass nicht im üblichen Maße noch nachträglich Details und Bürofläche gestrichen werden.
Orakel October 5th, 2011, 10:55 AM ^^ Also zwischen Sportscheck und dem Neubau steht doch noch ein weiteres Gebäude.
Das mit weiteren Investitionen in der Röselerstraße ist übrigens so eine Sache. Da der Investor in diesem Bereich nur Ladenflächen realisieren will, wenn das Umfeld zu Veränderungen bereit ist, wird auf die dortigen Hausbesitzer ein gewisser Druck ausgeübt. Auf dem Bild sind dort keine Ladenflächen dargestellt.
Und natürlich ist der Siegerentwurf Kilometer besser als Platz 2. Aber ich hätte hier dennoch gerne einen anderen Architekten gesehen. Das KC ist mir einfach zu nah dran. In Leipzig wird demnächst ein Gebäude realisiert, das auch gut an diese Ecke gepasst hätte, und das dem Kleihues-Entwurf weit überlegen ist. Weiß gerade nicht was das war. Muss mal schauen.
CrayZD October 5th, 2011, 11:42 AM "Herr Doktor, was ist es?" - "Es ist ein Kröpcke-Center." :lol:
Spaß beiseite, ich finde den Entwurf auch sehr gelungen. Auch wenn man das Gefühl hat, dass Familie Kleihues nicht mehr viel neues einfällt. Ich bin allerdings etwas unentschlossen zwischen Platz eins und zwei, siehe weiter unten. Den dritten Platz finde ich gruselig banal und hoffe, dass der es nicht am Ende doch noch wird.
Ist das gewollt, dass die beiden Obergeschosse unterschiedlich mit dem jeweils darunter liegenden Geschossen fassadentechnisch abschließen (z.B. dass das vierte OG auf der linken Seite zurückgesetzt ist und das fünfte OG auf der rechten Seite)? Ich denke mal, schon. Interessante Spielerei.
Ja, so wie ich das sehe, ist diese 'asymmetrische Staffelung' ein Teil des Konzepts - vermutlich zur Anpassung an die jeweilige Bebauung. Obwohl ich von der Bebauung in der Röselerstraße hoffe, dass sie in ein paar Jahren nicht mehr existiert. Zumindest wäre dort keine Anpassung nötig.
Zur Osterstraße hin ist nur das 5.OG zurückgesetzt. In dem eleganten Bogen an der Ecke wird dann aber auch das 4.OG zurückgezogen, so dass in der Röselerstraße beide gemeinsam als Doppel-Staffelgeschoss abschließen. Finde ich auch sehr raffiniert.
Was mir gar nicht gefällt, ist der 'geduckte' Eingang. Sicher, es ist in erster Linie ein Bürobau. Aber hier erfüllt Platz 2 mit der zweigeschossigen Front zu beiden Seiten samt Kolonnaden im Eingangsbereich m.E. deutlich besser die Anforderungen an einladende innerstädtische Bebauung. Minuspunkt ist hier natürlich die wuchtig-kantige Erscheinung des Gebäudes im ganzen, die sich aber anders als bei Platz 3 noch angenehm in Grenzen hält. Trotzdem ein sehr elegantes Gebäude. Für mich ein Unentschieden.
6001 October 5th, 2011, 02:50 PM Und natürlich ist der Siegerentwurf Kilometer besser als Platz 2. Aber ich hätte hier dennoch gerne einen anderen Architekten gesehen. Das KC ist mir einfach zu nah dran.
"Herr Doktor, was ist es?" - "Es ist ein Kröpcke-Center." :lol:
Spaß beiseite, ich finde den Entwurf auch sehr gelungen. Auch wenn man das Gefühl hat, dass Familie Kleihues nicht mehr viel neues einfällt.
genau das dachte ich heute früh auch, als ich die HAZ aufschlug:
der 3. aufguss des "altbekannten" entwurfes für das berliner hotel concorde ...
... auch wenn der siegerentwurf im vergleich der drei erstplatzierten mit abstand der interessanteste ist (m.e. übrigens auch aufgrund des einganges und der gestaltung der oberen geschosse!) hätte ich mir doch etwas mehr phantasie gewünscht. so macht es auf mich leider nur den eindruck wie die x-te variation eines altbekannten themas. schade!
zum drittplatzierten ist schon alles gesagt.
