View Full Version : [Berlin] Johannes-Paul-II-Allee


Deadeye
April 7th, 2005, 11:52 PM
Tod des Papstes löst weltweite Welle von Straßen-Umbenennungen aus
Straßen und Plätze sollen Namen von Johannes-Paul II. tragen

Quelle (http://***************/?url=/?id=2007945)

Warschau - Nach dem Tod von Papst Johannes Paul II. wollen Städte in der ganzen Welt Straßen und Plätze nach dem Heiligen Vater benennen und ihm neue Denkmäler errichten. Besonders in Polen, wo Karol Wojtyla vor knapp 85 Jahren geboren wurde, wurden eifrig Umbenennungspläne geschmiedet, obwohl in dem Land schon seit dem Sturz der Kommunisten im Jahr 1989 zahlreiche Orte nach dem Papst benannt wurden.

In der polnischen Hauptstadt Warschau soll auf dem Pidulski-Platz künftig ein Denkmal an Johannes Paul II. erinnern, wo der Papst eine historische Messe hielt. Im Fuß des Denkmals soll der Satz "Möge der Heilige Geist herabsteigen und das Gesicht dieses Landes verändern" eingemeißelt sein, den viele Polen seinerzeit als versteckten Aufruf zum Widerstand aufgefasst hatten. Die Stadt Krakau will dem Papst zu Ehren innerhalb von drei Monaten einen Erdhügel aufschichten, genau neben der chemischen Fabrik, in der der junge Karol Wojtyla während des Zweiten Weltkriegs arbeitete. Die Stadt Wroclaw im Süden des Landes will ihm sogar ein Tor errichten: Zu Ehren "des Mannes, der uns ins dritte Jahrtausend führte", wie Bürgermeister Rafal Dutkiewicz sagt.

Die Stadt Lodz plant eine Umbenennung ihres Flughafens. Auch hier hielt der Papst 1987 eine Messe. Die katholische Universität von Lublin soll künftig nach Johannes Paul II. benannt werden, ebenso wie eine Fakultät an der Universität Krakau, wo der Papst einst studierte.

Die Umbenennungsaktivitäten machen vor der polnischen Grenze nicht halt: In dem tschechischen Ort Hradec Kralove schlug der Bischof ein Umtaufen des Doyensplatzes im Stadtzentrum vor. Der Bürgermeister von Madrid, Alberto Ruiz-Gallardon, kündigte an, einen Platz an einem des Papstes würdigen "angemessenen Ort" umzubenennen. In Kolumbien errichtete ein Skulpteur in der Küstenstadt Cartagenas de Indias eine drei Meter hohe Papst-Statue aus Sand.

Bahnreisende nach Rom werden in Zukunft nicht mehr an der "Stazione Termini" ankommen, sondern an der "Stazione Giovanni Paolo II." Der Präsident der Staatlichen Italienischen Eisenbahnen, Fs, hat den Vorschlag des römischen Bürgermeisters Walter Veltroni aufgenommen, den römischen Hauptbahnhof umzubenennen. Wann die Umbenennung formal stattfinden soll, steht noch nicht fest.

Auch in Deutschland wurden am Donnerstag erste Vorschläge laut: PDS-Politiker Gregor Gysi sprach sich nach Angaben des "Berliner Kuriers" dafür aus, eine Berliner Straße nach dem verstorbenen Pontifex maximus zu ernennen. Der Papst sei "eine moralisch integre Persönlichkeit" gewesen, die Ungerechtigkeiten scharf kritisiert hätten, sagte Gysi zur Begründung. Die Berliner CDU schlug vor, die Karl-Marx-Allee im Stadtteil Mitte rasch in Johannes-Paul-II-Allee umzutaufen. Das Einbringen eines entsprechenden Antrags ins Bezirksparlament werde derzeit von der Partei geprüft, sagte der Chef der CDU-Fraktion in Mitte, Carsten Spallek. (APA)
:applause: :master: :applause:




http://cepa.newschool.edu/het/profiles/image/marx.gif ===>http://www.dw-world.de/dw/image/0,1587,334457_6,00.jpg




Ein paar Bilder

http://www.washjeff.edu/CAPL/images/m/1635.jpg

http://www.einkaufen-in-fk.de/media/de/kma.JPG

http://www.bcampbell.org/Berlin/KMAllee/KMA2.JPG

DiggerD21
April 8th, 2005, 12:01 AM
Die Straße hat nen starken Hauch von Sozialismus. Da passt Karl-Marx-Allee doch besser als Johannes-Paul-II-Allee.

