View Full Version : Wird in Basel genug für den Wohnungsbau getan?


De Snor
June 25th, 2008, 08:13 PM
In Basel-Stadt wird zurzeit so viel gebaut wie seit den 70er-Jahren nicht mehr. Isaac Reber, Geschäftsleiter des kantonalen Wohnbauprogramms «Logis Bâle», kann derzeit auf eine beachtliche Zahl von Wohnbauprojekten verweisen, die gut unterwegs sind. Auf der Erlenmatt werden 240 und beim Voltaplatz 200 Wohnungen gebaut, der St.-Jakob-Turm schlägt mit 40 und das Drachencenter mit 26 neuen Wohnungen zu Buche. Zudem werden verschiedene kleinere Projekte umgesetzt. Noch dieses Jahr soll der Spatenstich für das Projekt Volta Mitte mit 100 und das Projekt Markthalle mit 50 neuen Wohnungen sowie einige kleinere Vorhaben erfolgen.

Das Ziel, 5000 Wohnungen in zehn Jahren zu bauen, erreicht «Logis Bâle» aber trotz aktuell guter Zahlen kaum. Die Halbzeitbilanz, die 2006 gezogen wurde, zeigt den Nachholbedarf deutlich: Anstatt 2500 Wohnungen wurden nur 1750 realisiert. Grossrat Peter Zinkernagel (LDP) bemängelte bereits letztes Jahr als Co-Autor der Basler Wohnbaustudie, dass netto gar nur 100 Wohnungen pro Jahr realisiert würden.

Nun legt er mit einem parlamentarischen Vorstoss nach. Zinkernagel möchte, dass die Regierung einen Masterplan «Neuer Wohnraum» erstellt. «Wir brauchen eine Gesamtsicht möglicher Standorte für Wohnungen, einen Zeitplan für die Realisierung, Marketingaktivitäten und zusätzliche Bemühungen, Investoren zu finden», steht in seinem Vorstoss, der von Parlamentariern von fast allen Grossratsparteien unterschrieben wurde.

quelle (http://www.baz.ch/kontrovers/index.cfm?ObjectID=A557C5C3-1422-0CEF-70FB519F19E746AC)

sämelihülz
June 26th, 2008, 03:39 AM
Ist das wirklich einen Thread wert?

Könnte man das nicht in die Projektliste tun? :dunno:

hausmeister
June 26th, 2008, 09:29 AM
über die frage im threadtitel wäre durchaus interessant zu diskutieren.

das ziel 5000 wohnungen in 100 jahren wird man nicht erreichen. deshalb müsste man die frage ob basel genug für den wohnungsbau tut ganz klar mit "nein" beantworten. die nächste frage wäre aber, was müsste basel dann tun um die gesteckten ziele zu erreichen?

tatsache ist, dass die wohnungsstruktur in basel nicht den heutigen bedürfnissen entspricht. 1-3 zi wohnungen machen den grössten teil aus. familienwohnungen sind mangelware. zudem ist der anteil der altbauwohnungen überdurchschnittlich gross.

natürlich ist "logisbale" nicht wirklungslos geblieben. momentan sind sogar über 600 wohnungen im bau. trotzdem, die alten und kleinen wohnungen bleiben, da es anscheinend zu wenig anreize gibt, diese zu renovieren oder gar kleinere wohnungen zusammenlegen.

was denkt ihr, wie könnte basel mehr anreize schaffen? oder ist seitens staat gar nicht mehr möglich und es wird ganz einfach zu wenig investiert seitens eigentümer?

Basel_CH
June 26th, 2008, 05:51 PM
Ich denke auch, dass das Thema ein eigenen Thread verdient hat, zumindest wenn es genug Posts gibt.
Gerade das Ziel mit den 5000 Wohnungen ist doch ein markantes Kern-Projekt der Stadt, welches ja leider bei weitem nicht erfüllt werden kann und wenn ich irgendwo in letzter Zeit gelesen habe und mich nicht täusche, dass Genf in den nächsten Jahren 50`000 Wohnungen bauen will (oder hatte ich da grad nen LSD-Trip?) dann sind ja Basels Relationen geradezu peinlich dürftig.

sämelihülz
June 30th, 2008, 02:30 PM
Das mit den 50 000 Wohnungen halte ich für total übertrieben. Klar wächst Genf aber grad soviel, naja.

Ich vermute auch dass wieder vernehrt Familien oder auch normale Leute in die Stadt ziehen werden unter anderem auch wegen den hohen Spritpreisen. Die Oberbaselbieter werden am stärksten betroffen sein. Dies könnte den Wohnungsbau wieder ankurbeln.

Basel_CH
June 30th, 2008, 09:04 PM
Na ja ob das jetzt mit den 50`000 Wohnungen in Genf realistisch sein wird oder nicht sei mal dahingestellt
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Geo-Online
Mehr Millionäre als Arbeitslose

Der Reichtum der Einwohner dagegen ist nur zu erahnen – in Vierteln mit versteckt liegenden Villen oder den Filialen exklusiver Designer, die sich nicht um Kundschaft sorgen müssen. Schließlich soll Genf die Stadt sein, in der es mehr Millionäre als Arbeitslose gibt und mehr Privatflugzeuge als in London Heathrow. Es sei ein Ort, hat bereits Voltaire gesagt, der nichts anderes zu tun habe, als Geld zu verdienen. Aber unauffällig. Heute mit Rohöl, edlen Uhren und Finanzdienstleistungen. So groß ist auch durch die Mitarbeiter der internationalen Organisationen das Interesse an der Stadt geworden, dass in den kommenden zehn Jahren 50000 neue Wohnungen entstehen sollen.


http://www.geo.de/GEO/heftreihen/geo_special/57156.html?p=3&pageview=
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Jedenfalls ein ehrgeiziges Ziel und wenn sie schon nur zumindest die Hälfte schaffen würden, wäre das für Schweizer-Verhältnisse gigantisch, da kann nicht mal Zürich mithalten. In Basel wird nicht mal ein Zehntel erreicht, wobei in der Region schon genug gebaut werden dürfte.

Lake
June 30th, 2008, 09:41 PM
Das mit den 50 000 Wohnungen halte ich für total übertrieben. Klar wächst Genf aber grad soviel, naja.

Ich vermute auch dass wieder vernehrt Familien oder auch normale Leute in die Stadt ziehen werden unter anderem auch wegen den hohen Spritpreisen. Die Oberbaselbieter werden am stärksten betroffen sein. Dies könnte den Wohnungsbau wieder ankurbeln.
Dies bezieht sich auf den ganzen Kanton Genf (450'000 EW, BS: 180'000).


Im übrigens ist in Genf (und Zürich) die Nachfrage sehr viel höher, als in Basel (und Bern).

Wer sich die jeweilige Wohnungsmarktsituation, die Leerstandsquote und die Preise anschaut erkennt das ziemlich schnell.

rübenzahn
June 30th, 2008, 09:53 PM
Das mit den 50 000 Wohnungen halte ich für total übertrieben. Klar wächst Genf aber grad soviel, naja.


in dem gebiet um genf in welchem die 50'000 wohnungen gebaut werden wohnen heute 770'000 menschen. deckt sich in etwa mit der agglo, die neuen agglomerationszahlen sind nach wikipedia 780'000 (http://de.wikipedia.org/wiki/Genf)(stand 2007). auf genfer teritorium sollen "nur" 15'000 bis 26'000 wohnungen entstehen, wobei ich annehme dass hiermit der kanton genf gemeint ist, mit immerhin 430'000 einwohnern. die 50'000 wohnungen sind sogar das minimalziel. die bevölkerungszahl soll von derzeit 770'000 auf bis zu 970'000 im jahre 2025 anwachsen.

es wird somit hauptsächlich das umland wachsen und nicht die stadt genf. doch werden wahrscheinlich in nächster zeit neue hochhäuser entstehen, da die stadt mit gerade mal 15km2 sicher auch einen teil der neubauten übernehmen wird. ich schätze mal so bis höchstens 10'000 wohnungen für die stadt.

hausmeister
June 30th, 2008, 10:29 PM
Im übrigens ist in Genf (und Zürich) die Nachfrage sehr viel höher, als in Basel (und Bern).

Wer sich die jeweilige Wohnungsmarktsituation, die Leerstandsquote und die Preise anschaut erkennt das ziemlich schnell.

richtig.

die agglomeration basel wächst (wenn auch nicht übermässig) während die bevölkerungszahl in basel stagniert (immerhin ist sie seit 5 jahren nicht mehr rückgängig). dennoch scheint basel, trotz florierender wirtschaft und schweizweitem wegfall des stadtflucht-trends, als wohnort nicht so richtig in die gänge zu kommen. ein grund dafür scheint die wohnungsstruktur zu sein:
1. zu viele kleine wochnungen (die leerstandquote besteht praktisch aus 1-2 zi wohnungen)
2. zu wenige familienwohnungen (bei diesen gibt es im übrigen praktisch keinen leerstand)
3. zu wenige moderne wohnungen (auch bei diesen gibt es kaum leerstand)
ich stelle daher die these auf, dass bei entsprechendem wohnungsangebot, die bevölkerungszahl steigen wird.

der vergleich mit genf ist nicht mal so weit hergeholt. sowohl wirtschaftswachstum als auch steuerbelastung sind ähnlich hoch. natrülich ist genf einiges glamouröser und weltstädtischer als basel (und auch als zürich, nur damit das auch noch gesagt ist...) und hat daher auch einen grösseren reiz.

suburbansky
June 30th, 2008, 10:43 PM
Aber warum ist denn das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in Genf so viel tiefer als in Basel? Persönlich möchte ich nicht in Genf leben, muss ich aber sagen... Die Stadt hat meiner Meinung nach null Charme.

Lake
June 30th, 2008, 11:01 PM
@hausmeister:

Ich gebe dir schon recht, aber (und jetzt spreche ich nur von Zürich - von Genf weiss ich es nicht) in Zürich sind es nicht nur die grossen/modernen Wohnungen, sondern auch (wenn nicht sogar noch gefragter) die günstigen. Apropos günstig. Die Mietpreisunterschiede zwischen ZH und BS sind schon recht gross bei einem vergleichbaren Angebot (war selber erstaunt. Die Mietpreise in Basel steigen nur sehr schwach, während sie in Zürich stark ansteigen (ein bisschen weniger als in Genf - dort hat man aber noch mehr "Nachholbedarf").

Ich glaube schon, dass Basel mit besserem Angebot mehr Leute anziehen kann und finde es auch wichtig dass man den Wohnungsbau in den Städten wieder beschleunigt, aber von einer prekären Situation in Basel zu sprechen und mit Genf und Zürich zu vergleichen wiederspiegelt die Situation nicht wirklich :)

hausmeister
June 30th, 2008, 11:36 PM
Ich glaube schon, dass Basel mit besserem Angebot mehr Leute anziehen kann und finde es auch wichtig dass man den Wohnungsbau in den Städten wieder beschleunigt, aber von einer prekären Situation in Basel zu sprechen und mit Genf und Zürich zu vergleichen wiederspiegelt die Situation nicht wirklich :)

nein, von prekär spricht niemand. und ich behaupte auch nicht, die struktur sei daran schuld, dass in basel keine zustände wie in genf herrschen (was ich im übrigen auch nicht für erstrebenswert halte). ich denke, ziel von basel sollte sein, die einwohnerzahl längerfristig stabil zu halten. und eine vernünftige und zeitgemässe wohnungsstruktur ist dabei unumgänglich.

es kann übrigens auch gut sein, dass der wachstumstrend in genf (und zürich) ganz plötzlich vorbei ist. und dann wird man möglicherweise auf 50'000 wohnungen sitzen (frag mal bei der ubs nach, die kennen sich aus mit unbegrentem wachstum im wohnungsmarkt;))

rübenzahn
July 1st, 2008, 12:31 AM
richtig.

die agglomeration basel wächst (wenn auch nicht übermässig) während die bevölkerungszahl in basel stagniert (immerhin ist sie seit 5 jahren nicht mehr rückgängig). dennoch scheint basel, trotz florierender wirtschaft und schweizweitem wegfall des stadtflucht-trends, als wohnort nicht so richtig in die gänge zu kommen. ein grund dafür scheint die wohnungsstruktur zu sein:
1. zu viele kleine wochnungen (die leerstandquote besteht praktisch aus 1-2 zi wohnungen)
2. zu wenige familienwohnungen (bei diesen gibt es im übrigen praktisch keinen leerstand)
3. zu wenige moderne wohnungen (auch bei diesen gibt es kaum leerstand)
ich stelle daher die these auf, dass bei entsprechendem wohnungsangebot, die bevölkerungszahl steigen wird.

der vergleich mit genf ist nicht mal so weit hergeholt. sowohl wirtschaftswachstum als auch steuerbelastung sind ähnlich hoch. natrülich ist genf einiges glamouröser und weltstädtischer als basel (und auch als zürich, nur damit das auch noch gesagt ist...) und hat daher auch einen grösseren reiz.

ein ausgewogeneres angebot an wohnungen würde klar etwas nützen, trotzdem versteh ich nicht wieso basel so stark auf familienwohnungen setzten will, abgesehen von einigen quartieren wird das dichte basel nie zur familienstadt. die vororte werden auch in zukunft kinderfreundlicher bleiben.

der druck ins basler zentrum ist aus verschieden gründern bisher kleiner. die lage, das angebot an wohnungen aber vielleicht auch dass trotz hohem wirtschaftswachstum der zuwachs an stellen vegleichsweise bescheiden war. es ändern sich in basel die arbeisstellen vorallem qualitativ. die wirtschaft baut die forschungstätigkeit aus, gleichzeit schreitet die globalisierung der konzerne fort. bei qualifizierten arbeitsnehmern, viele von fernab, die nach basel kommen sehe ich ein grosses potential. der wohnungsbau rund um den novartis campus wiederspiegelt die situation. ich denke dass in zukunft auch die dynamik über die landesgrenzen innerhalb der agglo zunehmen dürfte. laut prognose wird die stadt basel nur noch durch ausländer wachsen, die schweizer bevölkerung wird weiterhin schrumpfen.

hausmeister
July 1st, 2008, 09:45 AM
Aber warum ist denn das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in Genf so viel tiefer als in Basel?
weil basels wirtschaft vorallem qualitativ und nicht quantitativ wächst. life sciences gehört zu den wertschöpfungsintensivsten branchen. deshalb war auch der stellenzuwachs in den letzten jahren, wie rübenzahn bereits schrieb, vergleichsweise bescheiden. aber das ist eigentlich ganz gut so (auch wenn ich von der unia für diese aussage eins aufs dach kriegen würde...)

@rübenzahn
nein, basel wird wohl kaum zur familienstadt. aber familien sind nunmal ein wichtiger bestandteil einer idealen bevölkerungsstruktur und sollten deshalb nicht vernachlässigt werden. zudem besteht für familienwohnungen tatsächlich eine erstaunliche nachfrage in basel (ich denke es sind vorallem auskländische familien, welche es eher in die stadt zieht).
genauso besteht eine nachfrage für moderne einzelhaushalte. hier besteht grosser nachholbedarf obwohl es schon etwas besser wurde. für meine jetztige wohnung musste ich mich beinahe prügeln, der anstrum war unglaublich. dies nur, weil man sich bei der renovation etwas einfallsreicher gab als üblich.

ich bleib dabei, alleine durch eine vernünftige wohnungspolitik wird man die bevölkerungszahl stabil halten können. prognose hin oder her.

musician
July 1st, 2008, 10:54 AM
Ich sehe das Problem tatsächlich im mangelhaften Angebot an grosszügigen Wohnungen. Ist das Angebot da, kommen auch die Leute. Längst nicht alle Familien suchen einen stillen grünen Ort weit ab von jeglichem städtischen Leben.

Noch in den Siebziger-/Achziger-Jahren war es normal, dass man als Familie eine Dreizimmerwohnung teilt (das alte Kajüten-Bett lässt grüssen... :-)). Die Entwicklung zu grösserem Flächenbedarf lief sehr schnell, und Basel mit den fehlenden Landreserven konnte darauf nicht angemessen reagieren.
Bei uns ist es eben so, dass meistens zuerst etwas abgerissen werden muss, bevor man neu bauen kann. Da sind Auseinandersetzungen vorprogrammiert. Ich sehe die Diskussion um den Standort Kinderspital am Rhein und was da später mal hin soll bereits kommen. Oder der Aufschrei, als bekannt wurde, was die Regierung längerfristig im Gebiet Rankhof/Landauer plant.
Meiner Meinung nach ist die Stossrichtung richtig (attraktiver Wohnraum für den Mittelstand und Gutverdienende), denn wir brauchen diese "Filet-Stücke" auch auf unserem Kantonsgebiet, und die Gebiete am Rhein sind nunmal heiss begehrt. Andererseits sollte sich die Regierung nicht auf die Familien allein konzentrieren. Singles zwischen 25 und 35 scheinen mir eine ebenso wichtige Zielgruppe, zumal es darunter nicht wenige gibt, die explizit ein urbaneres Umfeld vorziehen.

Die bisherigen Beispiele zeigen, dass gute Objekte im nu vergriffen sind (z.B. Neubau bei der Stadtmauer im St.Alban), die Steuern spielen dabei eine weit geringere Rolle als oft vermutet.

Was die mangelnde Zuwanderung in den Stadtkanton betrifft, sollte man nicht vergessen, dass die jetzige Bevölkerungsentwicklung bereits einen Riesenfortschritt und eine Trendwende darstellt gegenüber der starken Abwanderung in den 90ern. In diesem Jahr könnte sogar wieder ein leichter Zuwachs resultieren.

Ausserdem ist die Entwicklung momentan besser als jegliche Bevölkerungsprognosen, die dazu vor ein paar Jahren erstellt wurden:

http://www.statistik-bs.ch/themen/01/bevoelkerungsprognose

hausmeister
July 1st, 2008, 03:03 PM
^^sehe ich auch so.

basel hat im wohnungsbau, wie so in vielen anderen dingen, ein unausgeschöpftes potential. unglaublich wieviele hauseigentümer ihre häuser an guter lage herunterkommen lassen. teilweise sind diese über längere zeit leerstehend. hier müsste doch ein anreiz für renovation, sanierung oder gar neubau bestehen. die grundstücke sind oft unbelastet und eine finanzierung sollte daher kein problem sein. und wenn sich der bauherr zu etwas mehr als 0815 bewegen lässt, ist die wohnung im nu vermietet. selbst wenn die lage nicht erstklassig ist.

nicht zwingend muss dadurch günstiger wohnraum verloren gehen. die bodenpreise in basel sind (glücklicherweise) tief, und so können auch moderne wohnungen durchaus günstig entstehen. der kanton machts vor, siehe www.baeumlihof.bs.ch

rübenzahn
July 2nd, 2008, 11:52 AM
ein nachtrag bezüglich ausländische arbeitskräfte, gefunden in einer broschüre (http://www.baselarea.ch/uploads/media/Imagebroschuere_deutsch.pdf) von baselarea...

Rund zwei Drittel der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche
die Grossunternehmen in der Region einstellen, stammen aus
dem Ausland. Darunter befinden sich überwiegend hoch qualifizierte
Arbeitskräfte aus Europa, Nordamerika und Asien.

sämelihülz
July 2nd, 2008, 01:50 PM
...und die Spitäler!!! Wenn man im Kantons oder im Bruderholzspital ist hat man das Gefühl man sei irgendwo in Mitteldeutschland :lol:

hausmeister
July 6th, 2008, 11:06 AM
aktuelles zum thema aus baz.ch :

Basel-Stadt analysiert Zu- und Wegziehende

Basel. sda/baz. Zehn Jahre nach der ersten Wanderungsbefragung hat die Basler Regierung erneut Zu- und Wegziehende befragt: Dabei kam etwa heraus, dass 44 Prozent der Zuzüger Rückkehrer sind, hohe Steuern stärker abschrecken und mehr Familien weg- als zuziehen.

Die Rückkehrer-Quote steigt mit zunehmendem Alter, wie die Regierung des Stadtkantons am Donnerstag mitteilte: Hatten von den 18- bis 24-jährigen Zuziehenden 20 Prozent früher schon mindestens einmal in Basel-Stadt gewohnt, so sind es bei den 60-Jährigen und Älteren volle 80 Prozent.

Die Kantonsgrenze beider Basel ist sehr durchlässig: Die meisten neu Zuziehenden und Rückkehrenden kommen aus dem Baselbiet. Für die Regierung des Stadtkantons stimmen die politischen Grenzen angesichts der Mobilität nicht mehr mit dem Lebensraum überein. Regionale Zusammenarbeit werde demnach künftig «noch wichtiger».

Umwelt mit Verbesserungspotenzial

Attraktiv ist der Stadtkanton für Jüngere: 40 Prozent aller im Jahr 2007 Zugezogenen waren 20 bis 29 Jahre alt; weitere 26 Prozent zwischen 30 bis 39 Jahren. Von den jüngeren Befragten gaben viele das Arbeitsumfeld oder ein Studium, respektive eine Ausbildung als Motivation zum Zuzug an.

«Zentraler Wohnen» mit Arbeit, Kultur, Einkauf und Freizeit in Reichweite sei dabei oft als Begründung genannt worden. Gelobt wird namentlich der Öffentliche Verkehr, aber auch das Kulturangebot - von Zu- wie von Weggezogenen gleichermassen. Die Lebensqualität wird heute besser beurteilt als bei der letzten Befragung.

Umweltfaktoren wie Luft, Grün, Sauberkeit und Lärm wurden derweil zwar gut, aber weniger hoch bewertet. Wegziehende äussern sich dazu kritischer als Zuziehende, wie weiter mitgeteilt wurde. Als Wegzugsgrund wurden Umwelt und Wohnumfeld indes weniger oft genannt als noch 1998.

Mehr Steuerflüchtige

Häufiger beklagt als bei der ersten Wanderungsbefragung wird die Steuerbelastung. Das erstaune jedoch nicht angesichts der breiten Diskussion der letzten Jahre, hiess es weiter. Waren Steuern 1998 noch bei 8,5 Prozent ein wesentliches Wegzug-Argument, so sind es diesmal 14,5 Prozent. Die Regierung baut nun auf ihr Steuerpaket.

Als Hauptmotivation für das Wegziehen werden immer noch primär persönliche Gründe, respektive die Wohnung genannt. Zumeist seien gemäss den Befragten Komfort, Zustand und Umfeld der neuen Wohnung besser. In Sachen Mietzins und Lage hingegen hätten sich Basel- Stadt und die restliche Nordwestschweiz offenbar angeglichen.

Bei einer statistischen Detailauswertung zu den beiden Neubausiedlungen Horburghof und Falkensteinerstrasse fiel auf, dass dort überwiegend Baselstädter hin zogen und dass der Anteil Kinder und Jugendlicher über dem Kantonsdurchschnitt liegt. Adäquater Wohnraum locke demnach Familien nach Basel.

Handlungsbedarf für Familienwohnungen

Unter dem Strich jedoch ziehen deutlich mehr Familien aus Basel weg als dass solche zuwandern. Und Familien beurteilten das Wohnungsangebot im Stadtkanton deutlich schlechter als die übrigen Haushalte. Da erkennt die Regierung Handlungsbedarf.

Für die Studie hat das Basler Institut Konso je 1001 freiwillige Telefoninterviews mit Zuziehenden und Wegziehenden zwischen dem 17. Januar und dem 3. April geführt. Es beschränkte sich auf Wanderungen zwischen Basel und der Schweiz, Deutschland und Frankreich - ohne Heim-Ein- und -Austritte oder Asylbewerber. Ergänzend wurden die Wanderungen 1990-2007 statistisch ausgewertet.


Und Familien beurteilten das Wohnungsangebot im Stadtkanton deutlich schlechter als die übrigen Haushalte. Da erkennt die Regierung Handlungsbedarf.
ha!

Don Calo
July 6th, 2008, 09:13 PM
HANS-PETER BISSEGGER, NEUER IMMOBILIENCHEF DER BALOISE, ÜBER WOHNUNGSBAU IN BASEL

Stadtwohnen ist und bleibt ein wichtiges Thema im Standortmarkting Basels. Während die Stadt vor allem auf grosse neue Wohnungen setzt, legt der neue Baloise-Immobilienchef andere Schwerpunkte.
Zoom Kenner des Wohnungsmarkts. Hans-Peter Bissegger (50) ist seit Mai für die Immobilien des Versicherungsunternehmens Baloise verantwortlich. Foto Henry Muchenberger

interview: Patrick Marcolli

Der in Pratteln aufgewachsene
Architekt und Immobilienfachmann Hans-Peter Bissegger (50) ist als Nachfolger von Urs Degen seit Mai für die Immobilien der Baloise verantwortlich. Er kennt den Basler Wohnungsmarkt und erläutert, warum er trotz Skepsis an die Entwicklung der Erlenmatt glaubt und was er als Beitrag der Baloise dazu sieht.

baz: Herr Bissegger, mal angenommen Sie hätten als Privatmann etwa 1,5 Millionen Franken zur Verfügung und könnten dieses Kapital in eine Immobilie in der Nordwestschweiz investieren – wie sähe diese Liegenschaft aus und wo stünde sie?

Hans-Peter Bissegger: Als eher risikoscheuer Anleger würde ich mir einen kleinen Wohnblock mit drei bis vier Wohnungen suchen – wegen der immer noch höheren Steuern in Basel-Stadt vorzugsweise in der stadtnahen Agglomeration.

An Ihnen hätten die Basler Regierung, Logis Bâle und das Basler Standortmarketing gar keine Freude.

Nun, ich muss sagen, dass die Bemühungen der Stadt für qualitativ hochstehenden Wohnungsbau durchaus erkennbar sind und in der Immobilienbranche geschätzt werden.

Zurück zu Ihrem kleinen Wohnblock im Baselbiet: Wie gross wären die Wohnungen?

Es müssten Wohnungen im mittleren Grössen- und Preissegment sein – also dreieinhalb Zimmer mit 90 Quadratmetern bis viereinhalb Zimmer mit 110 Quadratmetern. Bei grösseren Wohnungen wäre eine Investition nicht rentabel.

Die Baloise setzt als institutioneller Anleger genau auf dieses Segment. Warum setzen Sie nicht auf die ganz grossen Wohnungen?

Weil diese einen kleinen Teil des Marktes ausmachen und so die Chancen schmälern, sie vermieten zu können.

Dagegen ist das Angebot im mittleren Segment um ein Vielfaches grösser.

Ja, aber diese Wohnungen sind auf dem Markt gefragt. Sie entsprechen den aktuellen und künftigen gesellschaftlichen Strukturen. Ein Beispiel: Sehr viele Ehepaare lassen sich heutzutage scheiden. Das führt oftmals dazu, dass die Frau mit den Kindern in eine Dreieinhalb-Zimmer-Wohnung zieht und der Mann in eine Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung. Diese Tendenz ist schon klar erkennbar.

Können Sie sich erklären, weshalb dann der Fokus der Wohnbaupolitik von Basel-Stadt klar auf grossen Neubauwohnungen liegt?

