View Full Version : Hannover | Landtag - Neubau | In Planung


Pages : 1 2 3 [4]

Wishman
April 17th, 2010, 07:19 PM
War eigentlich etwas ironisch gemeint mit dem Volksentscheid, um endlich mal diese unendliche Geschichte zu bremsen, was denn nun die bessere Lösung für den Landtag ist.

Orbiter
April 19th, 2010, 06:22 PM
Volksbegehren gegen Plenarsaalabriss beantragt
Gegen den geplanten Abriss des Landtags-Plenarsaals in Hannover ist ein Volksbegehren beantragt worden. Für die Zulässigkeit müssten innerhalb von sechs Monaten 25 000 gültige Unterschriften gesammelt werden, teilte am Montag der Niedersächsische Landeswahlleiter in Hannover mit.

...weiter auf haz.de (http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Volksbegehren-gegen-Plenarsaalabriss-beantragt)

devilsadvocate
April 19th, 2010, 08:31 PM
Ich glaube, dass ein Volksbegehren gar nmicht zulässig ist, da hier nicht über ein Gesetz abgestimmt wird, im Gegensatz zum Blindengeld wie damals. Glaube, dass das mehr PR ist, als dass es wirklich was bringt.

gruenebahn
April 20th, 2010, 11:50 PM
Ich glaube, dass ein Volksbegehren gar nmicht zulässig ist, da hier nicht über ein Gesetz abgestimmt wird, im Gegensatz zum Blindengeld wie damals. Glaube, dass das mehr PR ist, als dass es wirklich was bringt.

Moment mal. Kein Eingriff des Volkes möglich, obwohl hier sinnloserweise Geld verschwendet wird fürs prestige, was woanders dringender eingesetzt werden könnte? vermutlich ist das der Grund, warum ich auch an unserer Demokratur zweifele... :ohno:

ChairborneGeneral
April 21st, 2010, 01:22 PM
Ich glaube, dass ein Volksbegehren gar nmicht zulässig ist, da hier nicht über ein Gesetz abgestimmt wird,

Natürlich ist das zulässig, man muss es nur korrekt als Gesetz formulieren.
Ausgenommen sind nur der Landeshaushalt, öffentliche Abgaben sowie Dienst- und
Versorgungsbezüge. Auf Landesebene ist das mit den Ausnahmetatbeständen alles
unkritisch.

Ganz anders auf Gemeindeebene, dort gibt es eine Latte von Bereichen, die von
einem Bürgerentscheid ausgeschlossen sind. Besonders hübsch ist diese Ausnahme:

Unzulässig ist ein Bürgerbegehren über
...
6. die Aufstellung, Änderung, Ergänzung und Aufhebung von Bauleitplänen und sonstigen
Satzungen nach dem Baugesetzbuch (BauGB) und dem Maßnahmengesetz zum
Baugesetzbuch,
...

Zurück zum Landtag; mein persönlicher Favorit als Gesetzestext wäre so etwas in
folgender Form:

§1 Über den Sitz des Landtages als Volksvertretung
entscheidet das niedersächsische Volk in einem Volksentschied.

§2 Der Sitz des Landtages umfasst den Standort innerhalb der Landeshauptstadt,
das Gebäude sowie die Grundzüge seiner architektonischen Gestaltung.

Übergangsbestimmung

§3 Solange das niedersächsische Volk keine Entscheidung nach §1 getroffen hat,
wird der Sitz des Landtages gemäß Anlage 1 festgelegt.

Anlage 1

... heutiger Landtag ...

devilsadvocate
April 21st, 2010, 02:11 PM
@chairborne:

Das mag wohl sein, aber es könnte dennoch kein Gesetz geben, dass sich gegen den Abriss an sich wendet. Nur eben mittelbar, dass das Volk darüber abstimmen könnte und das dann eben beschlossen wird.

Wo ist das eigenltich geregelt, dass der Sitz im Leineschloss ist? Habe jetzt schon ein wenig vergeblich recherchiert.

Geschäftsordnung (-)
Nds. Verfassung (-)

jp80
April 23rd, 2010, 02:47 PM
Zur Kenntnisnahme:

http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Baukonvent-Geplanter-Landtagsabriss-in-Hannover-ist-Frevel

(Überraschenderweise heute mal mit einem etwas ausgeglicheneren Verhältnis bei den Kommentaren - wobei einige der Abrißbefürworter sich durch ihre Wortwahl fast wieder disqualifizieren....)

matheking
April 26th, 2010, 08:53 PM
Erste private Klage gegen Abriss des Landtags
Der Streit um den Landtagsabriss in Hannover beschäftigt die Gerichte: Beim Verwaltungsgericht ist jetzt die erste private Klage gegen den Abriss des Plenarsaal eingegangen. Der Kläger kommt aus Baden-Württemberg.

Beim Verwaltungsgericht ist die erste Klage eines Privatmannes gegen den geplanten Abriss des Landtags-Plenargebäudes eingegangen. Zum Kläger teilte Gerichtssprecherin Antje Niewisch-Lennartz nur mit, dass er aus Baden-Württemberg kommt und sich vor Gericht selbst vertreten will. Der Kläger halte den Beschluss des Landtags zum Neubau eines 45 Millionen Euro teuren Plenargebäudes für rechtswidrig, da es sich bei dem Plenarsaal „um eines der bedeutendsten Werke des Architekten Dieter Oesterlen“ handele. Auch könne erhöhter Raumbedarf angesichts der Verringerung der Zahl der Abgeordneten kein Grund für einen Neubau sein, und zu verantworten sei der Neubau angesichts der Haushaltslage ohnehin nicht. Wann die Klage verhandelt wird, steht noch nicht fest.
Landtag: Architekt Yi will Abriss statt Umbau

Klicken Sie auf ein Bild, um zur Galerie zu gelangen. (17 Bilder)

Bei der Vergabekammer in Lüneburg ist zudem eine Klage des Architekturbüros Koch Panse anhängig, das 2002 den Wettbewerb zur Umgestaltung gewonnen hatte und nun nicht zum Zuge kommt. Weitere Klagen, unter anderem von der Witwe Oesterlen und von Denkmalseigentümern aus der City, sind angekündigt.

med

Quelle: Haz.de

joerg677
May 8th, 2010, 12:28 AM
Ich persönlich finde den Anbau einfach hässlich, rein von der Optik, um die es mir ausschließlich geht. Die Geschichte um den Landtag selbst finde ich jetzt nicht so berauschend, dass dies ein Denkmal dieser Zeit wäre.
Ich wäre für einen Laves-Flügel, um das Schloss zu komplettieren, nichts anderes, weder dieser unpassende Glaskasten noch der jetzige Bau entspreicht hier meinem Ästhetik-Empfinden.

Meine Meinung ebenso. Es gab noch zwei gleich ausgeschiedene Entwürfe die ich gut fand, aber das war bei Euch ja in der damaligen Diskussion ähnlich.

