View Full Version : Gehry Building
superskyper March 11th, 2007, 03:23 AM Der dekonstruktivistische Neubau liegt am Eingang des Geländes und enthält Büros und eine Bibliothek. Im Untergeschoss liegen ein Computerzentrum und ein Auditorium mit 600 Sitzen.
Neben dem zentralen Atrium dienen kleinere Freiflächen im Gebäude der informellen Begegnung der Mitarbeiter. Insgesamt bietet das Haus 12.800 Quadratmeter Fläche.
http://www.baunetz.de/upload/79825az.jpg
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railcity July 26th, 2007, 08:52 AM »Stararchitekt Frank Gehry realisiert auf dem Basler Novartis-Campus Spektakuläres
Von Victor Weber
BASEL - Im tristen Industriequartier St. Johann/Volta heben Bagger die Baugrube für ein Architekturjuwel aus, das selbst in der mit Baukunst verwöhnten Region Basel für Aufsehen sorgen wird. Das spektakuläre Bürogebäude, das 2008 bezugsbereit ist, trägt die unverkennbare Handschrift des Stararchitekten Frank Gehry. Der Amerikaner hat im baskischen Bilbao das Guggenheim-Museum konzipiert, das dieser heruntergekommenen Hafenstadt zu einer neuen Blüte verholfen hat. Das «Wunder von Bilbao» soll sich am Rheinknie wiederholen.
Hinter dem Bauvorhaben steht nicht etwa der Kanton oder eine gemeinnützige Stiftung, sondern der Pharmakonzern Novartis, der seinen Hauptsitz komplett umumgestaltet und dafür bis 2012 über zwei Milliarden Franken investiert. Es entsteht eine Stadt in der Stadt, genannt Novartis Campus, die ihren optimalen Zustand laut Chefplaner Vittorio Magnano Lampugnani aber erst in 20 bis 30 Jahren erreicht haben wird.
Novartis macht ein grosses Geheimnis aus Gehrys Bau
Der Bürokomplex von Frank Gehry wird den Mittelpunkt des von Konzernlenker Daniel Vasella gewollten Campus bilden: durchscheinend und mehrfach gefaltet wie eine Papierfigur allerdings über 30 Meter hoch. Die kristalline Erscheinung verdankt der Solitär seinem skulpturalen, «dekonstruktivistischen» Aufbau sowie der Totalverglasung, selbst die Unterseiten der überhängenden Gebäudevolumen sind verglast.
Ein Insider schätzt die Kosten des Glaspalasts auf 200 Millionen Franken (samt Inneneinrichtung). Dazu will sich der Konzern partout nicht äussern. Fotos des Modells will er nicht zur Verfügung stellen, mit Informationen geizt er. Sogar Bauspezialisten, die in Novartis Diensten stehen, wundern sich über die Geheimniskrämerei. Patienten und Aktionäre, mutmasst man, sollen nicht realisieren, dass der Konzern mit ihrem Geld richtiggehend klotzt.
Frank Gehry selbst ist ins Fettnäpfchen getreten, als er kürzlich an einer Podiumsdiskussion in Los Angeles zu viel über das Projekt preisgab. Der Moderator frage ihn, wie er es fertig gebracht habe, ein Unternehmen zu überzeugen, einen Bau zu errichten, der trotz seines grossen Volumens nur wenig Büroflächen bietet. Die Antwort des Pritzker-Preisträgers lautete sinngemäss, dass es sich Novartis als Pharmakonzern leisten könne, mit dem Geld grosszügig umzugehen. («Its a pharmaceutical company, its not a bottom-line place.») Die Gewinnmargen blieben auch so sehr hoch.
Die Kosten sind tabu, denn sie sind offenbar horrend
Diese Bemerkung hätte gereicht, um Daniel Vasella zu erzürnen. Doch Gehry ging noch einen Schritt weiter und verriet, dass die Kosten pro «square foot» (Quadratfuss) mit 700 Dollar sehr hoch sind. Umgerechnet auf einen Quadratmeter würde das einen Preis von 7000 US-Dollar oder über 8000 Franken ergeben. Üblich ist ein Quadratmeterpreis von 2500 bis 4500 Franken. Kein Wunder, sind die Kosten tabu. Auf den verschiedenen Ebenen weist der Glaspalast 13 000 Quadratmeter Gesamtfläche auf. Als man in der Basler Konzernzentrale von Gehrys «Indiskretion» erfuhr, ging ein Sturm auf den 77-jährigen Architekten nieder.
