View Full Version : Hannover | Wiederaufbau Schloss Herrenhausen | In Bau


Leine1977
July 23rd, 2008, 03:23 PM
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Mit dem beabsichtigten Wiederaufbau des Schlosses in Herrenhausen ergibt sich die historisch einmalige Chance, dem Großen Garten wieder seinen authentischen Bezugspunkt zu verleihen. Das „Gesamtensemble Herrenhausen“ wird komplettiert und seine historische Bedeutung als einer der wichtigsten barocken Sommerresidenzen und Gartenanlagen Europas unterstrichen.

Mit der VolkswagenStiftung, einer gemeinnützigen Stiftung privaten Rechts, die als renommierter Wissenschaftsförderer international tätig ist, hat sich ein Partner angeboten, der das Schloss zu einem Ort des wissenschaftlichen Gedankenaustausches machen möchte und damit die weitere Profilbildung von Hannover als Wissenschaftsstandort vorantreiben kann.

Die Kombination von wissenschaftlicher und musealer Nutzung ist ein überzeugendes, auf das Gemeinwesen ausgerichtetes Nutzungskonzept. Eine Realisierung der gemeinsamen Pläne mit einer Stiftung ermöglicht eine einzigartige Verbindung von historischen Bezügen und Zukunftsdiskussionen.

Ausgelöst durch die Initiative der VolkswagenStiftung hat ein fachlicher Qualifizierungsprozess begonnen, der Rahmenbedingungen und Eckdaten für einen Schlossaufbau als Grundlage für künftige politische Entscheidungen vorbereitet.


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Zur Geschichte des Schlosses

Das Schloss Herrenhausen und der Große Garten gehen auf einen Wirtschaftshof aus dem Jahr 1638 zurück. Der ursprünglich barocke, in mehreren Abschnitten entstandene Schlossbau wurde in den Jahren 1819 bis 1821 vom damaligen Hofbaumeister Georg Ludwig Friedrich Laves im klassizistischen Stil umgestaltet. Er diente der Welfenfamilie als Sommerschloss.

Während des 2. Weltkrieges wurde das Schloss im Jahr 1943 bombardiert und zerstört. Erhalten blieben nur die Grotte, die Große Kaskade und die Treppe des Schlosses, die später in den Großen Garten versetzt wurde. Das zerbombte Schloss und das dazugehörige Grundstück wurde von dem Welfenhaus nach dem Krieg an die Stadt Hannover verkauft.

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In den darauf folgenden Jahren gab es diverse Vorschläge für die Neugestaltung des Gartens und die Nutzung der freien Fläche, die das zerstörte Schloss hinterlassen hatte. Die Ideen reichten von der Errichtung eines Schlosshotels über den Bau eines Museums der Bildenden Künste bis zum Vorschlag, die Musikhochschule auf den Schlossplatz zu etablieren. Die Pläne aus dem Jahr 1964, mit dem Entwurf „Bella Vista“ eine futuristisch anmutende Aussichtstribüne mit Restaurant auf dem Areal zu errichten, fand in der breiten Öffentlichkeit keinen Anklang. Alle Überlegungen und Pläne scheiterten letztendlich an den vorgesehenen Nutzungskonzepten und der damit im Zusammenhang stehenden Finanzierung.

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Im Herbst des vergangenen Jahres ist die VolkswagenStiftung an die Stadt herangetreten und hat ihren Vorschlag präsentiert, wie die immer wiederkehrenden Diskussionen um die Möglichkeiten des Wiederaufbaus zum Erfolg geführt werden können. Die Volkswagen- Stiftung entwarf ein Nutzungskonzept, in dem wieder aufgebauten Schloss ein Zentrum hochrangiger, wissenschaftlicher Tagungen, auch internationalen Zuschnitts, zu errichten und gleichzeitig repräsentative Flächen für öffentliche Veranstaltungen zu schaffen.

Die Rahmenbedingungen

Um dem Großen Garten mit dem Schloss wieder seinen authentischen Bezugspunkt zu verleihen, soll das Schloss in seiner historischen Kubatur mit der Fassade nach den Laves-Entwürfen aus dem Jahr 1819 wieder aufgebaut werden.

Um den Ansprüchen eines modernen, multifunktionalen Tagungszentrums gerecht zu werden, soll der Innenausbau des Schlosses dementsprechend gestaltet werden.

Im Obergeschoss ist ein Festsaal für repräsentative Zwecke angedacht, und die beiden Seitenflügel sollen zur musealen Präsentation wichtiger kultur- und geistesgeschichtlicher Themen genutzt werden.

Ein großer Hörsaal im Untergeschoss soll bis zu 250 Plätze für Plenumsveranstaltungen bieten.

Mit dem Konzept lassen sich drei übergeordnete Ziele erreichen, die der Stadt ein besonderes Anliegen sind:

Zum einen kann ein Konferenz- und Tagungsort dieser Qualität mit Veranstaltungs-
konzepten einer der größten Wissenschaftsstiftungen Europas das Profil des Hochschul- und Wissenschaftsstandortes Hannover in hohem Maße steigern.

Zum anderen legt es der gewählte Ort Herrenhausen nahe, Bezüge zu Persönlichkeit, Leben und Werk von Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 – 1716) am authentischen Ort zu schaffen und erlebbar zu machen.

Schließlich eröffnet die Präsentation von Leben und Werk des bedeutenden Universalgelehrten – am Ort seiner Begegnungen mit Kurfürstin Sophie und der späteren preußischen Königin Sophie Charlotte – eine neue kulturhistorische Dimension Herrenhausens, die diesen Ort weithin überregional inhaltlich profilieren und Hannover zu weiterer Attraktivität verhelfen wird.

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Inhaltliche Nutzung und Raumkonzepte

Das vorgesehene Tagungszentrum soll durch die erhöhte lokale Präsenz einer Stiftung den Wissenschaftsstandort Hannover stärken. Mit den Themen Wissenschaft, Museum, Kulturfesten in einem Gesamtensemble Herrenhäuser Gärten steigt Hannover in die Liga der großen geistesgeschichtlichen Orte auf. Hierfür ist ein inhaltliches Konzept notwendig, das eine überregionale/internationale Präsenz durch die Veranstaltungsanbieter gewährleistet.

Das vorgesehene Tagungszentrum im Haupttrakt des Schlosses sieht folgendes Raumkonzept vor:

Multifunktionaler „Festsaal“ im ersten Stock (auch teilbar in kleinere Räume)
insgesamt 5 bis 6 (Seminar-)Räume für etwa 40 bis 50 Personen
Unterirdischer Hörsaal für bis zu 250 Personen (modernste multimediale Ausstattung; integrierte Dolmetscherkabinen etc.)
Nebenräume für Technik- bzw. Servicefunktionen

Das Veranstaltungskonzept soll umfassen:

2 bis 3-tägige Statussymposien mit internationaler Beteiligung
Symposien und Sommerschulen
wissenschaftliche Suchkonferenzen und Workshops
Herrenhäuser Gespräche (Dialoge zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu aktuellen Wissenschaftsthemen: Podiumsdiskussionen mehrmals im Jahr )
Herrenhäuser Konferenzen (Eine Serie von 10 bis 12 hochkarätigen wissenschaftliche Foren).

Im Kontext dieser Veranstaltungen wäre auch ein „Forum für Nachhaltigkeit“ mit öffentlichen Vorträgen wünschenswert.

Die oben genannten international orientierten Nutzungen sollen an 100 bis 120 Tagen im Jahr stattfinden. Bei einer Teilnehmerzahl von rund 200 externen Gästen ergäben sich daraus und aus weiteren wissenschaftlichen Tagungen etwa 20 000 Übernachtungen, die in Hannoveraner Hotels gebucht werden sollen.

Darüber hinaus sollen die Räumlichkeiten, die höchsten internationalen Standards entsprechen, auch externen Interessenten aus Wirtschaftlichkeitsüberlegungen zur Verfügung gestellt werden. Dabei darf der Veranstaltungsmix die Sinngebung des Standortes nicht durchbrechen.

Für die museale Nutzung der Seitenflügel sieht die Stadt Hannover die große Chance,
zwei bedeutsame kultur- und geistesgeschichtliche Themen zu präsentieren. Das Land Niedersachsen ist in diese Überlegungen eingebunden. Erste Gespräche haben dazu stattgefunden.

Neben der Würdigung des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz könnten die kulturellen und gesellschaftlichen Hintergründe seines Wirkens (Absolutismus, barocke Hofkultur der Welfen) Inhalt der musealen Präsentation sein.

Der Museumsbetrieb in den Flügeln, der auch die Nebenräume der Galerie in Herrenhausen mit einbeziehen soll, könnte vom Historischen Museum am Hohen Ufer aus organisiert und verwaltet werden. Magazin, Büro und Werkstatträume sind daher in Herrenhausen nicht vorgesehen.

Die original erhaltenen Räume des Galeriegebäudes könnten somit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, wobei der große Festsaal im Galeriegebäude, wie bisher, für anspruchsvollen Veranstaltungen vorbehalten bleibt.

Die Raumprogramme zu den unterschiedlichen Nutzungen werden zurzeit aufeinander abstimmt, deren Umsetzung wird wesentlicher Gegenstand des Architektenwettbewerbs.

Mit der musealen Nutzung der beiden Flügel könnte die Partnerschaft der Stadt Hannover mit dem Land Niedersachsen im Hinblick auf Herrenhausen und das Historische Museum gefestigt werden.

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Zugänge in das Schloss und in den Garten

Durch den Wiederaufbau des Schlosses ist der ungehinderte freie Zugang zu den Garten- anlagen über den Ehrenhof nicht mehr möglich. Um den Interessen der zukünftigen unterschiedlichen Nutzergruppen gerecht zu werden und einen reibungslosen Zugang zu den Gebäuden bzw. in den Garten zu gewährleisten, wurden unterschiedliche Varianten geprüft.

Die Interessen der Nutzergruppen

Kongressgäste
Museumsbesucher
Museums- und Gartenbesucher
nur Gartenbesucher
Veranstaltungsbesucher

sind dabei zu berücksichtigen.

Die Konzepte, die noch konkretisiert werden müssen, sehen vor, dass der zentrale Eingang in das Schloss und durch das Schloss mit einer Verbindung zum Schlossinnenhof und damit zum Garten zu besonderen Anlässen genutzt werden wird.

Zusätzlich zu diesem zentralen Zugang muss es zwei weitere Eingänge - wie ursprünglich auch - in das Schloss geben, einen für Kongressgäste und einen für die Besucher/Nutzer/
-innen des Ostflügels (Museum) einschl. Galerie sowie die Besucher/innen, die Museum und Garten besichtigen wollen. So ist z.B. vorstellbar, dass der Zugang zum Ostflügel über das Wachgebäude Ost im Bereich des Glasfoyers ermöglicht werden soll, parallel ist ein Zugang zum Westflügel und das Hauptgebäude (Kongresszentrum) über das ehemalige Wachgebäude West möglich. Dadurch ist die Wiederherstellung der architektonischen Symmetrie gewährleistet. Die Lösung der Zugangsproblematik unter diesen Gesichtspunkten muss Bestandteil des Architektenwettbewerbs sein.

Besucher/innen, die nur in den Großen Garten oder nur zu den Veranstaltungen im Garten möchten, sollen zusätzlich unabhängig von den Schlosseingängen in den Garten gelangen können, z.B. über die äußersten westlichen bzw. östlichen Bereiche des Gartens, wo bereits heute Eingänge möglich sind.

Die unterschiedlichen Zugangsmöglichkeiten sind beispielhaft anhand der beigefügten Skizze dargestellt (Anlage).

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Animation von Virtual Pix

Verfahren zum Wiederaufbau

Um den Wiederaufbau des klassizistischen Schlossgebäudes nach höchsten architek-
tonischen Qualitätsmaßstäben zu gewährleisten, soll es eine baufachliche und bau-
historische Recherche geben, mit der ein sachverständiges Büro bzw. eine Arbeitsge-
meinschaft beauftragt werden muss.

Bestandteil sind sowohl die Auswertung und Aufbereitung des historischen Materials und damit verbunden eine intensive Recherchephase wie auch eine Übersetzung in „moderne“ Baumaterialien und heutige statische sowie bautechnische Anforderungen.

Der Auftrag sollte nach Beratung durch einen Beirat (s. unten) an einen Experten mit nachgewiesener baufachlicher Kompetenz vergeben werden.

Aufgrund der veränderten Nutzungsansprüche können Abweichungen vom Originalbild der Lavesfassaden aus dem Jahre 1820 erforderlich werden. Daher soll das Projekt durch einen Beirat begleitet werden, der beratende Funktion hat. Der Beirat wird insbesondere gefordert sein, die Beteiligten in allen diesbezüglich auftretenden Fragestellungen zu beraten. Die Mitglieder des Beirates sollen als ausgewiesene Experten unterschiedliche Fachrichtungen vertreten: z.B. Kunstgeschichte, Denkmalpflege, Bautechnik.

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Animation von Virtual Pix

Architektenwettbewerb

Zur Realisierung des Projektes ist ein Architektenwettbewerb durchzuführen. Die Teilnehmer müssen auf der Grundlage eines transparenten Findungsprozesses (öffentlich annonciertes Interessenbekundungsverfahren) gefunden werden. Vorzuschlagen ist ein 2-stufiges Verfahren:

Stufe 1:
vorgeschaltetes offenes Bewerbungsverfahren bzw. Interessenbekundungsverfahren:

Anhand vorher definierter Auswahlkriterien wird eine noch festzulegende Anzahl geeigneter Büros zur Teilnahme an dem Architektenwettbewerb durch ein Fachgremium ausgewählt.

Stufe 2:
Bearbeitung und Auswahl durch ein Preisgericht:

Die in Stufe 1 ausgewählten Büros bearbeiten die Wettbewerbsaufgabe.
Auswahl der Preisträger durch ein Preisgericht (Definition von Sachpreisrichtern und Fachpreisrichtern, Sachverständigen).

Finanzierung des Wiederaufbaus

Der Wiederaufbau des Schlosses Herrenhausen erfolgt durch die Wissenschaftsstiftung, der Kostenrahmen wird auf ca. 20 Mio. € geschätzt.

Die Stadt Hannover stellt der Stiftung das Grundstück im Erbbaurecht auf 99 Jahre kostenfrei zu Verfügung.

Da die Finanzierung des Wiederaufbaues im Rahmen der Vermögensanlage der Stiftung erfolgen wird, ist eine entgeltliche Vermietung sämtlicher Flächen des wieder aufgebauten Schlosses sowie die Erzielung eines Ertrages zur Refinanzierung des eingesetzten Kapitals notwendig. Dies ist für die Stiftung aus steuer- und gemeinnützigkeitsrechtlichen Gesichtspunkten erforderlich.

Zur Vermeidung einer gewerblichen Tätigkeit der Stiftung soll das eigentliche Kongresszen-
trum langfristig an eine Betreibergesellschaft, die in Abstimmung mit der Stadt bestellt wird, vermietet werden. Die Nutzung des Kongresszentrums erfolgt im Wesentlichen durch die Stiftung bzw. wissenschaftliche Einrichtungen, die sie fördert; darüber hinaus sollen die Flächen aber auch anderen Interessenten gegen Miete zur Verfügung gestellt werden, z.B. auch für öffentliche Veranstaltungen, Konzerte und Empfänge. Die Nutzungen dürfen die Sinngebungen nicht banalisieren.

Die beiden Seitenflügel des Schlosses könnten langfristig als Museumsflächen an die Stadt Hannover und/oder das Land Niedersachsen vermietet werden. Der Mietzins wird sich nicht an den reinen Kosten orientieren (keine Kostenmiete), sondern soll den Mieten für vergleichbare Nutzungen in vergleichbaren Immobilien entsprechen.

Erbbaurechtsvertrag

Alle Regelungen hinsichtlich der Zurverfügungstellung des Grundstücks, der Laufzeit des Vertrages, der Mietzinsen für die Stadt, der Entschädigungsleistungen, der Nutzungs- bedingungen hinsichtlich des Tagungsbetriebs und der baulichen Ausstattung der museal zu nutzenden Flügel werden Bestandteil eines Erbbaurechtsvertrages, der dem Rat zur Entscheidung vorgelegt werden wird.

Zeitplan

Ziel ist es, das Schloss im Jahr 2012 fertig gestellt zu haben. Der vorgesehene Erbbaurechtsvertrag soll möglichst im September 2008 dem Rat zur Entscheidung vorgelegt werden. Voraussetzung dafür ist die freihändige Vergabe des Grundstücks an die Stiftung. Inwieweit dies rechtlich möglich ist, wird zur Zeit geprüft. Sollte die Vergabe des Grundstücks im Erbbaurecht öffentlich auszuschreiben sein, werden dem Rat zunächst die Ausschreibungskriterien für den Wiederaufbau des Schlosses zur Entscheidung vorgelegt werde.

devilsadvocate
July 23rd, 2008, 05:28 PM
@ Leine, wäre super,. wenn Du gleich als aller Erstes ein Bild von der Rekontruktion reinstellst, sozusagen als Aufmacher, damit die Leute wissen, wovon Du redest!
Aber ich hatte immer gedacht, dass schon ein Thread existiert;-)
So kann man sich irren!

Leine1977
July 23rd, 2008, 07:39 PM
Computeranimation der Firma Virtual Pix:

http://www.hannover.de/herrenhausen/Aktuell/schlossani.html

http://img368.imageshack.us/img368/9919/wbuj4wpy4.jpg

Weitere Infos zum Schloss:

http://www.hannover.de/herrenhausen/Schloss_Herrenhausen/index.html

Video des Schlosses aus den 30er Jahren:

http://www.haz.de/newsroom/regional/art185,165610

lifestyle032
July 23rd, 2008, 07:53 PM
Gute Threaderöffnung http://www.globalhardstyle.com/forum/images/smiles/thumbsup.gif

Squig
July 23rd, 2008, 07:59 PM
Sehr gute Threaderöffnung!

Leine1977
July 23rd, 2008, 10:43 PM
Danke, weil es so schön ist, gleich die Schlagzeile für morgen hier auf den Tisch:

http://img398.imageshack.us/img398/8729/imgmf8.jpg

lifestyle032
July 23rd, 2008, 10:53 PM
Das ist doch eine positive Nachricht. Hoffen wir nur dass sie Recht haben und sich die 6 Monate Verzögerung nicht negativ auswirken.
(Und hoffen wir mal, dass keine sonstige Bürokratie in die Quere kommt und die Geschichte versaut!)

Leine1977
August 15th, 2008, 09:24 AM
Ergänzend füge ich mal nachträglich ein Antwortschreiben der Stadt ein. Ich hatte mich damals um die einseitige Diskussion zum Schlosses geärgert (der BDA lehnte den Laves-Bau ja ab).

Zwar wurde ich hiermit beruhigt, dass die Stadt zum Laves-Bau steht. Allerdings erscheint mir immer mehr die veranschlagte Summe von 20 Mio. als sehr gering.

nitri
September 4th, 2008, 06:25 PM
gesehen auf HAZ.de:

Leibniz soll Besucher ins rekonstruierte Schloss Herrenhausen locken


http://i36.tinypic.com/2le6ybt.jpg

Die Stadt Hannover will mit dem Wiederaufbau von Schloss Herrenhausen im Zeitplan bleiben und ihr größtes Kulturprojekt bis 2012 realisieren. Die mit historischer Fassade rekonstruierte Sommerresidenz der Welfen soll ein modernes Tagungszentrum sowie ein Museum beherbergen.

Für den Ostflügel ist eine große Ausstellung über das Universalgenie Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) geplant. „Wer künftig etwas über Leibniz wissen will, muss nach Herrenhausen kommen“, sagte Kulturdezernentin Marlis Drewermann am Donnerstag. Für eine weitere Schau im Westflügel hofft die Stadt auf die Unterstützung des Landes. Hier soll die Zeit der Personalunion thematisiert werden, als die Welfenfürsten gleichzeitig Könige von Großbritannien waren.

Die Volkswagenstiftung hatte Ende 2007 angekündigt, das Schloss im Zentrum des Barockgartens bis 2012 für 20 Millionen Euro wieder aufzubauen. Ursprünglich wollte die Stadt der Stiftung das Grundstück direkt im Erbbaurecht überlassen, die aktuelle Rechtsprechung machte jedoch eine europaweite Ausschreibung des Grundstücks notwendig. Die Ausschreibung mit detaillierten Vorgaben, die Drewermann jetzt vorstellte, soll im Oktober den Rat passieren. Nach dem Zeitplan der Stadt wird der Vertrag mit dem Investor und Betreiber im Mai unterzeichnet, darauf folgt ein Architektenwettbewerb.

Den Ostflügel will die Stadt mieten und für die Leibniz- Ausstellung zwischen 1 und 4,6 Millionen Euro investieren. Der Direktor des Historischen Museums Hannover, Thomas Schwark, kündigte eine “ästhetisch besondere“ Schau an: „Es wird ein Museum sein, das es so noch nicht gibt.“

nitri
September 5th, 2008, 01:32 AM
gesehen auf HAZ.de:

Schloss-Finanzierung noch nicht gesichert

Wenn es um Hannovers größten Gelehrten geht, kann die beste aller Museumswelten gerade gut genug sein: „Wer in Zukunft etwas über Leibniz wissen will, muss nach Herrenhausen kommen“, sagt Kulturdezernentin Marlis Drevermann.

Im Schloss, das die Volkswagenstiftung bis 2012 wieder aufbauen will, soll das Historische Museum Präsentationen zu Leibniz und zur Epoche der Personalunion, in der der Kurfürst und spätere König von Hannover gleichzeitig englischer König war, einrichten; hochmoderne Ausstellungen nach internationalen Museumsstandards. Doch die ehrgeizigen Pläne könnten an der Finanzierung scheitern.