Zusätzlich finde ich den Satz "...1910 stehengeblieben.." schon enorm albern.
Sozusagen stehengeblieben bei zuvor stattgefundenen 4000 Jahren Architekturgeschichte.. Schon klar ;-)

sesta
May 11th, 2010, 06:44 PM
Vielleicht für den ein oder anderen interessant:
Kundgebung gegen den Plenarsaalabriss (http://architekturhannover.de/de/content/artikel/2010/may/2/kundgebung-gegen-den-plenarsaalabriss)

jp80
May 11th, 2010, 08:10 PM
Mittlerweile ist der heutige NP-Artikel von Seite 1 auch online einzusehen. Komisch, daß es dem einen oder anderen Parlamentarier jetzt auf einmal dämmert, daß dieses Projekt (prinzipiell und ganz besonders zum aktuellen Zeitpunkt) dem Bürger / Wähler nicht zu vermitteln ist. Düsseldorf läßt grüßen....

http://www.neuepresse.de/Nachrichten/Politik/Niedersachsen/Umbau-auf-der-Kippe

Sehr interessant ist auch diese NDR 1-Sendung von vergangener Woche:

http://www.ndr1niedersachsen.de/programm/sendungen/jetzt_reichts/jetztreichts2.html

jp80
May 12th, 2010, 04:42 PM
Der Vollständigkeit halber hier auch nochmal die HAZ:

http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Neubau-des-Landtags-steht-vor-der-Absage

Orbiter
May 26th, 2010, 09:26 PM
http://img696.imageshack.us/img696/5387/260510haz.jpg

lifestyle032
May 26th, 2010, 10:20 PM
Habe den Artikel heute auch zufällig beim Durchblättern der Zeitung im Laden entdeckt - daraufhin musste ich sie mir natürlich kaufen.

Ein sehr schöner Artikel, wie ich finde.
Fraglich, was passieren sollte, würde man tatsächlich auf alte Überreste (z.B. des Hauses der Väter) stoßen. Meines Meinung nach hätte Hannover es wirklich verdient, etwas derartiges seinen Einwohnern und Besuchern als Zeitzeugnis des 19. Jahrhunderts präsentieren zu dürfen. Mit anderen Worten: sollten bei Grabungen die vermuteten Funde wirklich zu Tage treten, so sollte man sie der Öffentlichkeit sichtbar machen.
Das ohnehin schon arg gebeutelte Hannover, im Besonderen die kaum noch vorhandene Altstadt, könnte derartiges gut vertragen. Fraglich ist, ob die werten Bauherren des Plenarsaalneubaus, so er denn wirklich kommt, der gleichen Ansicht sein würden :|

devilsadvocate
May 26th, 2010, 11:30 PM
Tja, einst prächtige GEbäude... und was wird heute gebaut... Schrott und Glaskubusse...
Super... Was für eine architektonisch grauenvolle Zeit (mit Ausnahme von Wolkenkratzern, die in Deutschland leider nicht gebaut werden).

Wenn sie dort graben, dann bitte nicht aufhören und gleich die Fundamente der Wasserkunst mit freilegen! Vielleicht kommt ja doch eher Bewegung in die SAche, als man es sich träumen ließe...

joerg677
May 30th, 2010, 03:46 PM
Bin auf Eurer Seite, habe aber mit lediglich freigelegten Fundamenten und nem Schild dran so meine Probleme.. Hat so eine "Ground Zero" Ausstrahlung..

Man kann in diesem Artikel aber auch schön erkennen, dass die Erweiterung des Schlosses angedacht war. Schade, dass dies nicht aufgegriffen wird.

matheking
July 18th, 2010, 09:20 PM
Das ist tatsächlich das größte Ärgerniss: Das Land setzt sich über seine eigenen Gesetze hinweg. Das hinterlässt einen sehr bitteren Geschmack!

Streit um Plenargebäude: Hannovers Bürger verklagen das Land
Der Niedersächsische Heimatbund und Klaus Stichweh, der als langjähriger Unternehmer Eigentümer mehrerer Nachkriegsdenkmälern im Herzen Hannovers ist, haben Klage eingereicht. Sie wollen den Landtag per Gericht zwingen, den Beschluss aufzuheben und endlich in die Sanierung des Baus zu investieren.

Wenn Hausbesitzer ein Denkmal vernachlässigen, drohen ihnen harte Strafen vom Land. Ein Gericht soll jetzt klären, ob sich das Land auch gegenüber den Bürgern rechtfertigen muss, wenn es seine Denkmäler verkommen lässt. Anlass ist der Streit um den Abriss des geschützten Plenargebäudes, den der Landtag mit großer Mehrheit beschlossen hat, nachdem er das Gebäude jahrzehntelang vernachlässigt hatte. Der Niedersächsische Heimatbund und Klaus Stichweh, der als langjähriger Unternehmer Eigentümer mehrerer Nachkriegsdenkmälern im Herzen Hannovers ist, haben Klage eingereicht. Sie wollen den Landtag per Gericht zwingen, den Beschluss aufzuheben und endlich in die Sanierung des Baus zu investieren.

Stichwehs Neffe, der Rechtsanwalt Hanno Ziehm, hat die Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht. Er weiß, dass dieser Rechtsweg formal kaum möglich ist. Im Gegensatz zum Naturschutzrecht kennt das Denkmalrecht keine sogenannte Verbandsklage – klagen darf nur, wer unmittelbar betroffen ist. Mit einer ausführlichen juristischen Würdigung entfaltet Ziehm aber in der Klageschrift, dass von einem Abriss des Plenargebäudes zahlreiche Niedersachsen „tatsächlich und ehrlich betroffen“ sind. Der Heimatbund sei als Organisation berührt, die sich intensiv mit dem Bewahren des Baukulturerbes auseinandersetzt. Der Denkmaleigentümer Stichweh wiederum sei als jemand tangiert, der erhebliche finanzielle Einbußen zum Erhalt seiner vier Nachkriegsdenkmäler in Kauf nimmt – und nun erleben soll, dass der Landtag sich über sein eigenes Gesetz hinwegsetzt. Anwalt Ziehm weist zudem auf die gut 40.000 Unterschriften hin, die innerhalb weniger Wochen gegen den Abriss zustande kamen, darunter von Prominenten wie Verfassungsrichter Ernst Gottfried Mahrenholz oder Hannovers frühere Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg.

„Die Hoffnung, dass wir in erster Instanz gewinnen, ist sehr gering“, sagt Stichweh. Er rechne aber damit, dass wegen der grundsätzlichen Bedeutung Berufung zugelassen werde. „Die Kläger hoffen, dass das Gericht, selbst wenn es diese nicht im Recht verletzt sieht, die objektive Rechtswidrigkeit des geplanten Abrisses feststellt“, sagt Ziehm. Denn das Denkmalgesetz des Landes erlaubt zwar, dass geschützte Gebäude abgerissen werden dürfen – aber nur, wenn „überwiegende andere öffentliche Belange dieses zwingend erfordern“. Ziehm weist detailliert darauf hin, dass weder öffentliche Belange wie die Funktionsfähigkeit des Parlaments einen Abriss erfordern – denn eine Sanierung ist ausdrücklich möglich – noch ein fachlicher Abwägungsprozess („überwiegend“) oder eine Unvermeidbarkeit („zwingend“) festzustellen seien.