Der von ihm entworfene Bau WSJ-242/243 wird die Personalabteilung von Novartis Pharma beherbergen. Im Untergeschoss entsteht ein Auditorium mit 600 Plätzen. Restaurant samt Take- away und Cafeteria liegen im Erdgeschoss, das sich einem kleinen Park («Green») öffnet.
Der Weltklassearchitekt ist daran, für den Campus gleich einen zweiten Wurf zu gestalten: den Laborbau WSJ-256 für über 200 Forscher. Angeblich ist die Realisation noch nicht entschieden. Seitens des Konzerns gibt es auch dazu keine Informationen.
Daniel Vasella, Konzernchef und Verwaltungsratspräsident in einem, kümmert sich um jedes Detail seines ehrgeizigen Campus-Projektes. Selbst Bodenbeläge und Wandbilder wählt er aus. «Er ist erstaunlich gut über alles im Bild», sagt ein Architekt, «in den engagierten Diskussionen greift er korrigierend ein.»
Das vom Verwaltungsrat abgesegnete Mammutvorhaben rechtfertigt Vasella mit dem Argument, dass an Stelle der Hochkamine und Fabriken eine «Stadt des Wissens» entsteht, welche die Kommunikation unter den Mitarbeitern verbessere und so Kreativität und Produktivität fördere. Einzelbüros gehörten der Vergangenheit an. Die Mitarbeiter sollen ihren Laptop packen können und damit irgendwo im Areal arbeiten: im Park, in der konzerneigenen Regenwaldhalle, in einer der verschiedenen Lounges oder in der italienischen Bar. Wie in einer richtigen Stadt gibt es Läden und Boutiquen, ein Fitnesszentrum sowie Post- und Bankschalter. Die heutige Anzahl Arbeitsplätze wird auf 10 000 verdoppelt.
Doch der Campus ist keine offene Stadt, sondern umzäunt, eine «gated community». In Zukunft ist das über 20 Hektar grosse Areal, das stark arrondiert wird, noch abgeschirmter. Denn Novartis kann sich die Hünigerstrasse einverleiben, die heute das Gelände zweiteilt. Dadurch wird just der Gehry-Bau dem Blick der Zaungäste entzogen sein.
Das Problemquartier Volta steht unter Strom
Dabei gäbe es noch viel zu sehen. Als erster Neubau ist der bunt verglaste Büropalast von Diener und Diener fertig gestellt worden. Nun stehen die Projekte von Peter Märkli und des japanischen Ar chitekturbüros Saana vor der Vollendung. Der Laborbau von Adolf Krischanitz steht im Rohbau. Zum Zuge kommen auch andere Stararchitekten wie Tadao Ando, Rafael Moneo oder Adolf Krischanitz. Dass trotz Umzäunung ein Architekturmekka entsteht, will Novartis nicht gelten lassen. Man stehe im Dienste der Patienten und der Aktionäre, nicht der Architekturtouristen.
Trotzdem: Das «Wunder von Basel» beginnt bereits zu wirken: Rund um den Campus werden von Dritten finanzierte Gebäude hochgezogen, so ein riesiges Life-Science-Zentrum oder Appartementhäuser für Manager. Der Kanton investiert ebenfalls in die Wiederbelebung des Problemquartiers Volta. Dank Vasella steht es gleichsam unter Strom.
rafael162 August 10th, 2007, 06:19 PM fotos vom gehry neubau. enjoy it!