Die am Donnerstag vorgestellte Ausschreibung des Erbpachtvertrages sieht vor, dass die Stadt den Ostflügel für die Leibniz-Ausstellung mieten wird. Ob sie aber auch den 494 Quadratmeter großen Westflügel mietet, ist unklar: „Das wird die Stadt tun, wenn das Land Niedersachsen sich bereit erklärt, die Erstausstattung und die laufenden Betriebskosten zu übernehmen“, heißt es in dem Papier. Im Westflügel sollen die Kutschen aus dem Museum ein neues Domizil finden.

„Doch sie allein sind nicht genug“, sagt Museumsdirektor Thomas Schwark. Vielmehr solle es um die ganze Epoche der Personalunion mit England (1714 bis 1837) gehen. Bis zu 100 000 Besucher jährlich soll die Präsentation anlocken: „Dazu braucht es ein besonderes Konzept“, sagt Schwark. „Dort muss ein Museum entstehen, das es so noch nicht gibt.“

Bis dahin dürfte es allerdings noch harte Verhandlungen zwischen Stadt und Land geben: Für die Einrichtung des Ostflügels kalkuliert die Stadt eine Million Euro ein, die auch mithilfe von Sponsoren zusammenkommen soll. Für Ost- und Westflügel zusammen werden rund 3,3 Millionen veranschlagt, weitere 1,3 Millionen kämen für die Neuausstattung der Kutschenhalle des Museums dazu. Dort könnte die Geschichte Niedersachsens seit 1946 präsentiert werden – Einrichtung und Betrieb der Schau soll nach den Plänen der Stadt ebenfalls das Land übernehmen. Sie selbst will ihre Kosten für das Museum durch dessen Neuausrichtung unterm Strich sogar reduzieren.

Im Kulturministerium hielt man sich am Donnerstag bedeckt: „Ende September wird es ein Gespräch zwischen Minister Lutz Stratmann und Oberbürgermeister Stephan Weil geben“, sagt eine Sprecherin.

Die am Donnerstag vorgestellten Pläne sehen vor, auch das Galeriegebäude in Herrenhausen künftig museal zu nutzen. Teile der heutigen Schlossküche und des Glasfoyers, die auf dem historischen Standort des Schlosses gebaut wurden, sollen beim Wiederaufbau erhalten bleiben.

Es gilt als sicher, dass die Volkswagen Stiftung das Schloss wieder aufbauen wird. Doch um Klagen potenzieller Konkurrenten auszuschließen, muss der Erbpachtvertrag, die juristische Grundlage des ganzen Vorhabens, europaweit öffentlich ausgeschrieben werden. Voraussichtlich Mitte Mai können Stadt und Stiftung den Vertrag dann unterzeichnen.

Die Stiftung soll das Grundstück in Erbpacht auf 99 Jahre übernehmen. Im Schloss will sie ein Tagungszentrum einrichten. Dazu gehören ein unterirdischer Hörsaal für 250 Personen, fünf bis sechs Seminarräume sowie ein Festsaal im Obergeschoss.

Leine1977
September 20th, 2008, 09:08 PM
Laut NP ist nun die Ausschreibung nach EU-Recht ausgegangen. Es wird deswegen ein halbes Jahr Verzögerung geben, jedoch das Klagerisiko minimiert.

devilsadvocate
October 9th, 2008, 01:06 PM
Also es uwrde ja schon angedacht, dass zumidnest der Prunksaal rekonstruiert wird. DAfür werden ja schon Spenden gesammelt und setzen sich viele "große" Leute ein.
Ich freue mich echt auf den Bau und um zu sehen, wie endlich wieder mit Stil gebaut wird...

ac303id
October 9th, 2008, 01:13 PM
ja das wäre verdammt noch mal ein schritt wieder in die richtige richtung. gibt es in herrenhausen eigentlich infotafeln oder ähnliches? mit bildern , bzw. dem video?
hier könnte man auch eine spendenbox aufstellen, um den spendentopf zu erhöhen.
außerdem können auch außerstädtische besucher so aufmerksam auf das bauvorhaben gemacht werden. (an anreiz, die schönste stadt der welt, wieder zu besuchen.)

devilsadvocate
October 9th, 2008, 01:15 PM
DAs mit den Spendenboxen wäre wirklich eine gute Sache. Man stellt solch ein Ding auf und bekommt, ohne etwas zu tun, täglich Geld hinzu. Im Zoo wurde das prakteziert.
Sowas stelle ich mir auch für die FWK vor :)
Aber ich glaube schon, dass im großen Garten bald ein Hinweis stehen wird.

ac303id
October 9th, 2008, 01:18 PM
nur der vollständigkeit halber auch noch mal hier
soll ja alles seine ordnung haben..
http://img72.imageshack.us/img72/6429/schlosskl4.jpg
quelle: haz.de

ac303id
October 9th, 2008, 01:21 PM
es wäre interessant zu wissen, wieviel geld durch diese "geldschalen" im zoo gesammelt wurden. wenn die zoo besucher dort täglich ihre spende hineinwerfen, kommt durch das viele kleingeld mit sicherheit eine schöne summe zusammen. die spardosen müssen nur attraktiv gestaltet sein ggf. noch eine lustige funktion besitzen und schwups. klingelt die kasse.
wie wäre eine miniatur-FWK mit wasser und oder rad *träum*
zumindest für kinder und große kinder sollte dies doch anregung genug sein zu spenden.

Squig
October 9th, 2008, 01:47 PM
Pro Mini FKW Sparschwein :-)

Müsste man halt mal gucken, was so ein minimodell kostet, und wo mans am besten aufstellen kann.

Leine1977
October 10th, 2008, 08:57 AM
HAZ

http://img504.imageshack.us/img504/1839/imgxd6.jpg (http://imageshack.us)

Orbiter
November 17th, 2008, 09:18 PM
Ein Artikel aus der Bauwelt #07/2008 (Frühjahr):

http://wwx.baunetz.de/arch/bauwelt/inhaltsverzeichnis/get_pdf.php?pcode=BW_2008_07/bw_2008_07_0006-0009

Leine1977
November 18th, 2008, 09:00 AM
Schlechte Nachrichten für Berlin, Potsdam und Hannover. In der neuen Spiegel-Ausgabe habe ich einen Schreck bekommen. Namhafte Architekten, die z.T. in der Jury sitzen, meutern gegen die Rekonstruktion des Berliner Schlosses. Das Zitat "man verrät seinen Beruf" ist auch mal wieder zu lesen. Stattdessen sollen moderne Bauten auf dem Schloßplatz realisiert werden.
Der Artikel - vielleicht scanne ich ihn heute mal ein - ist leider so geschrieben, als dass sich auch die Autoren gegen die Schloßhülle aussprechen.

Tja, wahrscheinlich dauert es nicht lange, und dann geht hier bei uns die wieder einseitige Diskussion von vorne los. Der BDA ist ja nicht blöd und liest auch Spiegel.

Leine1977
November 18th, 2008, 09:13 AM
Zum Spiegel-Artikel haben sich im Anschluss weitere große deutsche Tageszeitungen geäußert. Glücklicherweise wird der Artikel eher auseinander genommen. Eine zitierte Architektin in der Jury distanziert sich sogar von dem Artikel:

Welt

http://www.welt.de/kultur/article2738936/Neuer-Streit-ist-ein-Stueck-aus-dem-Tollhaus.html

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FAZ

(...) Denn das Stadtschloss mitsamt seinem Inhalt, dem Weltkulturenmuseum im Zeichen der Brüder Humboldt, ist mehr als alles andere ein Symbolprojekt der Berliner Republik. Der Bundestag hat diesen Bau mit großer fraktionsübergreifender Mehrheit beschlossen, weil er am deutlichsten ausdrückt, an welche Tradition das wiedervereinigte Deutschland in seiner Hauptstadt anknüpfen will: an das liberale, tolerante, reformerische und vornationale Preußen der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. (...)

http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~ED9F4DB0ADED44F4286A95C6D20D8EA67~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell

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Tagesspiegel

http://www.tagesspiegel.de/kultur/Stadtschloss-Mitte-Museumsinsel;art772,2663799

devilsadvocate
November 29th, 2008, 04:26 PM
ok... da hätten wir 440 Millionen. Das soll der Bund bezahlen?
Finde das ehrlich gesagt ungeheuerlich! Wenn Weideraufbau, dann bitte schön vernünftig finanziert oder meinetwegen vom Land, aber nicht vom Bund.
Was hat der Niedersachse oder Bayer oder sonst wer mit diesem Schloss am Hut?
Dann sollte der Bund auch etwas für die Wasserkunst zahlen, wenn sie schon Prestigebauten unterstüzen.

Leine1977
November 29th, 2008, 05:02 PM
Ein moderner Bau wäre an dieser Stelle nicht billiger. Die barocke Fassade macht nur einen Bruchteil aus, der durch Spenden finanziert wird. Der Bund hätte hier also sowieso finanziert, da es öffentlicher Raum ist.

Devil, bei anderen Städten gebe ich Dir recht, aber Berlin ist unsere Hauptstadt. Im kulturellen Vergleich mit Wien, Paris und London sollte auch Deutschland wieder ein Schloß haben. Moderne Inneneinrichtung hin oder her.

Es gab übrigens viele moderne Entwürfe (Internetseite weiß ich leider nicht mehr). Alle waren durchweg scheußlich.

devilsadvocate
November 29th, 2008, 05:19 PM
Hauptstadt hin oder her, aber Berlin ist architektonsich nicht mehr zu retten und im Gegensatz Paris London oder Wien völlig außer Reichweite.

Man schaut sich nur mal den Hintergrund genauer an und man versteht glaube ich, was ich meine... Da hilft dann auch das SChloss nicht...
http://www.epochtimes.de/pics/2007/11/26/xxl/2007-11-26-xxl--EinSchlossFuerAlle_01_low2_neu.jpg

matheking
November 29th, 2008, 08:35 PM
Bundesgelder kriegt Berlin als Hauptstadt eh schon genug! Für Kultur, Infrastruktur etc.

Knochenhauer
November 29th, 2008, 09:32 PM
Für mich ist das ein Tag der Freude. Und was die FWK angeht, hilft sicherlich auch die Entscheidung zum Berliner Schloss. Eigentlich hilft es dem ganzen Anliegen, wieder mehr architektonische Ästhetik im Städtabu zu verankern und an einigen Stellen auch Rekos zuzulassen. Darum verstehe ich grad eure Wut über diese Teilreko nicht (?????????).

Leine1977
November 30th, 2008, 01:47 PM
Für mich ist das ein Tag der Freude. Und was die FWK angeht, hilft sicherlich auch die Entscheidung zum Berliner Schloss. Eigentlich hilft es dem ganzen Anliegen, wieder mehr architektonische Ästhetik im Städtabu zu verankern und an einigen Stellen auch Rekos zuzulassen. Darum verstehe ich grad eure Wut über diese Teilreko nicht (?????????).

Wieso Eure? Für mich war es ebenfalls eine schöne Botschaft.

jp80
November 30th, 2008, 02:05 PM
Also ich hätte es gut gefunden, wenn man den Palast der Republik erhalten, bzw. in das Humboldtforum integriert hätte. Habe da vor Jahren mal im Fernsehen einen Bericht über Architektenentwürfe für den Schloßplatz gesehen, da gab es einen Entwurf, der hätte den "Palast" erhalten und von zwei Seiten mit der alten Schloßfassade umbaut. (Der Palast der Republik hat ja auch nur etwa die Hälfte des alten Schloßgrundstückes eingenommen.) Man hätte also aus Blickrichtung Brandenburger Tor die Schloßfassade gehabt und aus Richtung Alex den Palast. Da hätte man gleich zwei geschichtlichen Epochen Rechnung getragen. Aber leider standen einer solchen Lösung ideologische Barrieren im Weg. (Komisch nur daß man beim neuen Entwurf architektonisch gesehen jetzt eine ganz ähnliche Lösung umsetzen will: Die Spreeseite bekommt ja nicht die originale Fassade...)

Leine1977
November 30th, 2008, 02:13 PM
Zum Alex hätte der Palast der Republik auch gut gepasst.:lol:

erbse
November 30th, 2008, 03:35 PM
JP: Nein, nix ideologische Barrieren. Gesundheitliche Barrieren.

Der prächtige "Palast" :crazy: war das wahrscheinlich asbestverseuchteste Gebäude weltweit.
Der Abriss hat sich ja nicht umsonst so ewig hingezogen, bei den strengen Sicherheitsvorkehrungen.

jp80
November 30th, 2008, 09:22 PM
JP: Nein, nix ideologische Barrieren. Gesundheitliche Barrieren.

Der prächtige "Palast" :crazy: war das wahrscheinlich asbestverseuchteste Gebäude weltweit.
Der Abriss hat sich ja nicht umsonst so ewig hingezogen, bei den strengen Sicherheitsvorkehrungen.

Das stimmt so nicht. Daß sich der Abriß solange hingezogen hat, hat nichts mit der Asbestentsorgung zu tun. Die lief nämlich schon lange vorher und war soweit ich weiß 2003 oder 2004 abgeschlossen. Anschließend wurde der Palast ja noch ein oder zwei Jahre für Kulturveranstaltungen etc. genutzt - da war die Asbestsache längst erledigt. (Allerdings ist bei der "Sanierung" vom Innenleben glaube ich nicht viel übriggeblieben.)

Über die Abrißdauer hatte ich mal gehört / gelesen, daß das mit dem schwierigen Untergrund (Sand) in Berlin zu tun hat. Das gesamte Gebäude war auf einer Art Betonplatte (als Fundament) gebaut, die sozusagen im Sand "schwimmt". Hätten sich die Bagger einfach durch das Gebäude "gefressen", wäre es wohl "gekentert" - also unkontrolliert umgekippt. Es mußte also für jeden Stahlträger oder für jedes Stück Beton, das irgendwo entfernt wurde, zeitgleich ein Ausgleichsgewicht in die Konstruktion eingefügt werden. Und wie man sich vorstellen kann: Das dauert seine Zeit (fast drei Jahre).

So irgendwie hatte ich das verstanden...

erbse
November 30th, 2008, 09:32 PM
Es kommt beides zusammen. Jedoch wurden fast bis zum Schluss überall an den tragenden Konstruktionen, Zwischenwänden, ja eigentlich allen Bauelementen noch Asbestreste entdeckt. Deshalb musste man sehr sorgfältig vorgehen und jedwede Risiken vermeiden.


Nun aber bitte wieder zurück zum Herrenhäuser Schloss in Hannover!

burndown1977
December 1st, 2008, 11:11 AM
lasst uns dort einfach den niedersächischen plenarsaal wieder aufbauen. in hannover ist er endlich weg, aus denkmalschutzgründen bleibt er erhalten, berlin bekommt ein gebäude, was gut zur bebauung richtung alex passt und der bund hat kaum kosten !!

helfe auch kostenlos bei der demontage !!

ach, das schloss wird dann natürlich in hannover wiederaufgebaut :lol:

Leine1977
March 6th, 2009, 03:54 PM
Man hört überhaupt nichts mehr von den Aufbauplänen zum Schloß. Irgendwie schade...

2014 ist es ja glaub ich soweit. Hannover hat vor 300 Jahren eine Personalunion mit England gehabt. Uns Hannoveraner hat quasi England gehört (überspitzt gesagt). Obschon die Hannoveraner ja sehr darunter gelitten haben.

Ich frage mich, warum man dieses Datum nicht mit dem Schloß verbinden kann. Zwar soll es ja schon eine Gedenkfeier oder sowas geben, aber das ganze könnte man enorm vermarkten. Ich würde ein Zimmer im Leineschloß oder im neuen Schloß Herrenhausen rekonstruieren, dann die Queen einladen, dass sie im hannoverschen Schloß übernachten soll.

Das wär doch mal etwas, womit Hannover bundesweit auftrumpfen könnte. Irgendwie müsste man das mal vorschlagen.

Lefthandy
March 6th, 2009, 03:57 PM
Was war eigentlich der letzte Stand die Rekonstruktion des Schlosses betreffend?

War es schon beschlossen? Stand die Finanzierung? Wer hatte noch was dagegen? Sprich: Woran könnte es denn im Moment gerade harken???

Luoen
March 6th, 2009, 04:12 PM
Soweit ich weiß, war doch alles unter Dach und Fach? Die VW-Stiftung hatte die Ausschreibung doch gewonnen? Hoffentlich ist die Ruhe rund um das Schloß kein schlechtes Zeichen...

Das mit der Queen im Schloß Herrenhausen wäre der absolute Hammer! Ich könnte mir sogar vorstellen, dass die Queen das interessant fände, sie war ja auch schon länger nicht mehr in Deutschland. Als die Queen zuletzt in Hannover war, scheint die Stadt ja in Volksfeststimmung gewesen zu sein, eine grandiose Idee, hoffentlich kommt in der Verwaltung auch jemand darauf (vielleicht mit kleiner Hilfe unsererseits).

Leine1977
March 6th, 2009, 04:44 PM
Ja, eigentlich ist alles unter Dach und Fach. Die europaweite Ausschreibung soll es ja etwas verzögern. Baustart sollte aber eigentlich 2009 sein?

Ich bin da etwas froh, dass der Plenarsaal jetzt etwas im Fokus bei den Architekten steht; denn seitdem wettert man nicht mehr so gegen das Schloss. Insgesamt fände ich aber, dass man sich in Hannover mehr freuen sollte, wenn eine Stiftung Hannover etwas mehr Identität gibt. Man hat das Gefühl, das - auch seitens der Medien - da etwas Gleichgültigkeit herrscht.

Die Idee mit der Queen (wie alt ist sie denn eigentlich 2014?) muss ich vielleicht mal an die Kulturdezernentin schicken. Die ist dafür zuständig. Das wär doch der Hammer für Hannover. Allein, wie viele Touristen dann kommen würden!

lifestyle032
March 6th, 2009, 06:30 PM
Tolle Idee!!

Ist die Ausschreibung denn schon beendet? In der Presse war wohl nichts zu lesen, sonst hätte dein gespitztes Auge es doch sicherlich entdeckt, Leine! :)
Naja, eigentlich war ja eh schon alles in trockenen Tüchern; man wollte sich ja nur die Klagen genen eine eventuelle Nicht-Ausschreibung ersparen, was auch vernünftig war.
(Auf der Homepage der VW Stiftung lässt sich nichts Aktuelles finden.)

jp80
March 6th, 2009, 07:02 PM
Hannover hat vor 300 Jahren eine Personalunion mit England gehabt. Uns Hannoveranern hat quasi England gehört (überspitzt gesagt). Obschon die Hannoveraner ja sehr darunter gelitten haben.



Mag schon sein. Aber ich glaube, die Briten haben deutlich mehr unter der Tatsache "gelitten", einen Welfen aus Hannover auf dem Thron sitzen zu haben als die Hannoveraner darunter, daß Ihr Kurfürst nun die meiste Zeit in London war....

Schnitzelesser
March 7th, 2009, 12:57 AM
(wie alt ist sie denn eigentlich 2014?)

Das habe ich mich auch sofort gefragt!

Leine1977
April 23rd, 2009, 01:03 PM
Irgendwo stand neulich, dass der Erbbaupachtvertrag in Kürze unterzeichnet wird. Endlich, dann kann es losgehen. Der Wiederaufbau wird ein Meilenstein für die hannoversche Kultur werden!

lifestyle032
April 23rd, 2009, 01:20 PM
In der NP glaube ich (von Devil abfotografiert).

Wird auch langsam Zeit, dass mal wieder Bewegung in die Sache kommt. Es war jetzt lange genug still (dem Ausschreibungsverfahren geschuldet).
2012 ist aber trotzdem noch 'ne Zeit hin :(

CrayZD
May 14th, 2009, 10:17 AM
60 000 Besucher sollen in Laves’ Öko-Schloss
VON DIRK ALTWIG

HANNOVER. Ein Schloss im Öko-Standard mit Tagungszentrum, Museum und Souvenir-Shop – Stadt und VW-Stiftung haben sich über den Vertrag zum Neubau des Herrenhäuser Schlosses geeinigt. Pro Jahr werden bis zu 60 000 Besucher in den beiden Ausstellungsflügeln erwartet. Das geht aus einer vertraulichen Drucksache der Stadtverwaltung hervor, die der NP vorliegt. Dort ist auch ein erstes Konzept zur Ausstellung „Leibniz und seine Zeit“ im Ostflügel skizziert. In elf Abteilungen wird Leibniz’ Werk detailliert dargestellt. Seine mathematischen und theologischen Forschungen sollen ebenso Platz finden wie seine meist pannengeplagten Windmühlen im Harz. Auch Eckwerte für Eintrittspreise stehen schon fest: Vier Euro für Erwachsene, Kinder die Hälfte. Im Museumsladen soll jeder von ihnen rechnerisch einen Euro ausgeben. Und jeder dritte der erwarteten 60 000 Besucher soll einen tragbaren akustischen Museumsführer mieten. Geht die Rechnung auf, muss die Stadt nichts zuschießen. Die VW-Stiftung muss das nach Laves’ Plänen von 1820 gestaltete Schloss bis spätestens 31. Dezember 2013 fertig haben. Geplant ist allerdings, das 20-Millionen-Projekt ein Jahr vorher abzuschließen. Deshalb muss der Vertrag in den nächsten Wochen unterschrieben werden. Kern des Projektes ist ein Tagungszentrum im Hauptgebäude. Noch nicht abgeschlossen sind Verhandlungen über den Westflügel. Unter dem Titel „Hanoverians“ soll eine Ausstellung die Personalunion zwischen Hannover und Großbritannien zeigen. Stadt und Land pokern noch um die Kosten. Einschätzung der Stadt: „Nach den bisher geführten Gesprächen ist die Verwaltung zuversichtlich, ein gemeinsames Konzept vorzulegen.“

Quelle: NP-Printausgabe 14.05.2009

Kaum neue Infos, außer zur geplanten Leibniz-Ausstellung... aber trotzdem schön zu sehen, dass die momentane 'Ruhe' um das Projekt keinen Anlass zur Besorgnis geben muss. ;)

lifestyle032
May 14th, 2009, 11:06 AM
Endlich einmal Neuigkeiten! :)
Ich hatte der VW Stiftung letzten Freitag eine Mail geschickt, allerdings keine Antwort erhalten. Naja, die Infos kommen ja anscheinend aus einer Drucksache der Stadtverwaltung und nicht von der Stiftung.. war wohl auch mehr oder weniger utopisch, zu glauben, ich würde eine persönliche Antwort über den aktuellen Stand des Projekts erhalten.