Der Landtag hatte einen Architektenwettbewerb ausgelobt mit dem Ziel, den Nachkriegsplenarsaal für rund 40 Millionen Euro umzubauen oder zu ersetzen. Als Sieger war das Büro Yi aus Köln mit einem Neubaukonzept hervorgegangen. Seitdem gibt es Proteste sowohl von Fachorganisationen als auch aus der Bevölkerung. Derzeit ist das gesamte Verfahren gestoppt, weil ein Vergaberechtsstreit läuft. Die Gewinner eines früheren Wettbewerbs waren zwar in erster Instanz unterlegen, haben aber Einspruch eingelegt; ein Ergebnis wird für August erwartet.
[Conrad von Meding]
Quelle: Haz.de

Orbiter
July 30th, 2010, 03:28 PM
Landtagsneubau: Architekten ziehen Klage zurück
Im Rechtsstreit um den Neubau des niedersächsischen Landtags hat das Architekturbüro Koch/Panse aus Hannover seine Klage vor dem Oberlandesgericht Celle zurückgezogen.
mehr auf neuepresse.de... (http://www.neuepresse.de/Hannover/Uebersicht/Landtagsneubau-Architekten-ziehen-Klage-zurueck)

und auf haz.de... (http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Landtagsneubau-Architekten-ziehen-Klage-zurueck)

matheking
November 16th, 2010, 11:33 PM
Quelle:http://www.welt.de/kultur/article10945156/Nachkriegsarchitektur-steht-nicht-unter-Naturschutz.html
Bitte abreissen!

Nachkriegsarchitektur steht nicht unter Naturschutz

Überall in Deutschland protestieren Bürger gegen Neubauten. Dabei hat die Nachkriegsarchitektur wenig Mitleid verdient.



Friedrich Nietzsche kannte seine Deutschen. Schon Ende des 19. Jahrhunderts warnte der Philosoph in seiner Schrift über den "Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben" vor einer antiquarischen Haltung, die "alles Alte und Vergangne einfach als gleich ehrwürdig" hinnimmt, während "alles, was diesem Alten nicht mit Ehrfurcht entgegenkommt, also das Neue und Werdende, abgelehnt und angefeindet" wird. Willkommen im Deutschland von Stuttgart 21.

Inzwischen hat die Verehrung alles Alten die Bauten der deutschen Nachkriegsmoderne - also der noch vor wenigen Jahren als "Nierentischmoderne" verspotteten 50er- und 60er-Jahre – erreicht. Bürgerproteste haben den Abriss des Kölner Schauspiels gestoppt, dürften den Abriss der Bonner Beethovenhalle noch verhindern, wollen den Plenarsaal des niedersächsischen Landtags ebenso retten wie das studentische Clubhaus und die Mensa der Universität Tübingen.

Kölns Innenstadt ist atemberaubend hässlich

Zwar bekommt man im spießigen Tübingen das Gefühl, es gäbe Wichtigeres zu entsorgen als ausgerechnet das kleine, aber feine Clubhaus von Rolf Gutbrodt (1956/57) und die lichte Mensa von Paul Baumgarten (1966).

Grundsätzlich aber verdient keine Epoche weniger Rücksicht als die Nachkriegsmoderne, die unbarmherzig mit ihren Vorgängern aufräumte und in deutschen Städten mehr Verwüstungen anrichtete als der Bombenkrieg. Gerade als Reaktion auf diese Kahlschlagmentalität entstand ja die inzwischen vorherrschende antiquarische Stimmung. Es ist schon ironisch, dass die Bauten jener Zeit nun davon profitieren.
Anzeige


I...
Das ist vielleicht der tiefere Sinn der Bürgerproteste. Die alternden Kinder - und Kritiker - des Wirtschaftswunderlands entdecken auf ihre alten Tage die Nostalgie, da die Fassaden ihres Lebens abgeräumt werden.

Niedersächsischer Landtagsbau depremiert

Hier bekam man den ersten Kuss, dort war man zum ersten Mal auf einer Demo. Betrachtet man den Plenarsaal des niedersächsischen Landtags in Hannover von außen, so kann man sich jedenfalls keine schlüssigere Erklärung für die 40.000 Unterschriften gegen seinen Abriss vorstellen.

Vor lauter Ehrfurcht gegenüber dem ehemaligen Schloss der Hannoveraner Könige ist Dieter Oesterlens Anbau zu einem gesichtslosen Steinkasten erstarrt. Innen freilich sieht es anders aus. Der Saal ist ein beeindruckendes Zeugnis der Nierentischästhetik seiner Entstehungszeit (1958).

Sofort aber werden zwei Probleme sichtbar: Er ist zu klein, und er bekommt kein Tageslicht. Wenn die Abgeordneten zwei, drei Tage lang zehn Stunden am Tag hier sitzen, bröckelt schon am zweiten Tag die Stimmung, heißt es. Die Debattenkultur werde vom Eingeschlossensein geprägt. Die Besprechungsräume sind fensterlose Besenkammern. Form follows Function? Hier nicht. Hier ist Funktionalität dem Formwillen geopfert worden. Soll man aus Pietät gegenüber der Architektur eine solche Beschädigung der Demokratie in Kauf nehmen?

..
Der prämierte Entwurf des Kölner Architekten Eun Young Yi für einen Neubau ist solides Handwerk ohne große Effekte: ein fast quadratischer Bau mit einem von 12 mal 14 Säulen getragenen Flachdach; die Wände des Plenarsaals bestehen aus Glasbausteinen, die tagsüber für Helligkeit sorgen, nachts den Bau von innen leuchten lassen sollen. Yi baut übrigens auch die "Bibliothek 21" auf dem Gelände, das durch die Aufgabe des Kopfbahnhofs in Stuttgart zu einem neuen Stadtteil werden soll.

Nach dem Protest gegen Stuttgart 21 freilich stehen alle großen öffentlichen Bauvorhaben in Deutschland unter Vorbehalt. In Bonn wollten Telekom, Post und Postbank ein neues Festspielhaus sponsern und dafür die Beethovenhalle von Siegfried Wolske (1959) abreißen lassen.

...

Nietzsche meinte, die Historie müsse sich dem Leben unterwerfen. Das gilt vor allem für die Architektur. Städte sind keine Friedhöfe, sie sind für die Lebenden da. Und die Lebenden können sich nicht vor der Entscheidung drücken, wie sie ihre Städte gestalten wollen, indem sie einfach Nein zum Neuen sagen.

Für den beherzten Abriss auch ganz anständiger Architektur früherer Epochen, wenn – aber nur wenn – es eine bessere Alternative gibt, spricht allein schon die Überlegung, dass wir damit den kommenden Generationen das moralische Recht geben, mit unseren Bauten auch so zu verfahren. Mit diesem Bewusstsein lässt sich vielleicht auch manches Missglückte leichter ertragen.

matheking
November 25th, 2010, 08:20 PM
Aus der Haz.de
Kein Volksbegehren gegen Landtagsabriss in Hannover
Die Gegner des Landtagsabrisses haben nur 2859 der erforderlichen Mindestanzahl von 25.000 Unterschriften für ein Volksbegehren zum Erhalt des alten Landtagsgebäudes in Hannover zusammen bekommen und verzeichnen damit eine herbe Schlappe.

Herbe Schlappe für die Gegner des Landtagsabrisses: Bei der Unterschriftensammlung für ein Volksbegehren zum Erhalt des alten Landtagsgebäudes haben die Initiatoren nicht die erforderliche Mindestzahl von 25.000 Unterschriften zusammen bekommen. „Bis zum Stichtag am 12. November sind bei den zuständigen Gemeinden und Samtgemeinden lediglich 2859 gültige Eintragungen vorgelegt worden“, teilte Landeswahlleiter Volker Homuth am Donnerstag in Hannover mit.

