View Full Version : Hannover | Landtag - Neubau | In Planung
Leine1977 November 30th, 2008, 02:04 PM Da das Thema doch sehr facettenreich sein wird und es in jedem Fall - ob Neubau, Sanierung oder Umbau - ein Projekt sein wird, habe ich mal einen eigenen Thread aufgemacht.
Dein Einverständnis vorausgesetzt, devil, hab ich einmal Deine Fotomontage als Aufhänger gepostet. Hier sieht man ganz gut die ganze Lage. Möglich wäre z.B. auch die gezeigte Variante, den historischen Südflügel wieder herzurichten und den Oesterlen-Saal gleichzeitig zu erhalten.
http://img363.imageshack.us/img363/5863/bild1bz7.jpg (http://imageshack.us)
Die anderen Varianten sollen selbstverständlich auch gezeigt werden. Vielleicht können wir ein paar Beiträge verschieben - sie liegen zur Zeit kreuz und quer im Projekt, Offtopic und Altstadt-Thread.
Leine1977 November 30th, 2008, 02:09 PM http://img393.imageshack.us/img393/2536/imgqf8.jpg (http://imageshack.us)
Leine1977 November 30th, 2008, 02:12 PM http://img389.imageshack.us/img389/8676/img0aa6.jpg (http://imageshack.us)
http://img444.imageshack.us/img444/2050/img2lc0.jpg (http://imageshack.us)
http://img525.imageshack.us/img525/4509/img4bu6.jpg (http://imageshack.us)
http://img444.imageshack.us/img444/3402/img8ru3.jpg (http://imageshack.us)
http://img525.imageshack.us/img525/9443/img5dd6.jpg (http://imageshack.us)
http://img525.imageshack.us/img525/9849/img7sp1.jpg (http://imageshack.us)
devilsadvocate November 30th, 2008, 02:20 PM Ein sehr schöner Thread! Denke, dass dieser Umbau/Neubau eine eigene Plattform auch benötigt bei so viel Diskussionsbedarf :)
Leine1977 November 30th, 2008, 02:20 PM http://img90.imageshack.us/img90/3200/img1146km6.jpg (http://imageshack.us)
Quelle: von Burndown1977 (Altstadt-Thread)
devilsadvocate November 30th, 2008, 11:10 PM Hier noch mal die mögliche Seitenansicht bei dem Bau des Südflügels...
Die Wasserkunst konnte ich leider nicht hinplazieren... Das gab "paint" nicht her ;)
http://img99.imageshack.us/img99/5122/88428595pu6.jpg
Schnitzelesser December 3rd, 2008, 11:14 AM Heute in der HAZ: Am Abriss soll festgehalten werden und ein geschlossener Baukörper entlang der Leinstr. ist keine Pflicht.
Orbiter December 5th, 2008, 01:19 PM Niedersächsischer Landtag: Ein Haus aus einer anderen Zeit
Seit 46 Jahren unverändert: Der Plenarsaal des Landtags hat viele Mängel. Der Saal zeigt überall Distanz, Ecken und Kanten. „Wie ein Bunker“, sagt Landtagssprecher Franz Rainer Enste.
weiter lesen... (http://www.haz.de/newsroom/regional/art185,749929)
Leine1977 December 8th, 2008, 08:51 AM Man beachte die Passage in diesem HAZ-Artikel:
(...) Derzeit bemüht sich etwa eine kleine Initiative darum, die Flusswasserkunst wieder aufzubauen. (...)
http://img381.imageshack.us/img381/4971/img67sm4.jpg (http://imageshack.us)
Schnitzelesser December 8th, 2008, 10:55 AM Das jetzt mit Schlossfassade. Ein Traum.
gstolze December 8th, 2008, 07:12 PM Ich wäre ja schon zufrieden, wenn an der Leinstraße die Lavesfassade fortgesetz würde. ZUr Seite und zur Leine könnte ich mir duchaus eine moderne Fassade vorstellen, wie sie jetzt am Berliner Schloss gebaut werden soll.
jp80 December 8th, 2008, 07:40 PM Der Artikel von heute hat mir sehr gut gefallen! Und der Entwurf vom Plenarsaal sieht doch wirklich toll aus (wenngleich er noch nicht besonders detailliert ist). Also, wenn die beiden Architekten das Gebäude so umbauen können und dabei - wie geplant - deutlich unter den Kosten für einen Neubau bleiben würden, sollte das in meinen Augen die Lösung sein. Wenn dann bestimmte Damen und Herren Abgeordnete (wie z.B. unser Herr Landtagspräsident) trotzdem stur auf ihrer einmal gefaßten Entscheidung beharren, ist unserer Demokratie wahrscheinlich nicht mehr zu helfen...
devilsadvocate December 8th, 2008, 10:43 PM Also mir wäre der Abriss schon recht, aber im Hinblick auf die wasserkunst könnte ich auch mit einem Umbau leben, der dann keinen weiteren Platz beansprucht und außerdem der hintere Platz ein SChandfleck bleiben wird und die wasserkunst ein weiteres Argument zur Stadt-Reparatur ist!
Sollen die as ding umbauen und mit einer Lavesfassade an der Front und schon wären alle glücklich denke ich!
my_kill December 10th, 2008, 02:51 PM mein erstes posting - deshalb vorweg einmal danke an alle poster für dies engagierte und lebhafte hannover forum.
(d b r)
wieso baut man auf dem kröpcke keinen virtual-reality container auf, in dem sich besucher das neue kröpcke center mittels einer spiele-engine realitätsnah und in 'bewegung' ansehen können ?
dann wir man sehen, wie gigantisch, wie einfallslos das alles ist.
stattdessen zieht sich die stadt in ihrer selbstgemachten (passiven) armut zurück, und es wird nur rumgeseiert ... hauptsache irgendwer investiert irgendwie geld.
... das problem sind nicht die entwürfe der architekten, es sind die architektenjurys
bis denne
Leine1977 December 10th, 2008, 03:15 PM Hallo my_kill, schön einen Neuen zu haben.
Ja, das mit den Darstellungen haben wir auch schon öfters kritisiert. Vielleicht liegt das daran, das Architekten eher Verkaufsprofis sind - BauIng, MaschbauIng jedoch eher Meister des Fachs?
Beim Kröpcke-Center finde ich es ganz schlimm. Der Turm wird absichtlich schlank und klein dargestellt. Wenn das KC mal fertig ist, werden alle ihr blaues Wunder erleben.
devilsadvocate December 10th, 2008, 05:59 PM Also beim K-Center hab ich kein Problem damit, einen wuchtigen "Klotz" in der Mitte zu haben, solange er hübsch verpackt ist, und das wird meiner Meinnung nach auch der FAll sein.
