View Full Version : Weil am Rhein: Erweiterung Vitra Campus


Don Calo
December 28th, 2007, 07:29 PM
Schon im Oktober 2006 wurde auf einer Pressekonferenz die Erweiterungspläne für den Vitra-Campus vorgestellt. Er wird zwei Neubauten erhalten: Einen Museumsbau namens „VitraHaus" mit Shop und Café von Herzog & de Meuron und eine Fabrikhalle von SANAA. Der beständig wachsende Besucherzustrom macht den Ausbau der Anlagen notwendig.

Herzog & de Meuron werden einen Neubau auf dem Gelände bauen, der in einer Spur mit den Bauten von Tadao Ando und Frank Gehry und in direkter Nachbarschaft zu der geodätischen Kuppel von Buckminster Fuller errichtet werden soll. SANAA planen ihre „Vitrashop“-Fabrikhalle auf einem kreisrunden Grundriss in der südöstlichen Ecke des Geländes.

Die Visualisierungen des geplanten Neubaus von Herzog & de Meuron zeigen eine viergeschossige, skulpturale Anlage aus langgestreckten Baukörpern mit Satteldächern. Diese sind von den Architekten so geschichtet und aufgetürmt, dass sich komplexe Verschnitte und Raumfiguren ergeben. Die ansonsten weißen Körper werden an den Giebelseiten vollflächig und farbig verglast und lassen so Einblicke in möblierte Ausstellungsbereiche zu. Die Pläne erinnern an den kürzlich vorgestellten Entwurf für die Erweiterung der Tate Modern (BauNetz-Meldung vom 26. 7. 2006), für die die Architekten ein ähnliches Auftürmen von Kuben vorschlagen. Herzog & de Meuron schreiben: „Das VitraHaus benutzt ganz direkt den architektonischen Urtyp des Hauses, wie man es überall auf der Welt antreffen kann. Durch Stapeln, Pressen und Extrudieren - allesamt mechanische Vorgänge wie sie auch in der industriellen Fertigung benutzt werden - verbinden sich einfache Hausformen zu einem komplexen Gebilde, bei dem sich Innen- und Außenraum durchdringen."

Von der SANAA-Fabrikhalle liegen bislang keine konkreteren Visualisierungen vor, als das auf den Modellfotos sichtbare kreisrunde Volumen. Die Architekten schreiben, die Halle habe eine lichte Höhe von acht Metern mit einem Zwischengeschoss für Büros und Aufenthalträume auf einer Seite. Belichtet werde der weite, offene Raum durch Oberlichter. Für die Fassade sehen sie eine Verkleidung aus gewellten Paneelen vor, die das Gebäude „wie ein Vorhang“ verbergen, ihm aber zugleich „durch vertikale Rythmen einen besonderen Charakter“ verleihen.

Die neuen Gebäude sollen 2009 fertig gestellt sein.

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Vitra_Campus_dz_herzog1.jpg

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Vitra_Campus_cz_herzog2.jpg

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Museum_Vitra_herzog1.jpg

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Museum_Vitra_herzog2.jpg

Don Calo
February 1st, 2008, 01:31 PM
Mit dem Erweiterungsbau des Vitra Design Museum wurde schon begonnen. Hier mal zwei Bilder der Konstruktionsphase:

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/HDM_Vitra1.jpg

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/HDM_Vitra2.jpg

Basel_CH
February 2nd, 2008, 11:56 AM
Wo steht eigentlich das ganze Teil (kenn mich nicht so ganz aus in Weil am Rhein). Liegt es an der Verbindungsstrasse vom Bahnhof Richtung Haltingen oder wo genau??

sämelihülz
February 2nd, 2008, 07:31 PM
Wo steht eigentlich das ganze Teil (kenn mich nicht so ganz aus in Weil am Rhein). Liegt es an der Verbindungsstrasse vom Bahnhof Richtung Haltingen oder wo genau??

Genau zwischen Weil und Haltingen and der Römerstrasse.

Basel_CH
February 3rd, 2008, 10:37 AM
Bin zwar schon ein paar mal dort vorbeigefahren, aufgefallen ist mir der Bau aber nicht. Na ja ist auch schon zwei drei Jährchen zurück...

sämelihülz
February 10th, 2008, 10:27 PM
War heute im Vitra Museum, und hab bei einer Führung teilgenommen wo man auch in die Gebäude reingehen konnte! War echt total geil und beeindruckend:banana:
Ausserdem gibts zurzeit noch eine Ausstellung über Le Corbusier, auch sehr interressant. Er hat übrigens das United Nations Hauptquartier in New York gebaut! Schon gewusst? (nee ich vorher auch nicht:))

Hier noch ein paar eindrücke:

Tankstelle von Jean Prouvé
http://img159.imageshack.us/img159/5144/img0677nk3.jpg

Ehemalige Feuerwehrzentrale von Zaha Hadid:
http://img178.imageshack.us/img178/7726/img0680ok1.jpg
http://img138.imageshack.us/img138/3169/img0686bh7.jpg
http://img508.imageshack.us/img508/5345/img0692lf6.jpg
http://img129.imageshack.us/img129/2859/img0705sk0.jpg

Besucherzentrum/Museum von Frank Gehry
http://img127.imageshack.us/img127/3159/img0707ua8.jpg
http://img408.imageshack.us/img408/3935/img0706rs5.jpg

Seminargebäude von Tadao Ando
http://img408.imageshack.us/img408/1475/img0709la8.jpg

sämelihülz
February 10th, 2008, 10:28 PM
kann mir jemand bitte noch genau erklären warum die Bilder nicht gross erscheinen, ich hab zwar den code von imageshak richtig reinkopiert!:nuts:

Basel_CH
February 10th, 2008, 10:30 PM
Um was geht es eigentlich genau bei dem Museum, um Design (Möbel?) allgemein, Architektur oder was?

sämelihülz
February 10th, 2008, 10:33 PM
Im Museum werden nur Sonderausstellungen gezeigt. Im neuen Gebäude von H&DM werden dann auch die Möbel (Stühle, Tische, usw) ausgestellt!

Basel_CH
February 10th, 2008, 10:36 PM
Ok, nicht ganz so mein Style, aber vielleicht sollte ich mal dort hin. Obwohl das Beyeler steht eher wieder mal auf dem Programm. Und Museumsnacht war ja grad schon, so dass sich sone Gelegenheit zum Schnuppern nicht gerade wieder bietet.

rafael162
February 11th, 2008, 01:11 AM
@sämelihülz: nette fotos, war leider schon ewig nicht mehr auf dem vitra-campus
mit der direct URL klappts:
http://img408.imageshack.us/img408/3935/img0706rs5.jpg

sämelihülz
February 11th, 2008, 01:44 PM
@sämelihülz: nette fotos, war leider schon ewig nicht mehr auf dem vitra-campus
mit der direct URL klappts:


Ok alles klar. Vielen Dank.
Ich würde dir empfehlen hinzugehen; um 12 und 14 Uhr gibts ne Führung wo man die Gebäude auch von innen anschauen kann.

Don Calo
June 19th, 2008, 12:12 PM
Diese Woche war ich bei einer Architekturführung bei Vitra und kann diese nur weiterempfehlen. Vor allem kann man nur mit einer Führung die neue Ausstellung Dubai Next sehen. Welche im Feuerwehrhaus von Zaha Hadid steht. Eine interessante Ausstellung welche von Rem Koolhaas und Michael Schindhelm kuratiert wurde. Diese möchte aufzeigen wie sich eine Gesellschaft entwickelt welche zu 80% aus Ausländern besteht und wie diese in 30 Jahren aussehen wird. Rem Koolhaas spricht von einer ersten wirklich Globalisierten Gesellschaft, welche dort am entstehen ist. Auch die Satelliten Bilder welche die Entwicklung der letzten 30 Jahren zeigt sind einfach beeindruckend.
:runaway:

Daneben konnte ich neue Fotos des im Bau befindlichen Vitra Haus schiessen:

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/VitraHaus1.jpg

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/VitraHaus2.jpg

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/VitraHaus3.jpg

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/VitraHaus4.jpg

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/VitraHaus5.jpg

sämelihülz
June 19th, 2008, 02:23 PM
:eek:

Krass!

War im Februar mal da, und da war noch praktisch nix gebaut, nur Fundamente und einige Wände.

Ein weiters Bijoux für Basel.

Don Calo
July 19th, 2008, 09:03 PM
Ich habe im Internet noch zwei Modelle des Vitra Haus gefunden welche ich euch nicht vorenthalten möchte:

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/VitraHaus7.jpg

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/VitraHaus6.jpg

Basel_CH
July 20th, 2008, 10:01 AM
Sieht schon ziemlich schräg aus, wird die Fassade aus Beton bleiben oder kommt da noch was drüber/drauf? Bei reiner Beton-Fassade sieht das Teil ziemlich kalt aus.

Noch ne ganz andere Frage, Vitra Campus, was bedeutet das genau? Insbsondere dies mit den Fabrikhallen, ist das ganze jetzt einfach ein normales Museum oder steht das irgendwie in Zusammenhang mit den Fabrikhallen dort und wenn ja, was wird dort genau produziert? Hab absolut keinen blassen Schimmer was dort in Weil so vor sich geht...

sämelihülz
July 20th, 2008, 02:25 PM
Designmöbel, Stühle, Lampen, und anderes. Es gibt ja einen Museumschop dort werden auch Sachen von Vitra verkauft!