Hört sich ja soweit alles nicht schlecht an. (Verwendung der Flügel als Museen; die für 2012 geplante Fertigstellung soll weiterhin verfolgt werden :))

sunshinefresh76
May 16th, 2009, 12:16 PM
NEUE PRESSE v. 14. Mai

http://hosting02.imagecross.com/image-hosting-13/2300scan016-05-09-002.jpg

lifestyle032
May 16th, 2009, 02:29 PM
Auch die HAZ berichtet:


Vertrag zum Schlossbau steht

Der Finanzierungsplan für den Wiederaufbau des Schlosses Herrenhausen steht, an Details zur Nutzung wird noch gefeilt.

Weiter auf HAZ.de (http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Vertrag-zum-Schlossbau-steht)

:)

Alexander_L7376
June 10th, 2009, 05:24 PM
Gesehen auf ihmebote.de


LINKE gegen Wiederaufbau des Schlosses in Herrenhausen


In der heutigen Sitzung des Bauausschusses sprach sich die Linksfraktion im Rat erneut gegen den Wiederaufbau des Schlosses in Herrenhausen aus. „Hier wird nicht ein historisches Schloss neu errichtet, sondern nur eine künstliche Fassade mit einem modernen Kern. Ich halte das für eine Geschichtsklitterung“, kritisiert der linke Ratsherr Oliver Förste.
Damit werde den Besuchern eine heile aristokratische Welt vorgegaukelt, obwohl das originale Schloss 1943 bei einem Bombenangriff zerstört wurde. Die damit entstandene Lücke ist somit ein Denkmal für die bösen Folgen des Nationalsozialismus, das jetzt beseitigt werden soll.

„Zur versuchten Wiederbelebung aristokratischer Zustände passt es dann auch, dass der Große Garten für das normale Volk dann in der Regel nur noch über Nebeneingänge zu erreichen ist, weil der Investor den Haupteingang durch das Schloss hindurch für die Öffentlichkeit sperren will“, bekräftigt Förste seine Kritik. Auch das Vorhaben der Stadt, für ein neues Museum im Ostflügel des Schlosses eine Million Euro auszugeben, hält DIE LINKE im Rat angesichts knapper Kassen und angekündigter Sparmaßnahmen auf dem Rücken der Beschäftigten nicht für angebracht.

[PM Die Linke. Ratsfraktion Hannover, 10.06.2009]

Squig
June 10th, 2009, 05:26 PM
Das mit dem Nebeneingang ist simbloisch gesehen natürlich nicht so schön... könnte man da keien andere Regelung finden?

devilsadvocate
June 10th, 2009, 05:43 PM
„Hier wird nicht ein historisches Schloss neu errichtet, sondern nur eine künstliche Fassade mit einem modernen Kern. Ich halte das für eine Geschichtsklitterung“, kritisiert der linke Ratsherr Oliver Förste.
Das ist mirt alle Male ölieber, als eine Baulücke und die unvollendeten Gärten!

Damit werde den Besuchern eine heile aristokratische Welt vorgegaukelt, obwohl das originale Schloss 1943 bei einem Bombenangriff zerstört wurde.
Hier wuird nichts vorgegaukelt, sondern die Gärten stilvoll komplettiert.

Die damit entstandene Lücke ist somit ein Denkmal für die bösen Folgen des Nationalsozialismus, das jetzt beseitigt werden soll.
Das "Denkmal" ist ein leeres Rasenstück, ohne jeglichen Hinweis auf das hier gestandene SChloss. Super SAche!
Wenn es nach den Linken ginge, hätte man ganz Deutschland einfach in Schutt und Asche liegen lassen sollen, als ewiges Denkmal. Ich denke, das es langsam mal reicht mit den ganzen Denkmälern, die unter anderem auch noch das Stadtbild verunglimpfen (siehe Berlin).

gstolze
June 10th, 2009, 06:16 PM
Komischerweise sind die Linken beim Leineschloss nicht dagegen, dass eine historische Fassade mit einem modernen Innenleben ausgestattet wurde...

Lefthandy
June 10th, 2009, 06:32 PM
Sinnbild ideologischer Grabenkämpfe, die auf dem Feld der Architektur ausgetragen werden.

Solange das Volk nach wie vor freien Zutritt zu den Gärten haben soll, muss man doch nicht gegen den Wiedeaufbau des Schlosses sein, nur weil dessen hinterlassene Baulücke zwischenzeitlich als Haupteingang fungierte. Da ließe sich - bei aller Liebe - eine für alle Seiten akzeptable Lösung finden. Deshalb könnte man auch lediglich für diese eintreten.

Den Wiederaufbau will doch der Investor bezahlen. Ich verstehe nicht, was man da dagegen haben kann.

Bloß irgendwie Profil bilden und sich politisch abgrenzen. Die Linke enttäuscht mich in ihrer Vorhersehbarkeit.

CrayZD
June 10th, 2009, 06:33 PM
Das mit dem Nebeneingang ist simbloisch gesehen natürlich nicht so schön... könnte man da keien andere Regelung finden?

Das Eingangstor ist doch aber eh an der Seite! Und ob man den Garten jetzt über den kahlen Ehrenhof betritt oder über das bestehende Foyer neben der Galerie, ist doch nun Pipifax. Bei dem architektonischen Gewinn dürfte der minimale Umweg ja wohl vertretbar sein.

devilsadvocate
June 10th, 2009, 07:27 PM
Was gibts da noch für eine Diskussion? Der Garten ohne SChloss ist völlig unvollkommen. Da muss das SChloss wieder hin als Mittelpunkt des GArtens.
Ich verstehe nicht, wie man da einen adneren standpunkt vertreten kann.

Squig
June 10th, 2009, 08:55 PM
Ganz kurz zur klarstellung: Ich bin auch auf jeden Fall für das Schloß, und wenn der Eingang dafür verlagert wird ist das kein Beinbruch. Symbolisch nicht unbedingt schön, aber mehr auch nicht, und wirklich halb so wild. Kann die Linke da auch beim besten Willen nicht nachvollziehen, dass die da so viel heißen Wind drumm machen. Sobald das Schloß steht ist das hoffentlich auch vorbei.

devilsadvocate
June 10th, 2009, 09:16 PM
Die SAche ist doch einach die: Steht das Schloss erst einmal, wird eine Abriss-Diskussion zu 100% NIEMALS mehr aufkommen.

Würde etwas Modernes hinkommen, so würde dies in 20-30 Jahren sehr sehr wahrscheinlich der FAll sein und spätestens in 50 Jahren ein neuer ARchitekturwettbewerb ausgeschrieben.

gstolze
June 10th, 2009, 09:27 PM
Wenn man in Versailles die Gärten besucht, muss man auch durch einen Seiteneingang, die Zentrale Tür des Schlosses wird gar nicht geöffnet.
Warum sollte dieses in Herrenhausen ein Problem sein?

joerg677
June 10th, 2009, 09:37 PM
Sagt mal?!? Man ist doch früher IMMER durch Seiteneingang an der Galerie in den Garten gekommen, oder? Da war doch vorne nie was offen?! Oder täusch ich mich.. Außerdem ist das doch nu wirklich wurscht.. Und wer das Schloß besucht, kann ja eh in den Garten?!?

Zum Thema Schloß nochmal.. Ich bin ja ein ausgesprochener Laves-Fan, hab mich aber schon des öfteren gefragt, warum man seinerzeit an einem hübschen Barock-Schloss die Fassade abklöppelt um dann Neo-Klassizsimus in einem barocken Garten dranzubappen..
Also im Vergleich sieht das Originalschloss doch irgendwie noch hübscher aus.. Auch irgendwie nen kleines Verbrechen seinerzeit..

Bin ja froh, dass es aufgebaut wird.. aber das Original wär ja auch was gewesen..

SternHAJ
June 10th, 2009, 10:19 PM
Zum Thema Schloß nochmal.. Ich bin ja ein ausgesprochener Laves-Fan, hab mich aber schon des öfteren gefragt, warum man seinerzeit an einem hübschen Barock-Schloss die Fassade abklöppelt um dann Neo-Klassizsimus in einem barocken Garten dranzubappen..
Also im Vergleich sieht das Originalschloss doch irgendwie noch hübscher aus.. Auch irgendwie nen kleines Verbrechen seinerzeit..

Bin ja froh, dass es aufgebaut wird.. aber das Original wär ja auch was gewesen..

Zustimmung - das hätte auch was. Das Ganze zeigt aber auch, dass man früher genauso fahrlässig/unaufmerksam mit der Historie umgegangen ist wie heute.

devilsadvocate
June 10th, 2009, 11:25 PM
aber zumindest in einer immer noch sehr ästhetischen Art und Weise :)

Leine1977
June 10th, 2009, 11:26 PM
^^ Anmerkung: Das Barock-Schloß war überspitzt gesagt eine verfallene Fachwerkhütte - mehr nicht. Die Herren Kurfürsten weilten ja lieber an der Themse. Dass Laves beim Ausbau der Stadt dann seinen Stil anbrachte, ließ sich wohl nicht vermeiden - er kann ja nur Klassizismus.

devilsadvocate
June 10th, 2009, 11:39 PM
Also an die "Linken", die meinen, dass der Ort als "Mahnmal" frei bleiben sollte...

Der Garten schreit doch gerade nach seiner Mitte! Und ein modernes Gebäude könnte einfach nicht ins Gesamtbild passen! Völlig ausgeschlossen!

http://img44.imageshack.us/img44/8596/48567835.jpg

Schnitzelesser
June 10th, 2009, 11:43 PM
Ich habe das Gefühl, dass das Schloss doch relativ klein ist.

Leine1977
June 10th, 2009, 11:43 PM
Ein Mahnmal haben wir doch schon mit der Aegidienkirche. Warum soll da eine Wiese ein besseres Mahnmal sein?

Nee, die Diskussion hatten wir hier schon in der Stadt. Die Stadt steht voll hinter dem Schloß. Herrenhausen ist eine der wenigen Trumpfkarten, die Stadt will das Kulturangebot hier ja noch steigern. Das geht nur mit Schloß.

Und schriftlich habe ich es von der Stadt auch, dass die Laves-Fassade favorisiert bleibt.

jp80
June 10th, 2009, 11:47 PM
Sagt mal?!? Man ist doch früher IMMER durch Seiteneingang an der Galerie in den Garten gekommen, oder? Da war doch vorne nie was offen?!

Man betritt den Garten im Augenblick über den Ehrenhof, also dort wo das Schloß gestanden hat. Direkt durch die Mitte. (Daß man auf dem Weg dorthin von der Bahn oder dem Parkplatz von der Seite auf den Ehrenhof tritt, hat damit nichts zu tun.) Das wird sich durch den Wiederaufbau des Schlosses erledigt haben, da VW dort ja keinen Zugang gewähren will.


Zum Thema Schloß nochmal.. Ich bin ja ein ausgesprochener Laves-Fan, hab mich aber schon des öfteren gefragt, warum man seinerzeit an einem hübschen Barock-Schloss die Fassade abklöppelt um dann Neo-Klassizsimus in einem barocken Garten dranzubappen..
Also im Vergleich sieht das Originalschloss doch irgendwie noch hübscher aus.. Auch irgendwie nen kleines Verbrechen seinerzeit..

Bin ja froh, dass es aufgebaut wird.. aber das Original wär ja auch was gewesen..

^^ Anmerkung: Das Barock-Schloß war überspitzt gesagt eine verfallene Fachwerkhütte - mehr nicht. Die Herren Kurfürsten weilten ja lieber an der Themse. Dass Laves beim Ausbau der Stadt dann seinen Stil anbrachte, ließ sich wohl nicht vermeiden - er kann ja nur Klassizismus.

Kann mich hier Leine nur anschließen: Ein barockes "Schloß" hat es im Grunde nie gegeben. Das sah mehr nach einem Schuppen aus. (Oder was hast Du für Quellen). Aus eben jenem Grunde finde ich einen Wiederaufbau des Schlosses auch nicht zwingend notwendig, da es mit dem Garten gar keine stilistische Einheit bildet. Ok, ok, bevor ich hier als jemand tituliert werde, der an allem Alten was auszusetzen hat (was absolut falsch wäre): Wenn das Ding steht, wird es mir wahrscheinlich gefallen! Wobei: besonders spektakulär ist der Laves-Bau ja nun auch nicht gewesen. Tatsache ist, daß mir das Schloß - und ich bin ein riesiger Fan der Anlagen in Herrenhausen - nie irgendwie als Abschluß gefehlt hat. Im Gegenteil: Ich fand es immer toll, daß man auf der entsprechenden Sichtachse bis zum Mausuleum im Berggarten blicken kann. Ich vertrete hier ein bißchen die Ansicht, daß man versucht, eine längst verheilte "Wunde" nach über 65 Jahren unnötigerweise wieder zu öffnen. Naja, wird wahrscheinlich schon ganz nett werden. Ich hoffe, nur, daß es halbwegs "echt" aussehen wird und nicht nach Disneyland!

CrayZD
June 10th, 2009, 11:57 PM
Ich habe das Gefühl, dass das Schloss doch relativ klein ist.

Ist es auch. Und von der Ästhetik her sicher nicht auf Platz 1 der größten architektonischen Verluste Hannovers (egal ob durch Krieg oder Hillebrecht). Der Wiederaufbau ist trotzdem ein positives Signal für die Stadtentwicklung.

Deutlich schöner und architektonisch anspruchsvoller finde ich ohnehin das (gottseidank erhaltene) Galeriegebäude. Dieses wird auf Fotos auch gerne fälschlicherweise als 'Schloss' betitelt. ;)

SternHAJ
June 11th, 2009, 06:36 PM
^^ Anmerkung: Das Barock-Schloß war überspitzt gesagt eine verfallene Fachwerkhütte - mehr nicht. Die Herren Kurfürsten weilten ja lieber an der Themse. Dass Laves beim Ausbau der Stadt dann seinen Stil anbrachte, ließ sich wohl nicht vermeiden - er kann ja nur Klassizismus.

Mit dieser Argumentation lässt sich fast jeder Abriss rechtfertigen. War das Friederickenschlößchen denn nicht auch nur eine marode Hütte? Und dass Hillebrecht seinen Stil beim Wiederaufbau anbrachte, ließ sich wohl auch kaum vermeiden - er konnte ja nur Moderne der Nachkriegszeit.

Ein Abriss eines Gebäudes ist ok, wenn es zur eigenen Meinung passt - ist das nicht der wahre Hintergrund ganz vieler Argumentationen hier?

erbse
June 11th, 2009, 06:45 PM
Ich glaube nicht, dass Leine das so meinte, wie du es interpretiert hast ;)


Aber stimmt schon, es gäbe in Hannover wichtigere Rekonstruktionsfronten, an denen es zu kämpfen gilt. Vorallem in der geschundenen Altstadt. Aber nundenn, wenn die VW Stiftung das Ganze finanziert, warum denn nicht? Der Lavesbau komplettiert den Garten sinnvoll und gibt ihm einen seiner zentralen Bezugspunkte zurück. Zudemm bekommt der Garten endlich wieder etwas Aufmerksamkeit - halb Deutschland wird diese in Europa einmaligen Anlagen sicher kaum vom Hörsensagen kennen!

SternHAJ
June 11th, 2009, 06:50 PM
Ich habe auch überhaupt nichts gegen den Wiederaufbau des Schlosses in der Laves-Form einzuwenden. Das passt, ist norddeutsch-sachlich, ein guter Wiederabschluss des Gartens.

Aber es ist eben eine Tatsache, dass ursprünglich dort ein anderes Schloss stand, klein und noch zurückhaltender, und dass dieses Schloss abgerissen und geopfert wurde. Kein Gedanke an Erhalt oder Instandsetzung.

Früher war eben auch nicht alles besser als heute, sondern nur anders :)

erbse
June 11th, 2009, 06:58 PM
Nunja. Im Barockzeitalter wurde aber sehr oft gutes durch besseres ersetzt. Von teilweise brachialen Kirchenbarockisierungen mal abgesehen.

Im Schlossbau ging es zu der Zeit wirklich voran, auch danach - speziell der Historismus hat viele schlichte, wenig sehenswerte ältere Bauten noch einmal ordentlich aufgemöbelt.
Dieser Effekt spart sich seit dem Modernismus in 99.9% der Fälle leider aus, wir sehen Verschlechterungen statt Verbesserungen.

Und sicher hat Laves auch hier Besserung verschafft. Ist denn bekannt, wie der Fachwerkvorgänger aussah? Gibt es Darstellungen davon?

Leine1977
June 11th, 2009, 07:02 PM
Früher war eben auch nicht alles besser als heute, sondern nur anders :)

Der Gedanke lag Dir wohl nahe, wie?:)

Also gstolze hatte den Unterschied zwischen unserem werten Herrn Laves und Hillebrecht hier in diesem Forum einmal treffend dargestellt. Punktuell gab es schon immer Eingriffe in den Stadtbau:


Abbruch des Ständehauses in der Karmarschstraße durch Laves (Bild hängt am Zugang zur Kröpcke-Station)
Abbruch des berühmten "Haus der Väter" (jedoch mit Wiederaufbau an anderer Stelle)
...

Letztlich hat Laves viel Neues mit System und Bedacht aufgebaut. Eingriffe ließen sich da nicht vermeiden - erst recht nicht bei der aufkommenden Industrialisierung. Hillebrecht dagegen hat die Stadt komplett auf den Kopf gestellt. Alles, was vorher da war, wurde "über Nacht" radikal angezweifelt und verändert. Selbst die Laves-Achsen wurden zerstört. Dabei wurden großflächige Gebiete sogar abgeräumt. Hinzu kommt noch der "Hass" auf frühere Architekturzeugnisse, die zu völlig unnötigen Abrissen führten. Das wäre so, als wenn Laves die Altstadt wegradiert hätte, weil er Klassizismus-Fan war und Fahwerk hasste.

Zum Schloß: Dass das heruntergekommene Schloß für den Monarchen, die ja später nach Hannover zurückkehrten, nicht mehr ausreichte, weil es wirklich nur ein größeres Fachwerkhaus war - mein Gott, das war wohl seine Privatsache.

joerg677
June 11th, 2009, 07:03 PM
^^ Anmerkung: Das Barock-Schloß war überspitzt gesagt eine verfallene Fachwerkhütte - mehr nicht. Die Herren Kurfürsten weilten ja lieber an der Themse. Dass Laves beim Ausbau der Stadt dann seinen Stil anbrachte, ließ sich wohl nicht vermeiden - er kann ja nur Klassizismus.

Wie kommst Du denn auf verfallende Fachwerk-Hütte?! Ich hab da ganz tolle Bilder gesehen.. Leider find ich die nichtmehr.. Und da sah das prima aus. Ist ja der gleiche Bau gewesen nur mit barocker Fassade wie ich mich erinnere..

Ich such mal..

Leine1977
June 11th, 2009, 07:06 PM
@joerg: Die Bilder, die der kurfürstliche Hof wohl malen ließ, zeigen doch immer nur die beste Seite. Laut historischen Quellen war Herrenhausen samt Garten immer verfallen gewesen - weil keiner da war. Das Schloß war wohl jedenfalls in einem nicht sehr guten Zustand. Wahrscheinlich sah Herrenhausen noch nie so gut aus wie heute.

joerg677
June 11th, 2009, 07:11 PM
@joerg: Die Bilder, die der kurfürstliche Hof wohl malen ließ, zeigen doch immer nur die beste Seite. Laut historischen Quellen war Herrenhausen samt Garten immer verfallen gewesen - weil keiner da war. Das Schloß war wohl jedenfalls in einem nicht sehr guten Zustand. Wahrscheinlich sah Herrenhausen noch nie so gut aus wie heute.

Ja das glaub ich ja, aber sicher war das Schloss auch mal in einem guten Zustand?!? Nach dem Bau?!? Versteh den Zusammenhang nicht ganz.. Hab auch jetzt nur nen Kupferstich von 1800 gefunden ohne riesige Details darauf erkennen zu können. Naja, falls jemand nochmal ein Bild davon hat..

Leine1977
June 11th, 2009, 07:17 PM
Hmm... jetzt versteh ich Dich nicht. Einigen wir uns einfach darauf: das Schloß war barock und recht klein.:)

joerg677
June 11th, 2009, 07:19 PM
Hmm... jetzt versteh ich Dich nicht. Einigen wir uns einfach darauf: das Schloß war barock und recht klein.:)

:lol: Wart mal ! Ich hab gelesen, das ist der selbe Bau, Laves hat nur die Fassade geändert, verstehst mich jetzt? Das war ja nicht größer anschließend.. ?

gstolze
June 11th, 2009, 07:35 PM
:lol: Wart mal ! Ich hab gelesen, das ist der selbe Bau, Laves hat nur die Fassade geändert, verstehst mich jetzt? Das war ja nicht größer anschließend.. ?

