View Full Version : Love Parade nach 2011 wieder in Berlin?


Ludi
August 26th, 2007, 06:16 PM
http://www.loveparade.de/

Die Love Parade veranstalter sind ja nun bis 2011 in Ruhrpott, die frage ist, wohin gehts danach?
WIeder zurück nach Berlin etwa?
Oder reisen sie weiter?
Hat wer genauere Infos?

Pølser Hawkins III
August 26th, 2007, 06:32 PM
Laut Insidern entscheidet es sich zwischen Bad Oeynhausen (bessere Stimmung, nicere people) und Berlin (Senat winkt mit Fördermillionen aus Bundesergänzungszuweisungen und Freibuletten für den Veranstalter). Ergebnis noch offen.

Ludi
August 26th, 2007, 06:37 PM
aufbau ost und der ganze Kram geht doch net mehr so lange^^

Naja, die Love Parade Veranstalter werden bestimmt Berlin in den Arsch kriechen und betteln das sie wieder zurück dürfen^^
WOllen wohl noch BBI abwarten :lol:
Alle warten auf BBI, da muss ja dann ab 2011 boomzeitalter in Berlin anbrechen^^

KoolKeatz
August 26th, 2007, 11:27 PM
aufbau ost und der ganze Kram geht doch net mehr so lange^^

Naja, die Love Parade Veranstalter werden bestimmt Berlin in den Arsch kriechen und betteln das sie wieder zurück dürfen^^
WOllen wohl noch BBI abwarten :lol:
Alle warten auf BBI, da muss ja dann ab 2011 boomzeitalter in Berlin anbrechen^^

BBI Bla Bla BBI Bla BBI ... ich kanns nicht mehr hören. Alles wird gut wenn der BBi kommt. Das ist im Prinzip alles was du zu sagen hast.

Tannenschnaps
August 27th, 2007, 12:20 AM
Wenn der BBI aufmacht werden die Loveparade-Wagen direkt mit nem nicen Cargoflugzeug eingeflogen. Dann kann der Pott sein großes Glämermaul zumachen! :applause:

Mal ehrlich Ludi...vermisst du die Loveparade so sehr?

Kampflamm
August 27th, 2007, 12:32 AM
Wenn BBI kommt geht's los! Boom, Lebensraum, Love Parade...

Kampflamm
August 27th, 2007, 12:35 AM
Love Parade auf dem Skywalk ab 2011...und mittendrin Bundeskanzler Wowi.

Kampflamm
August 27th, 2007, 12:50 AM
Goede muziek zum Airplane-Watching @ BBI. (http://www.123video.nl/playvideos.asp?MovieID=16495)

Tannenschnaps
August 27th, 2007, 01:13 AM
Da sieht man es mal wieder: Kampflamm der Altnazi.

"Lebensraum". Pah...so in der Öffentlichkeit die Hosen runtergelassen. Dein schwarzbraunes Vokabular enttarnt dich.

Ich sehe es kommen:

BBI wird zur Besiedlung Osteuropas mit Wehrbauern genutzt! Von dort aus starten dann die Reichsflugscheiben ihren Blitzkrieg gegen Polen! Himmler hat es schon damals vorausgesagt!

Stoppt die braune Brut! Berlin muss dem Erdboden gleich gemacht werden!

Vielleicht einfach mal ne nice Über-Loveparade in Berlin machen? Danach ist Berlin so gut wie platt...

Ludi
August 27th, 2007, 12:31 PM
Wowi wird nur First Lady. Bundeskanzler wird Gaydo Westerwelle.
Vergiss nicht, daß Ludi die "FPD" wählt

:rofl: :rofl: :rofl: :rofl: :rofl: :rofl: :rofl: :rofl: :rofl: :rofl: :rofl: :rofl: :rofl:


Danke für die Unterhaltung! finds zum schiessen was aus so nem Thread wird wenn man nach na Nacht und so da wieder rein guckt :)

Ludi
August 27th, 2007, 12:34 PM
BERLIN IS AM KOMMENNNNNNNNNNN!!!

ACHTUNG!

2011 wird in die Geschichte gehen!!!!

Dann geht die Party in Berlin erst richtig ab!!!!!

:dance:
Berlin!!!!!!
:dance:
Berlin!!!!!!
:dance:
Berlin!!!!
:dance:
Berlin!!!!!!
:dance:
Berlin!!!!!
:dance:
Berlin!!!!!

Ludi
August 29th, 2007, 10:42 PM
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Stadtleben-Loveparade-Love-Parade;art125,2368651

Tannenschnaps
August 29th, 2007, 10:58 PM
Bitte? Kein Kommentar? Sie kommentieren wohl nur positive Meldungen/Nachrichten über die Reichshauptstadt? So geht das aber nicht...

Meiner Meinung nach ist das kein Verlust. So.

Max BGF
August 31st, 2007, 02:05 PM
Schlage einen extra Bundesstaatssekretär für 'Loveparade 2011 zurück nach Berlin' vor. Finanzierung durch dauerhafte Erhöhung des Soli, schließlich soll die Parade in der Glemmortaun bleiben.

Werden im Mega Biotechcluster eigentlich schon erste Berliner Geschäftsleute erstellt, damit von BBI aus nicht nur Florida-Rolfs, Schweinepolitiker und Billigflieger abheben?

Kampflamm
August 31st, 2007, 05:19 PM
Können die Pharmakonzerne die Loveparader als Versuchskaninchen benutzen?

