roughboy
August 24th, 2011, 10:35 PM
http://www.gundlach-bau.de/web/warstrasse.html
Prof. Günter Pfeifer bezeichnet in einem seiner Bücher Wohnungsbaugesellschaften, Bauträger und die Immobilienwirtschaft als verschworene Ignoranten.
Ich möchte hier ein Projekt vorstellen, das diese Einschätzung verständlich macht. Mit dem Projekt "Mitten im Leben" bringt Gundlach die Tristesse der Vorstadtsiedlungen in die Innenstadt.Grundrisse, Außenraumqualität und Architektur sind miserabel.Diese Projekt ist für den Wohnungsbau und die Stadtentwicklung kein zukunftsweisender Beitrag, sondern eine ideenlose Standardlösung.
:bash:
telemaxx
August 24th, 2011, 10:51 PM
Dito.
Das ist eine Architektur, die in der (Kern-)Stadt keine Zukunft haben sollte.
gruenebahn
August 24th, 2011, 10:56 PM
Wobei ich froh bin, dass es Wohnugsgenossenschaften gibt! Wo wären wir Mieter wenn es nur Privatvermietung gäbe. Nein danke, DAS wäre ein absolutes nogo für mich eine Privatvermietete Wohung, gut das es sie gibt! Aber was den neumodischen Baustyle angeht gebe ich euch recht.
Lefthandy
August 25th, 2011, 12:01 AM
Ich weiß nicht was an dem Projekt so schlecht sein soll, mir gefällt es ganz gut. Es hat sogar eine Tiefgarage. Reihenhäuser sind versteckt im Hinterhof, statt sie wie beim Gilde-Caree den Stadtraum erobern zu lassen. Was an den Grundrissen so fatal sein soll erschließt sich mir auch nicht. Optik ist halt so ne gefällige Wischiwaschi-Moderne wie bei 90% aller Neubauten, gerade im Wohnungsbereich. Damit habe ich gelernt, mich abzufinden. Dieses hier ist beileibe kein herausragend schlechtes Beispiel.
Vorher standen da eine mickrige Tankstelle, ein Garagenhof und verschachtelte Baracken. Jetzt erzähl mir noch einer, dass es wahre Urbanität und vor allem Stadtteilidentität verheißen hätte, das stehen zu lassen.
matheking
August 25th, 2011, 10:19 AM
Auch wenn ich der viel gescholtenen Gentrifizierung auch durchaus kritisch gegenüber stehe, kann ich die Kritik an dem Projekt nur bedingt mittragen.
Das Konzept mit Wohungen in einem höheren Gebäude zur Straße hin und kleinen Reihenhäusern im Hinterhof finde ich nämlich durchaus attraktiv. Allerdings werden die "familiengerechten Grundrisse" wohl dem Klientel entsprechend nur für die Standard 2-Besserverdiener-Ende-30-mit-höchstens-2-Kindern die sich das leisten können ausgelegt sein.
Die Fassadengestaltung habe ich mir nicht angeschaut, aber da ist die Warstraße mit den nur begrenzt attraktiven 50er-Häusern auf der anderen Straßenseite recht unempfindlich.
@Lefthandy:
Das GildeCaree sollte eigentlich auch abgeschlossener sein. Zur Blumenauer Straße und zum Küchengarten hin sind ja auch größere Gebäuderiegel entstanden. Ähnlich, nur im kleineren Standard sollte es auch zur Stephanusstraße hin aussehen. Im Angebot waren auch 3-Geschosser mit Laden im Erdgeschoß. Leider haben die aber keine Käufer gefunden, so dass die Reihenhausriegel sich jetzt nach dorthin fortsetzten und diese sehr unbefriedigende Situation mit der geöffneten Front schaffen. Als letzte Seite des Dreiecks bleibt die Gartenallee. Diese ist nur im nicht betroffenden Bereich zwischen Stephanusstraße und Küchengarten attraktiv, hat aber auch dort schon auf der südlichen Seite eine unregelmäßige Flucht. Diese trifft auch auf den Bereich gegenüber vom Gildecaree zu.