View Full Version : Zürich : U-Bahn - Pläne und Realität | Subway - plans and reality


Lake
August 25th, 2007, 12:57 AM
First of all: Some links are available in English


Zuerst zu den Plänen.

Es gab zwei Pläne zu einer U-Bahn. Die eine Abstimmung sah lediglich eine U-Bahn vor anstatt den Ausbau des Tramnetzes (Tiefbahn), die zweite eine Kombination von S-Bahn und U-Bahn.

Unter diesem Link gibt es Infos (in English) http://www.proaktiva.ch/tram/zurich/zurich05_2.html

Geplante Station am Schaffhauserplatz | Planned Station at the Schaffhausersquare
http://www.proaktiva.ch/tram/photo/zurich/ubahn_schaffhauserpl.jpg


Auf SF.tv gibt es auch ein Video zu den Vorlagen mit interessanten Facts und Bildern:
http://www.sf.tv/var/videoplayer.php?videourl=http://real.xobix.ch/ramgen/sfdrs/vod/perlen/9503409_033.rm


Beim Bau des Autobahntunnels Milchbuck wurde ebenfalls Vorarbeit geleistet und daneben ein U-Bahntunnel gebaut. Nach dem die Abstimmung über die U-Bahn jedoch nicht so verlief wie erhofft (leider), wurde der Tunnel dann später als Tramtunnel umgenutzt. Doch man erkennt die Ursprüngliche Idee des Tunnels genau - hier kommt tatsächlich U-Bahnfeeling auf. (Auch wenn nun nur Meterspurtrams die Strecke befahren)

http://farm1.static.flickr.com/174/383099138_020f2c079a_o.jpg

http://farm2.static.flickr.com/1366/1184718615_a4ab202f61_o.jpg

http://farm2.static.flickr.com/1115/1184717017_1ece2dcae5_o.jpg





In einem Ideenwettbewerb wurde vor ein paar Monaten diese Idee eingereicht:
http://www.mouzinho.ch/img/zuerkel.pdf

U3065
August 25th, 2007, 09:57 AM
Sehr interessant. Ich denke jedoch das Problem liegt nicht unbedingt bei den Kosten, sondern eher beim "Kleindenken" der einzelnen Stadtteile / Quartiere. Mit dem Tram können viel mehr Quartiere erreicht und frequentiert werden. Solche Aussagen habe ich übrigens auch schon von Elmar Ledergerber gehört. Für ein umfassendes U-Bahnnetz wäre die Stadt (nur Stadt ohne Agglo) auch zu klein. Was die Agglo betrifft, meint Ledergerber nach Anfrage, mit der S-Bahn habe man bis jetzt sehr gute Erfahrungen gemacht und dies sei auch eine gute Alternative geg. einer Metro.

Man sollte sich jedoch überlegen, ob man vielleicht nur eine Linie errichten sollte, quer durch die Stadt mit jeweils nur 4-5 Haltestellen (vor allem auf Anziehungsobjekte ausgerichtet). Beispiel: Flughafen Zürich - Oerlikon (Hallenstadion) - Stadtzentrum (HB) - See (Bellevue oder Stadelhofen) dazu vielleicht noch ein Querast zu einem Fussballstadion (Letzi oder Hardturm).

Grundsätzlich denke ich, dass ein Umdenken, den Verkehr in den Untergrund zu verlegen, stattfindet. Das sieht man auch bei den neuen Plänen zum Projekt Autobahnypsilon. Auch bei den öffentlichen Verkehrsmitteln wird dieses Umdenken bestimmt auch stattfinden. Lauanne leistet momentan ausgezeichnete Pionierarbeit(obwohl ja schon früher von Flon - Ouchy eine "Metro" vorhanden war)!Auch in Neuchatel gibt es eine "Art" Zahnrad-Metro vom Bahnhof in die Region Maladiere hinunter...

Übrigens: Höchst interessant wäre auch eine Swissmetro, welche bestimmt am meisten Sinn macht. D.h. die grossen CH-Städte miteinander verbinden: Genf-Lausanne-Bern-Zürich-St.Gallen sowie Basel-Luzern-Lugano.

www.swissmetro.ch

Basel_CH
August 25th, 2007, 10:18 AM
Ich denke auch, dass rein von der Agglomeration her und dem Aufbau von Zürich eine S-Bahn grösseren Sinn macht als eine reine Stadt U-Bahn. Wie so bei vielem wirds wohl auch an den Finanzen gehangen haben, dass man sich für eine Light-Variante entschieden hat. Obwohl dass ja andere Städte in ähnlichen Dimensionen trotzdem auf die Beine kriegen (wundere ich ein wenig über die BAuwütigkeit von U-Bahn Projekten in Spanien). Wobei dort wahrscheinlich alles Zentral geregelt wird und die Stadt einen grösseren Einfluss auf die Agglo-Gemeinden ausüben kann als bei unserer autonomen Schweizer Politik mit Gemeinde- und Kantönligeist.

earthJoker
August 25th, 2007, 10:21 AM
Ich bin nur für U-Bahnen zusätzlich zum Bestehenden Tram Netz. Der Ersatz der Tram ist ein schwerwiegender Punkt der alten Pläne.

Greg
August 25th, 2007, 03:11 PM
Interessantes dazu auch da
http://www.gebrueder-duerst.ch/turicum/verkehr/Tiefbahn.pdf

lpioe
August 25th, 2007, 03:57 PM
Ich denke man sollte weiterhin die S-Bahn ausbauen.
In der Stadt selber noch ein paar Stationen hinzufügen und ein paar Tangentialverbindungen einbauen.
In einigen Städten wie z.B. in Berlin ist die S-Bahn vom Ausbau her sehr ähnlich zu einer U-Bahn.