Max BGF
November 25th, 2007, 03:22 PM
Die Loveparade in Essen war ganz ein großer Erfolg (http://www.essen.de/loveparade_htmlschnell/loveparade.htm)

Event der Superlative zog 1,2 Millionen Fans nach Essen. „Die Stimmung war unglaublich, noch besser als in BerlinUnglaublich, Google-Trends (http://www.google.com/trends?q=loveparade)

Cities

1. Essen, Germany
2. Dortmund, Germany
3. Wuppertal, Germany
4. Duisburg, Germany
5. Wesel, Germany
6. Bochum, Germany
7. Dusseldorf, Germany
8. ↓↓↓Berlin↓↓↓, Germany
9. Aachen, Germany
10. Bielefeld, Germany


Auch interessant, mehr international, die Ostgebiete vorne, erster Platz für Stettin (http://www.google.com/trends?q=love+parade&ctab=0&geo=all&date=all&sort=0).

dudu21(ona)
November 26th, 2007, 05:48 PM
die Lopa muss wieder nach Berlin,
in Essen war es zwar schön usw., aber Berlin ist halt Berlin, dort ist die Lopa entstanden und eine andere Stadt passt einfach nicht (Berlin bietet viel mehr Platz, ......)

Suppe
July 25th, 2010, 03:09 PM
OHHH NEEEEEEIIIIIINNNNN, es wird nie wieder eine Loveparade geben!
Das ist so Grauenvoll! Und ich war gerade mal 1 mal daaa! Oh Mein Gott!!!

miau
July 25th, 2010, 03:33 PM
Nächstes Jahr ist sie in der Megametropole Gelsenkirchen...

Tannenschnaps
July 25th, 2010, 04:10 PM
Habe gehört, dass es keine Loveparade mehr geben wird.

Fuckparade war/ist eh geiler. Miau mit blauer Perücke am Anfang und derbe Manboobs ab 3:00.

NTxrvfUIKH4

dudu21(ona)
July 25th, 2010, 11:00 PM
Nach dem tragischen Unglück vom Samstagabend wird es künftig keine Loveparade mehr geben. Das teilte Veranstalter Rainer Schaller am Sonntag auf einer Pressekonferenz in Duisburg mit. „Ich bin furchtbar bestürzt und in tiefer Trauer“, sagte Schaller zu der Tragödie mit 19 Toten und 342 Verletzten.

mehr:
http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/musik/2010/07/25/loveparade-tragoedie/veranstalter-schaller-spricht-vom-aus.html

miau
July 25th, 2010, 11:04 PM
gut so! Techno war sowieso schon tot.

George W. Bush
July 25th, 2010, 11:13 PM
So tot wie Mäulchen.

miau
July 25th, 2010, 11:14 PM
:(

George W. Bush
July 25th, 2010, 11:20 PM
Nicht traurig sein. Vielleicht bekommen wir ja bald eine neue Foristin. Krällchen, Schnurrli, Maunzi, Schwarzekatz oder so ähnlich.

Pusteblume
July 25th, 2010, 11:26 PM
Vielleicht auch eine Floristin? :)

George W. Bush
July 25th, 2010, 11:38 PM
Herzlich Willkommen.

Pusteblume
July 25th, 2010, 11:40 PM
vielen Dank... :)

Also, wie gesagt, Techno als Massenkultur ist wohl vorbei, die Loveparade war Ausduck des Zeitgeistes der späten 90er.

Bauer-Ewald
July 25th, 2010, 11:45 PM
Techno hatte gerade seine Wiedergeburt als coole Nischenbewegung erlebt

George W. Bush
July 25th, 2010, 11:46 PM
Alles vergeht, wie eine Pusteblume im Wind.

Energy2003
July 25th, 2010, 11:52 PM
vielen Dank... :)

Also, wie gesagt, Techno als Massenkultur ist wohl vorbei, die Loveparade war Ausduck des Zeitgeistes der späten 90er.


weniger die Medien zitieren und die Besucherzahlen von Technoevents (Techno als Sammelbegriff) aus zB Polen, Holland, Italien, ... hernehmen

Tannenschnaps
July 26th, 2010, 02:56 AM
Techno ist doof. Bei der Auswahl lieber was anderes wählen.

List of electronic music genres (http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_electronic_music_genres)

Hier hat auch einer zum ersten Mal Flash benutzt und fand das wohl total geil:

Electronic Music Guide (http://techno.org/electronic-music-guide/)

Lefthandy
July 26th, 2010, 09:08 AM
Also, wie gesagt, Techno als Massenkultur ist wohl vorbei, die Loveparade war Ausduck des Zeitgeistes der späten 90er.

Die Loveparade als Massenveranstaltung war Ausdruck des Zeitgeistes von Mitte bis Ende der Neunziger. Die Loveparade an sich war Ausdruck des Aufbruchs ins Zeitalter der elektronischen Tanzmusik und leutete damit Ende der 80er die allerfrühesten Neunziger ein.

Techno hatte gerade seine Wiedergeburt als coole Nischenbewegung erlebt

Dann kann man ja wieder bei den Roots beginnen. Die Fuckparade ist da doch eine gute Basis (gibts die eigentlich noch?). Der Name passt auch eh viel besser, ist nicht so euphemistisch weichgespült. Allein das dürfte dafür sorgen, dass nicht wieder so ein gesamtdeutscher Karneval draus wird.

CrayZD
July 26th, 2010, 10:58 AM
^^ Sag das nicht. Letzendlich springen Sponsoren und Trittbrettfahrer auf alles auf, was irgendwie cool erscheint.

Das ist doch letztendlich dasselbe wie beim Berliner / Hamburger Gentrifizierungsproblem: was als hip gilt, wird vermarktet. Und ist damit irgendwann automatisch nicht mehr hip. Ein Kreislauf, an den wir uns wohl gewöhnen müssen.

Es gibt zwar Bereiche, in denen die Entwicklung etwas länger dauert. Aber ich bin mal gespannt, wann das Interesse an Fußball in D wieder abnimmt, weil die Vermarktungswelle ihren Höhepunkt erreicht hat.

George W. Bush
July 26th, 2010, 11:42 AM
Wann wird die Wunder Bar endlich mal vermarktet? Will auch reich werden.