Don Calo
July 20th, 2008, 03:00 PM
Vitra ist ein Unternehmen welches Möbel herstellt! Der Hauptsitz ist in Birsfelden, übrigens auch ein Gehry Bau! Die Produktion befindet sich unter anderem in Weil am Rhein, wo auch das Museum beheimatet ist! Hier ein Auszug aus der Homepage von Vitra:

Über Vitra:

Seit 1957 stellt Vitra die Möbel von Charles & Ray Eames und George Nelson her. Auf diesem Fundament entwickelte sich über die Jahre in Zusammenarbeit mit progressiven Gestaltern ein weit verzweigtes Möbelangebot für das Büro, für zuhause und für den öffentlichen Bereich.

Vitra ist aber mehr als ein designorientiertes Produktionsunternehmen. Vitra steht auch für ein Museum, das Vitra Design Museum, für eine Sammlung der Möbel der Moderne und ihre Archive, für Workshops und Publikationen zum Thema Design und für eine Architekturauffassung, die am Hauptsitz in Birsfelden (Schweiz) und auf dem Vitra Campus in Weil am Rhein (Deutschland) Bauten von Frank Gehry, Nicholas Grimshaw, Zaha Hadid, Tadao Ando, Alvaro Siza, Herzog & de Meuron und SANAA versammelt.

Um diesem Spektrum gerecht zu werden, sprechen wir von Vitra als einem Projekt.

Gründung:
1950, Unternehmen im Familienbesitz
Management:
Hanns-Peter Cohn, (CEO) Chief Executive Officer

* Manfred Meier, (COO) Chief Operation Officer
* Ivan Bosin, (CFO) Chief Financial Officer
* Patrick Guntzburger, (CSO) Chief Sales Officer
* David Allemann, (CMO) Chief Marketing Officer

Verwaltungsrat

* Rolf Fehlbaum (Chairman)
* Raymond Fehlbaum
* Uli Sigg
* Detlev Meyer

Firmensitz:
Birsfelden near Basel (CH)
Produktionsstätten:

* Weil am Rhein (D)
* Neuenburg (D)
* Allentown (USA)
* Zhuhai (RC)

Ländergesellschaften:

* Belgien,
* China,
* Deutschland,
* England,
* Frankreich,
* Mexiko,
* Niederlande,
* Norwegen,
* Österreich,
* Schweiz,
* Singapur,
* Spanien,
* Tschechien,
* Ungarn,
* USA

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/VitraHeadquarterGehry.jpg
Vitra Haupsitz in Birsfelden bei Basel

Für mehr Informationen:
www.vitra.com
www.design-museum.de

Don Calo
August 5th, 2008, 04:03 PM
Verdreht und verschachtelt

WEIL AM RHEIN. HALBZEIT BEI DEN ERWEITERUNGSBAUTEN DES VITRA DESIGN MUSEUMS

Der Bau der Basler Architekten Herzog & de Meuron und die Logistikhalle des japanischen Architektenduos Sanaa beim Designmöbelproduzenten Vitra nehmen ungewöhnliche Formen an.

Annette mahro

Im Oktober 2008 wird das kreisrunde Sanaa-Lagerhaus auf dem Areal des «Vitra Campus» erstmals, wenn auch vorab nur zur Hälfte, seiner Bestimmung übergeben. Der Abschluss des zweiten Teils fällt plangemäss ein Jahr später im Oktober 2009 mit dem neuen Produkt-Showroom zusammen. Die Baufortschritte dieses jüngsten Herzog-&-de-Meuron-Werks in der Region lassen sich für Aussenstehende indes besser verfolgen als die Entwicklung der im Gelände weiter zurückliegenden Halle.

«satteldachkaskade». Was da gleich an der Strasse zur Palmrainbrücke seit Sommer 2007 wächst, hebt sich auf seine Art von den gewohnt schwungvollen Würfen der beiden Basler Architekten ab. Das neue «VitraHaus» lässt ebenso wenig an die runden Formen ihres vieldiskutierten Olympiastadions in Peking denken wie an ihre noch wagemutigere Doppelhelix-Struktur beim geplanten Basler Roche-Turm. Mit auf- und ineinander gestapelten Archetypen eines Hauses scheint hier stattdessen die direkte Linie vom Vitra-Architekturpark zum Schwarzwaldhaus gezogen zu sein.

Den Begriff der «Satteldachkaskade» hat das deutsche Architekturportal BauNetz denn auch schon für das Projekt geprägt. Auf den «Urtyp des Hauses, wie man es überall auf der Welt, auch in der unmittelbaren Umgebung von Vitra, antreffen kann», beziehen sich Herzog & de Meuron in ihrer Projektbeschreibung aber auch bewusst. Schliesslich seien die im Inneren später präsentierten Produkte grossenteils ja auch für den privaten Wohnraum gedacht. Auch ein Café soll hier Platz finden und die Vitra-Stuhl-Sammlung.
Auf alle architektonischen Flugversuche wollte man bei aller Bodenständigkeit dann aber doch nicht verzichten, und so sind die einzelnen Hausebenen ineinander verschachtelt und gegeneinander verdreht. Die vertikale Achse im Innern bilden dabei zwei imposante Stahlwendeltreppen von je acht und sechs Tonnen Gewicht.
Ganz wörtlich zu nehmen sind übrigens die entstehenden verschiedenen Blickrichtungen, hat doch jedes Haus im Haus eine verglaste Giebelseite. Das oberste Stockwerk orientiert sich damit direkt nach Basel, ein anderes ist nur wenig südöstlicher ausgerichtet und blickt nach Birsfelden zum Firmensitz der Vitra AG. Auch wenn die verschiedenen Ebenen weniger über- als ineinander gestapelt sind, erreicht das Gebäude doch eine maximale Höhe von 21,30 Metern und wird so alle anderen Gebäude auf dem Areal übertrumpfen. Das gilt auch für das benachbarte Designmuseum Frank O. Gehrys, mit dem sich der Amerikaner 1989 noch lange vor dem Guggenheimmuseum in Bilbao ein frühes dekonstruktivistisches Denkmal in Europa gesetzt hatte.
Auf den ersten Blick weniger spektakulär als die beiden Schaubauten an der Strassenseite stellt sich die Logistikhalle von Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa im rückwärtigen Teil des Vitra-Areals dar. Wie Gehry kommen auch die Japaner mit ihrem erst 1995 in Tokio gegründeten Architekturbüro Sanaa schon auf dem Novartis Campus zum Zug. In Weil am Rhein bauen sie jetzt eine im Durchmesser 150 Meter messende kreisrunde Halle, die eines der ältesten Gebäude am Platz ersetzen wird. Mit ihren elf Metern Bauhöhe und den zahlreichen Andockstationen für LKW nimmt sie sich als Zweckbau gegenüber den Showrooms zunächst zurück. Das könnte sich ändern, wenn abschliessend die wie ein Vorhang geplante gewellte Fassade das Ganze umfasst.

erkennungsmerkmal. Noch steht allerdings nur das erste Halbrund, das eine provisorische Trennwand zum Aussenraum hin abschliesst. Unter dem mit einer Grundwasserwärmepumpe versehenen fussbodenbeheizten Bau entsteht eine Tiefgarage für die Mitarbeiter mit 250 Plätzen. Auf dem teilweise von Tageslichtbändern durchbrochenen Dach ist eine Fotovoltaikanlage mit 120 KWp (= Kilowatt peak) geplant, was der Spitzenleistung unter standardisierten Bedingungen entspricht. So zurückhaltend sich die Halle, die teilweise für Produktion, vor allem für Kommissionierung und Lager zur Verfügung stehen wird, aber vom Boden aus darstellt, so imposant raumgreifend macht sie sich aus der Vogelperspektive aus. «Die Halle haben wir gemacht», scherzt Vitra-Geschäftsführer Ulrich Eberhardt auf der Baustelle deshalb, «damit man schon vom Flugzeug aus weiss, wo Basel ist, und es deutlich von Zürich unterscheiden kann.»

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Vitra_baz_050808.jpg
Atypisch. Das «VitraHaus» hebt sich von anderen Herzog-&-de-Meuron-Bauten ab. Foto Dominik Plüss


«Vitra-Möbel steht als Kunstwerk im Vordergrund»

ULRICH EBERHARDT, GESCHÄFTSFÜHRER DER VITRA VERWALTUNGS GMBH, ÜBER BAUTEN UND NEUE KONZEPTE

Auf dem «Vitra Campus» stehen Gebäude von verschiedenen Stararchitekten. Ulrich Eberhardt sagt, wie es dazu kam.

baz: Der seit 1981 in seiner heutigen Form entstandene «Vitra Campus» ist dem Zeitgeist in der Architektur vorausgegangen. Wie fügt sich der Herzog-&-de-Meuron-Bau in dieses Ensemble?

interview: annette mahro

Ulrich Eberhardt: Frank O. Gehry, Zaha Hadid und Tadao Ando waren noch relativ unbekannte Architekten, als sie diese Gebäude bauten. Das
Vitra Design Museum ist das erste Gebäude von Frank O. Gehry in Europa. Bei Zaha Hadid war es das erste, das sie überhaupt realisiert hat. Auch der Japaner Tadao Ando hat sein erstes Gebäude bei uns hier realisiert. Wir haben noch Bauten von Alvaro Siza und Nicholas Grimshaw hier auf dem Areal, auch nicht zu vergessen. Heute sind das sehr bekannte Namen, seinerzeit waren sie das in Europa oder in Deutschland und der Schweiz nicht, sondern sind, vielleicht auch durch uns, bekannt geworden.