Deadeye
April 8th, 2005, 12:04 AM
Mir wäre ja auch lieber sie hätten Unter den Linden oder Ku´Damm genommen.

DiggerD21
April 8th, 2005, 12:41 AM
aus Ku'Damm wird dann Jo'Damm? :lol:

Alvar
April 8th, 2005, 07:43 AM
Karl-Marx-Alle umzubenennen ist ja wohl voll daneben. Die Strasse, wo sich die Deutschen gegen die Sowjets erhoben haben soll weiterhin K-M-Allee heißen. Das ist einfach ein Stück deutscher Geschichte.

Keane
April 8th, 2005, 08:15 AM
It´s time to move on from that tragic and terrible part of history.
Get rid of the Marx-Engels statue on Schlossplatz as well.
Erase communism from Berlin in every way.
They´re already shaping up Alexander Platz and with
some of the facades refurbished and some buildings
bulldozed and replaced by nicer ones it can look
much more modern and better in the future.
Make it happen!

Kampflamm
April 8th, 2005, 08:35 AM
Johannes Paul sollte eine kleine Seitenstraße kriegen, mehr nicht. Aus der Karl Marx Allee sollte wieder die Frankfurter Allee werden (oder was war der Name vor dem Krieg?).

Keane
April 8th, 2005, 08:58 AM
For once I agree with Kampflamm.
It should be called Frankfurter Allee like it used to.
Anything except for Karl Marx Allee.

Max BGF
April 8th, 2005, 09:54 AM
Wo hat eigentlich Marx seine spinnerden menschenverachtenden theorien ausgebrütet.
Noch in D oder schon in Engeland?

Keane
April 8th, 2005, 10:49 AM
Das Kapital-is-mus t

It´s a must... but it ain´t drinkable.

Except for Coke then.

Kampflamm
April 8th, 2005, 11:13 AM
Looks like you've had too much coke recently (not talking about the drinkable stuff either). :weird:

Keane
April 8th, 2005, 11:48 AM
HaHa
One must always keep up with the more advanced multi dimensional type of humour! :nuts:

Camaway
April 8th, 2005, 12:33 PM
Please, let this not be true. I'd rather have Schnappi-das-kleine-Krokodil-Allee than that.

What is wrong with Marx anyway? He was one of the greatest economists in western history, not a communist dictator.

Max BGF
April 8th, 2005, 12:51 PM
What is wrong with Marx anyway? He was one of the greatest economists in western history, not a communist dictator.Why?

Camaway
April 8th, 2005, 12:57 PM
Why?

Why what? Why he was one of the greatest economists of all times? Well, because of his analysis of capitalism of course.

Because of 20th century history, people tend to identify Marx with the soviet Union and stuff, which couldn't be more wrong.

Marx himself stated that the last place where he expected a revolution to happen was agrarian Russia.

It is easy to forget that Marx was neither a politician nor a revolutionary, he was a scientist.
The fundamental part of his theory still stands the test of time and it is widely studied today.

Max BGF
April 8th, 2005, 01:35 PM
Marx himself stated that the last place where he expected a revolution to happen was agrarian Russia.Once again history disproved him - a strong indication for a bad theory.


The fundamental part of his theory still stands the test of time and it is widely studied today.:laugh: :laugh: :laugh:
see above

Thanks for disproving yourself within one post, saves my time :)

Keane
April 8th, 2005, 02:04 PM
No more stupid reMarx please.

Camaway
April 8th, 2005, 02:41 PM
Once again history disproved him - a strong indication for a bad theory.


:laugh: :laugh: :laugh:
see above

Thanks for disproving yourself within one post, saves my time :)

Whatever dude, if it makes you happy thinking so.

DiggerD21
April 8th, 2005, 02:55 PM
Was ich im Grundkurs VWL mal aufgeschnappt hatte:
Marx hatte zwar den (damaligen) Kapitalismus mit all seinen Stärken und Schwächen sehr gut analysiert, aber er hatte die falschen (nicht funktionierenden) Lösungsvorschläge gebracht.