Kampflamm
July 26th, 2010, 11:47 AM
Wunderbar powered by Gazprom?

goschio
July 26th, 2010, 11:55 AM
token error

CrayZD
July 26th, 2010, 11:56 AM
Zu halbherzig. Wenn, dann 'die Gazprom-Wunderbar'.

goschio
July 26th, 2010, 11:57 AM
Oder einfach nur Gazprom-Bar.

Kampflamm
July 26th, 2010, 11:57 AM
T-Mobile-Wunderbar powered by Gazprom

DiggerD21
July 26th, 2010, 01:59 PM
KIK'n'Schlecker-Wunderbar

erbse
July 26th, 2010, 02:10 PM
^ :applause:!

George W. Bush
July 26th, 2010, 02:25 PM
Nein, nein. Wir müssen beim Marketingkonzept das Elitäre-aber-nicht-Exklusive der Wunder Bar hervorheben.

Ludi
July 26th, 2010, 05:45 PM
http://travel.smart-guide.net/wp-content/uploads/2009/10/Love-Parade-in-Berlin.jpg

http://fardi.files.wordpress.com/2009/01/loveparade3.jpg

http://static.motor.de/bilder/1589f6c65906c16edf72322bd1f3580a.jpg

http://www.hanstein.com/uploads/pics/PH-Loveparade.jpg

http://www.wochenpostusa.com/Assets/love_parade2006.jpg

http://farm1.static.flickr.com/105/274789753_3fb005f681.jpg

http://fardi.files.wordpress.com/2009/01/germanloveparade.jpg

http://einestages.spiegel.de/hund-images/2007/10/17/88/83e852d23d4b72f910815766fa27ea24_image_document_large_featured_borderless.jpg

http://www.morgenpost.de/multimedia/archive/00128/saeule_06_loveparad_128431b.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/dc/Loveparade_1999.jpg


:rock::rock::rock:
:cheer::cheer::cheer::cheer::cheer:
:dance:


Duisburg:

http://gdb.rferl.org/975C1C56-8B91-41B6-979A-B58ABEC4218F_w527_s.jpg

http://news.xinhuanet.com/english2010/world/2010-07/25/13414609_101n.jpg

http://msnbcmedia3.msn.com/j/MSNBC/Components/Photo/_new/100724-parade-hmed-10a.grid-10x2.jpg


:ohno:

Partymeister= Berliner ^^

Die Loveparade sollte zurück nach Berlin und zwar eine neue Loveparade, nicht von Mc-Fit und so wie in guten alten Zeiten.

Was mir dabei einfällt, wenn man den Tiergarten nicht mit Pisse überfluten lassen will, dann könnte man auch Tempelhof nutzen, eine gigantische Fläsche, da würden bestimmt 2mio locker genug Platz haben. ^^

Energy2003
July 26th, 2010, 06:28 PM
^^

1.) wenn es so einfach wäre die "gute alte Zeit" wiederzubringen; würde es jeder tun; ist es aber nun mal nicht

2.) ne Massenpanik kanns ÜBERALL geben wo genug Leute zur falschen zeit auf dem falschen Ort drücken; wenn du an der Siegessäule stehst ist es zB wurst ob 100m weiter Wiese ist. dann hast du einfach JETZT und HIER ein Problem (im fall duisburg waren die faktoren stärker vorhanden)

Kampflamm
July 26th, 2010, 06:57 PM
Aber so einen Adrenalinstoß wie in DU hat man in Berlin bestimmt nie erlebt.

Rohne
July 26th, 2010, 07:03 PM
Auch als stolzer Frankfurter kann ich nur sagen dass die Loveparade einzig nach Berlin gehört und nirgendwo anders hin.

Diese Ruhrpott-Loveparades hab ich ja konsequent boykottiert, mal ganz abgesehen davon dass auch die Lineups immer schlechter geworden sind. An der Siegessäule legten noch Ikonen wie Sven Väth, Markus Löffel aka Mark Spoon (R.I.P.), Hell, Carl Cox, Sasha oder der Erfinder Dr. Motte himself auf, im Ruhrpott wurde dagegen das Volk mit Ballermann-Mucke von Tiesto oder David Guetta verdummt.

Die definitiv beste Parade war übrigens paradoxerweise anno 2004, dem Jahr als die Loveparade selbst zum ersten Mal ausgefallen ist. Als "Ersatz" fand dann eine Veranstaltung namens "Fight the Power" statt, genehmigt als Demonstration (so wie es bis 2000 auch die Loveparade selbst war) mit dem Ziel der Rückkehr der Loveparade. 20000 Gestörte zogen über den KuDamm, der ursprünglichen Loveparade-Strecke, beschallt von 3 oder 4 3,5t-LKWs mit provisorischen DJ-Pulten. Quasi ne Wiederholung der 1992er Loveparade ;) Hat mir definitiv mehr Spaß gemacht als die damals schon viel zu durcheventisierten Loveparades an der Goldelse.
Das was nach der Jahrtausendwende dafür gesorgt hat dass die Loveparade immer noch ein absolutes Muss war, war weniger die Parade selbst, sondern halt diese "Loveweek", wo man quasi eine Woche lang ununterbrochen in hunderten Locations durchfeiern konnte. Der Radiosender Fritz hat damals zB 50-60 Stunden lang ununterbrochen (mit Ausnahme von Nachrichten/Verkehrsfunk und der Übertragung der Abschlusskundgebung von der Siegessäule) die DJ-Sets der eigenen Veranstaltung im Air-O-Soul bzw in den letzten Jahren im Cafe Schönbrunn übertragen. Und da haben auch etliche Szenegrößen aufgelegt. Unvergessen auch die Veranstaltungen im Tresor, Electric Kingdom, etc etc. Das waren noch Zeiten...