Zunächst gesagt: Ich bin froh, nicht Politik machen zu müssen. Entscheidend für mich in der Beurteilung, welche Wohnungsgrössen ideal wären, ist aber der Standort. Nehmen wir als Beispiel die Erlenmatt: Ich persönlich frage mich schon, ob ich als Familie mit drei Kindern in dieses sehr bewegte, multikulturelle Quartier ziehen würde. Wahrscheinlich nicht. Und dies ist nicht einmal eine Frage des Preises. Auch Familien sind bereit, für eine gute, geräumige Wohnung einen grösseren Betrag auszugeben. Aber die Wohnung muss für mich in einem entsprechend ruhigen Quartier liegen.

Folgt daraus: Das Erlenmatt-Projekt ist gescheitert.

Nein, es wird gelingen. Zweifel habe ich lediglich an der Marktfähigkeit der grössten Wohnungen. Aber bei der Erlenmatt geht es ja ebenso um mittelgrosse Wohnungen und um Geschäfts- und Dienstleistungsflächen.

Die Baloise wird gleich vis-à-vis der Erlenmatt ein neues grosses Wohngebäude Ecke Riehenring/Horburgstrasse erstellen. Zunächst: Warum ersetzen Sie die existierenden Wohnungen?

Die 64 Wohnungen in der bestehenden Liegenschaft sind weder zeit- noch marktgerecht. Die durchschnittliche Wohnung ist lediglich 63 Quadratmeter gross – das entspricht den heutigen Bedürfnissen nicht. Ausserdem hat es keine Lifte, veraltete Installationen und eine ungenügende Dämmung der Gebäudehülle.

Stellen Sie den geplanten Wohnblock auch in Zusammenhang mit der Entwicklung auf dem Erlenmatt-Areal?

Selbstverständlich. Wir sehen unsere Investition als Beitrag an die von der Stadt vorangetriebene Entwicklung in diesem Gebiet, sozusagen als «flankierende Massnahme». Wir sollten als institutioneller Anleger auch einmal mutiger sein als ein privater Investor, für den diese Lage vielleicht kurzfristig noch zu riskant und unsicher wäre.

Was wird Ihr Projekt auszeichnen?

Die neuen 78 Wohnungen werden unterschiedlich viele Zimmer haben und durchschnittlich 80 Quadratmeter messen. Der neue, begrünte und ruhige Innenhof wird ausserdem einen schönen Gegensatz bilden zur lebhaften, lauten Umgebung ausserhalb des Gebäudekomplexes. Dieser wird im Übrigen nach dem Minergie-standard gebaut.

Gleich neben Ihrem Neubau befindet sich am Riehenring ein neueres Gebäude von Immobilien Basel-Stadt, das noch nie voll vermietet war.

Wissen Sie, es lässt sich gemeinhin nach zwei, drei Jahren leicht sagen, dass dieses oder jenes neue Gebäude eine Fehlinvestition oder ein Misserfolg ist. Doch wir institutionellen Anleger, also die Baloise Immobilien wie auch Immobilien Basel-Stadt, denken in ganz anderen Zeiträumen. Wir müssen über die nächsten 20 bis 30 Jahre planen und jetzt schon Wohnraum zur Verfügung stellen, der künftigen Ansprüchen genügt.

Welche Indikatoren gibt es, um die Mieter-Bedürfnisse über einen so langfristigen Zeitrahmen überhaupt einschätzen zu können?

Es gibt gesellschaftlich-demografische Indikatoren wie die erwähnten familiären Situationen. Es gibt aber auch zukunftsweisende Architektur, die sowohl diesen gesellschaftlichen Ansprüchen Rechnung trägt als auch energetisch und ökologisch nachhaltig ist. Wir versuchen beides zu berücksichtigen.

«Zweifel habe ich an der Marktfähigkeit der grössten Wohnungen auf der Erlenmatt.»


Die Baloise – in den Top Ten des Schweizer Immobilienmarkts

4,5 milliarden. Das Versicherungsunternehmen Baloise gehört laut Hans-Peter Bissegger zu den Top Ten im Schweizer Immobiliengeschäft. Der Gesamtwert des Baloise-Portfolios betrug Ende 2007 4,5 Milliarden Franken. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt in der Nordwestschweiz. In den Kantonen Basel-Stadt, Baselland und Aargau, befinden sich knapp
30 Prozent des Baloise-Immobilienbesitzes; auf Zürich und die Genfersee-Region entfallen je rund 20 Prozent. Auf den Kanton Basel-Stadt aufgeschlüsselt ergeben sich folgende Immobilien-Kennzahlen:

> 74 Liegenschaften auf Kantonsgebiet sind in Baloise-Eigentum.
> Der Netto-Mietertrag beträgt rund 43 Millionen Franken pro Jahr.
> Der Marktwert beträgt 684 Millionen Franken (31.12.2007).
> Die vermietbare Fläche beträgt
215 000 Quadratmeter.
> Das Portfolio umfasst in Basel-Stadt 1540 Wohnungen, 107 Läden, 314 Büro-Objekte und 1205 Einstellhallenplätze.
zwei Projekte. Aktuell laufen
bei der Baloise im Kanton Basel-Stadt zwei Neubauprojekte.
Zum einen das im Interview erwähnte Mehrfamilienhaus im Klein-
basel Ecke Riehenring und Horburgstrasse mit 78 Wohnungen (siehe Bild). Erstellt wird diese Liegenschaft von Burckhardt & Partner. In Riehen baut die Baloise zum andern insgesamt 32 Wohnungen am Hirshalm. Zu den Investitionsbeträgen beider Projekte gibt die Baloise keine Auskunft. map

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Riehenringneubau.jpg
Visualisierung des Baloise-Neubaus am Riehenring.

Quelle: BAZ vom 5.7.08

hausmeister
July 8th, 2008, 09:01 PM
Als eher risikoscheuer Anleger würde ich mir einen kleinen Wohnblock mit drei bis vier Wohnungen suchen – wegen der immer noch höheren Steuern in Basel-Stadt vorzugsweise in der stadtnahen Agglomeration.


in einem leserbrief in der heutigen baz wurde sich zu dieser aussage geäussert. der schreiber wies auf die von der steureverwaltung veröffentlichten steuervergleich (http://www.steuerverwaltung.bs.ch/00110_doku_steuervergleich.pdf) und nannte als beispiele folgende belastungswerte für die laufende steuerperiode (also mit berücksichtigung des steuerpaketes):

nettoeinkommen chf 70'000, 2 kinder, verheitatet, beide erwärbstätig:
basel chf 1'504
arlesheim chf 1'572
birsfelden chf 1'757

mit nettoeinkommen chf 250'000:
basel chf 43'804
arlesheim 42'068
birsfelden 47'000

es handelt sich dabei übrigens nicht um einzelne extreme (für bs positive) beispiele.

es wird wohl jahre dauern, bis dies in den köpfen der leute ist, wenn nicht einmal der immobilienchef der baloise bemerkt, dass der grosse steuerunterschied der vergangenheit angehört.

hausmeister
August 7th, 2008, 05:08 PM
apropos steuern:
noch immer wird in basel beim wohnungskauf eine handänderungssteuer fällig. diese beträgt momentan 3% (bei eigenbedarf 1.5%). dies wird investoren natürlich etwas abschrecken. vorallem auch weil diese steuer in etlichen kantonen bereits abgeschaft wurde (u.a. per 2005 in zürich) oder zumindest weniger hoch sind.
immerhin wurden mittlerweile die ebenfalls sehr hohen notariatsgebühren sowie die grundstückgewinnnsteuer gesenkt und somit investoren entlastet.
trotzdem werden diese kosten mitverantwortlich sein für den harzigen start von logisbale.

Don Calo
August 15th, 2008, 01:55 PM
Die Zahl der leeren Wohnungen ist in der Region Basel zurückgegangen. Leicht verringert hat sich auch das Angebot an Geschäftsflächen.

Nach einem Anstieg im letzten Jahr ist der Leerwohnungsbestand in den beiden Basel jetzt um insgesamt 19 Prozent (Basel-Stadt -12%, Basel-Landschaft -30%) zurückgegangen. Am Stichtag 1. Juni 2008 standen in den beiden Basler Halbkantonen zusammen 1924 Wohnungen leer. Die Leerwohnungsquote, das heisst der Anteil leerer Wohnungen am gesamten Wohnungsbestand, beträgt nach 1,0 Prozent im Vorjahr jetzt gut 0,8 Prozent. Dieser Mittelwert resultiert aus einem Rückgang um jeweils 0,2 Prozentpunkte auf 0,5 Prozent im Baselbiet und auf 1,2 Prozent im Stadtkanton. In absoluten Zahlen standen im Kanton Basel-Landschaft 630 und im Kanton Basel-Stadt 1294 Wohnungen leer, wie die statistischen Ämter beider Basel am Freitag mitteilten.

Im Stadtkanton ist die vor kurzem noch hohe Zahl leer stehender Kleinwohnungen (v.a. Einzimmerwohnungen) weiter zurückgegangen, so dass das Wohnungsangebot heute ausgeglichener ist. Die Vierzimmerwohnungen weisen eine Leerstandsquote von 1,5 Prozent auf, die Ein- und Dreizimmerlogis eine von je 1,4 Prozent, die Zwei- und Fünfzimmerwohnungen eine von je 1,0 Prozent. Leicht rückläufige Leerstandsquoten, wenn auch noch auf relativ hohem Niveau, weisen tendenziell die Quartiere im unteren Kleinbasel und St. Johann auf. Das sei ein Hinweis, dass nach der Fertigstellung der Nordtangente die begleitenden Massnahmen zur Qualitätsverbesserung des Wohnumfeldes zu greifen beginne und zur Steigerung der Wohnqualität beitrage.


Leichter Rückgang der Wohnbautätigkeit

Im Kanton Basel-Landschaft korreliert die Leerstandsziffer laut Mitteilung erfahrungsgemäss stark mit der hohen Neubauproduktion. Ein leichter Rückgang der Wohnbautätigkeit von 1500 auf 1100 Einheiten im Jahre 2007 hat zur Reduktion des Leerstands beigetragen. Das Angebot werde im Baselbiet somit vom Markt nach wie vor gut absorbiert. Die Leerstandsquote von 0,5 Prozent bleibe auch im schweizerischen Vergleich im tieferen Bereich.

Die gesamtschweizerische Quote bewegt sich seit mehreren Jahren um 1 Prozent. Auch sie dürfte laut den statistischen Ämtern aufgrund bisher vorliegender Werte nun etwas sinken und somit weiterhin im Bereich der gemeinsamen Quote der beiden Basler Halbkantone liegen. Insbesondere im städtischen Vergleich deute die Leerstandsquote der Stadt Basel mit 1,2 Prozent auf einen Wohnungsmarkt hin, der weniger angespannt ist als in anderen Grossstädten mit Werten von 0,03 Prozent (Zürich), 0,1 Prozent (Lausanne), 0,2 Prozent (Genf) und 0,4 Prozent (Bern). Das Angebot an Geschäftsflächen in der Region ist nach dem letztjährigen Höchststand um 11 Prozent auf 288'000 m2 zurückgegangen. 95'000 m2 entfallen auf Basel-Stadt, 193'000 m2 auf Basel-Landschaft. Ein leichter Anstieg der angebotenen Bürofläche auf gut 100'000 m2 wurde durch tiefere Werte in Gewerbe und Produktion mehr als wettgemacht.

60 Prozent der Bürofläche werden im Stadtkanton angeboten. Im Landkanton hat die bauliche Anpassung an den Strukturwandel vom Produktions- zum Dienstleistungssektor weiter Fortschritt gemacht. Die eine oder andere Industriebrache konnte umgenutzt werden. Dies ergab die von den Statistischen Ämtern der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft bereits zum 14. Mal zusammen mit dem Schweizerischen Verband der Immobilienwirtschaft, SVIT beider Basel, durchgeführte Leerstandserhebung.

Quelle: bazonline vom 15.08.08

hausmeister
August 15th, 2008, 05:07 PM
hier noch eine graphik mit absoluten zahlen:

http://statistik-bs.ch/themen/09/leerstand08/picture


leider sagt auch diese statistik nichts über die (fehlende) qualität und attraktivität der wohnungen aus. meine erfahrung bei wohnungssuche in basel: top wohnungen gehen entweder unter der hand weg oder bei der besichtigung herrschen zustände wie in zürich oder genf. der grösste teil der ausgeschriebenen wohnungen sind entweder gar nicht oder nur lieblos renoviert worden. da sollten irgendwie anreize geschaffen werden.

hausmeister
August 15th, 2008, 05:31 PM
wenn wir gerade bei statistiken sind:

Die Wohnbevölkerung des Kantons Basel-Stadt stieg im Juli 2008 um 363 auf 188'581, stärker als im Vorjahrersjuli mit 82.
Verglichen mit dem Bevölkerungsstand Ende Juli 2007 von 187'965 berechnete sich eine vorläufige Zunahme von 616 für die Gesamtbevölkerung. Wie 2007 gezeigt hat, können für die endgültige Statistik noch rund 200 bis 300 „Rückgängigmachungen einer Abmeldung oder einer Streichung“ einbezogen werden, so dass dieses Plus noch ausgeprägter werden wird.

die bevölkerungszahl ist nun seit 7 jahren stabil geblieben. derzeit ist sogar ein leichter anstieg zu verzeichnen. die statistik trügt allerdings ein wenig: ein negativer wanderungssaldo besteht bei jungen schweizern und bei guten steuerzahlern. letzterem versucht man nun mit steuersenkung und attraktiveren wohnungen entgegenzuwirken. bei den jungen ist man so weit ich weiss daran, die gründe zu eruieren.

rübenzahn
August 17th, 2008, 03:20 PM
In der NZZ am Sonntag gibt es einen guten Artikel zur Wahl des Stadtpräsidenten in Basel, der zwar die wirtschaftlichen Vorzüge hervorhebt, gleichzeitig aber auch die Probleme der Stadt wie fehlende mediale Inszenierung und fehlender politischer Einfluss auf Bundesebene sowie die nachteiligen Einwohnerprognosen thematisiert. Ein ausgewogener Artikel der die Situation sehr gut schildert.

Ausserdem aus einem Interview mit dem Biochemiker Gottfried Schatz, eine schöne Anspielung auf Schweizer Möglichkeiten und was man schlussendlich daraus macht. Ich persönlich sehe durchaus eine Verbindung zwischen schweizer Behäbigkeit und fehlendem Einfluss der Wirtschaftszentren.

Gottfried Schatz: Keineswegs – die Schweiz ist heute eine der führenden Wissenschaftsnationen. Nicht so sehr, weil sich ihre Wissenschaft in den letzten Jahren verbessert hätte, sondern weil die ihres Hauptkonkurrenten, der USA, derzeit schwächelt. Die Schweiz hätte alle Voraussetzungen, um in Bildung und Forschung weltweit die Nummer 1 zu sein: Kein anderes Land besitzt eine so beneidenswerte Kombination von soliden Grundschulen, Reichtum, erstklassiger Infrastruktur, stabiler Demokratie und Vielsprachigkeit. Aber die Schweiz hat nicht den Ehrgeiz, die Nummer 1 zu sein. Wenn sie im Flughafen Zürich die Übersee-Passagiere mit dem Zug zur Passkontrolle befördert, hat sie etwa 30 Sekunden Zeit, um sich vorzustellen. Was wählt sie dafür? Ein blasendes Alphorn und eine muhende Kuh!

hausmeister
August 17th, 2008, 07:45 PM
In der NZZ am Sonntag gibt es einen guten Artikel zur Wahl des Stadtpräsidenten in Basel, der zwar die wirtschaftlichen Vorzüge hervorhebt, gleichzeitig aber auch die Probleme der Stadt wie fehlende mediale Inszenierung und fehlender politischer Einfluss auf Bundesebene sowie die nachteiligen Einwohnerprognosen thematisiert. Ein ausgewogener Artikel der die Situation sehr gut schildert.

die mängel auf politischer ebene wurden auch im ersten teil des stadtgesprächs von christoph koellreuter angesprochen. natürlich ist es schwer einfluss zu nehmen, wenn sich die region auf vier kantone aufteilen. aber er hat auch erwähnt, dass basel-stadt aussenpolitisch zwar bemüht ist, sich teilweise nicht sonderlich geschickt anstellt.
der posten des stadtpräsidenten wird diesbezüglich hoffentlich etwas verbesserung bringen. morin würde ich das zutrauen.

btw: das erste stadtgespräch (http://www.areal.org/scripts/detail.php?id=1455) war übrigens recht interessant, wenn auch trotz der vermeintlich verscheindenen perspektiven der beiden gäste (metrobasel vs stadtteilsekretariat) kein wirkliche kontroverse entstand. ich kann aber jedem der sich für stadtentwicklung interessiert empfehlen diese podiumsdiskussionen zu besuchen.

sämelihülz
August 17th, 2008, 10:36 PM
hehe stimmt, das mit der Zugangsbahn zu den Internationalen Gates :lol:

ich glaube aber in Basel ist man da nicht so "verspielt", weil wir damit nicht wirklich viel zu tun haben, höchstens die fasnacht, aber das ist ja auch nicht mit Alphorn und Kuh gleichzustellen.

Aber eine Kanton wie Bern, vor allem im Oberland, muss sich natürlich auf diese "Identitäten" konzentrieren, weil sonst die Touristen enttäuscht wären. Haben sie sich sozusagen selber vorzuwerfen.

Aber Zürich hat wirklich nicht viel mit dem zu tun, am besten hätte man gar nichts gemacht, das würde vermutlich etwas seriöser daherkommen.

Lake
August 18th, 2008, 09:21 PM
hehe stimmt, das mit der Zugangsbahn zu den Internationalen Gates :lol:

ich glaube aber in Basel ist man da nicht so "verspielt", weil wir damit nicht wirklich viel zu tun haben, höchstens die fasnacht, aber das ist ja auch nicht mit Alphorn und Kuh gleichzustellen.

Aber eine Kanton wie Bern, vor allem im Oberland, muss sich natürlich auf diese "Identitäten" konzentrieren, weil sonst die Touristen enttäuscht wären. Haben sie sich sozusagen selber vorzuwerfen.

Aber Zürich hat wirklich nicht viel mit dem zu tun, am besten hätte man gar nichts gemacht, das würde vermutlich etwas seriöser daherkommen.
In etwa gleich viel wie Basel ;)

Nun ich finde das "Heidi" ja noch hübsch anzusehen und ich fuhr dieses Jahr schon einige male mit der Skymetro... ;)

Eigentlich hat ein grosser Teil der Schweiz nichts mit Heidi und Kühen zu tun...respektive nicht mehr als in Deutschland, Frankreich oder England und mir geht dieses ewige präsentieren der Schweiz auf diese Art auch auf die Nerven..

hausmeister
September 12th, 2008, 03:29 PM
ich hab mal eine kleine (unvollständige) übersicht der grösseren wohnbauprojekten zusammengestellt. berücksichtigt habe ich sämtliche mir bekannten projekte mit mehr als 20 wohnungen welche sich entweder im bau oder in vorbereitung befinden, oder zumindest ein bebauungsplan besteht (ausnahme: wohnhochhaus warteck):


http://www.logisbale.ch/images/St-Jakob-Park-Plus-425.jpg
st. jakob turm 37 wohnungen ab 2008


http://www.logisbale.ch/images/VoltaWest-425.jpg
volta west 130 wohnungen ab 2009


http://www.logisbale.ch/images/VoltaZentrum-425.jpg
volta zentrum 70 wohnungen ab 2009


http://www.logisbale.ch/images/Erlentor-425.jpg
erlentor 240 wohnungen ab 2009


http://www.logisbale.ch/images/Attraktiv-Wohnen-im-Gundeli-425.jpg
take25 28 wohnungen ab 2009


http://www.logisbale.ch/images/Sevogelpark-425.jpg
sevogelpark 65 wohnungen ab 2009


http://www.logisbale.ch/images/Volta-Mitte-425.jpg
volta mitte 110 wohnungen ab 2009/10


http://www.logisbale.ch/images/Markthalle-425.jpg
markthalle 48 wohnungen ab 2010


http://www.logisbale.ch/images/Suedpark-1-425.jpg
südpark 100 wohnungen ab 2010


http://www.logisbale.ch/images/Densa-Areal-425.jpg
densa-areal 100 wohnungen ab 2010


http://www.logisbale.ch/images/Riehenring-Wohnhochhaus-425.jpg
wohnhochhaus warteck ca 80 wohnungen ab 2012


http://www.logisbale.ch/images/Schorenareal-425.jpg
schorenareal 300 wohnungen ab ?


http://www.logisbale.ch/images/Lautergartenstrasse-425.jpg
lautengartenstrasse 96 wohnungen ab ?


http://www.logisbale.ch/images/Wildensteinerstrasse-425.jpg
wildensteinerstrasse ca 60 wohnungen ab ?


http://www.logisbale.ch/images/Erlenmatt-Farbmodell-425.jpg
erlenmatt 700 wohnungen (inkl. erlentor) laufend bis ca 2020

Don Calo
October 12th, 2008, 01:16 PM
http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Wonbauf-Offensivebaz091008.jpg

Quelle baz vom 9.10.08

sämelihülz
October 12th, 2008, 04:45 PM
was soll das genau heissen "jedoch,[...] sei man mit der Pharmaindustrie im Gespräch, um eine "attraktive Durchmischung" der Mieterschaft zu erreichen? :dunno:

Basel_CH
October 12th, 2008, 05:42 PM
Ich nehm an, dass man versucht mit den Pharma-Firmen Verträge abzuschliessen, dass ein Teil der Wohnungen für deren Mitarbeiter genutzt werden können, beispielsweise rekrutiert ja gerade Novartis viele Mitarbeiter ausserhalb der SChweiz, wenn dann die hier ihre Arbeitsstelle beginnen brauchen sie eine Bleibe, das kann dann temporär oder auch länger an solchen Locations erfolgen, meine Theorie...

hausmeister
October 28th, 2008, 10:48 AM
Ein Areal mit Symbolcharakter

Die Parzelle liegt direkt am Rhein und ist damit zu «nobel», um für die Stadt repräsentativ zu sein. Dennoch spitzt sich rund ums bald frei werdende Areal des Kinderspitals die Debatte um die richtige Wohnbaupolitik zu.

http://files.newsnetz.ch/story/1/5/9/15902143/7/topelement.jpg

Ein Filetstück für Stadtplaner ist es, das Areal des Basler Kinderspitals im Wettsteinquartier: sonniges Kleinbasler Rheinufer, die gutbürgerliche Umgebung des mit Villen bestückten Schaffhauserrheinwegs, dennoch zentrale Lage – und im Sommer nicht annähernd so viele lärmverursachende Aktivitäten wie am Oberen Rheinweg. Über die Attraktivität des Areals gibt es im politischen Basel keine Differenzen. Wohl aber darüber, was dereinst mit dieser 8778 Quadratmeter grossen Parzelle zwischen Schaffhauserrheinweg, Römergasse, Alemannengasse und Burgweg geschehen soll. Das heisst, einig ist man sich grundsätzlich: Hier soll einmal gewohnt werden. Kurze Zeit war einmal die Idee herumgegeistert, an dieser Stelle das neue Naturhistorische Museum zu errichten. Doch diese Idee wurde bald fallen gelassen, nun hat man dafür die Heuwaage im Auge.

Links und rechts

Wohnen also. Der Grosse Rat tat vorletzte Woche den ersten Schritt und ermöglichte mit der Umwidmung des Areals vom Verwaltungs- ins Finanzvermögen weitere Planungen. Oder, verständlicher: Das Parlament bestätigte, dass das Kispi-Areal in ein paar Jahren nicht mehr zu Verwaltungszwecken gebraucht wird und einem neuen Zweck zugeführt werden kann – zum Beispiel Wohnzwecken.

Aber welche Art von Wohnen soll es denn sein? Die Fronten sind klar abgesteckt: Die Linke möchte durchschnittlich teure Familienwohnungen oder Genossenschaftsbauten, die Rechte grosse und teure Wohnungen für sogenannt gute Steuerzahler. Zwei Vorstösse im Grossen Rat stehen für diese unterschiedlichen Richtungen. Wohnungen für «gehobene» Ansprüche forderte ein Anzug des Liberalen Claude François Beranek, der Sozialdemokrat Beat Jans wollte von der Regierung wissen, «ob beim Wohnungsmix der Anteil von Familienwohnungen und der genossenschaftliche Wohnungsbau angemessen berücksichtigt» würden. Während das Parlament Jans' Vorstoss im Mai vergangenen Jahres an die Regierung zur Beantwortung überwies, schickte es vergangene Woche denjenigen von Claude Beranek ziemlich deutlich bachab.

Grund und Boden

Diese beiden Positionen markieren das Spannungsfeld, in dem sich die Regierung bewegt. Die Exekutive versucht ihr «Kispi-Glück» nun mithilfe eines Mittelwegs. In ihrer Antwort auf den Vorstoss Jans bekannte sie sich – ganz in bürgerlichem Duktus – zu «hochwertigem Wohnen im oberen Preissegment» auf dem Kispi-Areal. Etwas verklausuliert, aber dennoch deutlich lehnt sie Wohnungen im günstigen und mittleren Preissegment ab. Auch von genossenschaftlichem Wohnen auf dem Areal will die Regierung nichts wissen. Jedoch – und das ist der politische Kompromiss – will die Regierung den Grund und Boden nur im Baurecht abgeben (siehe auch Text unten). Ein Verkauf steht offenbar nicht zur Debatte.

Dieser regierungsrätliche Mittelweg ist wohlbegründet. Es fände sich derzeit politisch keine Mehrheit für einen Verkauf des Areals und den Bau von Luxuswohnungen. Dies belegt die überraschend hohe Zustimmung von fast 40 Prozent zur abgelehnten radikalen Mieterschutzinitiative des Basler Mieterverbands am 28. September. Ebenso unklug wäre es, würde die Regierung auf dem Areal eine «durchschnittliche» Genossenschaftssiedlung oder Wohnungen im unteren und mittleren Preissegment favorisieren: Diesem Ansinnen würde sich neben den Bürgerlichen wohl auch der wirtschaftsnahe Flügel der SP widersetzen; also jener Teil der Partei, der sich in der Vergangenheit grundsätzlich hinter die Strategie der Regierung und SP-Baudirektorin Barbara Schneider gestellt hat, durch «gehobenen» Wohnungsbau «gute Steuerzahler» in die Stadt zu locken.

Erfolg und Misserfolg

Doch mit ihrer Wohnbau-Strategie – und dies ist ein weiterer Grund zur regierungsrätlichen Vorsicht in der Handhabung des Kispi-Areals – hat die Regierung auch schon Schiffbruch erlitten. Es begann damit, dass das basel-städtische Stimmvolk im Februar 2006 eine Umzonung von zwei Grünparzellen auf dem Bruderholz ablehnte. Dies wiederum führte im Baudepartement zu einem Umdenken: Man tat öffentlich kund, angesichts des starken lokalen Widerstands von einzelnen Umzonungsvorhaben in Quartieren absehen zu wollen, sie vielmehr in den – noch nicht existierenden – revidierten Zonenplan zu integrieren, und legte aus diesem Grund das bereits ausführungsreife Projekt zur Überbauung des Landhofs auf Eis.