Lake
August 27th, 2007, 12:13 PM
Zur Tiefbahnvorlage in den 60ern gibt es hier eine ganz gute und informative Seite:
http://www.tram-museum-archiv.ch/Seiten_Zeitreise/in_Zuerich/tiefbahn-D.htm

U3065
August 31st, 2007, 12:41 AM
Leute, ich weiss ned was ihr habt, aber wir haben ja hier in Zürich ne Metro, zwar nicht so lang (1.5 km) aber trotzdem sehenswert :-) :)

http://www.zrhwiki.ch/wiki/Bild:LSZH_Skymetro_001.jpg

http://www.zrhwiki.ch/wiki/Bild:LSZH_Skymetro_20060104_Caribb_001.jpg

U3065
August 31st, 2007, 12:42 AM
Leute, ich weiss ned was ihr habt, aber wir haben ja hier in Zürich mit der Skymetro beim Flughafen ne U-Bahn, zwar nicht so lang (1.5 km) aber trotzdem sehenswert :-) :)

Lake
August 31st, 2007, 12:34 PM
Leute, ich weiss ned was ihr habt, aber wir haben ja hier in Zürich mit der Skymetro beim Flughafen ne U-Bahn, zwar nicht so lang (1.5 km) aber trotzdem sehenswert :-) :)Stimmt die ging ein bisschen unter. Ist aber auch nicht wirklich öffentlich.

Hier ein paar Bilder:
http://www.bahn-bus-ch.de/bahnen/uni/uni.jpg


http://www.zuonline.ch/storys/img/120604_5.jpg


Die beiden Stationen sind architektonisch top! Beide sehr eindrücklich.

railcity
August 31st, 2007, 12:55 PM
Unter diesem Link gibt es Infos (in English) http://www.proaktiva.ch/tram/zurich/zurich05_2.html


Diese gute Seite habe ich auch schon mal vor einiger Zeit studiert. Und mit der Schlussfolgerung des Autors bin ich voll und ganz einverstanden:

"Zürich's voters chose not to trade their tram for the then so fashionable Tiefbahn or U-Bahn. Had they chosen differently, Zürich would probably now have more cars, more concrete and less quality of life. The story of Zürich shows that people want trams and that trams are good for cities!"

und weiter:

"In 1986 the U-Bahn tunnel from Milchbuck to Schwamendingen finally found transport use when routes 7 and 9 were extended through it. In contrast to the U-Bahn line, which would have terminated at Schwamendingerplatz, the tram routes continue on surface beyond this and then fork giving Schwamendingen a network density comparable to that of older parts of the system.

The subway section, on the other hand, gives passengers a taste of what they closely avoided getting a bigger portion of. The underground stops are reached through roundabout passages (imagine having to leave a subway stop by taking a stair down rather than up!), are dimly lit and often graffiti ridden. Hardly the friendliest way to entice more people to use public transport!"

und:

"Although station to station journey times by U-Bahn would doubtlessly have been shorter than anything the tram could offer, such figures would not necessarily have translated into real benefits. For example, today there are two direct tram corridors from Hauptbahnhof/Central to Schaffhauserplatz serving 7 intermediate stops between them. The U-Bahn would not only have eliminated both lines, but would have offered only one intermediate station on this section. This would have resulted in longer walks to the station for most users as well as more time spent getting to the platform (the station would have been in a deep level tunnel and reached by long escalators).

Another important effect, which such proposals fail to take into account, is that people often choose their place of residence because of the proximity of an attractive transport link to their workplace. If that link is replaced by a new one going somewhere else, it is not to the advantage of the user, however modern and fast it may be.

The great strength of the U-Bahn proposal lay in it serving outlying areas not served by trams. Today these are served by the S-Bahn suburban rail network and indeed plans are in the pipeline to (re)extend trams there too. In 1980, a main line rail connection to the airport opened, providing faster and more comfortable journeys into the centre than a U-Bahn ever could."

und:

"Aeschbacher championed many of the tram priorities which users today take for granted (or no longer notice). He also pioneered traffic calming measures, putting pedestrians and public transport at the centre of his planning rather than cars. His ideas generated reactions of both disbelief and admiration from all over the world and many of his concepts have been copied in other cities.

The Aeschbacher years saw a turning around of fortunes and attitudes. Whereas leaders had previously been ashamed of failing to deliver the Tiefbahn and U-Bahn and preferred not to mention transport at all, Zürich was achieving a model status with planners, politicians and journalists from all over the world flocking to Zürich to see what was being done.

However, in contrast to many other cities were trams had to go from being champions to outcasts and back to champions, they have always been popular and well patronised in Zürich. The priorities implemented were only achievable, both politically and financially, because the system was still largely intact and well used."

Lake
August 31st, 2007, 02:27 PM
Naja der Schreiberling scheint doch stark Voreingenommen zu sein. Einige Argumente sind ziemlich gesucht.

Vorweg: Ich bin froh, dass Zürich nicht ausschliesslich eine U/S-Bahn hat. Aber eine U-Bahn wäre eine gute Möglichkeit ein Verkehrsmittel zwischen S-Bahn und Tram zur Verfügung zu stellen. Vorallem bereits heute stark frequentierte Tramstrecken könnten so entlastet werden (Hauptbahnhof-Paradeplatz-Bellevue) da dort bei stetigem Wachstum schon recht bald ein grösseres Problem auftreten wird.


Zum Märchen mit den längeren Zugängen zu einer U-Bahn:
Es mag in gewissen Fällen zutreffen, aber spätestens dann wenn eine Tramstation zwischen den Fahrspuren einer Strasse liegt verliert man dort möglicherweise gar mehr Zeit (warten auf grün, rüberlaufen) im Vergleich zu einer einfachen U-Bahnstation mit Mittelperron (auch bei sietlichen Perrons wäre der Unterschied nicht viel grösse) Treppe runter - fertig.
Berlin hat sehr viele U-Bahnstation die da als Beispiel dienen könnten. Natürlich sieht es bei sich kreuzenden Linien schon ein bisschen anders aus - aber auch dort ist es vernachlässigbar.


Zur Milchbucklinie:
Es ist schon fast lachhaft zu behaupten weil es eine U-Bahnlinie (bzw. U-Bahntunnel mit Tramlinie) ist, seien die Stationen so vertaggt und heruntergekommen.
1. Ist die Gegend dort auch oberirdisch nicht viel schöner
2. Sind diese Haltestellen auch enorm vernachlässigt und altmodisch

Ich fühle mich in einer dieser Stationen kein bisschen unsicherer, als bei vergleichbaren oberirdischen Haltestellen.

Würden die Verkehrsbetriebe bzw. die Stadt diesen Stationen besser schauen, dann sähe das wohl anders aus.