George W. Bush
July 26th, 2010, 07:28 PM
Die Love Parade war wohl einfach "zu undeutsch" in ihrer Freizügigkeit und Anarchie. Man hat progressiv versucht sie zu ordnen und in gelenkte Bahnen zu bringen, was dem Geiste der Veranstaltung widersprach. Erst hat man sie vom Kudamm weg in eine weniger exponierte Strecke entlang der 17. Juni verbannt, anschließend gezwungen fein säuberlich alle Reinigungskosten zu übernehmen und als dann die Unordnung und die Müllmengen im Tiergarten "untragbar" wurden gleich ganz aus Berlin herausgeekelt. Ein Wunder, daß es überhaupt so lange gehalten hat.

Pusteblume
July 26th, 2010, 07:43 PM
Auch als stolzer Frankfurter kann ich nur sagen dass die Loveparade einzig nach Berlin gehört und nirgendwo anders hin.

Diese Ruhrpott-Loveparades hab ich ja konsequent boykottiert, mal ganz abgesehen davon dass auch die Lineups immer schlechter geworden sind. An der Siegessäule legten noch Ikonen wie Sven Väth, Markus Löffel aka Mark Spoon (R.I.P.), Hell, Carl Cox, Sasha oder der Erfinder Dr. Motte himself auf, im Ruhrpott wurde dagegen das Volk mit Ballermann-Mucke von Tiesto oder David Guetta verdummt.

Die definitiv beste Parade war übrigens paradoxerweise anno 2004, dem Jahr als die Loveparade selbst zum ersten Mal ausgefallen ist. Als "Ersatz" fand dann eine Veranstaltung namens "Fight the Power" statt, genehmigt als Demonstration (so wie es bis 2000 auch die Loveparade selbst war) mit dem Ziel der Rückkehr der Loveparade. 20000 Gestörte zogen über den KuDamm, der ursprünglichen Loveparade-Strecke, beschallt von 3 oder 4 3,5t-LKWs mit provisorischen DJ-Pulten. Quasi ne Wiederholung der 1992er Loveparade ;) Hat mir definitiv mehr Spaß gemacht als die damals schon viel zu durcheventisierten Loveparades an der Goldelse.
Das was nach der Jahrtausendwende dafür gesorgt hat dass die Loveparade immer noch ein absolutes Muss war, war weniger die Parade selbst, sondern halt diese "Loveweek", wo man quasi eine Woche lang ununterbrochen in hunderten Locations durchfeiern konnte. Der Radiosender Fritz hat damals zB 50-60 Stunden lang ununterbrochen (mit Ausnahme von Nachrichten/Verkehrsfunk und der Übertragung der Abschlusskundgebung von der Siegessäule) die DJ-Sets der eigenen Veranstaltung im Air-O-Soul bzw in den letzten Jahren im Cafe Schönbrunn übertragen. Und da haben auch etliche Szenegrößen aufgelegt. Unvergessen auch die Veranstaltungen im Tresor, Electric Kingdom, etc etc. Das waren noch Zeiten...


ja stimmt :)

earthJoker
July 26th, 2010, 07:51 PM
Wie erwähnt haben solche Paraden andernorts weiterhin Erfolg.
http://zdb.ch/00009_deligusto/image/mid/Streetparade_05_foto_thomas_entzeroth_zuerich.jpg
Mal schauen wie es dieses Jahr wird, das Wetter ist die entscheidende Komponente. Über die Brücke im Bild ist übrigens schon eine Diskussion in den Medien entbrannt.

Ludi
July 26th, 2010, 07:54 PM
^^

1.) wenn es so einfach wäre die "gute alte Zeit" wiederzubringen; würde es jeder tun; ist es aber nun mal nicht

2.) ne Massenpanik kanns ÜBERALL geben wo genug Leute zur falschen zeit auf dem falschen Ort drücken; wenn du an der Siegessäule stehst ist es zB wurst ob 100m weiter Wiese ist. dann hast du einfach JETZT und HIER ein Problem (im fall duisburg waren die faktoren stärker vorhanden)


Das ist einfach falsch, in Duisburg war das eine Burg mit Betonmauern, Tunneln, Autobahn und Gleisen als Begrenzung( 10m hohe Mauern) und nur einen wirklichen Ein und Ausgang.
Im Tiergarten gibts weder Tunnel wo Partypeople durch gegangen sind noch Gleise die auf einer höheren Ebene das Gelände begrenzen, sondern ein großer Park, wo bei 5menschen pro quadratmeter die Menschen schon viel früher in den Park gedrängt worden wären.

Einfach total ungeeignetes Gelände, bei sollchen Massen muss Platz und viel Puffer und genügend Wege vorhanden sein, um das Gedrängel in die Breite zu verschieben, was bei Tunneln und Autobahnen und Gleisen auf 10m höheren betonmauern die das ganze Areal umschließen nicht vorhanden ist! :ohno:

Ludi
July 26th, 2010, 08:03 PM
Was sagt unsere zukünftige Führerin eigentlich dazu?!

http://2.bp.blogspot.com/_7_bK_W1kMSc/RwzTBr3dMQI/AAAAAAAAAAU/ehX3qG2_2jY/s200/eva-hermann-montage.png
Hier ein paar Statements:

„Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen.“

„Sex- und Drogenorgie Loveparade: Zahlreiche Tote bei Sodom und Gomorrha in Duisburg“

„ Bei der Betrachtung der Bilder habe sie geglaubt, „in der Verfilmung der letzten Tage gelandet zu sein, wie sie in der Bibel beschrieben werden“

Energy2003
July 26th, 2010, 08:29 PM
Wie erwähnt haben solche Paraden andernorts weiterhin Erfolg.
http://zdb.ch/00009_deligusto/image/mid/Streetparade_05_foto_thomas_entzeroth_zuerich.jpg
Mal schauen wie es dieses Jahr wird, das Wetter ist die entscheidende Komponente. Über die Brücke im Bild ist übrigens schon eine Diskussion in den Medien entbrannt.