Anm. des Moderators: Fein. Nun aber flott zurück zum Landtag! Danke ;)
lifestyle032 December 15th, 2008, 04:57 PM Um mal ein Argument der Politker aufzugreifen: es wurde ja angedeutet, dass man gerne einen Ausblick auf den Waterlooplatz haben wolle.
Dafür ist der jetzige Standort des Plenarsaals doch eigentlich optimal (nebenbei erwähnt würde ich behaupten, dass es sich momentan nicht unbedingt lohnen würde, einen solchen Ausblick zu fordern ^^, schließlich stehen dort auch ein paar großgewachsene Bäume und außer der Säule hat der Platz eigenlich nichts zu bieten)! Und ein direkter Blick auf das Neue Rathaus wäre auch bei einem Neubau nicht gegeben; allein die Kuppel ist wahrscheinlich sichtbar.
Ansonsten würde eine rekonstruierte Wasserkunst sicherlich auch keinerlei Ausblick verstellen, wie man hier sehen kann:
http://i36.tinypic.com/294nd03.jpg
Wieso macht man es nicht folgendermaßen:
Fassade zur Leinstraße dem restlichen Leineschloss angleichen und die beiden anderen Seiten durch eine gläserne Front öffnen!
Oder man setzt Burndowns Vorschlag um. :)
Martinsson December 15th, 2008, 10:41 PM Den Blick auf Waterlooplatz und -säule hatte nach Laves' Plan und Umsetzung der König im Wintergarten des Leineschlosses, jetzt Büro des Landtagspräsidenten. Das ist die Laves-Achse, nicht ein schräger Blick von einem angebauten Landtags-Plenarsaal! Der jetzige Waterlooplatz ist ein Unplatz, spätestens, seitdem die vormalige Bezirksregierung so "großartig" umgebaut wurde. Wenn man in größeren Dimensionen dächte, könnte man durch Vorgaben in einem städtebaulichen Wettbewerb mittel- bis langfristig zu einer Lösung kommen, die
1. die historische Laves-Achse wiederherstellt,
2. durch Rückbau der Lavesallee Raum für eine südwestwärts gerichtete Erweiterung der Innenstadt (für Verwaltungsbauten) gewinnt und
3. auch Linden (-Süd) besser an das Stadtzentrum anbindet.
Dies wäre allerdings ein Akt der Stadtreparatur, zu dem schon ein beherztes Handeln aller Verantwortlichen erforderlich wäre. Es gibt jedoch auch Vorbilder: der Berliner Senat gibt die alte Blockstruktur bei der Neubebauung des historischen Molkenmarkts ebenfalls vor. Dies ist aber ein Prozess, der viele Jahre des Planens und der Realisierung erfordert. Es geht aber trotzdem auch in Zeiten demokratischer Entscheidungsfindungen...
Leine1977 December 16th, 2008, 10:13 AM Ich bin für die historische Wiederherstellung des Waterlooplatzes: einfach die Lavesallee splitten, d.h. die Fahrspuren nach Linden bleiben, die stadteinwärts auf die andere Seite verlegen. Dazu ist die Lavesallee überdimensioniert - also zwei Fahrspuren könnten entfallen. Schon hat man wieder etwas mehr Laves in der Stadt.
Weitere Bebauungen könnte ich mir höchstens hinter der Säule vorstellen. Ansonsten sollte man lieber einige der Bausünden ersetzen.
Der Bau der Bezirksregierung kann nur ein Schwachkopf geplant haben.:ohno:
gstolze December 16th, 2008, 11:38 AM Ich hätte am Waterlooplatz auch nichts dagegen, wenn man eine Allee in Richtung der Säule baut, ähnlich wie die Sraße des 17. Juni in Berlin Richtung Siegessäule. Dann könnte man entlang der neuen Straße eine Blockrandbebauung errichten. Als Ersatz für die Grünfläche könnte man eines der Gebäude an der Ihme abreißen und entlang des Ufers eine größere Parkläche anlegen.
Leine1977 December 16th, 2008, 12:33 PM @gstolze: Das wäre ja das Ende vom Waterlooplatz! Mal abgesehen davon, dass wahrscheinlicher eine häßliche Bebauung dort hinkommen würde, wäre ich not amused, wenn man diesen Platz nun auch noch zubaut.:ohno:
Ein einzelnes Haus vom Ihmezentrum abreißen hat leider keine Wirkung. Das hab ich mir schon versucht vorzustellen. Beim Ihme-Zentrum gibt es nur "Alles oder Nichts".
gstolze December 16th, 2008, 08:28 PM @gstolze: Das wäre ja das Ende vom Waterlooplatz! Mal abgesehen davon, dass wahrscheinlicher eine häßliche Bebauung dort hinkommen würde, wäre ich not amused, wenn man diesen Platz nun auch noch zubaut.:ohno:
Ein einzelnes Haus vom Ihmezentrum abreißen hat leider keine Wirkung. Das hab ich mir schon versucht vorzustellen. Beim Ihme-Zentrum gibt es nur "Alles oder Nichts".
Ich meinte eher die Stadtseite der Ihme. Wenn dort die Schule und ein paar Gebäude wegkämen, wäre ein schöner Park möglich.
Man könnte die Allee auch so bauen wie die Poppelsdorfer Allee in Bonn. Eine breite Rasenfläche in der Mitte, auf beiden Seiten jeweils breite Spazierwege mit je 2 Reihen Kastanien, dahinter dann die Straßenspuren. Die Waterloosäule wäre dann ein schöner Blickfang.
Leine1977 December 17th, 2008, 10:21 AM @gstolze: Ach so. Ja, mit Baumreihen würde das wirklich sehr schön aussehen.:)
Leine1977 December 17th, 2008, 02:45 PM Der Verein bzw. die Wiederaufbaubestrebung der FWK wird wieder erwähnt. Sehr schön.
http://img384.imageshack.us/img384/563/imgxt2.jpg (http://imageshack.us)
devilsadvocate December 17th, 2008, 07:37 PM Ich denke, dass wir so langsam in den Köpfen ankommen :)
Wir sind auf dem richtigen Weg!
Leine1977 December 20th, 2008, 07:38 PM Mein Gott, die Architekten können es nicht lassen. Wenn Sie mal soviel Engagement bei anderen Abrissen von Altbauten gezeigt hätten...
http://img117.imageshack.us/img117/7569/img1jk6.jpg (http://imageshack.us)
Luoen December 23rd, 2008, 11:05 PM Man muss dem BDA aber zu Gute halten, dass er auch schon früher für den Erhalt von Gebäuden eingetreten ist, besonders Friedrich Lindau, quasi als (nicht beachteter) Gegenpol zum Stadtbauamt um Hillebrecht.
