View Full Version : Potsdam - Rekonstruktion von Bauten im Stadtgebiet


Kampflamm
February 24th, 2011, 03:10 PM
Die Alte Post wird wieder aufgebaut

Bauausschuss votiert mehrheitlich für Ausschreibung des Pro-Potsdam-Grundstücks / Auch Linke dafür (23.02.11)

Innenstadt - Georg Christian Ungers meisterliche Alte Post soll wieder das Stadtbild zieren. Mit überraschenden Mehrheitsverhältnissen votierte der Bauausschuss am Dienstagabend für einen Antrag der FDP, wonach das ehemals mit dem DDR-„Haus des Reisens“ bebaute Grundstück an der Ecke Friedrich-Ebert- und Yorckstraße mit dem Ziel ausgeschrieben werden soll, das Gebäude äußerlich mit Ungers Entwurf als Leitfassade wiederaufzubauen. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) sagte, er könne sich diesen Weg vorstellen. Das Verfahren sei mit der Pro Potsdam abgesprochen.

Das Grundstück gehört bekanntlich der Pro Potsdam, die das „Haus des Reisens“ im letzten Jahr abreißen ließ und es mit einem Wohn- und Geschäftshaus in moderner Architektur bebauuen wollte. An dem Ursprungsentwurf des Berliner Architekten Jörg Schürmann hatte es jedoch so massive Kritik gegeben, dass er zweimal umgearbeitet werden musste. Übrig blieb – nach einem aufwendigen Workshopverfahren – eine Kompromissvariante. Diese sah vor, einer Glasfassade insgesamt 48 Betonlamellen vorzublenden, in die Ungers Fassade eingeätzt werden sollte. Doch diese Lösung stieß zunehmend auf Kritik. Die Bürgerinitiative „Mitteschön“ hatte bereits vor fast einem Jahr einen Kostenvoranschlag einer namhaften Berliner Baufirma vorgelegt, wonach Ungers Fassade bereits für knapp 320 000 Euro zu rekonstruieren wäre.

Schließlich machten die Liberalen den entscheidenden Vorstoß und forderten per Antrag die Aufnahme der Alten Post ins Leitbautenkonzept. Der Schauspieler und „Mitteschön“-Aktivist Jörg Hartmann brach im Bauausschuss eine Lanze für den FDP-Vorschlag. Das Leitbautenkonzept sei nur vollständig, wenn auch die Alte Post dazugehöre, sagte er. „Ganz intensiv“ habe das historische Haus in die Innenstadt „gestrahlt“. Der Bau sei etwas „ganz eigenes, typisch Potsdamerisches“ gewesen. Ohnehin bezweifle er, dass der moderne Bau mit seinen Betonlamellen und dem vielen Glas günstiger zu errichten sei als die alte Fassade, sagte Hartmann. „Leider“ habe sich die Pro Potsdam trotz Nachfrage nicht zu den Kosten des Schürmann-Entwurfs geäußert.

Im Bauausschuss fiel Hartmanns Plädoyer auf überraschend fruchtbaren Boden. Geradezu verblüffend verhielten sich – angesichts ihrer sonst zur Schau getragenen Skepsis gegenüber der Rückkehr von Historischem – die Linken. Ralf Jäkel stimmte dem FDP-Antrag zu; Brigitte Oldenburg, deren Zeit als Stadtverordnete Anfang März endet, enthielt sich zwar, verstieg sich jedoch zu ungewöhnlichen Äußerungen. Es sei „natürlich verführerisch, in Fortsetzung der anderen barocken Häuser in der Yorckstraße auch die Alte Post wiederzuerrichten“, sagte sie. Auch Steffen Pfrogner, sachkundiger Einwohner für die Linken, nannte den Aufbau der Alten Post „legitim, weil niemand mit dem Workshop-Ergebnis glücklich war“.

Auch SPD und Grüne sahen das so. Das Workshop-Ergebnis sei eine Variante gewesen, die mit dem Architekten verhandelt wurde, sagte der SPD-Stadtverordnete Harald Kümmel. „Wirklich toll“, habe den geätzten Unger niemand gefunden. Saskia Hüneke (Bündnisgrüne) strahlte ob des Votums über das ganze Gesicht. Ungers Alte Post sei „städtebaulich ganz außerordentlich“ gewesen. Dann sorgte Hüneke ihrerseits für eine verkehrte Welt, als die Historienverfechterin eine Lanze für die Moderne brach. „Wir müssen aufpassen, dass auch die Moderne eine Chance in der Mitte hat“, sagte Hüneke. Es müsse dafür gesorgt werden, dass für die Gebäude zwischen den einzelnen Leitfassaden „weniger starke Fesseln“ angelegt würden.

Bei der Pro Potsdam löste die Entscheidung des Bauausschusses gestern Verwunderung aus. Der Schürmann-Entwurf sei das gemeinsame Ergebnis eines Workshops, der „auf besonderen Wunsch und unter maßgeblicher Beteiligung des Bauausschusses durchgeführt wurde“, sagte Unternehmenssprecherin Kirstin Gebauer auf PNN-Nachfrage. 1,1 Millionen Euro seien bereits in das Projekt investiert worden – für Planung, Baufeldfreimachung und Workshop. Aufträge an Baufirmen seien aber noch nicht ergangen, sagte Gebauer. Der potenzielle Käufer müsse die investierten Kosten bezahlen, sagte Jakobs.

http://www.pnn.de/potsdam/378011/

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http://www.mitteschoen.de/files/alte-potst01.jpg
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Eigentlich sollte erst dies hier gebaut werden...eigentlich nicht so schlecht für einen Neubau:

http://admin.telvi.de/UserFiles/Image/potsdamtv/videoscreenshots/6e4c38b6d8cb34ccd8643fa390effa17.jpg
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Kampflamm
February 24th, 2011, 06:02 PM
http://www.pnn.de/content/images/fast/61/thumbnails/heprodimagesfotos93120110201_franzkirche01.jpg.3408183.jpg
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Neubau des „Holländerviertelchens“

Genossenschaft PWG will auf dem ehemaligen Hubschrauberlandeplatz an der Französischen Kirche drei Knobelsdorff-Häuser wiedererrichten

Potsdams historische Mitte gewinnt auch abseits des Alten Marktes Gestalt. Neben der Französischen Kirche sollen drei Häuser im holländischen Stil wiedererrichtet werden, die 1988 für den Hubschrauberlandeplatz des damaligen Bezirkskrankenhauses, heute Bergmann-Klinikum, abgerissen wurden.

Das rund 2800 Quadratmeter große Grundstück wolle die Stadt als Eigentümerin voraussichtlich im zweiten Quartal dieses Jahres ausschreiben, sagte Rathaussprecher Stefan Schulz auf PNN-Anfrage. Ein Bewerber steht schon in den Startlöchern. Die Potsdamer Wohnungsgenossenschaft 1956 (PWG) will das Projekt als Wohnanlage für Senioren verwirklichen, die dort selbstbestimmt in eigenen Apartments und zugleich in einer Art Wohngemeinschaft leben können. Geplant seien etwa 30 Wohnungen, sagte PWG-Vorstand Wolfram Gay den PNN. Entstehen soll zudem ein Gemeinschaftssaal, der auch für Veranstaltungen und Feiern gemietet werden kann, so Gay. Die französisch-reformierte Gemeinde habe ebenfalls Interesse an einer Nutzung des Raums signalisiert, mit dem Bergmann-Klinikum würden Gespräche über medizinische Angebote in dem Quartier geführt. Drei bis vier Millionen Euro will die PWG in das Vorhaben investieren.

Die Wiederherstellung der einstigen Karreestruktur ist Bestandteil der Ausschreibung. Die strengsten Kriterien gelten dabei für die zwei Häuser im holländischen Stil in der Charlottenstraße (siehe Foto). Straßenfront und Giebel müssen originalgetreu „in naturrotem Sichtziegelmauerwerk“ rekonstruiert werden. Zwischen den Häusern befand sich ein zweigeschossiger Verbinder mit Flachdach, dessen Wiedererrichtung möglich, aber nicht zwingend vorgeschrieben ist. Da das dritte Holländerhaus nach Angaben der Stadt vor dem Abriss nicht umfassend dokumentiert wurde, sind die Vorgaben für den Wiederaufbau weniger streng. Den nördlichen Abschluss des Karrees bildete vor dem Krieg ein fünfgeschossiges Gründerzeithaus. Diese massive Bebauung soll nicht wiederkehren. Erlaubt sind drei Geschosse und ein Flachdach. Eine moderne Fassade ist möglich, sie soll aber Bezug zu den Holländerhäusern nehmen. Schließlich ist auf der Klinikum-Seite des Quartiers noch der Bau eines modernen, eingeschossigen Gebäudes möglich.

Mit ihrem Konzept erfüllt die PWG zielgenau die Nutzungsvorgaben der Stadt. „Mehrgenerationenwohnen oder Seniorenwohnen“ seien „erwünscht“, soziale, kulturelle, sportliche und gesundheitliche Angebote erlaubt. Der Bauherr muss seinen Entwurf dem Gestaltungsrat zur Begutachtung vorlegen. Sollte die PWG den Zuschlag erhalten, könne zur Jahreswende 2011/12 Baubeginn sein, 2013 sei dann mit der Fertigstellung zu rechnen, sagte Gay. Laut dem Architekten Herbert Knopf sind auf einem Potsdamer Bauhof Originalteile der Häuser eingelagert worden, die beim Wiederaufbau Verwendung finden sollen.

Mit der Bewerbung um das Grundstück des ehemaligen Hubschrauberlandeplatzes verstärkt die PWG einmal mehr ihr Engagement in der Innenstadt. Als letztes großes Neubauvorhaben in der City hatte die Genossenschaft vor fünf Jahren das Französische Quartier im Karree zwischen Französischer Straße, Am Kanal, Platz der Einheit und Charlottenstraße fertiggestellt. Sie bewirbt sich außerdem um den Wiederaufbau des „Acht-Ecken-Hauses“ in der Friedrich-Ebert-Straße / Ecke Schwertfegerstraße und um drei Parzellen in der Brauerstraße an der Alten Fahrt, neben dem Grundstück des Palastes Barberini.

http://www.pnn.de/potsdam/370430/

miau
February 26th, 2011, 11:29 AM
Im Prinzip sind beides gute Nachrichten, aber bei der Alten Post ist der Vorgang schon ein wenig merkwürdig, nach der Genehmigung für eine anderes Gebäude Einspruch einzulegen und die Pläne umzuändern.

