View Full Version : Limmattal : SBB-Cargo- Gateway
Lake August 23rd, 2007, 03:24 PM Der geplante Güterumschlags-Gateway von SBB Cargo wird weitgehend im bestehenden Rangierbahnhofs Limmattal gebaut.Darauf haben sich SBB Cargo und der Kanton Zürich geeinigt, wie es an einer Medienkonferenz vom Donnerstag in Zürich hiess. Der zusätzliche Landbedarf in einem Entwicklungsgebiet von Dietikon bleibe gering.
Das ursprüngliche Vorhaben, den Gateway in unmittelbarer südlicher Nachbarschaft des Rangierbahnhofs im Entwicklungsgebiet Niderfeld in Dietikon zu bauen, wurde nach Abwägung aller relevanten Faktoren fallen gelassen, wie SBB-Cargo-Geschäftsleitungsmitglied Adrian Keller sagte. Es hatte in der betroffenen Region Opposition ausgelöst. Mit der Variante im bestehenden Güterbahnhof werde zusätzlicher Landbedarf auf ein Minimum reduziert, die Bedürfnisse von Region und Kanton Zürich würden in höchstem Mass berücksichtigt, sagte Keller. Die damit verbundenen betrieblichen Erschwernisse würden mit Blick auf das Gesamtinteresse in Kauf genommen.
Für die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin, SVP-Regierungsrätin Rita Fuhrer, wird damit das Anliegen weitgehend erfüllt, den Standort in der bestehenden Anlage zu bauen. Der geplante Gateway sei für den Kanton Zürich und die ganze Schweiz von grosser Bedeutung. Zürichs prosperierende Wirtschaft sei auf rasche, leistungsfähige Verbindungen mit den grossen Seehäfen angewiesen. Und im Rahmen der Verlagerungspolitik des Bundes, die Gütertransporte von der Strasse auf die Schienen verlagern soll, spiele der Gateway eine wichtige Rolle. Fuhrer erinnerte daran, dass sie und der Aargauer Regierungsrat Peter Beyeler mit den betroffenen Gemeinden und Planungsregionen eine Behördendelegation eingesetzt hatten, um den direkten Meinungsaustausch zu ermöglichen. Die vorliegende Lösung zeige, was in konstruktivem Dialog erreicht werden könne, sagte Fuhrer.
SBB Cargo bereitet sich mit dem Gateway-Projekte auf das erwartete Wachstum des Container-Verkehrs vor. Laut Studien sollen die Container-Bewegungen bis 2015 im Vergleich zu 2003 um bis zu 140 Prozent zunehmen. Laut Keller soll das mit dem Gateway aufgefangen werden. Die Güter sollen so lange wie möglich auf der Schiene bleiben. Nur so könnten die Verlagerung auf die Strasse und die damit zusammenhängenden Belastungen vermieden werden. Gemäss dem Zürcher Verkehrsrichtplan muss der Sammel- und Verteilverkehr am Gateway zu 80 Prozent auf der Schiene erfolgen, um die Zusatzbelastung des Strassennetzes möglichst klein zu halten.
Das Projekt steckt derzeit noch in der Phase der Vorprojektierung, wie SBB-Cargo-Sprecher Christoph Rytz auf Anfrage sagte. Deshalb könne noch kein Kostenrahmen abgesteckt werden. Die Projektauflage soll nächstes Jahr beginnen. Dabei ist auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig.
Hat's also doch noch geklappt.
Dyn.tek August 28th, 2007, 08:57 PM edit:---->
steve5 January 26th, 2011, 10:08 AM Schweizerischen Rheinhäfen + SBB Cargo, 25.01.2011:
Startschuss zu gemeinsamer Projektstudie
Die Schweizerischen Rheinhäfen und SBB Cargo fordern eine nationale Strategie für Containerterminals. Kern des Konzepts sind zwei neue Anlagen in Basel und Dietikon. Das seit längerem geplante Gateway Limmattal wird die Drehscheibe für Container sein, die auf der Schiene transportiert werden. In Ergänzung dazu soll in Basel-Nord ein neues Terminal für den Containerumschlag Binnenschiff-Schiene entstehen. Eine jetzt gestartete Studie zeigt bis im Frühsommer auf, wie das im Richtplan des Kantons Basel-Stadt eingetragene Gelände am besten dafür genutzt werden kann.