Seit längerem protestiert eine Bürgerinitiative gegen den Neubau, obwohl sich die Mehrheit des Parlaments dafür ausgesprochen hatte. Die Witwe des Landtagsarchitekten von 1962, Eva Oesterlen, hatte angekündigt, gegen einen Abriss des maroden Baus klagen zu wollen.

dpa

devilsadvocate
November 25th, 2010, 08:51 PM
Naja wie gesagt, das Gebäude kann gerne abgerissen werden, aber der Glaspalast ist auch nicht viel besser ...

gstolze
November 25th, 2010, 10:14 PM
Ich mag den tempelartigen Glaspalast, allerdings nicht an das Leineschloss angebaut sondern als erweiterter Solitär am Friederikenplatz. Das wäre im Rahmen von Hannover2020 ideal. Hatte ich ja bereits vorher mal erwähnt....
Das Leineschloss dann als Kulturzentrum wo langfristig, schrittweise einige bedeutende Räume wie Rittersaal und Schlosskirche rekonstruiert werden könnten. In München macht man es so, ebenso in Dresden. Nur hier wird schon der Gedanke daran im Keim erstickt.

matheking
November 25th, 2010, 10:28 PM
Ich bin ein Anhänger des Oesterlen-Baus.
Wenn dieser schon abgerissen werden muss, so sollte ein Neubau am selben Standort entstehen. Zum einen wegen der FWK, zum anderen auch einfach deshalb, weil das der einzige den Proportionen des Landtags entsprechende Standort ist. Wie sähe das denn aus, wenn neben dem Portal erst einmal ein Loch kommt?

Schnitzelesser
November 25th, 2010, 11:06 PM
Was passiert eigentlich gerade mit dem Lavesflügel? Werden da die Fenster gewechselt (im Winter?) oder passiert etwas Größeres?

gstolze
November 25th, 2010, 11:16 PM
Ich bin ein Anhänger des Oesterlen-Baus.
Wenn dieser schon abgerissen werden muss, so sollte ein Neubau am selben Standort entstehen. Zum einen wegen der FWK, zum anderen auch einfach deshalb, weil das der einzige den Proportionen des Landtags entsprechende Standort ist. Wie sähe das denn aus, wenn neben dem Portal erst einmal ein Loch kommt?

Ich wäre für einen Anbau entlang der Leinstraße welcher den Lavesflügel spiegelt. Dahinter dann eine schöne Grünanlage zur Leine.

CrayZD
November 26th, 2010, 12:18 AM
Wie sähe das denn aus, wenn neben dem Portal erst einmal ein Loch kommt?

Bedenke, dass dieser Zustand strenggenommen historisch korrekt wäre, da er im wesentlichen den Vorkriegszustand widerspiegelt. Der zweite Flügel ist ja in seiner geplanten Form nie gebaut worden.

Dass es trotzdem ziemlich Banane aussehen muss, erwähnte ich bereits mal.

Was passiert eigentlich gerade mit dem Lavesflügel? Werden da die Fenster gewechselt (im Winter?) oder passiert etwas Größeres?

Vor ein paar Wochen habe ich mal an einer der Führungen teilgenommen. Der Bereich wird so ziemlich von oben bis unten umgekrempelt. Energetische Sanierung, neue Elektrik, das ganze Programm. Der Fensteraustausch ist nur ein Teil davon.

Interessanterweise ist das den wenigsten bekannt: der Abriss und Neubau des Plenarbereichs ist kein Einzelprojekt, sondern soll nur den Höhepunkt einer bereits seit Jahren laufenden umfassenden Sanierung des Landtagsgebäudes darstellen.

matheking
November 26th, 2010, 02:46 PM
Bedenke, dass dieser Zustand strenggenommen historisch korrekt wäre, da er im wesentlichen den Vorkriegszustand widerspiegelt. Der zweite Flügel ist ja in seiner geplanten Form nie gebaut worden.


Jein. Schließlich stand dort mit dem Opernhaus früher schon mal ein Gebäudeteil. Den hat Laves ja erst abreissen lassen (aus Brandschutzgründen).

matheking
December 4th, 2010, 01:05 PM
Jurist: Plenarsaal ist eindeutig ein Denkmal
Die Entscheidung schien gefallen: Die Abgeordneten hatten sich Mitte des Jahres sich für einen Neubau und damit für den Abriss des alten Plenarsaals entschieden. Jetzt nährt ein Gutachten Zweifel am Landtagsabriss.

Ist der Landtagsplenarsaal in Hannover ein Denkmal – und darf das Parlament den Abriss verfügen, wenn es lieber einen Neubau hätte? Landtagspräsident Hermann Dinkla (CDU) hatte dazu 2009 ein eindeutiges Expertengutachten präsentiert, an dem nun neue Zweifel wachsen. Die für den Denkmalschutz zuständige Wissenschaftsministerin Johanna Wanka hat jetzt eine neue Expertise freigegeben, die aus der Feder von Hans Karsten Schmaltz stammt, einem angesehenen Juristen und ehemaligen Vizepräsidenten des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg. Es wirft dem Gutachter des Landtagspräsidenten eine „beachtliche Portion Chuzpe“ vor und listet detailliert auf, an welchen Punkten der Erstgutachter seines Erachtens juristischen Fehleinschätzungen aufsitzt.

Schmaltz, einer der höchsten Verwaltungsrechtler des Landes, wirft dem Erstgutachter anhand von Gerichtsbeschlüssen eine „völlig unzulässige Rechtsauffassung“, eine Verkürzung von Begriffen und falsches Zitieren vor. Dass der nach dem Krieg als Gesamtwerk geschaffene Landtag mit dem alten Schloss- trakt und dem neuen Plenargebäude zu Recht ein Denkmal sei, stehe juristisch ebenso außer Frage wie das öffentliche Interesse an der Erhaltung. Das von Architekt Dieter Oesterlen um- und ausgebaute Parlamentsgebäude habe „einen besonderen Rang in der Architekturgeschichte der Nachkriegszeit“, schreibt Schmalz. Als perfide beurteilt der Jurist, dass der Erstgutachter die Bereitschaft der Denkmalpfleger, kleine Eingriffe ins Gebäude zugunsten einer besseren Nutzbarkeit zuzulassen, als Beleg dafür nimmt, dass sie den Denkmalcharakter längst aufgegeben hätten. Vielmehr zeige sich hierin die „Kompromissbereitschaft“ der Denkmalschützer.

Der Streit um den Landtagsabriss beschäftigt das Parlament seit zwei Jahren und hat zu erheblichem Bürgerprotest geführt. Das nach dem Krieg an das Leineschloss angebaute Plenargebäude ist bei vielen Politikern unbeliebt; die Landtagsmehrheit beschloss daher trotz Denkmalschutzes den Abriss und einen Neubau für 45 Millionen Euro Steuergeld. Weil im Landesamt für Denkmalpflege aber Zweifel am Gutachter des Präsidiums wuchsen, beauftragte man die neue Expertise.