Dakir@DD
February 27th, 2011, 12:22 PM
Beide Projekte sind toll :applause:

Schön für Potsdam, dass wahrscheinlich die ganze Stadt hinter Reko's steht und mit Herrn Jauch sogar ein A-Promi. Bei uns in Dresden ist jede Reko ein harter und nerviger Kampf.

Kampflamm
February 28th, 2011, 07:57 PM
Man kann auf das erreichte in DD schon sehr stolz sein. In Potsdam steht ja noch nichts und bis zum Bau wird es sicherlich noch ein harter Kampf um jede Reko werden.

Auch ein gutes Projekt: http://garnisonkirche-potsdam.org/

Die Spitze zuerst

Kopie der Wetterfahne der Garnisonkirche wird noch dieses Jahr errichtet / Spendenbriefmarke gedruckt (17.01.11)

Innenstadt – Eine Kopie der riesigen Wetterfahne, die einst auf der Spitze der Garnisonkirche stand, will die Fördergesellschaft noch dieses Jahr weithin sichtbar an der Breiten Straße errichten. Das teilte Vereinsvorsitzender Johann-Peter Bauer am Samstag auf einem Neujahrsempfang im Gebäude der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam mit. „Im Laufe der nächsten 14 Tage findet die Ausschreibung statt“, sagte er. Die Kosten für das symbolträchtige Kunstwerk belaufen sich laut Bauer auf 140 000 Euro, 14 000 Euro seien aus Spenden zu seinem 70. Geburtstag zusammen gekommen. Aus weiteren Spenden sowie dem Erbe von Johanna Helene Hofmann werde der „Rest“ bestritten. Die im vergangenen Jahr Verstorbene hatte der Fördergesellschaft als Alleinerbin 700 000 Euro vermacht.

Um die Wetterfahne gab es wegen der vermeintlichen Insignien Preußens in der Vergangenheit heftige Kontroversen. Zeitweise war sogar der Plan entstanden, als Versöhnungssymbol das Nagelkreuz von Coventry auf die Spitze des wieder aufgebauten Turms zu setzen. Dieser Plan ist vom Tisch. Bauer erklärte am Samstag, dass die Spitze vollständig originalgetreu hergestellt werde. „Das Nagelkreuz wird vor der Kirche stehen“, sagte er.

Bei der so genannten Wetterfahne handelt es sich um eine 1,2 Tonnen schwere Konstruktion auf dem 88 Meter hohen Kirchenturm. Über einer vergoldeten Krone mit Reichsapfel und Kreuz ist eine zehn Meter hohe Stange befestigt. Diese trägt die Wetterfahne mit einer vergoldeten Sonne als Abschluss. Die Sonne mit ihrem Durchmesser von 2,5 Metern leuchtete einst weithin über der Stadt. Eine über fünf Meter lange Querstange trägt an ihren Enden einen kupfernen Adler und den königlichen Namenszug „FWR“. Der Überlieferung zufolge musste extra eine Kanonenkugel angebracht werden, um das Ganze im Gleichgewicht zu halten.

Bauer zog eine positive Bilanz seines nunmehr fünfjährigen Vorsitzes in der Fördergesellschaft: „Es ist uns gelungen eine Stiftung ins Leben zu rufen und die Planungsaufträge für den Wiederaufbau des Turmes zu vergeben.“ Die Spendenbereitschaft wachse. Nach Schätzung der Fördergesellschaft würde der Wiederaufbau der Kirche derzeit 80 Millionen Euro kosten, der Turm etwa die Hälfte. Bisher verfügen Stiftung und Fördergesellschaft über drei Millionen Euro. Auf dem Neujahrsempfang gab Bauer bekannt, dass das Evangelische Bundesamt für die Bundeswehr jetzt der Garnisonkirchenstiftung angehöre.

Mit viel Beifall bedachten die reichlich hundert Anwesenden den Potsdamer Kaufmann Siegfried Grube. Der ehemalige Betreiber von Rewe im Markt-Center hat den Druck einer von der Post zugelassenen Briefmarke mit dem Motiv der Garnisonkirche initiiert Der Erlös kommt dem Wiederaufbau zugute. Bei den Briefmarken handelt es sich um insgesamt nur 200 Stück zum Nennwert von 45 und 55 Cent. „Es ist ein Sammlerstück, welches wohl bald das Vielfache wert sein dürfte“, meint Grube. Die Marken gibt es unter anderem in der neuen Ausstellung über den Wiederaufbau der Garnisonkirche, die am 23. Juni dieses Jahres an der Breiten Straße öffnet. Wie berichtet, ist diese in einem neu zu errichtenden Gebäude neben dem Portal des Langen Stalls vorgesehen.

http://www.pnn.de/potsdam/365802/

Die Wetterfahne:

http://www.abload.de/img/wetterfahne8z7n.jpg
http://www.garnisonkirche-potsdam.de/wp-content/uploads/pdf/2010_spitze03.pdf

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/09/Bundesarchiv_Bild_170-116%2C_Potsdam%2C_Garnisonkirche_von_der_Breiten_Br%C3%BCcke.jpg
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_170-116,_Potsdam,_Garnisonkirche_von_der_Breiten_Br%C3%BCcke.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/93/Bundesarchiv_Bild_170-119%2C_Potsdam%2C_Denkmal_Friedrich_der_Gro%C3%9Fe_mit_Garnisonkirche.jpg
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_170-119,_Potsdam,_Denkmal_Friedrich_der_Gro%C3%9Fe_mit_Garnisonkirche.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/58/Bundesarchiv_Bild_170-134%2C_Potsdam%2C_Garnisionkirche.jpg
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_170-134,_Potsdam,_Garnisionkirche.jpg

Nach dem Krieg:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/48/Bundesarchiv_Bild_170-410%2C_Potsdam%2C_Garnisonkirche.jpg
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_170-410,_Potsdam,_Garnisonkirche.jpg

1966:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/55/Garnisonkirche1966potsdam-2.PNG/777px-Garnisonkirche1966potsdam-2.PNG
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Garnisonkirche1966potsdam-2.PNG&filetimestamp=20090609145027

Blick vom zerstörten Schloss zur Kirche:

http://farm5.static.flickr.com/4007/4219330946_160e0349d9_b.jpg
http://www.flickr.com/photos/lautenschlag/4219330946/

leguan
March 14th, 2011, 02:51 AM
Mich würde interessieren, welchen Zeitplan es für die nächste Wiederaufbauphase des Stadtkanals gibt. Sind momentan eigentlich Arbeiten im Gange oder zumindest Vorbereitungen?
Beim Vergleich zwischen dem historischen und Planungsbild der Hauptpost ist mir die abgeänderte Brücke über den Kanal aufgefallen. Warum wird denn bei der Rekonstruktion die Brücke kein Metallgeländer erhalten, was viel eleganter wirken würde als die Sandstein(?)-Fassade? (Obwohl sie ja auch nicht schlecht ist)

buergm
June 26th, 2011, 03:59 PM
Potsdam kann in diesen Tagen eure Hilfe gebrauchen. Und zwar hat das örtliche Bauamt eine Bauvoranfrage positiv entschieden, in der der Abriss eines Hauses der frühen Moderne abgerissen werden soll, weil der Eigentümer das Grundstück so zu einem höheren Preis verkaufen könnte. Im Vorraus muss man sagen, das dieses Gebäude in den Achtziger Jahren wegen Baufälligkeit abgetragen werden musste, es allerdings an gleicher Stelle wieder detailgetreu rekonstruiert wurde. Daher gibt es hier leider keinen Denkmalschutz auf diesem Gebäude.

Es gibt eine Petition, die dem städtischen bauausschuss bald überreicht werden soll:

Inhalt:

RETTET HAUS DIETZ!

Nach dem Verkauf des Hauses Dietz und der Neubauplanung für das Grundstück an der Potsdamer Kurfürstenstraße droht nun endgültig der Abriss dieses architektur- und zeithistorisch wichtigen Gebäudes, das 1928 vom bedeutenden Potsdamer Architekten Heinrich Laurenz Dietz im Stil des Bauhauses für seine Familie errichtet wurde.

Weitere Informationen zu Haus Dietz erhalten Sie hier:

http://www.potsdam-wiki.de/index.php/Haus_Dietz

Mit Ihrer Unterschrift wenden Sie sich gegen den Abriss des Hauses. Der Förderverein des Potsdam-Museums und der Verein Architrav werden die Unterschriften dem städtischen Bauausschuss übergeben. Vielen Dank!

Förderverein des Potsdam-Museums e.V. www.fvpm.de (http://www.fvpm.de/)

Verein ArchitraV e.V.: www.architrav-potsdam.de (http://www.architrav-potsdam.de/)

Link (http://www.petitionen24.com/rettet_haus_dietz) zur Petition
Bitte darauf achten, das ihr nach der Unterschrift eine Bestätigungs-E-Mail bekommt ( keine Anmeldung notwendig)

Die Potsdamer freuen sich über Eure Hilfe!!

Hier nochmal ein Bild des Gebäudes:

http://www.potsdam-wiki.de/images/Haus_Dietz_Kurf%C3%BCrstenstr._24-25.jpg
Quelle: Potsdam Wiki

Kampflamm
August 27th, 2011, 12:51 PM
Kapelle für 162 Leute

Die ersten Baupläne für die Garnisonkirche in Potsdam wurden am Mittwoch vorgestellt. Daraus geht hervor, dass das Erdgeschoss im Inneren nicht original entstehen wird.

http://static.pnn.de/fm/61/thumbnails/Garnisonkirche_2508.JPG.4912379.JPG

Innenstadt - Jetzt steht fest, wie viel der Aufbau des Turmes der Garnisonkirche kostet: Genau 38 Millionen und 610 000 Euro. Fördergemeinschaft und Stiftung der Garnisonkirche präsentierten gestern die vom Architekturbüro Hilmer & Sattler und Albrecht erarbeiteten Vorentwurfspläne für den Wiederaufbau des 1968 gesprengten Kirchenturmes.