CrayZD October 5th, 2011, 03:28 PM Mal etwas ganz anderes: ein bisschen wehmütig werde ich ja wenn ich lese, dass sich die Deutsche Hypo ursprünglich auch den Raschplatz angeschaut hat. Natürlich ist dieser Neubau auch an seiner jetzigen Position eine Aufwertung und lässt sogar den Abriss des Altbaus verschmerzen... aber eine zügige Umsetzung des Lister Dreiecks wäre eigentlich viel wichtiger gewesen. :(
telemaxx October 5th, 2011, 04:46 PM Für das Lister Dreick wurde doch mal die Bahn als Mieter gehandelt, oder?
In dem 70er-Jahre-Bau an der Joachimstraße kann man auch nicht mehr ewig arbeiten... ;)
Bob! October 5th, 2011, 07:09 PM ^ Ja, die Liste der Unternehmen, mit denen Investoren in der Vergangenheit als Mieter fürs Lister Dreieck angekommen sind, ist leider sehr lang: die Deutsche Bahn, die Deutsche Hypo, Deloitte, Telekommunikationsunternehmen, Automobilhersteller, Elektromärkte, ein Outlet-Kaufhaus, Systemgastronomiebetriebe ... auch Hotels und Wohnungen waren mal im Gespräch. Aber aus allem ist ja bekanntlich nichts geworden - weiß der Teufel warum. Bin gespannt, wann der nächste Investor das Grundstück in Angriff nimmt.
Mit der Entscheidung der Jury bin ich indes auch sehr glücklich. Die Rundung passt super an den Ort - dazu die durch die Lisenen gegliederte Natursteinfassade ... gefällt mir!
devilsadvocate October 6th, 2011, 12:14 AM Wollen wir mal hoffen, dass Rundungen mal wieder in Mode kommen... Und wer weiß, vielleicht werden auch mal bald wieder Türmchen gebaut ;)
Orakel October 6th, 2011, 07:55 AM Vorkriegsgebäude in Hannover
„Das Abreißen muss ein Ende haben“
Der geplante Abriss eines Vorkriegsgebäudes für den Neubau der Nord/LB-Tochter Deutsche Hypothekenbank hat heftige Kritik am Umgang Hannovers mit seiner Baukultur ausgelöst.
Die Häuser Ecke Osterstraße und Röselerstraße sollen abgerissen werden. Hier entsteht ein Neubau für die Deutsche Hypothekenbank.
Hannover. „In der Altstadt haben wir nur noch sehr wenig Altbaubestand“, sagt der emeritierte Architekturprofessor Günther Kokkelink, eine Koryphäe auf dem Gebiet der Architekturgeschichte Norddeutschlands. Eigentlich müsse jedes noch erhaltene Innenstadtgebäude mit Vorkriegsgeschichte besonderen Schutz genießen, fordert auch der Vorsitzende der Baudenkmalstiftung, der Bauhistoriker Sid Auffarth.
Der Denkmalschutz fühlt sich für das Gebäude in der Osterstraße nicht zuständig. Eine Prüfung habe ergeben, dass das Haus nicht mehr im Originalzustand sei, heißt es beim Behördenleiter Jörg Maaß. Das allerdings gilt auch für nahezu alle anderen Denkmale – kaum ein altes Gebäude ist im Laufe seiner Geschichte nicht umgebaut worden, von der Marktkirche bis zu den umgesetzten Fachwerkhäusern der Altstadt. „Im Krieg sind 85 Prozent der Innenstadt zerstört worden – jedes noch stehende Gebäude ist wertvoll, weil es Hannovers Baugeschichte belegt“, sagt Auffarth. Und Prof. Kokkelink betont: „Auch wenn das Gebäude nicht mehr im Originalzustand ist, ist es absolut erhaltenswürdig.“
Der Projektentwickler Peter Bertram will auf dem großen Eckgrundstück, zu dem auch ein Nachkriegsverwaltungsbau in der Osterstraße und ein denkmalgeschützter Geschäftsbau in der Karmarschstraße gehören, einen Neubau für die Deutsche Hypothekenbank bauen. Insgesamt entstehen 13 000 Quadratmeter Bürofläche sowie Ladenflächen im Erdgeschoss. Andere Städte versuchen, in ihren Altstadtkernen kleinformatige Bebauungen durchzusetzen, um den Charakter der Viertel nicht zu zerstören. Möglicherweise, so vermuten Kritiker, habe die Stadtverwaltung sowohl beim Denkmalschutz als auch bei der Dimensionierung des geplanten Baukörpers nicht so strenge Kriterien angelegt, weil sie selbst von dem Projekt profitiert. Das Areal gehörte zur Zusatzversorgungskasse (ZVK), aus der die Ruhestandsbezüge der Stadtmitarbeiter bezahlt werden.