Camaway
April 8th, 2005, 03:07 PM
Was ich im Grundkurs VWL mal aufgeschnappt hatte:
Marx hatte zwar den (damaligen) Kapitalismus mit all seinen Stärken und Schwächen sehr gut analysiert, aber er hatte die falschen (nicht funktionierenden) Lösungsvorschläge gebracht.

Exactly. It has also to be taken into account that the capitalism that Marx was observing was the late 19th century version of what we know now.

He was incredibly good in isolating and defining the core elements of a capitalist society. He then went off on some rushed predictions that did not materialise; this does not disprove most of his analysis that has become part of what we now take for granted in economy.

Kampflamm
April 8th, 2005, 04:15 PM
Marx couldn't carry Adam Smith's jockstrap.

Max BGF
April 8th, 2005, 04:35 PM
Exactly. It has also to be taken into account that the capitalism that Marx was observing was the late 19th century version of what we know now.Man muß nicht sämtliche Ausbeutungszustände im 19. Jhdt. gutheißen, wenn man marxistische Theorien für schlecht hält. Nicht umsonst gab es zu Zeiten des Frühkapitalismus nicht nur Kommunisten, sondern auch z.B. die alte SPD.


He was incredibly good in isolating and defining the core elements of a capitalist society. He then went off on some rushed predictions that did not materialiseNein. Er erkannte nur, was jeder Trottel erkennen konnte, nämlich daß eine unheimliche Ungleichheit herrschte, die man noch dazu mit etwas sozialem Gewissen problemlos als ungerecht kennzeichnen konnte. Seine daraus gestrickte Theorie, die ihn vom Trottel hätte abheben können, tat dies indes nicht, weil seine Theorie recht schwach war.


this does not disprove most of his analysis that has become part of what we now take for granted in economy.Doppelter Rückzug hat begonnen: Jetzt ist nur noch ein Teil seiner Analyse richtig... Incredible

Machs kurz, gib Dir einen Ruck und hör auf, Marx anzuhimmeln. Dann können wir uns das hier sparen.

Camaway
April 8th, 2005, 05:46 PM
Doppelter Rückzug hat begonnen: Jetzt ist nur noch ein Teil seiner Analyse richtig... Incredible

Machs kurz, gib Dir einen Ruck und hör auf, Marx anzuhimmeln. Dann können wir uns das hier sparen.

Max BGF, it may sound new to you, but it is possible to have a discussion without being so aggressive.

Look, I gave my opinion on the topic, you ask me a question and I answered.

You don't like the answer? You think differently? I can certainly live with it.

If you care to accept a piece of advice, when you want to debate with someone, do it so in a more polite manner, otherwise it does not matter whether you are right or wrong, you still come out like a prat.

Have a good day.

trance-x
April 8th, 2005, 06:32 PM
berlin gilt uebrigens als die welthauptstadt der atheisten ...

ansonsten: das eigentlich bemerkenswerte ist, dass gysi diesen vorschlag ueberhaupt so machte (= derart deutlich gewisse distanzierungssignale sendet) ...


der boulevard selbst sollte und wird wohl auch letzlich die "karl-marx-allee" bleiben.

was zaehlt ist ...

1. bekanntheitsgrad. "karl-marx" taucht regelmaessig bei weltweiten umfragen nach bekanntesten denkern, bei den bekanntesten werken usw. auf. da zudem touristen und einheimische in ostberlin dergleichen assoziationen hoeren und sehen wollen, sollte man das auch tunlichst beibehalten. mit der zeit entkrampft sich der ohnehin auch mal wieder in deutschland besonders ideologisch hochpolarisierte aspekt. der papst wird spaeter vergessen sein. da schwingt viel zeitgeistige euphorie mit, die da reingepackt wurde. tatsaechlich war er auch vor seinem daemmerzustand nicht eben der hellste.