http://img40.picoodle.com/img/img40/9/8/10/rafael162/f_DSC00755m_8cbd596.jpg (http://www.picoodle.com/view.php?img=/9/8/10/rafael162/f_DSC00755m_8cbd596.jpg&srv=img40)
http://img36.picoodle.com/img/img36/9/8/10/rafael162/f_DSC00761m_663ceba.jpg (http://www.picoodle.com/view.php?img=/9/8/10/rafael162/f_DSC00761m_663ceba.jpg&srv=img36)
http://img35.picoodle.com/img/img35/9/8/10/rafael162/f_DSC00768m_93a1958.jpg (http://www.picoodle.com/view.php?img=/9/8/10/rafael162/f_DSC00768m_93a1958.jpg&srv=img35)
http://img02.picoodle.com/img/img02/9/8/10/rafael162/f_DSC00772m_b2dddc6.jpg (http://www.picoodle.com/view.php?img=/9/8/10/rafael162/f_DSC00772m_b2dddc6.jpg&srv=img02)
http://img31.picoodle.com/img/img31/9/8/10/rafael162/f_DSC00776m_6518212.jpg (http://www.picoodle.com/view.php?img=/9/8/10/rafael162/f_DSC00776m_6518212.jpg&srv=img31)
http://img35.picoodle.com/img/img35/9/8/10/rafael162/f_DSC00778m_ee2c557.jpg (http://www.picoodle.com/view.php?img=/9/8/10/rafael162/f_DSC00778m_ee2c557.jpg&srv=img35)
rafael162 October 4th, 2007, 10:54 PM http://img26.picoodle.com/img/img26/9/10/4/rafael162/f_DSC01455m_d57931f.jpg (http://www.picoodle.com/view.php?img=/9/10/4/rafael162/f_DSC01455m_d57931f.jpg&srv=img26)
http://img02.picoodle.com/img/img02/9/10/4/rafael162/f_DSC01467m_e72031f.jpg (http://www.picoodle.com/view.php?img=/9/10/4/rafael162/f_DSC01467m_e72031f.jpg&srv=img02)
http://img27.picoodle.com/img/img27/9/10/4/rafael162/f_DSC01458m_2d08e97.jpg (http://www.picoodle.com/view.php?img=/9/10/4/rafael162/f_DSC01458m_2d08e97.jpg&srv=img27)
De Snor November 21st, 2007, 09:33 PM Einzige Bilder von die Neubau von die Gehry Building: (Bilder von flickr)
http://farm2.static.flickr.com/1022/1375061900_7c9de4a1d3_b.jpg
http://farm2.static.flickr.com/1110/1398191973_dd9cd86309_b.jpg
Basel_CH November 21st, 2007, 10:02 PM Tolle neue Bilder De Snor!:)
Der rechte Teil vom Gebäude ist schon komplett verglast, bis der restliche Teil auch soweit sein wird, dauerts noch eine Weile.
lpioe November 22nd, 2007, 01:59 PM Gefällt mir sehr gut.
Wann soll es denn fertig sein?
superskyper November 22nd, 2007, 06:44 PM Super Bilder.. Danke ... das Gehry Gebäude wird anfangs 2009 bezugsbereit sein. Bin gespannt ob sie den Zeitplan halten können.
rafael162 January 30th, 2008, 03:43 PM Quelle: Infamy
http://infam.antville.org/
http://infam.antville.org/static/infam/images/p1010562.jpg
http://infam.antville.org/static/infam/images/p1010561.jpg
http://infam.antville.org/static/infam/images/p1010559.jpg
hausmeister April 8th, 2008, 10:38 AM da ich jetzt auch weiss wie man bilder hochlädt, hier ein paar aktuelle bilder vom mittlerweile fast komplet verglasten gehry building:
http://img230.imageshack.us/img230/4097/novartisgehry2iq6.jpg
http://img230.imageshack.us/img230/7254/novartisgehry3ev3.jpg
im hintergrund das hochhaus welches entweder auf 90m aufgestockt oder - so hoffe ich jedenfalls - aberissen und einem neubau weichen soll.
http://img230.imageshack.us/img230/9706/novartisgehry1ad1.jpg
im vordergrund das bereits fertig erstellte krischanitz building (wohl etwas düster geraten...)
De Snor April 10th, 2008, 06:56 PM Die Beleuchtung am abend soll warscheinlich toll sein in der zukunft.