Der Sprecher des Landtags, Kai Sommer, wollte den Vorgang am Freitag nicht kommentieren. „Wir bewerten solche Gutachten nicht“, sagte Sommer und fügte hinzu: „Jedes Gutachten, das in Auftrag gegeben wird, ist in eine gewisse Richtung ausgelegt.“ Weil der Landtag seinen Mehrheitsbeschluss zum Abriss des Plenargebäudes noch nicht zurückgenommen hat, demonstrieren Abrissgegener am Sonnabend am Plenarsaal – symbolischer Beginn ist um fünf vor zwölf Uhr.
[Conrad von Meding]
Quelle: Haz.de

gstolze
December 4th, 2010, 04:27 PM
Ein Artikel auf der ersten Seite ohne wirklich neue Informationen....

realstranger
December 16th, 2010, 12:36 AM
Landtagsneubau in Hannover unwahrscheinlich
Der im März vom Landtag beschlossene Neubau des Plenarsaals ist in der bisherigen Form unwahrscheinlich geworden – und wird wohl nicht vor der Landtagswahl im Januar 2013 in Angriff genommen.

http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Landtagsneubau-in-Hannover-unwahrscheinlich

Lefthandy
December 16th, 2010, 12:41 AM
^^ Tja, die Hannoverschen Mühlen zermahlen noch jedes Projekt. Warum hat man sich überhaupt so aufgeregt? :lol:

CrayZD
December 16th, 2010, 10:10 AM
Ähm... und welche Hinweise gibt es nun im Text - außer den vage angedeuteten möglichen Kostensteigerungen wegen des Grundwassers - die die Spekulation in der Schlagzeile untermauern? Oder ist da eher der Wunsch (des Redakteurs) Vater des Gedankens?

Mal wieder ein typisches Beispiel für die fortschreitende journalistische Annäherung HAZ -> BILD.

jp80
February 3rd, 2011, 12:25 AM
Und damit ist das Projekt wohl am Ende - Gott sei Dank!!!

http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Niedersachsens-Landtag-stoppt-Plaene-fuer-Abriss-in-Hannover

Daß es nun so schnell und vor allem relativ unspektakulär vonstatten geht (so ganz ohne Gerichtsbeschluß oder Abwahl der Verantwortlichen), hätte ich kaum für möglich gehalten. Aber was der ganze Sch... den Steuerzahler jetzt schon gekostet hat und noch kosten wird, ist schon eine Sauerei sondergleichen... Von dem Geld hätte man ja schon die halbe Flußwasserkunst wieder aufbauen können...
Apropos: Diesem Projekt steht ja nun - was das Grundstück angeht - nichts mehr im Wege, oder?

CrayZD
February 3rd, 2011, 10:33 AM
Ich bin mal gespannt, welche Alternativlösung das Land aus dem Hut zaubert: Umbau nach Koch/Panse für 35 Millionen, notdürftige Sanierung für 25 Millionen... oder gleich noch weiter verrotten lassen bis nichts mehr geht, und dann doch für 50 Millionen neu bauen. Derweil freut sich der Wutbürger, dass 45 Millionen Steuergelder 'gespart' wurden. :ohno:

Deutschland auf dem besten Weg in die Stillstandsrepublik. Mal schauen wo das noch hinführt.

gstolze
February 3rd, 2011, 11:23 AM
Wahrscheinlch wird die Sanierung eh genause teuer wie ein Neubau. Bei Altbausubstanz wird man so manches MAl mit Problemen konfontiert, die man nicht erwartet hat.

Was ich nicht verstehe: Der Landtag als GANZES, also inklusive Lavesschloss, ist, wie er von Oesterlen wiederaufgebaut wurde, ein Baudenkmal, also auch mit den Fenstern ohne Sprossen. Jetzt haben wir (zum Glück) Sprossenfenster. Aber damit ist das (Oesterlen-)Denkmal doch schon verfälscht. Wenn jetzt der Plenarsaal von INNEN total umgebaut wird, bleibt nur noch die Hülle.... Was hat das Endergebnis dann noch mit dem Originaldenkmal zu tun?

Deswegen ist die ganze Denkmalschutzdebatte auch nur vorgeschoben. Wenn das Denkmalamt damit einverstanden ist, hat es doch seine Glaubwürdigkeit arg strapaziert, genauso wie übrigens beim Parkhaus Schmiedestr. wo das gesamte Erdgeschoss nicht mehr original ist.

Leine1977
February 3rd, 2011, 04:08 PM
Mich regt dieser angebliche bauhistoriker Sid Auffarth immer auf. Allen Nachkriegsmist ohne Fachwissen will er schützen (beim IBM-gebäude hat er sich ja auch blamiert). Aber wenns um Altbauten geht hört man nix von dem.

Na ja, hat er es ja geschafft mit seiner Bürgerinitiative. Wobei er bestimmt bald eine neue gründet - gegen die FWK.:ohno:

erbse
February 3rd, 2011, 04:14 PM
^ Mal uns doch den nicht den Teufel an die Wand. :|


Gerade jetzt spricht ja rein gar nichts mehr gegen die Flusswasserkunst! Auf geht's, Hannover!

gstolze
February 3rd, 2011, 06:41 PM
Auf die Gefahr hin, dass ich mich unbeliebt mache....

so gern ich die Flusswasserkunst mag und eine Reko befürworte, so sehr würde mich der Verlust der wunderbaren Blickachse vom Leineschloss über die Schlossbrücke und das Palais Wangenheim zum Neuen Rathaus schmerzen. Dieser Blick ist einer der schönsten in Hannover. Könnte man die FWK nicht an einem Standort auf der anderen Seite des Friedrichswalls an der Culemannstraße wiederaufbauen? Den Höhenunterschied und die dann notwendige Verbreiterung des Flussbettes könnte man dort problemlos hinkriegen.

matheking
February 3rd, 2011, 08:38 PM
Auch wenn ich Deine Bedenken bezüglich der Blickachse Leineschloß <-> Neues Rathaus teile, würde ich am ursprünglichen Standort festhalten. Denn dort fehlt ganz dringend eine Begrenzung des Platz der Göttinger Sieben. In diesem Bereich der Karmarschstraße fehlt einfach etwas, dass den Ort verengt und abgrenzt. Im derzeitigen Zustand gehen die Verkehrsflächen des Friederikenplatzes/Friedrichswall einfach so in Platz dGS/Karmarschstraße über. Das tötet alles Lebendige auf diesem eigentlich doch recht lauschigen Örtchen ab.

gstolze
February 3rd, 2011, 09:29 PM
Das könnte man auch anders hinkriegen, z.B. könnte man nah einem Verschwenken und verengen der Straße, sowie einer weiteren Freilegung der Leine, welches bei Hannover 2020 vorgesehen ist, einen kleinen Bau (Café?) anstelle des jetzigen Denkmals der Göttinger Sieben errichten. Das Denkmal könnte auf dem Platz einen anderen Standort finden.

Das gesamte Umfeld um das Leineschloss müsste aufgewertet werden, um mehr Leben in das Viertel zu bringen.

Wenn das Untergeschoss des Landtags bei einer Sanierung zum Platz geöffnet werden könnte, wäre das auch sehr hilfreich für eine Belebung des Platzes. Anstelle des Restaurtants im Leineschloss könnte evtl. auch eine kleine Austellung zur Landesgeschichte Niedersachsens untergebracht werden.

Dann müsste man den Hinrich-Wilhelm-Kopf-(Un-)Platz beseitigen und das Palais Leinstraße samt Nachbargebäuden rekonstruieren und auch den Bohlendamm und den Marktplatz mit einbeziehen.

Nicht zu vergessen, die geplanten Projekte zu Hannover 2020. Ich hoffe, dass man mit der Umgestaltung des Leineufers schnell beginnen und auch die geplanten Kulturbauwerke verwirklichen kann. Mir würden da eine Wiederbelebung des damals von Mike Gehrke angedachten Jazzmuseums sowie eine Staatsgalerie (die unbedingt aus der Enge des Landesmuseums raus müsste) einfallen.

devilsadvocate
February 4th, 2011, 01:20 AM
Ich wär ja auch für die Rekonstruktion der alten Markthalle! Wär das ein Traum!!

gstolze
February 4th, 2011, 09:38 AM
Du sprichst mir aus der Seele. Und wenn dann noch das original Haus der Väter, das Grotehaus und das alte Ständehaus hinzukämen.....