„Soweit waren wir noch nie“, erklärte Stiftungsgeschäftsführer Peter Leinemann. „Die historische Erscheinung soll maximal erhalten bleiben“, erläuterte Architekt Christoph Sattler. Es würden dieselben Materialien verwendet wie zur Zeit der Errichtung der Barockkirche von 1730 bis 1735. So werde der Turm aus Ziegelsteinen wieder aufgemauert. Als ein „neues Element“ werde laut Sattler das Erdgeschoss im Inneren gegenüber dem Original verändert: „Den massiven Sockelbereich werden wir nicht rekonstruieren.“ Stattdessen soll eine Kapelle „neu inszeniert“ werden, die Platz bietet für bis zu 162 Personen. Wie Kuratoriumsvorsitzende der Garnisonkirchenstiftung, Bischof Wolfgang Huber, im Interview mit Potsdam TV erläuterte, hätte Architekt Johann Philipp Gerlach (1679-1748) „diesen Raum auch gerne gehabt“; jedoch hätten die Erfordernisse der Statik in jener Zeit die Errichtung meterdicker Mauern erfordert. „Gerlach war sich nicht sicher, ob der Turm sonst den Stürmen standhalten würde“, sagte Johann-Peter Bauer, Vorsitzender der Fördergesellschaft. Nun seien derart dicke Mauern nicht mehr nötig. Wie Sattler erklärte, werden die historischen Fundamente zwar erhalten, der Turm jedoch auf Betonpfählen gegründet. Die Zwischendecken sollen aus Stahlbeton sein.

Die Kapelle werde Sattler zufolge „eine neue Architektursprache haben ohne einen Bruch zum Barock zu schaffen“. Huber betonte, der „neue Raum ist ein Gewinn“. Dieser schaffe eine Nutzungsmöglichkeit für die Garnisonkirche. Es könne kein 89 Meter hohes Gebäude ohne Nutzung errichtet werden. Die Nutzung beschreibt Huber mit den Stichworten „beten, erinnern, bilden und sehen“. Der Saal im Erdgeschoss soll nicht nur Kapelle sein, sondern auch Ort der Erinnerung an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus und den Widerstand in der DDR. Dabei könne nicht von Mehrfach-Nutzung gesprochen werden. Huber: „Jeder Gottesdienst ist auch ein Gedenken.“ Das Erinnern beginne, „wenn man das Gebäude betritt“.

Huber ging auch auf Wünsche von Potsdamer Bürgern auf Wiederherstellung der Kapelle ein, wie sie zu DDR-Zeiten in der Turm-Ruine eingerichtet war. Dabei habe es sich lediglich um einen bestuhlten Kreuzgang gehandelt, die Gottesdienst-Besucher hätten sich daher wechselseitig nicht sehen können. Die Kapelle habe „ein starkes Argument“ sein sollen gegen den Frevel des Turmabrisses. Als Referenz an diese Zeit soll Huber zufolge dieser Kreuzgang am Fußboden der neuen, großen Kapelle erkennbar sein, „als bleibendes Zeichen für die Nutzung zu DDR-Zeiten“.

Weitere vorgestellte Details: Über der Kapelle entsteht ein Ausstellungsraum, ein Fahrstuhl führt zu einer Aussichtsplattform, die auch von Rollstuhlfahrern besucht werden kann, in weiteren Turmetagen entstehen „Bildungsorte“, wie Huber sagte. Die nun vorgestellte Vorplanung ist Basis für die weitere Einzelplanung. Im Zuge dessen soll geklärt werden können, ob schon mit dem ersten Turmabschnitt begonnen werden kann, ohne dass die komplette Bausumme „bereits auf dem Konto ist“, sagte Huber. Ziel bleibe die Fertigstellung des Turmes bis 2017. Die Bauzeit wird mit drei bis vier Jahren veranschlagt.

http://www.pnn.de/potsdam/570360/

Moderne Kapelle:

http://static.pnn.de/fm/61/thumbnails/heprodimagesfotos93120110825garnisonkirche01.jpg.4912363.jpg

Kampflamm
October 28th, 2011, 06:01 PM
Quartier Barberini:

http://static.pnn.de/fm/61/thumbnails/ModellPotsdam1.jpg.4970041.jpg

http://static.pnn.de/fm/61/thumbnails/Barberini2.jpg.4970081.jpg

http://static.pnn.de/fm/61/thumbnails/Mitte_Barberini_alter%20Markt.JPG.4970672.JPG

http://static.pnn.de/fm/61/thumbnails/Mitte_Barberini.JPG.4970685.JPG

http://static.pnn.de/fm/61/thumbnails/Mitte_Humboldtstra%C3%9Fe3.JPG.4970684.JPG

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http://static.pnn.de/fm/61/thumbnails/ModellPotsdam.jpg.4970038.jpg

Quelle: http://www.pnn.de/mediathek/589561/1/

erbse
October 28th, 2011, 06:38 PM
:drool::applause:


Die Lösung ist ja geradezu perfekt geraten. Es fehlt natürlich der gründerzeitliche Pomp des alten Palast-Hotels, aber eigentlich passt diese preußisch-dezente Eleganz auch besser. Damit wird die Ecke wieder richtig urban. Welch Herrlichkeit! Jauchzet, frohlocket!

Honk
October 28th, 2011, 06:42 PM
Sehr hübsch, aber das sind doch mehrere verschiedene Projekte, oder?

Mittlerweile ist Potsdam echt teuer geworden. Wenn ich mich an die bröckelnden Fassaden noch vor fünfzehn Jahren erinnere.

erbse
October 28th, 2011, 06:46 PM
Meines Wissens sollte das Quartier Barberini als Gesamtprojekt von einem Investor hochgezogen werden.

Der Ersatzbau für das Palast-Hotel (1. von den v. Kampflamm eingestellten Visualisierungen) wird demnach "Haus der Medizin" getauft. Stammt der Entwurf auch von Franco Stella? Geht aus dem Artikel nicht recht hervor.

Honk
October 28th, 2011, 06:46 PM
@Kampflamm (was für ein affengeiler Name): Hier ist noch der dazugehörige Artikel.

Potsdams Mitte ist vergeben (http://www.pnn.de/potsdam/589534/)

Privatinvestoren bauen wichtigen Teil der Potsdamer Mitte um das Landtagsschloss wieder auf. Potsdam gewinnt damit einen weiteren Teil ihrer historischen Mitte zurück. Neben dem Alten Rathaus werden voraussichtlich bis 2015 mehrere derzeit brach liegende Grundstücke wieder bebaut.


Potsdam - Bis 2015 wird die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam einen wesentlichen Teil ihrer historischen Mitte zurückerhalten. Private Investoren werden neben Stadtschloss und Rathaus mehrere brach liegende Grundstücke wieder bebauen. Die Stadt habe nach dreijähriger Vorarbeit das Bieterverfahren zur Investorensuche abgeschlossen, sagte der Geschäftsführer des Sanierungsträgers, Erich Jesse, am Dienstag. Vorbehaltlich der
Zustimmung der Stadtverordneten könnten in Kürze die Verträge unterzeichnet werden.

Auf dem 12 000 Quadratmeter großen Areal zwischen Alte Fahrt und früherer Humboldtstraße sowie an der Schwertfegerstraße werden insgesamt acht Projekte realisiert. Die Stadt hatte im Jahr 2010 ein Leitbautenkonzept für das Gebiet beschlossen. Das Konzept sieht als Leitprojekt den Wiederaufbau des Palais Barberini vor. Das 1772 unter Friedrich II. errichtete Bürgerhaus wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Außerdem müssen die Neubauten auf den benachbarten Flächen des ehemaligen Palazzo Pompei und des früheren Palazzo Chiericati mit historischen Fassaden errichtet werden.

Investoren und Architekten haben nach Ansicht des Potsdamer Baubeigeordneten Matthias Klipp eine sehr gute Mischung aus Historie und Moderne gefunden. Es lägen überzeugende Entwürfe zur Gestaltung der Potsdamer Mitte vor. Mit dem Bieterverfahren ende ein sehr langer Prozess. Schon 1990 habe die Stadtverordnetenversammlung die Wiederherstellung der im Zweiten Weltkrieg stark zerstörten Potsdamer Mitte beschlossen.

Das Bieterverfahren betreute Architektur-Professor Urs Kohlbrenner. Nach seinen Angaben entstehen in der ehemaligen Brauerstraße drei Gebäude mit ganz moderner Architektur. Daran schließe sich mit dem Palais Barberini ein historisches Gebäude an. Dann folgten Bauten mit „gemäßigter Moderne“, die den Anschluss zum Stadtschloss herstellen würden.

Das Stadtschloss wird derzeit als Brandenburger Parlament wieder aufgebaut. Im November wird Richtfest für das mehr als 120 Millionen Euro teure Vorhaben gefeiert. Kohlbrenner sagte, der Landtag sei das „wichtigste“, das künftige Hotel Barberini das „protzigste“ Haus. Dazwischen entstünden Gebäude mit vermittelnden Formen.

Das Hotel Barberini will eine bekannte Potsdamer Unternehmerin bauen lassen. Gertrud Schmack betreibt seit Jahren Potsdams bislang einziges Fünf-Sterne-Hotel. Ob sie auch das Hotel Barberini selbst betreiben wird, ließ sie noch offen. Das Investitionsvolumen für das Gebäude wird sich nach Angaben ihrer Architekten Urs Ganter und Christopher Kühn auf rund 25 Millionen Euro belaufen. Geplant sind 80 Zimmer und Suiten.

Auf dem gesamten Areal entlang der Alten Fahrt werden nach Angaben von Jesse rund 60 bis 70 Millionen Euro investiert, für die Wiedergewinnung der gesamten Potsdamer Mitte - einschließlich des neuen Landtages - sind es sogar 250 Millionen Euro. Die Stadt hat für die Grundstücke gerade so viel Geld eingenommen, dass sie die Erschließung des Gebiets finanzieren kann. Jesse sagte, nicht immer habe der Höchstbietende den Zuschlag erhalten. In einigen Fällen habe das Konzept den Ausschlag gegeben. Insgesamt werde ein lebendiges Stadtquartier mit Wohnungen, Einzelhandel, Gastronomie, Büros und dem Hotel Barberini entstehen.

Honk
October 28th, 2011, 06:51 PM
Zu den Architekten äußert man sich hier, siehe markierten Text. So ganz reibungslos geht die Sache anscheinend nicht.