Gib'ts renderings hierüber ?
hausmeister April 10th, 2008, 08:07 PM man findet allgemein leider kaum renderings von den geplanten gebäuden auf dem campus.
ich hoff jedenfalls, man wird das gebäude in zukunft auch von ausserhalb des geländes sehen können. die hüningerstrasse welche am gebäude vorbeiführt wird ja bald teil des areals.
sämelihülz April 11th, 2008, 09:46 PM Jetzt gibt es sogar eine Einsprache weil Einwohner sich fürchten das die Novartis dann die Strasse überbaut. Fragt mich nicht warum, die Einsprache auf jeden Fall, ist schlicht und einfach lächerlich. Novartis hat die Strasse gekauft, sollen sie machen was ihnen gefällt. Vermutlich irgendwelche Pensionierten die sich langweilen...
auf www.baz.ch sollte noch mehr zum Thema stehen.
hausmeister April 12th, 2008, 04:43 PM so wie ich das verstehe geht es bei dieser einsprache lediglich darum, dass novartis die strasse erhalten, resp. nicht überbauen soll. das ist im masterplan sowieso so vorgesehen und ich finde es eigentlich ganz vernünftig, denn so besteht die möglichkeit, dass die strasse in zukunft wieder genutzt werden kann.
Lake April 12th, 2008, 04:45 PM Sieht hammermässig aus!
fettekatz April 12th, 2008, 09:02 PM der Bau ist einer der schöneren Entwürfe von Gehry. Es scheint hat sich zu einer weniger prahlerischen Formensprache weiterentwickelt.
sämelihülz April 12th, 2008, 11:08 PM http://www.baunetz.de/upload/79825cz.jpg
http://www.baunetz.de/upload/79825az.jpg
Ich finde auf den Bildern, und Plänen sehen die Gebäude immer noch eindrücklicher und schöner aus als in Wirklichkeit dann.
hausmeister December 1st, 2008, 11:13 AM gefunden bei der badischen zeitung:
http://ais.badische-zeitung.de/piece/00/56/3a/12/5650962.jpg
Basel_CH December 1st, 2008, 08:02 PM Coole Aufnahme:), von oben sieht das Gebäude noch spaciger aus als von unten, wie ne Mars-Basis-Station:dizzy:
steve5 December 1st, 2008, 09:26 PM Die Novartis könnte ja den Roche-Turm übernehmen, sie haben ja schon mehr Erfahrung mit diesem Architekturstil. Hoffentlich wird so etwas ähnliches auch bald mal in Zürich gebaut.
Basel_CH December 1st, 2008, 10:58 PM Die Novartis könnte ja den Roche-Turm übernehmen, sie haben ja schon mehr Erfahrung mit diesem Architekturstil. Hoffentlich wird so etwas ähnliches auch bald mal in Zürich gebaut.
Novartis dürfte dabei vermutlich Probleme haben an ihrem Hauptsitz ein 154 Meter hohes Hohchaus bauen zu dürfen. Der Flughafen liegt da glaub zu nahe für sone Höhe, erlaubt sind dort glaub nur die bewilligten 120 Meter.
rübenzahn December 1st, 2008, 11:17 PM Novartis dürfte dabei vermutlich Probleme haben an ihrem Hauptsitz ein 154 Meter hohes Hohchaus bauen zu dürfen. Der Flughafen liegt da glaub zu nahe für sone Höhe, erlaubt sind dort glaub nur die bewilligten 120 Meter.
novartis kann höher bauen als 120m und das haben sie auch vor. aber schon nicht 154m. es ist wahrscheinlich nur eine frage der zeit bis basel wieder den rekord stellt. sollte irgendwo im campus thread zu lesen sein.
Don Calo November 30th, 2009, 10:09 AM Hier noch zwei Fotos des Gehry Gebäude, gefunden auf flickr:
http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Novartis%20Campus/GehryBuilding1109.jpg
http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Novartis%20Campus/GehryBuilding021109.jpg
Quelle: www.flickr.com/photos/schoeband
Don Calo April 16th, 2010, 03:53 PM http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Novartis%20Campus/GehryBuidling2010.jpg
http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Novartis%20Campus/Gehry3.jpg
Fotos des innern:
http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Novartis%20Campus/Gehry_inside1.jpg
http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Novartis%20Campus/Gehry_inside2.jpg
Below ground is the Learning Factory for all campus employees, and a 600-seat auditorium with a glass ceiling and skylight connecting it to the Campus Green above. The auditorium can be divided into two separate rooms to hold simultaneous functions.
