View Full Version : Wiener Flaktürme - Zukunft & Nutzung
JJFox October 8th, 2008, 01:06 PM hab grad was interessantes gefunden:
Untersuchung zur Klärung der Nutzungsmöglichkeiten
Am 9. September 1942 wurde der Bau von Flaktürmen zum Schutz des Wiener Stadtgebietes von den damaligen Machthabern festgelegt. Architekt aller Flaktürme - auch jener in Deutschland - war der Stadtplaner und Brückenbauer Friedrich Tamms (1904 - 1980). In Wien wurden - nach Berlin und Hamburg - die Flaktürme im Zeitraum Winter 1942 bis Herbst 1944 unter Bauaufsicht des Wiener Stadtbauamtes errichtet.
Zum Zeitpunkt der Fertigstellung der Wiener Türme war ihr militärischer Wert bereits fraglich, da die mittlerweile hochfliegenden Bomberflotten mit der Flak kaum mehr erreichbar waren. Um so mehr trat ihre Funktion als Luftschutzbauten - "Überlebensinseln" mit autarker Strom- und Trinkwasserversorgung, Klimaanlage etc. - für tausende Wiener in den Vordergrund.
Die Wiener Flaktürme sind als einzige in ihrer eindrucksvollen Formensprache unverändert erhalten geblieben; - die Berliner Türme wurden nach dem Krieg gesprengt, jene in Hamburg sind sehr stark verändert worden. Die im Stadtbild immer noch präsenten Bauten haben seit 1945 als "Zeitzeugen" eine wichtige emotionale Dimension hinzugewonnen: "... sie sind in der Zwischenzeit zu den wohl am besten "funktionierenden" - und dies ohne bemühte semantische Verschlüsselung - Anti-Kriegs-Mahnmälern der Stadt geworden..." (Architektur Wien / 500 Bauten; Hrsg. MA18, MA19, Architektur Zentrum Wien; 1997).
Stadtentwicklungsbericht Flaktürme (http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/flaktuerme/index.htm)
Was meint Ihr soll mit den Flaktürmen passieren?
(außer mit dem Haus des Meeres weil der hat eh einen eigenen thread (http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=531426))
Arenbergpark
http://www.airpower.at/news03/0813_luftkrieg_ostmark/DSCN2016.jpg
Der Gefechtsturm im Arenbergpark
http://www.airpower.at/news03/0813_luftkrieg_ostmark/IMG_4932.jpg
Der Leitturm im Arenbergpark
Augarten
http://www.airpower.at/news03/0813_luftkrieg_ostmark/DSCN2012.jpg
Der Gefechtsturm im Augarten
http://www.airpower.at/news03/0813_luftkrieg_ostmark/IMG_4926.jpg
Der Leitturm im Augarten
Esterhazypark
http://www.airpower.at/news03/0813_luftkrieg_ostmark/PICT0020.jpg
Der Gefechtsturm Stiftskaserne
http://www.airpower.at/news03/0813_luftkrieg_ostmark/IMG_4935.jpg
Der Leitturm im Esterhazypark (http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=531426)
rheintram October 8th, 2008, 05:06 PM Nichts. Ich finde sie als Denkmäler gut und als architektonische Zeugnisse die für sich selbst sprechen aus einer wahnsinnigen Zeit.
Slartibartfas October 8th, 2008, 06:06 PM Na in der Stiftskaserne, erfüllt der Gefechtsturm wie eh und jeh militiärische Funktionen.
horationelson October 10th, 2008, 09:52 PM Ist im Flakturm in der Stiftskaserne nicht der safe-room, abc-waffensicher, für die Regierung untergebracht ? Hab' einmal sowas gehört.....
Energy2003 October 10th, 2008, 11:31 PM ^^ klänge logisch bzw. nachvollziehbar, da er ja quasi auf Militärgelände steht und so der Staat 100%ige Zutritt/Zugriff hat
horationelson October 11th, 2008, 09:33 AM Energy, wieso halb im Streik ?
horationelson October 11th, 2008, 10:25 AM ja kann gut sein - das mit dem 100% zugriff seitens der regierung - aber was ist mit dem rest der bevölkerung :ohno: :ohno: :ohno: ?
thun October 11th, 2008, 12:13 PM Krasse Teile. Verändern sollte man so was auf keinen Fall, als Mahnmal ist sowas einfach nicht zu übertreffen.