DAs war mmir auch so bekannt. Die ursprünglich barocke Fassade wurde schon vor Laves einmal vereinfacht und dann später durch Laves in eine klassizistische Fassade ersetzt. Das Schloss in Herrenhause sollte nie der Hauptaspekt sein, sondern der Garten. Diesem sollte sich das Schloss als Sommerlusthaus unterordnen. Wie ich finde, sehr gelungen.

gstolze
June 11th, 2009, 07:37 PM
Der Gedanke lag Dir wohl nahe, wie?:)

Also gstolze hatte den Unterschied zwischen unserem werten Herrn Laves und Hillebrecht hier in diesem Forum einmal treffend dargestellt. Punktuell gab es schon immer Eingriffe in den Stadtbau:

[LIST]
Abbruch des Ständehauses in der Karmarschstraße durch Laves (Bild hängt am Zugang zur Kröpcke-Station)
Abbruch des berühmten "Haus der Väter" (jedoch mit Wiederaufbau an anderer Stelle)
...



Da hattest Du was missverstanden. Das Ständehaus wurde nicht von Laves abgerissen, sondern als die Karmarschstraße gebaut wurde. Das war wesentlich später.

devilsadvocate
June 11th, 2009, 08:15 PM
Das Ständehaus wurde aber auch wiederaufgebaut! DAs war der große Unterschied. Und egal was in dieser Zeit gebaut wurde, ob Wohnung oder Industrie, es war schön und nicht billig wie heute zu 95%!

joerg677
June 11th, 2009, 08:33 PM
Das Ständehaus wurde aber auch wiederaufgebaut! DAs war der große Unterschied. Und egal was in dieser Zeit gebaut wurde, ob Wohnung oder Industrie, es war schön und nicht billig wie heute zu 95%!

Hmm, nja.. bin ja bekannt als Fan der Zeit, aber ganz richtig ist das nicht.. Ferdinand Wallbrecht beispielsweise hat die halbe Oststadt zum Bahnhof hin als billige Mietskasernen mit miesen Ziegeln aufgebaut. Damit hat er den Großteil seiner Kohle gemacht.. Diese Häuser hatten dann auch ganz schnell Schwamm etc.. Die teuren, qualitativ hochwertigen Häuser wurden bspw. in der Bödekerstraße ("..angelegt weil die schönen und reichen in der Königstraße keine Baugrundstücke mehr hatten" Quelle: www.hannover-oststadt.de) Hohenzollernstraße, Yorkstraße usw.. für das wohlhabende Bürgerturm/Offiziere/hohe Beamte als teure Mietwohnungen errichtet.
Da stimmte auch die Qualität wieder.

erbse
June 11th, 2009, 08:46 PM
Soziale Wohnungsbauten/Mietskasernen waren noch nie von herausragender Qualität ;)


Aber noch einmal der Aufruf: Nichts gegen kurze Themenabschweife, aber mittlerweile werdet ihr in jedem Thread offtopic! Bitte besprecht so etwas künftig im Stadtgespräch (ihr könnt z.B. einen Beitrag per Quote-Knopf zitieren und dies dann ins Antwortfeld im Stadtgespräch kopieren).

Andere Lösung: Ihr eröffnet einfach einen neuen Thread, wenn das Thema interessant genug ist. Das Hannoverforum ist arm an Threads und reich an Posts, ein Mißverhältnis!


Danke für die Aufmerksamkeit. Und nun weiter im (Herrenhäuser) Text ;)

Leine1977
June 11th, 2009, 09:24 PM
Da hattest Du was missverstanden. Das Ständehaus wurde nicht von Laves abgerissen, sondern als die Karmarschstraße gebaut wurde. Das war wesentlich später.

Richtig! hatte ich damals auch schon falsch wiedergeben. Ich erinnere mich. Dennoch bleibt meine Argumentation so bestehen: zu keiner Zeit kann man Eingriffe in den Stadtbau mit denen von Hille vergleichen.

Leine1977
June 11th, 2009, 09:26 PM
:lol: Wart mal ! Ich hab gelesen, das ist der selbe Bau, Laves hat nur die Fassade geändert, verstehst mich jetzt? Das war ja nicht größer anschließend.. ?

Ja, verstehe ich. Um so besser für den alten Laves. Dennoch war es heruntergekommen - da waren also Fassadenarbeiten wohl Pflicht. Jedenfalls finde ich nicht, dass man den Umbau mit dem sinnlosen Abbruch des Frederikenschlößchens irgendwie vergleichen kann.

joerg677
June 11th, 2009, 09:37 PM
Ja, verstehe ich. Um so besser für den alten Laves. Dennoch war es heruntergekommen - da waren also Fassadenarbeiten wohl Pflicht. Jedenfalls finde ich nicht, dass man den Umbau mit dem sinnlosen Abbruch des Frederikenschlößchens irgendwie vergleichen kann.

Hab ich doch gar nich??!?

Leine1977
June 11th, 2009, 09:49 PM
Hab ich doch gar nich??!?

Nee, ich mein ja damit auch den Stern. Sorry.

Leine1977
June 11th, 2009, 09:59 PM
In dem Buch "Geschichte der Stadt Hannover" heißt es:

Herrenhausen nach 1714

(...) Dann aber brach der lange "Dornröschenschlaf" Herrenhausen an: Der auf Besuch in seinen Stammlanden weilende Georg II. verließ 1755 eilig Herrenhausen, als sich die Vorboten des Siebenjährigen Krieges zeigten. Die Sommerresidenz verwaiste nunmehr. Noch im selben Jahr gab man die herrschaftliche Reierhaltung in Burg auf. 1766 wurde durch landesherrliche Einsparungsmaßnahmen der drohende Verfall der herrenhäuser Anlagen immer deutlicher. Da die spärlichen Staatsgelder zur erhaltung der Sommerresidenz Herrenhausen selbst für die notwendigsten Reparaturen nicht ausreichten, wurde 1775 gar erwogen, das Schloß abzureißen.

(...) Dem Desinteresse der nach 1755 nicht mehr ihre Stammlande besuchenden Könige ist es letztlich zu verdanken, dass der Barockgarten, wenngleich zeitweilig arg verwildert und im Zweiten Weltkrieg des Schlosses beraubt, bis in unsere Tage in recht ursprünglichen zustand erhalten blieb. (...) Seit 1795 war auch das Betreten des Leineschlosses gegen Bezahlung möglich

CrayZD
June 26th, 2009, 01:23 PM
Nichts wirklich weltbewegendes, aber man ist ja froh wenn sich was tut:

Unterzeichnung des Erbbaurechtsvertrags für den Wiederaufbau des Schlosses Herrenhausen

Fototermin am Freitag, den 3. Juli um 12 Uhr im Ehrenhof des Großen Gartens Herrenhausen (bei schlechtem Wetter im Zimmer des Frühlings in der Galerie) mit Oberbürgermeister Stephan Weil und dem Generalsekretär der VolkswagenStiftung Dr. Wilhelm Krull

Es ist beschlossen! Die Landeshauptstadt Hannover und die VolkswagenStiftung bauen das Schloss Herrenhausen wieder auf. Der historisch vorgegebene Baukörper, wie er sich nach der Umgestaltung durch Laves darstellte, soll zu einem modernen, multifunktionalen Tagungszentrum ausgebaut werden.
Am Freitag, dem 3. Juli, wird der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, Stephan Weil, dem Generalsekretär der VolkswagenStiftung, Dr. Wilhelm Krull, den zwischen der Landeshauptstadt Hannover und der stiftungseigenen Vermögensanlagegesellschaft „Immobilien-Verwaltungs- und Anlagegesellschaft Dr. A. Steiger KG“ (IVA KG) geschlossenen Erbbaurechts- und Mietvertrag zum Wiederaufbau des Schlosses Herrenhausen überreichen.
Anlässlich dieses bedeutungsvollen Vertragsabschlusses laden wir die Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich zu einem Fototermin ein am

Freitag, 3. Juli, 12 Uhr,
in den Ehrenhof im Großen Garten (bei schlechtem Wetter in der Galerie),
Herrenhäuser Straße.

Wir würden uns freuen, Sie zu diesem Termin begrüßen zu können.

Quelle (http://www.volkswagenstiftung.de/service/presse.html?datum=20090626)

Nach diesem symbolischen Akt hoffe ich mal, dass es dann auch bald losgeht.

lifestyle032
June 26th, 2009, 01:34 PM
Steht dann nicht erst einmal der Architektenwettbewerb an? Oder spart man sich den jetzt? Die Fassadengestaltung ist meines Wissens nach noch nicht beschlossen worden. Es könnte also theorethisch auch noch ein Glaskorpus kommen :hammer:

CrayZD
June 26th, 2009, 01:36 PM
Das meinte ich mit 'losgehen'. Dass die Bagger noch nicht anrücken ist mir klar. ;) Aber Hauptsache, die Spekulationen über die mögliche Gestaltung hören bald auf.

Ein Architektenwettbewerb kann (und wird hoffentlich auch) ja gottseidank so gestaltet werden, dass irgendwelche Stahl-/Glas-Ungetüme per Vorgabe ausgeschlossen sind.

lifestyle032
June 26th, 2009, 01:54 PM
Okay, dann hatte ich dich missverstanden!
Ich bin aber relativ sicher, dass die Fassade so aussehen wird wie in der Visualisierung. Die VW Stiftung hätte sich um den Schlossaufbau sicherlich nicht bemüht, um jetzt umzuschwenken, und einen neuartigen Fremdkörper dort hinzusetzen.

(Wenn man es so bedenkt, ist ein Architektenwettbewerb fast schon herausgeschmissenes Geld.)

Leine1977
June 26th, 2009, 05:14 PM
zur Fassade: also die Kulturdezernentin hatte mir doch persönlich versichert in einem Schreiben, dass die Laves-Fassade von der Stadt unterstützt wird.

und jetzt mal aus aktuellem Anlass:

Warum sind unsere Gärten eigentlich nicht Weltkulturerbe?!

Die Dresdner haben ne grüne Wiese sogar damit durchbekommen, warum dann nicht unsere Gärten? Der ist doch original und wenn das Schloss noch kommt, passt es wieder.

realstranger
June 26th, 2009, 05:17 PM
Evtl. wird unser Straßenverkehrssystem Weltkulturerbe :D

gstolze
June 26th, 2009, 06:21 PM
Leine:

Das liegt daran, dass die Gärten bei der Restaurierung in den 30er Jahren zu starl verändert wurden. Die 8 kleinen Themengärten in den Hecken wurden erst damals angelegt. Ich denke, auch die Änderungen durch die Straßenführung und Stadtbahn, sowie die Nachkriegsbauten im Berggarten spielen eine Rolle.

gstolze
June 26th, 2009, 06:22 PM
Evtl. wird unser Straßenverkehrssystem Weltkulturerbe :D

Ich würde eher auf die Parkgaragen tippen.... :crazy2:

SternHAJ
July 3rd, 2009, 10:16 PM
Offenbar ist der Vertrag über den Wiederaufbau des Schlosses mit der VW-Stiftung nun unterschrieben (das kam heute in den Radio-Nachrichten auf NDR 1 Radio Niedersachsen)

Leine1977
July 4th, 2009, 12:50 PM
Offenbar ist der Vertrag über den Wiederaufbau des Schlosses mit der VW-Stiftung nun unterschrieben (das kam heute in den Radio-Nachrichten auf NDR 1 Radio Niedersachsen)

Steht heute auch in der HAZ. Irgendwie wiederholt sich das immer. Ich denke, die haben sich schon tausend mal geeinigt. Die sollen endlich den Spaten in die Hand nehmen. Das Schloß muss kommen!

:cheers:

SternHAJ
July 4th, 2009, 05:25 PM
Zwischen "geeinigt" und "unterschrieben" besteht schon ein gewisser Unterschied

devilsadvocate
July 4th, 2009, 06:23 PM
Hier noch die Ansicht von der anderen Seite:

http://img122.imageshack.us/img122/3104/0030906827.jpg

joerg677
July 4th, 2009, 08:49 PM
Was ist denn da passiert? Warum stehen denn die Seitenflügel nicht mehr im rechten Winkel????:nuts:

Martinsson
July 4th, 2009, 09:31 PM
Was ist denn da passiert? Warum stehen denn die Seitenflügel nicht mehr im rechten Winkel????:nuts:

Die standen noch nie im rechten Winkel: im Original waren die Seitenflügel ebenfalls Richtung Gartenseite "geöffnet".

Wenn man sich schon zu einer Rekonstruktion entschlossen hat, soll das so auch wieder errichtet werden. Schließlich finden demnächst Bodenuntersuchungen statt, um das genaue Ausmaß der Anlage festzustellen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man dabei die Seitenflügel "begradigt".

joerg677
July 4th, 2009, 09:45 PM
Also entschuldige, aber ich sehe hier überall rechte Winkel:

http://hgisg.geoinform.fh-mainz.de/multi4/bilder/STD02364HerrenhausenSchloss1714.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/9c/Herrenhausen_Plan_1747.jpg/800px-Herrenhausen_Plan_1747.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/0e/Hannover_Schloss_zu_Herrenhausen_(um_1895).jpg/795px-Hannover_Schloss_zu_Herrenhausen_(um_1895).jpg

Lefthandy
July 4th, 2009, 10:09 PM
Ich habe alte Stadtpläne, selbst auf denen sieht man die schrägen Flügel. Die waren definitiv nicht rechtwinklig.

Was ich schade finde ist, dass man die Nebengebäude nicht mitrekonstruiert. Diese Halbkreisförmige Mauern um den Hinterhof waren mal Wände von zwei Nebengebäuden (sieht man ja auf den von Jorg verlinkten alten Stichen)

Außerdem hätte die Rekonstruktion des einen seitlichen Nebengebäudes das Ende des mMn urhäßlichen Mövenpick-Containerdorfes bedeutet. Nach der Abbildung wird das Mövenpickgebäude aber wohl integriert.

Na ja, wir sind hier ja auch nicht bei Wünsch-Dir-Was. So wie es kommt ist es ja auch schon toll.

gstolze
July 4th, 2009, 10:10 PM
Der gesamte Große Garten ist nicht rechtwinkelig, sondern alle Achsen sind um 4° verdreht. Das war von Anfang an so geplant. Da das Schloss aber parallel zur Straße steht, sind die Gartenflügel so verschoben. Das kann man auch gut im Freiplatz vor dem Tor sehen, dort wo die Sonnenuhr ist. Der Platz ist an der Seite zur Kaskade schmaler als vor der Grotte.

joerg677
July 4th, 2009, 10:14 PM
Der gesamte Große Garten ist nicht rechtwinkelig, sondern alle Achsen sind um 4° verdreht. Das war von Anfang an so geplant. Da das Schloss aber parallel zur Straße steht, sind die Gartenflügel so verschoben. Das kann man auch gut im Freiplatz vor dem Tor sehen, dort wo die Sonnenuhr ist. Der Platz ist an der Seite zur Kaskade schmaler als vor der Grotte.

Aber die Flügel auf den alten Stichen sind definitiv rechtwinklig?! Und diese neue Darstellung ist doch mehr als 4 Grad oder hab ich Dich da falsch verstanden.

gstolze
July 4th, 2009, 10:20 PM
Aber die Flügel auf den alten Stichen sind definitiv rechtwinklig?! Und diese neue Darstellung ist doch mehr als 4 Grad oder hab ich Dich da falsch verstanden.

Die alten Stiche waren doch immer idealisiert und gaben nicht unbedingt die Realität wieder. Wenn man im Schlosshof stand hat man es kaum gemerkt, wenn man es nicht wusste. Die 4° beziehen sich auf die Gartenachsen. Der Flügel waren eh leicht gespreizt gebaut, daher hat man hier einen extremeren Eindruck.

joerg677
July 4th, 2009, 10:28 PM
Okay, dann ist ja alles in Ordnung.. Obwohl ich es zunächst optisch ein wenig seltsam empfunden habe.. Der Garten wirkt ja sehr rechtwinklig, die Orangerie und Galerie ebenso hintereinander und dann 2 gespreitzte Flügel.. Naja.. aber wenns so war, gehörts da auch so wieder hin.. :)

Schnitzelesser
July 6th, 2009, 11:49 AM
Auf den drei verlinkten Bildern kann man doch allenfalls im ersten eine Rechtwinkligkeit erahnen. Beim zweiten sieht man hingegen "deutlich", das dem nicht so ist. Auf dem dritten Bild kann man gar nichts erkennen.

Leine1977
July 12th, 2009, 08:52 PM
Grünes Licht für den Wiederaufbau von Schloss Herrenhausen in Hannover

Nachricht vom 12.07.2009

Die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover erhält mithilfe der Volkswagen-Stiftung das Schloss Herrenhausen zurück. Durch einen Erbbaurechts- und Mietvertrag zwischen Stiftung und Stadt wurde am 3. Juli der Weg für eine Rekonstruktion des Schlossbaus geebnet. Bereits im Jahr 2012 soll der Nachbau des einstigen Sommersitzes der welfischen Fürsten fertiggestellt sein.

Die Wiedererrichtung komplettiert das prächtige Gebäudeensemble in den Herrenhäuser Gärten, die zu den besterhaltenen und größten barocken Gartenanlagen Europas zählen. Die Anlagen in der Hannoverschen Nordstadt wurden um die Mitte des 17. Jahrhunderts angelegt. Das darauf errichtete Schloss verblieb bis ins 20. Jahrhundert im Besitz der welfischen Fürstenfamilie, bis es im Jahr 1943 bei einem Luftangriff nahezu gänzlich zerstört wurde. Erhalten blieben nur das Portal der Schlosstreppe und die Begrenzungen der beiden Schlosshöfe.

In der Nachkriegszeit waren mehrere Bemühungen zum Wiederaufbau des Schlosses aus finanziellen Gründen gescheitert und so blieb seither die Baulücke mit Ruinenresten bestehen. Nun soll das Schloss in seinem letzten Baubestand rekonstruiert werden. Nach den Plänen des Hofbaumeisters Georg Ludwig Laves, der das Schloss Anfang des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Baustil erneuerte, wird ausschließlich die Hülle des historischen Baukörpers nachgebaut. Hinter den klassizistischen Fassaden soll der Innenraum künftig ein modernes Tagungszentrum beherbergen, das durch ein kulturhistorisch ausgerichtetes Museum ergänzt werden soll. Vor allem wissenschaftliche Veranstaltungen sollen in den neuen Räumlichkeiten stattfinden, womit nach Ansicht der Bauträger der geistesgeschichtlichen Tradition der Stadt Rechnung getragen wird. Schließlich war Gottfried Wilhelm Leibniz lange am hannoverschen Hofe und damit auch im Schloss Herrenhausen tätig.

Die Wiedererrichtung des Schlosses ist in der öffentlichen Diskussion nicht unumstritten. Der Bund Deutscher Architekten (BDA) sprach sich im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau strikt gegen die Rekonstruktionstendenzen in der deutschen Stadtplanung aus. Nach seiner Ansicht sollte die kulturelle Kontinuität und die Ablesbarkeit der Geschichte in den Städten erhalten bleiben. Dies könne nur durch eine die bestehende Bebauung respektierende, aber zeitgebundene Architektur geschehen. Der BDA bezieht sich mit der Haltung auf ein Memorandum der UNESCO, die im Bezug auf die Stadtplanung neben dem Erhalt historischer Bausubstanz ausdrücklich fordert, dass Formen pseudohistorischer Gestaltung der Städte zu vermeiden seien. Der BDA Niedersachsen forderte daher dazu auf, im nun anstehenden Architektenwettbewerb, die Fassadengestaltung ausdrücklich offen zu halten. Nur so könne eine verantwortliche Lösung der Wiederbebauung gefunden werden.

Bei den Verantwortlichen herrscht allerdings eine andere Meinung vor. In dem nun geschlossenen Vertrag verpflichtet sich der Bauträger zur getreuen Fassadenrekonstruktion nach den Lavesplänen. Die Befürworter einer Rekonstruktion führen vor allem das Argument ins Feld, dass die Erhaltung des Gesamtkunstwerks „Herrenhäuser Gärten“ der historischen Kontinuitätsansicht unterzuordnen sei. Die Politik zieht zudem Schlüsse aus dem Vorhaben einer modernen Bebauung in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Damals wollte die Stadt nach einer Idee des dänischen Architekten Arne Jakobsen an der Stelle des Schlosses eine 21 Meter hohe Aussichtstribüne über den Gartenanlagen errichten. Die Realisierung des Entwurfes scheiterte jedoch am heftigen Widerstand der Bevölkerung.


Quelle: http://www.damals.de/sixcms/detail.php?id=189399

blackwhitecastle
July 21st, 2009, 05:23 PM
Da ja gerade das kleine Fest im großen Garten stattfindet, habe ich mich gefragt, wo und ob denn dann zukünftig das Feuerwerk steigen wird. Gleiches gilt für den Feuerwerkswettbewerb.

Ich kann mir nämlich kaum vorstellen, dass eine Versicherung, die das Schloss als Risiko gezeichnet hat, sagen wird: Yippie, dann laßt mal krachen...!

CrayZD
July 21st, 2009, 05:53 PM
Das muss das Gebäude ja wohl abkönnen. Wir sind hier schließlich nicht in China. :D

Im Ernst: die Grotte, die Schlossküche, der Werkhof... das ist doch jetzt alles schon in unmittelbarer Nähe zum 'Abschussbereich'. Ich sehe da keine Probleme, zumindest nicht beim Kleinen Fest. Für den Feuerwerkswettbewerb dürfte allerdings etwas Zuschauerkapazität flöten gehen.

telemaxx
August 5th, 2009, 12:04 AM
Ein Tunnel für das Schloss?

Beim Herrenhäuser Schlossneubaus gibt es Gedankenspiele, den Ost- und Westflügel mit einem Tunnel zu verbinden, damit Museumsbesucher beide Ausstellungsräume auf unterirdischem Wege erreichen.