Seit dieser Woche sind die Pläne für den Neubau öffentlich. Der Berliner Architekt Jan Kleihues, von dem auch die Gestaltung des neuen Kröpcke-Centers stammt, hat sich im Wettbewerb mit einem geschwungenen Entwurf mit viel Naturstein und Glas durchgesetzt.
Auch das zum Abriss vorgesehene Gebäude ist mit großformatigen Sandsteinplatten verkleidet. Es stammt aus dem Büro des hannoverschen Architekten Wilhelm Mackensen (1869–1955). Mackensen war Fürstlich Lippischer Hofbaurat und Mitbegründer des elitären Bunds Deutscher Architekten (BDA), dem nur die renommiertesten Büros angehören dürfen. Er war Mitglied der „Bauhütte zum weißen Blatt“, die sich noch heute in der Tradition von Conrad Wilhelm Hase sieht, der unter anderem die Christuskirche und das Künstlerhaus baute und die „Hannoversche Schule“, eine Architekturrichtung, begründete.
Doch nicht nur wegen des Baumeisters, sondern auch wegen der Funktion als Teil der hannoverschen Gewerbegeschichte hält Kokkelink das Gebäude für „sehr bedeutend“. Gebaut worden war es für das hannoversche Gaswerk. Später hatten dort die Stadtwerke ein Servicebüro, der Schriftzug ist auf den Sandsteinplatten noch zu erkennen. Übergangsweise war ein Telefonanbieter, die Stadtwerketochter htp, in dem Gebäude beheimatet. Jetzt werden dort Anzüge für Herren verkauft. Der Herrenausstatter kehrt nach dem Umbau 2013 zurück.
Sobald aber die Stadtverwaltung als Mieter sämtlicher Büroetagen im nächsten März ausgezogen ist, soll der Abriss der beiden Gebäude an Oster- und Röselerstraße beginnen.
matheking October 6th, 2011, 01:52 PM Den Artikel habe ich auch heute vormittag gelesen. Zwei Dinge sind mir dazu eingefallen.
1. Ja! Gebäude aus der Vorkriegszeit sollten ungeachtet ihres denkmalschutzrechtlichen Wertes erhalten bleiben. Allerdings gefällt mir der Neubau der Hypo gut. Wie eine ansprechende Eingliederung des Altbaus Osterstraße gelingen kann, weiß ich noch nicht. Bei der Nord/LB war der integrierte Altbau im Vergleich zum Neubau ja viel kleiner.
2. Auch wenn der Bereich zwischen Aegi, Osterstraße und Karmarschstraße historisch gesehen Altstadt ist, so ist das aktuell nicht mehr so. Bis auf die Aegidienkirche und den das eine auffällige Haus in der Osterstraße gibt es neben dem jetzt zum Abriss freigegebenen Haus ja keinen Altbestand mehr. Mit den ganzen Großbauten wie Interconti und den Parkhäusern Markthalle, Osterstraße und Windheimstraße wirkt das auch nicht mehr wie ein Altstadtbereich. Darum würde ich mir also keine Gedanken mehr machen. Andererseits könnte man überlegen, ob in der Stadt nicht generell eine kleingliedrigere Bauweise angebracht wäre.
Leine1977 October 6th, 2011, 03:07 PM Dabei hat Hannover in diesem Bereich noch soviel Potenzial - man könnte es da richtig aufhübschen.
Das größte Ärgernis ist für mich nachwievor die Nichtberücksichtigung der Marktstraße/Schmiedestraße. Wenn man diese Straße mit einer kleinteiligen (hübscheren) Bebauung mal angehen würde, würde die Altstadt in einem ganz anderen Licht stehen.
P.S.: Und die Parkhüser in dieser Straße müssen unter die Erde - auch wenn das eine unter Denkmalschutz steht - warum auch immer.
Orakel October 6th, 2011, 04:40 PM Und die Parkhüser in dieser Straße müssen unter die Erde - auch wenn das eine unter Denkmalschutz steht - warum auch immer.
PH-Schmiedestraße? Wegen der Rothunde im Inneren glaube ich. Oder einfach nur exemplarisch?
Das PH Osterstraße steht doch auch kurz vor dem Denkmalschutz, oder nicht?
Ich würde den Altbau Osterstraße übrigens eher erhalten, als den Entwurf von Kleihues zu bauen. Auch wenn dieser ganz gut ist. Wenn man keine hohen Räume und den damit verbundenen Fassadenschmuck, sondern große Fensterflächen bei geringer Raumhöhe will, bleiben ja nicht viele Möglichkeiten, eine Fassade historisch anmutend zu rhythmisieren.
gstolze October 6th, 2011, 07:42 PM Mir gefällt der Entwurf sehr gut. Aber auch der zweite Platz ist interessant. Dort gefällt mir die Gestaltung des ersten Obergeschosses, was mich an den rückwärtigen Bau an der Karmarschstr. erinnert.