2. da aber der titel des "papstes" an sich natuerlich einen wert darstellt, sollte man wenn schon eine andere strasse zur verfuegung stellen, beispielsweise wenn schon die "kochstrasse", bevor sie in so etwas nichtiges wie "rudi-dutschke-strasse" umbenannt wird. dieser haette ohnehin wenig dagegen, schliesslich war er ja auch religioes und einen sohn irrelevanterweise "hosea-che", was bereits alles ueber seinen geisteszustand aussagt - und ueber den der gruenen, die diesen vorschlag einer umbenennung machten. genauso koennte man den naechsten baecker als vorlage nehmen - und tatsaechlich klingt das auch so ;)

Max BGF
April 8th, 2005, 08:30 PM
Max BGF, it may sound new to you, but it is possible to have a discussion without being so aggressive.Olle Kamelle.
Wars Dir zu direkt, weil darin das Geseier ala "eigentlich ist der Kommunismus gar keine so schlechte Idee, nur leider waren es immer die Falschen, die es umgesetzt haben" oder "der real existierende Sozialismus war eben gar kein richtiger Kommunismus" nicht vorkam?


Look, I gave my opinion on the topic, you ask me a question and I answered.Hier ist was Du answered:
Originally Posted by Camaway
What is wrong with Marx anyway? He was one of the greatest economists in western history, not a communist dictator.Sagt Dir "Diktatur des Proletariats" was?


You don't like the answer? You think differently? I can certainly live with it.Kann ich auch. Ich hab nur eine Befürchtung, deshalb habe ich versucht über den Marxismus aufzuklären. Wieder driftet die Diskussion vom harten aber sachlichen ins Persönliche, weil offenbar entweder die Argumente ausgehen oder man die nüchterne Wahrheit nicht erträgt.


If you care to accept a piece of advice, when you want to debate with someone, do it so in a more polite manner, otherwise it does not matter whether you are right or wrong, you still come out like a prat.Sagt einer, der 15 Jahre nach den friedlichen Revolutionen im Osten gegen den Kommunismus folgendes schreibt:
Originally Posted by Camaway
What is wrong with Marx anyway? He was one of the greatest economists in western history, not a communist dictator.Die linke Methode, die marxistische Theorie als gut hinzustellen, nur die Ausführung sei jedes mal schlecht gewesen, ist angesichts der "Versuche" und deren Opfer schon unerträglich menschenverachtend. Sag mal, wieviele Versuche brauchst/willst Du noch? 30, 50 oder dürfens auch 100 sein?
Nordkorea läuft ja noch.

Camaway
April 8th, 2005, 09:37 PM
Olle Kamelle.
Wars Dir zu direkt, weil darin das Geseier ala "eigentlich ist der Kommunismus gar keine so schlechte Idee, nur leider waren es immer die Falschen, die es umgesetzt haben" oder "der real existierende Sozialismus war eben gar kein richtiger Kommunismus" nicht vorkam?


Hier ist was Du answered:
Sagt Dir "Diktatur des Proletariats" was?


Kann ich auch. Ich hab nur eine Befürchtung, deshalb habe ich versucht über den Marxismus aufzuklären. Wieder driftet die Diskussion vom harten aber sachlichen ins Persönliche, weil offenbar entweder die Argumente ausgehen oder man die nüchterne Wahrheit nicht erträgt.


Sagt einer, der 15 Jahre nach den friedlichen Revolutionen im Osten gegen den Kommunismus folgendes schreibt:
Die linke Methode, die marxistische Theorie als gut hinzustellen, nur die Ausführung sei jedes mal schlecht gewesen, ist angesichts der "Versuche" und deren Opfer schon unerträglich menschenverachtend. Sag mal, wieviele Versuche brauchst/willst Du noch? 30, 50 oder dürfens auch 100 sein?
Nordkorea läuft ja noch.

Dear Max,

you seem to struggle with the fundamental difference that exists between what Marx elaborated and what the people of the USSR 50 years later made of it.

You have quoted me twice on this particular sentence:


Originally Posted by Camaway
What is wrong with Marx anyway? He was one of the greatest economists in western history, not a communist dictator.

I really don't see anything wrong with it to be quite honest. Karl Marx was a scientist, an economist, not a politician.

If you are familiar with his theories you know that "communism" was the "theoretical limit", the "ideal" to which a post-revolutionary socialist society could aspire. So Marx couldn't have possibly been a "communist".
As for dictator, could you name me which country Karl Marx was dictator of?

Marx studied the society he lived in. Based on what he analyzed, he came to the conclusion that an uprising of the exploited urban working classes in an industrialised society (like England or Germany) was imminent. He may well have been right if you remember history at the time. What he miscalculated was the rising age of imperialism which kept Europe busy for the next 70 years.