Die Zugänge selber sind meiner Meinung nach garnicht mal so schlecht. Man ist recht schnell draussen. Zumindest bei den Stationen Waldgarten und Tierspital.

railcity
August 31st, 2007, 10:03 PM
Vorweg: Ich bin froh, dass Zürich nicht ausschliesslich eine U/S-Bahn hat. Aber eine U-Bahn wäre eine gute Möglichkeit ein Verkehrsmittel zwischen S-Bahn und Tram zur Verfügung zu stellen. Vorallem bereits heute stark frequentierte Tramstrecken könnten so entlastet werden (Hauptbahnhof-Paradeplatz-Bellevue) da dort bei stetigem Wachstum schon recht bald ein grösseres Problem auftreten wird.

Zum Märchen mit den längeren Zugängen zu einer U-Bahn:
Es mag in gewissen Fällen zutreffen, aber spätestens dann wenn eine Tramstation zwischen den Fahrspuren einer Strasse liegt verliert man dort möglicherweise gar mehr Zeit (warten auf grün, rüberlaufen) im Vergleich zu einer einfachen U-Bahnstation mit Mittelperron (auch bei sietlichen Perrons wäre der Unterschied nicht viel grösse) Treppe runter - fertig.
Berlin hat sehr viele U-Bahnstation die da als Beispiel dienen könnten. Natürlich sieht es bei sich kreuzenden Linien schon ein bisschen anders aus - aber auch dort ist es vernachlässigbar.

Zur Milchbucklinie:
Es ist schon fast lachhaft zu behaupten weil es eine U-Bahnlinie (bzw. U-Bahntunnel mit Tramlinie) ist, seien die Stationen so vertaggt und heruntergekommen.
1. Ist die Gegend dort auch oberirdisch nicht viel schöner
2. Sind diese Haltestellen auch enorm vernachlässigt und altmodisch

Ich fühle mich in einer dieser Stationen kein bisschen unsicherer, als bei vergleichbaren oberirdischen Haltestellen.

Würden die Verkehrsbetriebe bzw. die Stadt diesen Stationen besser schauen, dann sähe das wohl anders aus.

Die Zugänge selber sind meiner Meinung nach garnicht mal so schlecht. Man ist recht schnell draussen. Zumindest bei den Stationen Waldgarten und Tierspital.

@Lake, hast Du schon mal in einer U-Bahn-Stadt gelebt?

Mit den längeren Zugängen ist nicht die Situation direkt bei der Station gemeint, sondern, dass das Einzugsgebiet einer U-Bahnstation viel grösser ist, als dasjenige einer Tramstation - das heisst, der Durchschnittsbürger braucht sehr viel länger, bis er auf dem Transportmittel ist, das ihn ins Zentrum bringt. Für diejenigen, die direkt bei der U-Bahnstation wohnen, sieht es anders aus, aber das ist eine kleine Minderheit, die sich die entsprechend hohen Mieten leisten kann.

U-Bahnstationen sind ganz eindeutig ein Unsicherheitsfaktor. Selbst in Städten, wo massenhaft Polizei in U-Bahnstationen patrouilliert (übrigens ein weiterer Kostenfaktor), kann man dort nicht wirklich sicher sein. Vor allem auch die Frauen.

Das Wachstum kann absolut mit dem Tram bewältigt werden. Wir haben ja in der Regel nicht einmal einen 6-Minuten-Takt (bzw. nicht mehr). Dazu kann man weitere Linien bauen, die die anderen entlasten, zum Beispiel die Wiederauflebung der Linie 1 würde den 2-er entlasten - etc. Das ist viel billiger und effektiver.

Lake
September 13th, 2007, 01:15 PM
@Lake, hast Du schon mal in einer U-Bahn-Stadt gelebt?Wie lange muss ich in einer solchen Stadt gelebt haben, damit es für dich als gelebt zählt? ;)


Mit den längeren Zugängen ist nicht die Situation direkt bei der Station gemeint, sondern, dass das Einzugsgebiet einer U-Bahnstation viel grösser ist, als dasjenige einer Tramstation - das heisst, der Durchschnittsbürger braucht sehr viel länger, bis er auf dem Transportmittel ist, das ihn ins Zentrum bringt. Für diejenigen, die direkt bei der U-Bahnstation wohnen, sieht es anders aus, aber das ist eine kleine Minderheit, die sich die entsprechend hohen Mieten leisten kann.Naja..Was du meinst sind dann aber wohl eher die Haltestellenabstände respektive das Einzugsgebiet. Die Zugänge selber sehe ich rein technisch als Weg von der Strasse bis ins Transportmittel.

Wie gesagt müsste eine U-Bahn nicht das Tram ersetzen sondern das Angebot ausgeklügelt ergänzen. Teilweise sind Tramhaltestellen aber auch unnötig nahe beieinander. Eine U-Bahn könnte als "Querverbindun" Verkehrsknotenpunkte schnell erschliessen und dazwischen ebenfalls Stationen anbieten, wo es für ein Tram kein Platz hat. Nehmen wir mal eine fiktive Linie xxx-Escher-Wyss-Platz - Hauptbahnhof - xxx zwischen EWP und Hauptbahnhof könnte man beispielsweise mitten in den Häuserzeilen 1 oder 2 Stationen bauen. Das würde das Angebot ergänzen und Wege höchsten verkürzen aber nicht verlängern.
Natürlich wäre es keine gute Idee Tramlinien durch U-Bahnlinien zu ersetzen - aber das möchte ich auch nicht ;)

U-Bahnstationen sind ganz eindeutig ein Unsicherheitsfaktor. Selbst in Städten, wo massenhaft Polizei in U-Bahnstationen patrouilliert (übrigens ein weiterer Kostenfaktor), kann man dort nicht wirklich sicher sein. Vor allem auch die Frauen.Und an S-Bahn- oder Tramstationen soll das gross anders sein?

Das Wachstum kann absolut mit dem Tram bewältigt werden. Wir haben ja in der Regel nicht einmal einen 6-Minuten-Takt (bzw. nicht mehr). Dazu kann man weitere Linien bauen, die die anderen entlasten, zum Beispiel die Wiederauflebung der Linie 1 würde den 2-er entlasten - etc. Das ist viel billiger und effektiver.Die einzelnen Linien ja - nicht aber die Strecken und dort ist das Problem.