Der Containerverkehr mit der Schweiz wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Die Kapazitätsgrenze wird 2014/2015 erreicht. «Damit das Wachstum des Containerverkehrs bewältigt werden kann, braucht die Schweiz ein abgestimmtes Terminalkonzept», sagt Hans-Peter Hadorn, Direktor der Schweizerischen Rheinhäfen anlässlich einer Medienorientierung in Basel. Terminalstandorte sollen sich nicht konkurrenzieren, sondern ergänzen. Kern des Konzeptes sind zwei neue Terminals für den Containerumschlag in Basel und Dietikon.
Gateway Limmattal als leistungsfähige Drehscheibe
«Das Gateway Limmattal wird die Drehscheibe für den Import und Export von Containern bilden, die auf der Bahn von/nach den Seeehäfen transportiert werden», sagt Nicolas Perrin, CEO von SBB Cargo. Im Gateway Limmattal werden diese Container mehrheitlich auf andere Züge umgeladen und in das schweizweite Netz von SBB Cargo eingespeist. Das Gateway Limmattal bildet damit das Herz des schweizerischen Import/Exportverkehrs auf der Schiene. Es ist im Richtplan des Kantons Zürich eingetragen. Die öffentliche Planauflage erfolgt voraussichtlich 2012, die Eröffnung ist für 2015 geplant.
Basel-Nord für den Containerumschlag Schiff/Bahn
In Ergänzung zum Gateway Limmattal soll im Norden von Basel eine leistungsfähige Drehscheibe für Containerverkehre mit Umschlag Binnenschiff / Schiene entstehen. Dank seiner Lage in der Nähe zum Hafen Basel-Kleinhüningen sowie direkt am EU-Bahnkorridor 24 (Rotterdam-Genua) eignet sich das Areal wie kein zweites für eine Nutzung als Containerterminal. Seit 2009 ist es im Richtplan des Kantons Basel-Stadt als Logistikfläche eingetragen.
Eine jetzt gestartete, gemeinsam von den Schweizerischen Rheinhäfen und SBB Cargo in Auftrag gegebene Studie, soll bis im Frühsommer 2011 aufzeigen, wie das Gelände Basel-Nord am besten für das Vorhaben genutzt werden kann. Hafendirektor Hadorn betonte, dass Rheinschifffahrt und Bahn primär Kooperationspartner und nicht Konkurrenten seien. Die Transporte von/nach den Schweizerischen Rheinhäfen seien für SBB Cargo von strategischer Bedeutung, unterstrich auch Cargo-Chef Nicolas Perrin vor den Medien in Basel.
Mitteilung (http://www.sbbcargo.com/index/mec_medien/mec_archiv-neu.htm?cmd=CF4CEF190CC0DA7E42689B673CA395AF&ddivision=News) | Präsentation (http://port-of-switzerland.ch/site/images/stories/110125_Medienkonferenz_Pr%C3%A4sentation%20SBB%20Cargo%20u_%20Rheinh%C3%A4fen.pdf)
Don Calo March 18th, 2013, 01:09 PM Die SBB wollen im Limmattal für 170 Millionen Franken das grösste Güterterminal der Schweiz bauen. Nun opponieren ausgerechnet jene, die dieses dereinst benützen sollten.
Daniel Friedli
Auf 1,5 km Länge und für 170 Millionen Franken wollen die SBB zwischen Dietikon und Spreitenbach den «Gateway Limmattal» erstellen. Drei grosse Portalkräne sollen dort täglich 600 Container umschlagen, die per Bahn direkt von den Nordseehäfen eintreffen und für die Feinverteilung in die Schweiz umgeladen werden. Es wäre das grösste Güterterminal im Land und ein strategisches Standbein für die gebeutelte SBB Cargo. «Der Gateway Limmattal ist ein Must», sagt darum SBB-Chef Andreas Meyer.
Anders sehen es jene, die diesen Gateway später benützen sollten. Angeführt vom Verband Swiss Shipper's Council (SSC) hat die Verlade-Industrie beim Bund interveniert und vor dem Projekt gewarnt. «Wir befürchten, dass hier einmal mehr Mittel des Bundes und der Steuerzahler ineffizient eingesetzt werden», heisst es beim SSC. Die Planung sollte deshalb «sofort eingestellt werden».