Insgesamt allerdings geht die Entwicklung dort und im Rest der Altstadt meiner Meinung nach in eine falsche Richtung. Meine Vision für das gesamte Viertel wäre diese:
Altstadt 2020
-Abriss der Parkhäuser Röselerstr., Windmühlenstr., Osterstr. und Schmiedestr. sowie der Stadtverwaltungsbauten am Köbelinger Markt und in der Röselerstr., der Stadtsparkasse und der Markthalle
-Bau von Tiefgaragen unter dem Köbelinger Markt und unter dem Marstall
-Wiederaufbau der Alten Kanzlei (Grotehaus) und des barocken Ständehauses anstelle des Parkhauses Osterstr.
-Wiederaufbau des Leibnizhauses (Originalzustand als Museum) und der Nachbargebäude anstelle des Parkhauses Schmiedestr und der Nachbarbauten)
-Wiederaufau der Originalfassade (nicht wie an der langen Laube sondern wie es ursprünglich in der Leinstr. war) anstelle des jetzigen Leibnizhauses am Holzmarkt
-Wiederaufbau der alten Markthalle und der Gründerzeitbauten anstelle der Sparkasse
-Beibehaltung und ggf. Umnutzung des jetzt abzureißenden Vorkriegsbaus an der Osterstr.
-Vorziehen der Fassaden an der Östlichen Osterstr. so weit wie das historische Gebäude vorsteht, bei Anlage von Arkaden im Erdgeschoss
-Bebauung der Bereiche Röselerstr. und um den Köbelinger Markt, Windmühlenstr. sowie der Volkshochschule mit neoklassischer Blockrandbebauung (evtl. in einer Neuen Hannoverschen Schule) mit Mischnutzung, wobei ein Großteil für Wohnungen reserviert sein sollte
-Erhalt eines Teils der jetzigen Parkplatzfläche am Köbelinger Markt als urbaner, grüner Stadtplatz
-Wiederaufbau einiger Fassaden am Marktplatz
-Neoklassische Ergänzungsbauten am Bohlendamm
-Wiederaufbau des Palais Leinstr. und der Nachbargebäude (evtl zurückversetzt, so dass eine Platzfläche vor dem Leineschloss erhalten bleibt)
-Abriss des Maritims und ansprechender Neubau
-Wiederaufbau des Campeschen Palais neben dem Wangenheimpalais
telemaxx October 6th, 2011, 10:37 PM -Wiederaufbau der Alten Kanzlei (Grotehaus) und des barocken Ständehauses anstelle des Parkhauses Osterstr.
Das Ständehaus stand m.E. der Stadterweiterung mit der Ständehausstraße im Weg. Das dürfte nicht am historisch vorgegebenen Ort zu rekonstruieren sein.
Prinzipiell bin ich im Altstadtbereich für kleinteilige, geschlossene Bebauung.
Wohin die Entwicklung im südlichen Teil der Altstadt geht, sieht man an den letzten Entwicklungen.
Großformatige Blockbebauung wie aktuell mit der Deutschen Hypo oder aufgelockerte kleinteiligere Bebauung wie am Köbelinger Markt geplant.
Das finde ich in dem Bereich der Altstadt gar nicht so schlimm, man könnte dort eine Art moderne Altstadt bauen, wenn man sich vermehrt an kleinteiligen Konzepten orientiert (aufgelockerte oder geschlossene Bauweise), dabei aber den historischen Stadtgrundriss beibehält oder wiederherstellt und durch die neue Bebauung definiert.
Dazu gehört für mich auch die Sparkasse an der Markthalle, die die alte Grundstruktur überhaupt nicht aufnimmt.
Daher sollten die Parkhäuser Tiefgaragen unter den Neubauten, eventuell sogar unter den Plätzen wie Marstall, weichen, wie von gstolze vorgeschlagen.
Im nördlichen Teil der Altstadt hingegen sollte man den alten Bestand bewahren, sanieren und einzelne herausragende Bauten rekonstruieren, die gstolze genannt hat.
In der Schmiedestraße muss auf beiden Straßenseiten einiges weichen, damit dort ein ansehnliches Stadtbild entsteht.
Mein Konzept sieht also eine moderne südliche Altstadt mit modernen Neubauten im historischen Stadtgrundriss und eine alte nördliche Altstadt mit historisierender Bebauung (bzw. Neubauten, die sich wirklich in die Umgebung einfügen) und einzelnen Rekonstruktionen vor.
gstolze October 6th, 2011, 11:08 PM Das Ständehaus stand m.E. der Stadterweiterung mit der Ständehausstraße im Weg. Das dürfte nicht am historisch vorgegebenen Ort zu rekonstruieren sein.