Das Wachstum kann absolut mit dem Tram bewältigt werden. Wir haben ja in der Regel nicht einmal einen 6-Minuten-Takt (bzw. nicht mehr). Dazu kann man weitere Linien bauen, die die anderen entlasten, zum Beispiel die Wiederauflebung der Linie 1 würde den 2-er entlasten - etc. Das ist viel billiger und effektiver.
Für Tramlinien ist im sonst schon (was Verkehrsraum betrifft) eng bemessenen Zürich auch nur Platz wenn dafür anderes weicht und das ist gerade auf der Strecke der ehemaligen Linie 1 unrealistisch.
Das eine Tramlinie ein bisschen billiger ist, stimmt. Aber effektiver?

Lake
October 20th, 2007, 09:46 PM
In der Gratiszeitung ".ch" hatte es heute einen Artikel drin zu den U-Bahnplanungen der 70er.

Der damalige Chefplaner (heute angstellt bei der ETH) wurde auch interviewt.

Er meinte, dass die Probleme einer Verbindung zwischen Limmat- und Glatttal (Dietikon-Altstetten-....-Oerlikon/Schwamedingen-..) nicht mit der neu geplanten S-Bahnlinie gelöst wird. Hält die damaligen U-Bahnplanung jedoch nicht mehr für aktuell (wohl wegen dem Flughafenast?)

railcity
October 21st, 2007, 08:41 AM
Er meinte, dass die Probleme einer Verbindung zwischen Limmat- und Glatttal (Dietikon-Altstetten-....-Oerlikon/Schwamedingen-..) nicht mit der neu geplanten S-Bahnlinie gelöst wird.

Warum nicht?

Lake
October 22nd, 2007, 09:14 AM
Warum nicht?
Nun eine S-Bahn-Linie würde - sofern kein Ausbau damit verknüpft ist - lediglich Altstetten und Oerlikon direkt verbinden. Dazwischen gibt es keinen Halt. Eie zusätzliche S-Bahnstatition wäre vielleicht noch beim Viadukt über die Hardstrasse sinnvoll.

Ohne diese würde die S-Bahn aber auf der Strecke Dietikon-Oerlikon(-Flughafen) lediglich 4 (resp. 5) Stationen aufweisen.
Die geplante U-Bahn hätte mit der Linienführung aber mind. 13 Stationen gehabt und wäre zudem heute auch noch die Lösung für den "31-Korridor".

Vielleicht ist es tatsächlich an der Zeit sich nochmal neu zu überlegen ob anstatt der Tramlinie 1 ("Limmattalbahn") eine Verwirklichung der U-Bahnidee nicht auch langfristig sinnvoller wäre. Natürlich nicht mti den Plänen aus den 70ern - sondern mit aktuellen.

U3065
October 22nd, 2007, 10:00 AM
Leute vergesst eure U-Bahn-"Träume", die bleiben Visionen. Klar würde ich solche Projekte unterstützen, jedoch sind die CH-Städte in erster Linie zu klein, aber auch die jeweiligen Regierungen zu pessimistisch eingestellt.

Funktionieren (wenn auch teuer) könnte eine U-Bahn nur, wenn man die CH-Grossstädte miteinander verbindet, also eine Art "Projekt Swissmetro", ein Projekt, welches ja bereits besteht.

www.swissmetro.ch

Lake
October 22nd, 2007, 10:43 AM
Leute vergesst eure U-Bahn-"Träume", die bleiben Visionen. Klar würde ich solche Projekte unterstützen, jedoch sind die CH-Städte in erster Linie zu klein, aber auch die jeweiligen Regierungen zu pessimistisch eingestellt. Quatsch.

In Lausanne wird ja nächstes Jahr die erste U-Bahnlinie der Schweiz eröffnet. Zudem ist Millionen-Zürich keinesfalls zu klein für eine U-Bahn. Wenn man von einer U-Bahn spricht ist damit nicht gleich ein mehrere 100km grosses Netz mit 10 Linien und 2 Minutentakt gemeint...

Funktionieren (wenn auch teuer) könnte eine U-Bahn nur, wenn man die CH-Grossstädte miteinander verbindet, also eine Art "Projekt Swissmetro", ein Projekt, welches ja bereits besteht.
Die Swissmetro ist keine U-Bahn. Sie verläuft unterirdisch, aber eine U-Bahn ist ein Verkehrsmittel für Nahverkehr.
Die Swismetro ist eine Vision, die wohl nie kommen wird und ich würde mich auch dagegen aussprechen - viel Geld für wenig Nutzen.


Der Vorteil einer U-Bahn gegenüber eine Tramlinie ist sicherlich der Platzbedarf. Eine Tramlinie muss irgendwoher Platz für das Trassee nehmen. In Zürich - wo die Strassen ohnehin schon eng sind und fast keine Freiräume bestehen müsste also die Strasse weichen - nicht gerade sinnvoll.
Zudem lassen sich mit einer U-Bahn grössere Distanzen in kürzerer Zeit zurücklegen als bei einem Tram und eine U-Bahn ist im Gegensatz zum Tram nicht von äusseren Faktoren abhängig. (Eine U-Bahn fährt auch noch zuverlässig wenn Trams bei grossen Steigungen wegen Laub auf den Schienen Probleme haben, eine U-Bahn fährt unabhängig vom Strassenverkehr usw.).

Diese Unabhängigkeit gilt natürlich auch für die S-Bahn, doch bei einer U-Bahn sind die Haltestellenabstände kürzer (wenn auch immernoch länger als beim Tram) und der Linienverlauf ist stark eingeschränkt.

Ich fände es auch falsch einfach auf eine U-Bahn zu drängen, aber es ist ebenfalls falsch diese Idee einfach aussen vor zu lassen, weil es beim letzten Versuch nicht geklappt hat.

Mich würde interessieren wie eine ernsthafte U-Bahnplanung heute aussehen würde.

U3065
October 22nd, 2007, 08:59 PM
@ Lake: Ja ok, aber die Lausanne U-Bahn "war bis anhin" ja keine richtige U-Bahn, ausser der kleine Zwischenabschnitt vom Bahnhof-Ouchy - aber das hätte man eher auch eine Zahnradbahn mit Tunnelabschnitt nennen können. Erst die M2 hat U-Bahn-Charakter, auch wenn auch hier nicht die gesamte Linie unterirdisch verläuft. Die M1 hingegen kenn ich schon ziemlich gut, da ich meine Schwester einst oft an der EPFL (ETH Lausanne) besucht habe und deshalb mit der "U-Bahn" dorthin reiste.