CrayZD
February 4th, 2011, 10:51 AM
Auf die Gefahr hin, dass ich mich unbeliebt mache....

so gern ich die Flusswasserkunst mag und eine Reko befürworte, so sehr würde mich der Verlust der wunderbaren Blickachse vom Leineschloss über die Schlossbrücke und das Palais Wangenheim zum Neuen Rathaus schmerzen. Dieser Blick ist einer der schönsten in Hannover. Könnte man die FWK nicht an einem Standort auf der anderen Seite des Friedrichswalls an der Culemannstraße wiederaufbauen? Den Höhenunterschied und die dann notwendige Verbreiterung des Flussbettes könnte man dort problemlos hinkriegen.

In genau dem gleichen Zwiespalt bin ich auch immer beim Thema FWK. Einerseits braucht die ganze Gegend um den Friederikenplatz dringend Konturen, andererseits ist das hier:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/4e/Hannover_-_Landtag_Leine.jpg/400px-Hannover_-_Landtag_Leine.jpg (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Hannover_-_Landtag_Leine.jpg&filetimestamp=20061103095229)

eine der schönsten Ansichten Hannovers. Außerdem habe ich die freie Sicht von der Landtagsbrücke auf das Wehr liebgewonnen, die einer FWK-Reko auch zum Opfer fallen würde.

Lefthandy
February 4th, 2011, 11:04 AM
Bei all der Trauer um verlorene Sichtachsen, sollte nicht vergessen werden, dass die FWK auch neue Qualitäten diesbezüglich schaffen würde. Die obige Perspektive sähe mit FWK jawohl auch toll aus. Leineschloss und FWK ließen sich in vielerlei Arrangements gemeinsam auf Postkarten verquicken.

Und wer weiß, von wo aus man die FWK dann noch sehen könnte? Wahrscheinlich ließe sie sich sehr gewinnend in viele Sichtachsen und Panoramen unterbringen.

Squig
February 4th, 2011, 04:04 PM
Die Sichtachse würde ja kaum abgewertet, wenn statt dem Rathaus die FWK zu sehen wäre.
Aber eins nach dem anderen: Erst Brückenhäuschen, dann FWK, dann Markthalle. Wäre toll, wenn ich letzteres noch erleben dürfte!

devilsadvocate
February 4th, 2011, 04:11 PM
und am Ende bitte schön die Willa Willmer in Döhren...

Lefthandy
February 4th, 2011, 04:17 PM
Und das Frederiken-Schlösschen. Ich hätt noch ein paar mehr...:)

Leine1977
February 4th, 2011, 06:45 PM
Ein Bekenntnis zur Altstadt wäre erst einmal schon hilfreich!

gstolze
February 4th, 2011, 09:17 PM
Ich verstehe die Stadtpolitik einfach nicht, die nie einen behutsamen aber konsequenten Ausbau der Traditionsinsel verfolgt hat, um wirklich ein größeres, harmonisches Quartier zu erhalten, was der städtischen Identität und den touristischen Stellenwert der Stadt erheblich verbessern würde.

CrayZD
February 9th, 2011, 01:05 PM
Aus der HAZ:

Neuer Plenarsaal könnte 65 Millionen Euro kosten (http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Neuer-Plenarsaal-koennte-65-Millionen-Euro-kosten)

Die SPD will jetzt Akteneinsicht in die Jury-Unterlagen nehmen. Falls sich nämlich herausstellen sollte, dass Yi die bis zu 13 Millionen Euro teure Klimaanlage bewusst verschwiegen hat [...]

In der NP hieß es dazu etwas konkreter, das Yi in seinem Entwurf statt einer konventionellen Klimaanlage auf Betonkernkühlung und wassergekühlte Lüftung setzt. Beides seit Jahren Standard in Bürobauten, äußerst energie- und damit kostensparend - nicht nur im Aufbau, auch im Betrieb. Davon, dass das auch bei Aufheizung durch große Fensterflächen sehr gut funktioniert, kann ich mich im Sommer täglich selbst überzeugen.

Und unseren Abgeordneten bzw. den 'Experten' vom Landesbaumanagement ist das also nicht gut genug, weswegen 13 Millionen zusätzlich fällig werden... sagt mal, hat man Euch ins Gehirn gesch...?!? :wallbash:

Squig
February 9th, 2011, 01:20 PM
Ich dachte, es sei durch, dass das nicht kommt, und wollte gerade eine Umbenennung des Threads anregen...?

CrayZD
February 9th, 2011, 01:30 PM
Durch ist noch gar nichts. Allerdings wird der Neubau jetzt wohl extrem unwahrscheinlich.

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie diese Klimaanlagen-Geschichte zu deuten ist, und ich weiß nicht, welche von beiden schlimmer ist:

Entweder, unsere Abgeordneten sind jetzt völlig durchgedreht und fordern neben einer völlig unnützen Tiefgarage samt hässlicher Einfahrtrampe (obwohl es genug Parkraum in fußläufiger Entfernung gibt) auch noch Klimatechnik aus dem letzten Jahrhundert, weil man diesem neumodischem Öko-Schnickschnack nicht traut...

...oder man saugt sich einfach ein paar Kostentreiber aus den Fingern, um sich elegant aus der Affäre zu ziehen. Denn so kann man das konfliktträchtige Projekt abblasen und obendrein auch noch alles dem Architekten in die Schuhe schieben.

matheking
February 9th, 2011, 01:34 PM
Angeblich hat ja auch noch keiner bezüglich der Kosten mit Yi gesprochen. Das ist nicht nur sachlich sehr ungewöhnlich, sondern auch menschlich unter aller Sau.
Die Darstellung von Dinkla in der heutigen HAZ war da schon recht drastisch.

CrayZD
February 9th, 2011, 01:37 PM
Richtig. So wie es in der Lokalpresse dargestellt wird, haben sich einfach ein paar Experten aus der Landespolitik mit dem Yi-Entwurf auseinandergesetzt und ohne Rücksprache mit dem Architekten ihre Gedanken dazu aufgeschrieben. Vor allem wenn man im Ergebnis dem Architekten 'gravierende sachliche Mängel' im Entwurf unterstellt - wie eben die fehlende Klimaanlage - dann wäre das schon eine Sauerei sondergleichen.

Wegen ähnlicher dummdreister Befindlichkeiten unterschiedlicher Beteiligter ist auch die Elbphilharmonie zum dem Millionengrab geworden, das sie heute ist.

Squig
February 9th, 2011, 03:12 PM
Wenn das deren eigenes Geld wäre, würden die da wohl anders mit umgehen *seufz*.

Schnitzelesser
February 9th, 2011, 09:34 PM
Du meinst, sie würden es mit beiden Händen aus dem Fenster schmeißen?

Wenn Yi zu teuer ist müsste ja eigentlich Platz 2 an die Reihe kommen. Oder Platz 1 der Umbauentwürfe. Außerdem müsste Yi sein Preisgeld zurückzahlen.

Squig
February 10th, 2011, 12:32 AM
Laut HAZ stehen jetzt Flußwasserkunst (SPD) bzw die Gegenüber des Schloßes liegende Wiese im Gespräch (CDU). Es ist zum verzweifeln!