Weiter auf HAZ.de (http://www.haz.de/HAZ/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Ein-Tunnel-fuer-das-Schloss)

devilsadvocate
August 5th, 2009, 12:12 AM
Naja, solange es keine Brücke wird, die durch die Herren Architekten zeitgenössisch ausgestaltet werden darf, ist es ok...

Squig
August 5th, 2009, 01:10 PM
Finde das Unsinn, wer geht schon gerne durch Tunnel?

gstolze
August 5th, 2009, 09:40 PM
Tunnel ist irgendwie ein unpassender Begriff. Ich würd es eher als Korridor bezeichnen. Wenn dieser schön gemacht wird und für weitere Ausstellungsstücke genutzt wird, kann es durchaus attraktiv werden.

CrayZD
August 6th, 2009, 01:29 PM
Aufgrund der bescheidenen Gebäudeabmessungen wird sich ja ohnehin ein beachtlicher Teil im Untergrund abspielen, wie der Artikel schon andeutet. Und auch solche 'Tunnel' kann man attraktiv gestalten.

Die Alternative ist bei schlechtem Wetter irgendwie suboptimal. Fehlt noch, dass irgendein toller Architekt auf die Idee kommt, die Sicht auf die Schlossfassade mit einer hübschen Stahl-/Glas-Gangway zu verzieren. :ohno:

blackwhitecastle
August 15th, 2009, 12:41 PM
... die Finanzierung steht nun endlich: Artikel von gestern Abend aus der Online HAZ: http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Schlossmuseum-Stadt-und-Land-zahlen

Themanschwerpunkte des Museums: Leben und Wirken von Leibniz in den Bereichen Herrenhäuser Gärten, Hofkultur oder die Personalunion zwischen Welfen und englischem Königshaus.

Schön wäre wirklich, wenn die beiden Museumsteile in den Seitenflügeln des Schlosses durch einen Tunnel miteinander verbunden wären.

joerg677
August 16th, 2009, 01:38 PM
Aufgrund der bescheidenen Gebäudeabmessungen wird sich ja ohnehin ein beachtlicher Teil im Untergrund abspielen, wie der Artikel schon andeutet. Und auch solche 'Tunnel' kann man attraktiv gestalten.

Die Alternative ist bei schlechtem Wetter irgendwie suboptimal. Fehlt noch, dass irgendein toller Architekt auf die Idee kommt, die Sicht auf die Schlossfassade mit einer hübschen Stahl-/Glas-Gangway zu verzieren. :ohno:

Du sprichst mir aus der Seele..

lifestyle032
September 9th, 2009, 05:47 PM
"Die ersten Fundamentgrabungen beginnen bereits Ende dieses Monats, nächstes Jahr sollen die Architektenentwürfe für die Nutzung der Innenräume und das Aufbaukonzept fertig sein. Dann werden die Reiseführer für Hannover umgeschrieben – und für Stadttouristen gibt es eine neue Attraktion."

Quelle (http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Herrenhausen-wird-zur-Attraktion)

Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet, dass der Baubeginn schon Ende September sein soll! (Allerdings fallen die Fundamentarbeiten dann gerade in die kalte Jahreszeit...)

telemaxx
September 9th, 2009, 06:28 PM
Das hat nichts mit dem Baubeginn zu tun, da bin ich mir ziemlich sicher!
Es geht einfach nur darum, die alten Fundamente freizulegen bzw zu finden.
Es gab ja noch nicht einmal einen Architektenwettbewerb nach dem gebaut werden könnte...

gstolze
September 9th, 2009, 07:39 PM
Es laufen da schon seit einigen Wochen Vermessungstechniker rum. Ich kann es kaum abwarten, bis der Bau endlich beginnt.

lifestyle032
October 13th, 2009, 04:44 PM
Das Wettbewerbsprozedere beginnt!

http://www.drost-consult.de/media/1255353277_Bekanntmachung_Schloss_Herrenhausen.pdf

devilsadvocate
October 26th, 2009, 10:12 PM
Mein Gott bin ich froh, dass uns bei unserem kleinen SChloss solch ein architektonisches Desaster wie hier in Berlin erspart bleibt!!:cheers:
Ein Schloss mit heutiger Kastenbauweise und fehlenden originalen Außenwänden verunstaltet:lol::ohno:
Man schaue auch mal ganz genau auf die "Kuppel" ;-)
Finden Architekten sowas echt schön? Kann ich kaum glauben... ODer wollen sie sich auf Teufel komm raus einfach nur verwirklichen?
Wenn das gebaut wird sollte man am Eingang Brechtüten verteilen, für diejenigen die da reingehen in Erwartung des Erlebens des ehemaligen StadtSCHLOSSES!

Aber die Laternen gefallen mir ;-)

http://www.morgenpost.de/multimedia/archive/00494/Schloss_a3_BM_Berli_494117a.jpg

realstranger
October 27th, 2009, 12:02 PM
Hoffen wir mal, dass Kollhoff noch mit seiner Klage durchkommt, damit der Schund nicht gebaut wird.

erbse
October 27th, 2009, 01:07 PM
Devil: Beim Berliner Stadtschloss kommt die originale Kuppel und auch die Schlosshöfe, wie es der Ursprungsentwurf von Franco Stella vorgesehen hat. Nur die Ostfassade an der Spree und ein Hofabschnitt werden modern sein. Allerdings ist auch das bereits zu viel, weshalb ich die Verzögerung durch Kollhoffs Rüge durchaus begrüße. Womöglich wird man das Vergabeverfahren noch einmal neu aufrollen bzw. gleich eine Komplettrekonstruktion beschließen.

Andererseits müsst ihr hier auch die Relationen sehen. Hannoveraner und Berliner Schloss sind ja in keinster Weise vergleichbar.


Und damit bitte wieder zurück zu Hannover! Berlin kann hier besprochen werden: http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=178723&page=20

joerg677
October 28th, 2009, 12:07 AM
:ohno:Oh mein Gott!
Ich bin Mitglied im Förderverein Berliner Stadtschloss, aber auf den Modellen sah die "moderne" hintere Fassade irgendwie klassischer aus. So ein wenig nach 1920er/30er Jahre..
Aber auf dieser Animation ist das ein furchtbarer Anblick. Hört die klassische Fassade dort im NICHTS auf??? Das sieht ja schon ABSURD aus.. Touristen werden davorstehen und völlig verwirrt sein - ohne Hintergrundwissen..

Warum eimert man immer so rum?? Wenn ich was wiederaufbaue, dann doch BITTE richtig und nicht immer so halb.. und dann was modernes dazu. WOZU DENN?? Dann kann ich doch gleich modern bauen.
Barock passt einfach nicht zu... was auch immer das ist..

Bob!
October 31st, 2009, 09:17 PM
Sorry erbse, aber das passt glaub' ich nicht in den Berliner Thread.

Heute hab' ich gesehen, dass im U.G. der EAG 'ne Ausstellung zum Berliner Schloss ist. Hab' sie mir aber nur flüchtig angeguckt, weil es, wie eigentlich jeden Samstag, ätzend voll war. Unter anderem gab's unzählbare Info-Stellwände, ein Modell, Fassadenteile in einer Steinmetzwerkstatt und das kostenlose Berliner Extrablatt mit 58 Seiten zum Thema. Sah ganz informativ aus. Wen's interessiert, der kann sich das noch bis 08. November angucken.

devilsadvocate
October 31st, 2009, 10:18 PM
Das Berliner Schloss wird nicht wiederaufgebaut, sondern völlig entstellt mit modernen Elementen. Von einem Wiederaufbau kann man dabei nicht sprechen, da fast nichts dem Original ähneln wird.
Die Briten und Franzosen mit ihren Palästen werden sich ins Fäustchen lachen, wie man an solch einer Geschmacksverirrung leiden kann!

matheking
October 31st, 2009, 11:09 PM
Die Briten und Franzosen mit ihren Palästen werden sich ins Fäustchen lachen, wie man an solch einer Geschmacksverirrung leiden kann!
Da kommen ja uralte Fronten wieder hoch!:guns1::horse:

joerg677
November 1st, 2009, 02:06 PM
Am Ende wollen die Hohenzollern in Hannover einziehen ... :lol:
Aber auch da wird ja wohl im Innenraum rumgeaaaast.. :bash:

Squig
November 1st, 2009, 02:21 PM
Am Ende wollen die Hohenzollern in Hannover einziehen ... :lol:
Aber auch da wird ja wohl im Innenraum rumgeaaaast.. :bash:

Ohne VW's Geld ginge es ja wohl nicht. Wenn die das dann auch nutzen können wollen ist das ein kleiner Preis.

lifestyle032
December 10th, 2009, 03:10 PM
Architektenwettbewerb für Schloss gestartet

Der Architekten-Wettstreit um den besten Entwurf für den Wiederaufbau des Schlosses Herrenhausen in Hannover hat begonnen.

Weiter auf neuepresse.de (http://www.neuepresse.de/Hannover/Uebersicht/Architektenwettbewerb-fuer-Schloss-gestartet)

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Architekten ringen um Auftrag für Schloss Herrenhausen

15 Architekturbüros aus ganz Deutschland streiten in den kommenden Monaten um die besten Ideen für den Wiederaufbau des Schlosses Herrenhausen. Darunter sind auch zwei hannoversche Teilnehmer.

weiter auf HAZ.de (http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Architekten-ringen-um-Auftrag-fuer-Schloss-Herrenhausen)

devilsadvocate
March 24th, 2010, 02:48 AM
Man bin ich froh, dass kein ARchitekt der Welt die Fassade dieses Schlosses mehr verunstalten kann! Gott sei Dank ist das festgeschrieben!

Vorarbeiten für das Schloss haben begonnen


Bis zum ersten Spatenstich für das Schloss in Herrenhausen wird es zwar noch etwas dauern. Doch schon jetzt sind die Bagger im Ehrenhof zugange, um den künftigen Standort für das hochherrschaftliche Gebäude vorzubereiten, das bis 2012 nach historischem Vorbild neu errichtet werden soll.

Weil die zentralen Versorgungsleitungen der Herrenhäuser Gärten quer über den Ehrenhof laufen, müssen sie weiträumig verlegt werden – bevor im Herbst die eigentlichen Bauarbeiten für das Schloss beginnen.

Eigentlich sollten die neuen Leitungen schon pünktlich zum Saisonstart in Herrenhausen am 28. März unter der Erde sein. Doch der strenge Winter hat den Zeitplan durcheinandergebracht. Nun werden die Bauarbeiter erst Ende April abrücken. „Das ist früher leider nicht mehr zu schaffen“, bedauert Beate Reinhold von der Volkswagenstiftung. 20 Millionen Euro investiert die Stiftung in den Bau des Schlosses; im Inneren sollen ein modernes Tagungszentrum und ein Museum entstehen, das sich vor allem Leibniz und seiner Epoche widmet. Noch ist offen, wie das Gebäude, das sich an der einst von Hofbaumeister Laves gestalteten klassizistischen Fassade orientieren soll, im Detail aussehen wird. Die Sieger des Architektenwettbewerbs, an dem sich 15 Büros beteiligt haben, kürt die Jury am 30. März. Tags darauf will die VW-Stiftung die Namen der ersten drei Preisträger bekannt geben, deren Entwürfe sollen der Öffentlichkeit aber erst Mitte April präsentiert werden.

Fest steht bereits, dass das Schloss exakt dort stehen wird, wo sich das Original befunden hat. Bei Grabungen konnten Bauarchäologen vom Landesamt für Denkmalpflege im vergangenen Jahr Fundamente aus der Zeit um 1700 freilegen, mit deren Hilfe sich die Position des ursprünglichen Schlosses genau rekonstruieren lässt. Auch bei den Leitungsarbeiten haben die Archäologen stets einen Blick auf die Baustelle – falls weitere historische Funde zutage treten.
[Juliane Kaune]

BobBrown25
March 24th, 2010, 03:20 AM
ich hab bei dem Artikel doch ein ungutes Gefühl...dort steht nur, dass sich die Gestaltung der Architekten an der klassizistischen Fassade von Laves orientieren soll, aber das genaue Aussehen noch offen ist. Das ist eine sehr schwammige Formulierung, hinter der sich so ziemlich alles verbergen kann. Einfach mal abwarten...hoffentlich kommt da keine Überraschung...

Leine1977
March 24th, 2010, 06:37 PM
Noch ist offen, wie das Gebäude, das sich an der einst von Hofbaumeister Laves gestalteten klassizistischen Fassade orientieren soll, im Detail aussehen wird.

Das kann einfach nur schlecht formuliert sein. Es wird eine Rekonstruktion und kein Fantasie-Schloß. Der Knackpunkt wird m.E. die Innenausgestaltung sein.

erbse
March 24th, 2010, 06:39 PM
Also das klingt mir aber doch deutlich besorgniserregender als eine "schwammige Formulierung"!

So tief kann der Journalismus noch nicht gesunken sein.

jp80
March 24th, 2010, 08:36 PM
Doch, so tief ist der Journalismus längst gesunken (wenn ich da nur an den kürzlichen Fall denke, bei dem HAZ-Journalisten der Unterschied zwischen S-Bahn und Stadtbahn nicht klar war....:ohno:)

Beim laufenden Architektenwettbewerb zum Herrenhäuser Schloß geht es doch im Wesentlichen "nur" um den modernen Innenausbau, für den es wohl nur wenig konkrete Vorgaben gibt. Daß die Original-Laves-Fassade rekonstruiert wird, stand aber bei den aktuellen Planungen nie in Frage.

Bob!
March 24th, 2010, 09:39 PM
Die auch bei mir durch den HAZ-Artikel hervorgerufene Beunruhigung bezüglich der Fassade beseitigte ein erneutes Durchlesen der Wettbewerbsaufgabe:

Das Schloss Herrenhausen in Hannover blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück, innerhalb derer das Gebäude u.a. als Wirtschaftshof, Sommerresidenz, Soldatenunterkunft und ständige Residenz der Regenten des Königreichs Hannover genutzt wurde. Bevor es im II. Weltkrieg fast vollständig durch Bomben zerstört wurde, waren Teile des Schlosses der Öffentlichkeit als Museum zugänglich. Mit der Zerstörung verlor das Gesamtensemble der Herrenhäuser Gärten einen wichtigen Bezugspunkt, für den seither kein Ersatz besteht. Die Ausloberin verfolgt zusammen mit der VolkswagenStiftung und der Landeshauptstadt Hannover das Vorhaben, das Schloss Herrenhausen wieder aufzubauen und es einer zeitgemäßen Nutzung zuzuführen. Der historisch vorgegebene Baukörper, wie er sich nach der Umgestaltung (1818-1821) durch Georg Ludwig Laves darstellte, soll zu einem modernen, multifunktionalen Tagungszentrum ausgebaut werden. Dabei ist insbesondere die Fassade getreu der historischen Gestalt wieder herzustellen. Das Tagungszentrum, das in erster Linie für wissenschaftliche und kulturelle Veranstaltungen dienen soll, wird durch ein unterirdisches Auditorium und ein Museum ergänzt, das die besondere kultur- und geistesgeschichtliche Bedeutung des Ortes vergegenwärtigt. Die Symbiose dieser beiden Nutzungen – dem modernen Tagungszentrum zum einen und dem historisch ausgerichteten Museum zum anderen – soll dem Wissenschaftsstandort Hannover und dessen kulturgeschichtlicher Tradition besonderen Ausdruck verleihen und das Zusammenspiel zwischen Historie und Zukunft verdeutlichen.
(Quelle) (http://www.competitionline.de/upload/wettbewerb/30268xx/3026870_dokument1/3026870_Bekanntmachung_Schloss_Herrenhausen.pdf)

SternHAJ
March 24th, 2010, 10:56 PM
Mal wieder einer der Fehler, wie er in HAZ-Artikeln oft auftaucht. Guter Journalismus sollte besser sein.

Leine1977
March 24th, 2010, 11:17 PM
Na ja, die Medien habens schwer (jetzt gibts ja Internet). Ich find die HAZ dennoch sehr gut - einzig die Sportredaktion ist nicht zum aushalten.

Squig
March 25th, 2010, 03:09 AM
An die FAZ kommt die HAZ halt nicht heran, aber gerade für lokale Information ist sie nach wie vor unverzichtlich, auch wenn es zum Teil hahnebüchene Fehlinformationen gibt.

Frontbumpersticker
March 31st, 2010, 02:49 PM
Schloss Herrenhausen: die Wettbewerbssieger stehen fest

14 Architekten legten Entwürfe vor / Pressekonferenz am 16. April /
Öffentliche Präsentation ab 17. April im Historischen Museum

Im Architektenwettbewerb „Schloss Herrenhausen“ fand gestern die entscheidende
Jurysitzung statt. Aus 14 eingereichten Entwürfen zum Wiederaufbau
des klassizistischen Gebäudes wurden folgende Preisträger ausgewählt:

1. Platz: JK Jastrzembski Kotulla Architekten, Hamburg (40.000 EUR)
2. Platz: ASP Architekten Schneider Meyer Partner, Hannover (20.000 EUR)
3. Platz: Peter Kulka Architektur Dresden GmbH, Dresden (10.000 EUR)

Über die Entwürfe stimmten folgende Preisrichter ab: Stephan Weil, Oberbürgermeister
der Landeshauptstadt Hannover; Uwe Bodemann, Stadtbaurat der
Landeshauptstadt Hannover; Dr. Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung;
Dr. Martina Pörschke, IVA Dr. A. Steiger KG; Prof. Dipl.-Ing. Klaus
Theo Brenner, freischaffender Architekt, Klaus Theo Brenner Stadtarchitektur,
Berlin; Prof. Dr.-Ing. Hardo Braun, Universität Stuttgart, Institut für Baukonstruktion
und Entwerfen; Andreas Heller, freischaffender Architekt, Studio Andreas
Heller, Hamburg.

Die Wettbewerbsergebnisse werden im Rahmen einer Pressekonferenz am
16. April 2010, 11.30 Uhr, im Leibnizhaus Hannover erläutert. Anschließend
werden Ihnen die jeweiligen Pläne der Wettbewerbsteilnehmer im Historischen
Museum vorgestellt. Die Entwürfe sind dann vom 17. April bis zum
2. Mai 2010 im Historischen Museum für alle Interessierten zu besichtigen.
Welcher Entwurf letztlich realisiert werden soll, wird nach Überarbeitung der
Pläne und Prüfung ihrer Umsetzungsmöglichkeiten durch die Bauherrin IVA
KG im Laufe des Sommers feststehen. Erste bauvorbereitende Arbeiten werden
voraussichtlich im Herbst 2010 beginnen.

Hintergrund

Die Wiedererrichtung des Schlosses Herrenhausen ist ein Investitionsvorhaben
der VolkswagenStiftung, das diese im Rahmen ihrer Vermögensanlage realisiert.
Bauherrin des Schlosses ist die Immobilien-Verwaltungs- und Anlagegesellschaft
Dr. A. Steiger KG (IVA KG), eine Tochtergesellschaft der Stiftung.
Gemeinsam mit der VolkswagenStiftung und der Landeshauptstadt Hannover
verfolgt die IVA KG das Ziel des Wiederaufbaus der historischen Außenfassade
des klassizistischen Laves-Baus. Für das Innere des Schlosses ist eine zeitgemäße
Nutzung geplant: Im Hauptgebäude soll ein modernes wissenschaftliches Tagungszentrum eingerichtet werden, das von einer externen Betreibergesellschaft
betrieben wird. Die beiden Seitenflügel werden als Museumsflächen
an die Landeshauptstadt Hannover vermietet.

Zur Realisierung der Bauaufgabe wurde ein beschränkter Architektenwettbewerb
mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren durchgeführt. Im Oktober
2009 erhielten interessierte Architekten daher die Gelegenheit, sich für die Teilnahme
am Realisierungswettbewerb zu bewerben. Es gingen 81 Bewerbungen
ein, aus denen anhand vorab festgelegter und veröffentlichter Kriterien insgesamt
15 Büros (darunter auch drei „junge“ Büros) ausgewählt wurden.
Eingeleitet wurde der Architektenwettbewerb im Dezember 2009 mit der
Versendung der Auslobungsunterlagen an die Teilnehmer. Die Entwürfe waren
bis März 2010 zu erarbeiten – eingereicht wurden schließlich 14 Vorschläge.
Das gesamte Wettbewerbsverfahren erfolgte anonymisiert, um die Chancengleichheit
der Teilnehmer zu gewährleisten.

Das Verfahren wird vom Hamburger Büro D&K drost consult GmbH betreut.
Nähere Informationen über die Wettbewerbsaufgabe und die Beteiligten des
Verfahrens stehen unter www.drost-consult.de zur Verfügung.
Die Presseinformation und Bildmaterial stehen im Internet zur Verfügung unter
http://www.volkswagenstiftung.de/service/presse.html?datum=20100331.

matheking
April 14th, 2010, 11:28 PM
Freitag werden Pläne für Schloss Herrenhausen vorgestellt

In dieser Woche kommt Hannover der Wiedererlangung des Schlosses in Herrenhausen einen weiteren Schritt näher: Am Freitag werden die Pläne öffentlich vorgestellt.

Am Freitag werden im Leibnizhaus die Entwürfe der 14 am Wettbewerb beteiligten Architekten vorgestellt, den das Hamburger Büro JK Architekten gewonnen hat. Die Fassade des Schlosses Herrenhausen steht freilich längst fest. Sie wird dem historischen Vorbild entsprechen – oder genauer: einem bestimmten historischen Zustand, nämlich dem Aussehen des barocken Welfen*schlösschens nach der klassizistischen Überarbeitung 1819/20 durch den Hofbaumeister Laves.

Voraussichtlich in zwei Jahren soll die kleine Residenz wieder dastehen. Dann werden die Blumenbeete, Springbrunnen und manikürten Alleen in einem der schönsten Barockgärten Europas wieder einen architektonischen Dialogpartner haben. Die Blickachsen im Garten werden nicht länger auf eine blinde Stelle zulaufen.