Lausanne hat sowieso eine ganz andere Mentalität als Deutschschweizer Städte, generell ist die Französische Schweiz weitaus weltoffener und zukunftsorientierter bei Projekten. Die doch konservativen Deutschschweizer Städte wollten bis anhin und ich denke auch möchten in Zukunft keine U-Bahn bauen. Sowieso mit dem sehr guten Angebot beim S-Bahn-Streckennetz ist eine U-Bahn auch überflüssig für die Agglomeration. In Zürich sehe ich neben den schlechten politischen Voraussetzungen auch das Problem bei der Geologie. Da die Stadt doch recht "hügelig" ist, käme eine U-Bahn auch ziemlich teuer.

Ich selbst fände eine U-Bahn als Bereicherung für die Stadt Zürich, doch seien wir realistisch: Die Opposition wäre doch zu gross. Die einzige Chance würde ich bei einer Initiative sehen, wenn sich eine gut organisierte, grosse Gruppe von Befürwortern zusammenfinden würden, um Unterschriften zu sammeln, damit nach etwaig genügend Stimmen eine Abstimmung zustanden kommen würde. Was meinst du Lake?

Lake
October 23rd, 2007, 09:26 AM
Nun Lausanne hatte ein grosses Problem im öffentlichen Verkehr - mit dieser Massnahme wird endlich ein grosses Gefäss für eine Nord-Südverbindung geschaffen.

Ob eine U-Bahn jetzt zum grösseren Teil oder- oder unterirdisch verläuft ist relativ irrelevant. Ein grosser Teil der Zürcher S-Bahn auf Stadtgebiet ist auch unterirdisch - trotzdem ists bei weitem keine U-Bahn. Noch extremer ist es in Berlin - dort fährt die U-Bahn wohl öfter oberirdischer als die S-Bahn ;)

Natürlich ist eine gut ausgebaute S-Bahn schonmal ein Grund der es einer U-Bahn in Zürich schwieriger macht, aber U- und S-Bahn sind noch immer andere Gefässe mit anderen Aufgaben und Leistungsmerkmalen.

Die m2 in Lausanne wird nächstes Jahr eröffnet und wie ich die Schweiz(er) so kenne, werden sie dann, wenn die erste U-Bahnlinie steht auf den Geschmack kommen. Zögerlich, zurückhaltend, aber das Interesse wird geweckt. Die grösste und momentan wohl einzige Chance für eine U-Bahn wäre die Linie nach Dietikon. Gross sind die Chancen aber wohl nicht.

Ein Problem für die U-Bahn ist übrigens auch das Limmattal selber. Der Boden ist relativ "sandig", was den Bau nicht wirklich erleichtert. Machbar wäre es natürlich dennoch.

U3065
October 23rd, 2007, 10:49 AM
Klar Lake, da hast du schon recht. Dietikon hätte bestimmt Potenzial oder auch Baden/Wettingen (gehört ja schliesslich auch zur Agglo Zürich). Ich arbeite hier in Altstetten und muss sagen, momentan ist es doch relativ mühsam von der City nach Altstetten zu kommen und hier arbeiten ja doch sehr viele Leute. Das Problem wird aber in den nöchsten Jahren anders gelöst, durch das neue Trassee im Zusammenhang mit der Durchmesserlinie, somit stünden die Chancen für eine U-Bahn-Verbindung nach Altstetten-Dietikon wieder schlecht.

Trotzdem würde ich eine neue Linie (auch unteridrisch) begrüssen, welche die Agglo noch mehr mit Zürich verbindet. Auch bei den grossen Einkaufszentren in der Agglo sehe ich noch Potenzial für eine bessere Einbindung in der ÖV. (Volketswil, Dietlikon, Spreitenbach, Wallisellen, Kloten).

Für mich würde es so oder so nur 2 Optionen geben für eine U-Bahn-Linie:

1. Option: Baden/Wettingen-Schlieren-Altstetten-HB-Uni/ETH-Örlikon-Dübendorf-Winterthur

2. Option: Eine Ring(U-Bahn) nach dem Vorbild der Ringoption Glattalbahn, jedoch weiter ausgedehnt: Bülach-Regensdorf-Baden-Spreitenbach/Dietikon-Birmensdorf-Wollishofen-HB-Dübendorf-Winterthur-Kloten-Bülach (oder so ähnlich). Natürlich nur Vision, glaube nicht, dass so etwas umzusetzen ist, denn 1. ist diese Variante enorm teuer und 2. gäbe es das Problem, dass bei einer Ringvariante der Anziehungpunkt (Zürich) immer jeweils 1x umfahren werden muss, also nicht auf direktem Weg befahren!

1. Option wäre darum mein Favourite!

Lake
October 23rd, 2007, 03:35 PM
Hmm...Inwiefern wird die neue Zufahrt zum Bhf Löwenstrasse das Angebot (Dietikon-)Altstetten-HB beeinflussen?

Die Zufahrt ist nur für den Fernverkehr bestimmt (und dieser hält nicht in Altstetten ausser IR nach Basel). Die S-Bahnen verkehren weiterhin über die Stammstrecke (Ausnahme die morgendlichen Einschalt-S-Bahnen auf der Strecke Altstetten-Wiedikon-..., aber die verkehren ja nicht über den HB)

Deine 1. Linienführung ist interessant.
Eine erste Etappe würde ich wie folgt vorschlagen:
Spreitenbach-Dietikon-Schlieren-Bhf Altstetten-Hardturm-EscherWyss Platz-Limmatplatz-HB-Uni-Oerlikon
od. südlich
Spreitenbach-Dietikon-Schlieren-Bhf Altstetten-Letzigrund-Albisriederplatz-Helvetiaplatz-HB-Uni-Oerlikon

mit möglichen Erweiterungen Baden-Spreitenbach und Oerlikon-Affoltern oder Oerlikon-Flughafen.