http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Novartis%20Campus/Ghery_inside3.jpg
A central atrium unites the building sections and reinforces visibility by allowing natural light to flow from the roof through all office floors and down to the underground levels where the auditorium lobby is located. The concept of openness and transparency is reinforced by the use of glass in the building’s exterior design.
http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Novartis%20Campus/Gehry_inside4.jpg
http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Novartis%20Campus/Gehry_inside5.jpg
hausmeister April 16th, 2010, 05:52 PM Bei Dämmerung:
http://www.europaeische-kulturstiftung.eu/uploads/images/7/201002181219570.2009_Basel.jpg
TohrAlkimista April 16th, 2010, 06:04 PM :omg: That's total awesome! I didn't even know anything about this building! Is this part of the Novartis-campus?
neuntakter April 17th, 2010, 08:55 AM :omg: That's total awesome! I didn't even know anything about this building! Is this part of the Novartis-campus?
Yes it is (awesome and a part of the Novartis-campus).
It's a pity that it's not really approachable for the public.
I really like the contrast of the colours at daytime and at night. It's an interesting warm - cold contrast. Nice!
TohrAlkimista April 17th, 2010, 11:33 AM Yes it is (awesome and a part of the Novartis-campus).
It's a pity that it's not really approachable for the public.
I really like the contrast of the colours at daytime and at night. It's an interesting warm - cold contrast. Nice!
Why? Is it inside a closed area?
Do we have a thread to sum up all the buildings of the Novartis-campus here on SSC? I know there are some other interesting architectures there! :cheers:
EDIT: shame on me, it was just a couple of threads down the page. http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=450332 :ohno:
Basel_CH April 17th, 2010, 12:29 PM ^^
You can see the Gehry Building at one side also from outside the Novartis site if you want to see it, because it is located at the border of the site.
And the Campus is a research and development center of a pharmaceutical company, it is clear, that it is not allowed for every rubberneck to enter the buildings and the campus site. It gives already now enough group sigthseeing tours through the campus, if you work there, you feel sometimes like an animal in the zoo displayed, and now an important question to you, do you want to be gaped by your research work like an animal or a exhibit? I think not.
Don Calo August 19th, 2010, 04:20 PM Frank O. Gehrys neokubistisches Wolkenhaus auf dem Novartis-Campus in Basel
http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Novartis%20Campus/frank_gehry_novartis_campus_082010.jpg
Das Bürohaus von Frank O. Gehry auf dem Novartis-Campus.
Seit 2003 wird der Basler Novartis Campus nach den Plänen von Vittorio Lampugnani in ein attraktives Umfeld für die rund 8000 Mitarbeiter umgestaltet. Unter den neuen, von internationalen Stararchitekten realisierten Verwaltungs- und Laborbauten ragt ein unlängst vollendetes Bürohaus von Frank O. Gehry heraus.
Gabriele Detterer
Schnurgerade durchschneidet die Fabrikstrasse das zwanzig Hektaren grosse Novartis-Firmengelände im Basler Stadtteil St. Johann. Doch von Fabrikgrau ist hier nichts zu sehen. Stattdessen trifft man allenthalben auf meisterhafte Gegenwartsarchitektur. Der weltweit tätige Schweizer Pharmakonzern setzt bei der Transformation seines Firmenareals zum Novartis-Campus auf zukunftsgerichtete Baukunst. Neuster Blickfang ist eine transparente «Wolke» von Frank O. Gehry. Dieser hat mit der gläsernen Gebäudehülle einmal mehr einen aussergewöhnlichen Baukörper geschaffen. Das weich in die Luft gezeichnete Bürohaus setzt der Strenge der Blockbebauung, welche den Campus dominiert, eine freie Formgestaltung entgegen. Gleichzeitig bildet es einen neuen Meilenstein in der Umsetzung des von Novartis angestrebten Multi-Space-Konzeptes für Arbeitsplatzgestaltung. Leitbild für die Personalführung des Pharmaunternehmens ist der globale Mitarbeiter. Dessen Motivation soll mit internationalem Design gesteigert werden. Gleichzeitig soll das Campus-Projekt mit einem funktionalen und architektonisch attraktiven Arbeitsumfeld die Kommunikation fördern. So gesehen handelt es sich bei den Neubauten an der Fabrikstrasse nicht um Schauarchitektur, sondern um den baukünstlerischen Ausdruck sich wandelnder Unternehmenskultur.