Mit der Absicht, die Kispi-Parzelle im Baurecht zu vergeben und so erstens das Land nicht ganz aus der Hand geben und auch kontinuierlich Einnahmen generieren zu wollen, setzt die rot-grün dominierte Exekutive aber doch ein deutliches Zeichen. Das mehrheitlich bürgerlich zusammengesetzte Vorgängergremium hatte seinerzeit die Häuser am Münsterplatz 1 und 2 (ehemaliges Erziehungsdepartement) verkauft – an den früheren Roche-Finanzchef Henri B. Meier. Dieser wiederum schuf daraus luxuriöse Eigentumswohnungen. Der Verkauf war der Linken immer ein Dorn im Auge. Selbst Baudirektorin Barbara Schneider (SP) bekannte Jahre später zur BaZ, sie hätte die Abgabe im Baurecht einem Verkauf vorgezogen. In der Folge blieb die Regierung durchaus den Beweis schuldig, ob und wie viele zusätzliche Steuereinnahmen mit diesem Projekt nun generiert wurden. Bereits vor der eigentlichen Planungsphase zum Kispi-Areal hat nun die Stiftung Habitat zusammen mit dem Stadtteil-Sekretariat Kleinbasel das Rennen um den Projektzuschlag eröffnet. Vor einigen Wochen publizierte die Stiftung die Zahlen einer von der Fachhochschule Nordwestschweiz durchgeführten Bevölkerungsbefragung bei Bewohnern des Wettstein-Quartiers. Über 700 von insgesamt 3000 verschickten Fragebogen wurden retourniert.

Familien und Senioren

Mehrheitlich, so zeigte die Umfrage, wünscht man sich Familienwohnungen. Nur gerade 19 Prozent befürworten «Luxuswohnungen». Die Stiftung will sich nun um die Neunutzung des Areals bewerben. «Genossenschaftlicher Wohnungsbau scheint uns nicht vordringlich auf diesem Areal. Und der Ansatz, lediglich sehr teure Wohnungen zu bauen, ist zu eindimensional», sagt Andreas Courvoisier von der Stiftung Habitat. «Wir streben eine Durchmischung an, mit dem Fokus auf Familien- und Seniorenwohnungen.» Ebenso eingeflossen ist das Resultat der Umfrage in einen neuerlichen Vorstoss von SP-Grossrat Beat Jans zur Zukunft des Areals «vor dem Hintergrund der neuen Bevölkerungsbefragung». Die Regierungsantwort darauf steht noch aus.

Zeit und Zonen

Den Planungsbehörden jedenfalls bleibt nicht viel Zeit. Damit im ersten Quartal 2011 ein reibungsloser Übergang möglich ist, das heisst: nach Auszug des Kinderspitals an die Spitalstrasse sofort mit einem Neubau begonnen werden kann, muss politisch alles zusammenpassen. Einem grossrätlichen Beschluss zu einer Zonenänderung (von der Zone «Nutzungen im öffentlichen Interesse» zur Bauzone) und einem Bebauungsplan darf kein Referendum folgen, sonst würde das Grundstück – so wird im Baudepartement bestätigt – länger brachliegen.

Federführend in diesem Geschäft sind die Immobilien Basel-Stadt im Finanzdepartement. Ihr Leiter Andreas Kressler lässt sich zu den möglichen Planungsvarianten nicht in die Karten blicken. Er sagt jedoch, bis Ende Jahr soll das weitere Vorgehen bestimmt sein. Es ist davon auszugehen, dass dem regierungsrätlichen Wunsch nach «hochwertigem Wohnen» Rechnung getragen wird. Die Diskussionen um das Areal und die Wohnbaupolitik werden damit wieder richtig lanciert werden. Und der neue sozialdemokratische Baudirektor – ob er nun Christoph Brutschin oder Hans-Peter Wessels heisst – wird sich mitten im Zentrum davon befinden. Und mit ihm Stadtpräsident Guy Morin als oberster Stadtentwickler.

(bazonline)

Don Calo
October 28th, 2008, 06:27 PM
^^ Also and diesem Ort müssen einfach Luxuswohnung erstellt werden, Genossenschaftswohnungn können auch an vielen andern Orten realisiert werden. Jedoch ist dies nicht mit Luxuswohnungen möglich. Hier kann ein wichtiger Beitrag geleistet werden um Gutverdienende Steuerzahler in die Stadt zu holen.

Paul B.
October 28th, 2008, 06:55 PM
Luxus-Wohnungen = tote Strasse, hohe Hecken mit Villen und Garagen mit dicken Autos dahinter

Das ist natürlich ein wenig übertrieben, aber mit seiner ruhigen Lage ist dieser Ort genauso prädestiniert für familienfreundliche Wohnungen, natürlich wiederum für die gut verdienende Mittelschicht. Das Ziel sollen – meiner Meinung nach – nicht nur gute Steuerzahler, sondern auch besser verdienende Familien sein, die zwar nicht ganz so viel Einnahmen bringen, der Stadt dafür aber mehr Leben einhauchen und erst in 20 bis 30 Jahren als Cash Cows dastehen. :) Ich hoffe ihr versteht, was ich meine.

hausmeister
October 28th, 2008, 06:57 PM
^^ Also and diesem Ort müssen einfach Luxuswohnung erstellt werden, Genossenschaftswohnungn können auch an vielen andern Orten realisiert werden. Jedoch ist dies nicht mit Luxuswohnungen möglich. Hier kann ein wichtiger Beitrag geleistet werden um Gutverdienende Steuerzahler in die Stadt zu holen.

absolut deiner meinung. wenn nicht dort, wo sonst?

natrürlich sollen familienwohnungen nicht vernachlässigt werden, aber dort spielt die toplage am rhein nun wirklich eine untergeordnete rolle.

Paul B.
October 28th, 2008, 10:03 PM
Die Toplage am Rhein mag für Familien nicht das Ausschlag gebende Kriterium sein, umso mehr aber der niedrige Ausländeranteil im Vergleich zu anderen Quartieren.

Ich möchte Basel wieder wachsen sehen und dabei helfen junge Familien mit Kindern nun einfach mehr als ein paar wenige Reiche. Dies hat zwei Gründe: Erstens brauchen selbst gut verdienende Familien weniger Platz pro Person als Besitzer teurer Luxuswohnungen und zweitens kann man nur mit Familien das städtische Durchschnittsalter nachhaltig senken, der modernen Kultur, dem Nachtleben und nicht zuletzt der Politik einen neuen Anstoss geben und schlussendlich ein Aussterben auf Raten verhindern!

Ich will natürlich keinem anderen User, der sich vielleicht auf Grund seines Alters oder seines Einkommens angesprochen fühlen könnte, auf die Füsse treten, bin ich doch in erster Linie über jeden Einwohner Basels froh.

hausmeister
November 6th, 2008, 09:50 AM
Platz gesucht für 30'000 Einwohner im Baselbiet

Im Leimental und im Birseck könnte Bauland knapp werden, denn bis in 15 Jahren sollen 30 000 Menschen mehr im Kanton wohnen. Die meisten zieht es in die Nähe von Basel.

http://files.newsnetz.ch/story/1/9/4/19411921/1/topelement.jpg

Eine Studie des Bundesamts für Raumplanung zeigte es kürzlich deutlich: In der Schweiz hat es zwar genug Bauland – aber es befindet sich am falschen Ort. Nämlich meist in ländlichen Gebieten. Gleiches gilt für den Kanton Baselland. Baulandreserven sind für die kommenden 15 Jahre genügend vorhanden, doch sie liegen zum grossen Teil im oberen Baselbiet. Benötigt würde das Bauland aber hauptsächlich in der Agglomeration. Denn dorthin zieht es die Menschen: «Seit etwa zehn Jahren beobachten wir bei den Jungen und den älteren Leuten einen Trend zurück in die städtischen Gebiete – Familien wohnen hingegen nach wie vor gerne im Grünen», sagt Hans-Georg Bächtold, der Leiter des Baselbieter Amts für Raumplanung.

Der Wanderungsdruck auf die Agglomeration wird also eher noch zunehmen. Einerseits, weil die Stadt Basel mit ihrem Bildungs-, Kultur- und Freizeitangebot die junge Generation anlockt, andererseits als Folge der zunehmenden Überalterung. «Senioren zieht es unter anderem wegen des hohen Komforts, des guten ÖV-Angebots und wegen der medizinischen Versorgung in Stadtnähe», sagt Bächtold. Effekt: Die Baulandreserven werden dort noch knapper.

Alarm schlägt das Amt für Raumplanung heute aber noch nicht. «Auch in den bereits überbauten Zonen in der Agglomeration bestehen noch Reserven für eine Umnutzung von 15 bis 20 Prozent», sagt Bächtold.

Im Klartext: Siedlungen können verdichtet, bestehende Gebäude erweitert, Estriche und Keller können ausgebaut werden. Zudem dürfen laut Bächtold Gemeinden, in denen es noch geeignetes Land gibt, unter gewissen Voraussetzungen «gemäss dem vom Regierungsrat an den Landrat überwiesenen Entwurf des kantonalen Richtplans nachfrageorientiert Umzonungen zu Bauland vornehmen». Die Gemeinden müssen lediglich den Nachweis erbringen, dass dieses Land innerhalb der nächsten 15 Jahre auch benötigt wird. Zudem müssen sie offenlegen, was noch an ausbaubaren ungenutzten Reserven vorhanden ist. «Und sie müssen darlegen, was es an öffentlichen Anlagen in der Gemeinde künftig braucht», so Bächtold. Dabei müssten die Gemeinden regional zusammenarbeiten.

Unter zehn Prozent

Die Grafik des Amts für Raumplanung (vgl. oben) verdeutlicht die Situation: Je näher an der Stadt, desto weniger Baulandreserven hat eine Gemeinde in der Regel. Besonders knapp ist das Bauland in Gemeinden wie Birsfelden, Muttenz oder Münchenstein, wo sich der Anteil der freien Reserven zwischen weniger als fünf bis zu zehn Prozent bewegt. Ganz anders präsentiert sich die Situation im ländlichen Eptingen oder in Waldenburg. Dort macht der Anteil der freien Reserven mehr als zwei Drittel des überbauten Baulands aus. Allerdings gibt es auch im Oberbaselbiet Ausnahmen: Oberdorf, Zunzgen und Wenslingen haben ebenfalls lediglich zwischen fünf und zehn Prozent Bauzonenreserven.Trotz ausreichenden Baulandreserven wird es auch im Oberbaselbiet künftig noch möglich sein, vereinzelt Einzonungen vorzunehmen – «maximal eine Hektare pro Gemeinde», sagt Bächtold. Dies entspreche rund 20 zusätzlichen Einfamilienhäusern pro Gemeinde.

Zu grösseren Rückzonungen werde es dagegen nicht kommen. Dieser Auftrag sei bereits «im Rahmen der Zonenplanrevision von den Gemeinden seit der Inkraftsetzung des Bundesgesetzes über die Raumplanung 1980 weitgehend erfüllt worden».

Jetzt müssten die Reserven optimal genutzt werden, sagt Bächtold. Ziel sei es, Wohnraum für rund 30'000 zusätzliche Einwohner im Baselbiet zu schaffen, die zu den heute 271'000 hinzukommen sollen. Dies, ohne die Zersiedelung voranzutreiben. Dazu schaffe der kantonale Richtplan, der derzeit im Landrat vorberaten wird, «optimale Voraussetzungen», sagt Bächtold.

(bazonline)

sämelihülz
November 6th, 2008, 12:24 PM
^^ aus welchem Grund geht man davon aus das 30'000 Personen mehr in Basel wohnen werden? Gibt es eine Studie!

Da wird einfach mit Zahlen gespielt, ohne das man dafür irgendeine Quelle angibt!

Don Calo
November 6th, 2008, 03:32 PM
^^ aus welchem Grund geht man davon aus das 30'000 Personen mehr in Basel wohnen werden? Gibt es eine Studie!

Da wird einfach mit Zahlen gespielt, ohne das man dafür irgendeine Quelle angibt!

Die Bevölkerung von Baselland ist immer noch am wachsen, von 2005 bis 2007 um ca. 3000! Ganz aus der luft gegriffen sind diese zahlen wahrscheinlich nicht, auch wenn 30'000 innert 15 Jahren doch relativ viel sind.
Viel hängt natürlich auch von der wirtschaftlichen Entwicklung und der Zuwanderung aus dem Ausland ab. Ich erinnere mich, dass in einer Studie mal von einer Bevölkerung von 300'000 bis ca. ins Jahr 2025-2030 die Rede war.

Don Calo
November 25th, 2008, 05:45 PM
Regierungsrat
Medienmitteilung vom 25. November 2008

Einbezug der Wohngenossenschaften in die Förderung des Stadtwohnens
Die Wohngenossenschaften sollen verstärkt unterstützt werden, einen Beitrag zur Förderung des Stadtwohnens zu leisten. Der Kanton hat ein Anreizmodell für den gemeinnützigen Wohnungsbau vorgestellt und mögliche Areale definiert, die für den genossenschaftlichen Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden können. Dies hält der Regierungsrat in der Beantwortung von zwei parlamentarischen Vorstössen fest.Wohngenossenschaften machen einen bedeutenden Anteil an der bestehenden Bausubstanz des Kantons Basel-Stadt aus und erfüllen eine wichtige Funktion für die Wohnpolitik. Da ihre Bauten vielfach auf Baurechtsparzellen des Kantons erstellt sind, sollen auch sie einen Beitrag zur Erneuerung des Wohnraums leisten.

Unter dem Titel „Partnerschaftlicher Baurechtsvertrag PLUS“ hat der Kanton ein Anreizmodell für den gemeinnützigen Wohnungsbau vorgestellt. Erstens sieht das Anreizmodell einen anfänglich reduzierten und gestaffelten Baurechtszins vor, der den Genossenschaften in der mit dem höchsten finanziellen Risiko behafteten Anfangsphase entgegenkommt. Zweitens soll die Heimfallentschädigung bei Vertragsbeginn konkret festgelegt werden, damit der Träger eines gemeinnützigen Wohnungsbaus diese bereits bei Vertragsabschluss kennt. Zudem werden Rückstellungen getätigt und in einen Fonds einfliessen. Durch den Fonds stehen den Genossenschaften genügend finanzielle Mittel zur Verfügung, um notwendige langfristige Investitionen wie Um- und Ausbauten oder Neubauten zu realisieren. Schliesslich sieht das Anreizmodell wohnpolitische Auflagen durch den Kanton vor, die gewährleisten, dass seine Anliegen gemäss Politikschwerpunkt Stadtwohnen erfüllt werden. In Ergänzung zum Anreizmodell hat der Regierungsrat mehrere Areale definiert, die für den genossenschaftlichen Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden können.

Eine Delegation des Regierungsrats führt mit Vertretern der Genossenschaften bereits seit einiger Zeit Gespräche über deren verstärkten Einbezug in die Ziele des Politikschwerpunkts Stadtwohnen. Dabei hat der Kanton das hier vorgestellt Anreizmodell und mögliche Areale für genossenschaftlichen Wohnungsbau definiert. Die Genossenschaften haben ihrerseits zugesichert, neue Strukturen zu prüfen, um bei anstehenden Projekten als kompetente Partner des Kantons mitwirken zu können.

Mit der Beantwortung der beiden Anzüge „Jörg Vitelli betreffend genossenschaftlichen Wohnungsbau auf dem Areal Hegenheimerstrasse 139“ und „Christine Keller betreffend verstärkten Miteinbezug der Wohnbaugenossenschaften bei der Erstellung neuer und grösserer Wohneinheiten“ beantragt der Regierungsrat Basel-Stadt dem Grossen Rat, die Anzüge als erledigt abzuschreiben.

(ca. 2690 Zeichen)

Weitere Auskünfte

Dr. Barbara Neidhart, Telefon +41 (0)61 267 46 27
Leiterin Kommunikation und Marketing, Immobilien Basel-Stadt

Don Calo
December 28th, 2008, 07:27 PM
Sanft renovierte Liegenschaften liegen im Trend

Der Platz in den Städten wird knapp. Die Statistik weist immer weniger freie Flächen aus. Dass die Quote für leerstehende Wohnungen und Büros unter 1% liegt, ist dort zur Regel geworden. Eine Ausnahme bildet dabei häufig der ursprüngliche Siedlungskern. In der Ortsmitte und den Altstädten bleiben überdurchschnittlich viele Räume ungenutzt. Fast jede fünfte Lokalität gehört hierbei zum beklagenswerten Leerbestand. Kleine Dörfer leiden besonders darunter; aber auch grössere Zentren sind davon betroffen.

«Historische Zentren unterstehen zurzeit einem grundlegenden Strukturwandel», lautet das Fazit einer Umfrage unter 70 Schweizer Gemeinden. Gewerbe und Detailhandel kommen ihnen zunehmend abhanden und hinterlassen in den kleinräumigen Gassen häufig unansehnliche Lücken. Die wirtschaftliche Basis für Immobilieneigentum mitten in einer Altstadt wird zunehmend geschwächt.

Der Burgdorfer Architekt Urs Brülisauer will diese Entwicklung in eine andere Richtung lenken: «Die Altstädte bilden die Identifikationskerne unserer Ortschaften», so der warnende Hinweis des Mitbegründers des nationalen Netzwerks Altstadt, das die Städtebefragung Anfang dieses Jahres durchgeführt hat. Brülisauer hat sich selber auf den Umbau von Altstadthäusern spezialisiert und macht sich für eine Aufwertung historischer Häuser stark.

An einer 500-jährigen Liegenschaft in der Altstadt von Bern hat er – zusammen mit dem Architekten Viktor Hirsig – bewiesen, wie schonend man dabei vorgehen kann. An der Postgasse mit den für die mittelalterliche Zähringerstadt typischen Laubengängen steht das vierstöckige Riegelhaus aus dem 16. Jahrhundert, das der Auftraggeber Ruedi Schneiter vor 20 Jahren mitsamt Bäckerei im Erdgeschoss als Erbe übernahm. Das Wohnhaus steht unweit des imposanten Berner Rathauses. In der Gegend mieten sich sogar Bundesräte gerne ein. Mondän ist die Adresse trotz guter Lage nicht. Schneiter wollte sein Elternhaus deshalb «in seiner einfachen Form bewahren».

Unter 1000 Franken Miete

Die Architekten Brülisauer und Hirsig haben sich in Etappen an die Sanierung des mittelalterlichen Hauses gemacht: Im Innern blieb der kompakte und kleinräumige Charakter erhalten. Dem Komfort zuliebe neu eingebaut wurden einzig WC und Bad. Die monatlichen Mietpreise der sanierten Ein- und Zweizimmerwohnungen liegen unter 1000 Franken. Eigentümer Schneiter ist an Mietern interessiert, die sich langfristig binden wollen. Anfragen für einen Zweitwohnungssitz werden konsequent abgewiesen. Aber auch so wird Schneiter mit Anfragen überrannt: «Es klopfen jeweils über 50 Bewerber an.»

Es sind nicht nur die mieterfreundlichen Konditionen: Inmitten der historischen Umgebung bietet das städtische Leben einen unverwechselbaren Charme. Ein wachsender Kreis von Leuten – Singles, Familien, Junge und Alte – sucht sich hier ihre Bleibe. Dass die Nachfrage nach Wohnraum in den städtischen Zentren steigt, bestätigt Urs Brülisauer. Dies gelte für grosse und kleinere Städte; für Bern ebenso wie für Biel, Solothurn oder Aarau.

Den grössten Run erleben wirtschaftlich prosperierende Zentren wie Zürich, Basel, Genf oder Zug. Hier wird das Leben im historischen Stadtzentrum zur vermeintlichen Exklusivität. Altstadtwohnungen, meistens mit Seesicht, sind rar und auf dem freien Markt kaum zu haben. Die wenigen Angebote gehören zumeist zum gehobenen Segment.

Für die Aufwertung der Altstädte gibt es «kein allgemeingültiges Rezept», weiss Architekt Brülisauer. Denn die Beweggründe, Geld in ein Altstadthaus zu investieren, reichen von Renditeüberlegungen über soziale Gründe bis zur Liebhaberei. Es brauche deshalb «individuelle Lösungen». Die Perspektiven, historische Altstädte zu gediegenen Wohnstandorten zu entwickeln, sind trotzdem gut. Das Angebot ist vielfältig und bietet ausreichende Varianten, um eine differenzierte Nachfrage befriedigen zu können. Unterschiedliche Motive haben auch das Ehepaar Brigitte und Caro Stemmler veranlasst, sich mitten in der Schaffhauser Altstadt niederzulassen und ein Reihenhaus aus dem 14. Jahrhundert mit hohem Aufwand in ihren «prächtigen Alterssitz» umzuwandeln.

Die mehrfach verkleinerten Räume wurden wieder geöffnet; aus denkmalpflegerischen Gründen ist der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt worden. Fachgerecht saniert wurden dabei eine gotische Stube mit gewölbter Balkendecke, filigrane Stuckaturen sowie mächtige Kassettendecken. Zu diesen kunsthistorisch einzigartigen Elementen bilden die modern und schlicht gehaltenen Küchen und Badezimmer einen spannenden Kontrast.
Nur der Lärm stört

Das Ehepaar Stemmler ist nun in den beiden oberen Etagen zu Hause. Nur eines stört sie hin und wieder: An Wochenenden und im Sommer wird es in den engen Gassen sehr oft laut. Den Umzug in die Altstadt bereut das Paar aber keineswegs. Wieso auch: «Wir werden älter und wollen doch Teil des Lebens bleiben. In der Altstadt können wir das ideal.»

Quelle: NZZ Online 28.12.08

hausmeister
January 14th, 2009, 09:20 AM
Mehr Wohnungen gebaut im 2008

Im Kanton Basel-Stadt sind im vergangenen Jahr 201 neue Wohnungen auf den Markt gekommen. Das sind 81 mehr als 2007. 80 Prozent der neuen Logis weisen drei oder mehr Zimmer auf. In den kommenden Jahren dürfte die Wohnungsproduktion noch zunehmen.

In Basel wurden letztes Jahr mehr grosse Wohnungen gebaut.
Unter dem Strich stieg die Zahl der Wohnungen im Stadtkanton im vergangenen Jahr um 48 auf 104'764 an, wie das statistische Amt mitteilte. Abgebrochen wurden 125 Wohnungen, weitere 28 verschwanden bei Umbauten.

Grössere Wohnungen

Der Trend zum Bau grösserer Wohnungen hielt nach Angaben des Statistischen Amts 2008 an. So wiesen 37 Prozent der Neubauwohnungen drei sowie 32 Prozent vier Zimmer auf. 11 Prozent der Neubauwohnungen haben fünf oder mehr Zimmer. Der Trend zu grösseren Wohnungen manifestierte sich auch bei den Umbauten, wo aus 66 kleineren 36 grössere Wohnungen entstanden.

Dank bewilligter Grossprojekte wie Erlenmatt und ProVolta soll die Wohnungsproduktion im Stadtkanton gemäss der Mitteilung in naher Zukunft weiter zunehmen. Bei diesen beiden Projekten befinden sich sämtliche Wohnungen bereits in der Bauphase.

Realisiert werden derzeit Kanton Basel-Stadt über 800 Wohnungen. Für 370 weitere liegt die Baubewilligung vor. Das Zehnjahresmittel an Neubauwohnungen soll so in den zwei kommenden Jahren auf gegen 300 ansteigen. Das 2001 gestartete Impulsprogramm Logis Bâle hatte den Bau von 5'000 Wohnungen pro Jahr innert zehn Jahren vorgesehen.

(Baz)

hausmeister
February 23rd, 2009, 09:45 AM
aus der Logis Bâle / Jahresdokumentation 2008 (http://www.logisbale.ch/download/2008-LogisBale-JahresDoku.pdf):

Aktueller Wohnungsbau und Zwischenbilanz

In einer Zwischenbilanz per Ende 2008 liegt die Zahl der seit 2001 neu geschaffenen Wohnangebote (Neubau und aus Zusammenlegungen) bei ca. 2700-2800 Einheiten, nachdem 2008 201 neue Wohnungen aus Neubau und 36 aus Zusammenlegungen entstanden sind. Derzeit sind über 800 Wohnungen im Bau. Damit werden im Kanton Basel-Stadt so viele und so grosse Wohnbauprojekte realisiert wie nie mehr seit den siebziger Jahren, und der positive Trend hält bisher unvermindert bei Planungen wie Bewilligungen weiter an. Aus heutiger Sicht kann gesagt werden, dass in den nächsten Jahren regelmässiger 500 oder mehr neue Wohnungen auf den Markt kommen dürften. 2009 wird diese Marke tatsächlich erstmals und alleine schon mit dem Neubau (also ohne Zusammenlegungen und Umbaugewinne) überboten.

Aus heutiger Sicht ist absehbar, dass die quantitative Zielsetzung von 5000 Wohnungen erreicht wird, aber nicht wie geplant bis Ende 2010. Dennoch ist die Zwischenbilanz des Impulsprojekts „5000 Wohnungen“ und von Logis Bâle klar positiv, denn die Verhältnisse wurden gegenüber dem letzten Jahrzehnt in entscheidenden Punkten fundamental verändert:
• Stadtwohnen hat auch in Basel wieder ein klar positives Image (Zuzüger-Überschuss!)
• Die Einwohnerzahl ist (nach 30 Jahren Verlust) seit 2001 stabil und steigt gegen 190'000
• Richtiges Produkt vorausgesetzt, finden neue Wohnangebote so stets grosse Nachfrage
• Investoren aus Basel und der ganzen Schweiz investieren wieder im Wohnungsbau
• Privateigentümer und Genossenschaften sind - auch dank Förderung - zunehmend aktiv
• Die neu geschaffenen Wohnbaupotentiale reichen teils deutlich über 2010 hinaus

Entgegen den negativen Prognosen (BFS, regionale, ohne spezifische Programme) scheint es auch gelungen zu sein, die Bevölkerungszahl im Kanton Basel-Stadt nachhaltig zu stabilisieren. Seit 2001 liegt sie konstant bei 188'000, zuletzt mit steigender Tendenz Richtung 190'000 (Okt. 08: 189'678). Diese Entwicklung ist zweifellos nicht alleine, ganz sicher aber auch dank eines nachfragegerechteren Wohnangebots möglich geworden.

Das Überangebot an Kleinwohnungen (2001 bis 4% leer) konnte mittlerweile massiv abgebaut werden infolge stark erhöhter Zusammenlegungstätigkeit (Förderung 2002-05 durch die Aktion „doppelte Energiebeiträge bei Wohnungszusammenlegungen“). Dadurch und dank mehr Neubau erhöhte sich das Angebot an grösseren Wohnungen deutlich. Die Leerstände lagen 2008 praktisch unabhängig von der Zimmerzahl zwischen 1,2 und 1,5% (2/3 kürzer als 3 Monate).

hausmeister
April 16th, 2009, 12:38 PM
Im Ramen der diesjährigen ImmoExpo Basel (http://www.immoexpobasel.ch/2009/messe/willkommen.asp) findet die Sonderschau «Stadtwohnen – neue Perspektiven und Chancen» statt:

In der Stadt zu wohnen, ist nach wie vor gefragt. Bei «Stadtwohnen – neue Perspektiven und Chancen» stellt der Kanton Basel-Stadt Projekte vor, mit denen in der Stadt mehr Wohnraum und -qualität geschaffen werden. Bei dieser Sonderschau bekommen Sie nicht nur einen Einblick in aktuelle Wohnbauprojekte. Sie können sich auch über mögliche Siedlungserweiterungen am Stadtrand informieren, die Chancen für die Entwicklung von neuem Wohnraum bieten.