Hannover reiht sich mit der Entscheidung, den verlorenen Prestigebau zu rekonstruieren, ein in ein Konzert von Schlossrekonstruktionen. Braunschweig hat sein Stadtschloss 2007 fertiggestellt. Potsdam und – als Paradeprojekt – Berlin werden mit Schlössern nachziehen. In allen genannten Städten hat es lange und hitzige Debatten zum Für oder Wider von Rekonstruktionen gegeben. Verfechter reiner Lehren zogen gegen vermeintlich Altgestrige ins Feld. Man dürfe Beton*brutalisten nicht in Bannmeilen von Schlössern lassen, hieß es von der einen Seite, während andere Polemiken gegen „Rekonstruktionitis“ und „neuen Stuckismus“ richteten und in den Schlossbauwünschen entweder verkappte monarchistisch-traditionalistische Gesinnung witterten oder die Scheinhaftigkeit der „Retro-Architektur“ kritisierten.

Etwas Scheinhaftes haben die neuen Schlösser ohne Zweifel. Die Betonung liegt auf den Fassaden. Das Innenleben erscheint nicht nur nachgeordnet, sondern austauschbar. In Berlin, wo sich der Bund für eine geschätzte halbe Euro-Milliarde ein Stadtschloss leisten möchte, soll ein Museum die repräsentative Verpackung füllen. In Hannover plant die Volkswagenstiftung einen Mix aus Museum und modernem Kongresszentrum. In Potsdam soll der Landtag einziehen. Und in Braunschweig hat sich hinter einer mächtigen Schlosstapete – manche sehen es als Sündenfall – ein Shoppingcenter eingenistet.

Die Kulissenhaftigkeit ist nicht zu übersehen. Es geht um das Bildhafte. Die Rekonstruktion historischer Bauten, oft als Hobby von Traditionalisten belächelt, ist so gesehen durchaus ein modernes Phänomen. Sie zeugt von einem gewandelten Blick auf Städte. In unserem Zeitalter fortgeschrittener Musealisierung unterliegen auch Städte der „Logik der Sammlung“ (Boris Groys). Städte werden zu Sammlungen fotogener Monumente. Zugespitzt kann man sogar sagen: Erst der touristische Blick erzeugt die Monumente. Bei kriegszerstörten Gebäuden kommt dazu aber noch die Sehnsucht der Menschen nach einem Schließen von Lücken, die als schmerzhaft empfunden werden.

Dass das Bild – genauer: die Reparatur einer Kulisse – am Anfang steht, lässt sich besonders schön am Beispiel Berlins ablesen. Der Unternehmer Wilhelm von Boddien, der dem Förderverein Berliner Schloss e. V. vorsitzt, ließ in den neunziger Jahren am Schlossplatz das Schloss, gemalt von einer französischen Kulissenmalerin, als Bild auferstehen. Dieser Werbeschachzug half mit, die Bundestagsabgeordneten in Abstimmungslaune für den Wiederaufbau zu versetzen.

Da die Fassaden der Schlösser vorab feststehen, werden Architektenwettbewerbe für Prestigebauten in Firstclass-Citylagen – und das ist nicht ohne impliziten Witz – ohne Fassade ausgeschrieben. Die Architekten müssen praktisch nur noch die Displays für die Ausstellung historischer Ornamente liefern, was manche Baukünstler verärgert. Im Berliner Fall holte der Förderverein sogar vor der Entscheidung des Bundestags für den Schlossbau Spendenzusagen für Fassadenteile ein.

Das Berliner Büro Kuehn/Malvezzi ging in seinem leider nur mit einem Sonderpreis abgespeisten Wettbewerbsbeitrag genau darauf augenzwinkernd ein. Es schlug einen Baukörper vor, an den nach und nach, je nach Lebhaftigkeit des Spendenaufkommens, Fassadenteile angeheftet werden können. Für 50 Euro bekommt man beim Förderverein (http://berliner-schloss.de) eine Ziegelsteinbeteiligung, für knapp 200 000 Euro ein Kolossalsäulenkapitell, und mit rund einer halben Million Euro ist man bei einem Prunkportal dabei.

Als jüngst bekannt wurde, dass das Spendenaufkommen hinter den Erwartungen zurückblieb und der Bund das Schloss notfalls zunächst ohne Fassade bauen würde, zeigte sich die Voraussicht des Kuehn/Malvezzi-Modells. „Jetzt wird unser Entwurf realisiert“, sagt der Architekt Wilfried Kuehn säuerlich lächelnd.

Polemiken über ein vermeintliches Spendendebakel in Berlin scheinen verfrüht. Immerhin sind von den nötigen 80 Millionen Euro für die Fassade bereits 20 Millionen zusammengekommen – so viel betragen die geschätzten Gesamtkosten des Schlosses in Hannover-Herrenhausen. In Potsdam hat ein einzelner Bürger, der Software-Milliardär Hasso Plattner, 20 Millionen Euro gespendet. Schlösser sind populär.

Der Campanile am Markusplatz in Venedig oder das italienische Kloster Montecassino sind Rekonstruktionen verlorener Originale. Wohl kaum jemand bedauert ihre Wiederherstellung. Ein Restun*be*hagen aber bleibt bei Nachschöpfungen. Wenn man als Reisender irgendwo Halt macht und der Reiseleiter erklärt, man stehe „nur“ vor einem Replikat, so kann man sich, wie es der Philosoph Boris Groys einmal ausgedrückt hat, „innerlich beleidigt“ fühlen.

Mit der Zeit aber gerät in Vergessenheit, ob etwas ein Original oder eine Nachschöpfung ist. Genauer besehen handelt es sich bei vielen authentisch scheinenden Bauten um Nachschöpfungen. Brände, Kriege, Erdbeben legten Gebäude in Schutt – die Menschen bauten sie oft mit den vorgefundenen Steinen nach altem Vorbild wieder auf.

Das Authentische im Sinne des historisch Gewachsenen, mit all seinen Schichten und Brüchen, vermag freilich die perfekteste Rekonstruktion nicht wiederherzustellen. Es können nur bestimmte Zeitfenster dargestellt werden. So ist es auch beim Schloss Herrenhausen, das, bevor es zur barocken Sommerresidenz ausgebaut wurde, eine Fachwerkjagdhütte war.

Was jetzt rekonstruiert wird, ist das Bild vom Schloss, so wie es sich auf alten Fotografien, Ansichtskarten und in der Erinnerung älterer Bürger findet, die mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Zerstörung des Baus immer noch die Lücke schmerzhaft empfinden. Gut, dass sie geschlossen wird.

* Vom 17. April bis zum 2. Mai werden die Schlosspläne im Historischen Museum in Hannover ausgestellt.

Johanna Di Blasi

lifestyle032
April 16th, 2010, 01:58 PM
Platz 1

http://www.volkswagenstiftung.de/fileadmin/grafiken/schloss_herrenhausen/Entwuerfe_JK_Hamburg_web.pdf

Platz 2

http://www.volkswagenstiftung.de/fileadmin/grafiken/schloss_herrenhausen/Entwuerfe_ASP_Hannover_web.pdf

Platz 3

http://www.volkswagenstiftung.de/fileadmin/grafiken/schloss_herrenhausen/Entwuerfe_Kulka_Dresden_web.pdf

Quelle (http://www.volkswagenstiftung.de/service/presse.html?no_cache=1)

Bob!
April 16th, 2010, 10:51 PM
WIEDERAUFBAU
Präsentation der Entwürfe vom Architekturwettbewerb Schloss Herrenhausen

Die Architekturentwürfe für den Wiederaufbau von Schloss Herrenhausen werden jetzt öffentlich gezeigt. Der Wettbewerbssieger setzt auf tiefergelegte Lichthöfe – und ein pfiffiges Raumkonzept im rekonstruierten Gartenschloss.

Wie lässt sich ein modernes Tagungszentrum mit Platz für bis zu 300 Wissenschaftler möglichst elegant und funktional in ein ansonsten originalgetreu aufzubauendes, aber kleines Schloss integrieren? 14 Architekturbüros aus ganz Deutschland haben Antworten gesucht – und sind auf zum Teil pfiffige Lösungen gekommen. Im Wettbewerb des Bauherrn Volkswagenstiftung hat sich das Konzept des jungen Hamburger Planungsbüros Jastrzembski Kotulla (JK) durchgesetzt. Es bringt auf die überzeugendste Weise Licht in den unterirdischen Tagungsraum im Schlosshof: Rechts und links des großen Hörsaals sind offene Lichthöfe im Stil spanischer Patios angeordnet, die begehbar sind. „So bringen wir Licht und Luft in die Tagungsebene“, sagt Architektin Bettina Jastrzembski. „Innovation und Tradition“ seien „kongenial“ verbunden, lobte Wilhelm Krull, Generalsekretär der Volkswagenstiftung, am Freitag bei der ersten Präsentation der Entwürfe.

Die Hamburger Wettbewerbssieger haben lange an Details getüftelt. Das unterirdische Wissenschaftszentrum habe sich störungsfrei einbetten sollen in die Gartenarchitektur, betont Sven Kotulla: Oberirdisch soll kaum etwas von der modernen Technik im Untergeschoss zu erkennen sein. Bestenfalls würden die Lichthöfe wie eine „Neuinterpretation der Wasserbecken“ im Großen Garten wirken, verspricht Jastrzembski. Andere Planer haben deutlichere Spuren hinterlassen. Stephan Braunfels (Berlin) etwa lässt in seinem Entwurf den Schlosshof wie ein Amphitheater zum Tagungsbereich abfallen. Hans Kollhoff (Berlin) platziert eine starke, barocke Ornamentik im Außenbereich. Schneider+Schumacher (Frankfurt) haben riesige, blütenkelchartige Lichtschächte im Hof installiert, Storch Ehlers (Hannover) säulenartige Lichtschächte über den Hof verteilt. Der im Wettbewerb zweitplatzierte Entwurf (ASP, Hannover) hat die Idee der Viertelkreise des Ehrenhofs von der anderen Schlossseite mit modernen Lichtschächten wieder aufgenommen. Der Drittplatzierte, der Potsdamer Schlossarchitekt Peter Kulka (Dresden), schlägt einen typischen Herrenhausenbrunnen als von Wasser besprengte, barocke Lichtkuppel über dem Hörsaal vor. Mit ASP und Kulka wird zwar noch weiter verhandelt. Doch wer den Jurymitgliedern genau zuhört, der ahnt, dass die Hamburger als erste Preisträger im Wettbewerb das Rennen längst gemacht haben dürften. Stiftungschef Krull rechnet damit, dass schon „in vier bis fünf Wochen“ die endgültige Entscheidung bekannt gegeben werden kann.

Die Lichthöfe der Hamburger haben nicht nur den Reiz, dass sie sich der klassizistischen Schlossarchitektur des Hofbaumeisters Laves im Wortsinne unterordnen. Sie geben auch dem unterirdischen Wissenschaftsraum eine echte, eigene Qualität. Ein großzügiges Foyer entsteht auf der einen Seite des Hörsaals, auf der anderen Seite profitieren helle Seminarräume von der Patio-Idee. Und auch der Tunnel, der die Museumsbereiche in den beiden Schlossflügeln verbinden soll, könnte dank des ausgeklügelten Lichtkonzepts statt eines klaustrophobischen Gangs eine eigene Ausstellungszone mit Charme werden.

SCHLOSS HERRENHAUSEN: DIE SIEGERENTWÜRFE (http://haz.de/Mediathek/Fotostrecken/Schloss-Herrenhausen-Die-Siegerentwuerfe)

Auch in anderen Details überzeugt der Hamburger Entwurf. So haben Jastrzembski Kotulla als einzige Wettbewerbsteilnehmer bei der Neukonzeption des Festsaals im Obergeschoss andere Raumhöhen eingeplant – aus Rücksicht auf die Akustik. „Der unterirdische Hörsaal ist für Sprache ausgelegt, im Festsaal soll aber auch Kammermusik gut klingen“, sagt Ingenieur Carsten Ruhe, der die Hamburger in Akustikfragen beraten hat. Deshalb wurde im Festsaal statt der historischen Raumhöhe eine Deckenhöhe von über fünf Metern eingeplant. Was die Jury besonders überzeugt hat, ist die asymmetrische Raumaufteilung im Hauptgebäude. Weil der Museumsbereich von Osten her betreten wird und der Wissenschaftsbereich von Westen, haben die Hamburger auch das Haupttreppenhaus aus der Hauptachse Richtung Westen verlegt. Das sei konsequente Architektur, lobt der Juryvorsitzende und Berliner Architekt Prof. Klaus Theo Brenner: Wer sich mit klassizistischen Schlössern beschäftige, der wisse, dass häufig Asymmetrien eingesetzt wurden.

20 Millionen Euro will die Volkswagenstiftung in den Bau investieren. Bis zum Jahr 2012, zum 50-jährigen Bestehen der Stiftung, soll alles fertig sein, 2014 dort die große Welfenausstellung anlässlich der Feiern von 300 Jahren Personalunion mit Großbritannien gezeigt werden. Die Stadt mietet – mit Unterstützung des Landes – die beiden Schlossflügel für museale Zwecke zurück. Dort soll über die Welfen und das letzte Universalgenie Leibniz informiert werden. 2,2 Millionen Euro sind für das Museumsprojekt bereits zusammengekommen.

Der Juryvorsitzende Brenner nennt den Schlossneubau ein „wunderbares Rekonstuktionsprojekt“. Oberbürgermeister Stephan Weil frohlockte, in Herrenhausen werde künftig Natur- und Kulturgenuss mit Wissenschaftsgenuss und Wissenschaftsgeschichte vereint: „Jetzt haben wir eine Vorstellung davon, wie es künftig in Herrenhausen aussehen wird.“ Für alle Büros war die originalgetreue Rekonstruktion des Schlosses Bedingung, wobei Sonderaspekte wie die Fassadendämmung besondere Herausforderungen darstellen. Auch die Ausgestaltung der Innenräume des Hauptgebäudes ist noch offen. Einige Entwürfe lassen erkennen, wie schön sich der Festsaal wiederherstellen lässt, das Berliner Büro Kollhoff hat sogar konkrete Entwürfe zur Wiederherstellung des prächtigen Vestibüls geliefert. Die Innenausstattung aber ist derzeit noch kein Thema, stellte der Bauherr klar.

Stadt hofft auf Besucherzentrum: An der Ostseite des Schlosses, wo auch jetzt während der Bauphase schon Besucher am Jacobsen-Glasfoyer vorbei in den Großen Garten geleitet werden, will die Stadt ein zentrales Besucherzentrum einrichten, in dem sowohl Kassenbereiche von Gartenanlage und Museum als auch Museumsshop untergebracht werden können. „Die Entwürfe zeigen, dass es funktioniert“, freut sich Kulturdezernentin Marlis Drevermann, die am Freitag die Kulturpolitiker des Rates durch die Ausstellung führte.

Die Entwürfe aller 14 Planerbüros sind bis zum 2. Mai im Historischen Museum an der Pferdestraße zu besichtigen. Der Eintritt für diese Ausstellung ist frei.

[Conrad von Meding] (Quelle) (http://haz.de/HAZ/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Praesentation-der-Entwuerfe-vom-Architekturwettbewerb-Schloss-Herrenhausen)


Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, trotzdem mich die Glaskuppel von Platz 3 erst einmal mehr anspricht. Naja, auf jeden Fall freue ich mich auf das Schloss!

CrayZD
April 17th, 2010, 02:33 PM
Stimmt, die Synthese aus Oberlicht und Springbrunnen wäre schon ein absoluter Knaller gewesen. Aber generell bin ich auch mit allen drei Entwürfen zufrieden. Und vermutlich hat der Siegerentwurf wirklich das durchdachteste Lichtkonzept, um eine 'Kelleratmosphäre' gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Leine1977
April 18th, 2010, 08:27 PM
Sieht doch alles super aus! Ich freu mich drauf.

devilsadvocate
May 25th, 2010, 12:30 AM
Wann ist eigenltich Baustart?
War gestern da und es sah doch noch ziemlich verlassen alles aus bis auf zwei kleine Gruben mit Ausgrabungen...

joerg677
May 25th, 2010, 04:28 PM
Trist - trister - Hörsaal kann ich nur sagen.. Der zweite Saal gefällt mir eindeutig besser..
Beim ersten frier ich schon beim Bild..

Ansonsten bin ich froh, dass es bald wieder steht, auch wenn ich mit diesem Standard-Innenausbau heutiger Tage nicht viel anfangen kann.

Bob!
June 29th, 2010, 11:21 PM
http://www.abload.de/img/npschlossherrenhausen3l0o2.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=npschlossherrenhausen3l0o2.jpg)
Quelle: NP, 30.06.10

telemaxx
June 29th, 2010, 11:33 PM
*freu*

Schön, dass es da schon bald losgeht.
Ein super Projekt!

Bob!
August 14th, 2010, 04:12 PM
http://www.abload.de/img/schlossherrenhausenjufz.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=schlossherrenhausenjufz.jpg)
Quelle: HAZ, 14.08.10

telemaxx
August 16th, 2010, 11:29 PM
Schloss Herrenhausen: Siegerentwurf kommt aus Hamburg (http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Schloss-Herrenhausen-Siegerentwurf-kommt-aus-Hamburg)

lifestyle032
September 24th, 2010, 01:02 PM
Baustart am Schloss Herrenhausen in Hannover

Am kommenden Montag ist soweit: Der Wiederaufbau des Schlosses Herrenhausen in Hannover soll mit der Einrichtung einer Baustelle beginnen. Die Volkswagenstiftung errichtet das Schloss für 20 Millionen Euro neu.

Weiter auf HAZ.de (http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Baustart-am-Schloss-Herrenhausen-in-Hannover)

telemaxx
September 24th, 2010, 01:31 PM
Hier auch nochmal die etwas ausführlichere Pressemeldung der Volkswagenstiftung (http://www.volkswagenstiftung.de/service/presse/pm/es-geht-los-in-herrenhausen-baustelle-wird-eingerichtet-niedersachsenmetall-foerdert-dritten-museu.html?no_cache=1&cHash=c10f4500eb).

Dort sind auch noch mal die überarbeiteten Pläne zu sehen (m.E. handelt es sich nur um das leicht modifizierte Raumprogramm).

telemaxx
September 29th, 2010, 05:24 PM
HAZ-Artikel (http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Schlossbaustelle-in-Hannover-soll-Attraktion-werden)

telemaxx
November 5th, 2010, 07:12 PM
Bau des Schlosses in Herrenhausen läuft nach Plan

Weiter geht's hier (http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Bau-des-Schlosses-in-Herrenhausen-laeuft-nach-Plan)

h-gambler
November 20th, 2010, 04:41 PM
Schloss Herrenhausen bekommt Anschluss an Galeriegebäude

HAZ-Artikel (http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Schloss-Herrenhausen-bekommt-Anschluss-an-Galeriegebaeude)

Bob!
December 8th, 2010, 11:24 PM
http://www.abload.de/img/schloss091210jlp3.jpg
Quelle: NP, 09.12.10

erbse
January 17th, 2011, 07:47 PM
Ach guck mal, die Hannoveraner haben ja sogar einen Info-Pavillion mit Aussichtsplattform, um den Schlosswiederaufbau zu beobachten :)

13.12.2010 19:28 Uhr
INFO-PAVILLON ERÖFFNET
Gucken, wie das Schloss Herrenhausen wächst

Gucken, wie das Schloss wächst: Ab Dienstag ist der sogenannte Info-Pavillon zum Schlossbau in Herrenhausen für Besucher geöffnet. Auf dem Dach des Containers wurde eine Aussichtsplattform eingerichtet, im Inneren können sich die Besucher über die Bauhistorie und die Architektenpläne für den Wiederaufbau informieren.

Noch gleicht die Schlossbaustelle in Herrenhausen einem großen Sandkasten, in dem Bagger herumkurven und mit eisernen Schaufeln in der Erde wühlen. Für Besucher ist ab Dienstag immerhin schon der sogenannte Info-Pavillon am Eingang zum Ehrenhof geöffnet. Auf dem Dach des Containers wurde eine Aussichtsplattform eingerichtet, im Inneren können Besucher auf Schautafeln die Bauhistorie des 1943 im Bombenhagel zerstörten historischen Schlosses nachlesen und die Architektenpläne für den Wiederaufbau studieren. „Schon jetzt wird die Schlossbaustelle von den Hannoveranern mit größter Aufmerksamkeit verfolgt“, sagte Oberbürgermeister Stephan Weil am Montag in seiner Eröffnungsrede. Trotz der widrigen Witterung sei man bisher im Zeitplan, sagte Wilhelm Krull, Generalsekretär der Volkswagenstiftung, in deren Auftrag das Schloss gebaut wird. Die Spundwände, die die Baustelle wasserdicht machen sollen, sind inzwischen eingesetzt.

asl [Andreas Schinkel]
http://www.haz.de/Hannover/Dossiers/Wiederaufbau-Schloss-Herrenhausen/Gucken-wie-das-Schloss-Herrenhausen-waechst

telemaxx
January 17th, 2011, 11:32 PM
Ja, ich war schon drauf, aber es ist immer noch ein Sandkasten.
Im März soll der Rohbau beginnen?!

gstolze
January 18th, 2011, 05:26 PM
Ich finde die Dokumentation im Pavillion sehr interessant. Insbesondere den Entwurd für eine komplett neue, große Schlossanlage von 1690, die dann leider aufgrund des Todes des Kurfürsten nicht realisiert wurde.

devilsadvocate
January 18th, 2011, 10:26 PM
Entwurd für eine komplett neue, große Schlossanlage von 1690, die dann leider aufgrund des Todes des Kurfürsten nicht realisiert wurde.