Marx died in 1883 if I am not mistaken. Thirty years later, for a weird series of historical circumstances (and courtesy of the German government that sent Lenin back to Russia) a very different revolution occurred in an agrarian faraway land that did not fit any of the characteristics of his model but claimed to be Marxist.

I am far from claiming that what we historically call "communism" was a good idea, neither would I want to see anything remotely similar to what happened in the East occurring again, but you have to be able to separate what an economist wrote from what dictators made of it.

Our history is full of brutal massacres made in the name of christianity. People have been burned alive, countries have been wiped out, heads have fallen, all in the name of the crucifix. Would you claim that it was because of what was written in the gospels?

Now most of Marx analysis had to do with a form of capitalism that was fairly different from what came in the 20th century (although, in my very personal opinion, we are now shifting back to a purer, harsher form of global capitalism that looks not too different from the one Marx lived through) but I personally think that his theories have been fundamental in shaping what we understand as modern economic theories. Even those that go in the opposite direction still benefit for some if the concepts outlined 150 year ago in Das Kapital.

Please try to understand that I am not advocating a socialist society; am only saying that, all in all, Marx economic analysis was pretty sound and for that alone he well deserves to have a "Allee" named after him (maybe next to Adam Smith Straße) :)

sts
April 8th, 2005, 09:41 PM
Gute Idee!!Warum sagen Sie,dass passt besser K M Allee?Jo'damm sieht besser aus!!

urbane
April 8th, 2005, 10:33 PM
Ich denke dass Karl Marx Allee nicht so schlimm ist wie Stalin Strasse. Wie Camaway sagt, muesste man verstehen dass Marx ein Soziologe und Volkswirt, und kein Diktator war. Ich habe Marx Buecher nie gelesen, aber von was ich in meine Volkswirtschaft Kursen gelernt habe, denke ich dass er nicht so wichtig ist wie Smith, Ricardo, oder Schumpeter.

Ich denke dass die Strasse nicht Karl Marx Allee und auch nich J. Paul Allee genennt werden sollt. Beide Maenner sind, meiner Meinung nach, beschtritten. Wir wissen alle warum KM kontroversiell ist (dazu muss man nur die letzten Posts lesen), aber die Doktrinen von Johannes Paul ueber die Abtreibung, Homosexuellen, oder Contraveptives (hab das Wort auf Deutsch vergessen !) sind auch nicht gerade ueberall akzeptiert (besonders in Deutschland). Deswegen denke ich dass es besser ist der Allee ihr alten Namen zurueckzugeben, wie Kampflamm gesagt hat.

Max BGF
April 9th, 2005, 06:52 AM
I really don't see anything wrong with it to be quite honest. Karl Marx was a scientist, an economist, not a politician.Er war kein Politiker, aber er hatte ein politisches Programm, schrieb eine Art Handlungsanweisung: "Kommunistisches Manifest". Darüberhinaus analysierte er nicht nur sachlich, sondern hat massiv gewertet, was zu Begriffen wie Klassenfeind und angestrebter Diktatur des Proletariats führte. Oder ist das auch noch rein wissenschaftlich?


If you are familiar with his theories you know that "communism" was the "theoretical limit", the "ideal" to which a post-revolutionary socialist society could aspire. So Marx couldn't have possibly been a "communist". As for dictator, could you name me which country Karl Marx was dictator of?Darum geht´s nicht. Ich habe ihn nicht als Diktator kritisiert noch nicht einmal einen solchen genannt, sondern seine Theorie für schwach erklärt. Genaues Lesen ist auch schon eine Wissenschaft.

Ich bezweifle nicht, daß Marx einen paradiesischen nachrevolutionären Zustand gewünscht und an diesen ehrlich geglaubt hat. Ich argumentiere aber, daß die Wahrscheinlichkeit diesen mit kommunistischen Mitteln zu erreichen, nahe 0 ist und führe dies nicht nur auf versagende bisherige sozialistische/kommunistische Führungen zurück, sondern auch und zuerst auf die marxistische Theorie, weil Marx neben richtigen auch falsche Annahmen trifft, wobei dies zum Teil Folge seiner falschen Analyse ist.