Daten und Öffnungszeiten:
Freitag, 24. April 2009 14.00 bis 20.00 Uhr
Samstag, 25. April 2009 10.00 bis 17.00 Uhr
Sonntag, 26. April 2009 10.00 bis 17.00 Uhr

Ort:
Messezentrum Basel Halle 4.1

Basel_CH
April 16th, 2009, 02:45 PM
Zwar nichts Neues, trotzdem immer wieder erwähnenswert...

http://www.20min.ch/news/schweiz/story/26601800

Basel-Stadt, Glarus und Uri wachsen nicht mehr
Die Bevölkerung der Schweiz wird bis 2030 von 7,7 auf 8,3 Millionen Menschen anwachsen, danach aber zurückgehen. Der Kanton Zug wird dabei prozentual am meisten zulegen. Auf der Verliererseite stehen Basel-Stadt, Glarus und Uri

Die meisten Kantone werden bis 2030 ein Wachstum verbuchen, und überall wird die Bevölkerung stark altern. Dies geht aus den aktualisierten Szenarien der Bevölkerungsentwicklung hervor, die das Bundesamt für Statistik am Donnerstag veröffentlichte. Sie sagen für 2030 eine Bevölkerung der Schweiz von 8,36 Mio. voraus. Bis 2050 wird die Zahl auf 8,33 Mio. zurückgehen.

Wachsende und schrumpfende Kantone

Alle Kantone ausser Basel-Stadt, Glarus und Uri werden bis 2030 bevölkerungsmässig wachsen. Laut den Szenarien wird Zug bis 2030 prozentual am stärksten wachsen - plus 19 Prozent. Dank Geburten- und Zuwanderungsüberschüssen wird auch die Bevölkerung von Freiburg, Appenzell Innerrhoden, Nidwalden und Schwyz stark wachsen - zwischen 14 und 18 Prozent.

In absoluten Zahlen hingegen wächst der Kanton Zürich am stärksten: die Bevölkerung nimmt bis 2030 um 150 000 Personen zu auf rund 1,5 Mio. Dahinter folgen die Kantone Waadt mit 88 000 zusätzlichen Einwohnern und Aargau mit 64 000 Personen mehr als 2008.

Basel Stadt wird mit einem Minus von 4 Prozent bevölkerungsmässig am stärksten schrumpfen. Wegen «Sterbeüberschuss» und geringer Zuwanderung respektive Abwanderung wird auch in Glarus und Uri die Bevölkerungszahl leicht zurückgehen.

40 Rentner auf 100 Erwerbstätige

In allen Kantonen altert die Bevölkerung stark. Einzig die nationale und internationale Migration, geprägt von der Zuwanderung junger Erwachsener und der Abwanderung älterer Person, erlaubt es den städtischen Kantonen, die Alterung leicht zu bremsen.

So werden Ende 2030 die Kantone Appenzell Ausserrhoden und Schaffhausen den grössten Anteil an Personen im Rentenalter aufweisen - 29 respektive 28 Prozent. In Genf, Waadt und Zug wird der Rentneranteil «nur» bei 20 bis 21 Prozent der Bevölkerung liegen.

In diesen drei Kantonen plus Zürich werden 2030 auf 100 Erwerbstätige 34 bis 37 Rentner kommen. In den übrigen Kantonen wird es 40 und mehr Rentner pro 100 Erwerbstätige geben. In ländlichen Kantonen und Randregionen, die unter starker Abwanderung junger Menschen leiden, wird das Verhältnis bei über 50 zu 100 liegen. Zum Vergleich: 2005 kamen auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter 26 Rentner

musician
April 16th, 2009, 03:15 PM
Zwar nichts Neues, trotzdem immer wieder erwähnenswert...



Eben.... nichts neues, da liegt das Problem. Weil das Bundesamt mit Zahlen operiert, die auf der Basis von 2005 beruhen und bereits jetzt von der Entwicklung eingeholt sind:

http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/01/03/blank/key_kant/03/12.html

Demnach müsste BS Ende 2010 beim mittleren Szenario noch 182300 Einwohner zählen, beim hohen immerhin noch 185500. Vergleicht man das mittlere Szenario, auf die sich die heutige Meldung beruft, mit dem aktuellen Wert von rund 189700, müsste Basel-Stadt bis Ende nächsten Jahres 7400 (!!) Einwohner verlieren. Soviel zur reisserischen Schlagzeile...

Mit einer geschickten Wohnbau-, Stadtplanungs- und Wirtschaftspolitik wird man BS für die nächsten 20 Jahre als Wohnort noch attraktiver gestalten können. Ich setze diesbezüglich einige Hoffnungen in den neuen Regierungsrat. Mal sehen...

hausmeister
April 16th, 2009, 04:58 PM
Solche Szenarien werden aufgrund der Entwicklungen in der Vergangenheit berechnet. Man benutzte solche Methoden übrigens auch, um in den USA Häuser zu finanzieren... aber egal. Der Vorteil ist, dass sich Basel umso mehr um die Stadtentwicklung kümmern wird, resp. werden muss.

sämelihülz
April 20th, 2009, 08:19 PM
Basel soll sich auf sein Wohnungsbauprojekt konzentrieren, und sich nicht von diesen Zahlen beirren lassen. Die Wohnungen komen bis jetzt gut an, und städtisches Wohnen ist so populär wie seit 50 Jahren nicht mehr!

hausmeister
April 21st, 2009, 05:03 PM
Demnach müsste BS Ende 2010 beim mittleren Szenario noch 182300 Einwohner zählen, beim hohen immerhin noch 185500. Vergleicht man das mittlere Szenario, auf die sich die heutige Meldung beruft, mit dem aktuellen Wert von rund 189700, müsste Basel-Stadt bis Ende nächsten Jahres 7400 (!!) Einwohner verlieren. Soviel zur reisserischen Schlagzeile...

Es wird knapp fürs BFS: Zwar hat die Wohnbevölkerung im März nur leicht zugenommen (+115), dies ist aber entgegen dem Trend (da haben wirs!), bei welchem die Bevölkerung im März im Mittel (2004-08) um 130 abnahm.
Die Einwohnerzahl liegt nun bei 189'848 (was schätzungsweise 1999 zuletzt der Fall war)

sämelihülz
April 21st, 2009, 05:40 PM
Damit ist Basel wieder 2. Grösste Stadt der Schweiz!

Genf hat zurzeit 187 995 Einwohner, laut dem kantonalen Amt für Statistik (http://www.geneve.ch/statistique/tel/domaines/01/01_02_1/T_01_02_1_1_2009.xls).

Wissen das die Genfer schon?

hausmeister
April 21st, 2009, 07:27 PM
^^

Die Zahlen beziehen sich auf den Kanton. Die Stadt Basel zählt derzeit 168'018 Einwohner

Basel_CH
April 21st, 2009, 08:38 PM
Soll man halt Riehen und Bettingen eingemeinden, dann stimmts wieder. Riehen hat ja bald auch kein eigenes Spital mehr, daher können sie sich ja Basel-Stadt anschliessen. ;)

musician
April 21st, 2009, 08:52 PM
Was mir Sorgen macht, ist der kontinuierliche Wegzug der schweizer Bevölkerung. Diese kann nur durch relativ hohe Einbürgerungszahlen stabil gehalten werden. Da muss noch viel mehr gehen in Sachen Wohnungsbau, besonders im Bereich von Wohnungen für die gut verdienende Mittelschicht.

Ich kann deshalb nicht verstehen, wie verhalten sich die Regierung z.B. im Fall des neuen Rankhofs gibt. Da bietet jemand ein brandneues Stadion inklusive neuer Wohnungen an Toplage, und man wird den Eindruck nicht los, dass die politisch Verantwortlichen diese Chance nicht wahrnehmen wollen. Ich bin gespannt, wie sich Herr Wessels in seiner neuen Funktion als Vorsteher des Baudepartements zu diesem Vorhaben stellt, hat er doch noch letztes Jahr als Wirtschaftsförderer aktiv für den neuen Rankhof geworben:

http://www.rankhof-neu.ch/

Was Genf betrifft: Dieser Zug ist wohl abgefahren. Wenn ich mich richtig erinnere, hat Genf Basel vor ein einigen Jahren überholt. Die Städte kreuzten sich damals glaub ich bei ca. 173000. Seither hat Basel weiter Einwohner verloren und Genf anscheinend 15000 dazugewonnen. Dieser Vorsprung ist wohl nur noch über Eingemeindungen wettzumachen - und das werden wir in Basel alle kaum noch erleben ;)

hausmeister
April 22nd, 2009, 09:02 AM
^^
Es ist tatsächlich so, dass unter dem Strich Steuererträge verloren gehen. Also noch immer sind die Wegzüger eher besser verdienend als die Zuzüger (Bericht dazu (http://www.statistik-bs.ch/themen/18/steuersubstrat06)). Dies hat aber nicht direkt mit Ausländern und Schweizer zu tun, da es sich bei den zugezogenen Ausländer durchaus um gut ausgebildete Leute handelt. Ich schätze mal, es hat einerseits damit zu tun, dass noch immer wer es sich leisten kann, ein Haus bauen möchte, was in Basel praktisch unmöglich ist. Anderseits gibt es in Basel noch immer einen Mangel an gehobenen Wohnungen.

Was die Einwohnerzahlen betrifft: Der Verlust an Einwohnenrn hat in erster Linie mit dem Bedarf an Wohnfläche zu tun. 1970 zählte Basel bei praktisch gleich vielen Wohnungen (im Schnitt sogar weniger Zimmer als heute) 235'000 Einwohner. Wohnten 1970 im Schnitt noch 2,4 Personen in einem Haushalt, sin es heute gerade noch 1,9. Dieser gesteigerte Raumbedarf ist einerseits ein allgemeiner Trend, anderseits in Basel aber auch eine Folge der Wohnungsstruktur. Letzterem versucht man mittlerweile bewusst entgegen zu wirken.

Die Entwicklung von Genf verstehe ich hingegen auch nicht so recht. Das ist erstaunlich.

suburbansky
April 22nd, 2009, 11:25 AM
Die Entwicklung von Genf verstehe ich hingegen auch nicht so recht. Das ist erstaunlich.

Ja, das ist in der Tat erstaunlich, vor allem wenn man bedenkt, dass die Stadt Genf noch weniger Fläche als die Stadt Basel hat (nur knapp 16km2). Das muss ein ziemliches Hasenstall-Feeling sein dort. :nuts: Allerdings: Stimmen die fast 188'000 Einwohner tatsächlich?? Ende 2007 warens laut Bundesamt für Statistik erst knapp 180'000...

Aber ich habe eine These, weswegen die Stadt Genf derart wächst: die Verkehrssituation. In Basel ist die gesamte nähere Agglo durch Überland-Tramlinien und, in begrenzterem Masse, durch die S-Bahn recht gut per ÖV erschlossen, und auf der Strasse gibt es nicht allzu grauenhafte Staus. In Genf hingegen kannst du den ÖV vergessen, es gibt in erster Linie Busse, die in den vollen Strassen steckenbleiben, und ÖV-Verbindungen in die französische Agglo sind quasi inexistent. Ergo muss pendeln von auswärts - im Gegensatz zu Basel - ziemlich die Hölle sein, weswegen man sich halt lieber für teures Geld irgendwo in der Stadt zusammenquetscht.

Interessant auch: In Basel gibt es mehr Haushalte als in Genf. Und Genf hat (im Moment noch) deutlich mehr neue Wohnungen pro Tausend Einwohner - aber wohl langsam keinen Platz mehr.

hausmeister
August 20th, 2009, 11:28 AM
Leerstandserhebung 2009

Die Leerwohnungszahl ist im Kanton Basel-Stadt um 25 % auf 969 zurückgegangen. Die Leerwohnungsquote – der Anteil leerer Wohnungen am gesamten Wohnungsbestand – liegt nach 1,2 % im Vorjahr jetzt bei gut 0,9 %.

http://www.statistik-bs.ch/themen/09/leerstand09/picture

Im Stadtkanton hat sich bei den Leerwohnungen der in den letzten Jahren ausgemachte Trend akzentuiert. Bei leicht steigender Bevölkerungszahl und relativ geringem Wohnungszuwachs geht die Leerstandsquote stetig leicht zurück. Das Wohnungsangebot wird allerdings ab diesem Herbst zunehmen, denn es werden mit Erlenmatt und Volta erste Etappen von grösseren Überbauungen bezugsbereit. Insbesondere bei kleineren Wohnungen – vor wenigen Jahren noch resultierten Leerstandsquoten von 3 % bis 4 % bei den Einzimmerwohnungen – hat sich das Angebot der Nachfrage angepasst und gestaltet sich heute insgesamt recht ausgeglichen. So weisen die Einzimmer-wohnungen mit 1,2 % nur eine leicht höhere Leerstandsquote als die Drei- und Vierzimmerwohnungen mit 1,0 % bzw. 1,1 % auf. Bezüglich der räumlichen Verteilung im Stadtkanton fällt auf, dass die Leerwohnungsquoten in den Wohnvierteln Matthäus, Klybeck und St.Johann eine rückläufige Tendenz ausweisen. Hier scheinen sich die getroffenen Massnahmen entlang der Nordtangente auszuzahlen.

Insbesondere im städtischen Vergleich deutet die Leerstandsquote der Stadt Basel mit 0,9 % auf einen Wohnungsmarkt hin, der nach wie vor weniger angespannt ist als in anderen Grossstädten mit Werten von 0,05 % (Zürich), 0,1 % (Lausanne), 0,2 % (Genf) und 0,6 % (Bern).

(Quelle: Statistisches Amt des Kantons Basel-Stadt)

Don Calo
August 31st, 2009, 05:26 PM
2009 wird ein aussergewöhnliches Wohnbaujahr. Voraussichtlich kommen so viele neue Wohnungen auf den Markt wie zuletzt im Jahr 1996. Der Hauptbeitrag dazu stammt von den Grossprojekten Volta West und Volta Zentrum im Wohnviertel St. Johann sowie Erlenmatt im Rosentalquartier. vt


2008 gelangten im Kanton Basel-Stadt 201 neuerstellte Logis auf den Wohnungsmarkt. Im ersten Halbjahr 2009 konnten bereits 151 neue Wohnungen verzeichnet werden. Das Vorjahresergebnis wird bis Ende Jahr nach jetzigem Stand deutlich übertroffen. Die Grossprojekte Erlenmatt, Volta West und Volta Zentrum mit über 400 Einheiten werden gemäss Planung vor allem in der zweiten Jahreshälfte vollendet. Es kann daher für das laufende Kalenderjahr mit über 500 neuen Logis gerechnet werden. Ein so hoher Wert wurde seit 1996 nie mehr verzeichnet.

Die Nettoproduktion der ersten Jahreshälfte liegt mit 133 Einheiten deutlich über dem Vorjahreswert (48). In der Nettoproduktion sind alle Komponenten der Wohnungsbilanz berücksichtigt. Zu den Neubauwohnungen werden jene neugeschaffenen Logis hinzugerechnet, die durch Ausbauten in bestehenden Gebäuden, durch Wohnungsteilungen oder durch Zweckänderungen zugunsten von Wohnnutzung entstehen. Von dieser Zahl wiederum werden Abgänge infolge Abbruchs, Wohnungszusammenlegung oder Zweckänderung zuungunsten von Wohnnutzung abgezogen. Das Resultat ist dann die Nettoproduktion. Im Jahr 2009 stammt ein grosser Teil der Neubauproduktion aus Grossprojekten ohne vorherige Abbrüche, zum Beispiel aus der Umnutzung von Verkehrsinfrastrukturflächen. Da Umbauten in der Regel wenig zur Nettoproduktion beitragen, ist somit die Zunahme der gesamten Nettoproduktion gegenüber den Vorjahren besonders stark. Bis zum Jahresende wird sie voraussichtlich etwa 500 Einheiten betragen.


In der ersten Jahreshälfte wurden bereits Neubauprojekte mit über 200 neuen Logis bewilligt. Dies ist fast gleich viel wie im gesamten Vorjahr. Unter den Neubauten befinden sich auch zwei Grossprojekte. In Kleinhüningen, auf dem ehemaligen Areal der Densa AG an der Neuhausstrasse, sind 100 und im Matthäusquartier, an der Ecke Riehenring und Horburgstrasse, 75 neue Logis bewilligt worden. Allerdings müssen diesem Neubau 70 alte Logis weichen. Sollten in der zweiten Jahreshälfte ebenso viele neue Wohnungen bewilligt werden, wird im Jahr 2009 auch hier ein hoher Wert verzeichnet. Trotz der in der zweiten Jahreshälfte noch zu erwartenden Fertigstellungen werden Ende Jahr gut 400 Wohnungen in der Bauphase sein. Darunter sind auch Grossprojekte wie Volta Mitte, der Sevogelpark und der Südpark. Somit ist auch 2010 eine hohe Anzahl an Wohnungsneubauten zu erwarten.

Der Anteil von Basel Nord liegt im ersten Halbjahr 2009 in allen drei dargestellten Bauphasen bei weit über 50 %. Dieser Trend begann 2006, als fast alle bewilligten Wohnungen auf Basel Nord entfielen. 2007 und 2008 war Basels Norden dann das Gebiet mit den meisten baubegonnenen Logis. Die Hauptaktivitäten finden derzeit im St. Johann- und Rosentalviertel statt. Weitere grosse Wohnbauprojekte ausserhalb dieses Stadtgebietes werden zurzeit in den Wohnvierteln St. Alban (Sevogelpark) und Gundeldingen (Südpark an der Güterstrasse) verwirklicht. Ebenfalls im Gundeldingerquartier (Zwingerstrasse) ist der Umbau von zwei Bürohäusern von Bedeutung. Dort sind so über 20 neue und moderne Logis entstanden. Dank 5 neuer Mehrfamilienhäuser mit 15 neuen Logis konnte das Bruderholzquartier die zweithöchste Zahl an Fertigstellungen verzeichnen. Das grösste Umbauprojekt 2009 wurde bislang im Wohnviertel Breite vollendet. In sieben Wohnhäusern an der Wittlingerstrasse wurden insgesamt 42 Wohnungen totalsaniert.

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/lodging/Wohnungsbau12009.png

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/lodging/Wohnungsbau22009.png

Quelle: www.statistik-bs.ch

hausmeister
September 7th, 2009, 04:46 PM
Basel-Stadt zählt wieder mehr als 190 000 Einwohner

Seit Februar 2009 ununterbrochen mehr als 190 000 Personen

http://www.statistik-bs.ch/themen/01/bevaug09/MM_TourStat_0803/image1

Die Wohnbevölkerung des Kantons Basel-Stadt stieg im August 2009 um 291 auf 190 526 Personen. Ende Juli hatte die Einwohnerzahl nach den provisorischen Werten noch bei 189 841 gelegen, doch inzwischen wurde die Bevölkerungsstatistik 2008 abgeschlossen: Gegenüber den vorläufigen Auswertungen resultiert ein Plus von 394 Personen, was einen berichtigten Juliwert von bereits 190 235 ergibt. Jedes Jahr sind Personen unauffindbar und werden deshalb aus dem Einwohnerregister gestrichen. Melden sich diese zu einem spätern Zeitpunkt wieder, werden die Streichungen aufgehoben. Damit liegt die endgültige Einwohnerzahl höher als die vorläufige.

Ende April 2000 wohnten in Basel-Stadt zum letzten Mal über 190 000 Einwohner, danach wurde diese Schwelle nach unten durchbrochen bis zum Tiefststand von 187 459 Ende Dezember 2001. Seither hat sich die Bevölkerungszahl jahrelang in einem schmalen Band zwischen 187 792 (Ende 2006) und 189 986 (Oktober 2008) bewegt. Die endgültigen Werte für 2008 zeigen auch, dass damals die Personenzahl bereits einmal auf 190 035 zu stehen kam (Ende November), doch bloss für einen Monat. Seit Februar 2009 sind nun aber für alle Monate Werte über 190 000 berechnet worden.

(Statistisches Amt BS)

kriminalTANGO
September 12th, 2009, 10:49 PM
oO

Dann fehlt ja nicht mehr viel bis zur 200'000-Grenze! Man muss nur die Lebensqualität noch etwas erhöhen, indem man z.B. den ÖV ausbaut und Schneisen wie den Wasgen- oder Cityring zurückbaut. :cheers:


Das grösste Umbauprojekt 2009 wurde bislang im Wohnviertel Breite vollendet. In sieben Wohnhäusern an der Wittlingerstrasse wurden insgesamt 42 Wohnungen totalsaniert.

Die Wittlingerstrasse ist aber nicht in der Breite, sondern im Hirzbrunnen.

Don Calo
November 16th, 2009, 04:05 PM
Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt
Medienmitteilung vom 13. November 2009

Wer in Basel lebt hat mehr davon!

Stadtwohnen liegt wieder im Trend. 2009 wird ein aussergewöhnliches Wohnbaujahr. Voraussichtlich kommen zum ersten Mal seit 1996 wieder mindestens 500 neue Wohnungen auf den Markt. Gleichzeitig zählt der Kanton Basel-Stadt seit Februar 2009 mehr als 190'000 Einwohner. Jetzt lanciert die Fachstelle Stadtwohnen eine breit angelegte Stadtwohnkampagne. Mit dieser Kampagne möchte der Kanton Basel-Stadt die Stärken des Stadtwohnens gezielt hervorheben. Die Kampagne startet am 16. November 2009.

Die Stadtwohnkampagne baut dieses Jahr auf den fünf Schlüsselbegriffen auf: Kultur, Power, Klima, Familie und Freizeit, die auf einem Plakat zu erkennen sind. Die fünf Schlüsselbotschaften stehen alle in einem Zusammenhang - nämlich: Basel hat Power. Denn wer hier wohnt, tut etwas für die Umwelt, profitiert unmittelbar von einem grossen Kultur-, und qualitativ hochstehenden Freizeitangebot für die ganze Familie.

Die schlichte und stimmige Behauptung ist: Basel bietet viel und wer hier wohnt, hat mehr davon.

Die Kampagne richtet sich an Stadtwohnende, an potenzielle Zuzüger und mögliche Rückkehrende. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Personen, welche ihren Wohn- und Arbeitsraum respektive ihre Freizeitaktivitäten näher zueinander bringen möchten. Die Stadtwohnkampagne wird in der Stadt und an Tramhaltestellen in der Agglomeration ausgehängt.

Die kantonale Wohnförderung wird seit dem ersten Januar 2009 durch das Präsidialdepartement wahrgenommen. "Es ist eine Aufgabe, die eine hohe strategische Bedeutung für den Kanton Basel-Stadt hat und verschiedene Departemente betrifft", erklärte Regierungspräsident Guy Morin in seinen Ausführungen und verwies zum Einen auf das Baudepartement, das mit der Zonenplanrevision Vorschläge zur Schaffung von neuem Wohnraumpotential erarbeitet. Zum Andern hob er das 8-Punkte-Programm hervor, welches einen weiteren Eckpfeiler zur Unterstützung des Stadtwohnens via Finanzvermögen darstelle. Über dieses Instrument wird beispielsweise familienfreundliches Wohnen gefördert.

Die Wohnförderung trägt denn auch Früchte: 500 neue Wohnungen sind auf dem Markt, die Prognose für 2010 liegt sogar noch höher. Die Bevölkerung wächst. Die 190 000 Marke ist bereits überschritten.

Zu Kampagnenbeginn am 16. November werden alle Informationen dazu auch im Internet aufgeschaltet: www.basel.ch Ab 30. November werden diese Informationen auch in Form eines Flyers vorliegen.

Um die Vorzüge des Standorts Basel für den Wohnungsbau hervorzuheben finden jedes Jahr Investorengespräche statt. An diesen Gesprächen werden Investitionsmöglichkeiten aufgezeigt und lanfristige Projekte vorgestellt. Das nächste Investorengespräch findet am Montag, 16. November 2009 statt.

Es zeichnen Stadtwohnen, Stadtentwicklung Basel Nord, Aussenbeziehungen und Standortmarketing und Immobilien Basel-Stadt verantwortlich. Als weiterer Partner ist die APG/Affichage mit dabei.

Basel_CH
November 16th, 2009, 08:32 PM
oO

Dann fehlt ja nicht mehr viel bis zur 200'000-Grenze! Man muss nur die Lebensqualität noch etwas erhöhen, indem man z.B. den ÖV ausbaut und Schneisen wie den Wasgen- oder Cityring zurückbaut. :cheers:



Ohne Eindgemeindung werden wir wohl die 200`000 Grenze von der Stadt Basel nicht erleben können. Und was könnte man derzeit eingemeinden? Riehen und Bettingen, das macht dann gerade mal etwa 20`000 Nasen mehr. Daher ein Einheitskanton Basel und das direkte Umland eingemeinden.
Oder ne Birsstadt (von Pfeffingen, Aesch bis nach Birsfelden) als Alternative zur Stadt würde der Region auch gut tun.

Don Calo
January 7th, 2010, 04:54 PM
Im Kanton Basel-Stadt wurden im vergangenen Jahr 468 Neubauwohnungen erstellt. Das sind so viele wie seit 1996 nicht mehr. Hauptgrund für den Zuwachs sind die ersten abgeschlossenen Grossprojekten in Basel Nord.

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/lodging/NeubauBahnhofStJohann.jpg
Mehr Neuwohnungen: Zum Zuwachs beigetragen haben nicht zuletzt die Neubauten in Basel Nord (hier beim Bahnhof St. Johann).


Nach 201 Neubauwohnungen im Vorjahr gelangten 2009 im Kanton Basel-Stadt 468 neue Logis auf den Wohnungsmarkt. Dies geht aus der Wohnbaustatistik des Statistischen Amtes hervor. Zum Anstieg beigetragen haben u.a. der Bezug der Wohnüberbauungen Erlenmatt im Rosentalviertel und VoltaWest im St. Johannquartier, auf die gut drei Viertel aller neu erstellten Wohnungen entfallen.

700 neue Logis im Bau

In der Bauphase befinden sich über 700 Logis, was für das laufende Jahr wiederum eine sehr hohe Wohnbauproduktion erwarten lässt und zur Realisierung des von Logis Bâle im Jahr 2001 gestarteten Impulsprojekts «5000 Wohnungen innert 10 Jahren» beiträgt. Darüber hinaus ist der Bau von über 300 zusätzlichen Wohnungen bewilligt. Durch die diesjährige und die voraussichtlich ebenso hohe Wohnbauproduktion 2010 wird das Zehnjahresmittel an Neubauwohnungen auf gegen 300 ansteigen, so die Prognose des Statistischen Amtes.