..deshalb ja der Vorschlag, es anstelle des Parkhauses Osterstraße. Für das Grotehaus müsste sogar die Bebauung neben dem Parkhaus weichen, da der Bau genau an der Straßenecke stand. Ist aber auch hässlich genug.
CrayZD October 7th, 2011, 11:17 AM @gstolze: solche radikalen Forderungen hätte ich Dir gar nicht zugetraut. :shocked:
Auch wenn ich grundsätzlich ein Freund von Rekos bin und Schmähungen wie 'Disneyland' etc. für vollkommen verfehlt halte: das wäre dann doch schon eine Art steingewordene Geschichtsklitterung. Sicher, mit dem Wiederaufbau der 'Traditionsinsel' hat man ähnliches gemacht, und an gegebener Stelle würde ich das sogar noch erweitern / vervollständigen. Aber grundsätzlich würde ich wie telemaxx für altstadttaugliche, aber trotzdem moderne Architektur sprechen.
Das Parkhaus Schmiedestraße würde ich dabei glatt stehen lassen. Das ist zwar formell Altstadt, man kann es aber auch als Bindeglied zum Steintor verstehen. Und architektonisch gesehen ist es eines der erträglicheren Parkhäuser in Hannover. Die beiden Bauten links daneben, also den schön nichtssagenden Bau mit Jack Wolfskin im EG und das Klinker-Beton-Gruselmonster auf der anderen Seite der Schuhstraße, sind in meinen Augen aber reif für die Birne, ebenso wie fast die komplette gegenüberliegende Seite der Schmiedestraße. Hier darf der Bestand auch gerne durch (Pseudo-)Rekos ersetzt werden.
Für die andere Schmiedestraßenseite würde ich gerne ein Konzept aufgreifen, das hier schonmal herumgeisterte: Abriss von Horten/Kaufhof und der gesamten angrenzenden Bebauung im Block bis zur Osterstraße und Ersatz durch eine neue kleine Shoppingmall eines alternativen Betreibers (oder ECE mit alternativem Konzept). Spezielleres, 'altstadttaugliches' Angebot + ein Ankermieter. Halboffene Bauweise, vor allem zur Schmiedestraße historisierende 'Fake-Fassaden'.
Bei den anderen Punkten (Parkhäuser Oster- und Röselerstraße, Rest der Röselerstraße, Markthalle, Sparkasse) plädiere ich natürlich auch für einen Abriss, wäre aber hier wie gesagt eher für 'angepasst moderne' Bauweise. Klassische Elemente wie jetzt beim Hypo-Entwurf, dazu kleinteiligere Bebauung. Angesichts City2020+ liegt es hier besonders nahe, das Konzept 'Wohnen mit Gastro/Handel im EG' auf diese Standorte zu erweitern.
Die Maxime 'modern mit klassischen Anleihen' würde ich sogar auf die Markthalle anwenden. Gebt's doch mal zu, so hässlich die neue Halle auch ist: der Blick von der Galerie oder einigen EG-Ständen durch die große, helle Glasfront auf die historischen Gebäude gegenüber ist unschlagbar. Von daher wäre ich bei einem Neubau auch hier für einen Mix aus modern und historisch: originalgetreue oder zumindest historisierende Ecktürmchen und z.T. Seitenwände, aber in der Mitte ein modernes Glasbogendach à la Berlin Hbf mit eindrucksvoller, elektronisch gesteuerter Lichtregulierung durch Segeltuch- oder Lamellen-Elemente. Dazu ein ausgeklügeltes Lüftungskonzept, und fertig ist der perfekte Hingucker ohne zuviel Nostalgie.
Die Sparkasse daneben empfinde ich übrigens trotz ihrer bescheidenen Größe als einen der übelsten Schandflecke überhaupt: vom brutalistischen Erscheinungsbild mal abgesehen (an dem auch der Umbau vor einigen Jahren nichts geändert hat) - was hat ein derart selbstverliebter Solitärbau, der sich weder an Baufluchten noch an Traufhöhen seiner Umgebung hält, in einer Altstadt verloren? Außer historischen Kirchen würde ich dort keinem Gebäude so eine Rolle zubilligen.
gstolze October 7th, 2011, 06:59 PM Ich habe in der Tat oft das Wort Wiederaufbau benutzt, aber es sind dann bei genauer Betrachtung doch nur Ensembles, die die Traditinsinsel sinnvoll ergänzen. Für weiträumige Bereiche dazwischen bin ich auch für Neubauten, aber solche, die sich an städtebaulichen Grundsätzen für eine mitteleuropäische Altstadt orientieren (Kleinteiligkeit, Blockrandbebauung, Schrägdächer).