Die Kritik, der sich auch das breit vernetzte Cargo Forum Schweiz anschliesst, hat viele Gründe. Zum einen bezweifelt die Branche, dass es überhaupt neue Terminals braucht. Zum andern kritisiert sie, dass SBB Cargo ausgerechnet den Standort Limmattal gewählt hat. Wenn investiert werde, dann seien die Mittel auf das zweite Bauprojekt von SBB Cargo zu konzentrieren, das Terminal am Basler Rheinhafen, wo Schifffahrt, Schiene und Strasse am Tor zur Schweiz zusammenlaufen. «Es ist ineffizient, die Container von Basel zuerst ins Limmattal zu transportieren und dann je nach Abnehmer wieder zurück Richtung Mittelland oder Westschweiz», sagt Frank Furrer, Generalsekretär des Verbandes der verladenden Wirtschaft (VAP).
An Bedürfnissen vorbei geplant
Vor allem aber zweifelt die Branche am Betriebskonzept des Gateway. SBB Cargo verspricht, dass 80 Prozent der dort ankommenden Güter auf der Schiene weitertransportiert werden und maximal 20 Prozent auf die Strasse wechseln. Durch diese Vorgabe sei das Projekt a priori zum Scheitern verurteilt, moniert der SSC. Die SBB könnten auf ihrem stetig ausgedünnten Güternetz gar nicht genügend konkurrenzfähige Angebote machen, um diese Aufteilung zu erreichen. Man plane an den Bedürfnissen der Wirtschaft vorbei, mit dem Risiko, dass diese das Gateway links liegen lassen werde.
SBB Cargo lässt diese Vorwürfe nicht gelten. Sie rechnet damit, dass sich der kombinierte Güterverkehr bis ins Jahr 2030 verdoppeln wird. Und sie ist überzeugt, dass die heutigen Terminals zu klein sind, um solche Mengen umschlagen zu können. «Der Bedarf nach zusätzlichen Terminals ist ganz klar gegeben», sagt darum Projektleiter Beat Lampart. Auch dass die Wahl des Standortes auf das Limmattal fiel, hat laut Lampart gute Gründe: Dort liege schon heute das Herzstück des Wagenladungsverkehrs, dort seien die Anschlüsse am besten und damit auch die Umschlagzeiten am kürzesten. Und schliesslich soll der Gateway Limmattal gerade dazu beitragen, den Güterverkehr auf der Schiene wieder konkurrenzfähiger zu machen und die Strassen zu entlasten.
Bund lädt zur Krisensitzung
SBB Cargo ist darum zuversichtlich, dass man die Branche noch vom Gateway überzeugen und wie geplant 2016 mit dem Bau beginnen kann. Dazu braucht es indes noch die Zustimmung des Bundes, der rund 80 Prozent der Kosten übernehmen muss. Und dort verhallt die Kritik der Cargo-Branche nicht ungehört. Angesichts der vielen Bedenken hat das Bundesamt für Verkehr die Akteure zu einer ausserordentlichen «Terminalkonferenz» geladen. Dort will das Amt mit allen Akteuren die Kritik am Gateway prüfen und generell erörtern, wo es in der Schweiz wie viele Terminals braucht.
Dabei wird die Runde auch zur Kenntnis nehmen müssen, dass das Projekt Gateway in den betroffenen Gemeinden harsch kritisiert wird. Sowohl Dietikon wie auch Spreitenbach, Oetwil und Geroldswil haben Einsprache erhoben. Sie bemängeln, dass der Gateway dem ohnehin schon stark belasteten Limmattal noch mehr Lärm und Verkehr bringen werde und dass die SBB unsorgfältig geplant hätten.
Quelle: www.nzz.ch (http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/widerstand-gegen-sbb-grossprojekt-1.18048383)
thazz March 18th, 2013, 03:13 PM So ist es in der Schweiz. Immer, wenn man mal den Mut hat gross zu planen, wird von allen Seiten gemotzt. Klein und bescheiden muss es sein.
trauch March 18th, 2013, 04:46 PM So ist es in der Schweiz. Immer, wenn man mal den Mut hat gross zu planen, wird von allen Seiten gemotzt. Klein und bescheiden muss es sein.
Nicht die Grösse ist ja das Hauptargument, sondern der Standort. Da bin ich derselben Meinung, wenn auch die örtlichen Verhältnisse in Basel/Weil am Rhein eher beschränkt sind. Aber die räumliche Umgebung ist dafür prädestiniert!
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