Der Trend zum Bau von grösseren Wohnungen hält an. 31 % der Neubauwohnungen weisen vier Zimmer auf, 35 % sind Dreizimmerwohnungen. Herkömmliche Einzimmerwohnungen (0,4 %) werden kaum noch gebaut, Lofts hingegen etwas mehr (6 %). Im Umbaubereich zeigt sich die gleiche Tendenz: Bestehender Wohnraum wird vor allem durch Dachstockausbauten vergrössert. Oder es werden kleinere Wohnungen zusammengelegt (aus 126 kleineren wurden 66 grössere).

190'000 Menschen in 105'000 Wohnungen

Der aus der Neubautätigkeit resultierende Anstieg der Wohnungszahl wird dadurch zwar leicht gemindert, Wohnraum gehe allerdings keiner verloren. Zusammen mit 150 abgebrochenen Wohnungen und einem negativen Umbausaldo (-18) ergab sich 2009 eine Nettoproduktion von 300 oder ein Wohnungsbestand von insgesamt 105'064 im Kanton Basel-Stadt. Die Bevölkerungszahl hat sich im Stadtkanton in den letzten Jahren stabilisiert und hat dieses Jahr wieder die Marke von 190'000 überschritten.

Quelle: bazonline 07.01.10

Basel_CH
January 7th, 2010, 06:42 PM
468 neue Wohnungen.

Gibt es eigentlich einen allgemeinen, gemittelten Faktor, wievielen Einwohnern das etwa entsprechen würde? Ich würde mal so schätzen, pro Wohnung etwa 1.7 bis 2 Einwohner? --> knapp 1000 neue Einwohner, die in diesen Wohnungen Platz finden würden und man potentiell davon ausgehen kann, dass Basel um diese Einwohnerzahl steigen könnte?

Don Calo
January 8th, 2010, 12:06 PM
Gibt es eigentlich einen allgemeinen, gemittelten Faktor, wievielen Einwohnern das etwa entsprechen würde? Ich würde mal so schätzen, pro Wohnung etwa 1.7 bis 2 Einwohner? --> knapp 1000 neue Einwohner, die in diesen Wohnungen Platz finden würden und man potentiell davon ausgehen kann, dass Basel um diese Einwohnerzahl steigen könnte?

Dürfte in etwa so stimmen, jedoch ist zu beachten das Netto nur 300 neue Wohnungen entstanden sind, da zudem auch Wohnunen abgebrochen und zusammengelegt wurden.

Basel_CH
January 8th, 2010, 05:44 PM
^^

Dann ist ja Basel noch recht weg weit vom Ziel von 5000 Wohnungen zusätzlich in 10 Jahren? Oder irre ich mich da bei der Vorgabe?

ndugu
April 9th, 2010, 02:35 PM
Der Kt. BS zählt im Februar 2010 rund 191'000 Einwohner. Damit erweist sich, dass die Auguren des BfS mit ihrer Bevölkerungsprognose 2005 ziemlich falsch lagen. Je nach Szenario wird per Ende 2010 vom BfS ein Bevölkerungsstand von zwischen 176K bis 186K prognostiziert. Siehe http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/01/03/blank/key_kant/03/12.html

Wann wird diese Prognose revidiert? Immerhin stützen sich darauf bei Wohnbauprojekten diverse Investoren ab. Oder gibt es alternative, adäquatere Prognosen?

Edit: Ich hab gesehen, dass es noch eine im Auftrag des Kantons von Wüest und Partner erstellte Prognose gibt. Die unterscheidet sich aber nicht gross vom mittleren BfS Szenario. Siehe http://www.statistik-bs.ch/themen/01/bevoelkerungsprognose

Paul B.
April 10th, 2010, 10:52 AM
291'000 Einwohner? Du meinst doch eher 191'000, oder?

ndugu
April 10th, 2010, 12:45 PM
Du meinst doch eher 191'000, oder?

Ja natürlich. Da war wohl der Wunsch Vater des Gedankens:nuts:

Kolja@ZH
April 11th, 2010, 12:45 PM
Gibt es eigentlich bereits eine politische Diskussion in BS über die Eingemeindung von Bettingen und Riehen?
Habe im leider nur Artikel über Gemeindefusionen bzw. dessen Förderung in BL im Netz gefunden. Gerade Raumplanungs- und Zonentechnisch wäre doch ein Stadtstaat Basel besser.

hausmeister
April 11th, 2010, 03:36 PM
Eine solche Diskussion ist mir nicht bekannt, zumindest nicht, dass dies in den letzten Jahren ernsthaft diskutiert wurde (früher sicherlich schon). Meiner Meinung nach ist dies auch nicht notwendig, da die Gemeinden sehr viel weniger Kompetenzen haben als in anderen Kantonen (in der Stadt gibt es lediglich eine Bürgergemeinde mit einigen wenigen Kompetenzen, ansonsten ist der Kanton und die Stadt praktisch das gleiche). Gerade in raumplanerischen Angelegenheiten habe ich nicht das Gefühl, dass die drei Gemeinden nicht harmonisieren.

Basel_CH
April 11th, 2010, 08:07 PM
Gibt es eigentlich bereits eine politische Diskussion in BS über die Eingemeindung von Bettingen und Riehen?
Habe im leider nur Artikel über Gemeindefusionen bzw. dessen Förderung in BL im Netz gefunden. Gerade Raumplanungs- und Zonentechnisch wäre doch ein Stadtstaat Basel besser.

Ich glaube nicht, dass Riehen und Bettingen dem zustimmen würden. Die fahren doch wesentlich besser, wenn sie unabhängig bleiben, und ich glaub kleinere Gemeinden stimmen solchen Aktionen nur zu, wenn sie finanziell oder organisatorisch nicht mehr anderst können.

ndugu
April 12th, 2010, 02:18 PM
Riehen und Bettingen haben so viel ich weiss nur eine relativ kleine Autonomie. Innerhalb des Kt. agieren sie als "Steueroasen" und dienen so dem ganzen Kt. BS.

Die Stadt hat keine eigene Verwaltung, sie hängt direkt am Kanton. So gibt es entgegen der von Zeit zu Zeit postulierten Behauptung keinen Basler Stadtpräsident. Es handelt sich um den Regierungspräsident, also den Präsidenten der Kantonsregierung:yes:

Deadeye Reloaded
May 20th, 2010, 02:37 PM
Grüezi mitenand,

wo in Basel würdet Ihr eine Wohnung mieten wenn ihr maximal 800CHF/Monat für die Brutto-Miete zur Verfügung hättet? :)

Adieu

Basel_CH
May 20th, 2010, 09:06 PM
Grüezi mitenand,

wo in Basel würdet Ihr eine Wohnung mieten wenn ihr maximal 800CHF/Monat für die Brutto-Miete zur Verfügung hättet? :)

Adieu

Vielleicht im Kleinbasel, dort sind die Preise noch überschaubar und die vielen Ausländer können sich nicht ganz so hohe Mietpreise leisten.
Wenn du was Konrketes suchst würde ich es mal unter
www.homegate.ch
versuchen.

rübenzahn
May 20th, 2010, 10:18 PM
Grüezi mitenand,

wo in Basel würdet Ihr eine Wohnung mieten wenn ihr maximal 800CHF/Monat für die Brutto-Miete zur Verfügung hättet? :)

Adieu

St. Johann, Matthäus im Kleinbasel und Gundeli sind tolle und günstige Quartiere mit ein bisschen Nachtleben, vielen Studenten und kosmopolitischem flair. Mit ein bisschen Glück bekommst du für das Geld in Basel eine nette 2.5 zimmer Whg. Auf dem Unimarkt (http://markt.unibas.ch/) gibts zT Schnäppchen.

Deadeye Reloaded
May 21st, 2010, 02:27 AM
@Basel_CH und rübenzahn: Vielen Dank, Jungs! Werde Eure Tipps befolgen. :bow:

PS: Hab mir diesen Thread durchgelesen. Das mit dem Erreichen der 200.000 Einwohnermarke scheint ja ein sehr prestigeträchtiges Ziel zu sein. :D
Keine Bange, das wird schon klappen. :)

Basel_CH
May 21st, 2010, 10:36 AM
@Basel_CH und rübenzahn: Vielen Dank, Jungs! Werde Eure Tipps befolgen. :bow:

PS: Hab mir diesen Thread durchgelesen. Das mit dem Erreichen der 200.000 Einwohnermarke scheint ja ein sehr prestigeträchtiges Ziel zu sein. :D
Keine Bange, das wird schon klappen. :)

Wenn du gezielt eine Wohnung in Basel suchst und Einwohner wirst, dann kommen wir diesem Ziel zumindest ein kleines Schrittchen weiter.:happy::okay:

Don Calo
August 23rd, 2010, 02:44 PM
Es gibt immer weniger freie Wohnungen in beiden Basel. Im Stadtkanton ist der Leerwohnungsbestand um fast 19 Prozent gesunken.
In Basel sind immer weniger freie Wohnungen zu finden.


Der Leerwohnungsbestand ist im Stadtkanton auf 783 freie Logis gesunken, im Landkanton um 13 Prozent auf 595 Logis. Die Leerwohnungsquote sank dabei indes nur in Basel-Stadt, dies von 0,9 auf 0,7 Prozent.

In Basel funktioniere der Wohnungsmarkt, sagte Regierungspräsident Guy Morin am Montag vor den Medien. Es gebe keine Wohnungsnot. Weil die Bevölkerung durch die Zuwanderung ständig wachse, brauche es aber zusätzlichen Wohnraum. Die Regierung wolle noch in diesem Jahr eine «Strategie zur Wohnraumentwicklung 2011 bis 2016» vorgelegen.

Derzeit gibt es im Stadtkanton rund 105'000 Wohnungen. Innert Jahresfrist wurden rund 600 Neubauwohnungen erstellt, wie aus einer Aufstellung der Statistischen Ämter in den beiden Basel hervorgeht. Zieht man Abbrüche, Umbauten und Zweckänderungen ab, resultierte ein Nettozuwachs von noch 300 Wohnungen. In der gleichen Zeit erhöhte sich die Bevölkerungszahl um 1200 Personen.

Seit drei Jahren gleiche Quote im Baselbiet

Deutlich zurückgegangen ist die Anzahl der leeren Ein- und Zwei- Zimmer-Wohnungen. Dies wird vor allem auf die Zusammenlegung von kleinen Einheiten zurückgeführt. Mit 1,1 Prozent weisen die Ein- Zimmer-Wohnungen nur noch eine leicht höhere Leerstandsquote auf als die Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen (0,8 Prozent).

In Baselland lag die Leerwohnungsquote unverändert bei 0,5 Prozent, obwohl 1300 neuen Logis gebaut wurden. Die Quote ist seit drei Jahren stabil. Am meisten freie Wohnungen gibt es in den Bezirken Liestal und Waldenburg. Die Einheiten mit drei und vier Zimmern sind im Baselbiet am wenigsten begehrt.

Geschäftsräume hingegen sind in Stadt und Land mehr auf dem Markt: Die leer stehenden insgesamt 322'000 Quadratmeter in beiden Basel entsprechen fast genau dem Rekordwert von 2007, sagte Patrick Gutmann vom Verband der Immobilienwirtschaft (SVIT).

Mehr leere Büroflächen

In Basel-Stadt stiegen die leeren Büroflächen innert Jahresfrist um 58 Prozent auf 81'705 Quadratmeter. Im Landkanton gibt es derweil deutlich mehr Gewerbeflächen. In beiden Basel sind zudem die Produktionsflächen stark zurückgegangen, was auf den Strukturwandel in der Industrie zurückgeführt wird.

Die Zahlen basieren auf der Statistik mit Stichdatum 1. Juni. Die Statistischen Ämter publizieren sie jeweils zusammen mit dem SVIT.

Quelle : bazonline 23.08.2010

Don Calo
April 1st, 2011, 02:30 PM
10'000 neue Wohnungen für etwa 20'000 Einwohnerinnen und Einwohner in den nächsten 20 Jahren und die Hälfte davon innert 10 Jahre: Das ist Ziel einer neuen Strategie zur Wohnraumentwicklung, das die Basler Regierung in die Vernehmlassung gegeben hat.


«Basel muss sich weiterentwickeln können», sagte der Basler Regierungspräsident Guy Morin am Freitag vor den Medien. Zudem solle ein Wohnraumangebot für alle Bevölkerungsschichten und für verschiedene Wohnungsbedürfnisse geschaffen werden. Dies seien die Kernanliegen der Wohnraumstrategie für die Jahre 2011 bis 2016.

Die Strategie samt Fördergesetz wurde vom Präsidialdepartement zusammen mit weiteren Departementen erarbeitet und stützt sich auf drei Pfeiler: gute Rahmenbedingungen für Investoren, die Förderung von Wohngenossenschaften und subjektbezogene Hilfe für jene, die auf dem Wohnungsmarkt Unterstützung brauchen.

Wohnungen für alle

Es solle keine Verdrängung bestimmter Bevölkerungsschichten geben, das Steuersubstrat solle aber weiter steigen, führte Morin dabei aus. Mehr Wohnungen im Zentrum der Agglomeration würden zudem einen Beitrag gegen die Zersiedelung leisten, und Renovationen trügen auch zur Minderung des Energieverbrauchs bei.

Von den angestrebten neuen Wohnungen soll die eine Hälfte durch die Entwicklung von Arealen etwa am Stadtrand, die andere Hälfte aber durch Verdichtungen ermöglicht werden. Wichtig sei dabei, ein positives Signal an Investoren auszusenden, sagte Thomas Kessler, Leiter Kantons- und Stadtentwicklung.

Darum wird unter den rund 50 Massnahmen auch die Aufhebung der Bewilligungspflicht für den Abbruch von Wohnraum vorgeschlagen. Diese ist im Gesetz über Abbruch und Zweckentfremdung von Wohnhäusern (GAZW) enthalten und betrifft auch etwa das Zusammenlegen von Wohnungen.

Das GAWZ sei einst in den 1970er-Jahren ein nötiges Schutzgesetz gewesen. Inzwischen sei es aber ein Hindernis für die Erneuerung und Modernisierung von bestehendem Wohnraum. Von der Aufhebung dieser Bewilligungspflicht nicht berührt ist im übrigen die weiterhin nötige Abrissbewilligung im Baubewilligungsverfahren.

Neues Fördergesetz

Die Strategie will auch dem Umstand Rechnung tragen, dass die Bevölkerung weiter wächst, pro Kopf aber stets mehr Wohnraum beansprucht wird, wie Regula Küng, Leiterin Stadtwohnen, erklärte. Fortgeschrieben wird damit das Impulsprogramm «Logis Bâle», das von 2000 bis 2010 total 5000 Neuwohnungen anstrebte und laut Morin die Vorgabe «nur sehr knapp verfehlt» hat.

Habe sich «Logis Bâle» aber auf hochwertige Wohnungen konzentriert, sollen jetzt alle Bevölkerungsschichten zum Zuge kommen. Kessler rechnet bis in 20 Jahren etwa mit 200'000 Einwohnern im Kanton; die Höchstzahl von 240'000 Einwohnern von 1970 aber «werden wir auf keinen Fall wieder erreichen», sagte er.

Die in der Wohnraumstrategie aufgeführten Massnahmen sind in einem Entwurf für ein Wohnraumfördergesetz verankert, das das GAZW ersetzen soll. Die Vernehmlassung zu der Vorlage dauert bis zum 15. August. Morin hofft, das Geschäft Ende Jahr oder Anfangs des nächsten Jahres in den Grossen Rat geben zu können.

Quelle: www.bazonline.ch (http://bazonline.ch/basel/stadt/10000-neue-Wohnungen-in-20-Jahren/story/12525968)

Don Calo
May 15th, 2011, 01:25 PM
Das Impulsprojekt Logis Bâle wurde Per Ende 2010 beendet. Das Ziel, innert 10 Jahren 5'000 Wohnungen neu zu erstellen wurde mit ca. 4'600 neuen und neuwertigen Wohnungen nicht ganz erreicht. Dennoch war das Programm ein Erfolg, denn Stadtwohnen ist durch dieses breitere Angebot an Wohnungen wieder im Trend. Um die Legislaturziele der Regierung zu erreichen, wurde von der Kantons- und Stadtentwicklung eine kantonale Strategie zur Wohnraumentwicklung und ein Entwurf für ein Wohnraumfördergesetz erarbeitet. Diese befinden sich zur Zeit in der Vernehmlassung. An der Abschlussveranstaltung von heute Abend sprechen Regierungspräsident Guy Morin, Kantonsbaumeister Fritz Schumacher sowie Thomas Kessler, Leiter der Kantons- und Stadtentwicklung.

Während der Dauer des Programms Logis Bâle "5000 Wohnungen innert 10 Jahren" wurden 2'765 Wohnungen neu erstellt. Zusätzlich sind etwa 500 Wohnungen durch Dachstockausbauten und weitere 200 durch Umnutzung von Büroräumen entstanden. Weitere 1'200 grosszügigere Wohungen konnten durch Zusammenlegung von kleineren Einheiten geschaffen werden. Durch Zusammenlegungen, übrige Umbauten und Abbrüche für Neubauten sind im gleichen Zeitraum jedoch auch ca. 3'500 Wohnungen verloren gegangen. Per Saldo sind zwischen 2001 und 2010 somit 1'180 zusätzliche Wohnungen entstanden, der Bestand betrug Ende 2010 105'272 Einheiten.

Wenn auch das Ziel nicht ganz erreicht wurde, war das Programm doch ein Erfolg. Stadtwohnen ist wieder im Trend, die Bevölkerung hat in den letzten Jahren langsam aber stetig zugenommen. Die Investitionen in den Wohnungsbau haben zugenommen, vermehrt sind grosszügigere Wohnungen entstanden, die strukturellen Defizite des Basler Wohnungsmarktes konnten mindestens teilweise verbessert werden. So hat sich der Leerstand über alle Wohnungsgrössen stark angeglichen. Der Gesamtbestand an Wohnungen hat trotz Wohnungzusammenlegungen und Ersatzneubauten mit grösseren Wohnungen zugenommen. Das zusätzliche Angebot an Wohnraum wird gut angenommen.

Um die Legislaturziele der Regierung zu erreichen, werden die Anstrengungen zur Schaffung von zusätzlichem attraktivem Wohnraum weitergeführt. Neu sollen die Genossenschaften und damit Wohnraum mit besonders gutem Preis-Leistungsverhältnis gezielt unterstützt werden. Insgesamt sollen die Wohnbedürfnisse der ganzen Bevölkerung innerhalb aller Angebotsstufen möglichst gut befriedigt werden. Dafür befinden sich zur Zeit eine kantonale Strategie zur Wohnraumentwicklung und ein Entwurf für ein Wohnraumfördergesetz in der Vernehmlassung.

Zum Abschluss des Impulsprojekts Logis Bâle „5'000 Wohnungen innert 10 Jahren“ erscheint ein Abschlussbericht in Form eines Stadtplans. Dieser zeigt mit einer Auswahl aus den in den letzten 10 Jahren realisierten Wohnbauprojekten die Vielfalt der geschaffenen Wohnangebote. Neben einer Rückschau auf die Projektdauer mit einer kurzen Bilanz zeigen verschiedene Statements den Stellenwert des Programms. Ein Interview mit den Leitenden der Geschäftsstelle sowie ein Ausblick in die Zukunft mit laufenden und geplanten Projekten runden das Bild ab.

Quelle: www.bs.ch (http://www.bs.ch/mm/showmm.htm?url=2011-05-10-pd-002)

trauch
May 16th, 2011, 09:32 AM
Familiengarteninitiative wird abgelehnt

Die Familiengarteninitiative fällt bei den Basler Stimmberechtigen durch. Deutliche Zustimmung erhält jedoch der Gegenvorschlag.

Der Grossteil der Familiengärten in Basel wird dauerhaft geschützt. Zwar wurde die Initiative «zum Schutz von Basler Familiengartenarealen», die alle bestehenden Gärten auf Stadtboden ganz und auf Dauer sichern wollte, abgelehnt, doch der Gegenvorschlag mit einem Teilschutz kam durch.

Die Familiengarten-Initiative wurde mit 15'273 gegen 26'724 Stimmen deutlich verworfen. Der Gegenvorschlag, der mindestens 80 Prozent der Gärten sichert, kam mit 22'400 gegen 18'456 Stimmen durch.

Eine neue Zone für Familiengärten
Ein Zonenplan-Entwurf sah in den nächsten 20 Jahren auf einzelnen Familiengartenarealen Wohnungen vor für bis zu 4500 Personen. Der Gegenvorschlag des Grossen Rates will - in der gärtnerfreundlichen Auslegung des Baudirektors - 300 der heute 2100 Familiengärten freigeben und Wohnbauten ermöglichen für 3000 Personen sowie Parks.

Die rund 1800 verbleibenden Familiengärten auf Stadtboden werden zum Schutz in eine neu zu schaffende eigene Zone umgezont. Rund die Hälfte der heute von der Stadtgärtnerei verwalteten Gärten befindet sich in Nachbargemeinden, auch im Ausland. Allen von Umnutzungen Betroffenen muss der Kanton künftig einen Ersatzgarten anbieten.

Quelle: http://bazonline.ch/basel/stadt/Familiengarteninitiative-wird-abgelehnt/story/28209037
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Was auf den ersten Blick so toll tönt, "Familiengarteninitiative wird abgelehnt", ist ein eigentliches Desaster für die städtebauliche Entwicklung Basels... Es sieht so aus, als bräuchte es in ein paar Jahren eine neue Abstimmung zu diesem Thema, wenn auch der Stimmbürger sieht, wie knapp die Bodenressourcen in Basel sind.

subtile
May 16th, 2011, 01:55 PM
Naja, es gibt noch genügend Entwicklungsflächen (Z.B Dreispitz, Kleinhüningen/NewBasel, um mal die grossen zu nennen). Man kann es ja auch so sehen, wenn weniger Fläche vorhanden ist, muss noch eher in die Höhe gebaut werden... kann ja für Fans von Hochhäusern nur positiv sein! :)

Don Calo
May 16th, 2011, 03:42 PM
Es ist ganz klar ein Teilerfolg für die Familiengärten. Es wäre mir natürlich lieber gewesen wenn 2x Nein abgestimmt worden wäre. Aber das Abstimmungsresultat ist zu akzeptieren. Es gibt vor und Nachteile bei diesem Abstimmungsresultat. Zum einen kann nun der Zonenplan angepasst werden wobei nun klarheit besteht wieviele man umnutzen kann. Zudem hoffe ich, wenn in Zukunft ein kleiner Teil der Familiengärten umgenutzt wird, dies auch von den Familiengärten mitgetragen wird.

Meiner Meinung ist man den Familiengärten zu weit entgegen gekommen wahrscheinlich wäre sogar der Vorschlag angenommen worden etwas mehr Familiengärten umzunutzen. Aber in der Politik müssen halt immer Kompromisse eingegangen werden, auch wenn dies nicht immer die beste Lösung ist. Für die zukünftige Stadtentwicklung wäre ein 2x Nein sicherlich besser gewesen, denn auch so wäre ja ein Grossteil der Areale nicht überbaut worden.

Man kann es ja auch so sehen, wenn weniger Fläche vorhanden ist, muss noch eher in die Höhe gebaut werden... kann ja für Fans von Hochhäusern nur positiv sein!

Leider ist auch dies nicht so leicht umzusetzen, Beispiel Claraturm, hierzu gab es viele negative Kommentare in der Baz. Es gibt halt immer etwas auszusetzen, nicht schön genug, zu hoch (Roche) oder zu nahe beim Schwimmbad (Schoren). Es gibt leider immer noch sehr viele Vorbehalte gegenüber Hochhäusern.

rübenzahn
May 16th, 2011, 07:40 PM
Naja, es gibt noch genügend Entwicklungsflächen (Z.B Dreispitz, Kleinhüningen/NewBasel, um mal die grossen zu nennen). Man kann es ja auch so sehen, wenn weniger Fläche vorhanden ist, muss noch eher in die Höhe gebaut werden... kann ja für Fans von Hochhäusern nur positiv sein! :)

Ich bin auch dafür Hochhäuser zu bauen auf den Entwicklungsgebieten und wünschte mir dass diese Flächen genügend gross sind. Denn daneben wird auch noch plumpe Stadterneuerung betrieben. Günstige Altbauten werden abgerissen, dort kann man auch mit kleinem Bugdet menschlich und würdevoll wohnen, hingegen gewöhnlichen Spekulationsbauten aus den 70ern, die besser rentieren, bleiben stehen. Ich wünschte mir da mehr Lenkung seitens der Stadt, denn was gleichzeitig in Basel an Neubauten entsteht ist doch eher langweilig, wenig ausgefallenes.

trauch
August 18th, 2011, 06:23 PM
Ist Basel zu dicht besiedelt?
Christoph Eymann kündigt auf Schuljahresbeginn Millioneninvestitionen in neue und rundum erneuerte Schulhäuser an. Diese Ausbaupläne des Erziehungsdirektors für mehr Kinder und Tageschulen sind doppelt erfreulich. Denn sie bedeuten, dass Basel berufstätige Eltern anzieht und dass der Kanton in die Bildung investiert.

Die Stadt wächst wieder, jedoch viel zu langsam. Wie trotz Flächenbegrenzung zusätzlich 43000 Menschen, also eineinhalb Mal das «Joggeli», in Basel Platz finden können, schreibt Daniel Wiener im Blog.
Obwohl die Attraktivität für junge Familien ein Zeichen prosperierender Wirtschaft und guter Lebensqualität ist, werden gegen die Bevölkerungszunahme Ängste geschürt. Einzelne Parteien werden im aufkeimenden Wahlkampf versuchen, mit Stimmungsmache, vor allem gegen ausländische Neuzuzüger, aufzutrumpfen. Sie eifern dem Baselbieter Benno Büeler nach, dessen Organisation «Ecopop» mit einer Volksinitiative und ökologischen Argumenten gegen die Zuwanderung kämpft: Neue Einwohner würden die Räume verengen, zum Beispiel auf der Strasse zu Staus und im Tram zu Gedränge führen. Und sie steigerten unseren Energie- und Bodenverbrauch.

Für Städte gilt dies jedenfalls nicht. Im Vergleich mit dem Hüsli-Brei der Peripherie beanspruchen Zentren pro Kopf weniger Boden und bieten kürzere Wege zur Arbeit oder zum Freizeit-Vergnügen. Dichte Städte erlauben es auch, öffentliche Verkehrsmittel rentabel zu betreiben.

Basels Bevölkerung liegt heute bei 170 000, auf gleicher Höhe wie 1945. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs Basel jährlich um 2000 Menschen – bis auf 213 000 im Jahre 1970. Es erscheint fast unglaublich, aber das gleiche Fleckchen Erde bewohnten damals 43 000 oder 25% mehr Bebbi als heute. Im Vergleich zu 1970 sind wir also eher daran zu vereinsamen auf unseren weitläufigen Strassen, Plätzen und Grünanlagen. Hier liegt viel Potenzial brach.

Seit der historische Kompromiss mit den Familiengärtnern die Neubaufläche eng begrenzt, ist die wichtigste Wachstumsalternative Basels eine dichtere Besiedlung bestehender Quartiere. Diese ist nur realisierbar, wenn wir zum Ausgleich sorgfältig umgehen mit dem öffentlichen Raum. Stichworte sind Verkehrsberuhigung, Begrünung und soziale Nutzung.