Übrigens: Ich bin auch ein großer Fan von moderner Architektur, Bauhaus etc. Auch einigen Brutalismus-Bauten kann ich was abgewinnen. Aber im Altstadtbereich sollte es meiner Ansicht nach eben etwas anders laufen, um der Stadt mehr Identität, Gemütlichkeit und Attraktivität für Einwohner und auch Touristen zu geben.
Leine1977 October 7th, 2011, 07:02 PM Mir gefällt der Entwurf sehr gut. Aber auch der zweite Platz ist interessant. Dort gefällt mir die Gestaltung des ersten Obergeschosses, was mich an den rückwärtigen Bau an der Karmarschstr. erinnert.
Insgesamt allerdings geht die Entwicklung dort und im Rest der Altstadt meiner Meinung nach in eine falsche Richtung. Meine Vision für das gesamte Viertel wäre diese:
Altstadt 2020
-Abriss der Parkhäuser Röselerstr., Windmühlenstr., Osterstr. und Schmiedestr. sowie der Stadtverwaltungsbauten am Köbelinger Markt und in der Röselerstr., der Stadtsparkasse und der Markthalle
-Bau von Tiefgaragen unter dem Köbelinger Markt und unter dem Marstall
-Wiederaufbau der Alten Kanzlei (Grotehaus) und des barocken Ständehauses anstelle des Parkhauses Osterstr.
-Wiederaufbau des Leibnizhauses (Originalzustand als Museum) und der Nachbargebäude anstelle des Parkhauses Schmiedestr und der Nachbarbauten)
-Wiederaufau der Originalfassade (nicht wie an der langen Laube sondern wie es ursprünglich in der Leinstr. war) anstelle des jetzigen Leibnizhauses am Holzmarkt
-Wiederaufbau der alten Markthalle und der Gründerzeitbauten anstelle der Sparkasse
-Beibehaltung und ggf. Umnutzung des jetzt abzureißenden Vorkriegsbaus an der Osterstr.
-Vorziehen der Fassaden an der Östlichen Osterstr. so weit wie das historische Gebäude vorsteht, bei Anlage von Arkaden im Erdgeschoss
-Bebauung der Bereiche Röselerstr. und um den Köbelinger Markt, Windmühlenstr. sowie der Volkshochschule mit neoklassischer Blockrandbebauung (evtl. in einer Neuen Hannoverschen Schule) mit Mischnutzung, wobei ein Großteil für Wohnungen reserviert sein sollte
-Erhalt eines Teils der jetzigen Parkplatzfläche am Köbelinger Markt als urbaner, grüner Stadtplatz
-Wiederaufbau einiger Fassaden am Marktplatz
-Neoklassische Ergänzungsbauten am Bohlendamm
-Wiederaufbau des Palais Leinstr. und der Nachbargebäude (evtl zurückversetzt, so dass eine Platzfläche vor dem Leineschloss erhalten bleibt)
-Abriss des Maritims und ansprechender Neubau
-Wiederaufbau des Campeschen Palais neben dem Wangenheimpalais
Ja, Hannover würde endlich ein Gesicht bekommen!
Aber die Holzköpfe im Stadtplanungsamt merken es ja leider nicht. City 2020 wird auch völlig verfehlt. Immer kleinteilige Bebauung anpreisen, aber dann doch großflächig zulassen.
Ich hätte auch nichts gegen das Townhouse-Konzept wie in B, wenns schon modern sein muss. Aber das wurde ja auch abgelehnt...
gstolze October 7th, 2011, 09:06 PM Mein erster Gedanke zu dem Projekt Deutsche Hypo war auch, "Schön, aber warum hier in der Altstadt". Mit einem schicken Büroneubau könnte man am Raschplatz oder ZOB richtig Städtebau/Stadtreparatur betreiben. Hier an der Ecke Osterstr./Röselerstr. wäre Wohnbebauung viel wichtiger. Das entspräche doch den Zielen von Hannover 2020.
CrayZD October 8th, 2011, 12:39 PM ^^ Wie gesagt, ich finde es ja auch schade, dass sich die Deutsche Hypo nicht z.B. den ZOB ausgesucht hat. Dann hätte man die gesamte Röselerstraße ohne weiteres in den Entwicklungsschwerpunkt Köbelinger Markt mit einbeziehen können. Was liegt näher, wenn ein Großgrundstück an dieser Straße eh schon der Stadt gehört? Aber hier wird mal wieder schön klein-klein gedacht, und private Eigentümer in die Planung mit einzubeziehen, das versucht man erst gar nicht. Ätzend!