wenn sie abgesagt wird, ist es mit der Ravekultur in Zürich /(zumindest für grosse happenings) eh gestorben


"Mainstation" hat sich geändert, "Energy" zum letzten mal, wenn jetzt noch die streetparade abgesagt würde ...

earthJoker
July 26th, 2010, 09:10 PM
wenn sie abgesagt wird, ist es mit der Ravekultur in Zürich /(zumindest für grosse happenings) eh gestorben

"Mainstation" hat sich geändert, "Energy" zum letzten mal, wenn jetzt noch die streetparade abgesagt würde ...
Bei der Mainstation hat man das gleiche gemacht wie bei der Loveparade, Kosten auf den Veranstalter übertragen. An der Energy war ich nur einmal ich glaube '98. Fand die after party in der Roten Fabrik aber besser.
Abgesagt wird sie dieses Jahr bestimmt nicht mehr, und wenn alles glatt über die Bühne geht wird bis nächstes Jahr noch viel Wasser von Zürich nach Duisburg geflossen sein.

Wie Stadtpolizeisprecherin Susann Birrer betont, verfügt Zürich über lange Erfahrung in der Organisation der Parade und ein erprobtes Sicherheitskonzept, in das auch ständig neue Erkenntnisse einfliessen. Die Street Parade wird auf breiten Strassen durchgeführt. Es gibt keine Zäune. Die Route ist auf beiden Seiten, zur Innenstadt und zum See hin, offen. Das Fluchtkonzept sehe vor, dass die Seitenstrassen konsequent freigehalten werden. Deshalb würden parkierte Autos abgeschleppt.
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Einziger Engpass sei die Quaibrücke, sagte Birrer weiter, doch seien auf beiden Seiten der Brücke grosszügige weite Räume vorhanden. Der Gesamteinsatzleiter habe einen Helikopter zur Verfügung, was auch helfe, heikle Situationen frühzeitig zu erkennen. Für den Eventualfall würden Rettungsachsen freigehalten, hier sei die Situation in Zürich besonders komfortabel, da man mit der Limmat über eine zusätzliche Achse verfüge. Das Ereignis von Duisburg sei tragisch und mache betroffen, aber es stelle den Zürcher Techno-Umzug nicht in Frage. «Zürich ist parat für die Street Parade», sagte Birrer.
http://www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/zuerich_nicht_mit_duisburg_vergleichbar_1.6882460.html

George W. Bush
July 26th, 2010, 09:25 PM
Die Inder hatten dieses Jahr auch ihre Love Parade aka Maha Kumbh Mela, mit schlappen 90 Millionen Teilnehmern.

e9sTLavgqB8

Lefthandy
July 26th, 2010, 11:12 PM
Diese Diskussion darüber, ob derartige Großveranstaltungen überhaupt noch gemacht werden sollten, ist derart hohl und entspringt alleinig einer Weigerung sich mit den Problemen, die es in Duisburg gab, auseinanderzusetzen.

Die ARD höchstselbst stellte in ihrem Brennpunkt solch dämlich grundsätzliche Fragen, ohne auch nur eine Sekunde die mangelhften Planungen in Dusiburg zu erwähnen. "Da müsse man halt abwarten. Wir alle wollen ja schnell Antworten." Wo man sich das Konkrete verbittet, gehts halt gleich zum Allgemeinen. Und da ist dann mangels irgendeiner Information Tür und Tor geöffnet für die 1:1 Übertragung jedweder Vorurteile, Vorbehalte, polititscher und anderweitiger Interessen. Eva Hermann bringt es nur am unverholensten auf dem Punkt und sieht gleich göttliche Fügung am Werke.

Das ganze System der Zugangswege und die komplette Kalkulation der Besucherzahlen war einfach nur haarsträubend. Es ist ja auch kein Geheimnis, dass dort viele Menschen an durchaus renomierten Stellen eindringlich vor gewarnt haben. Und jetzt weiden sich alle am Gefühl, dass sowas ganz unvorhergesehen immer mal wieder passieren kann. Zürich deshalb gleich mal absagen, bitte!

Energy2003
July 26th, 2010, 11:30 PM
^^ das Schlimme ist das SO EINE ungehindert in den Medien reden kann; da kann man gleich jeden aus der Klapse interviewen

Lefthandy
July 27th, 2010, 12:00 AM
^^ In Eva Hermann scheinen wir unsere erste konservative Stimme angloamerikanischen zuschnitts hervorzubringen. Die redet nicht mehr drumherum, die moralisiert und simplifiziert ganz unverholen. Typischer Weise kommt sie auch noch vom Fernsehen.

Mal sehen wo das noch hinführt... Hat sich Eva Hermann schonmal zur Schöpfungslehre positioniert? Ich lese sonst nie was von ihr, aber zwischen ihrem ersten Buch und ihrem jetzigen Kommentar zur Love Parade scheint sie offenbar nachdrücklich an Gott herangerückt zu sein.

goschio
July 27th, 2010, 02:36 AM
^^ das Schlimme ist das SO EINE ungehindert in den Medien reden kann; da kann man gleich jeden aus der Klapse interviewen

Sollte man die Medien zensieren?

Was hat sie denn schon gross gesagt? So schlimm ist das nun auch wieder nicht. Und mit Sodom und Gomorrha hat sie leider recht. Gottes Strafe ist unerbittlich.

Ludi
July 27th, 2010, 03:01 AM
Naja, die Eva Braun, ähm Eva Hermann geht mir schon mit ihrem Bibelgelaber aufen keks und übertreibt teilweise, von wegen "gottgewollt um dem Treiben ein Ende zu setzten" etc.

aber teilweise ist ihre Kritik an der egoistischen und oberflächlichen Gesellschaft mit einer Politik bestehend aus vielen machtgeilen Lobbyisten und Medien die sich selber mit ihrem erbärmlich niedrigen Niveau lächerlich machen, berechtigt.