Globale Architektur
Mussten die Architekten der die Fabrikstrasse rahmenden Bauten, darunter David Chipperfield, Diener & Diener, Vittorio Lampugnani, Adolf Krischanitz, Peter Märkli, Rafael Moneo, Sanaa und Yoshio Taniguchi, sich etwas Besonderes einfallen lassen, um den von Lampugnanis Masterplan vorgeschriebenen Kubaturen mit 22 Metern Traufhöhe ihren Stempel aufzudrücken, so konnte Frank Gehry an der Stelle, wo sich die Fabrikstrasse mit der ehemaligen Hüningerstrasse kreuzt, von einem grösseren Spielraum für das von ihm entworfene Bürogebäude profitieren. Diesen gestalterischen Vorteil hat der aus Kanada stammende und in Los Angeles wirkende Baukünstler bestens genutzt.
Die einem abstrahierten Wolkengebilde nachempfundene gläserne Gebäudeskulptur scheint mit Leichtigkeit den Gesetzen der Bodenhaftung zu trotzen. Die Fragmentierung des Baukörpers in auskragende, gewölbte und gekippte Volumen bricht mit dem gewohnten Bild eines Bürohauses und macht das Gebäude zum Sinnbild von Kreativität, die sich auf die Raumkonstruktion und Arbeitsorganisation gleichermassen auswirkt. Trotz seiner formalen Originalität und seiner betonten Einzelstellung unter den Campus-Bauten erweist sich Gehrys ikonisches Gebäude in vielfacher Hinsicht als ein zentraler Mittler, als ein Go-Between. Dabei schliesst der Solitär die Freifläche zwischen dem 1939 entstandenen ehemaligen Sandoz-Direktionsgebäude und den rechts an der Fabrikstrasse neu entstandenen Bauten. Deren Kantigkeit rundet Gehrys Entwurf wohltuend ab und übernimmt im Gesamtkontext der Campus-Architektur die Aufgabe eines Fokus, der, gerahmt von einer Grünanlage des Zürcher Landschaftsarchitekten Günther Vogt, nach allen Seiten hin Offenheit demonstriert.
Ein Mittler ist das Gebäude auch im weit gespannten Werk des Architekten selbst. Es lässt sich nicht den extremen Polen der von Gehry entwickelten Kollisionsarchitektur, die vom Zusammenprall verschieden geformter Bauteile dynamisiert wird, zuordnen. Es ist auch kein Ableger des Bilbao-Erfolgsmodells im Kleinformat, sondern verkörpert eine verfeinerte Synthese kubischer Einzelelemente zu einem gläsern-skulpturalen Ganzen. Vielleicht inspiriert von seinen Wolken-Lampen, hat Gehry den ihm eigenen Hang zu zerklüfteten asymmetrischen Gebäudekompositionen im Entwurf für den Campus gezügelt. Weit inspirierter als das kompakte und allzu glatte IAC Building in New York (2007) und weniger aufgesplittert als sein temporärer Serpentine Pavillon von 2008 in London oder das im Entstehen begriffene Guggenheim Museum in Abu Dhabi, tritt das Novartis-Gebäude als ein schmuckes Bauwerk in Erscheinung. Hinzu kommt, dass der Innenraum dieses Bürogebäudes, was Design und Haustechnik anbelangt, der Energie erzeugenden, mit Photovoltaikzellen bestückten Glashülle an Innovationskraft nicht nachsteht.