Es gab sogar mal eine Satzung für den Erhalt von über 100 wichtigen Gebäude seitens des BDA mit vielen prominenten Vertretern (Villa Willmer, Friederikenschlößchen).
Auch wenn ich in dem Oesterlen-Bau nichts erhaltenswertes erkenne, kann ich den Standpunkt der Abrissgegner verstehen. Ich bin in der glücklichen Lage mit Abriss und Umbau zufrieden zu sein (hauptsache die FWK wird gebaut).
burndown1977 December 24th, 2008, 09:48 AM der BDA hatte wirklich keinen leichten stand gegenüber hillebrecht! die pauschale ablehnung gegenüber rekonstruktionen finde ich aber ziemlich daneben. wenn man konsequent die linie des BDA fährt, müsste man auch den kölner dom abreissen, weil kaum noch etwas original ist, da ständig beschädigte elemente durch neue steinmetzarbeiten ersetzt werden (soviel zum thema originale bausubstanz).
hatte einen interessanten bericht gelesen, wie damals hillebrecht die HAZ auf seine linie gebracht hat. hatte mich auch schon gewundert, dass die HAZ gegen die abrissorgie kaum angegangen ist. können froh sein, dass die HAZ heute etwas objektiver ist und durch ihre berichterstattung sogar über "abscheuliches stilplunder" (hillebrecht über FWK) informiert. so ausgewogene berichte zum landtagsneubau hätte es unter hillebrecht nicht gegeben - tja, die nazis wussten schon immer, wie propaganda zu steuern ist!
Leine1977 December 24th, 2008, 02:18 PM hatte einen interessanten bericht gelesen, wie damals hillebrecht die HAZ auf seine linie gebracht hat.
Er war schon sehr gerissen und geschickt, der Hillebrecht. Nur einmal haben seine Tricks ja nicht funktioniert: bei diesem fürchterlichen Schloß Herrenhausen-Ersatz.
devilsadvocate January 7th, 2009, 06:03 PM Ich glaube, solch ein Bild sieht man vom Landtag selten, weswegen ich es auch gemacht habe und man hier diesen schreienden Stilbruch sieht, der sonst ja immer entweder vom Baum verdeckt wird, oder auch der Plenarsaal ganz wegelassen wird!
Hier aber mal die unverblühmte Verion ;)
Es wird einfach nur wie ein Fremdkörper!
http://img56.imageshack.us/img56/3315/0024037537xo8.jpg
Lefthandy January 28th, 2009, 09:14 PM Aus dem "Stadtgespräch"-Thread (http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?p=31421534#post31421534):
bereitgestellt von Orbiter:
http://img297.imageshack.us/img297/1193/bauwelt04092cz9.jpg
http://img89.imageshack.us/img89/9257/bauwelt04091dd5.jpg
Meine Antwort darauf:
Kompromiss: Oesterlen Plenarsaal wird denkmalschutz-gemäß saniert UND Flusswasserkunst wird rekonstruiert.
Optional (weil es hier bestimmt wieder einige gibt, deren Herz daran hängen wird): Die gestutzten Bäume, die den Platz zustellen kommen weg oder woanders hin (wg. Naturschutz).
Auf diese Weise könnten elitäre Architektur-Schnösel (Oesterlen Anhängerschaft) und populistische Rekonstruktionsforderer (wir) gegen die korrupte, Investoren-hörige Politik gemeinsame Sache machen.
Ich wette, die Architektur-Schnösel würden aber lieber den Plenarsaal und/oder sich selbst niederbrennen, bevor sie eine Rekonstruktion befürworten.
Leine1977 January 30th, 2009, 11:22 PM http://img120.imageshack.us/img120/2245/imgle3.jpg (http://imageshack.us)
devilsadvocate January 31st, 2009, 01:15 AM Naja, dann sehen wir mal lieber zu, dass wir mit der Wasserkunst bis zum Sommer noch was reißen :) Da bin ich aber guter Dinge, dass wir darauf Einfluss haben können.
Leine1977 January 31st, 2009, 01:05 PM Ein beunruhigendes Gefühl, dass der BDA jetzt sogar von seiner Linie abgeht, und sogar einen Abriss eines postmodernen Bauwerkes billigt.
Mj. Orgasmatron I February 2nd, 2009, 03:23 PM Post #1:
Hallo,
Eigentlich hatte Ich nicht vor Mich in diesem Forum anzumelden, aber die Vorgänge rund um das Landtagsgebäude regen Mich zu sehr auf, als dass Ich die Position der Landesregierung und insbesondere die von Landtagspräsident Hermann Dinkla so stehen lassen und diesem Unwerk geistiger Ignoranz nicht entgegentreten könnte. Ich war auf der Veranstaltung am Freitag im Leineschloss zugegen und habe der sehr ruhige und sachlich geführte Diskussion sehr ausführlich gelauscht. Deshalb möchte Ich von dieser Veranstaltung berichten und kurz Stellung zu den Argumenten für und gegen einen, wie man sehen wird unnötigen Abriss beziehen.
Zum Leineschloss muss Ich nichts sagen, dass kennen hier alle, aber der Oesteren-Bau bedarf denke Ich doch einiger Kommentare.
Vor der Podiumsdiskussion wurde die Stellung des Gebäudes in der Architekturgeschichte sowie die Interessen des Landtages umfassend durch Vorträge beleuchtet, unter anderem hielt Anne Schmedding (http://www.gtas-braunschweig.de/index.php?id=48) einen Vortrag über die Bedeutung des Gebäudes, von dem Ich euch berichten will (in meinen eigenen unbeholfenen Worten).
Die Entscheidung das Leineschloss als Sitz des Niedersäsischen Parlamentes zu nutzen fiel bereits 1947 angeregt durch den Stadtbaurat Hillebrecht. Das Land Niedersachsen schreib also einen Wettbewerb aus, dessen Sieger Dieter Oesterlen war. Diese Entscheidung war nicht nur einstimmig, sie war auch dahingehend eindeutig vom Preisgericht getroffen, dass nur ein erster Preis vergeben wurde, keiner der ~90 Entwürfe, von denen etwa die Hälfte einen vollständigen Abriss des Schlosses vorsahen war gut genug um als dritter geschweige denn zweiter neben diesem Entwurf zu stehen. Wie kam es zu dieser so eindeutigen Entscheidung?
Dieter Oesterlen hat erkannt, was die Basis unseres Staates ist. Die Demokratie gewinnt ihren Herrschaftsanspruch nicht dadurch, dass sie mit allen Traditionen bricht, sondern indem sie das Volk als legitimen Nachfolger der früheren Regenten einsetzt. Oesterlen will die alten Symbole der Macht nicht neu erschaffen, sondern sie so verändern, dass sie ihren Sinngehalt auf den neuen Regenten, das Volk übertragen. Er sucht die Demokratie in der Tradition zu verankern.