Verdichtung ruft nach Prioritäten zugunsten von Freiräumen für alle. Für Kinder und Jugendliche, aber auch für die ältere Bevölkerung: Sitzbänke statt Reklameständer in der Innenstadt; Parks statt Parkplätze in Hinterhöfen (parkieren kann man unterirdisch); kleinere und leisere Autos; Märkte als Treffpunkte; Ausbau der Fusswege und Fahrrad-Verbindungen ins grüne Umland. Gestaltungsspielraum öffnet sich an Häfen und Güterbahnhöfen, an Wiese und Rhein. Die renovierte Claramatte weist den Weg zu höherer Nutzungs-Qualität bei unveränderter Fläche. Die einst banale Kreuzung Tellplatz lädt heute an bester Lage des Gundeli zum Verweilen ein.

Quelle: http://blog.bazonline.ch/unserekleinestadt/index.php/377/ist-basel-zu-dicht-besiedelt/

Don Calo
August 23rd, 2011, 05:33 PM
Der Wohnraum im Kanton Basel-Stadt wird immer knapper: Innert eines Jahres hat die Zahl der leeren Wohnungen um einen Drittel abgenommen.

Die Zahl der leeren Wohnungen hat im Kanton Basel-Stadt innert Jahresfrist um ein Drittel auf 522 abgenommen. Auch in Baselland ging der Leerbestand zurück, allerdings nur um gegen 4 Prozent auf 572 Wohnungen, wie es am Dienstag an einer Medienkonferenz des Statistischen Amts Basel-Stadt und des Immobilien-Branchenverbands SVIT hiess. Die Leerwohnungsquote sank per 1. Juni 2011 in Basel-Stadt von 0,7 auf 0,5 Prozent und in Baselland von 0,5 auf 0,4 Prozent. Erstmals seit 1994 gibt es im Baselbiet mehr Leerwohnungen als im Stadtkanton.

In Basel-Stadt hält der Rückgang der Leerstandsquote seit gut drei Jahren an. Gleichzeitig nahm die Bevölkerung jährlich um rund 1000 Personen zu. Dabei konnte die stärkere Nachfrage durch den Nettozuwachs von rund 200 Wohnungen pro Jahr nicht aufgefangen werden.

In Baselland habe derweil die Leerstandsziffer erfahrungsgemäss stark mit der Neubauproduktion zu tun, hiess es weiter. Diese sei mit über 1100 Einheiten pro Jahr nach wie vor intensiv, wenn auch seit zwei Jahren leicht rückläufig. Vom Markt werde das Angebot gut absorbiert.

Funktionierender Wohnungsmarkt

Nach Beurteilung des Präsidialdepartements des Kantons Basel- Stadt funktioniert der Wohnungsmarkt im Stadtkanton gut. Mit 0,5 Prozent sei die Leerwohnungsquote nun gleich hoch wie in Bern. Damit sei die Lage deutlich entspannter als etwa in Genf und Zürich, wo die Quote 0,3 respektive 0,06 Prozent beträgt.

Zudem sei die Dynamik des Wohnungsmarktes dynamischer als es die Quoten vermuten lassen, hält das Präsidialdepartement weiter fest. So seien letztes Jahr nicht nur 11'000 Personen aus Basel-Stadt weggezogen und 12'000 Personen zugewandert. Gleichzeitig seien auch 20'000 Menschen innerhalb des Stadtkantons umgezogen.

Um die wachsende Wohnungsnachfrage befriedigen zu können, muss nach Ansicht des SVIT die Produktion in Basel-Stadt markant gesteigert werden. Der Branchenverband befürchtet, dass eine weiter sinkende Leerstandsquote zu höheren Mietpreisen führt. Aus Sicht des Präsidialdepartements haben sich die Mietzinsen in den letzten Jahren «moderat» entwickelt.

Mehr brache Geschäftsräume

Einen neuen Höchstwert hat das Angebot an Geschäftsräumen in den beiden Kantonen erreicht: Es nahm gegenüber 2010 zwar nur um 2000 Quadratmeter auf 324'000 Quadratmeter zu, übertrifft aber nun den bisherigen Rekord von 2007 um 0,6 Prozent. Gewachsen ist in beiden Basel vor allem das Angebot an Büro- und Ladenflächen.

Der SVIT beurteilt den Markt für Geschäftsflächen als «lebhaft». Für die Ansiedlung und Expansion von Unternehmen stünden genug qualitätiv ausgezeichnete Flächen zur Verfügung, und die Preise bewegten sich auf einem angemessenen Niveau, hält der Verband fest.

Quelle: www.bazonline.ch
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Ich hoffe es kommt auf dem Basler Wohnunngsmarkt nicht zu zuständen wie in Genf oder Zürich, wo die Wohnungssuche zum reinen glücksfall wird. Aber wenn das Baselland die Steuern erhöhen wird könnte es soweit sein, denn dann kommen diejenigen in die Stadt zurück welche nur wegen den tieferen Steuern im Baselland wohnen.

trauch
August 23rd, 2011, 09:58 PM
Ich hoffe es kommt auf dem Basler Wohnunngsmarkt nicht zu zuständen wie in Genf oder Zürich, wo die Wohnungssuche zum reinen glücksfall wird. Aber wenn das Baselland die Steuern erhöhen wird könnte es soweit sein, denn dann kommen diejenigen in die Stadt zurück welche nur wegen den tieferen Steuern im Baselland wohnen.

Nööö, die kommen zu uns ins Fricktal ;-)

hausmeister
August 24th, 2011, 10:41 AM
Nööö, die kommen zu uns ins Fricktal ;-)

Die Frage wird sein, wie viel Steuerersparnis ist ein AG am Auto wert... :naughty:

Don Calo
September 23rd, 2011, 06:31 PM
Projektbörse in Basel und Internetportal präsentieren Konzepte innovativen und gemeinschaftlichen Wohnens im Dreiland.


BASEL. Mehrgenerationenhaus, Baugemeinschaften und -gruppen, genossenschaftliche Wohnungen, Gruppenräume und Gästeappartements: Gemeinsames zu bauen und miteinander zu wohnen liegt auch im Dreiland zunehmend im Trend. Der trinationale Wohnprojekte-Tag am Samstag in Basel, an dem sich auch fünf Aussteller aus dem Kreis Lörrach beteiligen, soll Anbieter und Nachfrager, Land und Leute, Projekte und Interessenten zusammenbringen. Zugleich wird ein Internetportal erweitert, das Projekte in der Region Basel vorstellt sowie Rat und Hilfe bietet.

Die Nachfrage nach dem Wohnen mit einer gemeinschaftlichen Komponente sei erheblich größer als das Angebot, sagt Andreas Courvoisier. Sein Basler Büro für Stadtentwicklung hat den Wohnprojekte-Tag konzipiert und koordiniert ihn; zudem betreut das Team das Wohnportal im Internet, das über aktuelle Projekte von Baugemeinschaften und Genossenschaften in der Region Basel informiert und einen Ratgeberteil bietet. Angestoßen wurde der Tag von der Stiftung Edith Maryon und Partnern. Dabei gehe es nicht um experimentelles Wohnen, erläutert Courvoisier, sondern um "das Wohnen mit dem gewissen Etwas". In Basel beispielsweise habe das genossenschaftliche Wohnen ein angestaubtes Image. Zwar gehörten rund zehn Prozent aller Wohnungen Genossenschaften. Neubauten habe es aber – im Gegensatz etwa zu Zürich – in jüngerer Vergangenheit kaum gegeben. Courvoisier hofft, dass ein Projekt mit 24 Wohnungen an der Hegenheimerstraße, als Paukenschlag andere Bauträger weckt und zum Nachahmen anregt.

Dazu beitragen, dass neue Formen des Wohnens in der Region Schule machen, soll nun der Wohnprojekte-Tag im Ackermannshof, einer früheren Druckerei, die unlängst zu einem Haus für Menschen aus Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft umgebaut wurde. Dort referieren am Samstag von 11 bis 16 Uhr Jeweils zur vollen Stunde Experten zu den Themen Wohnen im Alter, Finanzierung, Baugemeinschaften, aktuelle Zürcher Genossenschaftsprojekte sowie Rechtsformen. Bei einer Projektbörse stellen gut zwei Dutzend Wohnbauträger, Initiativgruppen, Genossenschaften, Stiftungen und Finanzdienstleister aus dem Dreiland ihr Angebot vor. Die fünf Aussteller aus dem Kreis Lörrach, befindet Courvoisier, bildeten dabei das breite Spektrum von Börse und Portal gut ab.

In der Schopfheimer Hauptstraße gegenüber dem alten Forsthaus will eine Baugemeinschaft, betreut von dem Architekten Roman Bockemühl, eine denkmalgeschützte Scheune aus dem Jahr 1816 in ein Haus mit sieben Wohnungen umbauen. Für Courvoirsier ist das ein Beispiel für den sensiblen Umgang mit alter Bausubstanz im Stadtzentrum, die sonst kaum einen Abnehmer finden würde. Ebenfalls in Schopfheim haben die künftigen Bewohner der Wohnanlage "Im Eisweiher" mit rund 50 Wohnungen für generationenübergreifendes Wohnen eine genossenschaftsähnliche Wohnbaugesellschaft gegründet.

Bereits weitgehend vergeben sind die Wohnungen der ersten Etappe der Solar-Stadt am Messeplatz in Weil am Rhein. Das Konzept, das die Siedlungswerkstatt Konstanz mit einer Baugruppe entwickelt hat, setzt mit der Passivhaus-Bauweise eine ökologische Note. In Grenzach-Wyhlen errichtet die Baugenossenschaft, die vor wenigen Tagen ihr 100-jähriges Bestehen feierte, in drei Etappen die Anlage "Jericho" mit 84 Wohnungen sowie einem Gästeappartement.

Vorzeigecharakter hat schließlich auch das Quartier, das auf dem Lörracher Niederfeldplatz entsteht. Die Wohnbau errichtet dort 88 Wohnungen, deren Energieverbrauch dank Holzpellet-Heizung, Wärmedämmung und Solaranlage auf dem Dach ausschließlich aus regenerativen Quellen erzeugt wird. In dieser Größe ist die Siedlung bundesweit die erste mit kohlendioxidneutralem Konzept.


Wohnprojekte-Tag mit Projektbörse, Vorträgen und Café-Bistro am Samstag, 24. September, 10 bis 17 Uhr, Ackermannshof (St. Johanns-Vorstadt 19/21), Basel.

Mehr Infos im Internet unter http://www.wohnportal-basel.net

Quelle: www.badische-zeitung.de (http://www.badische-zeitung.de/kreis-loerrach/eine-plattform-fuer-neue-wohnformen)

ArchitekturBasel
December 13th, 2011, 05:35 PM
Zur Stadtentwicklung insbesondere Wohnungsneubau und Freiraumdiskussionen. Diesmal kann man sie in den Kommentaren rund um das Interview von Jacques Herzog mit der Tageswoche beobachten.
http://www.tageswoche.ch/de/2011_49/basel/120881/%C2%ABArrogant-Das-ist-doch-nur-die-Wahrheit%C2%BB.htm

hausmeister
January 16th, 2012, 02:57 PM
Medienmitteilung vom 13.01.2012 (Statistisches Amt) (http://www.statistik-bs.ch/tabellen/t09/MM_2011%20Web.pdf)

Der Wohnungsbau in Basel-Stadt 2011

Im Kanton Basel-Stadt wurden im vergangenen Jahr 351 Neubauwohnungen erstellt. Die Wohnungsproduktion blieb damit gegenüber dem Vorjahr (372) praktisch unverändert und ist nach wie vor recht hoch. Dies geht aus der Wohnbaustatistik des Statistischen Amtes hervor.

http://www.statistik-bs.ch/herzlich-willkommen/der-wohnungsbau-in-basel-stadt-2011/image

hausmeister
March 2nd, 2012, 03:55 PM
Aus heutiger Sicht würde ich die Frage im Titel des Threads ganz klar mit NEIN beantworten.

Dazu eine ganz einfache Rechnung:
- Im Jahr 2011 wurden 351 neue Wohnungen erstellt. Allerdings fielen durch Umbau und Abbruch 40 weg, macht also netto 311 neue Wohnungen.
- Die Wohnbevölkerung nahm in der gleichen Zeit um 1'038 Personen zu (Seit 2007 nahm die Bevölkerung jährlich über 1'000 Personen zu)
- Per 1. Juni 2011 standen 522 Wohnungen leer, das entspricht einer Quote von 0.5%. 2007 lag die Quote noch bei 1.4%
(Quelle: Statistisches Amt BS)

Ginge es so weiter, hätte man rein rechnerisch Ende 2013 Zürich in Sachen Wohnungsknappheit überholt und im Frühling 2014 keine verfügbaren Wohnungen mehr.

Natürlich ist es gut, dass nicht einfach wild drauflos gebaut wird. Es gibt genügend schlechte Beispiele für zu rasche Entwicklung. Anderseits kann Wohnungsknappheit in der Stadt zu höheren Mieten und zu einer Verdrängung von Leuten mit kleinen Einkommen führen. Da sollte man meiner Meinung nach aufpassen.

Wie seht ihr das?

hausmeister
March 6th, 2012, 03:08 PM
In ihrer Studie zum Schweizer Immobilienmarkt schreibt die Credit Suisse zur Lage in Basel:

Obwohl die Bevölkerung seit geraumer Zeit wieder stärker wächst, wurden 2011 Wohnungen in der Grössenordnung von lediglich 0.2% des kantonalen Wohnungsbestandes bewilligt. Die geringe Bautätigkeit hat geholfen, die Leerstände in den letzten Jahren deutlich zu reduzieren. Ein Wohnungsmangel
dürfte dennoch nicht entstehen, denn spätestens wenn es um den Eigentumserwerb geht, weichen viele Bewohner auf die Nachbarregionen aus.

Nicht ganz logische Schlussfolgerung: Wenn die Leerbestände reduziert wurden, dann werden sie sich unter gleichen Bedingugnen auch in Zukunft reduzieren. Das Ausweichen auf die Nachbarregionen ist ja nicht neu, im Gegenteil, die Stadtflucht nimmt tendenzeill eher ab. Ich denke, die Leute werden eher aus Mangel an Angeboten ausweichen, gerade beim Eigentum. Dann würde sich die Katze in den Schwanz beissen.

Die Zahlen der Studie etwas genauer unter die Lupe genommen: Die Leerstandsquote in BS liegt bei 0.48%. Als vergleich: im Kanton ZH liegt sie bei 0.65%. Während die Quote in BS in den letzten 4 Jahren von 1.36% stetig auf 0.48% sank, blieb sie in ZH praktisch konstant. Das liegt in erster Linie daran, dass der Wohnungsbestand in ZH jährlich um rund 1.2% gewachsen ist, während das Wachstum in BS bei 0.2% herumtümpelt (das Bevölkerungswachstum liegt in BS etwa bei 0.8% in den letzten 3 Jahren und in ZH bei etwa 1.5%).
Auch wenn die Kantone nur bedingt vergleichbar sind, fällt auf, dass ZH zwar beinahe doppelt so stark wächst, aber im Verhältnis zu BS 6 mal so viel baut! Um die Leerstandsquote konstant zu halten, müsste Basel also rein hypothetisch doppelt so viel bauen wie anhin...

Ich bin zwar kein CS Immobilienspezialist, aber ich bin da etwas skeptischer was den Markt in BS anbelangt.

hausmeister
March 8th, 2012, 10:39 AM
^^ Noch was zur Studie: Da steht, dass die Miete in Basel mittlerweilen fast so hoch ist wie in Zürich. Hmm?

Nehmen wir mal an, ich suche eine 4 Zimmer Wohnung zwischen 80 und 110 qm. Homegate meldet 65 in BS und 70 in ZH (Stadt) verfügbar. Möchte ich aber max. 2'000 bezahlen, finde ich in BS 29 und in ZH 4. Möchte ich unbedingt mehr als 3'000 bezahlen, finde ich in BS 2 und in ZH 36!
Naja, die Studie mag hochwissenschaftliche Parameter haben, meine stichprobeartigen Alltagsparameter sagen was gaaanz anderes...

So, das ischs wieder gsi mit Triggs und Gäggs. Tschau Zämme.

trauch
March 8th, 2012, 10:48 AM
^^ Noch was zur Studie: Da steht, dass die Miete in Basel mittlerweilen fast so hoch ist wie in Zürich. Hmm?

Das ist wirklich Humbug. Ich bin froh, dass dies nicht so ist. Sonst könnten wir uns die hohen Krankenkassenprämien ja gar nicht mehr leisten...

hausmeister
March 8th, 2012, 11:58 AM
Nicht wirklich nachvollziehbar...
Wüst und Partner (http://www.wuestundpartner.com/home/spm_report/Quarterly_12_1_D.pdf) gibt zB für Mietwohnungen aktuell als Median für qm-Preise in BS 210 und in ZH 300 an. Nach dieser Berechnung sind Mietwohnungen in ZH 1.4 mal so teurer!

Zum Thema Kosten:
Ebenfalls die CS hat einen sogenannten "Regional Disposable Income" Indikator eingeführt, welcher das durchschnittlich frei verfügbare Einkommen (dh nach Abzug von obligatorischen- und fixen Kosten) pro Haushalt zum Ausdruck bringen soll. Der Inikator geht von CH = 0 aus und gibt die Abweichungen an. BS zählt zwar nicht zu den Billigwohnorten, liegt aber mit einem Wert von -1.69 bei den Städten ganz gut im Rennen. Zürich ist mit -2.26 teurer, während Genf mit -5.2 schon schmerzhaft ist.

Einstein hatte Recht: Alles ist relativ. Churchill ebenfalls: Man soll nur der Statistik trauen die man selber gefälscht hat.

herzog
March 9th, 2012, 04:30 PM
Fakt ist, dass viele Basel-Städter infolge der (mittlerweile) hohen Mietkosten (wiederum als Folge des zu knappen Wohungsbaus) leider zunehmend das Weite suchen. Jedoch nicht in BL, sondern im Aargau, sprich Fricktal. Dort erleben die Gemeinden einen regelrechte Basler-Zulauf. Allen voran Möhlin, wo 1/3 der 200 Neuzuzüger im Jahr 2011 aus BS kamen. Dort ist die Nachfrage zwischenzeitlich so gross, dass neu eingezont werden musste... BS macht definitiv zu wenig für den Wohungsbau. Zuviel alte Baumasse, zuwenig Neues und Modernes.

hausmeister
March 13th, 2012, 03:41 PM
^^ Der Wanderungssaldo in die Agglomeration ist seit 1996 recht konstant bei rund -1'200/Jahr. Der Saldo der übrigen Schweiz war in den letzten Jahren eher positiv. Es stimmt also schon, dass die Leute vorallem in die Agglo abwandern, allerdings nicht zunehmend.

(Der Wegzug in die Agglo blieb zumindest in den letzten 6 Jahren konstant bei rund 3'800. Würden diese Leute in der Stadt bleiben, dann würden die (bei 1.8 Personen/Hauhalt) 2'100 Wohnungen beanspruchen. Wie wir wissen, standen im Juni 2011 nur 522 leer...)

Die Frage aber bleibt: Weshalb ziehen die Leute zB nach Möhlin? Eher mangels Alternativen oder eher weil es eine bevorzugte Wohnlage ist? Und falls es an Alternativen mangelt: Weil sie ein Einfamilienhaus haben möchten (auch wenn es 100qm-Kaninchenställe sind) oder weil es in BS nichts geegnetes gibt? Und falls sie Möhlin bevorzugen: Steuern? Land? ...

trauch
March 13th, 2012, 06:40 PM
^^ Der Wanderungssaldo in die Agglomeration ist seit 1996 recht konstant bei rund -1'200/Jahr. Der Saldo der übrigen Schweiz war in den letzten Jahren eher positiv. Es stimmt also schon, dass die Leute vorallem in die Agglo abwandern, allerdings nicht zunehmend.

(Der Wegzug in die Agglo blieb zumindest in den letzten 6 Jahren konstant bei rund 3'800. Würden diese Leute in der Stadt bleiben, dann würden die (bei 1.8 Personen/Hauhalt) 2'100 Wohnungen beanspruchen. Wie wir wissen, standen im Juni 2011 nur 522 leer...)

Die Frage aber bleibt: Weshalb ziehen die Leute zB nach Möhlin? Eher mangels Alternativen oder eher weil es eine bevorzugte Wohnlage ist? Und falls es an Alternativen mangelt: Weil sie ein Einfamilienhaus haben möchten (auch wenn es 100qm-Kaninchenställe sind) oder weil es in BS nichts geegnetes gibt? Und falls sie Möhlin bevorzugen: Steuern? Land? ...

Völlig unverständlich! Man könnte auch nach Rheinfelden ziehen ;-)

M.E. sind es v.a. 2 Punkte, die ich aus eigener und aus Erfahrungen von Bekannten und Freunden kenne:
- Schulen (in BS riesiger Ausländeranteil)
- fehlender hochwertiger Wohnraum in Basel
Die Steuern spielen fast keine Rolle, entgegen der ewigen Beteuerungen der bürgerlichen Parteien!

Basel_CH
March 13th, 2012, 07:47 PM
Völlig unverständlich! Man könnte auch nach Rheinfelden ziehen ;-)



Oder Steuertechnisch gesehen noch besser nach Kaiseraugst.
Ne im Prinzip ist doch von Kaiseraugst bis Mehlin alles sehr ähnlich, vielleicht hast du in RHF noch ein leicht grösseres Angebot zum Einkaufen, Bezirksschule und nen Bahnhof mit Intercity Anschluss.

hausmeister
March 23rd, 2012, 05:43 PM
- Schulen (in BS riesiger Ausländeranteil)


Oh, dann liessen sich bestimmte Abstimmungsergebnisse durch die Abwanderung dieser Personen nach AG erklären... :clown:


Ich denke schon, dass das Wohnungsangebot ausschlaggebend ist. Einige Familien werden zwar explizit ländlich wohnen wollen, bei anderen liegt es ausschliesslich daran, dass kaum (zahlbare) Wohnungen auf dem Markt sind. Aus den selben Gründen wächst auch der Speckgürtel kaum mehr: Zu teuer und kaum Angebote.

Mit der Schorenstadt und dem Kinderspital-Areal (und ev der Erlenmatt) gibt es in der Stadt zumindest potentiell familientaugliche Projekte.

Vielleicht weniger für Familien, aber grundsätzlich eine gute Idee ist die Förderung von Umnutzung von Büros in Wohnraum. Die vielen Büro-Projekte an guter Lage und den Trend zu Bürozusammenlegung wird die Eigentümer von weniger zentralen und unpraktischen Geschäftsliegenschaften vielleicht dazu bringen, diese zu Wohnraum umzufunktionieren. Wenn diese Häuser für Büros (und nicht klassisches Wohnen) konzipiert wurden könnten so ganz Interessante Wohnunformen entstehen (Lofts, Atelierwohnungen etc)

hausmeister
March 30th, 2012, 03:20 PM
"Es wird eng und teuer" Thema in der der Tageswoche vom 30.3. (download (http://www.google.ch/url?q=http://www.tageswoche.ch/attachment/880/TagesWoche_2012_13.pdf%3Fg_download%3D1&sa=U&ei=t7h1T-SxGsSCOu-uzPgN&ved=0CBcQFjAB&usg=AFQjCNGzDpANIkXNVXD_px6V2ZHASWwI8A)) über Basels zurückgewonnen Attraktivität für Investoren und über die Kehrseite der Medaille.

Der Bericht ist eigentlich ganz gut, wenn auch nicht immer differenziert. Was ich zB schade finde ist, dass Studien kaum hinterfragt wenn sie der Kernaussage dienen. Da ist zu Beginn bspw. die Aussage der CS, wonach die Mieten in Basel nur noch 5% tiefer als in Zürich seien. Auf der nächsten Seite steht dann "In den vergangen 10 Jahren sind die Mieten in der Limmatstadt doppelt so stark gestiegen". Das beisst sich.
Weiter ziehen sie die Studie der CS heran, wenn es darum geht aufzuzeigen, dass Basel teuer ist. Die CS vergleicht hier aber Kantone. Basel als Stadtkanton ist nun mal in vielen Dingen schwer vergleichbar. Es gibt aber auch eine CS-Studie welche die Lebeneskosten an Orten vergleicht ("Regional Disposable Income" - siehe auch mein Post vom 8.3.12 11:58). Diese wäre für den Bericht die korrekte Quelle, allerdings steht da Zürich weniger gut da als Basel, was der Aussage im Bericht ihre Kraft nehmen würde. Denselben Fehler (Basel Stadt mit dem Kanton Zürrich vergleichen) machen sie beim Anteil an Mietwohnungen. Der ist in der Stadt nun mal höher als auf dem Land.

Unbestritten ist, dass der Staat nicht Wohnungen für gute Steuerzahler auf Kosten anderer fördern sollte. Das wäre falsch. Wenn intervenieren dann nur so, dass das das Angebot der Nachfrage angepasst wird und nicht umgekehrt.

Und ebenso richtig: Die Mietzinse müssen unbedingt auf vernünftigem Niveau bleiben.

trauch
March 30th, 2012, 04:36 PM
"Es wird eng und teuer" Thema in der der Tageswoche vom 30.3. (download (http://www.google.ch/url?q=http://www.tageswoche.ch/attachment/880/TagesWoche_2012_13.pdf%3Fg_download%3D1&sa=U&ei=t7h1T-SxGsSCOu-uzPgN&ved=0CBcQFjAB&usg=AFQjCNGzDpANIkXNVXD_px6V2ZHASWwI8A)) über Basels zurückgewonnen Attraktivität für Investoren und über die Kehrseite der Medaille.

Der Bericht ist eigentlich ganz gut, wenn auch nicht immer differenziert. Was ich zB schade finde ist, dass Studien kaum hinterfragt wenn sie der Kernaussage dienen. Da ist zu Beginn bspw. die Aussage der CS, wonach die Mieten in Basel nur noch 5% tiefer als in Zürich seien. Auf der nächsten Seite steht dann "In den vergangen 10 Jahren sind die Mieten in der Limmatstadt doppelt so stark gestiegen". Das beisst sich.
Weiter ziehen sie die Studie der CS heran, wenn es darum geht aufzuzeigen, dass Basel teuer ist. Die CS vergleicht hier aber Kantone. Basel als Stadtkanton ist nun mal in vielen Dingen schwer vergleichbar. Es gibt aber auch eine CS-Studie welche die Lebeneskosten an Orten vergleicht ("Regional Disposable Income" - siehe auch mein Post vom 8.3.12 11:58). Diese wäre für den Bericht die korrekte Quelle, allerdings steht da Zürich weniger gut da als Basel, was der Aussage im Bericht ihre Kraft nehmen würde. Denselben Fehler (Basel Stadt mit dem Kanton Zürrich vergleichen) machen sie beim Anteil an Mietwohnungen. Der ist in der Stadt nun mal höher als auf dem Land.

Unbestritten ist, dass der Staat nicht Wohnungen für gute Steuerzahler auf Kosten anderer fördern sollte. Das wäre falsch. Wenn intervenieren dann nur so, dass das das Angebot der Nachfrage angepasst wird und nicht umgekehrt.

Und ebenso richtig: Die Mietzinse müssen unbedingt auf vernünftigem Niveau bleiben.