Oh man, wenn ich nur Geld hätte...

Aber ich bin heilfroh, dass man den Architekten hier keinen Spielraum bei der Fassade gegeben hat, im Gegensatz zum gruseligen Entwurf vom Berliner Stadtschloss.

Lefthandy
January 19th, 2011, 10:53 AM
^^ Kontraste wird es ja trotzdem zur Genüge geben. Zwischen Galerie-Gebäude und Schloss steht ja schon dieses Garderoben-Gebäude von Jacobsen, das ich übrigens sehr gelungen finde. Es stört auch nicht die Anmutung des Ensembles, weil es tatsächlich fast vollständig transparent und neutral ist:

http://img248.imageshack.us/img248/8169/foyerherrenh1jt6.jpg
Foto: S.Stahl ; Quelle: http://sites.google.com/site/architekturhannover/

Auf der anderen Seite wird das Schloss aber von dem Ex-Mövenpick Containerdorf, der sog. Schlossküche(!), flankiert, das ziemlich unter aller Kanone ist. Es duckt sich zwar weitmöglichst hinter Mauern und Hecken, sieht aber trotzdem wie ein Geräteschuppen für die Gartenbewirtschaftung aus:

http://www.schlosskueche-herrenhausen.de/uploads/pics/eingang_morgen.jpg
Quelle: www.schlosskueche-herrenhausen.de

Leine1977
February 10th, 2011, 11:34 AM
Laut HAZ-Foto ist man noch an der Baugrube dran - aber liegt im Zeitplan:

http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Schlossbau-liegt-im-Zeitplan-Baulaerm-stoert-Anwohner-nicht

telemaxx
May 25th, 2011, 04:53 PM
Den Thread-Titel könnte man mal ändern, das Schloss ist seit Längerem in Bau ;)

Zwei Kräne werden derzeit aufgebaut, die Baugrube ist ausgehoben und die Schalung für das Fundament wird eingebaut.

http://imageshack.us/m/121/5450/dsc00183ny.jpg

http://imageshack.us/m/842/2596/dsc00184et.jpg

http://imageshack.us/m/155/4170/dsc00185ot.jpg

lifestyle032
June 6th, 2011, 08:22 PM
Heute war Grundsteinlegung des Schlosses!

http://www.hannover.de/herrenhausen/Schloss_Herrenhausen/Grundsteinlegung-Schloss.html

Wishman
June 6th, 2011, 09:31 PM
Hi,

heute >6.6.11< war ein (ganz) kurzer Bericht in 'Hallo Niedersachsen' im NDR. Wiederholung der Sendung am 7.6. um 11.00 Uhr.

erbse
June 6th, 2011, 09:47 PM
Jetzt geht's ja ab :applause: Habe es auf "In Bau" gesetzt.


Nochmal kurz für den Außenstehenden zusammengefasst: Wird äußerlich komplett originalgetreu rekonstruiert? Was ist mit den Innenräumen, kommt da etwas wieder oder alles modern?
Und wann ist die Fertigstellung vorgesehen?

matheking
June 7th, 2011, 11:06 PM
Frage 1 und 2 sind einfach:
Das Äußere wird komplett rekonstruiert, im Inneren dagegen nicht die Spur von Baukunst.
Zum Fertigstellungstermin kann ich aus dem Stehgreif nichts sagen.

telemaxx
June 8th, 2011, 12:03 AM
Das Schloss soll noch 2012 fertig werden.

Bei der HAZ tobt die übliche Diskussion bezüglich der Rekonstruktion.

Was sind das eigentlich für Leute, für die es nichts Schlimmeres als eine Rekonstruktion gibt?
Modernisten, Architekten?

Lefthandy
June 8th, 2011, 11:08 AM
^^ Wirklich immer wieder erstaunlich diese ideologischen Grabenkämpfe. Der eine HAZ-Kommentator, der angesichts von Rekonstruktionen den Untergang von Demokratie und Zivilgesellschaft kommen sieht, hat sich allerdings indirekt als ungefähr 70jähriger geoutet. Der hat also wohl einfach den Geist seiner Zeit konserviert.

Wenn diese Frontkämpfer so auf dieser Wiederspiegelungsfloskel beharren, von wegen in Rekonstruktionen drückt sich eine allgemeine Rückwärtsgewandheit und Hinwendung zur Monarchie aus: Wenn die Bauten das nur wiederspiegeln, dann ändert es ja auch nix, wenn sie nicht gebaut werden würden. Im Sinne von Authentizität und Ausdruck des Zeitgeists wäre es dann sogar ein unerlaubter Eingriff von außen, wenn verhindert werden würde, dass so gebaut wird. Wahrhaftigkeit liegt Reko-Gegnern doch so am Herzen. Bei diesen moralischen Diskursen beißt sich stets der Hund in den Schwanz. Das sind immer nur wolkige Chiffren für: Mag ich nicht, passt mir nicht. Was ja auch ein völlig akzeptabler Standpunkt wäre, wenn er sich nicht hinter moralischen und politischen Ergüssen verstecken würde.

CrayZD
June 8th, 2011, 05:54 PM
^^ Wirklich immer wieder erstaunlich diese ideologischen Grabenkämpfe. Der eine HAZ-Kommentator, der angesichts von Rekonstruktionen den Untergang von Demokratie und Zivilgesellschaft kommen sieht, hat sich allerdings indirekt als ungefähr 70jähriger geoutet. Der hat also wohl einfach den Geist seiner Zeit konserviert.

Das ist m.E. genau das Problem. In den Nachkriegsjahren bis in die 70er war Architektur zutiefst politisch. Menschen, die zu dieser Zeit aufgewachsen sind und am besten noch Architektur studiert haben oder irgendwelche baupolitischen Funktionen innehatten, verfolgen bis heute stur diese Haltung.

Erst langsam beginnt man, Architektur wieder am Bedarf des 'Fußvolkes' statt am Willen einer kleinen verkopften Elite auszurichten. Was nicht zwingend Rekonstruktionen beinhalten muss, aber doch meist zu sehr viel brauchbareren Ergebnissen führt.

devilsadvocate
July 3rd, 2011, 05:13 PM
Gestern:
http://img827.imageshack.us/img827/8087/025dg.jpg

Wishman
October 3rd, 2011, 12:08 PM
Neues Interview in der HAZ um Schlossneubau Herrenhausen:

Wilhelm Krull im Interview

Über die Zukunft des Schlosses in Hannover-Herrenhausen


02.10.2011 20:13 Uhr


„Ein Ort für die Bürger der Stadt“: Wilhelm Krull, Generalsekretär der Volkswagenstiftung, spricht im HAZ-Interview über die Zukunft des Schlosses in Hannover-Herrenhausen.

Hannover. Ende nächsten Jahres soll das im Krieg zerstörte Schloss Herrenhausen stehen, das Ihre Volkswagenstiftung wieder aufbaut. Hat sich der Bundespräsident, der ja zur Eröffnung kommen will, schon einen bestimmten Tag im Kalender angestrichen?
Ja, das hat er. Einen Tag Mitte November 2012. Der Bau liegt voll im Zeitplan. Und da wir, anders als bei solchen Großprojekten oft üblich, bis ins Detail vorgeplant haben, sind wir auch voll im Kostenplan. Bisher ist auf der Baustelle noch nicht viel vom Schloss zu sehen. Doch demnächst wird die Decke auf das Auditorium gesetzt, und dann gewinnt das Schloss auch oberirdisch Kontur. Wenn der Winter nicht zu hart wird, ist das Richtfest im Januar. Im Oktober 2012 soll es dann schon erste Testveranstaltungen im Schloss geben. Zur Eröffnung erwarten wir internationale Gäste, es wird Händel-Musik und eine Tanzperformance geben, die hannoverschen Chöre treten auf, und am Wochenende darauf ist ein Tag der offenen Tür geplant ...

Wie fühlt man sich denn so als Schlossherr im 21. Jahrhundert?
Nein, nein, ich bin nicht der Schlossherr, das Projekt hängt nicht an einer Person! Das Schloss wird ein attraktiver Ort für wissenschaftliche Konferenzen der Volkswagenstiftung sein, die bislang in aller Welt verstreut stattfanden. Wir sind international ausgerichtet und waren in der Vergangenheit oft wenig in der Stadt präsent. Mit dem Schloss stärken wir den Wissenschaftsstandort Hannover. Und das Gebäude schließt eine langjährige Leerstelle im Großen Garten. Das Echo, das wir aus der Stadt für den Bau bekommen, ist fast ausnahmslos positiv.

Könnte es sein, dass die Hannoveraner am Ende enttäuscht sein werden, weil der alte Laves-Bau zwar von außen rekonstruiert wird, innen aber wie ein Tagungszentrum und nicht wie ein Schloss aussehen wird?
Ich denke nicht. Zu bauen wie Laves, mit Fachwerk und Holz im Inneren, wäre heute bau- und feuerpolizeilich gar nicht mehr erlaubt. Wir setzen im Inneren auf moderne Architektur. Und wir setzen auf neueste ökologische Standards. Was Energieeffizienz anbelangt, erreichen wir nicht ganz die Werte eines Passivhauses, aber durch Geothermienutzung und Verwendung besonderer Baustoffe soll das Schloss eine Vorbildfunktion bekommen. Und ein Siebziger-Jahre-Zweckbau wird das Tagungszentrum im Inneren ja nicht. Es wird auch dort hochwertig sein – wenn Sie so wollen, ein modernes Schloss. Ein Ort, an dem Innovation und Tradition sich verbinden. Und das Museum, das die Stadt in den Seitenflügeln einrichtet, bietet ja Brückenschläge in die Geschichte.

Museum und Tagungszentrum werden nicht zeitgleich eröffnet, das Museum hinkt zeitlich hinterher. Warum?
Also, das war nicht von Vornherein so beabsichtigt. Es hat seitens der Stadt am Anfang ein paar Probleme gegeben, aber die sind inzwischen behoben, und die Stadt hat jetzt eine gute Projektstruktur. Alle haben begriffen, wie wichtig es ist, hier herausragende Qualität zu bieten. Und dass das Museumskonzept stimmt, ist wohl wichtiger als der Eröffnungstermin.

Abgesehen vom Museum: Wird das Schloss nicht eher ein Ort für die wissenschaftliche Elite sein, der mit den Hannoveranern wenig zu tun hat?
Nein, zumal Museum und Tagungszentrum ja in Beziehung zueinander stehen. Dort wird es Symposien geben, etwa zur Geschichte Herrenhausens, die sich auch an die Bürger der Stadt richten – wie schon jetzt die Veranstaltungsreihe „Herrenhäuser Gespräche“. Wir planen Veranstaltungen zu „50 Jahre Rolling Stones“ und Kooperationen mit dem Wilhelm-Busch-Museum oder den Kunstfestspielen. Neben dem Auditorium für Konferenzen haben wir einen großen Festsaal, den Firmen und Privatleute für Veranstaltungen mieten können. Wir haben darauf geachtet, dass dieser Saal akustisch für Kammermusik oder Jazzkonzerte geeignet ist. Es gibt bereits jetzt Interesse von Kulturveranstaltern. Und natürlich soll das Schloss auch kulinarisch ein besonderer Ort für die Bürger der Stadt werden. Durch einen unterirdischen Gang wird es mit der nahen Schlossküche verbunden werden, die sich um die Gastronomie kümmert ...

... und deren Betreiber Sascha Grauwinkel und Dietmar Althof noch auf Jahre ein vertragliches Monopol für Herrenhausen haben.
Ich bin zuversichtlich, dass die Schlossküche mit einer dann erweiterten Küchenkapazität auf einem guten Weg ist, genau das Niveau zu bieten, das Gäste in einem Schloss erwarten. Die Qualität muss auch in diesem Punkt hervorragend sein.

Die Volkswagenstiftung wird das Schloss nicht selbst bewirtschaften ...
Als Stiftung sind wir gemeinnützig und dürfen aus steuerlichen Gründen nur sehr begrenzt unternehmerisch tätig sein. Daher wird das Schloss von unserer Tochtergesellschaft, der IVA KG in Düsseldorf, gebaut. Diese verpachtet es ihrerseits an einen Betreiber. Die Volkswagenstiftung wird das Schloss an etwa 100 Tagen im Jahr mieten. Um die übrigen Tage muss sich der Betreiber kümmern.

Aber dieser Betreiber ist noch immer nicht gefunden. Ist womöglich die Pacht zu hoch, die bei gut einer Million Euro liegen soll?
Derzeit führen wir Gespräche mit fünf möglichen Betreibern. Wir denken, dass wir Ende Oktober eine Lösung gefunden haben. Bereits jetzt gibt es Anfragen für eine Nutzung des Schlosses. Im Auditorium finden etwa 275 Personen Platz; es ist also eher für Veranstaltungen mittlerer Größe geeignet. Wir als Volkswagenstiftung haben für Ende November 2012, also kurz nach der Eröffnung, erste große Konferenzen geplant.

Worum wird es da gehen?
Um die „Grenzen des Wachstums“. So hieß das wohl öffentlichkeitswirksamste Projekt, das die Volkswagenstiftung je gefördert hat. Für den berühmten Club of Rome erstellte der Forscher Dennis L. Meadows 1972 wegweisende Zukunftsprognosen. Zum 40-jährigen Bestehen wird er bei einer international besetzten Veranstaltung in Herrenhausen sein. Im Dezember gibt es dann einen geisteswissenschaftlichen Kongress über „Die Rolle Europas in der nicht europäischen Welt“. Mit den „Herrenhäuser Konferenzen“ wollen wir ein eigenes wissenschaftliches Format etablieren, bei dem die besten Wissenschaftler der Welt Dialoge über die großen Themen der Zukunft in Gang setzen. Hannover wird zur Denkfabrik, von der aus Signale in die Welt gehen.

Dennoch ist die Konkurrenz groß. Hannover hat bereits Tagungszentren wie das Convention Center oder das HCC. Warum sollen Veranstalter sich da gerade für das Schloss entscheiden?
Das HCC zum Beispiel bietet sehr große Räume an. Bei geisteswissenschaftlichen Workshops kommen aber oft nur um die 70 Teilnehmer zusammen. Dafür bieten wir die ideale Größe. Und natürlich ist unser Standort unschlagbar: Tickets der Tagungsteilnehmer gelten zugleich für das Museum und den Großen Garten. Dort können sie „im Gehen denken“, wie einst Leibniz. Und von der Verbindung Hannovers zum britischen Königshaus spürt man, sagen wir, auf dem Messegelände auch eher wenig. Nein, in Hannover gibt es keine vergleichbaren Räume.

Haben Sie es schon einmal bereut, sich für das Großprojekt Schlossbau entschieden zu haben?
Im Jahr 2008 waren wir einmal kurz davor, alles hinzuschmeißen. Ein Gerichtsurteil führte dazu, dass die Stadt uns das Grundstück im Rahmen des Erbbaurechts nicht ohne Weiteres kostenlos überlassen durfte, sondern der Erbbaurechtsvertrag zunächst europaweit ausgeschrieben werden musste. Hätten wir vorher gewusst, was da auf uns zukommt, hätten wir vielleicht die Finger davon gelassen. Der Erbbaurechtsvertrag ist sehr, sehr kompliziert. Am Ende ist alles gut gegangen. Auch weil Oberbürgermeister Stephan Weil sich immer für das Schloss eingesetzt hat. Das war entscheidend.

Interview: Simon Benne und Volker Goebel


Qelle: http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Ueber-die-Zukunft-des-Schlosses-in-Hannover-Herrenhausen

telemaxx
October 3rd, 2011, 02:28 PM
Hier (http://h5.abload.de/img/schlossw87a.jpeg) nochmal in "schön". ;)

Gepostet von Bob! im Projekte-Strang.

Wishman
October 3rd, 2011, 04:45 PM
Das ist mir direkt entgangen.

Ha, mein Artikel ist vielleicht nicht 'schön', dafür aber im richtigen Thread.:banana:

telemaxx
December 17th, 2011, 06:05 PM
Hat jemand ein einigermaßen aktuelle Bilder von der Baustelle?
Da müsste es eigentlich gut vorangegangen sein, habs letztens nur kurz aus der Bahn gesehen.

telemaxx
December 18th, 2011, 06:45 PM
Dann ein paar Bilder von heute:

http://img714.imageshack.us/img714/8522/imag0039mtj.jpg

http://img59.imageshack.us/img59/4655/imag0040ci.jpg

http://img18.imageshack.us/img18/2029/imag0041qx.jpg

http://img190.imageshack.us/img190/1715/imag0043z.jpg

http://img33.imageshack.us/img33/5957/imag0044eu.jpg

homann5
December 18th, 2011, 09:16 PM
Mal schauen, ob das Schloss wirklich den Eintrittspreis für den Großen Garten um mehr als 60 Prozent verteuern wird.

Quellen: http://www.ihmebote.de/2011/12/16/finanzierung-museum-schloss/ und HAZ von gestern

Ich kann es echt nicht verstehen, dass man mit dem Kombiticket auf teufel komm raus alles quersubventionieren soll. Wer in das Museum will, soll halt vier oder fünf Euro Eintritt zahlen. So wird derjenige, der wirklich nur in den Großen Garten will, noch stärker bestraft.

CrayZD
December 19th, 2011, 12:54 PM
Das mag zwar aus Bürgersicht eine Unverschämtheit sein, kalkulatorisch finde ich's aber durchaus nachvollziehbar. Touristen dürfte die Preiserhöhung nicht abschrecken, zumal in einem Tagesausflug künftig ohnehin der Museumsbesuch enthalten sein dürfte. Und Hannoveraner werden so zur Jahreskarte getrieben, die einen stetigen, kalkulierbaren Einnahmefluss ermöglicht.

Dasselbe Konzept wird beispielsweise im Zoo angewandt: gemessen an den Tageskarten haben wir bekanntlich den teuersten Zoo Deutschlands, die Jahreskarten liegen allerdings nur im bundesweiten Mittelfeld. Dahinter steckt System: die Hannoveraner sollen Jahreskarten kaufen und so für eine solide, wetterunabhängige Einnahmebasis sorgen.

gruenebahn
December 19th, 2011, 06:06 PM
Hannoveraner sollten eh verbilligten Eintritt bekommen. Steuern zahlt man ja eh schon. Mich schreckt soetwas eher ab. Es gibt schmerzgrenzen!

Der Zoo ist eh ein extrem übel schmeckendes Beispiel. Junge Famlien mit wenig Geld werden sich kaum eine Jahreskarte kaufen. 166€ sind verdammt viel Geld aufeinmal! Und wenn man mit 2 Kindern mal eben so in den Zoo geht... das dürfte in Hannover dann auch eher unmöglich sein. Dann am besten noch was Essen im Zoo... schon hat man eine Wochen-Europlanung ausgegeben. Ihr glaubt garnicht wie viele ich kenne die sich diesen Zoo deswegen nicht leisten können.
Deswegen nenne ich unseren Zoo gerne Elitezoo Freizeitpark. Eventuell ist das der Grund warum mir dort schon 2x der superblender der Nation - Schröder übern Weg gelaufen ist.
Man sollte ihn umbenennen in Zooresort Hannover. Heide Park Soltau verschnitt. Mich wird man dort jedenfalls nicht mehr sehen bis an der Preispolitik etwas geändert wird.

matheking
December 19th, 2011, 09:30 PM
Wir haben seit Jahren eine Familienjahreskarte für den Zoo. Nur so lohnt es sich auch mal für 2-3 Stunden am Sonntagmorgen, wenns noch nicht so voll ist, in den Zoo zu gehen.
Bis vor kurzem haben wir auf ALG 2-Niveau gelebt. Das kann man sich leisten, wenn man einen uralten Röhrenfernseher hat und auch sonst sein Geld überlegt ausgibt.
Allerdings werde ich mir nicht noch zusätzlich eine Jahreskarte für den Großen Garten kaufen. Da sind wir aber auch vielleicht die falsche Zielgruppe!

gruenebahn
December 19th, 2011, 11:13 PM
Mit Zielgruppe hat das ganze wenig zu tun. Ich empfinde dass solche Gärten der Allgemeinheit eh frei zugänglich sein sollten. Wie eben auch in Dresden im Großen Garten. Das ist allgemeingut! Die Grotte ausgenommen, da verstehe ich das man zahlen sollte. (Auch wenn ich mit dieser "Kunst" nichts anfangen kann)

Und mit dem Zoo... ja sicher wenn diese Familien noch mehr knausern geht das. Aber ein Zoo sollte ansich eher durchschnittlich erschwingliche Freizeit sein und kein dreimal überlegter Eurodreher. Er sollte auch ohne Jahreskarte bezahlbar sein.

Ps. Ein Röhrenfernseher hat damit recht wenig zu tun. Fernseher kaputt... also was tun? Gebraucht bekommst du heute einen 107cm flatscreen auch hinterhergeworfen. ;o) Den kauft man 1x. Eintritt zahlt man dauernd das ist der Unterschied!

matheking
December 19th, 2011, 11:27 PM
Auch wenn das am Thema Schlossneubau etwas vorbeiführt: Für einen von Dir genannten Flatscreen zahle ich schon noch mind 400 €. Das sind zweieinhalb Jahre Zoo.
Überdies ist unser Fernseher vor einigen Jahren kaputt gegangen. Wir haben dann einfach einen gebrauchten Röhrenfernseher genommen. Der war quasi umsonst. Man kann schon darauf achten, wo man Prioritäten setzt. Und wenn das nicht der Zoo ist, ist das auch okay. Man sollte nur nicht erwarten, dass man sich alles leisten kann wenn man Geringverdiener ist. Oder unser Gesellschafts- und Familienfördersystem müsste gänzlich von der Subjekt- auf die Objektförderung umgestellt werden.