Lob und Tadel für die Pläne zur Alten Fahrt (http://www.pnn.de/potsdam/589534/)

Dreifache Vergabe an Kondor Wessels kritisiert Jesse: Genossenschaftsangebot „nicht auswählbar“

Innenstadt - Zwar gilt die Neubebauung der Alten Fahrt gemäß Leitbautenkonzept auch den meisten Bauausschussmitgliedern als großer Wurf – Kritik setzte es im Ausschuss am Dienstagabend dennoch. Eine „solide Langeweile“ verströme, was der Ex-Sanierungsträgerchef und derzeitige Geschäftsführer der zur Pro Potsdam gehörenden Polo GmbH, Erich Jesse, sowie der Baubeigeordnete Matthias Klipp (Bündnisgrüne) da etwa für die Humboldtstraße 1/2 vorlegen, erklärte Klipps Parteikollegin Saskia Hüneke. Jesse und Klipp hatten die Sieger im Bieterverfahren bereits am Dienstagvormittag den Medien präsentiert (PNN berichteten). Hüneke habe da „ein großes Wort gelassen ausgesprochen“, entgegnete der Ausschussvorsitzende Rolf Kutzmutz (Die Linke) auf Hünekes Äußerung und bat um eine „maßvolle Beurteilung“.

Saskia Hüneke, für die es „eine Menge gibt, wo wir ein frohes Häkchen ranmachen können“, kritisierte, dass die Häuser der Humboldtstraße 1,2 und 3 an einen Investor vergeben werden, an die Kondor Wessels Holding GmbH. Das sei nicht die kleinteilige Vergabe, die Klipp gepriesen habe. Dabei steht der Zuschlag für die Humboldtstraße 1/2 unter besonderem Augenmerk, da sich für das Ärztehaus auch eine Baugemeinschaft bewarb, die nun Ungereimtheiten kritisierte (PNN berichteten). Die Bietergemeinschaft Ärztehaus am Stadtschloss Potsdam GmbH hatte eigenen Angaben zufolge für ihren Architekturentwurf die höchste Punktzahl erhalten und beim Kaufpreis nur wenig unter anderen Angeboten gelegen.

Der Gestaltungsrat, erst spät hinzugezogen, habe „sich stark an ästhetischen Gesichtspunkten orientiert“, entgegnete Jesse. Dennoch: „Dieser Bieter wäre bei allen Kriterien Dritter gewesen.“ Und: „Die hätten nie Erster werden können.“ Und weiter: „Wir nehmen nicht die, die den meisten Wind machen“, sagte Jesse.

Klipp erklärte, mit der Vergabe an Kondor Wessels verhalte sich die Stadt „konform zu den Beschlüssen“. Die architektonische Vielfalt werde dadurch gewahrt, dass der Investor verschiedene Architekten beschäftigt, das Büro Hilmer & Sattler und Albrecht für die Humboldtstraße 1/2 und Bernd Redlich für die Nr. 3.

Jesse, der „knurrig“ war, weil er zeitweilig die städtische Antikorruptionsbeauftragte im Hause hatte, beantworte die Frage Steffen Pfrogners (Linke), warum die Genossenschaften nicht zum Zuge kamen: Diese „waren weder von der Architektur noch vom Kaufpreis her auswählbar“.

Sven Brödno (Die Andere) zufolge werde die Mitte „durchgentrifiziert“, die Alte Fahrt werde „zur Spielwiese für die gehobene Klasse“. Jesse entgegnete, dass die Einnahmen für den Verkauf der Flächen zur Herrichtung des öffentlichen Raums in der Mitte dienten. Jesse: „Ich kann nicht sehen, dass die Uferpromenade an der Alten Fahrt nur für die Reichen ist.“ Zur Gestaltung der Uferzone kündigte Jesse einen Wettbewerb an. Das Schlusswort des Abends sprach Wolfhard Kirsch (Bürgerbündnis): Wenn nur 85 Prozent der Pläne verwirklicht werden, „zeigen wir Dresden, was eine Harke ist“. Damit bezog sich Kirsch auf die umstrittene Rekonstruktion des Dresdner Neumarktes.

Beim Stadtforum Potsdam werden die Pläne für die Alte Fahrt heute ab 19 im Treffpunkt Freizeit, Am Neuen Garten 64, vorgestellt.

erbse
October 28th, 2011, 06:54 PM
Danke dafür. Welche Anschrift hat das "Haus der Medizin" bzw. das ehem. Palast-Hotel dann?

Honk
October 28th, 2011, 07:06 PM
Gute Frage. Es stand direkt gegenüber des Palastes, soweit ich weiß. Die alte Strassenführung wurde zu DDR-Zeiten geändert.

Wenn ich nach der Addresse für das Hotel google, bekomme ich Humboldtstrasse 1. (http://www.potsdam-wiki.de/index.php/Palast-Hotel)

Auf der Seite gibt es auch ein Bild davon.
http://www.potsdam-wiki.de/thumb.php?f=Palasthotel%2C_1924.jpg&width=800
Quelle: http://www.potsdam-wiki.de/thumb.php?f=Palasthotel%2C_1924.jpg&width=800

Honk
October 29th, 2011, 12:23 PM
Die Verlierer des Auswahlverfahren zur obigen Planung melden sich kritisch zu Wort. Es geht in allererster Linie um Unstimmigkeiten während der Vergabe der Planung. Kritisiert wird jedoch auch die Einfallslosigkeit der rückwärtigen Fassaden.


„Besseres haben wir nicht zu bieten“ (http://www.pnn.de/potsdam/590772/)

Beim Stadtforum zur Bebauung der Alten Fahrt meldeten sich Verlierer des Auswahlverfahrens kritisch zu Wort

Aufbegehren der Verlierer: Der Potsdamer Arzt Stefan Dörfer hat das „Stadtforum“ am Donnerstagabend im Treffpunkt Freizeit zu einer Fundamentalkritik am Bieterverfahren für die Alte Fahrt genutzt. Dörfer ist der Sprecher einer Gruppe von 20 Ärzten, die in der Humboldtstraße1/2 – wo einst das Palasthotel stand – ein Ärztehaus errichten wollten. Im Bieterverfahren erhielt jedoch die niederländische Baufirma Kondor Wessels den Zuschlag.

Dörfer macht nun geltend, dass sein nachgereichter, zweiter Architekturvorschlag im Expertengremium Gestaltungsrat die höchste Punktzahl erhalten habe. Beim Kaufpreis läge das Ärzte-Angebot nur 17 Prozent unter dem von Kondor Wessel gebotenen Grundstückskaufpreis. Dörfer: „550 Euro pro Quadratmeter haben wir geboten. Das ist verdammt viel.“ Der Siegerentwurf von Kondor Wessels habe ein Staffelgeschoss und Tiefgaragen-Einfahrten; ihm jedoch sei von Jury-Mitglied Urs Kohlbrenner noch geraten worden, das Ärzte-Angebot sollte diese Merkmale besser nicht aufweisen.

Dörfer zieht in Zweifel, dass unter der Ägide von Kondor Wessels wie von der Firma konzipiert ein Ärztehaus an der Alten Fahrt entstehen werde. „Von uns zieht da keiner ein“, proklamierte Dörfer. Er habe Briefe an die Stadtverordneten geschickt, in denen er 30 000 Patienten in die Waagschale wirft, die von den 20 Ärzten behandelt würden. Dörfer droht gleichsam mit dem Wegzug der 20 Ärzte aus Potsdam.

„Sie missbrauchen die Veranstaltung, um doch noch nach vorn zu kommen“, entgegnete der Baubeigeordnete Matthias Klipp (Bündnisgrüne): „Das wird nicht gelingen.“ Der Verfahrensverantwortliche Rainer Emenlauer erklärte dem Arzt, dessen Angebot auf Platz drei landete – nach PNN-Informationen hinter dem Gebot der Firma Semmelhaack – , dass „ihr Kaufpreisangebot null Punkte bekommen hat“. Diese Handhabung im Verfahren, wonach beim Kaufpreis nur die beiden Höchstbieter weiterkommen, „stand von Anfang an in der Ausschreibung“, sagte Emenlauer. Zudem: Gefordert sei lediglich eine „Mischnutzung“. Ob Kondor Wessels ein Ärztehaus entstehen lasse, „ist die Entscheidung des Bestbieters“.

Dem unausgesprochen im Raum stehenden Verdacht einer Vergabemanipulation trat Klipp mit dem Hinweis entgegen, die unabhängige Ombudsfrau der Stadt für Korruptionsverdachtsfälle Elke Schaefer habe „das Verfahren geprüft und keine Anhaltspunkte gefunden“. Klipp kündigte eine Prüfung seitens des Sanierungsträgers an, „ob der Tatbestand der üblen Nachrede besteht“. Dörfer sagte dazu gestern gegenüber den PNN: „Ich stelle nur kritische Fragen“ - etwa danach, warum die Auslober „nicht das beste Haus mit dem besten Konzept genommen haben“.

In der Veranstaltungspause kam es zu teils heftigen Diskussionen mit Dörfer, der den hochkarätigen Ärztehaus-Entwurf des Architekten Tobias Nöfer zum allgemeinen Vergleich an eine Tür gepinnt hatte. Dazu Urs Kohlbrenner: „Sie haben einen Entwurf abgeliefert, der mit dem Haus, das sie bauen wollen, nichts zu hat.“ Grund dieses Einwurfes: Grundriss und Fassade stimmten nicht überein. Kohlbrenner: „Sie haben kein stimmiges Konzept, Sie hätten eigentlich ausgeschlossen werden müssen.“

Im Eindruck dieser Auseinandersetzung ging in der Veranstaltung fast unter, dass das Gesamtkunstwerk Alte Fahrt durchaus Lob erfuhr – selbst von Mitteschön-Sprecherin Barbara Kuster, die etwa Franco Stellas Entwurf für die Brauerstraße 2 hervorhob. Freilich, an anderen Entwürfen, vorzugsweise an der Humboldtstraße 1/2 von Hillmer und Sattler & Albrecht, monierte sie „die Diktatur des rechten Winkels“ und „Eintönigkeit“. Mitteschön-Aktivist Arno Gorgels kündigte an, die Initiative werde den Beteiligten Vorschläge unterbreiten, „wo man es besser machen kann“. Das brachte den Baubeigeordneten auf, der sagte, es werde „kein Entwurfsseminar mit Mitteschön geben“. Klipp: „Etwas Besseres haben wir nicht zu bieten.“

Ludger Brands, Architektur-Professor an der Fachhochschule, wird indes „übel“, wenn er einige Gebäude-Rückseiten sieht, wo offensichtlich die vorn angelegte Leitbauten-„Zwangsjacke“ abgelegt wird, um „das 21. Jahrhundert plakativ zu machen“. Am Alten Markt verwendete Bauprinzipien müssten sich auch auf der Rückseite der Häuser wiederfinden. Abschließend mahnten Fachleute wie Inken Baller oder Christian Wendland hohe Normen der Qualitätssicherung beim Bau an.