Das passiert eben sehr oft, ich habe auch schon wiederholt in diesem Forum darauf hingewiesen, dass man manchmal Äpfel mit Birnen vergleicht. Der Kanton Basel-Stadt und die Stadt Basel sind fast identisch, der Kanton Zürich und die Stadt Zürich hingegen sind sehr unterschiedlich. Ebenso der wirtschaftliche Vergleich. Während in Zürich fast die ganze Wirtschaftskraft kantonal ist (zuzüglich etwas Aargau und Zug), ist es in Basel anders. Hier kommt zur Basler Wirtschaftskraft auch diejenige des Kantons Basel-Landschaft (zuzüglich des aargauischen Fricktals) und die der angrenzenden französischen und v.a. deutschen Gemeinden hinzu.

Leider wird dieser Tatsache nicht nur in Medien, sondern auch in der Politik zu wenig Beachtung geschenkt (siehe etwa SBB-Projekte).

Friedmund-Saphorin
March 30th, 2012, 04:41 PM
Leider wird dieser Tatsache nicht nur in Medien, sondern auch in der Politik zu wenig Beachtung geschenkt (siehe etwa SBB-Projekte).
Da würde mich (obschon offtopic) jetzt interessieren, welche Folgerungen für SBB-Projekte du ziehen würdest.

rübenzahn
March 31st, 2012, 06:23 AM
"Es wird eng und teuer" Thema in der der Tageswoche vom 30.3. (download (http://www.google.ch/url?q=http://www.tageswoche.ch/attachment/880/TagesWoche_2012_13.pdf%3Fg_download%3D1&sa=U&ei=t7h1T-SxGsSCOu-uzPgN&ved=0CBcQFjAB&usg=AFQjCNGzDpANIkXNVXD_px6V2ZHASWwI8A)) über Basels zurückgewonnen Attraktivität für Investoren und über die Kehrseite der Medaille.

Der Bericht ist eigentlich ganz gut, wenn auch nicht immer differenziert. Was ich zB schade finde ist, dass Studien kaum hinterfragt wenn sie der Kernaussage dienen. Da ist zu Beginn bspw. die Aussage der CS, wonach die Mieten in Basel nur noch 5% tiefer als in Zürich seien. Auf der nächsten Seite steht dann "In den vergangen 10 Jahren sind die Mieten in der Limmatstadt doppelt so stark gestiegen". Das beisst sich.
Weiter ziehen sie die Studie der CS heran, wenn es darum geht aufzuzeigen, dass Basel teuer ist. Die CS vergleicht hier aber Kantone. Basel als Stadtkanton ist nun mal in vielen Dingen schwer vergleichbar. Es gibt aber auch eine CS-Studie welche die Lebeneskosten an Orten vergleicht ("Regional Disposable Income" - siehe auch mein Post vom 8.3.12 11:58). Diese wäre für den Bericht die korrekte Quelle, allerdings steht da Zürich weniger gut da als Basel, was der Aussage im Bericht ihre Kraft nehmen würde. Denselben Fehler (Basel Stadt mit dem Kanton Zürrich vergleichen) machen sie beim Anteil an Mietwohnungen. Der ist in der Stadt nun mal höher als auf dem Land.

Unbestritten ist, dass der Staat nicht Wohnungen für gute Steuerzahler auf Kosten anderer fördern sollte. Das wäre falsch. Wenn intervenieren dann nur so, dass das das Angebot der Nachfrage angepasst wird und nicht umgekehrt.

Und ebenso richtig: Die Mietzinse müssen unbedingt auf vernünftigem Niveau bleiben.

Die 5% gelten für neu gebaute Wohnungen.

hausmeister
March 31st, 2012, 08:22 AM
Die 5% gelten für neu gebaute Wohnungen.
Stimmt. Die Aussage ist dann, dass in Basel derzeit eher teure Wohnungen gebaut werden (nicht, dass Basel generell teuer ist). Das war letztlich auch eine Aussage der Tageswoche. Mein Fehler.

Don Calo
May 2nd, 2012, 12:32 PM
Im Kanton Basel-Stadt wurden im vergangenen Jahr 351 Neubauwohnungen erstellt. 58 Logis wurden abgebrochen; alle Umbauaktivitäten erbrachten per Saldo 18 neue Logis. Der Nettozuwachs betrug somit 311 Wohnungen.


http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Statistics/Wohnungsproduktion2011.png

2011 gelangten im Kanton Basel-Stadt 351 neue Logis auf den Wohnungsmarkt. Da in nächster Zukunft wenige Ersatzneubauten entstehen, waren im Berichtsjahr sehr wenige Abbrüche (58) von Wohnungen zu verzeichnen. Durch Umbauten, etwa durch Wohnungszusammenlegungen (aus 68 kleineren Logis entstanden 46 neue grössere) oder Umnutzungen(14), gingen weniger Wohnungen verloren als durch Dachstockausbauten (37) oder Umnutzungen (17)gewonnen wurden. Alle Umbauaktivitäten zusammen schufen 100 neue Logis und bewirkten das Verschwinden von 82 Wohnungen, was einem positiven Umbausaldo von 18 Logis entspricht. Die recht hohe Neubauproduktion und vor allem die sehr geringe Anzahl Abbrüche wie auch die erstmals seit 1996 wieder positive Umbaubilanz führten zur höchsten Nettoproduktion (311) seit 1996. Im Vorjahr beispielsweise betrug die Nettoproduktion nur 208, obwohl die Neubauproduktion mit 372 neuen Logis leicht höher war.

Der Trend zum Bau von grösseren Wohnungen hält an. 31% der Neubauwohnungen weisen mindestens vier Zimmer auf und 34% sind Dreizimmerwohnungen. 32% weisen zwei Zimmer auf. Einzimmerwohnungen (3%) werden deutlich weniger gebaut. Im Umbaubereich zeigt sich die gleiche Tendenz: Bestehender Wohnraum wird durch Dachstockausbauten vergrössert oder kleinere Wohnungen werden zusammengelegt (aus 68 kleineren wurden 46 grössere Logis). Aus allen Umbautätigkeiten wie Dachstockausbauten, Wohnungszusammenlegungen und Umnutzungen resultierten 100 neue oder neuwertige Wohnungen. Dafür wurden 82 Logis aufgehoben, was einen Umbausaldo von 18 ergab. Zusammen mit 58 abgebrochenen Wohnungen ergab sich 2011 eine Nettoproduktion von 311 oder ein Bestand von insgesamt 105 583 Wohnungen im Kanton Basel-Stadt. Die Nettoproduktion 2011 ist die höchste seit 1996, wozu nebst einer hohen Neubauproduktion die geringe Anzahl Abbrüche wesentlich beigetragen hat.

Gut die Hälfte aller 2011 neu erstellten Wohnungen entstand in Kleinbasel. Zahlenmässig am stärksten profitierte das Wohnviertel Kleinhüningen, wo eine Nettoproduktion von 93 Wohnungen eine Erhöhung des Wohnungsbestandes von 7,1% zur Folge hatte. Im laufenden Jahr dagegen wird verstärkt in Grossbasel gebaut.

Quelle: www.statistik-bs.ch (http://www.statistik-bs.ch/thema/umwelt/bau-und-wohnungswesen)

Don Calo
June 14th, 2012, 05:57 PM
Eine kleine, private Liegenschaft im Hegenheimer-Quartier soll für einen Neubau abgerissen werden. Dagegen regt sich Widerstand. Ein symbolischer Widerstand, der aber längst in der Basler Politik angekommen ist. Gleich drei Volksinitiativen wollen bezahlbares Wohnen im Gesetz verankern. Von Yen Duong


Sie müssen weg, die Bewohnerinnen und Bewohner an der Ziegelstrasse 8. «Ihre» Liegenschaft im Hegenheimer-Quartier soll bald einem Neubau mit 30 Wohnungen im Minergie-Standard weichen. Für das Bauvorhaben hat die Grundstücksbesitzerin, die Frutiger AG aus Thun, insgesamt drei Kündigungen ausgesprochen. Nur. Doch diese reichen bereits, um eine Protestwelle auszulösen. Denn das Thema ist heikel. Es geht um Stadtentwicklung. Um Aufwertung. Um Verdrängung. Um die Vernichtung von günstigem Wohnraum.

Bis am 15. Juni 2012 müssen die Ziegelstrasse-Anwohner ihre Wohnungen geräumt haben – dann ist Schlüsselübergabe. Ursprünglich hätten sie schon Ende April raus müssen, wie Jürg Wanzenried, Immobilienleiter bei der Frutiger AG, sagt. Als sie dieser Forderung aber nicht nachkamen, habe man sich kulant gezeigt und die Frist bis Mitte Juni verlängert.

Doch umsonst – auch dieses Mal wird nichts passieren: Die Bewohner (wie viele es genau sind, war vor Ort nicht herauszufinden) haben erneut beschlossen, zu bleiben und laden am Tag der eigentlichen Wohnungsübergabe zu einem Brunch ein. Unterstützung erhalten sie von den Wagenburg- und Wasserstrasse-Leuten.

SP will eine Wohn-Stiftung

In einer Solidaritäts-Mitteilung der Wasserstrasse-Bewohner (siehe Hintergrund dieses Artikels), die sich bis heute erfolgreich gegen den geplanten Abriss ihrer Wohnungen im St. Johann gewehrt haben, heisst es: «Die neuen Wohnungen werden kaum bezahlbar sein für die jetzigen Mieter_innen. Auch diese neue Überbauung wird Wohnraum für reiche Leute schaffen. Dies auf Kosten von Leuten mit geringen Einkommen!» Man sei wütend und nicht mehr bereit, das Verschwinden von günstigen Mietwohnungen einfach hinzunehmen, als gäbe es keine Alternativen.

Geht es nach den Wagenburgern, soll die Frutiger AG ihre Forderung zurücknehmen und mit den Bewohnern der Ziegelstrasse 8 eine andere Lösung finden. Dies wird kaum passieren – die Liegenschaft befindet sich schliesslich nicht in Staatsbesitz (diejenigen an der Wasserstrasse schon). Jürg Wanzenried ist über den Widerstand irritiert und hofft nun, dass die Geschichte «vernünftig» beendet werden kann. Will heissen: Sie gehen freiwillig. Ansonsten kommt es zu einer polizeilichen Räumung.

Mehrere Initiativen

Die immer lauter vorgebrachte Forderung nach bezahlbaren Wohnungen dominiert auch die politische Agenda immer mehr. Gleich mehrere Initiativen halten die Basler Regierung auf Trab. Vergangene Woche lancierten SP und Juso das Volksbegehren «Wohnen für alle». Die Sozialdemokraten wollen den gemeinnützigen Wohnungsbau fördern: Der Kanton soll ein Grundkapital von 50 Millionen Franken in eine neue öffentliche Stiftung stecken, die dann Boden kauft und damit günstigen Wohnraum realisiert.

Zu den Grundprizipien der Stiftung soll die Förderung einer sozialen Durchmischung in ihren Liegenschaften gehören. Besondere Rücksicht soll sie auf die finanzielle Situation der Mieter nehmen. Grund für das Volksbegehren: «Wir sind der Meinung, dass die Wohnungsnot in Basel zu einem grossen Problem wird und die Mietpreise steigen werden. Es soll auch in Zukunft bezahlbare Wohnungen geben. So darf es nicht sein, dass der Mietzins nach einer Renovation enorm zunimmt», sagt Tim Cuénod, Mitinitiant des Begehrens.

Mieterschutz versus Marktfreiheit

Eine ähnliche, wenn auch unkonkretere Initiative hat der Mieterverband Basel im September 2011 bereits eingereicht. Das Volksbegehren «Bezahlbares und sicheres Wohnen für alle» verlangt unter anderem, dass der Kanton genossenschaftliche und soziale Wohnungen fördert, den Abbruch von Altbauten nicht den Investoren überlässt und Zonen für bezahlbares Wohnen schafft.

Patrizia Bernasconi, Geschäftsführerin des Mieterverbandes und Basta-Grossrätin, freut sich über die Initiative der SP, obwohl diese in eine ähnliche Richtung wie diejenige ihres Arbeitgebers geht. «Das zeigt, dass wirklich Handlungsbedarf besteht. Es muss endlich etwas passieren – wir sagen seit Jahren, dass günstige Wohnungen geschützt werden müssen. Die Regierung hat zu lange nur auf die Förderung von Wohnungen für gute Steuerzahler fokussiert.» Gar nichts damit anfangen kann hingegen CVP-Präsident Markus Lehmann: «Was ist die Deifinition von günstig? Der Markt muss den Preis bestimmen.»

Und dann gibt es noch die im April 2012 eingereiche Bodeninitiative der Stiftungen Habitat und Edith Maryon. Diese will, dass der Kanton nur Land verkauft, wenn er dafür gleichwertigen Ersatz sichert. Zudem fordert sie den Kanton dazu auf, in den gemeinnützigen, familienfreundlichen und umweltschonenden Wohnungsbau zu investieren.

Wohnraumförderungsgesetz bis September

Die Regierung ihrerseits arbeitet derzeit an einem Wohnraumförderungsgesetz. Viel Kritik musste das Präsidialdepartement von Guy Morin in der Vernehmlassung letztes Jahr dafür einstecken. Dies, weil das neue Gesetz die Bewilligungspflicht für vollständige und teilweise Abbrüche von Wohnraum aufheben will. Bürgerliche und Wirtschaftsverbände kritisierten wiederum, dass das Wohnraumförderungssetz zu sozial angehaucht sei.

Laut Melanie Imhof, Sprecherin des Präsidialdepartements, soll die Regierungsvorlage bis Mitte September 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Eine emotionale Debatte im Grossen Rat über die Zukunft der Basler Wohnstrategie ist vorprogrammiert – unabhängig davon, wie die Machtverhältnisse dort nach dem Gesamterneuerungswahlen im Oktober aussehen werden.


Quelle: www.tageswoche.ch (http://www.tageswoche.ch/de/2012_23/basel/430581/alles-dreht-sich-um-guenstigen-wohnraum.htm)
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Es ist schon gut wenn darauf hingewiesen wird, wenn günstiger Wohnunraum verschwindet, aber dies zu dramatisieren bringt auch nichts, es gibt immer noch günstigen Wohnraum in Basel. Aber es stimmt schon der Fokus lang in der Vergangenheit vielleicht etwas zu sehr beim hochwertigen Wohnungsbau, aber genaus dies hat Basel auch gefehlt. Nun muss die Situation neu bewertet werden und schauen ob man den günstigen Wohnungsbau nicht mehr födern muss, an Ideen mangelt es bekanntlich nicht. Aber das andere Segment darf trotzdem nicht vergessen werden. Es braucht halt beides.

hausmeister
August 21st, 2012, 11:50 AM
Stand 1.6.2012:

Die Zahl der Leerwohnungen ist im Kanton Basel-Stadt von 522 auf 500 leicht zurückgegangen. Die Leerwohnungsquote – der Anteil leerer Wohnungen am gesamten Wohnungsbestand – liegt unverändert bei 0,5%.

Der seit rund fünf Jahren anhaltende Rückgang der Leerstandsquote im Stadtkanton hat sich abgeschwächt, obschon die Bevölkerungszahl in den vergangenen zwölf Monaten wiederum um rund 1'000 Personen zugenommen hat. Die Nachfrage nach neuem Wohnraum konnte vom Wohnungszuwachs praktisch aufgefangen werden, weil die Nettoproduktion an neuen Wohnungen seit der letzten Leerstandserhebung mit rund 500 Einheiten überdurchschnittlich hoch war.

(Quelle: Statistisches Amt (http://www.statistik-bs.ch/medien/medienmitteilungen/leerstand))

Ich bin aber nach wie vor überzeugt, dass der Druck auf die Wohnungen gross ist. 500 leer stehende Wohnungen sind sehr wenig und einige davon werden wohl nicht ohne Grund leer stehen, dh viel weniger Leerstand wird es kaum geben... Mit anderen Worten: Die Bevölkerungszunahme wäre mit mehr neuen Wohnungen wohl auch höher ausgefallen. Stattdessen nahmen wohl eher die Mietpreise zu.

hausmeister
September 27th, 2012, 11:56 AM
Aus dem Baz-Blog "Unsere kleine Stadt" (http://blog.bazonline.ch/unserekleinestadt/index.php/975/basel-droht-wohnungsnot/)

Basel droht Wohnungsnot

Es ist Zeit, dass sich der Basler Wahlkampf auf wirklich wichtige Themen besinnt. Letzte Woche war an dieser Stelle von der neuen Einwanderung die Rede. Und von den Chancen, die aus der wachsenden Anziehungskraft unserer Stadt resultieren. Aber es gibt auch Risiken und Nebenwirkungen. Dazu gehört die drohende Wohnungsnot.

Diese öffnet der Immobilien-Spekulation Tür und Tor. Sie betrifft deshalb alle. In Zürich können wir beobachten, wie die Mieten wegen Raumknappheit jährlich um mehrere Prozentpunkte steigen. Wohnungssuche ist dort längst zum Kampfsport mutiert. Viele können sich die Stadt nicht mehr leisten. In zynischer Weise profitiert Zürich sogar finanziell davon, weil eine wachsende Zahl Sozialhilfebezüger in günstigere Gemeinden verdrängt werden. Zurück bleibt eine Wohlstands-Wüste.

Zürich hat immerhin noch Landreserven, um zu reagieren. Der dortige Stadtrat plant zehntausende neue Wohnungen. In Basel ist die Situation düster. Die «Kantonale Strategie zur Wohnraumentwicklung» sieht «etwa 4400 neue Wohnungen» in zehn Jahren vor. Je zur Hälfte soll das Ziel auf neu zu bebauenden Flächen und durch Verdichtung in bestehenden Quartieren erreicht werden. Mit anderen Worten: Im Vergleich zu heute ändert sich nichts. Denn es entstehen auch jetzt schon jährlich 400-500 neue Wohneinheiten.

Das ist viel zu wenig, und der Regierungsrat weiss es. Er sieht sich in einer Zwangslage. Der Kompromiss mit den Familiengärtnern lässt scheinbar keinen Raum für zusätzliche Neubaugebiete. Der Wahlkampf verlief bisher so, als ob es dieses Dilemma nicht gäbe. Dabei ist die Lösung der Wohnungsfrage für Basel vital. Nicht nur wegen der drohenden Not, sondern auch um Steuerzahler zu halten. Es geht ums Überleben des Standorts.

Eine Option ist die stärkere Verdichtung im Bestand. Diese ist aber für die Bevölkerung nur dann ein Qualitätsgewinn, wenn in der Umgebung mehr Strassen, Plätze und Höfe begrünt und kinderfreundlich gestaltet werden. Und wenn sich das Angebot des öffentlichen Verkehrs, für Velos und Fussgänger stark verbessert.

Die Beschleunigung und Verdichtung der Dreispitz-Überbauung oder das Projekt «Rheinhattan» rücken so in Reichweite. Gegen diese Entwicklung regt sich natürlich Opposition, wie bei jeder Veränderung. Doch wie stellen sich die Parteien dazu? Welche Strategie schlagen sie vor, um die Anliegen der Opposition zu verstehen und einzubeziehen?

In Basels Norden droht eine neue Polarisierung wie rund um die Familiengärten – und in der Folge der Stillstand. Um der wirtschaftlichen Dynamik gerecht zu werden, braucht es deutlich mutigere Eingriffe der Planung, als Viele wahrhaben wollen. Oder – als Alternative – ein Verzicht auf Entwicklung. Wer was will, sollte sich im Wahlkampf zeigen.

Genau so sehe ich das auch. Stadtentwicklung ist komplex und sollte sorgfältig durchdacht sein. Zu befriedigenden Lösungen führen vor allem Dialoge. Polemik hingegen ist zu kurzsichtig. Genau deshalb erwarte ich von einer Zeitung - welche in einem gewissen Masse Leute beeinflussen kann und deshalb eine gewisse Verantwortung tragen müsste - dass sie Gefahren zwar anspricht und aufzeigt, jedoch vermeiden sollte, dass das Thema zum Politikum wird und so letztlich an den wirklichen Bedürfnissen vorbeidiskutiert wird.

curious.sle
September 27th, 2012, 02:55 PM
<polemik> Wieso? Ich finde auch es sollten Ökoschrebergärten für entstehen am ehemaligen Hafen. Am besten nur per Los zu erhalten auf dem Sozialamt damit die richtigen was erhalten.</polemik>

(! Natürlich grotesk überzeichnet und in keiner Weise mache ich den Wert der Meinung von jemandem fest an dessen Herkunft, politischer Gesinnung oder Jahreseinkommen.)

Onyx2012
October 7th, 2012, 04:25 PM
Ich bin ein Ost-Aargauer und jobmässig 15 Jahre auf Zürich fokussiert gewesen. In der Freizeit war ich früher oft in Basel und habe auch mal ein paar Monate in einer WG gewohnt und kenne Basel daher bisschen.

Nun habe ich einen neuen Job in Basel in der Nähe des Hauptbahnhofes. Ich suche mir eine Wohnung in der Stadt da ich aktuell 4 Std pro Tag mit ÖV pendle und mir das mittelfristig zuviel wird. Das Wohnungsangebot ist in der Stadt echt dürftig. Es hat nur Altbauten mit tiefem Ausbau-Standard, neuwertige Wohnungen kann man an einer Hand abzählen. Da hat es bestenfalls ältere Wohnungen mit "sanfter" Renovation aber die Küche sieht noch aus wie von meiner Grossmutter. Keinen Lift, keine eigene WM und Tumbler, nichts. Suche ca. 80-100 qm an einigermassen zentraler Lage und würde bis Brutto CHF 2'600 bezahlen. Mir graut es jetzt schon wenn ich da über Wochen x Stunden investieren muss um eine passende Wohnung zu finden die dann massenhaft Bewerber hat. Ist es denn so dass man schöne, neuwertige Wohnungen nur unter der Hand bekommt wie in der Stadt Zürich? Schlussendlich werde ich dann irgendwo in der Agglo Rheinfelden und Co. landen? Einige finden Altbau vielleicht stillvoll aber nicht jeder möchte so wohnen. Hohe Steuern und KK-Prämien sind schon negativ aber wenn man keine schöne Wohnung findet, dann zieht man erst recht nicht um. Basel-Stadt hat da echt einen Nachholbedarf!

Falls jemand einen guten Tip hat, wäre ich äusserst dankbar.

curious.sle
October 7th, 2012, 04:40 PM
^^

höre ich immer wieder - auch im Bezug auf Büroräumlichkeiten. Ich denke Initiativen wie die Hafeninseln und viele kleinere sind dringend notwendig und können gar nicht grosszügig genug dimensioniert werden. (meine Meinung)


Falls jemand einen guten Tip hat, wäre ich äusserst dankbar.

Falls Riehen ok ist hätte ich was :-) - ist aber noch in Bau. PN bei Interesse.

trauch
October 7th, 2012, 06:32 PM
Schlussendlich werde ich dann irgendwo in der Agglo Rheinfelden und Co. landen?

Oh ja :)

suburbansky
October 8th, 2012, 09:09 AM
Ich bin ein Ost-Aargauer und jobmässig 15 Jahre auf Zürich fokussiert gewesen. In der Freizeit war ich früher oft in Basel und habe auch mal ein paar Monate in einer WG gewohnt und kenne Basel daher bisschen.

Nun habe ich einen neuen Job in Basel in der Nähe des Hauptbahnhofes. Ich suche mir eine Wohnung in der Stadt da ich aktuell 4 Std pro Tag mit ÖV pendle und mir das mittelfristig zuviel wird. Das Wohnungsangebot ist in der Stadt echt dürftig. Es hat nur Altbauten mit tiefem Ausbau-Standard, neuwertige Wohnungen kann man an einer Hand abzählen. Da hat es bestenfalls ältere Wohnungen mit "sanfter" Renovation aber die Küche sieht noch aus wie von meiner Grossmutter. Keinen Lift, keine eigene WM und Tumbler, nichts. Suche ca. 80-100 qm an einigermassen zentraler Lage und würde bis Brutto CHF 2'600 bezahlen. Mir graut es jetzt schon wenn ich da über Wochen x Stunden investieren muss um eine passende Wohnung zu finden die dann massenhaft Bewerber hat. Ist es denn so dass man schöne, neuwertige Wohnungen nur unter der Hand bekommt wie in der Stadt Zürich? Schlussendlich werde ich dann irgendwo in der Agglo Rheinfelden und Co. landen? Einige finden Altbau vielleicht stillvoll aber nicht jeder möchte so wohnen. Hohe Steuern und KK-Prämien sind schon negativ aber wenn man keine schöne Wohnung findet, dann zieht man erst recht nicht um. Basel-Stadt hat da echt einen Nachholbedarf!

Falls jemand einen guten Tip hat, wäre ich äusserst dankbar.

Das ist halt einfach so in einer Stadt die ihre markantesten Entwicklungsschübe im Mittelalter und im 19. Jahrhundert erfahren hat; selbiges gilt für Zürich, wobei dort dank den Eingemeindungen von 1890 und 1930 noch etwas mehr Bauland zur Verfügung steht. Man kann nicht (und soll auch nicht) alles Alte einfach abreissen.

Und wenn neue Wohnungen erstellt werden, werden die halt oft als Eigentumswohnungen verkauft, und eher nicht vermietet.

Don Calo
October 8th, 2012, 06:45 PM
Falls jemand einen guten Tip hat, wäre ich äusserst dankbar.

Einen Tipp habe ich zwar nicht gerade, aber wie schon suburbansky bemerkt hat, hat es in der Stadt nicht mehr soviel platz für neues. Deshalb würde ich dir raten, auch im Bezirk Arlesheim zu suchen, in Allschwill gibt es zum Beispiel relativ viele neue Wohnungen, von dort ist es auch nicht weit ins Zenturm oder eben zum Bahnhof. Es werden jedoch auch vermehrt 60er Jahre bauten saniert, welche durchaus interessant sein können, wie z.B. das Hochhaus Hechtliacker 44 (http://www.hechtliacker.ch/), dort ist allerdings nur noch eine 2.5 Zimmer Wohnung zu haben. Im neuen Markthalle-Turm (http://www.markthalle-basel.ch/mieten/wohnen-im-tower/ausstattungvisualisierungen/) gleich beim Bahnhof hat es noch wenige Wohnungen, welche jedoch natürlich relativ teuer sind, für die Lage jedoch ganz ok. Das du neue Wohnungen nur unter der Hand bekommst wäre mir jedoch neu, wenn du ein bisschen Geduld hast wirst du in der näheren Umgebung sicher etwas neuwertiges finden. Hier (http://www.homegate.ch/mieten/104088180?a=default&l=default) habe ich noch was gefunden auf, zwar nicht brandneu, aber mit allem Komfort, und in der nähe des Bahnhof.