Bin überzeugter Atheist, respektiere trotzdem Religionen und bin sicherlich nicht konservativ oder ne braune Socke, aber zu einseitig darf man ihre Kritik meiner Meinung nach auch nicht sehen...

Energy2003
July 27th, 2010, 09:35 AM
^^ man kann überall was sinnvolles reininterpretieren. nach dem gesetz des zufalls sagt auch so jemand wie sie mal was schlaues.

aber im Gesamten hat sie ganz klar Einen an der Klatsche

Kampflamm
July 27th, 2010, 09:44 AM
Die Frage ist, ob sie schon immer so verrückt war oder ob sie ihr Crazy lange geheim gehalten bzw. unterdrückt hat.

George W. Bush
July 27th, 2010, 11:07 AM
Ist man gleich verrückt, wenn man mit der Love Parade nix am Hut hat? Oder was hat die blonde Eva so Verrücktes gesagt?

Dr.Mabuse
July 27th, 2010, 12:11 PM
Hier ein paar Statements:

„Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen.“

„Sex- und Drogenorgie Loveparade: Zahlreiche Tote bei Sodom und Gomorrha in Duisburg“

„ Bei der Betrachtung der Bilder habe sie geglaubt, „in der Verfilmung der letzten Tage gelandet zu sein, wie sie in der Bibel beschrieben werden“

Das hat sie gesagt. Ist ja noch :hammer: als was sie bisher gesagt hat.

bibel...gott..loveparade :weird:

George W. Bush
July 27th, 2010, 12:30 PM
Gottloses Pack wie ihr werdet noch an Evas Worte denken, wenn ihr in der Hölle schmort.

Ludi
July 28th, 2010, 12:12 AM
:lol:

Die Eva hat sicherlich eins an der Klatsche, aber wie die Medien sie verteufeln ist auch lächerlich und ein bisschen Kritik an der oberflächlichen, machtgeilen und egoistischen Gesellschaft ist nun auch nicht so unberechtigt.


Ich wünsche mir die Loveparade zurück nach berlin, in einem Jahr hat man das Unglück eh wieder vergessen( traurig aber wahr) und dann gehts back to the roots mit der Loveparade...

-qpvlR94OeA

Golden Age
July 28th, 2010, 02:28 PM
Ich wünsche mir die Loveparade zurück nach berlin, in einem Jahr hat man das Unglück eh wieder vergessen( traurig aber wahr) und dann gehts back to the roots mit der Loveparade...

Das glaube ich nicht. Der Langzeitschaden für Duisburg ist enorm und unter dem Namen "Love Parade" läuft so schnell auch nichts mehr, der Name ist genauso vorbelastet wie der Vorname Adolf (so heisst übrigens der Duisburger OB mit Vornamen, wie bei einem Billig-Roman). Berlin hat sowieso genug Glammer-Events, da wurde der 3.Platz bei der WM doch schon zur Ballermann-Athmo hochstilisiert.

Tannenschnaps
July 28th, 2010, 02:29 PM
Gottloses Pack wie ihr werdet noch an Evas Worte denken, wenn ihr in der Hölle schmort.

In der Hölle sind sowieso die interessanteren Leute unterwegs.

erbse
July 28th, 2010, 02:38 PM
Eben. Sex, Drugs & Rock'n'Hell!

Tannenschnaps
July 28th, 2010, 03:22 PM
Anthem für Loveparade 2012 in Balin ist auch schon gefunden:

OgR4S1dSkVQ


Passt auch geil mit BOOM BOOM zum Boomfaktor der City.

Bauer-Ewald
July 28th, 2010, 10:59 PM
Ulf Poschardt stimmt den Totengesang auf die Loveparade an.
http://einestages.spiegel.de/hund-images/2008/07/15/96/c31417eec9f249f3475548a4bcb65e3a_image_document_large_featured_borderless.jpg
Immerhin ist der Mann bekannt geworden für seine Schwäche für die Zeitschrift Tempo, sein Buch Cool und seinen vorzeitigen Abgang als Chef der Vanity Fair.
Also ein ganz besonderes Exemplar der kritischen Bewohner von Berlin Mitte.

Die Quintessenz des Aufsatzes ist es doch, dass die Loveparade dazu beigetragen hat, sich als modern zu verstehen und über die Anderen ein bisschen die Nase zu rümpfen, also ähnlich wie damals als Gerhard Schröder den Irakkrieg ablehnte, da war man ja auch was man schon immer sein wollte, die wesentlich cooleren :) Tja das waren noch Zeiten als man in anderen Ländern Phil Collens hörte aber in Deutschland Westbam bollerte. Und die Moral von der Geschicht: die größten Ereignisse der Welt waren doch die Loveparade und der Regierungswechsel von Rot-Grün 1998. Wieso das die Jüngeren nicht nachvollziehen können ist ja wohl ein Wunder ;)

Hier schon mal der richtige Soundtrack zum Lesen des Artikels
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Was Deutschland der Loveparade zu verdanken hat

Das deutsche Misstrauen gegen die eigenen Gefühle hatte mit der Loveparade ein öffentliches Ende gefunden. Ein Nachruf.

Gänsehaut, und zwar sofort. Es war ein unvergleichlicher Moment an jenem sonnigen Julitag Anfang der 90er-Jahre, als den jungen Techno- und House-Freunden beim Verlassen der U-Bahn inmitten der samstäglich dicht gedrängelten Innenstadt das Hämmern der Bässe entgegendröhnte und auf einmal der ganze Kurfürstendamm wie eine große Tanzfläche erschien.