Erschienen am 29.10.2011 auf Seite 14

Dr.Seltsam
October 29th, 2011, 01:00 PM
Das Quartier Barberini-Projekt gefällt mir verdammt gut! Hoffentlich wird es genau so umgesetzt!

Honk
October 29th, 2011, 01:39 PM
^^ Hoffentlich wird es besser. ;) Siehe die Kritik in Beitrag #17 ganz unten. Wie viel da dran ist, weiß ich nicht.

Bauer-Ewald
November 1st, 2011, 12:11 AM
RDOwfJU_YfQ
http://www.youtube.com/watch?v=RDOwfJU_YfQ&feature=related

http://www.abload.de/img/img_95898r0a.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=img_95898r0a.jpg)

http://www.abload.de/img/img_9590wr3r.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=img_9590wr3r.jpg)

http://www.abload.de/img/img_95928qh7.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=img_95928qh7.jpg)

http://www.abload.de/img/img_9594br8i.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=img_9594br8i.jpg)

http://www.abload.de/img/img_9596coyq.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=img_9596coyq.jpg)

http://www.abload.de/img/img_9599goie.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=img_9599goie.jpg)

http://www.abload.de/img/img_9600pp2s.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=img_9600pp2s.jpg)

http://www.abload.de/img/img_9601xonj.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=img_9601xonj.jpg)

http://www.abload.de/img/img_9603iqn1.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=img_9603iqn1.jpg)

Kampflamm
November 1st, 2011, 12:18 AM
Müsste mal den Sensor sauber machen.

erbse
November 1st, 2011, 12:53 AM
Danke für die Bilder Bauer. Woher genommen?


Kommt nun das verdammte Hotel-Hochhaus eigentlich weg? Das steht doch teilweise auf dem Baufeld des alten Palast-Hotels, oder?

Kampflamm
November 1st, 2011, 12:57 AM
Viel schlimmer ist dieses gelbe Teil neben der Nikolaikirche. Bleibt das dort stehen?

Bauer-Ewald
November 1st, 2011, 01:46 AM
Danke für die Bilder Bauer. Woher genommen?


alles selbst gemacht!
Es folgen noch weitere :cheers:

Bauer-Ewald
November 1st, 2011, 02:11 AM
das ist so schön:
http://www.abload.de/img/img_9656p26q.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=img_9656p26q.jpg)

http://www.abload.de/img/img_9629j49m.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=img_9629j49m.jpg)

http://www.abload.de/img/img_9627l3uq.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=img_9627l3uq.jpg)

http://www.abload.de/img/img_961644hb.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=img_961644hb.jpg)

http://www.abload.de/img/img_9612d6tc.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=img_9612d6tc.jpg)

erbse
November 1st, 2011, 11:37 AM
Topstens, danke Bauer! Kannst du die Bilder vom Schloss bitte dort mit reinstellen? http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=552007&page=3

Viel schlimmer ist dieses gelbe Teil neben der Nikolaikirche. Bleibt das dort stehen?
Das Gebäude der Hochschule kommt weg. Aber erst in einem Jahr ca., meine ich gelesen zu haben.

Honk
November 2nd, 2011, 10:19 AM
Eine weitere (mögliche) Rekonstruktion.

Neuer Investor fürs Brockessche Haus (http://www.pnn.de/potsdam/591542/)

Konkrete Hoffnung auf Rettung eines der letzten großen unsanierten Häuser in der Potsdamer Innenstadt: Die Asset Firmengruppe aus Bremen stellt Entwürfe von Nöfer im Gestaltungsrat vor.

http://static.pnn.de/fm/61/thumbnails/heprodimagesfotos93120111102brokscheshaus1.jpg.4975514.jpg
http://static.pnn.de/fm/61/thumbnails/heprodimagesfotos93120111102brokscheshaus1.jpg.4975514.jpg

Bürgerhaus mit Palastfassade: Das Brockessche Haus könnte bald ein repräsentatives Wohnhaus sein.

erbse
November 3rd, 2011, 07:33 AM
Warum Rekonstruktion? Fehlt denn ein Teil des Gebäudes? Geht es um Innenräume? Es ist ja auch nur von einer Sanierung die Rede.

Allerdings dachte ich, dass man da schon längst begonnen hätte. Gelesen habe ich von dem Vorhaben bereits vor 2 Jahren, denke ich.

Honk
November 3rd, 2011, 11:50 AM
Ja und nein. Das ist in meinem Beitrag nicht gut rübergekommen, steht aber im Artikel. ;)

Das Brockessche Haus bekommt tatsächlich 'nur' eine Sanierung. Vom südlich davon angrenzenden Langen Stall steht dagegen nur noch eine Fassade, siehe Bilder. Dieser soll rekonstruiert werden.

Das Südportal steht heute noch.

http://www.potsdam-wiki.de/images/Portal_des_Langen_Stalls%3B_2005.jpg
http://www.potsdam-wiki.de/images/Portal_des_Langen_Stalls%3B_2005.jpg

http://farm1.static.flickr.com/137/327855978_1d06254ff1_z.jpg?zz=1
http://farm1.static.flickr.com/137/327855978_1d06254ff1_z.jpg?zz=1



So sah es mal von der Seite aus:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/ef/Bundesarchiv_Bild_170-030%2C_Potsdam%2C_Lange_Piele_und_Langer_Stall.jpg
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/ef/Bundesarchiv_Bild_170-030%2C_Potsdam%2C_Lange_Piele_und_Langer_Stall.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/bb/Potsdam_Langer_Stall_Lageplan.jpg/738px-Potsdam_Langer_Stall_Lageplan.jpg
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/bb/Potsdam_Langer_Stall_Lageplan.jpg/738px-Potsdam_Langer_Stall_Lageplan.jpg

Kampflamm
November 12th, 2011, 01:19 PM
Zwei Entwürfe (meiner Meinung nach eigentlich relativ ansprechend) wurden von der Stadt abgelehnt.

Im Gestaltungsrat durchgefallen
Alles auf Anfang
Potsdam - Durchgefallen ist noch geprahlt: Zwei Bauherren und ihre Architekten haben gestern Abend mit hochrotem Kopf und hängenden Ohren den Potsdamer Gestaltungsrat verlassen. Beim Projekt Brockessches Haus und Langer Stall der Asset Firmengruppe mit Architekt Tobias Nöfer dürfte dies auch für Stadtplanungschef Andreas Goetzmann gelten, der sich gestern anstelle des abwesenden Baubeigeordneten Matthias Klipp (Bündnisgrüne) die Kritik der Gestaltungsratschefin Ulla Luther anhören musste: Zur Architektur des etwa 180 Meter messenden Langen Stalls sei dringend ein Architekturwettbewerb nötig. Ulla Luther: „Für so ein großes Grundstück müssen verschiedene Alternativen entwickelt werden.“ Die Präsentationen und Bewertungen im Einzelnen:

BROCKESSCHES PALAIS/LANGER STALL
Investor Ingo Damaschke aus Bremen, Inhaber der Asset Firmengruppe, betonte, er wolle Wohnungen schaffen, die auch vermarktet werden können. Dem Anspruch folgte Architekt Nöfer und setzte nicht nur links und rechts des Brockesschen Palais jeweils ein Anbau an, sondern verlieh dem Baudenkmal in der Yorckstraße auch zwei hofseitige Seitenflügel. Auf der Seite zur Plantage verbindet ein Häuschen – Nöfer: „ein städtebauliches Gelenk“ – den rechten Eckanbau mit dem künftigen Langen Stall. Zwar besitzt Asset bisher nur einen ersten Teil des Langen Stalls, da dieser jedoch einheitlich sein soll, plante Nöfer komplett bis zum noch erhaltenen Portal von Georg Christian Unger (1743-1799) durch. Beschreiben lässt sich Nöfers Entwurf für den Langen Stall am besten mit den Worten eines Gastes im Publikum, der sich an eine „Riviera-Bebauung“ erinnert fühlte. Nöfer plant vier Etagen, die stufenförmig abterrassiert werden. Als erstes stechen unzählige Sonnenschutzmarkisen ins Auge. Investor Damaschke erläuterte, er und Nöfer hätten sich streng an die Vorgaben des Baubeigeordneten Klipp gehalten. „Dann“, entgegnete Gestaltungsratsmitglied Christian Rapp, „müssen wir manche Vorgaben noch einmal durchkneten“. Er sehe in den Entwürfen „eine Kollage mehr oder weniger glücklicher Baustile“. Der Gelenkbaukörper sei „grisselig“ und „unglücklich“. Die beiden Anbauten rechts und links schwächen das Brockessche Palais, weil sie sich nicht genug absetzten von dem Unger-Bau, ergänzte Ulla Luther. Keine Gnade finden bei ihr auch die „gewaltigen, dominanten Dächer“, in die zwei Etagen integriert werden sollen. Ein Seitenhieb setzte die Ratschefin auch auf das offenbar enorm hohe Verwertungsinteresse Damaschkes: „Sie haben sich viel auf ihr Grundstück gepackt und den Freiraum bei anderen gelassen.“ In den Urteilen Rapps und Luthers kam zum Ausdruck, dass die Blockrandbebauung der Plantage sowie des Blockinnenbereichs grundsätzlich überdacht werden müsse. Ulla Luther setzt die Messlatte sehr hoch an: Das zu bebauende Areal sei „fast so groß wie die historische Mitte und fast so bedeutend“, daher auch die Forderung nach einem Wettbewerb. Nöfers Reaktion: Er finde seine Lösung für den Langen Stall „eine starke Idee“. „Wir müssen auf den Punkt kommen“, deutete Nöfer Zeitdruck an.
http://www.pnn.de/potsdam/594565/

"Nicht genug absetzen"...kann wohl nur heißen, dass dort irgendeine Kiste mit Glasfassade oder Barcode-Fenstern hinkommen muss. :|

Langer Stall:

http://static.pnn.de/fm/61/thumbnails/gestaltungsrat9.jpg.4984433.jpg

http://static.pnn.de/fm/61/thumbnails/gestaltungsrat5.jpg.4984476.jpg

Brockessches Haus:

http://static.pnn.de/fm/61/thumbnails/gestaltungsrat8.jpg.4984405.jpg

http://static.pnn.de/fm/61/thumbnails/gestaltungsrat10.jpg.4984428.jpg

Odoaker
November 12th, 2011, 01:26 PM
Schade

erbse
November 12th, 2011, 02:22 PM
^ Wenn dadurch noch überzeugendere (also konsequent-historisierende) Entwürfe entstehen, nicht unbedingt... Hoffentlich geht man nicht den umgekehrten Weg zu modernistischen Allerweltskisten.