Das wäre auch mal was für eine etwas ausführlichere Fotodokumentation hier. ;)
stefanguti October 11th, 2008, 01:17 PM Vor allem innen wär mal interessant.
horationelson October 21st, 2008, 10:38 PM Kennt jemand dieses Buch ?
http://i36.tinypic.com/33kqc60.jpg
Slartibartfas October 21st, 2008, 10:48 PM ^^ Das wird wahrscheinlich nicht sehr freundlich über die "österreichische Erinneringskultur" berichten. Rate ich einmal.
Anekdote October 21st, 2008, 11:18 PM Vor allem innen wär mal interessant.
Das würde mich auch ziemlich interessieren, wie es wohl drinnen wohl so aussieht.
JJFox November 11th, 2008, 08:33 AM jeden Sonntag um 15.00 Uhr, bis 30. November 2008
Rundgänge durch das MAK-Gegenwartskunstdepot mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten. Blick über ganz Wien von der Plattform des Gefechtsturms aus!
Treffpunkt: Eingang MAK-Gegenwartskunstdepot.
Weitere Führungen auf Anfrage, Telefon (+43-1) 711 36-298.
Im Eintrittspreis ist die Teilnahme an einer Führung inbegriffen.
CAT OPEN 2008
Im Rahmen von CAT Open wird der Gefechtsturm 2008 für weitere Veranstaltungen geöffnet.
Mit Bezug auf die historische Bedeutung und die Besonderheit des Ortes als NS-Relikt und Schutzbunker thematisieren Künstler die visionäre Idee eines sich stetig erweiternden und wachsenden Kunstortes in Form von Aktionen, Performances und Installationen. Diese – im Rahmen der MAK NITE stattfindenden – einabendlichen Veranstaltungen stellen eine weitere Experimentierfläche dar und lassen die Intentionen des CAT – Contemporary Art Tower –immer wieder aufs Neue lebendig werden.
MAK-Gegenwartskunstdepot, Gefechtsturm Arenbergpark
Dannebergplatz/Barmherzigengasse, Wien 3, Eintritt: € 5,50
http://www.mak.at/aussenstellen/f_arenberg_pgr.htm
Shadow November 11th, 2008, 09:05 AM Zum Inneren der Flaktürme gibt's zwei Fotoseiten bzw. Reportagen zu Rundgängen im Flakturm Arenbergpark und im Flakturm Augarten:
http://www.airpower.at/news06/0624_leitturm-arenbergpark/index.html
http://berliner-unterwelten.de/der-flakturm-im-augarten.553.0.html
Speziell die Reportage vom Augarten-Flakturm ist, sagen wir mal, "interessant". Titel: "Einstieg in die Gruft der Wiener 'Flugratten' "
stefanguti November 11th, 2008, 11:56 AM Schon interessant. Würd das gern mal von innen sehen. Und den Ausblick von oben genießen.
JJFox April 21st, 2009, 01:14 PM Anrainer gegen Kunstzentrum im Flakturm
Gegen ein geplantes Kunstzentrum mit Ausstellungsräumen, Cafes und Restaurants im Flakturm im Arenbergpark laufen nun die Anrainer Sturm. Heute abend tagt zum ersten Mal eine Bürgerversammlung.
Jetzt schon Depot für Kunstwerke
Bereits jetzt wird der Flakturm im Arenbergpark vom Museum für Angewandte Kunst (MAK) als Depot für Kunstwerke genutzt. In Zukunft will Direktor Peter Noever dort ein Zentrum für Gegenwartskunst mit Cafes, einer Bar auf dem Dach des Flakturms, Ausstellungsflächen und Arbeitsräumen für Künstler errichten.
Ein 90 Meter hoher Zubau soll den Flakturm weit überragen und mit einem elektronisches Schriftband auf das Kulturzentrum aufmerksam machen.
Anrainer fürchten um Grünoase
Derzeit liegt in der Bezirksvertretung der Plan für eine Umwidmung des Parks auf. Eine Bürgerinitiative macht sich aber gegen die Pläne stark.
Viele Anrainer fürchten den Verlust ihrer Grünoase und kritisieren, dass im Antragsentwurf nicht einmal eine Umweltverträglichkeitsprüfung des Projektes vorgesehen ist.