Sie haben nicht nur unbekannten Namen zur Bekanntheit verholfen, sondern auch in den Jahren 2000 und 2003 Altes wieder aufgebaut.

Der Buckminster Fuller Dome oder die Tankstelle von Prouvé sind fast schon Sammlungsstücke, die man hierher gebracht und aufgestellt hat. Damit soll auch das Erbe dieser Designer gewahrt werden. Richtig ist auch, dass im Gegensatz dazu Herzog & de Meuron sehr bekannt sind.

Herzog & de Meuron kommen auch in der Vitra-Produktpalette unter anderem mit einem Hocker und einer Lampe vor. Ist das neu im Konzept?

Nein, das gab es schon verschiedentlich. Beispielsweise bei Prouvé. Das ist eigentlich eher ein umgekehrtes Beispiel mit einem ganz grossen Produktsortiment und der kleinen Tankstelle. Da war es für uns eher der Möbeldesigner, der auch einmal ein Gebäude gemacht hat. Bei Herzog & de Meuron ist das eher umgekehrt.

Bau und Produkte vermischen sich im «VitraHaus» auf neue Art in einem Showroom mit Café. Bekommt die Region ein neues exklusives Möbelhaus?

Es gibt einen Showroom für Vitra-Produkte. An der Konzeption wird noch gefeilt. Was auf jeden Fall entsteht, ist ein Ausstellungsgebäude, in dem das Vitra-Möbel an sich als Kunstwerk im Vordergrund steht und sich in seiner Umgebung präsentiert.

Quelle: BAZ vom 5.8.08

hausmeister
September 19th, 2008, 09:42 AM
das nächste projekt von vitra: ein gebäude für workshops. architekt ist der chilene alejandro aravena. baubegin ist 2009, geplante fertigstellung 2010

http://www.baunetz.de/img/21341021_b8488e61ee.jpeg

http://www.baunetz.de/img/21341014_c3826e8c5a.jpeg

Don Calo
December 9th, 2008, 10:31 PM
Hier noch ein Foto der Baustelle des Vitra Haus gefunden auf flickr, Foto von Dom Dada, Oktober 08:
http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/VitraHaus1008.jpg

sämelihülz
December 10th, 2008, 12:31 AM
Danke fürs Foto Don calo!

ich war letztes mal im März oder April da, da standen erst ein paar Mauern!

Nach dem Roche-Gau war ich etwas niedergeschlagen, doch jetzt sehe ich, es gibt immer noch sachen an denen man sich freuen kann!

Don Calo
March 26th, 2009, 03:44 PM
Einige Fotos des in Bau befindlichen Vitra Haus:

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Vitra_Haus_Seite_1_rechts.jpg

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Vitra_Haus_Seite_2_links.jpg

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Vitra_Haus_Seite_2_rechts.jpg

Don Calo
June 4th, 2009, 07:45 PM
scheint nicht mehr lang zu gehen bis der Bau fertig ist:
http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Metro%20Basel/VitraCampus01310509.jpg

Don Calo
June 10th, 2009, 07:01 PM
WEIL AM RHEIN. Lange vor der Fertigstellung ist das Vitra-Haus an der Römerstraße bereits zu einem beherrschenden Blickfang im Stadtbild geworden. Seit die Fronten verglast sind, sind die Baufortschritte zwar nicht mehr so deutlich wie zuvor von außen wahrnehmbar. Doch Gabriella Gianoli, Vitra-Pressesprecherin, versichert, dass man sich im Zeitplan befindet. Die Eröffnung ist für Februar 2010 vorgesehen.

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Metro%20Basel/VitraHaus_Vogelperspektive.jpg
Blickfang an der Römerstraße: Das Vitra-Haus soll im Februar 2010 eingeweiht werden. | Foto: Helmut Mutter

Dass es zuletzt Gerüchte in der Stadt gegeben hat, Vitra müsse die Arbeiten aus wirtschaftlichen Gründen vorübergehend einstellen, kann Gianoli nicht nachvollziehen. Man befinde sich derzeit voll im Bauzeitenplan, auch seien bislang keine Budgetüberschreitungen aufgetreten. Die Fertigstellung des Baus werde wie vorgesehen im Oktober erfolgen. Denkbar sei allenfalls, dass Spekulationen über eine mögliche Verzögerung aufgekommen seien, weil die Eröffnung des neuen Ausstellungsgebäudes erst im Februar 2010 erfolgen soll. Doch das habe allein pragmatische Gründe, versichert Gianoli.

Immerhin stehen ab Oktober in den sieben verschachtelten Gebäudekörpern auf fünf Geschossebenen nicht weniger als 3500 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung, die sinnvoll "bespielt" werden müssen. Das lasse sich nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln, sondern müsse minutiös geplant – was derzeit gerade geschieht – und dann auch eingerichtet werden. Vorgesehen ist, in den vier Obergeschossen in einem Rundgang die Produktpalette von Vitra im Wohnbereich zu präsentieren, da Fachhändler vielfach nicht mehr über die erforderlichen Flächen verfügten. Außerdem wird es eine kleine Präsentation zur Firmengeschichte von Vitra geben. Im Erdgeschoss des Vitra-Hauses entstehen derweil ein Restaurant und ein Shop, die dann im Design-Museum entfallen können und dort zusätzliche Ausstellungsfläche ermöglichen.

"Völlig zurückgestellt" ist derweil das von dem Argentinier Alejandro Aravena gestaltete Gebäude auf dem Areal des früheren Autohauses König, in dem Räume für Ausbildung und Kinder-Workshops entstehen sollten. Ehe man die Realisierung in Angriff nehme, wolle man eine Beruhigung der Konjunktur abwarten.

Quelle: www.badische-zeitung.de

Don Calo
September 8th, 2009, 10:35 AM
http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Metro%20Basel/VitraHaus_0809.jpg

Don Calo
December 18th, 2009, 10:53 AM
WEIL AM RHEIN (us). Dem unbedarften Beobachter scheint es, als wäre das Vitrahaus bereits fertig eingeräumt und warte nur noch auf die offizielle Eröffnung im März. Vor allem nachts lassen sich Blicke auf die ausgestellten Möbel erhaschen und erste Eindrücke von dem gewinnen, wie sich Verkaufsräume, Cafeteria und Museumsshop von kommendem Jahr an den Besuchern präsentieren.

Doch von einer fertigen Ausstellung will man bei Vitra noch lange noch sprechen. "Wir haben gerade erst einmal die Möbel hineingetragen und suchen nun nach der besten Lösung für die Anordnung", erklärt Marianne Goebl, Leiterin des Marketings. Dieser Prozess werde noch Wochen dauern, schließlich stelle das raffiniert zusammengestellte Vitrahaus ein Schaufenster im doppelten Sinne dar. Die Möbel sollen von außen ebenso ansprechend wirken, wie von innen für den Besucher. Dabei will man passend zur Philosophie des Gebäudes zudem erreichen, dass die Möbel nicht zu sehr in den Vordergrund drängen, sondern sich ganz selbstverständlich zu regelrechten Wohnräumen arrangieren.

So sehr man bei Vitra an der rechten Außenwirkung des neuen Gebäudes feilt, so sehr ist man gleichzeitig bemüht, möglichst wenig Aufhebens um den rasanten Baufortschritt zu machen – viel zu groß sei die Angst, dass sonst schon in Kürze Architekturbegeisterte vor verschlossen Türen stehen könnten. Denn daran, dass auch das Vitrahaus Anziehungskraft entwickelt, gibt es keinen Zweifel.

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Metro%20Basel/VitraHaus_1209.jpg
Jetzt geht’s an die Inneneinrichtung im neuen Vitra-Haus | Foto: Schön

Quelle: Badische Zeitung 16.12.09

Don Calo
January 20th, 2010, 07:03 PM
http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Metro%20Basel/VitraHaus1_0110.jpg

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Metro%20Basel/VitraHaus2_0110.jpg

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Metro%20Basel/VitraHaus3_0110.jpg

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Metro%20Basel/VitraHaus4_0110.jpg

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Metro%20Basel/VitraHaus5_0110.jpg

Quelle: www.flickr.com/photos/_art

Basel_CH
January 23rd, 2010, 01:01 PM
^^

Jetzt wos fertig ist siehts einigermassen akzeptabel aus, vor allem der schwarze Touch und mit den grossen Fenstern siehts noch cool aus. Beim Bau mit dem Betonklotz hab ich gedacht, dass es wesentlich scheusslicher wird.

kriminalTANGO
January 23rd, 2010, 02:10 PM
Ich konnte es gestern Abend während der Museumsnacht noch in natura sehen, es gab aber wegen der Dunkelheit keine guten Fotos. Eröffnet werden soll es am 3. März, hiess es.

Und btw, auch der Besuch des Feuerwehrgebäudes von Zaha Hadid war nicht uninteressant. Schade, wird es nicht mehr als solches genutzt.