Jene Musik, die bisher nur in dunklen Bunkern und Tresorräumen in der Nähe des Todesstreifens in Berlin zu hören war, tauchte nun in der Mitte der Gesellschaft auf und präsentierte sich ohne jede Anbiederung auf dem Boulevard des Mainstreams. Eines der wichtigsten und politisch militantesten Technolabels mit dem programmatischen Namen „Underground Resistance“ hatte bis dahin den elitären, connaisseurhaften Comment formuliert: Music for those who know. Und nun war es ausgerechnet die bisher nicht sonderlich discotaugliche deutsche Jugend, die das Keuschheitsgelübde der Subkultur, sich nie mit der Popkultur einzulassen oder sie gar zu ehelichen, brach.

Die ganze Stadt tanzte

Die Überraschung war groß. Das Nachtschattengewächs Techno vertrug das Tageslicht und den fremden Blick der Anwohner und Gäste am Kudamm gut. Neugierig blickten die Wilmersdorfer Rentnerinnen am Kranzler Eck und die Touristen aus dem Bayerischen Wald vor dem KaDeWe auf das bunte Feiervölkchen, das abwechselnd in Militäruniformen, quietschbunten Neon-T-Shirts oder in schreiend naiver Neohippiekluft an ihnen vorbeitanzte. Es wurde gelacht, gewunken, und einige Damen und Herren wippten im Takt mit, die Polizisten standen an ihren Wannen und nickten im Takt. Die ganze Stadt tanzte. Über dem Pflaster lag der Strand, auf einmal.

Angefangen hatte alles im deutschen Schicksalsjahr 1989, quasi zeitgleich zu den friedlichen Demonstrationen im Osten. Erfunden von dem mitunter etwas wirr wirkenden Dr. Motte, zogen im Juli 1989 etwa 150 Acid-House-Pioniere über den Kudamm und tanzten hinter einem mit großen Boxen versehenen VW-Bus hinterher. Angemeldet als politische Demonstration – ganz im Geiste jenes Lenin-Bonmots, das den Deutschen unterstellte, für die Revolution eine Bahnsteigkarte zu ziehen –, wurde unter dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“ mit einem Hauch Ernst der friedliche Charakter des Miteinanders beschworen und gleichzeitig mit denkbar viel Ironie das klassische Wesen der Demonstration ad absurdum geführt.
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Wo andere politischen Demonstrationen die Blankoschecks auf die Zukunft ausstellten und die Glücksverheißung für die Zeit nach dem Sieg der jeweiligen Weltanschauung formulierten, konnte die Loveparade stets unmittelbar demonstrieren, worum es den Teilnehmern ging: über das Feiern und Tanzen zu einer existenziellen Grunderfahrung von Glück, Mitmenschlichkeit und Ekstase zu gelangen.

Für die politische Kultur des Landes war dies ein signifikanter Systembruch, dessen Folgen zuerst bagatellisiert wurden – und zwar von links wie rechts. Kulturkonservative Spießer und linke Systemkritiker waren sich in der Ablehnung der gut gelaunten Feier schnell einig: Die vielen nackten, auch durchtrainierten Körper, die sich schwitzend durch die Berliner Innenstadt schoben, hätten etwas Haltloses und Dekadentes und die Musik etwas Seelenloses, Kaltes. Die Loveparade war für Linke wie Rechte ein Schauspiel der Entfremdung beziehungsweise des Niedergangs. Landestypisch war auch, dass mit dem einsetzenden Erfolg die ersten Techno-Puristen erklärten, warum die Loveparade mit dem Knacken der Grenze von 100.000 Besuchern ihren ursprünglichen Charakter verloren hätte.

Afroamerikanisch-germanische Mischkultur

Die Enttäuschten betrauerten, dass der „alte Spirit“ verloren sei, und so teilte sich die Bewegung wie immer in Deutschland und wie bei jeder Jugendkultur schnell in Fundis und Realos. Für die Fundis war die Loveparade spätestens mit dem Umzug an die Straße des 17. Juni entstellt: Weniger die Kommerzialisierung als die Banalisierung des Phänomens wurde kritisiert.

Und tatsächlich: Je mehr Besucher kamen, umso weniger wurde die Veranstaltung zum Schaulauf einer avantgardistischen Jugendkultur, ihrer Sounds und Modetrends, als vielmehr zu einem Spiegel jener Entgleisungen, die zwangsläufig entstehen, wenn sich einst marginalisierte Ästhetiken ihren Weg in die Mitte der Gesellschaft bahnen.

Das Land verdankt der Loveparade viel. Bis 1989 war Deutschland für die Popkultur – abgesehen von Kraftwerk und ein paar frickelnden Krautrockbands – Dritte Welt. Mit Techno änderte sich dies. In einer denkbar unwahrscheinlichen Allianz aus afroamerikanischem Futurismus Marke Detroit, schwulem Glamour aus Chicago und jeder Menge teutonischem „Vorsprung durch Technics“ (in Anspielung auf den DJ-Plattenspieler) entstand Techno als eine afroamerikanisch-germanische Mischkultur, die den Rest der Welt viral erfasste.

Durchweg dadaistischer Basishumor

Obwohl Techno auch viel von der virilen Zackigkeit der Marschmusik in sich trug, stand der pazifistische Grundton der Loveparade nie infrage. Die Einheit in der Vielfalt prägte Sounds wie Veranstaltungen. Obwohl sich in den späten Jahren der Loveparade die Homogenisierung von Sounds und Stilen verschärfte, war bis dahin die Unterschiedlichkeit der Demonstrationsteilnehmer und ihrer Vorstellungen jenes Glücks, für das sie mit ihrem schwitzenden Körper werben wollten.

So schwebte über allem der Geist der Freiheit und Individualität, anders als bei so vielen anderen Demonstrationen, die das 20. Jahrhundert in Deutschland gesehen hatte. Der nonverbale Gestus der Demonstration und die Verhohnepipelung der politischen Rede durch die kurzen Ansprachen von DJ Motte hatten durchweg dadaistischen Basishumor.