Bei einer Versammlung wird die Bürgerinitiative daher die Anrainer über die Details des Projektes informieren.
wien.orf.at (http://wien.orf.at/stories/356745/)
Energy2003 October 7th, 2009, 08:45 PM Flakturm-Umbau weiter umstritten
Im Streit um den Ausbau des Flakturms im Arenbergpark sind die Kontrahenten am Mittwoch erstmals aufeinander getroffen. Eine Lösung scheint aber auch nach dem Treffen noch in weiter Ferne.
MAK will Kunst, Anrainer wollen Ruhe
Das Museum für Angewandte Kunst (MAK) will das Kriegsrelikt in einen Contemporary Art Tower (CAT) umbauen.
MAK-Direktor Peter Noevers Ideen beinhalten Studios, Workshops und verschiedene informelle Treffpunkte für neue und traditionelle Medien, weiters sind ein Auditorium und Ausstellungsflächen vorgesehen. Auch Gastro-Einrichtungen sollen Platz finden.
Die Anrainer, die gegen das Projekt mobil machen, befürchten aber den Verlust von Grünfläche und einer Ruheoase sowie eine Verkehrsproblematik durch zusätzliche Besucher.
Anrainerbefragung im nächsten Jahr
Auf Einladung der Bezirksvertretung Landtsraße haben jetzt Befürworter wie Gegner im Bauausschuss ihre Argumente für das Kunstprojekt dargelegt.
Doch eine Lösung ist auch nach dem Treffen nicht in Sicht. Nächstes Jahr solle es dann eine Anrainerbefragung geben.
Slartibartfas October 7th, 2009, 08:50 PM ^^ Typisch NIMBY
Habanero October 8th, 2009, 02:14 PM Mehr als typisch.
Prinzipiell find ich ja okay, dass die unmittelbaren Anrainer ihre Beschwerden, Anregungen etc. einbringen können, aber wies in Österreich ist möchte man meinen der Nachbar von fünf Ecken weiter hat mehr mitzureden als der Bauherr.. (ganz leicht übertrieben gesprochen).
Weil auch grade in einem anderen thread darüber diskutiert wurde - man stelle sich vor man würde tatsächlich jedem Bürger ein vollwertiges Mitspracherecht (=Entscheidungsrecht) einräumen, in Wien würde 20 Jahre lang nichts mehr gebaut werden.
JohnnyCrash October 9th, 2009, 10:28 AM Mehr als typisch.
Prinzipiell find ich ja okay, dass die unmittelbaren Anrainer ihre Beschwerden, Anregungen etc. einbringen können, aber wies in Österreich ist möchte man meinen der Nachbar von fünf Ecken weiter hat mehr mitzureden als der Bauherr.. (ganz leicht übertrieben gesprochen).
Weil auch grade in einem anderen thread darüber diskutiert wurde - man stelle sich vor man würde tatsächlich jedem Bürger ein vollwertiges Mitspracherecht (=Entscheidungsrecht) einräumen, in Wien würde 20 Jahre lang nichts mehr gebaut werden.
Der Baumasta muss aber auch nicht dort wohnen - die Anrainer zahlen ja auch für ihr Dach über dem Kopf. Bis es einen selbst mal betrifft, sag ich nur. Und wieso sollte in Wien nichts gebaut werden? Man begegnet Anrainern mit so einer Argwohn, dass das Neinsagen fast zwangsläufig darauf resultiert - es gibt unglaubliche Versäumnisse in der Anrainerinformation vor dem Bau - da sollte angesetzt werden, nicht immer auf die Anrainer schimpfen!
Slartibartfas October 9th, 2009, 02:33 PM Ginge es nach dem Willen der Anrainer hätten wir heutzutage keine Fußgängerzone in der Kärntnerstraße.
Die meisten sind halt primär auf den eigenen Vorteil aus, ohne größere Zusammenhänge auch nur irgendwie zu würdigen. Bekannt dabei ist natürlich das altbekannte Schema dass viele raus "ins Grüne" drängen aber die dafür notwendig werdende Verkehrsinfrastruktur mit Händen und Füßen bekämpfen. Das soll nur ein Beispiel sein.
Das soll nicht heißen, dass man Anrainerbedenken nicht hören soll. Oft kann man da schon auf berechtigte Argumente draufkommen. Aber man muss dann schon auch abwegen können. Wenn nur mehr das kurzfristige Eigenwohl alleinbestimmend ist, geht daran die Stadt zugrunde.