Basel_CH
January 23rd, 2010, 05:26 PM
^^

Was meinst du mit natura, dass das Museum noch nicht ganz fertig ist (Inneneinrichtung) für die Ausstellungen?

kriminalTANGO
January 23rd, 2010, 06:54 PM
^^ Ja, von aussen natürlich! :D


/edit: Mit blossen Augen, in echt, nicht nur auf einem Bild. ;)

sämelihülz
January 26th, 2010, 05:43 PM
sehr schön!!!!

die schwarze Fassade ist recht gelungen, freu mich auch schon wieder mal den Campus zu besuchen

Basel_CH
January 26th, 2010, 08:30 PM
Gibts eigentlich ein Bus zu diesem Stall raus?

kriminalTANGO
January 26th, 2010, 08:56 PM
^^ Ja, BVB-Linie 55 ab Basel Claraplatz oder Badischer Bahnhof. Oder SWEG 12 ab Kleinhüningen. http://www.bvb.ch/tnw_netz_bs_2010_a4.pdf ;)

Don Calo
February 20th, 2010, 02:36 PM
Auf dem Vitra-Campus in Weil am Rhein bei Basel wird das Besucherzentrum von Herzog & de Meuron eröffnet

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Metro%20Basel/vitra-haus_NZZ_200110.jpg
Vitra-Haus von Herzog & de Meuron in Weil am Rhein: Das neue Besucherzentrum ist nicht nur ein ästhetisches, sondern auch ein technisches Meisterstück. (Bild: pd)


Urs Steiner ⋅ Kann Architektur ironisch sein? Kaum, wenn ihr Ausdruck auf Dauer angelegt ist. Und das ist beim Vitra-Gebäude von Herzog & de Meuron (HdM) zweifellos der Fall. Die Pritzkerpreisträger, Schöpfer von Weltarchitektur wie der Tate Modern in London oder dem Olympiastadion in Peking, gehören in die Top-Liga der Gilde. Üblicherweise belieben die Basler nicht zu scherzen, wenn sie bauen. Und doch: Ein Anflug von Ironie ist an ihrem neusten Bau nicht zu übersehen: Wer sich dem Industriegebiet von Weil am Rhein nähert, entdeckt aus der Distanz ein Gebäude, das aussieht, als hätte ein Riese eine Handvoll Häuschen auf einen Haufen geworfen. Wie Mikado-Stäbchen türmen sich Körper aufeinander, die an ihren Stirnseiten die Form eines architektonischen Urtyps aufweisen: einer Kiste mit Satteldach.

Behaglichkeit in Form gegossen

Das Spiel mit dem «Häuschen» haben Herzog & de Meuron schon mehrfach durchdekliniert. Bereits mit ihrem Frühwerk, dem Blauen Haus in Oberwil, setzten sie die etablierte Architekturszene in Erstaunen – galt doch in der Schweiz um 1979 der Flachdachkubus praktisch als einziger legitimer Typus ernsthafter Architektur. Im Werk von HdM aber taucht das Häuschen immer wieder auf, etwa beim «Haus für einen Sammler» in Therwil oder beim Einfamilienhaus in Leymen. 2003 inszenierten die Architekten am Eingang zum Basler Schaulager ein solches Häuschen gar als Pforte.

In Weil am Rhein schliesslich ergibt die Figur allein schon deshalb Sinn, weil das Gebäude in verschiedener Hinsicht Behaglichkeit ausdrücken soll: Es dient als neues Besucherzentrum mit Café und Shop ebenso wie als Showroom für die Home-Collection von Vitra. Vor allem aber überragt das viergeschossige Gebilde deutlich die Nachbarbauten, deren Autorenliste sich wie ein Who's who der Gegenwartsarchitektur liest: Frank Gehrys Designmuseum (1989) verhalf dem Kalifornier zum endgültigen Durchbruch; Zaha Hadids Feuerwehrhaus von 1993 war der erste realisierte Entwurf der irakisch-britischen Architektin überhaupt. Im gleichen Jahr baute Tadao Ando ein Konferenzzentrum, und 1994 kam eine Produktionshalle von Alvaro Siza hinzu. Spätestens mit diesem Element wurde klar, dass Firmenchef Rolf Fehlbaum daran war, einen ambitionierten Architektur-Campus zu errichten – denn wer sonst beauftragt schon Siza für eine Fabrik? So verwundert es nicht mehr, dass keine Geringeren als die japanischen Sanaa-Architekten eine weitere, kreisrunde Fabrikhalle an der Peripherie des Vitra-Campus bauen, die ebenfalls in diesem Jahr eröffnet wird. Dass die Produktionshallen, die noch vor den Gehry- und Hadid-Ikonen entstanden sind, von Nicholas Grimshaw stammen, dem späteren Erbauer des Airside-Centers am Zürcher Flughafen, sei nur am Rande erwähnt.

Wie als Entschädigung dafür, dass sie jahrelang nicht in den erlauchten Kreis der «Vitra-Architekten» aufgenommen worden sind, wurden Herzog & de Meuron 2006 mit dem Bau jenes Prestigebaus beauftragt, der alle anderen Gebäude auf dem Campus überragt und die Besucher auf dem Areal empfängt. Die Höhe und Auffälligkeit habe sich aus dem Programm ergeben, sagt Jacques Herzog im Gespräch beinahe entschuldigend.

Die Dimensionen und die expressive Kraft des Besucherzentrums waren der Grund dafür, dass sein ursprünglich vorgesehener Standort unmittelbar neben dem Designmuseum aufgegeben und in Richtung Norden verschoben wurde. Das Vitra-Haus soll Frank Gehrys filigrane «Skulptur» nicht erdrücken. Denn «Sehen und gesehen werden» ist das eigentliche Thema des neuen Gebäudes – und diese Vorgabe ruft nach Entfaltung. Schon von weitem sind die ausgestellten Möbel selbst in den Obergeschossen wie hinter gigantischen Schaufenstern zu erkennen. Im Innern verfügen die Präsentationsräume jedoch über einen häuslichen Massstab. So sind die einzelnen Showrooms nur acht Meter breit. Sehen soll man aber nicht nur die Exponate im Innern, sondern auch die umgebende Landschaft: Wie durch Teleobjektive blicken die Besucher aus den voll verglasten Stirnseiten der einzelnen «Röhren» in alle Himmelsrichtungen.

Ist das Gebäude von aussen kaum zu verstehen, beherrscht eine einfache Logik die fliessenden Raumfolgen im Innern: Man betritt das Vitra-Haus vom Innenhof her, der mit einem wohnlichen «Parkett», einem Holzrost, bedeckt ist. Mit dem Aufzug im Schnittpunkt der zwölf übereinandergeworfenen und ineinandergeschobenen Körper gleitet man in die oberste, vierte Etage. Anders als vermutet, betritt man da kein Labyrinth, sondern schreitet von der zentralen Erschliessung her jeden einzelnen «Strahl» ab. Was die Besucher als selbstverständlich erleben mögen, folgt allerdings einer komplexen architektonischen Struktur: Ein Blick ins zentral gelegene Gehäuse der Fluchttreppe gibt davon zumindest eine Ahnung: Man fühlt sich darin wie im Innern eines Merz-Baus.

Sägerohe Eichendielen, als Bänke ausformulierte Sockel und eine unprätentiöse Detaillierung, verweisen auf die Autoren dieses Gebäudes, das mehr den kultivierten Duft eines Kunstmuseums verströmt als den parfümierten Geruch eines Möbelhauses. Nicht ganz zu Unrecht – denn ein separater Showroom mit Preziosen aus Fehlbaums Sammlung von Vintage-Möbeln erinnert daran, dass hier nicht simple Einrichtungsgegenstände, sondern Designklassiker angeboten werden: Im Umfeld von Charles und Ray Eames, George Nelson und Jean Prouvé erhalten selbst neuste Entwürfe – etwa von Ronan und Erwan Bouroullec – den Status von Klassikern. Auch Möbelentwürfe von Herzog & de Meuron wie ein Birkenholz-Hocker oder die spermaförmige Jingzi-Leuchte wurden ja bereits in den Vitra-Adel erhoben.

Verzahnung von Zweck und Form

Scheinbar unerklärliche Verzahnung von einfacher Gestaltung mit komplexer Konstruktion bringt Zweck und Form der Architektur in Kongruenz: Die in Ortbeton errichtete Struktur ist mit einem mineralischen Aussenverputz in dunkler Umbra überzogen und verdeckt das technische Raffinement des Gebäudes. Möglich gemacht hat die Konstruktion eine enge Kooperation der Architekten mit den Ingenieuren bereits während des Entwurfsprozesses. Wie Nico Ros vom Basler Büro ZPF Ingenieure erklärt, lässt sich die Tragstruktur als Auftürmung von teils ineinandergeschobenen und teils übereinander sich kreuzenden Rohren begreifen. Ein Dach ist nur scheinbar ein Dach, sondern in Tat und Wahrheit Teil eines Rohrs. Nur so ist es möglich, dass der 1100 Tonnen wiegende oberste Körper des Baus nicht in zwei Teile zerbricht. Um die Kräfte an bestimmten Schnittpunkten umleiten zu können, variieren unsichtbar auch die Wandstärken der einzelnen Rohre.