He may well have been right if you remember history at the time. What he miscalculated was the rising age of imperialism which kept Europe busy for the next 70 years.Ach Gottchen. Der Imperialismus kam halt noch dazwischen, aber dann...
In Deutschland kam es nur zu einer Art linker Revolution - ohne daß sich dabei ein Arbeiter- oder Bauernstaat ausgeformt hätte - nach Ende des 1. Weltkriegs, nachdem das Kaiserreich am Boden lag und allerhand eher als temporär zu bezeichnende Unzufriedenheit herrschte. Noch nicht einmal die bald folgende Hyperinflation noch die Massenarbeitslosigkeit zu Beginn der 30er Jahre haben dann die Kommunisten zu wirklich starken Kräften werden lassen. Und wann England sozialistisch/kommunistisch (ist diese Unterscheidung entgegenkommend) war, würde mich auch interessieren.


a very different revolution occurred in an agrarian faraway land that did not fit any of the characteristics of his model but claimed to be Marxist.HAUPTFEHLER. Ist es bloße Analyseschwäche, Abstraktionsunvermögen oder gar infame Ideologie ewig Gestriger?
Mag sein, daß das damalige Rußland nicht die "Reife" für eine kommunistische Revolution hatte. Was jedoch daraus entstand hatte die wesentlichen Charakteristika des Marxschen Modells: Volkseigentum, Planwirtschaft, daneben Details wie Abschaffung des Großbürgertums, Arbeiterräte, politische Führung durch Arbeiterklasse.


but you have to be able to separate what an economist wrote from what dictators made of it.Über meine Fähigkeiten mache ich mir in dieser Diskussion die wenigsten Sorgen.


but I personally think that his theories have been fundamental in shaping what we understand as modern economic theories. Even those that go in the opposite direction still benefit for some if the concepts outlined 150 year ago in Das Kapital.Sie haben Anteil sind aber hoffnungslos überschätzt. Dies hat imo politisch-ideologische Gründe. Daß dies speziell in Deutschland der Fall ist, ist nur als Gegenreaktion zum Faschismus erklärbar. Denn daß ein Land, welches über die letzten Jahrzehnte so hautnah und direkt den Unterschied der Systeme erlebte, so eine schon quasi unerschütterliche Marx-Euphorie entwickelt, ist gelinde gesagt paradox. Dazu die Erfahrung, daß es nicht ausnahmsweise einmal schief ging, sondern ausnahmslos immer.


(although, in my very personal opinion, we are now shifting back to a purer, harsher form of global capitalism that looks not too different from the one Marx lived through)Nächster Analysefehler. Total andere Ausbeutungssituation wenn schon. Situation heute ist nämlich nicht, daß Arbeiter 14 Stunden schuften und mit 10 Kindern in einer 2 Zimmer-Baracke hausen, um mit 40 in der Fabrik für einen Hungerlohn zusammenzubrechen, sondern, daß das Kapital ohne relativ teure Arbeiter auskommt. Rein tendenziell, ohne jetzt weiter ins Detail zu gehen.

Darüberhinaus gibt es Jahrzeht für Jahrzeht mehr Unternehmen, die Marxsche Annahme der zunehmenden Konzentration ist ebenfalls gnadenlos widerlegt. Selbst im Automobilbau kamen nach den japanischen noch koreanische, bald chinesische Hersteller hoch. Marx´ fortschreitende Verarmung der Arbeiterklasse ist ja wohl nur noch als Witzprophezeiung eines Schamanen zu bezeichnen, wenn man sich Europa 1870 vs. Europa 2005 ansieht. Die Theorie ist Müll, der - angesichts ihrer Gefährlichkeit - auf den Schrotthaufen der Geschichte gehört, nicht ohne zuvor die paar interessanten Theorieteile wie Mehrwertargumentation zu archivieren.


Please try to understand that I am not advocating a socialist society:)

Deadeye
April 9th, 2005, 12:41 PM
@Max BGF und Camaway: Merkt Ihr überhaupt, dass Ihr euch in verschiedenen Sprachen streitet? :nuts:

Max BGF
April 9th, 2005, 07:21 PM
^ da wir beide offensichtlich beide Sprachen verstehen, dürfte es egal sein.

Benutzerfreundlicher für die Wunderbar scheint jedoch Deutsch ;)

Alvar
April 12th, 2005, 07:38 AM
Wenn karl Marx widerlegt wurde, dann wurde auch der Marx des Kapitalismus widerlegt. Wer heute noch glaubt, dass Adam Smith richtig lag dem kann keiner mehr helfen. Der wurde schon in den 20ern widerlegt.