Darauß ergibt sich der Wunsch, obwohl nicht im Wettbewerb gefordert, das Gebäude zu erhalten. Oesterlen konzipiert seinen Landtag ausgehend vom Portikus, da er das stärkste Zeichen des ganzen Gebäudes ist, da dieser immer nur den Regenten (und deren Gefolgschaft) offenstand. Hier soll der Bürger als neuer Souverän dieses Landes das Gebäude betreten. Der Plenarsaal ist allerdings nicht genau in der Flucht des Portikus an der repräsentativsten Stelle, sondern an die Seite gerückt, um nicht das Gefühl aufkommen zu lassen die Abgeordneten würden in diesem Land regieren. Der Raum hinter dem Portikus ist das Atrium, also ein Raum der allen offen steht, in dem sich Bürger und Abgeordnete begegnen können.
Der Plenarsaal ist hermetisch abegschlossen und kann über die Wandelhalle vollständig umgangen werden, einen Notausgang gibt es für die Abgeordneten nicht, sie müssen zwangsläufig durch die Wandelhalle, die ja auch das Volk betreten darf. Die Abschottung nach außen soll dazu dienen, dass die Abgeordneten sich auf die Sitzungen konzentrieren und nicht aus dem Fenster sehen. Der Sitzungssaal wird an der Stirnseite durch eine weiße Wand begrenzt, die sich in hohem Bogen über die Abgeordneten erhebt und so ein Dach über ihnen bildet. Dies ist ein Symbol für die älteste Form der Demokratie in Deutschland, nämlich für die Stammesdemokratie der Sachsen, die sich unter heiligen Eichen trafen um über wichtige Entscheidungen zu beraten und abzustimmen, ein Symbol für das sogenannte thing (http://de.wikipedia.org/wiki/Thing). Die heilige Eiche ist hier aber kein Baum mehr, sondern das gesamt Land Niedersachsen, worauf das springene Pferd an der Strinseite hinweist. Dieses Symbol zeigt zum einen, dass sich die Abgeordneten und damit das Volk des Schutzes durch ihr Land sicher sein können, gleichzeitig es aber auch achten müssen und nur in seinem (des Volkes) Willen entscheiden dürfen.
Nach außen vervollständigt Oesterlen die Form die Laves bereits angedacht hat, in moderner Formensprache, und leicht verändert, aber grundlegened nach Laves' Plan. Dabei baut er den "erdachten Südflügel" etwas niedriger als die Attika des Portikus-Baues, um ein Gleichgewicht entstehen zu lassen. Der von Laves erdachte Strassendurchbruch in eriner Linie mit dem Portikus wurde nie realisiert, so läuft man leicht schräg auf den Eingang zu. Durch die geringere Höhe gleicht Oesterlen dieses wieder aus. (die "Naht" zwischen alte und neu ist vielleicht etwas unbeholfen und die Lösung mit dem Baum nicht unbedingt kongenial aber nach meinem Empfinden OK) Außerdem lässt er seine Front nicht so weit in den Strassenraum ragen, wie es Laves bei seinem Umbau machen musste, so bleibt der Blick auf den Portikus aus Richtung des Platzes der Göttinger sieben frei. Die Lösung mit dem Platz zur Karmarschstrasse (?) überneimmt er auch von Laves, und schafft so einen klassizistischen Strasseneingang. (die Lösung eine Abfolge von Plätzen und Toren zu schaffen ähnelt sehr den Stadteingängen von Braunschweig) Die Fassade seines Plenarsaalgebäudes öffnet er nur zu diesem Platz, logisch, ist ja auch die Fassade, die am meisten Licht abbekommt. Das Fassadenschema hällt er sehr schlicht, in früheren Versionen kommt die Übernahme des Lavesschen Fassadenrhytmus noch etwas deutlicher rüber. Die Fassaden mögen einem gefallen oder nicht, für einen 50er-Jahre-Bau ist die Ausführung aber unglaublich hochwertig, und die Materialien sind Innen wie Außen sicher nicht die allerbilligsten. (Messing, Marmor, Naturstein, Kirschholz(?)).
Bis vor kurzem kannte Ich das Gebäude nur von außen, und fand es damals schon sehr ansprechend (steh' halt auf sowas wenn es gut gemacht ist), die Innenräume haben mich aber begeistert. Angefangen vom Atrium mit den Emporen und der Lichthalle, über die fast herrschaftliche Treppe hin zu den ganzen Symbolen die Oesterlen den Abgeordneten mit auf den Weg gibt, aber auch die Verbindung von Gebäuden aller wichtigen Epochen Hannovers.
Jetzt versteht man warum das Gebäude mitsamt allen seinen Teilen seit 1983 als hochrangiges Denkmal unter Schutz steht. Das ist nicht einfach irgendeine popelige Scheune auf dem Dorf, sondern eines der wichtigsten Gebäude in Niedersachen, ob einem das gefällt oder nicht.
Die Landesregierung hat aber dennoch beschlossen ihn einfach abzureißen, die Argumente kann Ich ja mal schnell auflisten:
Man möchte sich ein neues Bild nach Außen geben und sich für die Öffentlichkeit öffnen.
Die Geschichte mit dem demokratischen Glas muss man wohl nicht erläutern. Das Uzbekische Parlament ist ein vollkommen gläserner Bau, heißt das das dies die vorzeige Demokratie der Welt ist? Andersherum: Das Capitol in Washington orientiert sich an Gebäuden der ersten Demokratie, an der griechischen, die Briten haben sich ihre gotische Burg gebaut, sind die jetzt etwa feudale Herrschaftssysteme? Außerdem sollte man den Herren Abgeordneten mal erklären, das Glas nicht durchsichtig ist, es sei denn der Raum hinter der Scheibe wird beleuchtet.
Die Abgeordneten wünschen sich Tifgaragenstellplätze.
Das Argument war der Hammer! Das Gebäude wird an 3 Tagen im Monat genutzt, also 28 Tage steht es leer! Nachdem Ich mit meinen Steuern (und Ich zahle Steuern) denen erstmal ihren Phaeto+Sprit finanziere äußern die auch noch den Wunsch "ihren" Wagen nicht mehr auf den Parkplatz stellen zu müssen, sondern extra dafür eine Tifgarage zu bauen. Auch noch direkt neben der Leine, damit die TG auch nicht zu billig wird im Vergleich zu ihrem immensen Nutzen. Die Öffentlichkeit wird diese TG an den 28 Tagen an denen sie nicht genutzt wird aus Sicherheitsgründen nicht nutzen dürfen, das ergibt dann eine Stellplatzausnutzung von astronomischen 10%!
