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ZZ-II
November 22nd, 2006, 10:20 PM
Arabische Emirate:
Schlaraffenland im Wüstensand

(Die Presse) 22.11.2006

Die geplante Abkoppelung der Golfregion von der Ölindustrie bietet heimischen Unternehmen große Wachstumsmärkte.



Wien (eid). Der größte Flugplatz, der größte Hafen, das größte Spital, das größte Einkaufszentrum, das höchste Bauwerk: Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und vor allem Dubai scheinen eine einzige Superlative zu sein. 130 Mrd. Euro wurden in den vergangenen 20 Jahren in den Ausbau der Scheichtümer am persischen Golf investiert. Projekte um weitere 200 Mrd. Euro - darunter der mehr als 700 Meter hohe Wolkenkratzer Burj Dubai - sind in Bau.



Triebfeder für diesen Größenwahn ist Dubai-Regent Mohammed Bin Rashid Al Maktoum. Seine Devise: Das Wort "unmöglich" zählt nicht zu seinem Wortschatz. Die Emirate sind aufgrund der Ölvorkommen enorm wohlhabend - bis 2009 werden jährliche Wachstumsraten von 13 Prozent prognostiziert. Da die Petrodollars einmal versiegen dürften, wird heftig in andere Industrie- und Dienstleistungszweige investiert. "Das Land will sich von einer rohstofflastigen- zu einer wissens- und forschungs-intensiven Wirtschaft wandeln", sagte Martin Berlin am Dienstag bei der "Austrian Business Leadership Conference 2006" in der Industriellenvereinigung.

Berlin ist Strategie-Chef der Dubai Holding, einem Konglomerat von rund 40 Firmen unter dem Dach der staatlichen Investitionsagentur. Die Holding wickelt Projekte in den Bereichen Gesundheitswesen, Immobilien, Bildung, Tourismus, Energie, Kommunikation und Medien ab. Zwei Beispiele: "Dubai Healthcare City" ist ein Komplex aus Krankenhäusern, Medizin-Forschungseinrichtungen, Medizintechnik-Firmen und Wellness-Anlagen auf einer Fläche von rund einer Million Quadratmetern. "Dubai Industrial City" wiederum bietet auf 62 Quadratkilometern direkt neben der "Flughafen-City" Unternehmen der Sparten Maschinenbau, Chemie, Transport, Nahrungsmittel, Metall und Mineralien optimale Bedingungen. Das wichtigste Lockmittel heißt Steuerfreiheit.

Ein Schlaraffenland auch für österreichische Firmen? "Nicht nur für Unternehmen, auch für Arbeitskräfte", sagt Khalid Al Malik, Chef der Dubai Industrial City. Besonders gefragt seien Investoren aus den Bereichen Mikroelektronik und Software, Gesundheit, Wellness und Haustechnik. Laut Wirtschaftskammer sind bereits 140 österreichische Firmen in den Emiraten tätig.