Grundsätzlich fände ich eine Ausdehnung der Traditionsinsel zwar wünschenswert, viel wichtiger wäre aber endlich eine vernünftige Einbindung der Altstadt als ganzes in die City. Meine These, dass die Gründe für diese Fehlentwicklung nicht erst im Wiederaufbau entstanden, wird übrigens im Vorwort der Ausstellung 'Stadtbilder II' geteilt. Schon aus der damaligen Zeit wurden Kommentare zitiert, die einerseits Hannover dafür loben, dass es anders als Städte ähnlicher Größenordnung noch über einen historischen Altstadtkern verfügt, der von der hektischen Entwicklung der Neuzeit gänzlich unberührt geblieben ist... auf der anderen Seite aber monieren, dass Hannover wirke wie eine 'neureiche, zweigeteilte Stadt, die nicht harmonisch zusammenwachsen will'. Gemeint sein dürfte die damalige Diskrepanz zwischen der mondänen, aufstrebenden Ernst-August-Stadt und der verarmten, vernachlässigten Altstadt.
Leine1977 October 10th, 2011, 12:50 PM Mein erster Gedanke zu dem Projekt Deutsche Hypo war auch, "Schön, aber warum hier in der Altstadt".
So sehe ich das auch. Alternativ könnte man doch das (häßlichste) Parkhaus Hannovers in der Röslerstr. plattmachen. An der Ecke kann dann der Entwurf doch umgesetzt werden. Sehe toll aus!
Komisch eigentlich, dass das Haus in der Osterstr. nicht unter Denkmalschutz steht, da es angeblich verändert wurde. Das Parkhaus Schmiedestr. sieht doch auch nicht mehr original aus, wenn ich mir das EG anschaue.
gstolze October 10th, 2011, 07:02 PM Das mit dem Denkmalschutz verstehe ich auch nicht. Das Erdgeschoss im Parkhaus Schmiedestr. ist in den 80er Jahren total umgestaltet worden. Aber das war wohl den Betonköpfen in der Hinterstube egal.
Übrigens ist der Denkmalschutz ein total undemokratischer Prozess.
Knochenhauer October 10th, 2011, 08:02 PM So sehe ich das auch. Alternativ könnte man doch das (häßlichste) Parkhaus Hannovers in der Röslerstr. plattmachen. An der Ecke kann dann der Entwurf doch umgesetzt werden. Sehe toll aus!
Komisch eigentlich, dass das Haus in der Osterstr. nicht unter Denkmalschutz steht, da es angeblich verändert wurde. Das Parkhaus Schmiedestr. sieht doch auch nicht mehr original aus, wenn ich mir das EG anschaue.
Heute habe ich irgendwo gelesen, dass das Parkhaus in der Mehlstraße auf die Abrissliste kommen könnte, um für Büroimmobilien Platz zu machen. Das wäre doch ein toller Ort für den Hypo-Neubau. Damit könnte man die Gegend dort toll aufwerten und das Gaswerke-Gebäude in der Osterstraße erhalten. In der Röselerstr. können zudem eine kleinparzelligere Bebauung entstehen (für das mittlere Gebäude). Und für den, wie ich finde, ansprechenden 50er-Bau in der Karmarschstr. findet sich sicherlich auch eine gute Nutzung jenseits der Hypo.
gstolze October 10th, 2011, 09:34 PM Ich finde eher, dass man in der Mehlstr. eine innerstädtische Wohnbebauung unterbringen sollte, wenn an es ehrlich meint mit einer stärkeren Funktionsmischung/Belebung der Innenstadt. Auch Teile des Parkhauses Rosenstr. könnten durch Wohnungen ersetzt werden und der Rest der Parkplätze nur für das Hotel zur Verfügung stehen.
Wir sollten das aber in einen anderen Thread verschieben und uns hier nun auf den Neubau der Hypobank konzentrieren.
Orbiter April 5th, 2012, 11:12 AM Historiker kritisieren Gebäudeabriss
Der einstige Verwaltungssitz der Gaswerke in der Osterstraße wird abgerissen – obwohl Bauhistoriker das für einen Frevel halten. An seiner Stelle wird ein Neubau für die Nord/LB-Tochter Deutsche Hypo errichtet.
Kurz:
Das Gebäude ist fast leer. Kuhn verkauft noch bis Samstag, nächste Woche wird der Strom abgestellt.