Man braucht einen größeren Plenarsaal, die Bedürfnisse des Parlamentes haben sich verändert (erhöht natürlich).
Diesen Punkt kann man noch weiter aufgleidern:
-Die Rede war von einer Verdopplung der Fläche im Vergleich zu 2002. Seitdem hat sich das Parlament verkleinert! Hierbei ist nicht die Rede vom Tribünen o.Ä. sondern nur vom Plenarsaal! Es wurde (das steht ja auch in dem Artikel) ein Gutachten für einen "Idealsaal" vorgestellt. Ich habe diesen Plan mit Architekten zusammen begutachtet, die Zahl 800m² kann man so nicht stehen lassen. Es wurden unter anderem Verkehrsflächen mit hineingenommen die keinerlei Funktion haben, und keine räumliche Qualität. Hier wurden 200m² Verkehrsfläche ohne Sinn mit in die Berechnungen genommen nur um die Zahl zu pushen. Der Raumbedarf eines Runden Saales wurde berechnet, indem man ihn in ein Quadrat eingeschrieben hat und behauptete das sei die gleiche Fläche!
-Die Abgeordneten wünschen sich eine Durchgangsbreite zwischen den Sitzreihen (gemeint sind die Reihenabstände, nicht die Gänge (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Plenarsaal_des_Nieders%C3%A4chsischen_Landtages_in_Hannover.jpg&filetimestamp=20080929190736)) von 1,5m damit niemand aufstehen müsse, wenn jemand vorzeitig die Sitzung verlassen wolle. Selbt der wohlgenärteste Abgeordnete braucht wohl kaum einen Reihenabstand von 1,5m um irgendwo heraus zu kommen. Sollte dem doch so sein, kann man auch seitlich gehen! Außerdem stimmte es weiter nicht, dass das Aufstehen um jemanden durchzulassen ein Problem ist. Im Plenarsaal sitzen vereinzelt bis zu 4 Personen in einer Reihe, das heißt man mus max. einmal pro Sitzung rücken. Schaut man sich das Layout des Saales an (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Plenarsaal_des_Nieders%C3%A4chsischen_Landtages_in_Hannover.jpg&filetimestamp=20080929190736), dann kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass es genug Gänge zur Erschließung gibt. In anderen Parlamenten haben die Abgeordneten nur einen Bruchteil des Platzes den sie bei uns haben.
-Die Tribünen ragen angeblich über die Köpfe der Abgeordneten hinaus. Offensichtlich eine Neudefinnition des Wortes hinausragen (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Plenarsaal_des_Nieders%C3%A4chsischen_Landtages_in_Hannover.jpg&filetimestamp=20080929190736). Wieso das solche Qualen bei den Abgeordneten erzeugt ... ?
Einge Teile des Gebäudes sind "abgängig" und können nicht "rekonstruiert" werden.
Dabei handelt es sich um die Portikushalle, deren Stahlprofile (an Stellen die man nicht sehen kann) durchrosten und eine Gefahr darstellen. Ich habe mir die Profile angesehen, nichts entdeckt, das zum einen. Zweitens verstehe Ich nicht, wieso der Brandschutz so ein riesiges Problem sein soll (Wurde so am Freitag gesagt). Die Regierung setzt sich über den Denkmalschutz hinweg ohne zu zögern, kann aber keine Stahprofile austauschen lassen, weil sie so gegen eine Verordnung verstoßen würde. Der verstoß gegen ein Gesetzt (Denkmalschutz) ist aber in jedem Fall schwerwiegender als der Verstoß gegen eine Verordnung, bei der Ausnahmen die Regel sind.
Das Gebäude würde in sich zusammenbrechen, wenn man den Plenarsaal vergrößert.
Die Umfassungwand des Plenarsaales umfasst 680m², der gewünschte Plenarsaal hat ohne die überflüssigen Verkehrsflächen 600m². Welches schwachsinnige Vormat soll man denn für den Plenarsaal wählen, dass man das Raumvolumen in einem solchen Maße sprengen würde. 600 ist doch wohl kleiner als 680! Keine einzige Stütze würde man treffen. Selbst wenn wenige Knotenpunkte des Daches in die Plenarsaalfläche hineinragen würden (was den vorhandenen Plänen widerspricht) ist es ja wohl kein groß Ding sein, da mal eine läppische Stütze in den Raum zu stellen. Die ragt dann halt mal 2m rein? Davon bricht die Welt nicht zusammen.
Städtebaulich will man Akzente setzen
Aus den Plänen von Laves und Oesterlen ergeht doch, dass bereits Laves das so geplant hat. Ist Hermann Dinkla jetzt der bessere Laves? Dem Platz fehlt die optische Begrenzung zum Leineufer, mehr sag Ich dazu nicht.
Der Rest war teilweise so unsinnig, den erspar Ich euch. Zum Beispiel soll es ein unüberwindbares Hindernis darstellen, das Gebäude neu zu dämmen, da man das schon einmal gemacht habe, es wären große Bauliche Eingriffe nötig. Dabei kenne Ich Japanische Häuser, die mit gepresstem Dämmstoff tolle Dämmwerte erreichen, obwohl die Aussenwand <10cm dick ist. Man kann das auch im jetzigen Bestand lösen.
Ich habe mit meinem Vater schon ein 200 Jahre altes Haus Denkmal-gerecht saniert, und das obwohl Ich physisch zu groß für das Haus bin und mir öffters den Kopf stoße. Unser Nachbar hat seins so lange verkommen lassen, bis es von selber zusammengebrochen ist. Der Kommentar meines Vaters, der viel Herzblut in den Erhalt seines Denkmales gesteckt hat war: "Das gehört sich einfach nicht!". Genau das sollte man mal ein paar Abgeordneten mit auf den Weg geben! Verantwortung kann man nur übernehmen, wenn man auch verantwortungsbewusst und moralisch handelt, ein Kulturdenkmal abreißen, nur weil man ein paar Wünsche hat, gehört sich einfach nicht! Denkmäler sind tabu.
PS: Ist derjenige der den ganzen Tohuwabohu im die FWK organisiert zugegen, oder weiß jemand wie Ich den erreiche. Ich habe da ein bsichen Gesprächsbedarf, und es wird nicht zu seinen Ungunsten sein.
Lefthandy February 2nd, 2009, 03:48 PM Wow, in letzter Zeit haben wir ja wieder regen Zuwachs hier im Forum!
Herzlich willkommen Mj. Orgasmatron I und danke für deinen sehr gehaltvollen Beitrag.