Max BGF
April 12th, 2005, 09:10 AM
Adam Smith wurde zumindest weniger gravierend widerlegt als Karl Marx.

Da natürlich noch keiner von Beiden zu 100,00000000000% verwirklicht wurde, behaupten die jeweiligen Fans, daß sie doch recht hatten.

Ist auch ziemlich egal. Man sollte in jeder Situation das Vernünftige, Beste tun, was normalerweise einen Mix der Systeme bedeuten wird. Nur meine ich, daß die richtige Mischung mehr Anteile des bisher erfolgreicheren Systems beinhalten sollte. Das kann in 50 oder 100 Jahren ganz anders aussehen.

Alvar
April 12th, 2005, 12:40 PM
beunruhigt euch das eigentlich, dass man in 50 Jahren nur noch 20% aller Arbeitskräfte benötigen wird, um alle anderen zu versorgen. Ich mein, dann ist es egal wie niedrig die Steuern sind oder was wir für tolle Rahmenbedingungen haben.

Alvar
April 12th, 2005, 12:45 PM
Ich finde Smith wurde härter widerlegt. Bis zur Welt-Wirtschaftzs-Krise hat sein System ja funktioniert. Als die Smithianer dann meinten die Arbeitskräfte würden immer billiger werden, biss wieder alle Arbeit haben, haben die sich mächtig auf die Shcnauze gelegt. Der halb-Marxismus hat immerhin 70 Jahre lang gelebt, und einen Agrarstaat zu einer führenden Nation gemacht. Die Mischung machts natürlich. Stimmt schon, aber dass nur noch der Profit zählt ist ja keine Mischung. Ob die DB sich nicht selbst ihr Grab gräbt, wenn sie Profit durch Entlassungen macht werden wir wohl erst in ein paar Jahren sehen.

Mercutio
April 12th, 2005, 02:15 PM
beunruhigt euch das eigentlich, dass man in 50 Jahren nur noch 20% aller Arbeitskräfte benötigen wird, um alle anderen zu versorgen.

Ich halte diese These für völlig unrealistisch, da es schlicht und ergreifend unmöglich ist vom heutigen Standpunkt aus Schätzungen über die Nachfrage und die Bedürfnisse von morgen zu machen!

Wann man diesem unrealistischen Denkschema folgt, dann hätte man auch in den Siebziger Jahren zu der Vermutung kommen können, dass es bis zur Jahrtausendwende in Deutschland Arbeitslosigkeit im zweistelligen Millionenbereich geben wird. Schließlich werden zunehmende Technologisierung und „Outsourcing“ den Wegfall von Millionen von Arbeitsplätzen zur Folge haben!...
Diese Vermutung wäre zwar in dem Punkt richtig gewesen, dass in der tat Millionen von Arbeitsplätzen in der Industrie verloren gegangen sind, aber die These (ebenso wie deine) hätte nicht berücksichtigt, dass auch Millionen Arbeitsplätze dank neuer Innovationen und Bedürfnisse neu entstanden sind!

Ich bin davon überzeugt, dass wenn die Politik die richtigen Rahmenbedingungen setzt Vollbeschäftigung auch in 50 Jahren möglich sein wird!

Ich mein, dann ist es egal wie niedrig die Steuern sind oder was wir für tolle Rahmenbedingungen haben.

Tolle Rahmenbedingungen könnten jetzt unter anderem dadurch geschaffen werden, indem das Bildungssystem grundlegend reformiert und die finanziellen Zuwendungen erhöht werden. Vor allem im Bereich Forschung aber auch im Bereich Infrastruktur (damit meine ich in erste Linie nicht das Autobahnnetz) müssen die staatlichen Investitionen auch nach oben geschraubt werden. Zu guter Letzt müssen dem Unternehmertum die Fesseln der Bürokratie und übertriebener Auflagen entfernt werden!

Alvar
April 14th, 2005, 07:44 AM
Ich halte diese These für völlig unrealistisch, da es schlicht und ergreifend unmöglich ist vom heutigen Standpunkt aus Schätzungen über die Nachfrage und die Bedürfnisse von morgen zu machen!