Leine1977
February 10th, 2011, 11:32 AM
Laut HAZ stehen jetzt Flußwasserkunst (SPD) bzw die Gegenüber des Schloßes liegende Wiese im Gespräch (CDU). Es ist zum verzweifeln!

Ach, das ist doch alles Schwachsinn, glaub ich. Warum sollte denn die Variante "Erhalt + Neubau" günstiger sein als "Abriss + Neubau"?

Zudem muss man beachten, dass der Standort der Wasserkunst nicht einfach zu bebauen ist, da kommen Mehrkosten zu. Vor dem Landtag wär ein Schlag ins Gesicht - städtebaulich der letzte Schei**.:ohno:

Mein Vorschlag:
Die Flusswasserkunst aufbauen, Parlament verkleinern und in der FWK dann nach britischem Vorbild einen kleinen Plenarsaal bauen. Excellent!:cheers:

gstolze
February 10th, 2011, 07:33 PM
Du kriegst niemals ein Parlament in die FWK, sei es auch noch so klein.

Daher mein Vorschlag: Neubau des Landtages am Friederikenplatz, langfristige Umnutzung des Schlosses als Museum und Kulturzentrum.

Schnitzelesser
February 10th, 2011, 08:17 PM
Nach Lektüre der haz muss man wirklch am Verstand der Politiker zweifeln. Abriss und Neubau sind zu teuer. Ergo sanieren wir und bauen neu. Ergo: Sanierung ist günstiger als Abriss. Wozu dann überhaupt noch neubauen? Die nächste Idee wird dann vermutlich sein: Gar nichts machen am Bestand nd neubauen. Verfällt der alte Saal halt ... Dann kann man ihn schön unter schmückenden Folien verhüllen.

devilsadvocate
February 11th, 2011, 12:30 AM
Ich sags immer wieder:

Warum muss man für jeden ordentlichen Beruf eine Ausbildung machen und Prüfungen ablegen nur Politiker kann jeder werden, der quatschen kann.

Unfassbar. Man siehts ja auch wo es hinführt.

Schnitzelesser
February 11th, 2011, 04:59 PM
Gefühlt ist doch fast jeder Politiker auf Landes- und Bundesebene Volljurist. Ist das keine ordentliche Ausbildung? ;)

devilsadvocate
February 11th, 2011, 05:04 PM
Gefühlt, aber eben nur gefühlt...

Ich finde man sollte auch sämtliche Parteien abschaffen und nur noch Einzelpolitiker zulassen. Diese ganze ständige "Wir sind dagegen, weils von den adneren kommt" ist doch echt nur be:toilet:

Wirklich helfen tut es der Gesellschaft nämlich nichts.

telemaxx
February 11th, 2011, 05:29 PM
Gefühlt, aber eben nur gefühlt...

Sagt ein Jurist! ;)

Ich finde man sollte auch sämtliche Parteien abschaffen und nur noch Einzelpolitiker zulassen.

Da kommt man ja nie zu einer Entscheidung! Deswegen wurde ja unter anderem die 5%-Klausel eingeführt.

Squig
February 11th, 2011, 07:23 PM
Sagt ein Jurist! ;)



Da kommt man ja nie zu einer Entscheidung! Deswegen wurde ja unter anderem die 5%-Klausel eingeführt.

Naja, damals gings es ja vielmehr um ideologie, als heutzutage.

Schnitzelesser
February 11th, 2011, 10:08 PM
Heute geht es NUR noch um Ideologie. Sonst wäre z.B. der Hartz-IV-Hickhack schon lange beendet.

matheking
February 24th, 2011, 06:19 PM
Gericht weist Klage gegen Abriss des Landtags zurück
Kein Klagerecht: Vereine oder Verbände dürften nicht gegen Entscheidungen der öffentlichen Hand klagen - mit dieser Begründung hat das Verwaltungsgericht Hannover am Donnerstag eine Klage gegen den Abriss des niedersächsischen Landtags zurückgewiesen.

Die unendliche Geschichte um einen möglichen Neubau des niedersächsischen Landtags ist seit Donnerstag um ein weiteres Kapitel reicher. Das Verwaltungsgericht Hannover wies eine Klage gegen den Abriss des denkmalgeschützten Plenarsaals ab.

Geklagt hatten der Heimatbund Niedersachsen und ein Privatmann. Das Gericht entschied, beide seien nicht berechtigt, gegen einen möglichen Abriss des Plenarsaals zu klagen.

Richter Ingo Behrens erläuterte, im Denkmalschutzrecht gebe es anders als im Naturschutzrecht in Niedersachsen keine Möglichkeit für Vereine oder Verbände, gegen Entscheidungen der öffentlichen Hand zu klagen. Insofern konnte die Klage des Heimatbundes keine Chancen haben.

Auch der Privatmann, ein Inhaber mehrerer denkmalgeschützter Häuser in Hannover, werde durch einen möglichen Abriss des Plenarsaals nicht in seinen Eigentumsrechten verletzt, weil sein Besitz nicht in Sichtweite des Landtags liege.

Das Gericht machte darüber hinaus deutlich, dass es für eine Klage auch noch zu früh war - noch sei der Abriss nicht endgültig verbindlich beschlossen worden.

Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring zeigte sich erfreut über die Entscheidung. „Das Verwaltungsgericht Hannover hat unsere Rechtsauffassung bestätigt“, sagte der CDU-Politiker. „Wir haben damit jetzt Rechtssicherheit. Deswegen haben wir auf den heutigen Termin bestanden.“

Die Landtags-Abgeordneten hatten im März vergangenen Jahres mit einer breiten Mehrheit quer durch die meisten Parteien einen Plenarsaal-Neubau nach den Plänen des aus Korea stammenden Architekten Eun Young Yi votiert. Dafür muss der derzeitige Plenarsaal von Dieter Oesterlen aus dem Jahr 1962 abgerissen werden. Er steht aber unter Denkmalschutz, die Entscheidung der Politiker hatte in der Öffentlichkeit für viel Unmut gesorgt.

In jüngster Zeit gerieten die Neubaupläne vor allem aus Kostengründen wieder ins Wanken. Die Fraktionen wollen nun mit einem weiteren Gutachten erneut die genauen Ausgaben für einen Neubau klären und auch eine Sanierung erneut prüfen lassen.

Der Sieger Yi entwarf einen lichten Glasbau mit einem außen umlaufenden Säulengang - eine Art Tempel aus modernen Materialien. Yi wird sich am 2. März mit Landtagspräsident Hermann Dinkla treffen und eine Stellungnahme zu seinen Plänen abgeben. An dem Treffen nehmen auch Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) und Experten des staatlichen Baumanagements teil. Die Baukommission des Landtags will darüber hinaus die Sanierungskosten ermitteln, um entscheiden zu können, ob dies wirklich günstiger ist als ein Neubau.

Experten des Finanzministeriums waren Anfang Februar in einer Risikoanalyse zu dem Schluss gekommen, dass der Bau des Entwurfs von Yi rund 65 Millionen Euro kosten werde. Der Landtag hatte aber nur maximal 45 Millionen für den Bau bewilligt.