Damit würde die S-Bahn im Limmattal entlastet und sie könnte für die weiter aussenstehende Agglomeration mehr Kapazität bieten (Lenzburg, Brugg usw.) Dietikon, Schlieren usw. verfügen weiterhin über eine S-Bahnanbundung zum HB, haben jedoch zusätzlich die U-Bahn welche den 31er ablösen und die Reise beschleunigen kann. Tram und Busse decken auf den geteilten Strecken ein engmaschigeres Netz ab

Zu 2. Kennst du den "Zürkel"? ;)

U3065
October 23rd, 2007, 05:14 PM
Oh, ich sehe Lake du bist da recht gut informiert. What the fu... is Zürkel? :-) Zürkel = Zirkel? Wichtig bei Option 1 ist, dass man unbedingt Winti hineinspannen sollte. Ist schliesslich eine wichtige Grosstadt für Zürich, wenn auch nicht direkt im Agglogebiet, aber dafür Metropolitan-Area.

Lake, was hälst du eigentlich zu Trans-Rapide a la München-Flughafen oder Schwebebahn a la Wuppertal?

Lake
October 24th, 2007, 08:42 AM
"Zürkel": http://www.mouzinho.ch/zuerkel.html

Was soll ein Transrapid bringen? Wo soll er fahren? HB Flughafen? Wozu?
Der Flughafen liegt nahe und die Bahn hat lediglich 15 Minuten.
Der Flughafen München liegt mitten in der Pampa - dort ist es schon eher verständlicher, dass man so eine Expressverbindung ins Zentrum benötigt. Wobei eine gute Bahnverbindung auch reichen würde.

Schwebebahnen haben gegenüber dem Tram den Vorteil, dass sie wie eine U-Bahn (fast) kein Platz auf der Strasse wegnehmen. Gegenüber der U-Bahn ist wohl der Bau billiger.

Eigentlich hat das System aber vorallem Nachteile: Verschandelung des Strassenbilds, beinahe ausgestorbenes System (es bräuchte extra angefertigte Fahrzeuge, Technik usw. was das ganze wieder teurer macht).

Das Winterthur als Ort IN der Agglomeration (in anderen Ländern würde man Winti ganz simpel als Vorstadt bezeichnen...) eine bessere Anbindung braucht ist klar. Die U-Bahn ist aber das falsche Gefäss. Die ist für städtischen Nahverkehr gedacht. Für diesen "Agglomerations-/Vorortsverkehr" nach Winti ist die S-Bahn das richtige Gefäss

railcity
October 24th, 2007, 03:01 PM
Das Winterthur als Ort IN der Agglomeration (in anderen Ländern würde man Winti ganz simpel als Vorstadt bezeichnen...) eine bessere Anbindung braucht ist klar. Die U-Bahn ist aber das falsche Gefäss. Die ist für städtischen Nahverkehr gedacht. Für diesen "Agglomerations-/Vorortsverkehr" nach Winti ist die S-Bahn das richtige Gefäss

Wenn der Brüttemer Tunnel kommt, und die Durchmesserlinie gebaut ist, haben wir sowieso praktisch eine U-Bahn von Züri bis Winti. ;)

Natürlich nicht im herkömmlichen Sinn, aber der grösste Teil der Strecke wird dann im Tunnel gefahren, mit kurzem Auftauchen ans Tageslicht bei Oerlikon und Bassersdorf.

U3065
October 24th, 2007, 08:01 PM
Nach meinen Erkenntnissen ist das Projekt Brüttenertunnel gestorben aus finanziellen Gründen (Sparpläne). Somit aus Bahn2000 gestrichen...

Wie lang wäre der Tunnel gewesen??

Lake
October 29th, 2007, 03:47 PM
Wenn der Brüttemer Tunnel kommt, und die Durchmesserlinie gebaut ist, haben wir sowieso praktisch eine U-Bahn von Züri bis Winti. ;)

Natürlich nicht im herkömmlichen Sinn, aber der grösste Teil der Strecke wird dann im Tunnel gefahren, mit kurzem Auftauchen ans Tageslicht bei Oerlikon und Bassersdorf.Naja eine U-Bahn bezeichnet nicht per se eine unterirdische Linienführung einer Bahn, sondern ein (meist) unterirdisch geführtes, schienengebundenes, städtisches Nahverkehrssystem ;)




Kleine Frage für zwischendurch:
Was hat der heutige Glattpark mit den damaligen U-Bahnplänen zu tun?

U3065
October 29th, 2007, 09:51 PM
Kleine Frage für zwischendurch:
Was hat der heutige Glattpark mit den damaligen U-Bahnplänen zu tun?

Ich denke nichts, oder??

railcity
October 30th, 2007, 02:39 AM
Nach meinen Erkenntnissen ist das Projekt Brüttenertunnel gestorben aus finanziellen Gründen (Sparpläne). Somit aus Bahn2000 gestrichen...


Totgesagte leben länger. ;)

Auf jeden Fall taucht das Projekt da und dort immer wieder in der Diskussion auf.

railcity
October 30th, 2007, 02:39 AM
Naja eine U-Bahn bezeichnet nicht per se eine unterirdische Linienführung einer Bahn, sondern ein (meist) unterirdisch geführtes, schienengebundenes, städtisches Nahverkehrssystem ;)


Habe nichts anderes behauptet.

U3065
October 30th, 2007, 10:06 AM
Habe nichts anderes behauptet.

2:39!! Railcity: Frühaufsteher oder Spät-zu-Bett-geher?? :)

Lake
October 30th, 2007, 01:45 PM
Ich denke nichts, oder??
Das heutige Glattparkareal wäre die Abstellanlage/Werkstätte für die U-Bahnfahrzuege geworden ;)

U3065
October 30th, 2007, 01:59 PM
2:39!! Railcity: Frühaufsteher oder Spät-zu-Bett-geher?? :)

Aha, wäre auch ein wenig Schade gewesen für das gute Stück Bauland, dann es doch lieber mit Bauklätzen zupflastern, als es für ne Abstellanlage zu verwenden...