Politik scheint halt weitgehend so zu funktionieren, dass irgentwelche Interessengruppen etwas beschließen und der parlamentarische Weg dann bloß noch als Formalie zurückgelegt wird. Deshalb kommt es dann zu so hanebüchenen Argumentationen, weil halt irgentwas vorgetragen werden muss.
Wie auch immer...
Um die verantwortlichen Köpfe hinter der FWK-Rekonstruktion zu erreichen, einfach auf www.hannoversche-stadtbaukultur.de oder www.flusswasserkunst.de gehen.
Leine1977 February 2nd, 2009, 04:02 PM @orgasmatron: ja, sehr interessant dein Vortrag.
In erster Linie war ich erschrocken, wie schnell man den Denkmalschutz aushebeln kann. Persönlich (subjektiv) finde ich den Plenarsaal dennoch fürchterlich. Ich mag die Beuwerke von Oesterlen jedoch auch nicht.
Aber als Unterstützer der FWK sehe ich jedenfalls den Platz bedroht. Zudem galube ich, dass der Neubau nicht besser sein wird. Es wird spannend werden, denn ich dachte immer, die Architektenschaft schützt ihre modern-geprägten Kollegen...anscheinend nicht.
lifestyle032 February 2nd, 2009, 04:32 PM Herzlichen Dank für den Beitrag, Mj. Orgasmatron I!
Für mich ist er insofern interessant, da ich selber noch nie im Landtagsgebäude war um dieses zu begutachten. Die Argumentation seitens der Abgeordneten, die du hier erläuterst, erscheint mit hanebüchen!
So gesehn würde ich eher für einen Umbau plädieren...
Folgendes Bildnis ist meiner Meinung nach wichtig, und sollte in den Köpfen der Abgeordneten mal aktualisiert werden ;)
Der Sitzungssaal wird an der Stirnseite durch eine weiße Wand begrenzt, die sich in hohem Bogen über die Abgeordneten erhebt und so ein Dach über ihnen bildet. Dies ist ein Symbol für die älteste Form der Demokratie in Deutschland, nämlich für die Stammesdemokratie der Sachsen, die sich unter heiligen Eichen trafen um über wichtige Entscheidungen zu beraten und abzustimmen, ein Symbol für das sogenannte thing. Die heilige Eiche ist hier aber kein Baum mehr, sondern das gesamt Land Niedersachsen, worauf das springene Pferd an der Strinseite hinweist. Dieses Symbol zeigt zum einen, dass sich die Abgeordneten und damit das Volk des Schutzes durch ihr Land sicher sein können, gleichzeitig es aber auch achten müssen und nur in seinem (des Volkes) Willen entscheiden dürfen.
SternHAJ February 2nd, 2009, 04:44 PM @ Mj. Orgasmatron I:
sehr guter und hochwertiger Beitrag!!
Ich bin auch kein Freund des Oesterlen-Landtags. Aber mit dem (vor)schnellen "weg damit" macht man es sich leicht. Der Geist Hillebrechts spukt einfach noch bei den Architekten hier.
jp80 February 2nd, 2009, 05:19 PM Zunächst einmal ein herzliches Willkommen an alle Neuen, die in den letzten Tagen zum Forum dazugestoßen sind! Das ist vor allem deshalb so erfreulich, weil sich das Meinungsbild dadurch nochmals ein wenig verbreitert. Bis vor wenigen Monaten (insbesondere bevor ich dazugestoßen bin ;-) ) war das ja hier ein alleiniges Tummeln der Fraktion "Wir bauen das Vorkriegs-Hannover wieder auf" ;-)
@ Orgasmatron
Wirklich toller Beitrag, den ich weitgehend so unterschreiben könnte. Auch ich finde den Oesterlen-Anbau insgesamt durchaus ok und bin der Meinung, daß dieser die originalen Laves-Pläne eigentlich ganz gelungen modern interpretiert. (Das läßt sich von den Plänen des Herrn Landtagspräsidenten nicht sagen.)
Und wie Leine schon gesagt hat: Das Erschreckendste an diesen ganzen Vorgängen ist eigentlich, wie leicht das Land offensichtlich seine eigenen Gesetze umgehen kann, wenn es ihm beliebt.
Leine1977 February 2nd, 2009, 05:22 PM Bis vor wenigen Monaten (insbesondere bevor ich dazugestoßen bin ;-) ) war das ja hier ein alleiniges Tummeln der Fraktion "Wir bauen das Vorkriegs-Hannover wieder auf" ;-)
:nono:
Na na na, das ist aber sehr ironisch. KEINER hat dies jemals hier behauptet. Wir erinnern uns lediglich am Vorkriegszustand und dem ganzen Wirken Hillebrechts und betreiben damit Baugeschichte. Gibts doch zu, du findest das auch spannend, jp.... :poke:
Es ist hier Forum-Konsens, dass vereinzelte Rekos und die Würdigung der Stadtbaugeschichte einer modernen Stadtbaukultur nicht entgegen stehen. Insofern gibt es hier auch keine Fraktionen.
Dass ich die Nachkriegsstadtplanung in Hannover als gescheitert betrachte, steht auf einem anderen Blatt...
Lefthandy February 2nd, 2009, 06:25 PM Wir mögen hier durchaus auch Nachkriegsarchitektur!
Den Oesterlen-Bau finde ich aber auch für die Architektur der 50er eher mittelprächtig. Vielleicht wird ihm zum Verhängnis, wofür man ihm eigentlich dankbar sein sollte: Eigentlich ist er ja eine Schlosserweiterung und daher fällt er gegenüber den originalen Schlossteilen doch sehr ab. Und wie gesagt: Es ist ja keinesfalls damit zu rechnen, dass das beim Neubau besser umgesetzt werden würde.
Kommt Zeit kommt Rat: Egal ob einem ein Baudenkmal - über dessen Stellenwert wir ja nun endgültig aufgeklärt wurden - nun gerade hübsch oder eher öde findet, sollte man es nicht so einfach abreissen. So schlimm sieht er ja auch nach heutigen Maßstäben nicht aus, eine Waschbetonburg wäre allemal schlimmer. Der Platz davor ist halt auch echt suboptimal gestaltet (gestutzte Bäume - fehlende Flusswasserkunst).
Das Nebeneinander von Flusswasserkunst und Oesterlen-Bau ist doch wahrlich eine versöhnliche Perspektive, zumal diese Konstellation für Oesterlens Entwurf ja auch grundlegend war.
jp80 February 2nd, 2009, 07:53 PM :nono:
Na na na, das ist aber sehr ironisch. KEINER hat dies jemals hier behauptet. Wir erinnern uns lediglich am Vorkriegszustand und dem ganzen Wirken Hillebrechts und betreiben damit Baugeschichte. Gibts doch zu, du findest das auch spannend, jp.... :poke:
Ok, ok! Ich bekenne mich schuldig im Sinne der Anklage.