Und wozu das alles? Im Werk von HdM stösst man immer wieder auf das Thema «Auflösung der Architektur». Sei es bei der Bibliothek in Eberswalde, einer buchstäblich aus Bildern gebauten Hülle, sei es beim Ricola-Lagerhaus in Mülhausen, dessen Fassaden sich dank bedruckten Polykarbonatplatten im Nichts verlieren. Geradezu schwerelos wirkt die scheinbare Entmaterialisierung ins Luftige bei der Sammlung Goetz in München oder mystisch-technoid bei den kupferummantelten SBB-Stellwerken in Basel: Der umhüllte Raum wird visuell nie wirklich fassbar, das eigentliche Volumen der Architektur bleibt Phantom. Jetzt ist Herzog & de Meuron in Weil am Rhein ein weiteres Kapitel von Auflösung gelungen: Statt die Volumina in einem «Fladen» zu konzentrieren, wie Jacques Herzog es salopp formuliert, werden sie paketweise in Röhren gefüllt und spielerisch aufeinandergeworfen. Damit variieren HdM leichtfüssig das Thema der Tektonik, das Problem der lastenden Schwere und der protzenden Masse. Und das ist durchaus eine ernste Angelegenheit.

Quelle: NZZ Online 20.02.2010

Don Calo
February 22nd, 2010, 04:05 PM
Seit Monaten schon fiebern viele Design- und Architekturfans diesem Termin entgegen. Mancher hat versucht, Einblicke zu erhaschen und womöglich sogar Eintritt zu erhalten – vergeblich. Doch von Montag an ist das Vitra-Haus geöffnet.

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Verlockend schön: das Vitra-Haus in Weil am Rhein. Foto: Iwan Baan

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Die Inszenierung macht den Zweck, den Verkauf, zu einer Nebensache. Foto: Iwan Baan

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Die Architektur spielt mit Archetypen, als wären es Bauklötzchen. Foto: Iwan Baan


Neues ist mitunter nur in der Dehnung des Bekannten zu erfassen. Das Vitra-Haus in Weil am Rhein ist eine solche, Begriffe strapazierende Innovation: Ein Museum will dieser Bau nicht sein – und doch bietet er mit vielen, beiläufig eingestreuten Informationen zu Design-Größen wie Ray und Charles Eamus, George Nelson oder Verner Panton einen Grundkurs in modernem Design. Showroom aber ist eine ebenso unzulängliche Bezeichnung für das Bauwerk der Basler Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron – auch wenn hier auf mehreren Etagen die Möbel der Vitra präsentiert werden.

Einrichtungshaus jedoch passt erst recht nicht. Nein, der Bau, der dem Vitra-Campus nun als Architektur-Skulptur ein Portal verschafft, ist das und mehr: ein Blickfang und Augenöffner, ein Ort zur Kommunikation und eine Ideenbörse zur Wohnkultur. Vor allem aber ist er ein architektonisches Juwel, das Form und Inhalt genial verbindet und ständig mit überraschenden Perspektiven aufwartet.

Aus den Ruinen einer Brandkatastrophe mutierte das Weiler Vitra-Areal in den vergangenen 30 Jahren zu einem global beachteten Architekturpark: Hier errichtete Frank Gehry 1989 mit dem Vitra Design Museum sein erstes Gebäude außerhalb Nordamerikas; hier baute Tadao Ando 1993 mit dem Konferenzpavillon erstmals jenseits der japanischen Inseln; hier realisierte Zaha Hadid mit der "Fire Station" ihr erstes Gebäude überhaupt. Das in den letzten Jahren weltweit gefeierte Basler Büro um Herzog & de Meuron, das unter anderem auch das Olympiastadion in Peking ("Birds nest") entworfen und gebaut hat, steuert nun den ersten regionalen Beitrag zu dieser Star-Kollektion bei. Ihr VitraHaus aber vervollständigt nicht nur den Architektur-Park, sondern schlägt ein weiteres Kapitel in der Evolution dieser Firma auf.

Dafür spielt das Gebäude mit einfachen giebelförmigen Versatzstücken. Die wiederum bieten vielfältige Referenzen: So lassen sich in den gestreckten Quadern, die wie Fertigbauteile aus einem Betonwerk wirken, zum Beispiel Anspielungen auf die ortstypische Bebauung in der Weiler Gartenstadt oder dem Stadtteil Haltingen erkennen. "Archetypen" nennt Pierre de Meuron diese Grundform denn auch; allerdings werden diese bis zu 57 Meter langen Riegel gedreht und gestapelt, geschichtet und geknotet. Im Ergebnis kreuzen sich Bodenplatten und Giebel so immer wieder in verwirrenden Perspektiven, die zum Innehalten zwingen.

Diese Verfremdung, dieses strukturierte Chaos wiederum eröffnet reichhaltige Assoziationsräume: Da lässt die Gebäudehülle kristalline Strukturen aufschimmern, wie sie in dem durch die verglasten Giebelfronten sichtbaren Schwarzwald zu finden sind; sie erinnert aber ebenso an verkettete Moleküle, die auf die im Süden sichtbaren Fabriken der Basler Life Sciences- und Chemieindustrie verweisen. Vor allem aber strahlt das Ensemble so den Charme kindlicher Bauklötzchen-Konstruktionen aus und gerät schon im Äußeren zum Architektur gewordenen Abbild des Homo ludens, des spielenden Menschen.

Genau da aber trifft sich die "DNA dieser Architektur" (Jacques Herzog) mit den Intentionen des Bauherren und Nutzers. "Das Gebäude muss Sinn machen", sagt Rolf Fehlbaum. L’art pour l’art und ein "Architektur-Zoo" (Fehlbaum) ist nicht das Ding des Vitra-Chefs; ihm geht es um Gebrauchs- und Nutzwerte. Im Hintergrund mögen zwar fraglos Verkaufsinteressen mitschwingen. Die Inszenierung aber schiebt diese an den Rand, verbannt den profanen Konsum in die dezent neben Möbel-Arrangements und Accessoires wie Uhren und Lampen platzierten digitalen Kataloge; diese Präsentation rückt den Kaufakt in den Hintergrund und bietet einen Mehrwert. Emanzipiert euch vom Zwang zum homogenen Entwurf verbreiteter Einrichtungsklischees, löst euch vom Design von der Stange, habt Mut zur persönliche Note: So lauten die subkutan vermittelten Botschaften der Dauerausstellung, die sich auf vier thematisch strukturierte Stockwerke verteilt; die Bereiche Wohnen, Arbeit und Essen finden sich dabei auf den ersten zwei Ebenen, die klassischen Vitra-Stühle im dritten, Freizeit im vierten Stock.

"Das Zuhause ist der einzige Raum, den jeder nach eigenen Wünschen gestalten kann", erläutert Fehlbaum den Grundgedanken. Diese Gestaltung aber bleibt ein lebenslanger, offener Prozess, ein ständiges Häuten, ein Wechselspiel von Versuch und Irrtum. Das Vitra-Haus ermuntert zu solchen Collagen aus unterschiedlichen Lebensphasen und mit verschiedensten Gegenständen: mit Altem und Neuem, Technik und Kunst, Handwerklichem und Industriellem, Gefundenem und Gekauftem. So erweist sich dieses Haus auch als ein Laboratorium für Wohnkultur – und ein Streifzug durch den Bau bietet Futter, diese weiter zu entwickeln.

Die Vitra-Collection offeriert Optionen dazu – verlockend, schön und inspirierend angerichtet. Im Inneren wirkt der Bau wie eine Kathedrale des Designs. Der Loft im vierten Stock zum Beispiel bietet gen Süden den Blick über den industriell geprägten Basler Norden; auf der gegenüberliegende Seite aber eröffnet der verglaste Giebel den Blick auf die Reben und Obstbaumwiesen des Tüllinger Bergs zwischen Lörrach und Weil – diese Linie verbindet auf einzigartige Weise zwei Seiten des Basler Dreiländerecks, offenbart das Vitra-Haus als "Ort zum Träumen" (Fehlbaum) und der Design-Träume.

Wer diese Träume eins zu eins umsetzen will, braucht dafür zwar die notwendige Liquidität. Zumindest der Einritt ins Vitra-Haus aber bleibt kostenlos und die Ideen, die entstehen, sind bekanntlich auch frei. Ob das wirtschaftliche Konzept aufgeht, wird sich zeigen. Dass der Ansatz ein "optimistisches Statement" ist, weiß auch Fehlbaum. In den vergangenen 30 Jahren aber ist Vitra mit Optimismus noch immer gut gefahren – auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

Vitra-Haus, geöffnet von Montag, 22. Februar, an. Montag bis Samstag 10–18, Donnerstag bis 20 Uhr.

Quelle: Badische Zeitung 20.02.2010

rübenzahn
February 23rd, 2010, 01:04 AM
sieht super aus :applause:

Basel_CH
February 23rd, 2010, 10:28 AM
Muss ich beipflichten, sieht gelungen aus, jetzt wos fertig ist.
In der BaZ-Kulturteil vom letzten Freitag sind noch zwei Seiten über das neue Vitra Gebäude drinn.

Don Calo
February 23rd, 2010, 12:11 PM
Von Manuel Joss, Weil am Rhein.

Der Vitra-Campus in Weil am Rhein bei Basel wird um ein weiteres architektonisches Schmuckstück bereichert: das Besucherzentrum der Basler Architekten Herzog & de Meuron.

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Ein Museum für das Designmöbel-Sortiment: Der neue Schowroom-Komplex der Vitra-Home-Collection.
Bild: KEYSTONE/AP

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Wie Kinderspielklötze wirkt der Komplex der Basler Architekten Herzog & de Meuron.

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Der Eingang in den Showroom.