Lake
December 7th, 2007, 03:38 PM
http://www4.stzh.ch/stadtarchiv/Imagekampagne/U-Bahn/U-Bahn.htm

Greg
January 31st, 2008, 07:09 AM
Hier noch ein Filmbericht im sfdrs archiv
http://www.sf.tv/archiv/index.php

kriminalTANGO
April 26th, 2010, 06:16 PM
Hier ein interessanter Artikel zum Thema: Zürich träumte vom Untergrund | baublatt.ch (http://www.baublatt.ch/news/verkehr/zuerich-traeumte-vom-untergrund%C2%A0)

Tram-Museum Zürich Sonderausstellung: U-Bahn in Zürich - Träume, Projekte, Abstimmungskampf (http://www.tram-museum.ch/content.php?id=3)

nils16
April 26th, 2010, 09:33 PM
Ich wäre immer noch für einige U-Bahn Linien für weitere Strecken hier in Zürich. Mit dem Tram gehts nur langsam vorwärts...

Aber ich hör auf zu träumen... Wir sind ja in Zürich wo alles sehr sehr lange dauert bis etwas bewilligt wird.

kriminalTANGO
April 26th, 2010, 10:18 PM
^^ Da müsste einer ein paar Milliarden zu viel haben… Und auch dann wären diese anderswo viel sinnvoller investiert, zum Beispiel in Tram-, S-Bahn- und anderen Bahnprojekten in der Schweiz (Hochgeschwindigkeitsnetz!).

Dass die U-Bahn schneller fährt, wird auf kurzen Strecken durch die Treppenzugänge zu den unterirdischen Haltestellen und längeren Fusswegen (da die Haltestellenabstände grösser sind) wieder wettgemacht. Für längere Strecken gibt es die S-Bahn. Daher hat eine U-Bahn kaum Vorteile gegenüber einem Tram, für das dass sie dafür um einiges teurer ist. U-Bahnen haben schlechte Kosten-Nutzen-Verhältnisse.

Der Sinn des U-Bahn-Booms vor 50 Jahren war nur, auf der Oberfläche Platz für MIV-Schneisen und Parkplätzen zu schaffen (und damit die Lebensqualität in der Stadt bachab zu schicken und die Leute aufs Land zu vertreiben).

Also vergesst dieses System für Städte ohne bestehendes U-Bahn-Netz. Zürich hat das beste ÖV-Netz der Schweiz (Europas? Der Welt?) auch ganz ohne U-Bahn. Lausanne ist heute ein topographisch bedingter Spezialfall.

earthJoker
April 27th, 2010, 08:23 AM
Gebe dir recht. Als ich das letzte mal in London war, waren wir auch erstaunt wie langsahm man mit der Tube vorwärtskommt, gerade bei den tieferen Bahnen lohnt es sich erst etwa ab 3 Stationen Fahrdistanz überhaube die Tube zu nehmen. Eigentlich machen nur U-Bahnen sinn, die im Tagbau direkt unter die Strassen gebaut werden. Aber das macht in Zürich wiederum aus topographischer sicht weniger Sinn, auserdem haben die Strassen viele Kurven, da wird es schwierig, dass die U-Bahn dem verlauf folgen können.

raggaman
April 27th, 2010, 11:21 PM
Da bin ich überhaupt nicht gleicher Meinung.

Wenn ein U-Bahnnetz von Grund auf neu geplant und gebaut wird, dann lassen sich auch die Kilometer langen unterirdischen Gänge vermeiden und das Argument mit den langen Zugangswegen zählt nicht mehr.

Zürich hat heute zwar ein relativ gutes ÖV-System, aber dieses ist bei weitem nicht perfekt und stösst langsam aber sicher auch an die Kapazitätsgrenzen! Einzelne Linien sind zu den Stosszeiten schon heute hoffnungslos überfüllt, Trams werden vom Autoverkehr behindert, müssen an Lichtsignalen warten etc., von den Buslinien wollen wir gar nicht erst sprechen...

Das Tram- und S-Bahnnetz kann jedoch nicht beliebig ausgebaut werden, es gibt einige Engpässe, auf welchen die Kapazität begrenzt ist
und nicht mehr erweitert werden kann. So gibt es auf dem Tramnetz einige zu kurze Haltestellen und zu schmale Strassen, welche sich nicht ausbauen lassen. Und über den HB und das Bellevue können nicht beliebig neue Linien geführt oder der Takt erhöht werden, denn schon heute stehen sich die Trams an diesen Punkten gegenseitig im Weg!
Da in Zukunft Passagiere und Verkehrsaufkommen weiter zunehmen werden, ist ein Chaos vorprogrammiert!

Darum braucht Zürich als Ergänzung zum Tram- und S-Bahnnetz eine U-Bahn für längere Distanzen innerhalb der Stadt. Es sollte schon heute mit der Planung begonnen werden, und nicht erst wenn der Zusammenbruch perfekt ist...

Kolja@ZH
April 28th, 2010, 12:09 AM
[...]

Darum braucht Zürich als Ergänzung zum Tram- und S-Bahnnetz eine U-Bahn für längere Distanzen innerhalb der Stadt. Es sollte schon heute mit der Planung begonnen werden, und nicht erst wenn der Zusammenbruch perfekt ist...

Wieso keine Hochbahnen? Bilder (http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=521380&page=8)
Letzter Jahr war ich für ein Austauschsemester in Beijing und fand es zu Beginn aufregend mit der U-Bahn zu fahren, da es einem ein gewisses grossstädtisches Gefühl gibt. Mit der Zeit aber litt die Lebensqualität, da die ganze Zeit immer nur in der gleichen langweiligen Röhre sich fortbewegt. Hochbahnen aber auch Tram und leichte Schienenfahrzeuge geben einem wenigstens ein wenig Aussicht im täglichen Verkehr. Insbesondere im Winter stelle ich es mir in Zürich sehr trist vor, da durch die Benützung der U-Bahn noch die restlichen paar Minuten Tageslicht aussserhalb der Arbeitszeit einem gestohlen würden.

http://liftlab.com/think/imgblog/monorail.gif

earthJoker
April 28th, 2010, 07:53 AM
Wenn ein U-Bahnnetz von Grund auf neu geplant und gebaut wird, dann lassen sich auch die Kilometer langen unterirdischen Gänge vermeiden und das Argument mit den langen Zugangswegen zählt nicht mehr.