Kampflamm
November 12th, 2011, 02:23 PM
Aber ob sowas kommt?

Die beiden Anbauten rechts und links schwächen das Brockessche Palais, weil sie sich nicht genug absetzten von dem Unger-Bau, ergänzte Ulla Luther.

Anscheinend will man etwas ganz anderes sehen...einen Kontrast, damit das Brockessche Haus zur Geltung kommt. :ohno:

Honk
December 11th, 2011, 09:54 PM
In Potsdam gibt es momentan Verwirrung um den "Staudenhof", einen siebengeschössigen DDR-Plattenbau nahe der Nikolaikirche, der nach dem Sanierungsplan für die Stadtmitte eigentlich einem kleinteiligem Karree weichen sollte um den historischen Stadtgrundriss wiederherzustellen. Nach Aussage des Baudezernenten Matthias Klipp (Grüne) und des städtischen Unternehmerbundes "Pro Potsdam" könnte der Bau jedoch erhalten bleiben. Als Grund hierfür werden die steigenden Mieten in Potsdam angeführt. Mittlerweile formiert sich der der Protest gegen diesen Vorschlag.

Hierzu einige Artikel aus der PNN:


Streit um Staudenhof-Wohnblock (http://www.pnn.de/potsdam/368826/)

Die Pro Potsdam hat in einem Artikel in ihrer Mieterzeitschrift den bereits beschlossenen Abriss des Wohnblocks am Staudenhof infrage gestellt und damit für Verärgerung im Rathaus gesorgt. In besagtem Artikel wird besorgten Mietern des kommunalen Wohn- und Bauverbunds erklärt, der Abriss sei „schon aus rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten gar nicht so ohne Weiteres möglich“, weil das Grundstück mit Bankkrediten belastet sei. Es stelle einen „erheblichen Vermögenswert dar, auf den die Pro Potsdam nicht verzichten kann“. Ohne „finanziellen Ersatz“ werde „niemand ernsthaft einen Abriss planen“. Doch „dafür wird niemand Geld haben“. Zudem seien alle 182 Wohnungen „dieser beliebten und bereits teilsanierten Anlage vermietet“, Ersatz könne es nur langfristig geben. Der Artikel endet mit der „für unsere Mieter ... beruhigenden Nachricht“: Einen Abriss plane die Pro Potsdam nicht.


Klipp rückt von Staudenhof-Abriss ab (http://www.pnn.de/potsdam/603825/)

Angesichts der steigenden Mieten in Potsdam und insbesondere dem Mangel an kleinenWohnungen, die es aber gerade im Staudenhof gebe, kündigte Klipp nun eine „Machbarkeitsstudie“ an, ob das Anfang der 1970er errichtete Haus doch erhalten werden könne.


Protest von Mitteschön gegen Klipps Wende (http://www.pnn.de/potsdam/604137/)

Für heftige Kritik hat die Ankündigung von Baudezernent Matthias Klipp (Bündnisgrüne) gesorgt, den Siebengeschosser am Staudenhof womöglich doch nicht abzureißen. Dies würde das beschlossene und hochgelobte Leitbautenkonzept zerstören, erklärten Vertreter der Bürgerinitiative Mitteschön, die sich für eine historische Innenstadt engagiert. „Gemeinsam getroffene Entscheidungen werden hier ohne Rücksicht auf die mühsam durch die Bürgerschaft erkämpften Erfolge zur Innenstadtentwicklung wieder zurückgedreht“, sagte Architektur-Professor Ludger Brands, Studiengangsleiter Städtebau an der Fachhochschule. Er warnte davor, die Chance für ein „unverwechselbares“ Innenstadt-Ensemble „von Rang und großer Lebendigkeit“ zu verspielen.

Honk
December 11th, 2011, 09:57 PM
Hier ist ein Bild des Staudenhofs.

http://static.pnn.de/fm/61/thumbnails/heprodimagesfotos93120111209staudenhof2.jpg.5010784.jpg
http://static.pnn.de/fm/61/thumbnails/heprodimagesfotos93120111209staudenhof2.jpg.5010784.jpg

erbse
December 11th, 2011, 10:02 PM
Argg, bitte weg damit, umgehend! Das ist in dieser Gegend nach dem FH-Klotz und dem Mercure-Hotel die größte Bausünde. Es gruselt mich jedes Mal auf's Neue, wenn ich etwa vom pittoresken Holländischen Viertel über die Brandenburger, dann Charlottenstraße auf den Platz der Einheit schlendere und dann diese ganzen Ungetüme erblicken muss. Da schaudert's den Schöngeist.

Da schon die Wohnungsnot zur Sprache kam - wie schaut es denn mit Neubauten diesbezüglich aus? Die Stadt entwickelt sich ja bereits eine Weile sehr positiv, da sollte ja entsprechende Bautätigkeit zu verzeichnen sein. Mich würde hier speziell mal der Zuwachs an Wohnungen in diesem und vorigem Jahr interessieren.

trance-x
January 14th, 2012, 05:51 PM
ich finde sowohl die rekonstruktion von bauen in potsdam wichtig als auch einen fokus darauf, neue bauten elegant bzw. aesthetisch zu gestalten. das wuerde der weiteren profilierung von Potsdam als schicke und kulturell wertvolle Vorstadt Berlins sehr zutraeglich sein ...

wie Berlin waechst auch Potsdam demographisch munter ...
das bedeutet, Potsdam muss sich ebenfalls um mehr wohnungen kuemmern.
da huelft es, sich entsprechende leitbilder vor augen zu halten ...

Odoaker
January 14th, 2012, 05:59 PM
Warum bilden sich gerade immer solche Menschen, die anscheinend nur online leben, ein, sie müssten über Menschen und deren Lebenssituation bestimmen? Braucht es Wohnungen, wird jemand sie bauen, dafür braucht es nicht `Potsdam`oder `Berlin`, sondern Unternehmer, deren Gewissenhaftigkeit im Gegensatz zu staatlichen Entscheidungstraegern schon dadurch gesichert wird, dass ihre Existenz von ihren Entscheidungen abhaengig ist.

Kampflamm
February 22nd, 2012, 07:50 PM
Alte Post jetzt billiger im Angebot

POTSDAM / INNENSTADT - Bei einer Baugrube in Bestlage geht die Stadt mit dem Verkaufspreis herunter. Nach erfolgloser erster Ausschreibung des Areals des früheren Hauses des Reisens nahm die kommunale Immobilienholding Pro Potsdam jetzt einen neuen Anlauf: Das geforderte Mindestgebot für das Eckgrundstück sinkt von 1,1 Millionen Euro beim ersten Versuch auf 500 000 Euro. Damit verzichtet das Unternehmen mit Billigung der Stadt auf mehrere hunderttausend Euro Planungskosten, die auf Geheiß der Stadtverordneten bei einem Architektenworkshop versenkt worden waren, mit dessen Ergebnis niemand zu tun haben wollte. Der Workshop hatte den Entwurf für einen gläsernen Neubau gezeitigt, vor dessen Fassade man stählerne Lamellen anbringen wollte, in die das Bild der einst hier stehenden „Alten Post“ von Georg Christian Unger geätzt wären. Das Projekt wurde in der Stadt als „Elefantenkäfig“ bespöttelt.

Stattdessen wird nun herkömmlich rekonstruiert. Der Käufer muss sich laut Ausschreibungstext zur „Wiederherstellung des äußeren Erscheinungsbildes“ der im Jahr 1784 erbauten Alten Post verpflichten. Das Grundstück an der Ecke Friedrich-Ebert-Straße/Yorckstraße ist 569 Quadratmeter groß. Mittelfristig sei für den Bauplatz mit einer weiteren Verbesserung der Lagequalität zu rechnen, wirbt die Anzeige mit der Entwicklung der historischen Mitte und der „Sichtbeziehung“ zum neuen Landtag.

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12279231/60709/Alte-Post-jetzt-billiger-im-Angebot-bauen.html

erbse
February 24th, 2012, 09:06 PM
Allein schon aufgrund des enormen städtebaulichen Gewinns durch die Rekonstruktion sollte man das Grundstück zu einem Symbolpreis an den Interessenten mit dem besten Konzept verkaufen.

trance-x
April 9th, 2012, 01:24 PM
Warum bilden sich gerade immer solche Menschen, die anscheinend nur online leben, ein, sie müssten über Menschen und deren Lebenssituation bestimmen?
Mal davon abgesehen, dass dies jaum jemand besser beurteilen koennte als gerade jemand, der online lebt ...

(...) sondern Unternehmer, deren Gewissenhaftigkeit im Gegensatz zu staatlichen Entscheidungstraegern schon dadurch gesichert wird, dass ihre Existenz von ihren Entscheidungen abhaengig ist.
... spielen auch hierfuer gern mal staatliche Rahmenbedingungen eine gravierende Rolle ...