Leine1977 February 2nd, 2009, 09:49 PM ^
:pet:
Dann haben wir uns ja wieder lieb.
devilsadvocate February 2nd, 2009, 10:33 PM ---
Mj. Orgasmatron I February 4th, 2009, 12:41 AM Danke an alle für die warmen Worte.
Das Problem mit Politik ist in diesem Fall ja, dass sich die Abgeordneten nicht rechtfertigen müssen, da sie denken, sie seien die Legislative, obwohl sie ja nur die Vertretung dieser sind. Normalerweise gibt es für jeden Scheiß Kontollorgane, nur bei der Denkmalpflege nicht. Die Regierung kann nämlich einfach über die Denkmalsbehörde sich ihre Abrissgenehmigung geben lassen, da diese ihr unterstellt ist.
Die einzige Kritik, die Ich am Rande von einer Architektin (Baujahr ~1945) vernommen habe, war auch die Kritik der Fassade. Ich kann das auch durchaus nachvollziehen, dennoch gehört der Bau eher in die gehobene Klasse der Gebäude. Es ist einfach schwierig, einen so gewachsenen Schlossbaukörper angemessen zu erweitern. Dadurch, dass man aber ein Schloss hat, dass so lange und auch so inhomogen gewachsen ist finde Ich das weniger schlimm. Das der Oesterlen-Bau unangenehm auffällt und das "Laves-Schloss stört kann man sicher nicht sagen. Perfektion kann man nie erwarten.
Ganz anders verhällt es sich mit den "städtebaulich guten" Proportionen des geplanten Neubaus, die bei einem Wettbewerb verbindlich werden sollen!:
http://img131.imageshack.us/img131/7936/61220060gz8.jpg
Ich studiere zwar erst seit 5 semestern, habe noch keinen Entwurf, weder Hoch- noch Städtebaulich abgeschlossen, aber diese "Baumassenstudie" schreit so zum Himmel.
1. Gehört der Plenarsaal in das Gebäude, da nur dieses Gebäude Sitz des Souveräns über die Jahrhunderte war. Daneben kann jede x-beliebige Shopping-Mall stehen, weil knapp daneben einfach auch vorbei ist.
2. Hat das Leineschloss durch einen Neubau in der Form ergänzt zu werden, dass es seine Symmetrie "Beibehält". Die Anlage von Laves ist sehr klar und eindeutig und bietet eine schöne Grundlage.
3. Sollte ein Neubau in der gleichen "Haptik" ausgeführt werden, also kein unnötiger Kontrast durch Materialität auftreten. Glas is bäähhh.
4. Hat sich ein Landtagsgebäude auf den Außenraum zu beziehen, ein Eingang über einen Innenhof bewirkt das Gegenteil, weil Niemand einfach so in einen Innenhof marschiert (durch den Portius sehr wohl!). Man erreicht so nur Abschottung, auch wenn man vom Gegenteil redet. Das Glas, als Sinnbild für Transparenz und Demokratie ohnehin überstrapaziert wird hier zum schlechten Witz.
5. Es muss eine Überleitung zwischen Landschaft und Stadt geben. Eine Strasse, die bis zu einer gedachten Grenze eng ist und ohne "Vermittlung" abbricht hat keine räumliche Qualität. Eine Abfolge von Plätzen, die diesen Übergang gestalten ist wichtig, und auch klassizistisch, und auch in der Region mehrfach und genial zu finden (http://maps.google.de/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=braunschweig+wendenwehr&sll=52.264141,10.526381&sspn=0.260551,0.727844&g=Braunschweig&ie=UTF8&ll=52.272024,10.524688&spn=0.002035,0.005686&t=k&z=18).
6. Ein (klassizistisches) Schloss sollte immer als Solitär gedacht werden, und eher locker mit einer Stadt verbunden sein, da es ja meist "Parkgebäude" sind. Ein Anbau sollte es also nicht zu einem Baublock degradieren, sondern eher die Ambivalenz zwischen Stadt und Land(schaft) zeigen.
Das Gebäude entspricht sicher nicht mer dem Zeitgeschmack, klar und nicht wenige werden das schon in den 60ern nicht gemocht haben, Qualität muss man aber manchmal auch anerkennen und sein eigenes Empfinden und die Mode außer Acht lassen. Und genau dafür haben wir den Denkmalschutz. In der Nachkriegszeit wollte niemand in einem Altbau wohnen, und die Menschen haben sich um die Neubauten gerissen, die leichtfertigen Abrisse bereuen wir heute.
Ein Haus wie das meines Vaters z.B. entspricht überhaupt nicht dem, was Ich von einem Haus erwarte. Es ist dunkel, also wirklich stock-duster, die Decken sind für mich teilweise zu niedrig und Ich bin lediglich 1,80m groß, das Haus ist extrem hellhörig, man kann nur mit Mühe Bilder an die Wand hängen, oder Regale aufhängen, weil Lehmwände nix halten, es ist kalt und undicht. Dennoch habe Ich wirklich viel Mühe investiert um dieses Haus zu erhalten, bin während eines aufziehenden Gewitters auf den (ungedeckten) Dachstuhl gestiegen und habe ihn mit einer Plane abgedeckt, damit die Lehmdecken nicht aufweichen, Ich bin durch die Lehmdecken auch schon durchgebrochen und habe mich nicht wenig dabei verletzt, schlicht, weil Ich Respekt vor einem Gebäude habe, dass 220 Jahre steht und etlichen Menschen obdach gegeben hat, und bei verantwortungsvollen Besitzern auch noch geben wird. Wenn man sich so ein Denkmal anlacht, dann muss man damit leben.
Ein Modell des gesamten Landtagsgebäudes gibt es übrigends hier (http://sketchup.google.com/3dwarehouse/details?mid=37df78d319ddf4b442353db15ddb39a).
Ich habe bei mir an der Uni in Braunschweig mal die Lage sondiert und die Meinung über den Landtag und das Vorgehen des Landtages sind eindeutig, die meisten die das Gebäude kennen sind schlicht entsetzt. Ich habe schon ein paar Leute auf der Liste, die mit mir einen Verein gründen wollen, auch wenn wir uns über dessen Zweck noch nicht ganz im klaren sind. Auf jeden Fall regt sich Widerstand, leider noch nicht so viel aber Landesregierung ist ja auch sehr plötzlich mit ihrem Vorhaben an die Öffentlichkeit getreten, und die meisten (hier) wissen davon noch gar nichts.