Aus der Sicht von CDU-Fraktionschef Björn Thümler darf ein Neubau sogar 50 Millionen Euro kosten. „Das ist die Schmerzgrenze“, sagte Thümler der dpa in Hannover. Bei solchen Bauvorhaben seien zehnprozentige Preissteigerungen völlig normal. „Wenn der Bau von Architekt Eun Young Yi deutlich teurer würde, wird man sich davon verabschieden müssen.“ Einen weiteren Anlauf für einen Neubau schloss Thümler kategorisch aus. „Ein dritter Architektenwettbewerb würde der Lächerlichkeit die Krone aufsetzen. Das geht gar nicht.“

dpa
Quelle: http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Gericht-weist-Klage-gegen-Abriss-des-Landtags-zurueck

lifestyle032
February 28th, 2011, 12:09 AM
Die NDR-Sendung "X3" hat das Hickhack mal ein wenig aufgearbeitet :)

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/media/extra3001.html

Und wo ich schonmal da war, habe ich noch folgendes Video von "Hallo Niedersachsen" aufgespürt (vom 16.02.2011)
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/media/hallonds1687.html

andydie
March 1st, 2011, 05:58 PM
Muss doch ganz ehrlich sagen das die Posse um den Landtags Um- oder Neubau einfach nur noch peinlich ist. Ein so grosses Land wie Niedersachsen sollte sich doch wohl ein represäntatives Gebäude leisten können oder zu mindest die Renovierung des Bestandsgebäudes.:ohno:

matheking
July 13th, 2011, 06:08 PM
Entscheidung über Landtagsneubau erneut verschoben


Die für den Herbst angekündigte Kostenschätzung für den Neubau des niedersächsischen Landtages in Hannover verschiebt sich erneut. Wie ein Sprecher am Mittwoch mitteilte, werde die Schätzung erst im kommenden Frühjahr vorliegen. Damit verzögert sich auch die Entscheidung über die Zukunft des Plenargebäudes um einige Monate.

Hannover. Die endgültige Entscheidung über Neubau oder Sanierung des Plenargebäudes des niedersächsischen Landtags zieht sich weiter in die Länge. Anders als zunächst erwartet, werde eine Kostenschätzung für den Neubau nicht bereits im Herbst, sondern erst im kommenden Frühjahr vorliegen, teilte ein Landtagssprecher am Mittwoch in Hannover mit.

Der für einen Neubau ausgewählte Kölner Architekt Eun Young Yi soll gemeinsam mit externen Gutachtern darlegen, inwiefern sein Entwurf sich innerhalb des gesteckten Kostenrahmens von 45 Millionen Euro realisieren lässt. Der Auftrag für das 950.000 Euro teure Gutachten, auf das CDU und SPD sich im Februar verständigt hatten, sei erst im Juli vergeben worden, sagte der Sprecher. Grüne und Linke kritisierten die Verzögerung und bemängelten, dass die Planungen sich einseitig auf einen Neubau konzentrierten, ohne zugleich die Kosten einer Sanierung zu ermitteln.

Eine Risikoanalyse des Finanzministeriums war zu dem Schluss gekommen, dass der Neubau nach Yis Entwurf bis zu 65 Millionen Euro verschlingen könnte - noch ungeachtet der Kosten für eine in dem Entwurf nicht berücksichtigte Klimaanlage. Damit drohte dem Neubauprojekt nach fast zehnjähriger Planung auch im zweiten Anlauf das Scheitern.

Auftrag sei nun, den Entwurf von Yi durchzuplanen, damit deutlich wird, was an Kosten entsteht, wenn er umgesetzt wird, sagte der Landtagssprecher. Eine entsprechende Kostenplanung sei vor der Errichtung großer öffentlicher Gebäude üblich.

Ein Gutachten, das erst kurz vor der Landtagswahl vorliege, sei „Geldverschwendung“, kritisierte der Grünen-Abgeordnete Enno Hagenah. „Statt weitere Schäden durch die jetzt schon seit Jahren nur notdürftige Instandsetzung am bestehenden Gebäude zu provozieren, wäre die knappe Million für Herrn Yi schon eine gute Grundlage für einen Sanierungsstart gewesen.“ Die Linken-Abgeordnete Ursula Weisser-Roelle sagte, die nachträgliche Kostenschätzung für den Yi-Bau diene vor allem dem Zweck, eine Entscheidung auf die Zeit nach der Landtagswahl zu verschieben. Wenn der Landtag sich zu Beginn auf eine Sanierung geeinigt hätte, wäre der Plenarsaal schon heute in einem besseren Zustand.

Im März 2010 hatten 91 der 152 Abgeordneten im Parlament für einen Abriss des denkmalgeschützten aber maroden Nachkriegsbaus und einen Neubau votiert. Zur Bedingung hatten sie allerdings gemacht, dass bei der Realisierung des gläsernen Neubaus von Yi der Kostenrahmen eingehalten wird. Dies wolle Yi nun nachweisen, sagte der Landtagssprecher.

Das umstrittene Neubauprojekt war auf Widerstand gestoßen, bei etlichen Bürgern wegen der hohen Kosten und bei Denkmalschützern wegen des vorgesehenen Abrisses des bestehenden Plenarsaals. Bereits 2002 war es zu einem Architektenwettbewerb für einen Neubau gekommen, wegen strenger Sparauflagen bliesen CDU und FDP das Vorhaben allerdings nach der Landtagswahl 2003 ab.

dpa


Quelle: http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Entscheidung-ueber-Landtagsneubau-erneut-verschoben

CrayZD
July 14th, 2011, 11:25 AM
Ich bin mal gespannt ob sie's noch schaffen, das Thema bis zur nächsten Landtagswahl auszusitzen. ;)

telemaxx
August 19th, 2011, 05:20 PM
Das Projekt gibt es ja auch noch.

Jetzt wird im Rahmen der Machbarkeitsprüfung der Baugrund untersucht.
Alles weitere hier (http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Baugrund-fuer-Landtagsneubau-in-Hannover-wird-untersucht).

Wishman
August 19th, 2011, 06:12 PM
Hi,
Das Ergebnis der 950 000 Euro teuren Machbarkeitsprüfung soll im Frühjahr vorliegen.
...aus dem HAZ-Artikel!

Ich glaube, wenn die jedes Jahr seit Bestehen des Gebäudes nur ein Viertel dieser Summe in die Unterhaltung desselben gesteckt hätten, könnten wir die ganze Debatte um ein neues Landtagsgebäude oder die Totalsanierung des alten vergessen.

Orbiter
December 15th, 2011, 03:26 AM
Sanierung des Plenarsaals drängt
Zur Debatte um die Sanierung des alten Landtags-Plenarsaals liegt jetzt ein erstes Gutachten vor. Wenn man nur die nötigsten Bauarbeiten an dem fast 50 Jahre alten Gebäude erledigen würde, kostete dies bereits 20,8 Millionen Euro.

...mehr auf haz.de (http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Sanierung-des-Plenarsaals-draengt)

-

erbse
May 2nd, 2012, 11:58 AM
Das Ergebnis der 950 000 Euro teuren Machbarkeitsprüfung soll im Frühjahr vorliegen.
Gibt es davon bereits Neuigkeiten? Konnte im Netz nichts finden.


Überhaupt... Würde die Landtagsplanung nun einem Wiederaufbau der Flusswasserkunst im Wege stehen oder nicht? :dunno:

telemaxx
May 2nd, 2012, 12:34 PM
Da passiert vor der Wahl vermutlich nichts mehr.

Der neue Plenarsaal würde der Flusswasserkunst nicht im Weg stehen. Im Rahmen von Hannover City 2020+ wurden aber auch schon alternative Bebauungsmöglichkeiten für den Friederikenplatz aufgezeigt, die eine Rekonstruktion unmöglich machen würden. Das sind allerdings nur Planspiele.