Zitat:
Dass das Gebäude abgerissen wird, gilt unter Bauhistorikern als Frevel. Die Altstadt ist in diesem Bereich als solche ohnehin kaum noch zu erkennen, aus der Vorkriegszeit sind nur noch wenige Gebäude vorhanden, die eine derart schöne Fassade aufweisen können. Zudem stammt der Bau aus der Feder des hannoverschen Architekten Wilhelm Mackensen (1869–1955), Fürstlich Lippischer Hofbaurat und Mitbegründer des Bundes Deutscher Architekten (BDA).
Außerdem:
Ab Juni soll das Oesterlen Bauwerk neben dem Theater am Aegi abgerissen werden.
...mehr auf haz.de (http://www.haz.de/Hannover/Aus-den-Stadtteilen/Mitte/Historiker-kritisieren-Gebaeudeabriss) (Bezahlschranke, in drei Tagen frei)
Bob! April 26th, 2012, 05:02 PM Blick auf den Innenhof:
http://www.abload.de/img/26042012458_shiftncox4y.jpg
Bob! May 22nd, 2012, 02:54 PM Heute Morgen durch ein ungeputztes Fenster:
http://www.abload.de/img/deutschehypoibeax.jpg
Mittwoch soll der Abriss fertig sein:
http://www.abload.de/img/img2az94.jpeg
Quelle: HAZ, 22.05.12
Bob! May 24th, 2012, 04:43 PM Entweder Herr von Meding hat da was falsch verstanden oder man hängt mächtig im Zeitplan hinterher:
http://www.abload.de/img/24052012501vpj5f.jpg
http://www.abload.de/img/24052012504swmrx.jpg
Leine1977 May 24th, 2012, 06:15 PM Es ist ein Jammer, dass man sowas abreist. Dabei haben wir soviele Baulücken in der Stadt, man redet bei City2020, dass man kleinteiliger bauen möchte und ... setzt in die Altstadt einen Büroklotz!:ohno:
Würd mich nicht wundern, wenn jetzt folgendes passiert: der Altbau wird abgerissen, das Projekt dann gestoppt, der hässliche Verwaltungsbau nebenan bleibt stehen!:nuts:
Knochenhauer May 24th, 2012, 08:35 PM Typisch Hannover eben :ohno:.
Schade um das Gebäude und schade um den schönen Sandstein. So geht man heute mit Rohstoffen um. Früher hätte man den zumindest wieder verwendet. Heute schlägt man lieber weitere Wunden in die Landschaft und der alte Stein wandert auf den Bauschutthügel.
Wishman May 24th, 2012, 11:25 PM Es ist 'ne Schande! Entschließt sich ein Privatmann ein unter Denkmalschutz stehendes Haus aufwendig herzurichten, wird ihm jeder Furz von den Behörden vorgeschrieben, wie er zu renovieren hat, doch stecken wirtschaftliche Interessen oder genug Geld dahinter, spielt das alles keine Rolle mehr.
Eines der wenigen Häuser der Innenstadt, die über eine ansehnliche Fassade verfügen, und sogar Doppelfenster aufweisen, ein Plus für die Energiebilanz übers Jahr, und trotzdem fällt es der Abrissbirne zum Opfer.
So ein Gebäude ließe sich problemlos entkernen, so daß die künftigen Betreiber jeden Luxus oder jede Modernität mit einbauen könnten, aber die Fassade bliebe erhalten. Was soll's, kurzfristige Gewinne zahlen eben mehr als nachhaltige Architektur. Wenn der Allerweltsneubau keine Rendite mehr abwirft oder nicht mehr gefällt, kann man ihn ja wieder abreissen und nach den dann vorherrschenden Gegebenheiten neu aufbauen...so in 20 oder 30 Jahren vielleicht!?
telemaxx May 24th, 2012, 11:26 PM Unterschied: Es steht nicht unter Denkmalschutz.
Wishman May 25th, 2012, 06:27 AM Ganz sicher???
telemaxx May 25th, 2012, 10:34 AM Ja, das stand mehrfach in der Zeitung. Ansonsten hätten die m.E. keinen Grund gehabt, das Gebäude abzureißen.
Zu dem neuen Bürokomplex gehört ja auch ein Gebäude an der Karmarschstraße aus den 50er Jahren. Das steht unter Denkmalschutz und wird in den Neubau integriert.
Wishman May 25th, 2012, 03:36 PM Okay, dann war ich da nicht auf dem Laufenden. Schade ist es trotzdem, daß den wenigen erhaltenswerten Gebäuden in der City noch der Garaus gemacht wird. :ohno:
|
|