Don Calo
January 17th, 2013, 05:04 PM
Im Kanton Basel-Stadt wurden im vergangenen Jahr 268 Neubauwohnungen erstellt. Die Wohnungsproduktion war damit erwartungsgemäss geringer als im Vorjahr (351). Dies geht aus der Wohnbaustatistik des Statistischen Amtes hervor.

http://i181.photobucket.com/albums/x251/face_photo_2007/Statistics/StatistikWohnungsbauBasel2012.png

Nach 351 Neubauwohnungen im Vorjahr gelangten 2012 im Kanton Basel-Stadt 268 neue Logis auf den Wohnungsmarkt. Zum Ergebnis massgeblich beigetragen haben zwei grössere Überbauungen in Grossbasel (Seniorenresidenz Südpark und Markthalle-Tower). Auf diese zwei Grossprojekte entfiel gut die Hälfte aller neu erstellten Wohnungen. In der Bauphase befinden sich zurzeit fast 500 Logis, darunter drei grössere Überbauungen mit jeweils 80 bis 100 Wohnungen (Altersresidenz City-Gate, Residenz Lautengarten und Überbauung Riva auf dem Areal des ehemaligen Kinderspitals). Mit dem Bezug der letzteren beiden ist voraussichtlich 2014 zu rechnen, so dass die Zahl der jährlich ausgewiesenen Neubauwohnungen im eben begonnenen Jahr nochmals etwas zurückgehen dürfte. Die mittelfristige Wohnungsproduktion ist darüber hinaus sichergestellt durch 100 bereits baubewilligte und weitere 600 zum Bau beantragte Wohnungen.

37% der Neubauwohnungen aus dem Jahr 2012 weisen zwei Zimmer auf. Bei 33% handelt es sich um Dreizimmer- und bei 15% um Vierzimmerwohnungen. Der Anteil der neu erstellten Zweizimmerwohnungen ist im Vergleich zum gesamten Wohnungsbestand sehr hoch (37% gegenüber 23%). Begründet ist dies in der hohen Zahl von Zweizimmerwohnungen in der Seniorenresidenz Südpark. Nach Kantonsteilen strukturiert blieb für einmal die Produktion in Kleinbasel mit nur gerade 2 Neubauwohnungen gering. 81% der neu erstellten Logis entfielen auf Grossbasel und 18% auf Riehen. Bei 90% der Neubauwohnungen handelt es sich um Mietobjekte, der Rest entfällt auf Stockwerk- oder Gebäudeeigentum. Gut 38% der Neubauwohnungen wurden von einem Unternehmen des öffentlichen Rechts (SBB) erstellt, jeweils um 22% von Firmen aus dem Immobilienbereich bzw. von Banken/Versicherungen (inkl. Vorsorgestiftungen). Bei 8% zeichneten Privatpersonen, bei 7% Stiftungen/Kirchgemeinden und bei knapp 2% schliesslich sonstige private Unternehmen als Bauherren. Aus allen Umbautätigkeiten wie Dachstockausbauten, Wohnungszusammenlegungen und Umnutzungen resultierten 154 neue oder neuwertige Wohnungen. Dafür wurden 126 Logis aufgehoben, was einen Umbausaldo von 28 ergab. Zusammen mit 26 abgebrochenen und 268 neu erstellten Wohnungen resultierte somit 2012 eine Nettoproduktion von 270 oder ein Bestand von insgesamt 105 853 Logis im Kanton Basel-Stadt. Die Nettoproduktion fiel 2012 zwar tiefer aus als im Vorjahr, im langjährigen Vergleich ist sie aber immer noch überdurchschnittlich, wozu die geringe Anzahl Abbrüche und der positive Umbausaldo wesentlich beigetragen haben. Zahlenmässig am stärksten profitierte das Wohnviertel Gundeldingen, wo eine Nettoproduktion von 126 Wohnungen eine Erhöhung des Wohnungsbestandes um 1,2% zur Folge hatte.

Quelle. www.statistik-bs.ch
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Hier sehen wir wieder, dass nicht gerade viele neue Wohnungen auf den Markt kommen. Um weiterhin jedes Jahr ca. 1000 neue Einwohner in Basel zu zählen sollten zusätzliche Anstrengungen unternommen werden.

hausmeister
January 17th, 2013, 05:42 PM
^^ Gemäss BfS hatten Baselland (0.44%) und Basel-Stadt (0.46%) per Juni 12 nach Genf schweizweit die tiefsten Leerstandquoten!

trauch
January 17th, 2013, 05:48 PM
^^ Gemäss BfS hatten Baselland (0.44%) und Basel-Stadt (0.46%) per Juni 12 nach Genf schweizweit die tiefsten Leerstandquoten!

Zu ergänzen ist: Basel tut etwas dagegen, wenn auch wahnsinnig langsam. Baselland: ... naja... mir wei luege... buffffffffffffff...

Don Calo
January 17th, 2013, 09:54 PM
Zu ergänzen ist: Basel tut etwas dagegen, wenn auch wahnsinnig langsam. Baselland: ... naja... mir wei luege... buffffffffffffff...

Ja da hast du natürlich auch recht, in Baselland sieht man (noch) keinen Handlungsbedarf. Der Markt in Basel könnte meiner Einschätzung gut 500 neue Wohnungen im Jahr aufnehmen, denn die Nachfrage ist da, den Trend zurück in die Stadt zuammen mit einem Bevölkerungswachstum treibt die Nachfrage an. Denn viele zügeln nicht in die Stadt weil sie keine passenden Wohnung finden (Miete und Eigentum). Aber immerhin wurde dies in Basel erkannt und man hat nun einige Entwicklungsgebiete wo relativ viel Potential für zusätzlichen Wohnraum bietet. Deshalb dürfen z.B im 3Land auch keine 0815 5 stöckigen Häuser entstehen, sondern ein dichtes Quartier mit Wohnhochäusern auf der Klybeckinsel, so kann auch die Zersiedelung eingedämmt werden.

Don Calo
April 8th, 2013, 07:33 PM
Interview mit Beat Leuthardt

Beat Leuthardt ist keiner, der klein beigibt. Er verhandelt hartnäckig und argumentiert scharf – einst als Journalist, heute als Co-Geschäftsleiter des Basler Mieterverbands. Von Yen Duong und Matthias Oppliger


Er hat gerne die Kontrolle über *alles – auch über fragende Journalisten und knipsende Fotografen. Beat Leuthardt ist misstrauisch *ge*worden in seinem langen Kampf *gegen die *Ungerechtigkeit in der Welt. Ob pro*fitgierige Immobilien*besitzer oder mächtige Obrigkeiten, Leuthardt scheut keinen Feind. Der Co-Geschäftsleiter des Basler Mieterinnen- und Mieterverband (MV Basel) formuliert gewählt und vertritt seine *Anliegen kompromisslos. Er ist kein angenehmer Verhandlungspartner. Ein Auszug aus dem grossen Interview (zu lesen in der gedruckten Ausgabe vom 5. April oder hier).

Sie mussten bestimmt lange nach einer Wohnung suchen. Wer Ihnen eine Wohnung *vermietet, holt sich schliesslich den Ärger direkt ins Haus.

Nein, gar nicht. Auf dem Arbeitsweg verteilte ich Flugblätter. Eine ältere Dame bot mir dann eine mit Sperrmüll übersäte Bruchbude am Blumenrain an. Die Lage war aber so genial, dass ich die Wohnung unbedingt wollte und einiges selber renovierte. Sie ist auch heute noch nicht in einem sehr guten Zustand und deshalb dank Eigen*investitionen bezahlbar.

Sie hegen also keine Umzugs*pläne?

Zum Glück nicht. Müsste ich suchen, wäre es verheerend. Die Situation auf dem Basler Wohnungsmarkt ist schwierig. Das zeigt allein schon die *Tatsache, dass der MV Basel mittlerweile 10 000 Mitglieder hat. Wir wachsen seit 15 Jahren kontinuierlich, obwohl wir das nicht anstreben. Uns wäre es lieber, wir könnten uns überflüssig machen – und es würde keine Mietprobleme geben.

Das bleibt wohl eine Illusion. Zumindest ist die Wohnungs*situation in Basel nicht so *dramatisch wie zum Beispiel in Zürich.

Keineswegs. Sogar von offizieller Seite wird heute anerkannt, dass Wohnungsnot herrscht in Basel. Die Regierung hat dies über Jahre hinweg be*stritten. Der Leerwohnungsbestand liegt mittlerweile bei 0,46 Prozent. Das ist dramatisch und bedeutet, dass es praktisch *keine leere Wohnung mehr gibt und die *Wohnungen nur noch unter der Hand weggehen.

Bedeutet denn die Wohnungs*suche ein grosses Problem für Ihre Mitglieder?

Die Wohnungssuche ist immer ein grosses Thema. Gerade heute hat der breite Mittelstand grosse Probleme, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Dies nicht zuletzt auch dann, wenn Wohnungen aufgrund von Sanierungen überteuert sind. Hinzu kommt ein neues Phänomen: Mieter, die sich gerade in einer schwierigen *Lebenslage befinden. Früher hat man Leute, die ihren Job verloren hatten oder das Geld für den Mietzins nur mühsam aufbringen konnten, eher noch behalten. Heute agieren viele Vermieter skrupellos und sprechen Kündigungen aus. Man will offenbar nur noch nette und adrette Mieter haben. Vor vier Jahren hatten wir vielleicht *jeden dritten Monat jemanden bei uns, dem es wirklich schlecht ging. Inzwischen gibt es solche Fälle wöchentlich.

Das heisst, Sie halten den *Mieterschutz für ungenügend?

Das Problem ist, dass es keinen *Kündigungsschutz gibt, der diesen Namen verdient. Das ist ein Skandal erster Güte. In Deutschland stehen ältere Menschen und langjährige Mietparteien immerhin unter Kündigungsschutz, hier ist es härter. Man kann 90 Jahre alt und noch ordentlich fit sein – und trotzdem aus der Wohnung geworfen werden.

«Sogar von offizieller Seite wird anerkannt, dass Wohnungsnot herrscht in Basel.»

Wo wurden in der Wohn*ungs*politik in der *Ver*gangenheit die grössten *Fehler gemacht?

Die Basler Regierung legte mit ihrer Wohnraumpolitik lange den Fokus auf sogenannte gute Steuerzahler. In den letzten drei Jahren ging es nicht zuletzt wegen vereinzelter Regierungsmitglieder und auch wegen Stadtentwickler Thomas Kessler in eine andere Richtung. So brachte die Regierung mit ihrem Wohnraum*fördergesetz zum Ausdruck, dass Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten geschaffen werden soll. Das nehmen wir ernst. Das Wohnraumfördergesetz ist ja der Gegenvorschlag zu unserer Verfassungs*initiative «Bezahlbares und sicheres Wohnen für alle!» …

… ein Gegenvorschlag, den Sie aber für un*genügend halten.

Genau, das Wohnraumfördergesetz genügt uns nicht. Dass die Regierung auf Druck des Genossenschafts**dach*verbandes und von uns Genossenschaftswohnungen stärker fördern will, ist positiv. Es reicht aber nicht – weder für den Mittelstand noch für die sozial Benachteiligten, die sich die relativ teuren Genossenschaftsscheine nicht leisten können. Hier kommt nichts von der Regierung.

Ein Rückzug der Initiative kommt für Sie also unter keinen Umständen infrage?

Auf keinen Fall. Schon nur wegen der geplanten faktischen Abschaffung des Gesetzes über Abbruch und Zweckentfremdung gehen wir auf die Barrikaden. Es kann doch nicht sein, dass ein Spekulant ohne gesetzliche Hürde aus älteren Wohnungen Luxuswohnungen machen kann. Dieses Gesetz ist ein Grundpfeiler des sozialen Rechtsstaats und muss zwingend erhalten bleiben.


Beat Leuthardt
Der Jurist Beat Leuthardt begann 1978 als freiwilliger Rechts*berater beim Basler Mieterinnen- und Mieterverband (MV Basel). Seit 1998 ist er Co-Geschäftsleiter und Leiter der Rechtsabteilung. Vor seiner Tätigkeit beim MV Basel war er Journalist. Unter anderem war der 56-Jährige für die «Basler AZ», die «Wochenzeitung» und den *«Tages-Anzeiger» tätig. Beat Leuthardt lebt mit Patrizia Bernasconi zusammen, die Geschäftsleiterin des MV Basel und BastA!-Grossrätin ist. Leuthardt ist Mitglied derselben Partei.

Quelle: tageswoche (http://www.tageswoche.ch/de/2013_14/basel/529502/man-will-nur-noch-adrette-mieter.htm) 07.04.2013

hausmeister
April 16th, 2013, 03:51 PM
Quelle: baublatt 11.04.2013

Basel könnte noch mehr wachsen

Wer in Basel in eigenen vier Wänden wohnen möchte, braucht Geduld. Laut einem Bericht in der "Basler Zeitung" können Bauwillige erst mittel- bis langfristig mit einem grösseren Angebot rechnen. Hauptgrund ist eine vernachlässigte Areal-Entwicklung. Damit geht es Basel ähnlich wie anderen grösseren Schweizer Städten.

Die "Basler Zeitung" (BaZ) stützt sich dabei auch auf die Credit-Suisse-Studie "Immobilienmarkt 2013". In Basel die freien Flächen selten geworden. Dieses räumliche Problem sei auf Grund einer vernachlässigten Areal-Entwicklung entstanden, erklärt dazu Fredy Hasenmaile, Leiter der CS Real Estate Research, gegenüber der BaZ. Die Verunsicherungen der Finanzkrise, auch wenn diese die Schweiz nur geritzt hat, führte dazu, dass seit 2008 zahlreiche Entwicklungsprojekte in den Schubladen verschwunden sind. Hasenmaile konstatiert, dass in Zentren mit politischen Links-Mehrheiten Bauverfahren mehr Zeit benötigen würden. Als Beispiel nennt er Genf. Nirgendwo gebe es derart viele Bauauflagen. Als Folge davon lassen Investoren die Hand von grossen Projekten. Davon profitieren dann allenfalls Gebiete in der Peripherie, was aber dann wieder als Zersiedelung beklagt wird.

Die Peripherie profitiert

Der Bezirk Arlesheim BL hat von der von der geringen Bautätigkeit in Basel profitiert. Zuwanderer aus dem Ausland und aus anderen Kantonen ziehen in die Vorortsgemeinden, weil sie in der Stadt Basel kaum Wohnraum finden. Das hat zu Eigentumspreisen geführt, die sich nur noch wenig vom baselstädtischen Niveau unterscheiden. Angesichts des günstigen Zinsumfeldes und trotz des ausgetrockneten Marktes ist gemäss Hasenmaile der Zeitpunkt zum Bauen jetzt günstig, zum Beispiel in Kombination mit einer Festhypothek von sieben bis zwölf Jahren. Eine Preiskorrektur sei erst in zwei bis drei Jahren zu erwarten. Sie dürfte aber für Basel nicht stark ausfallen. Mit einer Leerwohnungsziffer von 0,46 Prozent liegt Basel tiefer als der Schweizer Durchschnitt.

...

trauch
April 16th, 2013, 06:33 PM
Wohnungen für 1000 Personen auf dem Areal des Felix-Platter-Spitals
Die Immobilien Basel-Stadt wollen auf dem Areal des Felix-Platter-Spitals zwischen 400 und 450 Wohnungen bauen. Je nach Haushaltsgrösse könnten dort künftig bis 1000 neue Einwohner leben.

Es ist eines der grössten Wohnbauprojekte, die in Basel in den nächsten Jahren realisiert werden: Auf dem 5,3 Hektare grossen Areal des Felix-Platter-Spitals sollen neben einem neuen Spital für Altersmedizin auch Wohnungen entstehen. Viele Wohnungen, wie am Dienstag am Rande der Medienkonferenz zum Spitalneubau bekannt wurde: Auf einer Bruttogeschossfläche von 60 000 Quadratmetern können zwischen 400 und 450 Wohnungen erstellt werden, sagt Christian Mehlisch, Leiter Verwaltungsvermögen bei Immobilien Basel-Stadt (IBS). Je nach Haushaltsgrösse werden auf dem Areal künftig demnach 800 bis 1000 neue Einwohner leben.

Die Pläne für eine Überbauung sind noch sehr vage. In rund einem Jahr soll ein Konzept für die Arealentwicklung stehen, informiert Mehlisch. Da das Spitalareal für eine Wohnnutzung umgezont werden muss, ist ein Entscheid des Grossen Rates nötig. «Erst wenn 2018 das Spital bezogen wird, kann eine Umnutzung oder ein Abbruch von Bauten auf dem Areal in Angriff zu nehmen», sagt Mehlisch. Denn: Zahlreiche Bauten - unter anderem das in den 1960er-Jahren erstellte heutige Hauptgebäude - sind im kantonalen Inventar schützenswerter Bauten aufgelistet. Bei IBS macht man sich deshalb Gedanken, wie dieses und andere bestehende Gebäude in die Arealentwicklung eingezogen werden können. Denkbar ist, im Spitalhauptbau, der 2018 aufgegeben wird, ein Quartierzentrum einzurichten.

Quelle: http://www.basellandschaftlichezeitung.ch/basel/basel-stadt/wohnungen-fuer-1000-personen-auf-dem-areal-des-felix-platter-spitals-126405864
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Sehr gut! Aber ein Quartierzentrum mit 8 Stockwerken???

fritz_kaktus
April 18th, 2013, 09:15 AM
Irgendwie ist das hier das falsche Forum für Politdiskussionen... Warum hängt Ihr Euch mit dieser Diskussion nicht irgendwo bei SP, BastA oder so ein? Hier geht es um Hochhäuser und da sind die Linksgrünen ja meist dagegen. Mitverantwortlich sein für Wohnungsnot, (Zitat "Hasenmaile konstatiert, dass in Zentren mit politischen Links-Mehrheiten Bauverfahren mehr Zeit benötigen würden. Als Beispiel nennt er Genf.") aber dann klagen. Aber dieses Verhalten bringt halt Wählerstimmen...

trauch
April 18th, 2013, 09:47 AM
Irgendwie ist das hier das falsche Forum für Politdiskussionen... Warum hängt Ihr Euch mit dieser Diskussion nicht irgendwo bei SP, BastA oder so ein? Hier geht es um Hochhäuser und da sind die Linksgrünen ja meist dagegen. Mitverantwortlich sein für Wohnungsnot, (Zitat "Hasenmaile konstatiert, dass in Zentren mit politischen Links-Mehrheiten Bauverfahren mehr Zeit benötigen würden. Als Beispiel nennt er Genf.") aber dann klagen. Aber dieses Verhalten bringt halt Wählerstimmen...

Ich verstehe jetzt deinen post nicht, was willst du damit sagen? Dass wir hier nciht darüber diskutieren sollen?

hausmeister
April 19th, 2013, 03:37 PM
Ich hoffe damit keine linke Politdiskussion über Nicht-Hochhäuser anzustossen...

Quelle: baublatt 18.4.13

Wohnungsboom in Basel?

Basels Wohnungsbau scheint zu boomen. Dies ergab eine Recherche der Basellandschaftlichen Zeitung: Mindestens 850 Wohnungen seien im Bau und 7000 geplant, heisst es in einem Artikel der heutigen Ausgabe.

Der Artikel listet die 25 grössten Bauprojekte auf und teilt sie in die Stati "im Bau", "in Findungs-/Ideenphase" sowie "in Projektierung" ein. - Ausgangsmaterial bildeten innoffizielle Zahlen der Fachstelle Stadtwohnen, des Präsidialamts Basel-Stadtd sowie eigene Berechnungen und Recherchen der Zeitung.

Als im Bau befindlich werden vergleichsweise eher kleinere Überbauungen aufgelistet: Wohnen im Lautengarten mit 95 Wohneungen, die Schorenstadt mit 65 Wohnungen, das Projekt "Riva" auf dem alten Areal des Kinderspitals mit 86 Wohnungen sowie die Baufelder E bis G der künftigen Erlenmatt-Siedlung mit insgesamt 576 Wohnungen.

In der Ideen-Findungsphase ist laut der Zeitung etwa die Stadtrandentwicklung Ost mit zirka tausend Wohnungen, weitere rund 880 Wohnungen diverser kleinerer Projekte werden ebenfalls unter diesem Status vermerkt.

Das grösste der aufgelisteten Projekte sind 4000 Wohnungen auf dem auf dem Hafenareal um Südquai- und Grenzstrasse, sie befinden sich in der Projektierungsphase und sind laut der Zeitung aber noch nicht gesetzt. Zusätzlich sind in dieser Rubrik noch weitere über 1300 Wohnungen aufgeführt.

Nichts gesagt werde aber Grösse, Qualität und Preisklasse künftigen Wohnungen, heisst es im Artikel.

Ok, das sind keine wirklichen Neuigkeiten. Interessant wäre der besagte Artikel aus der bz dennoch (online habe ich den leider nicht gefunden). Hat jemand die Printausgabe und einen Scanner?

hausmeister
May 7th, 2013, 01:14 PM
Quelle: bazonline 7.5.2013 (http://bazonline.ch/basel/stadt/Ein-Stockwerk-koennte-die-Wohnungsnot-beenden/story/17334033)
Ein Stockwerk könnte die Wohnungsnot beenden


Würde man besehende Häuser aufstocken, könnte Platz für zusätzlich 25 391 Personen geschaffen werden. Was in der Theorie einfach klingt, lässt sich aber nur sehr schwer umsetzten.

Pro Haus ein Stockwerk mehr – und das Wohnungsproblem in Basel wäre gelöst. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie zur Verdichtung der städtischen Wohnbevölkerung, die im Auftrag des Schweizerischen Gewerbeverbands im vergangenen Jahr durchgeführt wurde. Ihr Ergebnis: Würde in all jenen Quartieren, in denen bereits jetzt vierstöckig gebaut werden darf, auf *jedes Haus ein zusätzliches Stockwerk gesetzt, könnte damit laut den Studienautoren Wohnraum für 25 391 Personen geschaffen werden.

Ein Plan, der sich simpel anhört. Warum ist man denn nicht früher auf diese Idee gekommen? Ist man. Bereits vor 17 Jahren, als der Zonenplan zum letzten Mal revidiert und viele Gebiete in der Stadt Basel aufgezont wurden. Viel geschehen ist seither nicht. «Wie die letzten Jahrzehnte zeigen, werden kleinteilige Geschossbaureserven und überbaubare Freiflächen nur teilweise und schrittweise ausgenutzt», sagt Rainer Volman, Projektleiter der Zonenplan*revision beim Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt. Pro Jahrzehnt würden etwa acht Prozent des eigentlichen Ausbaupotenzials genutzt.

Eigentümer wollen nicht

Dort liegt laut Volman auch der Knackpunkt der Idee – den auch die *Autoren der Studie bereits festgestellt haben: Sie hört sich in der Theorie gut an, ist in der Praxis aber nicht realisierbar. «Eine flächendeckende Aufzonung führt nicht automatisch im gleichen Ausmass zu mehr Wohnungen und mehr Einwohnern», sagt der Stadtplaner Volman. In den weniger dicht bebauten Quartieren, wo viele Ausbaureserven bestehen würden, dominieren laut Volman sehr schmale Parzellen mit Reiheneinfamilienhäusern das Bild. Die Parzellengrösse mache dort einen Wechsel zu drei- oder viergeschossigen Mehrfamilienhäusern sehr schwierig. Und, was beinahe der grössere Knackpunkt darstellt: Oft wollen das die *Eigentümer auch gar nicht. Oder sie können sich ein solch kostspieliges Bauunterfangen gar nicht leisten.

Dort, wo Aufstockungen von Hausbesitzern und Bewohnern eher akzeptiert wären, also in den dichter bebauten Stadtgebieten, sei in Basel dagegen bereits heute eine sehr hohe Dichte *erreicht. «Dort ist aufgrund der Mindestbelichtungsstandards für Wohnungen häufig gar keine Aufstockung mehr möglich», so Volman. Und wo tatsächlich ein weiteres Stockwerk auf ein *bestehendes Haus gesetzt wird oder ein höherer Neubau ein altes Gebäude ersetzt, würden trotz zusätzlichen Stockwerken gar nicht unbedingt mehr Wohnungen entstehen.

Mehr Wohnfläche pro Person

Wo Verdichtung angestrebt wird, findet oft eine Entdichtung statt. Ein Problem, auf das auch Patrizia Bernasconi, Geschäftsführerin des Mieterverbands Basel-Stadt, aufmerksam macht: «Der Grund dafür ist, dass die Bevölkerung immer mehr Wohnraum beansprucht. Früher wohnten in Basel über 200 000 Personen auf weniger Raum als heute.» 1980 lag die Wohnfläche pro Einwohner noch bei 36 Quadratmetern. Bereits zehn Jahre später lag er bei 39 Quadratmetern und bis ins Jahr 2000 wuchs der Bedarf erneut um vier Quadratmeter pro Kopf an.

Pro Jahrzehnt wäre demnach eine Vergrösserung des Wohnflächenangebots von ungefähr zehn Prozent notwendig, um überhaupt den Bedarf der bereits in der Stadt lebenden Menschen zu decken. Verdichtet ist damit noch gar nichts. «Es ist eine Scheinverdichtung, wenn aufgestockt wird, aber dabei nicht mehr, sondern nur grössere Wohnungen entstehen. Eine Loftwohnung im fünften Stock ist für mich keine Verdichtung», sagt Patrizia Bernasconi.

Dass mehr Wohnraum geschaffen werden muss, steht jedoch ausser Frage. Nach Jahrzehnten der Stadtflucht findet mittlerweile schweizweit wieder eine Rückwanderung statt. Laut den neuesten Prognosen wird die Basler Bevöl*kerung bis ins Jahr 2030 um rund 9000 Personen anwachsen. «Unsere Planung setzt aber auf räumlich differenzierte Instrumente und nicht auf eine stadtweite Aufzonung auf Vorrat», sagt Stadtplaner Rainer Volman.

Wohnqualität muss bleiben

Das Credo heisst: Verdichten ja, aber nicht auf Kosten der Wohnqualität. Wenn ein Hausbesitzer höher bauen will, würden allfällige Umzonungen im Einzelfall abgeklärt. Es sei schliesslich wenig gewonnen, wenn ein Hausbesitzer in einer Strasse mit zweigeschossigen Häusern vier oder fünf Geschosse baut und das Gebäude dann jahrzehntelang wie ein einzelner Zahn in die Landschaft rage. «Damit wird nur das Strassenbild zerstört.»

Dieses Argument wirft auch der Leiter der Denkmalpflege, Daniel Schneller, in den Raum. In Schutzzonen wie der Altstadt sind Aufstockungen oder höhere Ersatzbauten aufgrund der derzeitigen Zonenbestimmungen zwar gar nicht möglich. Aber auch dort, wo nur einzelne Schutzobjekte stünden, müsste man sich Gedanken über den Sinn oder Unsinn von höherem Bauen machen. «In einem Strassenzug mit drei geschützten Jugendstilhäusern stellt sich auch die Frage des Umgebungsschutzes», sagt Schneller.

Der meiste neu gebaute Wohnraum wird aber sowieso nicht mitten in der Stadt geschaffen, sondern am Stadtrand. «Die laufenden Zonenplanungen mit den Stadtentwicklungen Dreispitz- areal, der Umnutzung von Spitalarealen und der Hafenentwicklung, schaffen zusammen mit den bereits planungsrechtlich beschlossenen Arealen wie der Erlenmatt ein Potenzial für über 11 000 Einwohner», sagt Volman. Das sollte reichen. Zumindest bis 2030.