Kommunikatives Raumkonzept
Rund 140 Mitarbeiter des Personalmanagements arbeiten in der fünfstöckigen Bauskulptur mit einer Grundfläche von knapp 4500 Quadratmetern. Auf den drei unterirdischen Ebenen befinden sich Seminarräume und ein über sechshundert Plätze bietendes Auditorium. Betont schlicht ist der Eingangsbereich gestaltet, links liegt die Cafeteria, geradeaus geht es zur Arbeit in einem offenen Raum, in dem Türen auf ein Minimum reduziert wurden. Wenn Hans Locher, Leiter Human Ressources Schweiz, von seinem Arbeitsplatz auf der fünften Etage an die Brüstung des offenen Treppenhauses tritt, hat er den Innenraum bis hinunter zum ersten Stock im Blick und schaut doch nicht in ein die räumliche Freiheit der Mitarbeiter beschneidendes Grossraumbüro.
Frank Gehry hat das Novartis-Konzept des Multi-Space-Büros kreativ interpretiert und als einen die Wege zwischen Mitarbeitern und Management verkürzenden Innenraum umgesetzt. Über den herkömmlichen Standard hinausgehend, spielt das von Gehry entworfene Büromobiliar auf offene Arbeitsprozesse an. So sind die Module kubischer Aktenschränke wie Umzugskisten kreuz und quer gestapelt. Schräg gestellte Holzstützen strukturieren die einzelnen Etagen. Diese sind untereinander durch weich geschwungene Holztreppen verbunden, die einen Hauch Wohnlichkeit vermitteln. Der doppelte Handlauf aus Holz und Chromstahl betont jenen Zusammenklang von warmen und kalten Materialien, der das Gesamtkonzept charakterisiert. Segel verschatten bei Sonnenschein den Innenraum, und aus schmalen Lamellen dringt klimatisierte Luft. Das Klimakonzept nutzt den Zwischenraum zwischen der Fassade und den Geschossebenen als sichtbare Pufferzone. Sichtbar ist auch die sich nach oben verästelnde Hauptstütze des Stahlbeton-Skeletts.
Er habe sich vom ersten Moment an im Neubau wohl gefühlt, sagt Hans Locher, und als Personalchef schätze er die vielen «Inseln» unkomplizierter informeller wie formeller Kommunikation. In den Raum gestellte Kaffeeküchen werden für Pausen genutzt. Für Team-Besprechungen in kleinem Kreis stehen zwanzig «Kabinette» zur Verfügung, eingerichtet wurden ebenso drei Konferenzräume. Alle Arbeitsplätze sind mit Laptops ausgestattet, so dass man den Schreibtisch verlegen oder auch kurzerhand in die Spitze der Wolke umziehen kann. Hier oben hat der 81-jährige Gehry einen «Reading Room» eingerichtet, mit von ihm kreierten experimentellen Sitzmöbeln aus Wellkarton, die vom schwierigen Start seiner Karriere, vom Aufstieg zum Protagonisten baukünstlerischer Regellosigkeit, von der Zusammenarbeit mit Vitra und dem Bau des Vitra-Design-Museums (1989) im benachbarten Weil am Rhein erzählen, des ersten Gehry-Baus in Europa.
Architektonisches Wunderland
Die «Wolkenspitze» bietet einen Ausblick über den Campus hinweg bis hin zum Hafen St. Johann. Nach der Umnutzung des Hafens wird sich der Novartis-Campus bis zum Rhein erstrecken, wobei die Uferzone öffentlich zugänglich sein wird. Geplante Neubauten von Rem Koolhaas, Herzog & de Meuron und Alvaro Siza dürften dem firmeneigenen «Wonderland» der Gegenwartsarchitektur bald weitere Glanzlichter aufsetzen. Dennoch bleibt für Architekturtouristen das Werktor geschlossen. Ist doch das hermetisch abgegrenzte Firmengelände, auf dem sich die Mitarbeiter in einem hochästhetisch gestalteten Umfeld bewegen können, primär Forschungslabor und Produktionsstätte medizinischer und pharmazeutischer Produkte. Schwer zu prognostizieren, in welchem Masse sich die Milliardeninvestition konkret auszahlen wird. Ein überaus effektvolles Aushängeschild, um auf dem internationalen Arbeitsmarkt der Life-Sciences-Forschung gute Karten zu haben und den Novartis-Standort Basel aufzuwerten, ist die Campus-Architektur bereits jetzt.
Quelle: NZZ Online 19.08.2010
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