Letztes Nimby Beispiel: Die Bim-Ausweichschleife rund ums Parlament
Habanero October 9th, 2009, 02:53 PM ^^
Genauso seh ich das auch. Natürlich haben die Anwohner das Recht bis zu einem gewissen Grad ihre Umgebung zu beeinflussen. Und in Österreich sind die Rechte der Anrainer doch sehr groß (ich möchte es gar nicht erst in Gegensatz zu anderen Ländern setzen auch für sich ist das schon genug).
Das Problem ist wie es schon genannt wurde, dass sie meistens nur auf ihren persönlichen Vorteil schauen und sehen wir es mal realistisch: Die Anrainer reagieren mindestens genauso argwöhnisch auf Bauherren wie umgekehrt.
Wenn Bauprojekte am Widerstand einiger weniger Eigeninteressen scheitern (was durchaus vorkommt) kann man doch nicht wirklich noch mehr Mitbestimmungsrechte fordern. Der "durchschnittliche Anrainer", wenn mir diese Formulierung gestattet ist, hat einfach nicht das größere Ganze im Blick und oft auch nicht die Qualifikation dies zu beurteilen.
JohnnyCrash October 9th, 2009, 03:16 PM Wenn Anrainer weniger "Rechte" hätten, dann hätten wir moderne Leuchten in der Stadt und das Historismuseckhaus Boltzmanngasse 21 wär schon weg. 2 Gegenbeispiele also, die verdeutlichen, dass so eine Argumentation keinen Sinn hat. Die Stadt Wien hat einfach kein Verständnis dafür, dass man Anrainer vor Bauvorhaben informieren muss, sondern betoniert einfach überall drüber. Manchmal gibt´s positive Ausnahmen, aber in der Regel wird so vorgegangen. Dadurch gibt´s heut die Situation, dass die Leut´ schon im Vorhinein schon allergisch reagieren. Daran sind übrigens auch die Immofirmen und Bauherren Schuld, nicht immer nur die Stadt Wien!
lg
Slartibartfas October 9th, 2009, 04:17 PM Also soweit es mich betrifft will ich nicht weniger Rechte für Anrainer. Ich will aber auch nicht mehr Rechte für sie. Man muss da schon das Gleichgewicht halten.
Deine Beispiele sind schon richtig, aber es ist eben auch so, dass man in vielen Situationen soviel informieren kann wie man will. Kleinliche Egoismen die in keiner Relation zum Nutzen stehen werden immer ein Problem sein.
bodypainter February 8th, 2010, 07:21 PM kennt ihr das eigentlich schon?
http://www.ovion.de/blog/wp-content/gallery/daniel/dk_01.jpg
http://www.ovion.de/blog/wp-content/gallery/daniel/dk_02.jpg
ist von einem architekturstudenten (glaub ich). schaut geil aus, aber ich möchte nicht wissen was passiert wenn da mal sturm bläst ;-)
Habanero February 8th, 2010, 08:06 PM Was ist ES ?
Aber immerhin glänzt es ganz vorzüglich, insofern bekommts ein klares Go von mir :lol:
Shadow February 8th, 2010, 09:42 PM Cool - schaut in bisschen wie ein Spühlkasten aus
Anekdote February 8th, 2010, 09:46 PM Nein danke zu diesen Raketenstartrampe ! :bash:
thun February 8th, 2010, 10:56 PM @ Shadow: Jetzt, wo Du's sagst... :lol:
JJFox February 8th, 2010, 11:15 PM also mir gfallt das auch überhaupt nicht
viennasky February 8th, 2010, 11:35 PM es sieht kreativ aus, aber in wien nein danke.
Linie29 February 9th, 2010, 12:23 AM Sicher eine Hetz für jeden Statiker. :lol:
bodypainter February 9th, 2010, 09:26 AM Cool - schaut in bisschen wie ein Spühlkasten aus
ja, das war auch meine assoziation. ich glaube es kommt aus der meisterklasse prix. leider ist halt nicht klar was da was ist. man kann sowas nicht wirklich bauen, weil es vollkommen sinnlos ist. ich frag mich auch wie das statisch halten soll.
Shadow February 9th, 2010, 09:46 AM Kümmern sich Architekten um Statik? Dafür sind doch die Statiker zuständig.
|
|