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Links das Vitra Design Museum des nordamerikanischen Stararchitekten Frank Gehry.

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Innenansicht des neuen Showrooms.

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Die grossen Glasfronten sorgen für viel Tageslicht und einen Ausblick ins Grüne.

Eine begehbare Skulptur aus scheinbar beiläufig, aber kühn geschichteten Gebäudebalken mit dem Querschnitt eines Ur-Hauses. So präsentiert sich das vom Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron geplante Vitra-Haus in Weil am Rhein (D) nahe der Grenze zur Schweiz, das gestern für das Publikum eröffnet wurde. Der schweizerische Möbelhersteller Vitra zeigt darin für Privatkunden die Wohnmöbel aus seiner Produktion. Zusammen mit dem rund um den Zugangshof untergebrachten Café, dem Laden, einem Konferenzsaal und dem Stuhlsammlungskabinett ist im Gebäude eine museumsähnliche Firmenlandschaft entstanden, welche die gezeigten Verkaufsobjekte in den Rang von Ausstellungsexponaten hebt – was etliche der von namhaften Designern entworfenen Möbelstücke auch lange schon sind.

Der Neubau von Herzog & de Meuron überragt die bestehenden Gebäude auf dem Firmenareal, die alle von verschiedenen, international bekannten Architekten entworfen worden sind – eine Idee, die auch der Novartis-Campus am gegenüberliegenden Rheinufer aufgegriffen hat. Während der letzten dreissig Jahre entstand so in Weil am Rhein ein Konglomerat mit Produktionshallen von Nicholas Grimshaw und Álvaro Siza, dem Betriebsfeuerwehrhaus von Zaha Hadid, dem Konferenzgebäude von Tadao Ando und dem von Frank Gehry entworfenen Vitra-Design-Museum – eine Architekturlandschaft, die auch künftig laufend erweitert werden soll. Die Bauten und die wechselnden Ausstellungen des Design-Museums ziehen jedes Jahr mehrere Zehntausend architektur- und designinteressierte Besucher an, die meisten von ihnen auch potenzielle Käufer von Designmöbeln.

Mittelmässige Architektur entstehe immer aus einer mittelmässigen Haltung heraus – und nicht aus ökonomischen Zwängen, zeigte sich Rolf Fehlbaum, Miteigentümer des Unternehmens und Bauherr, im Vorfeld der Eröffnung überzeugt. Architektonisch hochstehende Gebäude kosteten kaum mehr, übten dafür aber eine umso grössere Wirkung auf die Mitarbeitenden und die Öffentlichkeit aus.

Nachts wird das Haus lebendig

Der Rundgang durchs Gebäude beginnt mit der Liftfahrt zum vierten und obersten Stock. Wer aus dem Fahrstuhl steigt, begreift den Vorteil der Gebäudebalken: Vor den verglasten Giebelseiten befindet sich jeweils eine begehbare Möbelszene wie in vielen Einrichtungshäusern auch – aber die Dimension des Raumes entspricht etwa der eines Einfamilienhauses oder einer grosszügigen Wohnung, was den Vergleich mit den eigenen vier Wänden erleichtert. Die verschiedenen Ausrichtungen der Gebäudeteile schaffen für jede Möbelszene eine andere Aussicht: über die Obstgärten und Hügel, über die Rheinebene, gegen die Stadt Basel oder über das Firmengelände. Verbunden werden die Stationen durch einen frei durchs Gebäude herabplätschernden Treppenweg, der die Besucher während des Gehens mit Wendungen und Durchsichten überrascht. Dort, wo die Gebäudekörper zusammentreffen, entstehen unterschiedliche Geometrien: Bald dringt das Dach des darunterliegenden Körpers als schiefe Ebene oder zweiseitige Treppe durch den Boden, spitzwinklige Wandscheiben oder doppelgeschossige Räume entstehen.

Im Unterschied zu den vielen anderen in den letzten Jahren in Europa gebauten Firmenwelten sind hier keine überbordenden und kathedralenartigen Räume entstanden; das aussen dunkel verputzte Haus verrät wenig vom Innenleben und weckt gerade deshalb die Neugierde auf eine Erkundungstour. Im Innern sorgen der sägerohe Eichenboden und die durchwegs weissen Wände und Decken dafür, dass die Möbel im Mittelpunkt stehen. Gebäude und Ausstellungsobjekte zusammen gehen vom Anfang bis zum Schluss des Rundgangs behutsam mit der Aufmerksamkeit und Aufnahmefähigkeit der Besucher um.

In der Nacht dann zeigt das Gebäude ein zweites Gesicht. Die Fassade wird nicht angestrahlt. Die dunklen Wände und Dächer verschmelzen zu einer Masse, aus der die Innenräume herausleuchten, in denen Tisch und Stuhl stehen und eine Lampe von der Decke herabhängt – genau so wie auf einer Kinderzeichnung des weltweiten UrHauses.

Quelle: tagesanzeiger 23.02.10

sämelihülz
February 23rd, 2010, 04:53 PM
Ich war gleich am Montag nach dem Morgenstraich dort, und ich war sehr entzückt! Schon nur der Eingangsbereich lässt einen für einen kurzen Augenblick stillstehen und bestaunen. Im inneren findet man zeitlos schöne Architektur, die Möbel und das Innere des Gebäudes sind einfach umwerfend. Schön war es auch nach der kurzen Nacht sich immer mal wieder in einen gemütlichen Sessel fallen zu lassen oder die Couch zu testen und fast einschlafen...

kann es nur weiterempfehlen, nur kaufen kann ich mir wahrscheinlich erst in ein Paar Jahren was, bei diesen Preisen...

Don Calo
July 17th, 2010, 07:25 PM
Kaufangebote für Wohnhäuser.

WEIL AM RHEIN (nn). Die Firma Vitra hat Anwohnern an der Feuerbachstraße und am Schultheißweg Kaufangebote für ihre Grundstücke und Häuser unterbreitet. Auch an landwirtschaftlichen Flächen östlich der Römerstraße zeigt das Unternehmen Interesse und kürzlich ist es Eigentümer eines Grundstücks im künftigen Wohngebiet "Hohe Straße geworden." Das hat Vitra-Sprecherin Gabriella Gianoli auf Anfrage der BZ bestätigt.

Gianoli weist darauf hin, dass die Interessenlage in allen drei Fällen unterschiedlich ist. Das Grundstück an der Hohe Straße habe man erworben, um beim nun beginnenden Bebauungsplanverfahren als betroffener Eigentümer in die Verfahrensschritte einbezogen zu werden und nicht nur als Angrenzer. Der angestrebte Grunderwerb im Schultheißweg diene dagegen der Arrondierung des Betriebsareals, nachdem man dort vor Jahren bereits das frühere Autohaus König und kürzlich ein weiteres Wohnhaus an der Freiburgerstraße habe kaufen können. Das Gelände dort ist bekanntlich für ein weiteres Gebäude im Vitra-Architekturpark, gestaltet vom Argentinier Alejandro Aravena, vorgesehen.

Die Aufkäufe landwirtschaftlicher Flächen östlich der Römerstraße schließlich zielten nicht auf betriebliche Erweiterungen ab, die laut Flächennutzungsplan auch gar nicht möglich sind, sondern dienten vielmehr dem Zweck, den gesamten Streifen entlang der Straße im Interesse einer freien Sicht auf Design-Museum und Vitra-Haus freizuhalten und als Streuobstwiese an das Erscheinungsbild des Architekturparks anzugleichen.

Quelle: Badische Zeitung 14.07.10

Don Calo
October 4th, 2010, 06:06 PM
2. Okt. 2010 - 13. März 2011

Im ersten von Frank O. Gehry in Europa verwirklichten Gebäude zeigt das Vitra Design Museum ab 2. Oktober 2010 mit der Ausstellung Frank O. Gehry seit 1997 eine Auswahl seiner wichtigsten Projekte der letzten dreizehn Jahre. Diese werden mit großformatigen und aufwendigen Studien- und Wettbewerbsmodellen aus dem Archiv von Gehry Partners präsentiert. Originalzeichnungen des Architekten sowie eine Vielzahl von Entwicklungsmodellen machen die Entwurfsprozesse im Gehry-Büro greif- und nachvollziehbar. Die zwölf ausgestellten Projekte werden nicht nur als singuläre Bauwerke gezeigt sondern auch im Dialog, in den sie mit ihrer städtischen Umgebung treten. Filme vermitteln Informationen über Gehrys technische Lösungen in den verschiedenen Phasen der künstlerischen Entwicklung und des Bauprozesses.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der sämtliche seit 1997 entstandenen Projekte von Frank O. Gehry und Gehry Partners vorstellt. Der Großteil der darin enthaltenen Abbildungen wurde noch nie gezeigt, darunter Handzeichnungen, Entwürfe des Büros, dreidimensionale Arbeiten, Modelle sowie Fotografien der Bauten selbst.

Die Ausstellung ist von La Triennale di Milano produziert und von Germano Celant in Zusammenarbeit mit Frank O. Gehry and Gehry Partners, LLP kuratiert worden. Ausstellungsdesign von Studio Cerri & Associati

Quelle: www.design-museum.de

Zimtsternchen
October 5th, 2010, 07:16 AM
2. Okt. 2010 - 13. März 2011

Quelle: www.design-museum.ch

Kleine Korrektur: www.design-museum.de :)

Basel_CH
October 5th, 2010, 06:24 PM
Danke für die Korrektur Zimtsternchen. Hat mich gestern gerade ein wenig geschockt, wo ich auf den Schweizer Link geklickt habe und auf ner Zürcher Seite gelandet bin.