Kampflamm
April 28th, 2012, 12:50 PM
Drei Kauf-Interessenten für Nachbargrundstück der Synagoge / Rekonstruktion des alten Hotels geplant

POTSDAM / INNENSTADT - Der Synagogen-Förderverein scheint seiner Vision von einer Synagoge, deren Gemeindebüros in ein anderes Gebäude ausgelagert werden, einen Schritt näher gekommen zu sein. Am Mittwochabend überraschte der Fördervereinsvorsitzende Ulrich Zimmermann auf der öffentlichen Mitgliederversammlung mit der Mitteilung, dass es für das Grundstück neben der künftigen Synagoge, das Eckgrundstück Schloss-/Friedrich-Ebert-Straße, Kauf-Interessenten gibt: „Wir sprechen mit drei Investoren.“ Laut Zimmermann gibt es von Seiten der potenziellen Käufer auch die so genannten „Letters of intent“: „Der Investor erklärt, dass er interessiert ist.“ Dabei handle es sich aber noch um kein Angebot, präzisierte Zimmermann im MAZ-Gespräch. Auf dem Areal, das derzeit in städtischem Besitz ist, soll nach Vorstellung des Vereins das historische Gebäude „Zum Einsiedler“ mit rekonstruierter Fassade wiedererrichtet werden. In einem Teil des Baus könnten dann auf 200 Quadratmetern die Büros der Gemeindezentren von Synagogengemeinde und Jüdischer Gemeinde untergebracht werden. Zimmermann: „Einerseits bietet diese Variante die Möglichkeit einer Synagoge, die sich auf ihre rein sakralen Funktionen beschränkt. Andererseits gewinnen wir so ein Gebäude, das stadtbildprägend war.“

Im Konzept zur historischen Mitte ist der „Einsiedler“ kein Leitbau. Allerdings, so Zimmermann, sei eine historische Rekonstruktion bislang auch nicht möglich gewesen wegen des Synagogenentwurfs des Architekten Jost Haberland: „Sein Entwurf zerstört die Proportionen des Einsiedlers“, erklärte Zimmermann: Die 27 Meter breite Haberland-Synagoge rage deutlich in den „Einsiedler“-Grundriss hinein. Die abgespeckte, niedrigere Synagogen-Variante mit Mikwe, Veranstaltungs- und Betsaal wäre nur noch 24 Meter breit. Doch egal, in welcher Kubatur: Er sei fest davon überzeugt, dass es eine neue Ausschreibung für die Synagoge geben werde, erteilte Zimmermann dem Haberland-Entwurf eine endgültige Absage.

Im MAZ-Gespräch schätzte Zimmermann die Kosten für das Einsiedler-Grundstück plus Errichtung des historischen Gebäudes auf 5,5 Millionen Euro. Oberbürgermeister Jann Jakobs habe in einem Gespräch Unterstützung für Investoren „signalisiert“, so Zimmermann: „Wenn es uns gelingt, die beiden Gemeinden zusammenzuführen, dann ist die Stadt bereit, das Areal zu besonderen Konditionen einem Investor zur Verfügung zu stellen.“ Im Rathaus wurde diese Darstellung gestern auf MAZ-Nachfrage dementiert. Stadtsprecher Stefan Schulz: „Das Grundstück wird ausgeschrieben und wir werden es nicht vergünstigt anbieten.“

Synagogenbauvereinschef Peter Schüler, ein Verfechter des Haberland-Entwurfs, zeigte sich gestern abwartend: „Wir werden nicht aus gutem Glauben von unserem Projekt abrücken. Zimmermann muss Ross und Reiter nennen, was die Investoren angeht.“ Laut Zimmermann sollen die Absichtserklärungen der Investoren in vier Wochen vorgelegt werden, zeitgleich mit der – aktuell vom Land in Auftrag gegebenen – Machbarkeitsstudie zur Vereinbarkeit der Synagogen-Wünsche von Synagogengemeinde und Jüdischer Gemeinde. Was die Einigkeit der Gemeinden angeht, gibt es derzeit allerdings wenig positive Signale. Dies bewies einmal mehr die Fördervereinssitzung am Mittwoch. Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde hatte die Einladung ausgeschlagen: „Dies bedauern wir sehr“, sagte Zimmermann. Andersherum wurde einem anwesenden Mitglied des Synagogen-Bauvereins das Rederecht verwehrt. Nachdem Synagogenvereinschef Ud Joffe der Dame eine Darstellung der Lage aus ihrer Sicht als Bauvereinsmitglied verweigert hatte, räumte sie das Feld. (Von Ildiko Röd)

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12318124/60709/Drei-Kauf-Interessenten-fuer-Nachbargrundstueck-der-Synagoge-Rekonstruktion.html

http://i48.tinypic.com/2lx6n9i.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2b/Bundesarchiv_Bild_170-301%2C_Potsdam%2C_Schlo%C3%9Fstra%C3%9Fe.jpg

Kampflamm
June 26th, 2012, 10:55 AM
Siemens-Familie spendet eine Million für Garnisonkirche

Trotz Großspende reicht das Geld noch immer nicht für einen Baustart beim umstrittenen Wiederaufbau in Potsdam.

Großspende für eines der umstrittensten Bauprojekte in Potsdam: Eine der Siemens-Familie nahestehende Stiftung hat für den Wiederaufbau der Garnisonkirche in der Breiten Straße eine Million Euro gespendet. Das bestätigte am Montag Peter Leinemann vom Verwaltungsvorstand der Stiftung Garnisonkirche den PNN auf Anfrage: „Das Geld ist schon überwiesen.“

Es sei die bisher größte Einzelspende für das Projekt Garnisonkirche, sagte Leinemann. Es sei nun möglich, im Herbst einen Bauantrag einzureichen, um bis zum Reformationsjubiläum 2017 für 40 Millionen Euro den Turm der einstigen Barockkirche errichten zu können. Doch für einen wirklichen Baustart müsse weiter Geld gesammelt werden, so Leinemann. „Die Spende jetzt ist erfreulich, ermöglicht aber noch keine sichtbare Bautätigkeit“, sagte Leinemann.

http://www.pnn.de/potsdam/659126/

erbse
July 6th, 2012, 10:33 AM
^ Super Meldung! Die Garnisonkirche ist göttlich (hihi), hoffentlich geht's mit dem Turm bald los.

Element7
November 8th, 2012, 11:13 AM
Abriss Staudenhof
Eine gute Nachricht für das erweiterte Umfeld des Schlosses: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12420303/60709/Stadtverordnete-geben-Plattenbau-zehn-Jahre-Staudenhof-Abriss-endgueltig.html
Ich hoffe in den kommenden Jahren wird an dem Beschluss nichts mehr geändert.

calabrone
February 15th, 2013, 05:31 PM
Hallo,

wir sind dabei die Webplattform www.arstempano.de (http://www.arstempano.de) aufzubauen, wo man mittels 360° Panoramen und zu geschaltetem Dualview sich die Entwicklung Potsdams im unmittelbaren Vergleich ansehen kann. Die 3D Modelle entstanden mit großzügiger finanzieller Förderung des Stadtschloß Vereines Potsdam/Mitteschön Potsdam und der Friends of Dresden/New York. Der weitere Ausbau der Modelle soll eines Tages über Werbung finanziert werden (die 2 Anzeigen derzeit sind die Erschaffer selbst). Weiterhin kann man sich mittels Lese bzw. Visitenkarten Infos zu den Gebäuden anzeigen lassen (auch im Tourplaner und im Stadtplan). Wer gern in vielen Bildergalerien schmöckert findet solches in der entsprechenden Rubrik. Da die Webseite im Aufbau befindlich ist, sind erstmal nur einige historischen Panos am Alten Markt und an den Achtecken Online - es wird aber laufend ausgebaut! Für Dresden ist gleiches in den nächsten Monaten geplant.

Beste Grüße

Andreas

bei klick auf das Bild öffnet sich das Pano von 1850, dann einfach über Dualview 2012 hinzuladen

http://arstempano.de/fileadmin/pano_data/Bilder_Foren/Allgemein/Alter_Markt_06.jpg (http://www.arstempano.de/panoramazeitreise/c4c37b6a47faa6fd567f43332bdb1005/?tx_arstempanopano_panofe%5BoPanorama%5D=104&tx_arstempanopano_panofe%5BoCity%5D=14&tx_arstempanocityselection_cityplugin%5BoCity%5D=14)
Blick nach Nordost mit ehemaligen Schul- und Predigerhaus um 1850/die geschlossene Platzwand hinter der Nikolaikirche fehlt schon, wie ich finde. Heute ist hier der Blick bis zum Postgebäude am ehem. Wilhelmplatz/heute Platz der Einheit möglich.

http://arstempano.de/fileadmin/pano_data/Bilder_Foren/Allgemein/Alter_Markt_05.jpg (http://www.arstempano.de/panoramazeitreise/c4c37b6a47faa6fd567f43332bdb1005/?tx_arstempanopano_panofe%5BoPanorama%5D=104&tx_arstempanopano_panofe%5BoCity%5D=14&tx_arstempanocityselection_cityplugin%5BoCity%5D=14)
Blick auf die Südseite des Platzes mit Palast Barberini und den weiteren 2 Palastfassaden in der Humboldtstraße - sie werden allesamt rekonstruiert. Die kleinteilige Bebauung vor der Langen Brücke war gut für das doch eher niedrige Stadtschloß, war aber nur bis zum ausgehenden 19. Jh. erhalten - dann kam das Palasthotel. An dessen Stelle kommt ein schlichter Neubau in den Dimensionen des Hotels. Das Pano aus der Jetztzeit ist von 2011 und damit auch schon historisch - wir werden hier demnächst Fotos in die Panoramen integrieren, um den Wandel Potsdams anschaulich zu dokumentieren.

http://arstempano.de/fileadmin/pano_data/Bilder_Foren/Allgemein/Alter_Markt_03.jpg (http://www.arstempano.de/panoramazeitreise/c4c37b6a47faa6fd567f43332bdb1005/?tx_arstempanopano_panofe%5BoPanorama%5D=104&tx_arstempanopano_panofe%5BoCity%5D=14&tx_arstempanocityselection_cityplugin%5BoCity%5D=14)
ohne Worte - die Nordwestecke des Platzes

http://arstempano.de/fileadmin/pano_data/Bilder_Foren/Allgemein/Alter_Markt_01.jpg (http://www.arstempano.de/panoramazeitreise/c4c37b6a47faa6fd567f43332bdb1005/?tx_arstempanopano_panofe%5BoPanorama%5D=104&tx_arstempanopano_panofe%5BoCity%5D=14&tx_arstempanocityselection_cityplugin%5BoCity%5D=14)
Blick auf die Nikolaikirche

extrawelt
February 19th, 2013, 08:19 PM
Eure Seite ist ein absoluter Augenschmaus. Bin schon auf die Komplettierung Dresdens gespannt. Weiter, immer weiter!