So einfach ist es nicht. Du kannst ja die U-Bahn Tunnel auch nicht beliebig bauen, da bleibt einem nichts anderes als die Stecke zwischen Perron und Ausgang zu überbrücken. Und den Höhenunterschied kriegst du ganz einfach nicht weg.

kriminalTANGO
April 28th, 2010, 03:05 PM
^^ Das ist richtig. Der Höhenunterschied, der überbrückt werden muss, macht schon einiges aus.

Zu den Kapazitätsproblemen: Deren Lösung ist mit Trams auch möglich. Deswegen redet man auch davon, die Bahnhofbrücke auf 4 Gleisen auszubauen. Und solange es noch Strassen gibt, kann der ÖV oberirdisch immer noch ausgebaut werden. Das geht dann halt auf Kosten des motorisierten Individualverkehrs, der dann vermehrt aus der Stadt fernzuhalten ist, am besten durch Park & Rides und Roadpricing.

Schlussendlich werden auch Studien gemacht, um zu zeigen, wie ein Kapazitätsproblem zu lösen ist (siehe in Basel mit dem S-Bahn-Herzstück). Aber ich denke, dass in den nächsten 50 Jahren noch keine Gedanken über ein neues, teures System gemacht werden müssen.

Wenn schon würde ich, wenn es wirklich nicht mehr anders geht, kurze und nicht allzu tiefe unterirdische Tramstreckenabschnitte vorschlagen, welche aber die oberirdischen Anlagen nicht ersetzen. Diese würden unter überlasteten Punkten wie das Bellevue hindurch führen und so jeweils eine zweistöckige Haltestelle ermöglichen, sofern an der Oberfläche wirklich gar kein Platz für weitere Perrongleise mehr bestünde. Dies wäre aber wie gesagt Zukunftsmusik.

Zudem wird in Zukunft wegen den steigenden Energiepreisen die Mobilität nicht mehr so stark zunehmen und die Leute werden sich vermehrt ihren Wohnort möglichst nahe am Arbeitsplatz aussuchen, was auch gut so ist.

earthJoker
April 28th, 2010, 03:53 PM
Den einzigen entscheidenden Vorteil für eine U-Bahn mit eigenem System sehe ich darin, dass spezifische Fahrzeuge benutzt werden könnten. Dass heisst, eine höhere Perronkannte und eine Anpassung ans Tunnelprofil (z.B. seitliche Stromabnehmer). Dadurch könnte man kleinere Tunnelprofile verwenden und man könnte den Fahrkonfort steigern.

Stadtbahn-sascha
April 30th, 2010, 10:26 PM
Hallo

Heute erschien im Tages Anzeiger ein Artikel über die Ausstellung im Trammuseum über die Pläne der zürcher U-Bahnprojekte. Ich würde gerne wissen was Ihr davon haltet;
Ich poste hier mal den letzten Abschnitt des Artikels:

Wie sähe Zürich heute aus, wäre die Vorlage angenommen worden? Die Geschäftsleiterin des Tram-Museums, Esther Germann, kann sich zwei Szenarien vorstellen. Denkbar sei, dass Zürichs Image-Tief in den 80ern und die Landflucht hätten vermieden werden können. Oder die negativen Aspekte der Stadt wie Lärm, Verkehr, hohe Preise und bauliche Verdichtung bereits früher eingetreten wären. Ernst Berger, ehemaliger VBZ-Angestellter und Fachmann, ergänzt: Von den Städten mit U-Bahn sei höchstens Helsinki mit seinen 1,5 bis 1,7 Millionen Einwohnern mit dem Kanton Zürich vergleichbar. Dort gebe es eine einzige U-Bahn-Linie, und kein Netz. «Eine U-Bahn wäre für Zürich wohl überrissen gewesen.»

Beim Ende des Artikels standen mir tatsächlich beinahe die Haare zu Berge!
Die Behauptung von diesem Fachmann Ernst Berger ist dermassen falsch und fragwürdig dass ich mich schon fast fragen muss weshalb Sie wohl überhaupt gemacht wurde. Also das Er überhaupt mit dem Kanton Zürich kommt ist schon sehr skuril. Auch Ihr wisst hoffentlich das es einige Städte in der grössenordnung der Stadt Zürich gibt welche vollwertige U-Bahnen haben, und dutzende weitere mit Stadtbahnen...
langsam frage ich mich ob diese Tatsache von den VBZlern bewusst ignoriert wird... Was meint Ihr?

Lake
April 30th, 2010, 10:39 PM
Seit wann Helsinki 1,5 Millionen Einwohner hat würde mich am meisten interessieren :lol:
(Es sind irgendwas um die 500'000)

steve5
April 30th, 2010, 11:47 PM
Für mich ist die wichtigste fehlende Strecke "HB - Helvetiaplatz". Von dort aus würde ich sie weiterführen über den Bullingerplatz zum Letzigrund und dann weiter bis nach Dietikon. Wo würdet ihr die U-Bahn durchführen?

BoardZH
January 4th, 2012, 10:38 PM
http://www.videoportal.sf.tv/video?id=15adabd7-74b1-492d-8afe-35cdc0efeca8

Nahverkehr: Unter den Boden damit?

Nach der Ablehnung der «Tiefbahn Zürich» durch das Volk im Jahr 1962 will die Stadt nun doch eine U-Bahn bauen. Erste Stationen werden präventiv schon mal gebaut. Trotzdem wird das Volk 1973 auch das U-Bahn-Projekt ablehnen. Es hält eisern am ewig modernen Tram fest. («Spektrum Schweiz» vom 15.1.1970)

http://www.videoportal.sf.tv/video?id=0adec73a-49bf-4c94-8f3a-e3c04bb04bfc;DCSext.zugang=videoportal_aehnlichevideos

Zürcher U-Bahn

Zürich sieht sich gerne als Weltstadt. Eines unterscheidet die Stadt jedoch von anderen Metropolen: Zürich hat zwar ein riesiges Tramnetz, aber keine U-Bahn. Vor 50 Jahren wollte auch Zürich eine richtige U-Bahn bauen. Das Stimmvolk lehnte das geplante Untergrund-Netz jedoch ab. Andy Müller berichtet über eine nie realisierte Vision.

nils16
January 5th, 2012, 03:44 AM
Zürich muss mehr in die Zukunft schauen. Ich finde es ist höchste Zeit ein U-Bahn Netz zu bauen. Zürich ist eine sehr kleine Stadt verglichen mit anderen Städten.