Wann man diesem unrealistischen Denkschema folgt, dann hätte man auch in den Siebziger Jahren zu der Vermutung kommen können, dass es bis zur Jahrtausendwende in Deutschland Arbeitslosigkeit im zweistelligen Millionenbereich geben wird. Schließlich werden zunehmende Technologisierung und „Outsourcing“ den Wegfall von Millionen von Arbeitsplätzen zur Folge haben!...
Diese Vermutung wäre zwar in dem Punkt richtig gewesen, dass in der tat Millionen von Arbeitsplätzen in der Industrie verloren gegangen sind, aber die These (ebenso wie deine) hätte nicht berücksichtigt, dass auch Millionen Arbeitsplätze dank neuer Innovationen und Bedürfnisse neu entstanden sind!

Ich bin davon überzeugt, dass wenn die Politik die richtigen Rahmenbedingungen setzt Vollbeschäftigung auch in 50 Jahren möglich sein wird!



Tolle Rahmenbedingungen könnten jetzt unter anderem dadurch geschaffen werden, indem das Bildungssystem grundlegend reformiert und die finanziellen Zuwendungen erhöht werden. Vor allem im Bereich Forschung aber auch im Bereich Infrastruktur (damit meine ich in erste Linie nicht das Autobahnnetz) müssen die staatlichen Investitionen auch nach oben geschraubt werden. Zu guter Letzt müssen dem Unternehmertum die Fesseln der Bürokratie und übertriebener Auflagen entfernt werden!
Also in Anbetracht dessen, dass es eine ganze Reihe von wirtschaftswissenschaftlern gibt, die deine Meinung nicht teilen, finde ich deine Thesen von Vollbeschäftigung in 50 Jahren für unrealistisch. Arbeitsplatzabbau in der Industrie und im Agrarbereich wurden oft mit neuen Arbeitsplätzen im Gewerbe ausgeglichen. Die fallen allmählich aber auch weg. Wer geht zum Geldabheben denn noch zum Bankschalter. Diese Arbeitsplätze könnte man von der Theorie her mit größeren Anteilen in der Forschung auffangen. Aber der normale Bundesbürger wird damit nie wirklich viel zu tun haben. Alle Prognosen laufen darauf hin, dass es immer weniger Arbeit geben wird, und die These, man müsse nur in Bildung investieren, und würde dann so tolle Arbeiter haben, dass es für irgend jemanden interessant wird, mehr zu produzieren, als nötig halte ich für falsch. Erklär mir doch bitte in welchem Bereich du dir Millionen von neuen Jobs vorstellen kannst.

Max BGF
September 28th, 2007, 02:55 PM
^^
^^
^^... Toller Argumentationshilfe-Thread gegen Kommunismusrevisionisten :applause:

Andi_777
November 13th, 2007, 08:01 PM
(Es stellt sich die Frage, Hat Max BGF jemals was von Marx gelesen? Hat er jemals einen Kurs besucht der Marx behandelte?)

Max BGF
November 14th, 2007, 12:37 AM
(Es stellt sich die Frage, Hat Max BGF jemals was von Marx gelesen? Hat er jemals einen Kurs besucht der Marx behandelte?)Wenn sich Dir diese Frage stellt, stellt sich mir auch eine.

Deadeye Reloaded
November 14th, 2007, 12:08 PM
Immer wenn ich meinen alten Account sehe, kommen mir die Tränen... :cry:

Danke Gay-C, Du Spast!!!:bash:

Franzlhuber
November 14th, 2007, 01:45 PM
Das Problem habe ich nicht.
Mein erster account und mindestens zwei andere wurden nicht nur gebannt, sondern wegen der besonderen Tragweite gleich samt allen Beiträgen aus dem System gelöscht.

SSC's ganz persönliche entnazifizierung.

Tannenschnaps
November 14th, 2007, 07:09 PM
Das sind ja Stasi- bzw. Gestapo-Methoden! Wie damals bei den Nazis! Wie im KZ! :mad:

Max BGF
February 16th, 2008, 02:56 PM
War auch nicht alles gut damals.

Tannenschnaps
February 16th, 2008, 03:04 PM
Ja, der Musikgeschmack war echt mies. :(

Max BGF
February 16th, 2008, 03:10 PM
Ganz genau. Musi, zu der ich heute gern tänzle wie ein feuriger Latino, wäre damals als - man traut es sich kaum zu sagen - Musik von Menschen wie Du und ich mit zufällig dunklerererer Hautfarbe tituliert worden.