extrawelt
February 21st, 2013, 02:30 PM
Hier lässt aber jemand ordentlich Dampf aus dem Kessel! :D

BafHx3bDFKc
http://www.youtube.com/watch?v=BafHx3bDFKc

calabrone
February 21st, 2013, 08:20 PM
Danke Extrawelt! Möchte hier noch ein Bild von den Achtecken nachladen, die ja durch die nach wie vor überbreite Friedrich Ebertstraße leider auch städtebaulich so nicht wieder kommen können. Das südlich gelegene Haus soll demnächst rekonstruiert werden. Die beiden anderen Ecken werden erheblich nach Osten verschoben, so daß die räumliche Situation eine völlig andere werden wird. Dabei waren die "Achtecken" ein absolut gelungenes Stück Stadtbaukunst nach italienischen Vorbildern (Rom, Neapel und vor allem Palermo). Sie waren quasi das Gelenk in der Virbindung zwischen Neuem und Altem Markt. Wir haben auf unserer Seite Arstempano (http://www.arstempano.de/galerie/potsdam/dualview/) mal 16 Beispiele solcher Dualviewbilder zur Verfügung gestellt. Im übrigen fand ich die Rede von Kulka auch super- einerseits sinngemäß "es werden Schwächere zermahlen" - das dies nicht nur gewisse Immobilienleute so treiben, sondern auch so manche "Politiker aller Farben" die dann bei nächster Gelegenheit wieder für soziale Dinge streiten... andererseits auch seine klaren Worte zur "Vermüllung" des Lustgartens! Als Architekt kann man sich nur wundern, was da in Potsdam getrieben wird - aber unsere Zunft hat ja keine Ahnung davon - das wissen ja nur gewisse Politiker, wie das richtig zu machen ist... und dann wundern die sich noch , das von Jahr zu Jahr weniger an die Wahlurne schreiten!

Bei klick ins Bild öffnet sich die Vorschau aller 16 Bilder.

http://arstempano.de/fileadmin/pano_data/Bilder_Foren/Allgemein/Achtecken_01.jpg (http://www.arstempano.de/galerie/potsdam/dualview/)

extrawelt
February 21st, 2013, 08:57 PM
Ich denke es fehlt vielerorts einfach die Vision um eine Art städtebauliches Gesamtwerk auch durchzuziehen. Kommunalpolitisches Hickhack ist dem sicherlich nicht zuträglich.
Man kann nur hoffen, dass aufschlussreiche und ansprechende Visualisierungen die Mehrzahl der beteiligten Entscheidungsträger ausreichend sensibilisieren können.

Schaps
February 21st, 2013, 09:01 PM
Es ist auch nicht immer einfach alles durchzubringen, was städtebaulich geplant wird. Gerade wenn es um Rahmenpläne geht und diese mit schwer erkaufbaren Grundstücken oder Gebäuden in Konflikt gerät. Wie bei Eigentumswohnungen. Die kannst du ja nicht einfach die Wohnung kündigen, zudem sind kommt es auch vor, dass ein Gebäude mehrere Vermieter hat etc...aber letztendlich ist es wohl besser, wenn man rechtlich so abgesichert ist, sonst wär man als Bewohner jeder Willkür ausgesetzt, wie zB in China. Enteignungen sind hier glücklicherweise nicht so leicht möglich

extrawelt
February 21st, 2013, 10:51 PM
Hinsichtlich bestehender Bebauung gebe ich dir recht. Hierbei sind einige Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Im Fall des Potsdamer Lustgartens kommt dies jedoch nicht zum tragen.
Im Gegenteil, es wurden bereits im Vorfeld Spenden zur Wiedererrichtung des alten Ensembles, des alten Bassins nebst Skulpturen, akquiriert.

calabrone
February 24th, 2013, 03:34 PM
Hallo - zum Thema Lustgarten hatte ich in Potsdam mal einen Leserbrief geschrieben - ein Gedanke dabei war, das mal auf Dresden zu übertragen - fast dreimal soviel Passagiere im übrigen - also einen Ballsaal + Großgastronomie mit 250 Innenplätzen zuzüglich Büros etc. und das dann alles vor der Brühlschen Terrasse abgeladen... undenkbar und die älteste Raddampferflotte fährt auch ohne das alles zu Füßen der Brühlschen Terrasse! Das, was hier in Potsdam passiert, ist aus meiner Sicht das Bestreben eines Unternehmers ein neues Geschäftsfeld zu erschließen, den mit der Schifffahrt hat das alles nix zu tun - entweder ich eß und trink auf dem Schiff oder auf dem Festland, aber doch nicht beides unmittelbar zugleich! Aus Unternehmersicht ist das ja okay, aber das die Politik in Potsdam dafür wichtigste Grünflächen verscherbelt und dafür die Rekonstruktion der Neptungruppe zunichte macht - unfaßbar. Da kann ich wieder mal mit einem Beispiel aus Dresden kommen - da hatte einigen vor 150 Jahren eine glorreiche Idee im Hirn ... so sie überhaupt welches gehabt haben und ein Krankenhausgebäude unmittelbar vor die wertvollste barocke Brunnenanlage Deutschlands gesetzt - man ärgert sich heute noch und es fehlt an Geld, diese Immobilie wegzuräumen...

So - zum genießen jetzt aber noch ein paar Panoramastandbilder unserer Panoramazeitreise (http://www.arstempano.de/potsdam/achtecken-suedwest-1850/panoramazeitreise/c4995c5c42fc4f02741991841b49152e/) aus der Potsdamer Mitte von etwa 1850. Bei klick aufs erste Bild öffnet sich die entsprechende Vorschau der Galerie (http://www.arstempano.de/potsdam/galerie/potsdam/4c95aea67688050f4b3cb8cf63c42725/?tx_arstempanocityselection_cityplugin%5Bcontroller%5D=City).

http://arstempano.de/fileadmin/pano_data/Bilder_Foren/Potsdam/Bildpanos/Achtecken_I.jpg (http://www.arstempano.de/potsdam/galerie/potsdam/bildpanoramen/)

Alle "Achte" auf einen Blick - die "Achtecken"

http://arstempano.de/fileadmin/pano_data/Bilder_Foren/Potsdam/Bildpanos/Alter_Markt_II.jpg

Der Alte Markt, wie er mal so ähnlich werden könnte

http://arstempano.de/fileadmin/pano_data/Bilder_Foren/Potsdam/Bildpanos/Alter_Markt_IV.jpg

Alter Markt / Nordwestecke mit Einmündung Schwertfegerstr. und ehem. Kaiserstr.

http://arstempano.de/fileadmin/pano_data/Bilder_Foren/Potsdam/Bildpanos/Brauerstr_I.jpg

Blick auf den Alten Markt vom Palast Barberini aus



http://arstempano.de/fileadmin/pano_data/Bilder_Foren/Potsdam/Bildpanos/Steubenplatz_III.jpg

Steubenplatz vom Einsiedler aus mit Blick auf den Plögerschen Gasthof, einer Leitfassade, die aufgebaut werden soll, wenn auch wegen der breiteren Friedrich Ebertstr. leider versetzt vom Originalstandort

extrawelt
February 24th, 2013, 03:59 PM
Wahrer Genuss, klasse!
Was würde euch denn im Anschluss an Potse und Dresden noch vorschweben?
Könntet Ihr euch auch vorstellen, moderne Ensembles ansprechend zu visualisieren.
Ist natürlich, wie bereits von dir erwähnt, alles eine finanzielle und zudem zeitliche Frage.

calabrone
February 24th, 2013, 04:48 PM
Hallo- nun ja der Schwerpunkt liegt eindeutig auf dem Historischen. Als Auftrag visualisieren wir aber auch Modernes nach den Vorgaben der Auftraggeber: http://www.arte4d.de/index.php/details/items/neumarkt-dresden.12.html oder http://www.immowelt.de/immobilien/immodetail.aspx?id=28422042 (visualisierungen sind von uns).
Eine Idee war von mir, auch die Zukunft um den Alten Markt darzustellen, nur leider bin ich da auf ein Entgegenkommen der Stadt und der Investoren angewiesen - da ist bis jetzt auf meine Versuche hin eine Mauer des Schweigens. Ansonsten habe ich dieses Jahr erstmal mit Potsdam und Dresden alle Hände voll zu tun - Ideen für parallel oder danach hab ich schon - aber die kann ich leider nicht ausplaudern - bin vorsichtig damit, zu große Erwartungen aufzubauen.

Beste Grüße

Andreas

erbse
March 14th, 2013, 11:36 AM
Euer Reko-Votum ist gefragt! :)

Abstimmung: Die neue Alte Post
Moderne oder historische Fassade, das ist hier die Frage (http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12460218/2999770/Moderne-oder-historischen-Fassade-das-ist-hier-die.html)

erbse
March 14th, 2013, 12:29 PM
In diesem Zusammenhang natürlich auch noch mal zeigenswert: Die geplanten Leitbauten (prägende Rekonstruktionen) in der Potsdamer Mitte - von der Bürgerinitiative Mitteschön (http://www.mitteschoen.de/):

Gelb = geplante Quartiere, rot = vorgeschlagene Leitbauten

http://www.abload.de/img/potsdam-leitbauten2bzkl.jpg

1. Palais Barberini [Unger, Gontard, Persius, Stüler, Hesse]
2. Palais Humboldtraße 4 "Noakscher Gasthof" [Gontard]

3. Palais Humboldtraße 3 [Hildebrandt]
4. Eckhaus Am Alten Markt 17 [Knobelsdorff]

5. Kommandantur = Plögerscher Hof [Hildebrandt]
6. Hotel zum Einsiedler , Schloßstraße 8

7. Eckhaus der Acht Ecken, Schwertfegerstraße 9 [Unger]
8. Eckhaus Schwertfegerstraße 1 [Hildebrandt]

9. Eckhaus Am Alten Markt 12 [Hildebrandt]
10. Alte Post [Unger]
(11. Pfarrhaus der Nikolaikirche, nicht im Aufbaugebiet)