Irgendwann im Laufe der 20-jährigen Geschichte wurde die Loveparade gezwungen, ihren politischen Charakter mit kleinen Ansprachen auch für die behördliche Genehmigung theatralisch herauszustreichen. Seit 2001 war es auch damit vorbei: Als politische Demonstration hatte die Parade ausgedient und war jetzt einfach ein Event, das möglichst gewinnbringend vermarktet werden sollte. Für Berlin war die nun von über einer Million besuchte Veranstaltung zu einem Wirtschafts- wie Standortfaktor geworden. Dies blieb sie bis zu ihrem Abschied von der Hauptstadt 2006.

Freundliche Genießer und Partybiester

Seit der Fußball-WM 2006 ist hierzulande gerne von einem Sommermärchen gesprochen worden, das eine bisher ungesehene Seite der Deutschen zum Vorschein brachte: die des enthemmt Feiernden, ohne dabei aggressiv und angsterregend erscheinen zu müssen. Dabei war die Fanmeile 2006 lediglich die leise Variante all jener exzessiven und stets friedlichen Feiern, mit denen die Loveparade seit 1996 auf der Straße des 17. Juni weit über eine Million Menschen, im Rhythmus der Musik taumelnd vor Glück, versammelte.

Auch wenn die Loveparade, gerade 20 Jahre alt, etwas abgetakelt, grell geschminkt in einer mittelgroßen Stadt im Ruhrgebiet ihr außerordentlich unrühmliches Ende fand, muss ein Nachruf auf diese Demonstration im Geiste großer Dankbarkeit formuliert werden.


Das deutsche Misstrauen gegen die eigenen Gefühle hatte mit der Loveparade ein öffentliches Ende gefunden. Die Internationalität der Veranstaltung und ihr globaler Ruhm veränderten bei den Alterskohorten der nach 1965 Geborenen das Bild der (insbesondere jungen) Deutschen nachhaltig. Sie erschienen nicht mehr als teutonische Finstermänner, sondern als freundliche Genießer und Partybiester, die auch außerhalb des eher urigen Oktoberfestes in der Lage waren, trotz Alkohol und Drogen keinerlei düstere Abgründe aufscheinen zu lassen. Das Prinzip der Loveparade, Techno- und Housemusik aus den Klubs auf die Straßen der Städte zu bringen, wurde weltweit kopiert – in Tel Aviv wie in Kapstadt, in San Francisco wie auch in Santiago de Chile.

Die deutschen Rückblicker

Der industrielle Gestus der Musik passte gut zur nationalen Identität der Dichter und Denker, die im Laufe des 20. Jahrhunderts einen ziemlich heftigen Zug ins Ingenieurhafte erhalten hatte. Anders als die zukunfts- und technikskeptischen Grünen und Alternativen war „Techno“, wie der Name schon andeutete, eine Kunstform, die sich für die Chancen des digitalen Zeitalters mehr interessierte als für ihre Risiken, ohne diese jedoch auszublenden.

Der Futurismus von Techno basierte auf einem hohen Grad an Expertise, was den Umgang mit Computern und anderen Formen künstlerischer digitaler Hardware betraf und schob damit eine Entwicklung innerhalb der sogenannten creative industries an, die von Computerspielen über Webdesign bis zu frühesten Formen des Internetjournalismus reicht. Insofern war die Technokultur auch ein Inkubator vieler digitaler Zukunftsindustrien und -dienstleistungen.

Die Deutschen, die bisher so leidenschaftlich in den Rückspiegel blickten und ihre Identität vor allem aus der Schuld der Vergangenheit und den Traditionen der Hochkultur ableiteten, hatten Lust auf die Zukunft bekommen.

Kein Grund für Kulturpessimismus

Dass eine Kultur, etwas altmodisch formuliert, ihre Seele verlieren kann, wenn sie in die Hand jener gerät, die nur mehr ein ökonomisches Interesse daran haben, wurde am vergangenen Wochenende sichtbar. Dies ist kein Grund für Kulturpessimismus, sondern ein Lehrstück darüber, wie es allen Revolutionen geht. In dem Moment, wo die Durchsetzungswut und -kraft einer bisher unerhörten und ungesehenen Bewegung siegreich in den Mainstream vordringt, schlägt ihre Innovationskraft unglaublich schnell in eine stoische Etabliertheit um.

Aus obskurantistischen Vorkämpfern werden massenkompatible Stars, aus kleinen Klubs große, aus überindividualisierten Mode-Absonderlichkeiten bunte Uniformen. Dort, wo Innovation in Imitation kippt, setzt die Melancholie der Veteranen ein. Sie werden im Falle der Loveparade erleichtert sein, dass sie nun für immer Geschichte ist. Möge sie in Frieden ruhen. Aber aus den Kulissen der Beerdigung erklingen schon die nächsten unerhörten Rhythmen und Töne. Seit Techno sind die Ohren in Deutschland vor keiner Überraschung mehr sicher.

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article8675429/Was-Deutschland-der-Loveparade-zu-verdanken-hat.html

Ludi
August 4th, 2010, 01:39 AM
Die Rechte für die "Loveparade" hat doch eh McFit, also müsste eh ein neuer Name daher und den Ort könnte man z.b. von Tiergarten nach Tempelhof verlegen.

Back to the roots!!!!!!!

:dance::dance:

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:dance::dance:

Ludi
August 20th, 2011, 08:50 PM
EjkzAJQSvZY&feature=related

Heute wieder in der Muddastadt!!!

:dance:
:dance:


Loveparade tot= Fuckparade boom?

Energy2003
August 21st, 2011, 01:51 AM
Ruhr in Love gabs doch, also sowas wie ne aufgesplittete Loveparade - ohne Parade halt