CrayZD
December 20th, 2011, 11:13 AM
Eben. Ich kenne auch Gutverdiener, die einen Röhrenfernseher und ein Uralt-Auto ihr eigen nennen, aber zweimal im Jahr für je zwei Wochen mit der Familie in die Karibik oder auf die Malediven fliegen. Jeder setzt seine Prioritäten anders und hat andere Vorstellungen davon, was für dieses oder jenes Budget angemessen ist. Ich zahle die 80 Euro für die Zoo-Jahreskarte gerne. Ein sehr angenehmes Gefühl, den Zoo mal als Ziel für den 'gewöhnlichen' Sonntagsspaziergang nutzen zu können und nicht diesen Druck zu haben, sich dafür einen kompletten Tag freizunehmen, an dem auch noch das Wetter stimmen muss... und sich dann doch zu ärgern, weil die meisten Tiere pennen. Ich kann die Jahreskarte jedenfalls nur jedem empfehlen. Über eine Jahreskarte für die Herrenhäuser Gärten habe ich auch schon nachgedacht und werde es mit der neuen Preispolitik erst recht tun.

Komischerweise sind sich aber (fast) alle einig, dass die Leistungen der öffentlichen Hand kostenlos oder zumindest für jeden erschwinglich sein sollen. Man zahlt ja schließlich Steuern. Ich sehe darin die typisch egoistische Anspruchshaltung des modernen Staatsbürgers. Wer definiert denn überhaupt, dass der Betrieb eines Zoos oder Barockgartens zu den originären Aufgaben der öffentlichen Hand gehört? Oder eines Hallenbades? Selbst wenn's so wäre, müssen diese Leistungen noch lange nicht jedem zur Verfügung stehen.

Da gibt es andere Punkte, an denen man eher ansetzen müsste. Wie die oft geäußerten Rufe nach kostenlosem Nahverkehr (gerade wieder von den Piraten). Mobilität braucht schließlich jeder, ohne wenn und aber. Oder günstige Energie, zumal die Stadtwerke die größte Gelddruckmaschine der öffentlichen Hand in Hannover sind. Die Tendenz geht aber eher ins Gegenteil, von der solidarischen Steuergeldverteilung hin zu Preisen und Gebühren nach dem 'Verursacherprinzip'. Und da ist es nur konsequent und richtig, wenn sich Einrichtungen mit dem Ziel der 'Massenbespaßung' (Zoo, Schwimmbäder und eingeschränkt sicher auch die Herrenhäuser Gärten) marktgerechter orientieren.

erbse
December 20th, 2011, 11:23 AM
^ Kann dir da nur komplett zustimmen, Cray.

telemaxx
December 20th, 2011, 04:09 PM
@CrayZD: Auch von mir volle Zustimmung.

Einerseits sind viele Leute gegen Steuer- oder Abgabenerhöhungen nach dem Motto der Staat bzw. die öffentliche Hand sollte lieber irgendwo (Museen, Bäder, Bücherein??) Ausgaben kürzen, andererseits wächst die Anspruchshaltung. Die Stadt, in diesem Beispiel, soll für alle etwas bereit halten wie den Zoo, Museen, Bäder usw.

Ich finde es gut, dass die Stadt all diese Dinge anbietet, aber dann darf bitte auch nicht gemeckert werden, wenn aus kalkulatorischer Sicht ein bestimmter Eintrittspreis als vertretbar erscheint.

matheking
December 20th, 2011, 05:37 PM
.... Oder unser Gesellschafts- und Familienfördersystem müsste gänzlich von der Subjekt- auf die Objektförderung umgestellt werden.

Der Staat hat ja genug Geld. Er gibt es eben halt auch aus. Da kann man schon schauen, wofür das ist. Ohne Zahlen parat zu haben, behaupte ich, dass Deutschland eines der Länder mit den höchsten staatlichen Leistungen für Familien ist. Im vergleichbaren Schweden sehen diese Leistungen so aus, dass eben Kindergärten, Bücherein und Schwimmbäder massiv gefördert werden. Bei uns in Deutschland fließen dagegen Milliarden in das Ehegattensplitting, Kindergeld, Elterngeld etc.
Damit wird in D jeder selber verantwortlich dafür, wie er seinen Teil der staatlichen Leistungen einsetzen möchte. Will man mit der Familie ins Schwimmbad, dann kostet das halt einen Teil dieses Budgets. Ein Schwede denkt darüber vielleicht weniger nach?!
Überdies bin ich, als mich mittlerweile (endlich auch finanziell) dem Mittelstand zugehörig fühlend, auch gerne bereit Steuern für staatliche Leistungen zu zahlen. Das ganze Gejammer über die hohe Abgabenlast kann ich nicht verstehen.

devilsadvocate
December 20th, 2011, 07:18 PM
Bitte zurück zum Schloss...

gruenebahn
December 21st, 2011, 05:38 AM
Ich sehe das alles etwas anders. Aber das führt hier etwas zuweit. "Markgerecht" ist eh in heutiger Zeit in schieflage. Der Markt regel nix, das war eh immer eine fehlannahme. Gerade im Zusammenbruch begriffen einfach mal abwarten, das löst sich irgendwann selbst... fragt sich nur wie. ;o)

Aber nun zurück zum Schloss.

telemaxx
January 24th, 2012, 05:49 PM
Heute hatte ich die Gelegenheit die Baustelle vom Schloss Herrenhausen zu besichtigen. Hier ein paar Eindrücke:

Blick vom Westflügel zum Hauptgebäude
http://img840.imageshack.us/img840/8581/dsc02851m.jpg
http://img718.imageshack.us/img718/9999/dsc02855p.jpg

Fassadenmuster: So soll die Fassade später aussehen. Fenster und Fensterlaibungen sind aus Holz.
http://img442.imageshack.us/img442/1139/dsc02857oo.jpg
http://img694.imageshack.us/img694/1449/dsc02858oy.jpg
http://img593.imageshack.us/img593/6526/dsc02873r.jpg

Sockel unterhalb des Fassadenmuster: Der Sockel wird mit Sandsteinplatten verkleidet. Der Rest der Fassade wird mit Bossenputz gestaltet.
http://img72.imageshack.us/img72/7898/dsc02859qp.jpg

Verbindungsgang zwischen den Museumsflügeln im Rohbau
http://img607.imageshack.us/img607/6955/dsc02861n.jpg

Vorraum des Hörsaals
http://img85.imageshack.us/img85/6540/dsc02862q.jpg

Hörsaal des Tagungszentrums
An den Seiten sind die Öffnungen zu den Lichthöfen zu sehen. Decke als Stahlträgerverbunddecke, damit keine Stützen benötigt werden.
http://img42.imageshack.us/img42/8523/dsc02864q.jpg
http://img213.imageshack.us/img213/9291/dsc02867c.jpg
http://img20.imageshack.us/img20/8641/dsc02868ts.jpg

Fassadenarbeiten am Westflügel
Anmerkung zur Baukonstruktion: Die Wände werden als zweischalige Konstuktion ausgeführt. Innen Stahlbetonwand, dazwischen Wärmedämmung, außen Vormauerwerk, auf dem der Putz aufgebracht wird. Hier schön zu sehen:
http://img189.imageshack.us/img189/2299/dsc02871p.jpg

Blick in den westlichen "Lichthof"
http://img254.imageshack.us/img254/2717/dsc02872r.jpg

Blick vom Haupteingang des Schlosses Richtung Westen
http://img405.imageshack.us/img405/6207/dsc02876wm.jpg

Blick vom Haupteingang Richtung Süden (Gartenachse)
http://img94.imageshack.us/img94/7416/dsc02877du.jpg

Blick auf das Schloss von Nordwesten
http://img259.imageshack.us/img259/9817/dsc02878o.jpg

erbse
January 24th, 2012, 06:03 PM
Super, endlich ein detaillierter Bildbericht, vielen Dank! :okay:


Wird nun eigentlich keiner der Innenräume rekonstruiert, bzw. lässt man zumindest durch die Grundrisse die teilweise spätere Rekonstruktion zu?

Leine1977
January 24th, 2012, 06:35 PM
Wird nun eigentlich keiner der Innenräume rekonstruiert, bzw. lässt man zumindest durch die Grundrisse die teilweise spätere Rekonstruktion zu?

Das ist m.E. nicht der Fall, da dafür kein Geld da ist. Es gab sowieso schon Streit hier, weil wegen den Schlosskosten der Eintrittspreis leicht erhöht wird. Sowas sieht man in Hannover nicht so gerne...

Eine Innenraum-Reko würde m.E. sowieso mehr im Leineschloss in der Altstadt Sinn machen. Bauhistorisch waren die Säle m.E. dort wesentlich interessanter und prunkvoller.

***

Witzig: Wahrscheinlich das einzige Schloss (oder Schlösschen) der Welt, das eine Wärmedämmung hat! Was die Grünen hier so alles durchsetzen...

Orakel
January 25th, 2012, 09:18 AM
^^ Im 1OG ist (soweit mir bekannt) ein Saal für Kammerkonzerte vorgesehen. Ich hoffe da auf eine stilvolle Umsetzung incl. hochwertigem Parkettboden.

blumenkasten
January 25th, 2012, 12:55 PM
^^ Im 1OG ist (soweit mir bekannt) ein Saal für Kammerkonzerte vorgesehen. Ich hoffe da auf eine stilvolle Umsetzung incl. hochwertigem Parkettboden.
Die Volkswagenstiftung als Initiator und Finanzier des Wiederaufbaus hatte zu keinem Zeitpunkt eine Rekonstruktion des Inneren des Schlosses geplant.
Vielmehr war von Anfang an vorgesehen, das Gebäude als Konferenz- und Tagungszentrum zu nutzen mit einer entsprechenden modernen Innengestaltung.
Konzertveranstaltungen sind also nicht vorgesehen.
Auch die Seitenflügel, in denen das Historische Museum Hannover eine Ausstellung über die Welfen zeigen wird, sollten zu keinem Zeitpunkt von Innen rekonstruiert werden.

Orakel
January 25th, 2012, 02:03 PM
^^ Das keinerlei Rekonstruktion des Inneren des Schlosses geplant ist, ist mir klar. Habe in Grundrissen aber mal was von nem großen Raum für Kammerkonzerte im 1OG gesehen. Was soll denn jetzt ins 1OG? Bitte um Aufklärung.

telemaxx
January 25th, 2012, 02:46 PM
Ins 1. OG kommt ein Festsaal, der sehr wohl auch für Musikveranstaltungen genutzt werden soll.

Orakel
January 25th, 2012, 02:54 PM
^^ Ahh! Danke für die Info. Dieser Raum soll doch beinahe das ganze 1OG ausfüllen, oder?
Da ist doch schwer anzunehmen, dass die "Dekoration" des Raumes der Örtlichkeit angemessen ausfallen wird. Also Parkett und stilvolle Wandverkleidung. Damit könnte ich gut leben, zumal die Nutzung stimmt.
Ich brauche keine Rekonstruktion von Räumen solange nicht bei der Fassade und den Proportionen des Gebäudes getrickst wird und kein Chopping-Center mit integriertem Parkhaus rein kommt. Hier wird alles richtig gemacht. Warum sollte Hannover nicht auch mal was besser machen als andere Städte derzeit.

Lefthandy
January 25th, 2012, 03:02 PM
Es ist auch genauso vorstellbar, dass man sich bei der Konzertsaalinnenausstattung irgendwelchen Zeitgemäßheitsgeboten beugt, vielleicht gerade in Abgrenzung vom historisierenden Äußeren, damit man bloß nicht falsch verstanden wird. Alles schon gesehen!

Orakel
January 25th, 2012, 03:08 PM
^^ Hm, ist natürlich möglich. Aber irgendwie glaube ich das nicht. Ich tippe auf eine Mischung aus klassisch und modern. Z.B. Holzböden kombiniert mit Glasstufen bei den Treppen oder so. Das Gebäude ist ja kein Solitär, sondern Bestandteil der Herrenhäuser Gärten. Denke, dieses Potential will man nutzen.

Stell dir mal ein Fest in diesem Saal vor. Leute in Abendgaderobe mit Sektglas in der Hand, die auf den Garten hinaus schauen. Dabei noch Feuerwerk. Sollen die dabei auf kaltem Granitboden stehen? So dämlich ist VW doch wohl hoffentlich nicht.

lifestyle032
January 25th, 2012, 08:20 PM
Haut mich, aber irgendwie habe ich beim Gedanken an die Innenarchitektur eines solchen Festsaals immer selbigen der Wartburg (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:WartbgS%C3%A4ngSaal1992Okt.jpg&filetimestamp=20090918093056) im Kopf :banana2:

Edit: Danke für die Bilderstrecke, telemaxx!

h-gambler
January 27th, 2012, 12:10 AM
Gelb oder grau...

http://www.neuepresse.de/Hannover/Uebersicht/Gelb-oder-grau-wie-soll-das-Schloss-aussehen

telemaxx
January 27th, 2012, 12:50 AM
Neue Presse: Das Schloss in Herrenhausen nimmt Konturen an (http://www.neuepresse.de/Hannover/Uebersicht/Das-Schloss-in-Herrenhausen-nimmt-Konturen-an)

Bei meinen Kommentaren zur Bilderserie abgeschrieben??

So soll die Fassade später aussehen. Fenster und Fensterlaibungen sind aus Holz.
Hörsaal des Tagungszentrums: Decke als Stahlträgerverbunddecke, damit keine Stützen benötigt werden.
Die Wände werden als zweischalige Konstuktion ausgeführt. Innen Stahlbetonwand, dazwischen Wärmedämmung, außen Vormauerwerk, auf dem der Putz aufgebracht wird.

Die Wände werden als zweischalige Konstruktion ausgeführt. Innen Stahlbetonwand, dazwischen Wärmedämmung, außen Vormauerwerk, auf dem der graue Putz mit Fassadenmuster aufgebracht wird. Die Fenster sind aus Holz. Im Rohbau befindet sich der Verbindungsgang zwischen den Museumsflügeln und der Hörsaal des Tagungszentrums im Inneren. Die Decke ist eine sogenannte Stahlträgerverbunddecke, damit keine Stützen nötig sind.

Schön, wenn man schon zitiert wird! ;)

Lefthandy
January 27th, 2012, 01:51 AM
Gelb oder grau...

http://www.neuepresse.de/Hannover/Uebersicht/Gelb-oder-grau-wie-soll-das-Schloss-aussehen

Ich bin für gelb. Alle Gebäude da sind gelb, würde viel besser passen.
Bin bislang grummeliger Weise davon ausgegangen, dass es grau wird. Schön dass es jetzt wenigstens wieder zur Debatte steht.

Orakel
January 27th, 2012, 08:16 AM
^^ Wie unterschiedlich doch die Geschmäcker sind. Ich bin ganz klar für GRAU. Sieht erheblich edler aus. Das gelb ist für den Bestand zwar ganz schön, erinnert aber auch etwas an nen Pferdestall. Muss doch nicht alles gleich aussehen. Der Neubau darf ruhig etwas herausstechen. Bitte etwas mehr Mut meine Herren!!!

telemaxx
January 27th, 2012, 10:16 AM
Ich tendiere auch zu Grau, ich kann mir das Schloss in Gelb nicht vorstellen.

erbse
January 27th, 2012, 11:56 AM
Wie wär's mit einem warmen Beige/Ockerton? Sozusagen das Beste aus beiden Welten.


Welche Farbe hatte das Schloss denn früher?

Orakel
January 27th, 2012, 12:29 PM
^^ Soweit mir bekannt, war das Original grau. Und in grau wäre die Replik eine selbstbewusste Neuschöpfung. In gelb würde sich das Gebäude vor der authentischen Nachbarschaft ducken. "Ich bin ja nur ein Nachbau, seht mich bloß nicht!"

CrayZD
January 27th, 2012, 12:38 PM
Haut mich, aber irgendwie habe ich beim Gedanken an die Innenarchitektur eines solchen Festsaals immer selbigen der Wartburg (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:WartbgS%C3%A4ngSaal1992Okt.jpg&filetimestamp=20090918093056) im Kopf :banana2:

Warum in die Ferne schweifen? (http://karin-schwarz-pr.de/winterinherrenhausen/?c=bild&bid=3) ;) Zumal das mittelalterliche Ambiente der Wartburg auch nicht zu Herrenhausen passen würde.

Ja, so hat ein Festsaal in dieser baulichen Umgebung eigentlich auszusehen. Aber in die Richtung wird es beim Schloss wohl eher nicht gehen. Da wird man allein schon aus ökonomisch-praktischen Gründen auf eine Gestaltung setzen, die nicht bei jeder Festivität Ängste ums Inventar weckt. Zumal die Gelegenheit, in schwülstig-barockem Ambiente zu feiern, ein paar Meter weiter bereits gegeben ist (siehe oben).

Orakel
January 27th, 2012, 12:57 PM
Aber in die Richtung wird es beim Schloss wohl eher nicht gehen.

Nein, sicher nicht. Aber ich kann mir gut eine sachlichere Innenausstattung mit Ambiente vorstellen. Böden, Fensterbänke und Türrahmen aus Holz, Wände schlicht weiß mit minimalen Andeutungen von Stuck. Dazu Kronleuchter in modernem Design.

Nochmal zur Fassade: VW will doch sicher eine Repräsentanz, die ins Auge sticht. Wenn die sich bei der Farbe über den Tisch ziehen lassen, sind die schön blöd. Oder wollen die ihren Gästen jedes mal erklären, welches von den gelben Gebäuden nun das Schloss ist? Immerhin geben die das Geld.

telemaxx
January 27th, 2012, 01:07 PM
Es handelt sich bei der Volkswagen-Stiftung um eine private Stiftung, die völlig unabhängig von VW ist.

Lefthandy
January 27th, 2012, 02:03 PM
Zur Farbgebung:

Der letzte, von Laves klassizistisch überarbeitete Schlosszustand war grau. Da es bislang immer hieß, dieser letzte Zustand wird äußerlich wiederhergestellt, war eigentlich die Farbe gar kein Thema. Und so sahen auch alle Illustrationen bisher immer grau aus.

Im historischen Museum steht ein Modell vom Schloss vor Laves' Überarbeitung. Da war es genau im Stil der benachbarten Galeriegebäude, also noch eher barock und eben gelb. In diesen Zustand habe ich mich sofort verliebt. Natürlich wäre es jetzt ein wenig inkonsequent, das klassizischte Äußere zu rekonstruieren und es trotzdem gelb zu machen.

Wie auch immer, beide Varianten hätten ihr gutes. Insofern sehe ich der Entscheidung gelassen entgegen.

Orakel
January 27th, 2012, 02:11 PM
Im historischen Museum steht ein Modell vom Schloss vor Laves' Überarbeitung. Da war es genau im Stil der benachbarten Galeriegebäude, also noch eher barock und eben gelb. In diesen Zustand habe ich mich sofort verliebt. Natürlich wäre es jetzt ein wenig inkonsequent, das klassizischte Äußere zu rekonstruieren und es trotzdem gelb zu machen.

Das mit dem Geschmack ist schon eine seltsame Sache. Ich habe mich sofort in den von Laves erdachten Zustand verliebt. Insofern finde ich gelb ganz schauerlich.

Es handelt sich bei der Volkswagen-Stiftung um eine private Stiftung, die völlig unabhängig von VW ist.

Das hatte ich jetzt nicht so richtig auf dem Schirm. Ändert das was grundlegend an deren Ansprüchen?

Lefthandy
January 27th, 2012, 02:31 PM
^^ Die Volkswagen-Stiftung gehört zwar nicht zu VW, ist aber auch ein druchaus dicker Fisch. Ich glaube niemand fördert Wissenschaft in Deutschland in vergleichbar großem Umfang. Allerdings hat so eine Wissenschaft und Forschung fördernde Stiftung wahrscheinlich eine etwas nüchternere und technokratischere Corporate Identity als die Automarke VW, die ja wie all ihre Konkurrenten auch gerne mal auf Show setzt (zB Autostadt).

Orakel
January 27th, 2012, 04:11 PM
Allerdings hat so eine Wissenschaft und Forschung fördernde Stiftung wahrscheinlich eine etwas nüchternere und technokratischere Corporate Identity als die Automarke VW...

Hm, was immer das auch für gestalterische Folgen hat. Nach dem Sprengel-Desaster kann ich z.Z. keinen weiteren architektonischen Ärger gebrauchen.

Bob!
January 28th, 2012, 11:51 AM
http://www.abload.de/img/dasschlosswirdgelb53qyk.jpg
Quelle: HAZ, 28.01.12

Lefthandy
January 28th, 2012, 12:19 PM
^^ Sieh an, klingt nach perfektem Kompromiss: ein blasses graugelb. Und angeblich entspreche das auch dem rekonstruierten, letztgültigen Zustand. Warum stand das überhaupt zur Disposition?

Alte Bilder und Fotos schienen was die Farbgebung angeht nicht ganz eindeutig zu sein. Ich dachte immer es wäre zuletzt mausgrau gewesen. Aber vielleicht war es doch nur das verwitterte graugelb? Nun denn, ich bin weiterhin gespannt.

Orakel
January 28th, 2012, 12:46 PM
Gott sei Dank! Damit kann ich sehr gut leben. Nur nicht den Farbton der Orangerie. Der hätte die Fassade wirklich erstickt. Dachte es gäbe nur die Wahl zwischen grau und sattem gelb.

devilsadvocate
January 28th, 2012, 01:36 PM
Ich bin wirklich nur so froh, dass kein Architekt mehr das Schloss von außen verhunzen durfte, wie das aber in Berlin der Fall ist.
Gott sei Dank!!

Orakel
January 28th, 2012, 06:39 PM
^^ Nicht nur in Berlin. Auch in Braunschweig, Potsdam und Frankfurt. Außer in Hannover hat man bei den aktuellen Schloss-Rekos nirgenwo die genaue Originalform berücksichtigt. Grusel...