Don Calo
October 6th, 2010, 09:57 AM
Kleine Korrektur

Da ist mir natürlich ein kleiner Fehler unterlaufen, das Museum steht ja auch in Deutschland.

steve5
October 6th, 2010, 12:10 PM
Hat mich gestern gerade ein wenig geschockt, wo ich auf den Schweizer Link geklickt habe und auf ner Zürcher Seite gelandet bin.

:eek: Oh du armer! Ist Zürich für euch so schockierend? :lol:

Don Calo
November 9th, 2010, 05:14 PM
http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Metro%20Basel/Vitra_Logistikhalle_Sanaa_bz.jpg
Foto: Herbert Frey

VERSTECKT und nicht so exponiert wie das Vitra-Haus liegt die neue Logistikhalle des Unternehmens. Weniger spektakulär ist das kreisrunde Vertriebszentrum aber keineswegs: So sind seine "Erfinder", die japanischen Architekten Kazuyo Sejima und Ryue Nishiwaza vom Büro Sanaa dieses Jahr mit dem renommierten Pritzker-Preis ausgezeichnet worden.

Quelle: www.badische-zeitung.de

herzog
November 9th, 2010, 08:05 PM
http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Metro%20Basel/Vitra_Logistikhalle_Sanaa_bz.jpg
Foto: Herbert Frey

VERSTECKT und nicht so exponiert wie das Vitra-Haus liegt die neue Logistikhalle des Unternehmens. Weniger spektakulär ist das kreisrunde Vertriebszentrum aber keineswegs: So sind seine "Erfinder", die japanischen Architekten Kazuyo Sejima und Ryue Nishiwaza vom Büro Sanaa dieses Jahr mit dem renommierten Pritzker-Preis ausgezeichnet worden.

Quelle: www.badische-zeitung.de

Sieht voll geil aus. Unsere deutschen Nachbarn haben eben auch auch Flair für Esthetik... und lassen sich das auch was kosten... Das Sanaa Büro ist ja dafür bekannt, dass sie schönes - teilweise fast schon reales Understatement - kreieren!

Bauchef
November 20th, 2010, 12:29 AM
Super! Warum «Vitra», notabene eine Schweizer Firma, in Weil und nicht in Basel ist, weiss vermutlich auch kein Mensch. Ts, ts, ts.

In Zürich haben wir noch Platz für solch innovative Unternehmen!

Basel_CH
November 20th, 2010, 12:50 PM
Super! Warum «Vitra», notabene eine Schweizer Firma, in Weil und nicht in Basel ist, weiss vermutlich auch kein Mensch. Ts, ts, ts.

In Zürich haben wir noch Platz für solch innovative Unternehmen!

Joeh, da scheint einer frustriert zu sein, dass ein erfolgreiches Unternehmen in Basel angesiedelt ist. Nur zum Vermerk, weil dus anscheinden nicht kapierst, unsere Region besteht nicht nur aus einem Schweizer Teil sondern erstreckt sich über zwei Landesgrenzen hinaus. Wärd ihr in Zürich ein wenig einsichtiger und hättet nicht so eine arrogante Haltung, dann hättet ihr auch nicht das Anflugverbot vom Norden her.:)

Bauchef
November 20th, 2010, 03:11 PM
Ich dachte nur: Ein Schweizer Unternehmen, dass ausgerechnet nach Deutschland ausweicht (Steuern usw.)??? Ist Basel derart unattraktiv?? Auf die Architektursammlung, die sich da bietet, bin ich zugegeben etwas neidisch. Sowas könnte man auch nach Altstetten hinpflanzen - es täte dem etwas vernachlässigten Quartier gut. Mich fasziniert vor allem die überregionale Strahlkraft, die solche Projekte hervorzaubern. Vom Stolz der umliegenden Bewohner ganz zu schweigen.

Basel_CH
November 20th, 2010, 07:56 PM
Deutschland hat eine wesentlich höhere Unternehmenssteuer als die Schweiz, ein sehr guter Grund als Unternehmen von Basel nach Deutschland abzuwandern.:lol:

@Bauchef
Echt mit dem Müll den du hier laberst bist du nicht mehr ernstzunehmen.
Arroganz sehe ich nur von deiner Seite, wenn du von Zürich als Haupstadt der Schweiz redest, da ist die Arroganz eines Zürchers ins Gesicht geschrieben.
Ausserdem scheints du einen Komplex und Eifersucht gegenüber Basel zu haben, dass du hier soviel über uns schreibst, muss ja Basel ein echtes Gewicht sein. Zu deinem Grundverhalten gibt es keine Entschuldigung, daher verpiss dich aus unserem schönen Forum. Hab deine Verbannung bei Earthjoker angefordert.:)

Bauchef
November 20th, 2010, 09:42 PM
@ Heul doch. Wirklich, sowas Widerwärtiges und Komplexbehaftetes ist mir selten untergekommen.

http://www.skyscrapercity.com/images/smilies/nuts2.gif

sämelihülz
November 21st, 2010, 04:37 AM
Eine sehr beschränkte Sicht der Dinge hast du leider, ob Basel St. Louis oder Weil am Rhein, alles gehört zum TEB, alles ist zusammengewachsen. Ich könnte dir jetzt alles noch näher erklären aber du würdest es eh nicht verstehen (wollen) !!!

Don Calo
November 21st, 2010, 10:35 PM
Super! Warum «Vitra», notabene eine Schweizer Firma, in Weil und nicht in Basel ist, weiss vermutlich auch kein Mensch. Ts, ts, ts.


Der Unternehmenssitz befindet sich auch nicht in Deutschland sondern in Birsfelden bei Basel. Auch dieser wurde von Gehry erstellt. In Weil befindet sich die Produktion sowie das Museum und nun auch das Vitra Haus. Ich nehme an diese befinden sich in Deutschland da dort noch genügend land zur verfügung steht und wahrscheinlich auch eines günstiger war als ein vergleichbares stück Land in der Schweiz. Auf Seite eins dieses thread findest du noch mehr informationen.

Bauchef
November 21st, 2010, 11:49 PM
Danke für die Infos! Habs grad gesehen: Ein kleiner Gehry, sogar mit ein wenig Farbe!

http://www.skyscrapercity.com/images/smilies/smile.gif

Don Calo
June 9th, 2011, 06:28 PM
„Ettore Sottsass – Enamels“
ab 10. Juni 2011 in der Vitra Design Museum Gallery

Die erste Ausstellung in der Vitra Design Museum Gallery ist dem italienischen Designer Ettore Sottsass gewidmet. Unter dem Titel „Ettore Sottsass – Enamels 1958“, kuratiert von Fulvio und Napoleone Ferrari, präsentiert sie einen bislang kaum bekannten Aspekt seines Werks: seine in den 1950er Jahren entstandenen Emaillen und die dazu gehörenden Zeichnungen. Zugleich ist die Ausstellung eine attraktive Ergänzung zur aktuellen Hauptausstellung des Museums „Zoom. Italienisches Design und die Fotografie von Aldo und Marirosa Ballo“, in der Ettore Sottsass mit zahlreichen Möbeln und anderen Objekten vertreten ist.

Ettore Sottsass gilt als der einflussreichste italienische Designer der Nachkriegszeit. Er begann seine Arbeit in den 1950er Jahren als Architekt und schuf in den 1960er und 1970er Jahren Klassiker wie die Schreibmaschine „Valentine“ für Olivetti, aber auch wegweisende Interieurs, Fotografien und Texte. 1981 – also vor exakt 30 Jahren – gründete Sottsass, zusammen mit anderen Designern wie Michele de Lucchi und Matteo Thun, die legendäre Gruppe Memphis, die das Design der 1980er Jahre entscheidend beeinflusste. 2007 starb Ettore Sottsass im Alter von 90 Jahren.

Quelle: www.design-museum.de

Don Calo
June 17th, 2011, 04:09 PM
Das Vitra Design Museum auf einer Stufe mit der Berliner Museumsinsel oder dem Hambacher Schloss? Aber ja: Die Zeitschrift Merian zählt das Weiler Museum zu den 200 Kultur-Highlights in Deutschland.

Die renommierte Reisezeitschrift hat das Vitra Design Museum in die Liste der 200 Höhepunkte deutscher Kultur-Reiseziele aufgenommen. Eine Jury aus Merian-Redakteuren und Kulturschaffenden befand das Weiler Aushängeschild für würdig, neben Zielen wie der Museumsinsel Berlin, der Zeche Zollverein in Essen, dem Hambacher Schloss, der Neuen Pinakothek in München oder der Anna Amalia Bibliothek in Weimar zu den deutschen Kulturattraktionen ersten Ranges zu zählen.

Alle 200 Kultur-Highlights hat Merian in einem Sonderheft mit dem Titel "Reiseziel Kultur" zusammengefasst, das seit dem 9. Juni im Buch- und Zeitschriftenhandel erhältlich ist. Darin werden die 200 besonders lohnenswerten Kulturreiseziele kurz und prägnant vorgestellt. Zum Vitra Design Museum heißt es unter anderem: Es "präsentiert eine Sammlung vom Wiener Bugholzstuhl über skandinavisches Design bis zu jüngsten Formen für den Alltag der Zukunft: sogar Wäscheklammern".

Quelle: www.badische-zeitung.de (http://www.badische-zeitung.de/weil-am-rhein/vitra-design-museum-erhaelt-ritterschlag-von-merian)

Don Calo
March 28th, 2013, 03:14 PM
Vitra vergrößert die frei zugängliche Fläche des Campus und legt einen neuen Weg zwischen Vitra Haus und Firestation an.

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WEIL AM RHEIN. Das Unternehmen Vitra plant, die öffentlich zugängliche Fläche seines Architekturcampus zu vergrößern und einen neuen Weg anzulegen, der das Vitra Haus mit der Firestation von Zaha Hadid verbindet. Damit wolle man auch die stetig zunehmenden Besucherströme entflechten, erläuterten gestern Roland Briegel, Leiter des Gebäudemanagements bei Vitra und Kathrin Meyer, die das Campusteam führt.

Der Vitra Campus locke Jahr für Jahr 300 000 Besucher aus aller Welt an, vergangenes Jahr seien außerdem fast 3000 Führungen organisiert worden, führte Pressesprecherin Gabriella Gianoli aus. Deshalb habe man sich schon Mitte des letzten Jahres Gedanken darüber gemacht, wie man dem Bedürfnis vieler Besucher, länger auf dem Campus zu verweilen, stärker Rechnung tragen könnte. Denn über die architektonisch spektakulären Bauwerke hinaus habe dieser ein ganz eigenes Flair zu bieten, so Kathrin Meyer. Entsprechend bemühe man sich, auch die Freiflächen aufzuwerten und – etwa durch die neuen "Campus Summernights" – zu beleben.

Als erster Schritt, um die Besucherführung zu verbessern, ist zum Jahreswechsel das Wegleitsystem für den Lieferverkehr neu gestaltet worden. Das Betriebsgelände wird für Lkw nun von der George Nelson-Straße, also von Süden her, erschlossen. Dies bedeutet, dass die Charles Eames Straße, die als Hauptachse am Design Museum und der Pforte vorbei in den Campus führt, hauptsächlich den Besuchern vorbehalten bleibt.

Wer eine der fünf regulären Führungen pro Tag oder eine der zahlreichen Sonderführungen bucht, der nimmt nach wie vor den gewohnten Weg an der Pforte vorbei. Es gibt aber auch Besucher, die wollen sich relativ selbstständig bewegen und die Aussicht auf die Gebäude genießen. Diesen steht künftig der neue Weg zur Verfügung. Er startet gegenüber dem Haupteingang des Vitra Hauses und führt dann in geschwungener Linienführung an den Parkplätzen und der Produktionshalle (beide geplant von Alvaro Siza) vorbei zur Firestation von Zaha Hadid. Unterwegs gibt es Ruheinseln mit Bänken. Eine ist in Form eines S angelegt. Von ihr aus lassen sich sowohl die Architektur als auch die neu anzulegende Kirschbaumwiese bestens genießen. Gerade an Sitzplätzen herrsche bisher in der wärmeren Jahreszeit ein gewisser Mangel auf dem Campus, sagt Gabriella Gianoli. Entsprechend begehrt seien die in den Sockel des Vitra Hauses eingelassen Holzbänke.

Der Industriezaun, der das Firmengelände von öffentlicher Fläche trennt, wird in Richtung Buckminster Fuller Dome zurückversetzt, so dass die Wiese zwischen Parkplatz und Dome als neue Grünfläche gewonnen wird. Sie werde modelliert und mit Kirschbäumen bepflanzt, informierte Roland Briegel. Das Grün soll bereits im Juni zur Verfügung stehen. Der asphaltierte, von ebenfalls neu zu pflanzenden Hecken gesäumte Weg ist im Herbst begehbar. Das Landschaftsdesign für Grünfläche und Weg stammt vom Büro des weltbekannten portugiesischen Architekten Alvaro Siza. Ob der Weg später auch seinen Namen tragen wird, sei aber noch offen, so die Verantwortlichen.

Sobald es die Temperaturen zulassen, verlegt das Vitra Café einen Teil seiner Bestuhlung wieder nach draußen. Auch der Eis- und Kioskwagen wird natürlich wieder zur Verfügung stehen, so dass sich Besucher beim Flanieren durch oder später auf dem neuen Weg nördlich um den Campus herum auch entsprechend stärken können.

Quelle: www.badische-zeitung.de (http://www.badische-zeitung.de/weil-am-rhein/vitra-areal-mehr-freiraum-fuer-die-besucher)

Don Calo
April 21st, 2013, 09:45 PM
Das Design- und Möbelunternehmen Vitra hat in Weil die Produktionshalle von Sanaa Architekten eingeweiht. Das Gebäude erweitert den Campus, auf dem bereits Bauten anderer international bekannter Architekten stehen. von Christian Fluri

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Selbst beim Regenwetter strahlt das Weiss des neuen einstöckigen, elf Meter hohen Rundbaus von riesigem Ausmass. Die japanischen Sanaa Architekten - das Büro von Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa, Träger des Pritzker-Preises 2010 - haben ein architektonisches Kunstwerk auf dem Vitra-Campus in Weil geschaffen: eine Produktionshalle, in der Module für den Ladenbau gelagert, zusammengesetzt, heran und weg transportiert werden. Der einem Pfannkuchen gleichende Durchmesser beträgt an die 160 Meter, die Fläche ist 20 455 Quadratmeter. Rund 100 Personen arbeiten darin, wie Rolf Fehlbaum, Verwaltungsratspräsident des weltberühmten Familienunternehmens, erwähnt. Er erzählt, dass die Veränderung der industriellen Produktion einen neuen Geist für den Bau der Produktionshalle erforderte. «Sanaa Architekten bringen den neuen Geist.» In der runden Form, der schillernd weissen Vorhangfassade aus Plexiglas, in der klaren Gestaltung der Lastwagen-Docks, der Fenster und der vier Eingänge zeigt der Bau seinen ganz eigenen Charakter innerhalb der anderen Campus-Bauten von Nicholas Grimshaw, Frank O. Gehry, Zaha Hadid, Tadao Ando, Alvaro Siza und Herzog & de Meuron.

Die ersten Projektgespräche begannen 2006. Damals entschloss sich der Möbelproduzent Vitra zu einer neuen Ausbauphase des Campus mit dem 2010 eröffneten Vitra-Haus von Herzog & de Meuron und der Ende 2012 fertiggestellten Produktionshalle von Sanaa. Die Grundbedingungen - die Anzahl Hochregallager, die Abstände zwischen ihnen, ebenso die Anzahl der Docks für die Lastwagen - waren von Vitra vorgegeben.

Grosszügigkeit und Harmonie

Wie kreativ und grandios Sanaa Architekten diese Vorgaben einlösen, versetzt uns ins Staunen. Sie planten bewusst keinen perfekten Kreis, wie Architekt Ryue Nishizawa erläutert: «Wir haben das Rund in eine organische Form gebracht. Denn der Bau soll keine industrielle, sondern eine organische Atmosphäre schaffen.» Am Rundbau können die Laster von allen Seiten andocken: Kazuyo Sejima beschreibt ihr Formdenken. So ist der Bau auch eine Metapher für die globale Ausstrahlung von Vitra. Zugleich strahlt der im Sonnenlicht glitzernde Bau mit der Vorhangfassade trotz seiner Grösse eine grosse Ruhe aus. Linien von Oberlichtern durchziehen das Dach und bringen Helle ins Innere. Das ermöglicht die optimale Nutzung des Tageslichts. Hier wird 60 Prozent weniger Strom verbraucht als in anderen Produktionshallen. Auch die hochgesetzten grossen Fenster bringen viel Licht. Das Dach ist in leicht hügeliger Form mit mehreren Giebeln strukturiert.

Das Innere der Halle ist von einzigartiger Grosszügigkeit und Schönheit. Das Rund, das die Halle durchflutende Tageslicht, die Architektur mit den im Kreuz der Himmelsrichtungen angelegten vier Eingangstoren schaffen Harmonie. Dach und Leitungen sind in Weiss gehalten.

Die Dachfenster ermöglichen - jeweils in der Nacht - eine natürliche Kühlung der Halle im Sommer. Da sich das Dach nur selbst tragen muss, sind die Tragsäulen weit auseinander gesetzt - im Abstand von 17,5 und 22,8 Metern. So erhält die Halle eine enorme Weite und Transparenz trotz der vielen Hochregallager. Als Pausenraum wurde auf dem Dach der eingebauten Schreinerei eine Hochfläche eingerichtet. Der Blick von hier aus durch die Halle und durch die Fenster - auch auf die blühenden Bäume - ist phänomenal.

Die Frage nach den Kosten des Baus beantwortet Fehlbaum natürlich nicht, wie dies bei einem Privatunternehmen Usus ist. Hingegen meint er auf die Frage, ob der Campus, dieses Schmuckstück an bester Architektur, mit dem Sanaa-Bau komplett sei: «Der Campus entwickelt sich immer weiter.»

Quelle: bz Basel (http://www.basellandschaftlichezeitung.ch/basel/vitra-weiht-bau-von-japanischen-star-architekten-ein-126427741) 19.04.2013

Mehr Fotos und Beschrieb auf der Homepage von Vitra (http://www.vitra.com/de-ch/magazine/details/sanaa-factory-building)