Leine1977 February 4th, 2009, 01:52 AM edit
Leine1977 February 4th, 2009, 11:09 AM Die einzige Kritik, die Ich am Rande von einer Architektin (Baujahr ~1945) vernommen habe, war auch die Kritik der Fassade. Ich kann das auch durchaus nachvollziehen, dennoch gehört der Bau eher in die gehobene Klasse der Gebäude.
Überrascht mich in letzter Zeit. Ich hab den Plenarsaal immer als Ausrutscher gesehen und dachte es wäre eine provisorische Bausünde. Wenn man die Reaktion beim Jemen-Pavillion vergleicht, interessiert sich glaub ich kein Normalbürger für diesen grauen Kasten. Wahrscheinlich erkennt man das Besondere nur als "Experte".
Andererseits muss ich Dir recht geben. Vielleicht finden in 100 Jahren alle das Ding toll. Ich selbst schätze Oesterlen (leider) nicht.
Ich frage mich, warum kein Architektenverband auf die Barrikaden geht, wenn Gründerzeitler für das EAG geopfert werden oder das Regionshaus im Warmbüchenviertel?
1. Gehört der Plenarsaal in das Gebäude, da nur dieses Gebäude Sitz des Souveräns über die Jahrhunderte war. Daneben kann jede x-beliebige Shopping-Mall stehen, weil knapp daneben einfach auch vorbei ist.
Muss man hier aufpassen. Der Souverän war hier immer der König. Viele stören sich noch heute an der Monarchie. Im Grunde hast Du aber recht.
2. Hat das Leineschloss durch einen Neubau in der Form ergänzt zu werden, dass es seine Symmetrie "Beibehält". Die Anlage von Laves ist sehr klar und eindeutig und bietet eine schöne Grundlage.
Zustimmung!
3. Sollte ein Neubau in der gleichen "Haptik" ausgeführt werden, also kein unnötiger Kontrast durch Materialität auftreten. Glas is bäähhh.
Doppelte Zustimmung!! (Ich hasse Glasboxen)
Dennoch habe Ich wirklich viel Mühe investiert um dieses Haus zu erhalten,....
Find ich toll deine Bemühungen.
Ich habe bei mir an der Uni in Braunschweig mal die Lage sondiert und die Meinung über den Landtag und das Vorgehen des Landtages sind eindeutig, die meisten die das Gebäude kennen sind schlicht entsetzt.
In den Medien ist das Thema dennoch sehr präsent. Ironischerweise könnte die Flusswasserkunst dazu beitragen, den bisherigen Plenarsaalstandort zu retten.
Jetzt würde mich nur interessieren: würdet ihr als Architekturstudenten eine Rekonstruktion befürworten?:)
burndown1977 February 4th, 2009, 11:49 AM :ohno: bißchen mehr ästhetik statt hohle, (pseudo-)intellektuelle schwafelei, was der architekt mit seinen gebäuden ausdrücken wollte, und die städte wären schöner! oft läuft es doch so: ein schuhkarton wird gebaut, weil der architekt nichts anderes kann, und schreibt dann aber megalange abhandlungen, was alles in die gebäude reininterpretiert werden MUSS, um den "künstlerischen" wert zu heben!
alles klar: ich kippe demnächst einen eimer farbe vor den landtag und bestehe darauf, dass es als kunstwerk geschützt wird, weil durch die zerfliessende struktur eine verbindung zwischen erdrotation und kosmos hergestellt wird. nehme ich zusätzlich noch die farbe rot, dann werden mit diesem kunstwerk, die brutalen gesellschaftlichen zusammenhänge dieser welt deutlich. in diesem kontext wird eine dauerhafte mahnung an die parlamentarier sichergestellt, die menschenwürde zu achten. um eine verbindung zur natur - dem ursprung alles lebens - zu gewährleisten, wird ein baum in die mitte gepflanzt. der zivilisatorische aspekt des kunstwerkes ergibt sich durch nacktbadende studenten (in der mobilen badewanne des schauspielhauses - selbstredend!), die aufgrund ihrer naiven jungfräulichkeit ohne scham, eine beziehung zu vorzivilisationären zeiten ergeben. ..... versteht sich von selbst, dass alle umliegenden gebäude abgerissen werden müssen, da sie den landschaftlichen bezug meines kunstwerks zur umwelt stören!!!
.... etwas fehlt noch: da es sich per definition noch um kein gebäude handelt, baue ich aus klinker einen schuhkarton drumherum und fertig ist das neue wahrzeichen hannovers :)
sarkasmus beiseite: wenn die architekten der nachkriegszeit nahezu ausschließlich die funktionalität ihrer gebäude hervorhoben, dann sollte man nachträglich nicht zwangsweise den künstlerischen wert dieser gebäude übertreiben, sondern sie vielmehr so sehen, wie sich gedacht waren: eng an die funktion geknüpfte zweckbauten! behandelt man den oesterlen-bau nach diesen maßstäben, dann wäre ein verlust dieses reinen zweckbaus vertretbar!
man kann nicht einerseits eine radikale funktions-rationalität ohne ästhetischen bau-firlefanz (u.a. der stilplunder nach hillebrecht) mit der hervorhebung des reinen gebäude-nutzens fordern und anschließend den "künstlerischen" wert würdigen, so dass die gebäude als denkmal erhalten bleiben müssen! zweckbauten haben ihre daseinsberechtigung verloren, wenn die gebäudetechnik in einem ökonomisch sinnvollen rahmen nicht mehr auf den aktuellen stand gehalten werden kann.
zu Orgasmatron: deine Aussage in Punkt 6 ist absolut korrekt, wobei man aber anmerken muss, dass erst im heutigen zustand durch den oesterlen-anbau das schlossareal zu einem reinen baublock degradiert wird!
Mj. Orgasmatron I February 4th, 2009, 12:48 PM Rekos sind so eine Sache. Man muss halt klar zwischen Rekonstruktion und Nachbildung unterscheiden. Bei einer Rekonstruktion hat man immer einen mehr oder weniger großen Anteil an Bausubstanz von dem man auf das Aussehen des ganzen Gebäudes schließen kann, eine Nachbildung ist mehr oder minder ein Glücksspiel, bei dem man versucht ein Gebäude neu zu erfinden. Z.B. kenne Ich einge Fälle in Braunschweig, bei denen lange Fachwerkhäuser mit mehr als 10 Achsen (http://img264.imageshack.us/img264/4696/12067214ro2.jpg) auf 4 gekürzt wurden. Die Flächen der abgerissenen Teile sind oft frei von Bebauung, und die übrig gebliebenen 4 Achsen leiden sehr darunter, das ihnen der Rest fehlt, sei es weil dort die Treppe drin war, die heute auf dem Hof steht, oder weil Räume halbiert wurden. Bei so einem Fall habe Ich gar keine Probleme, wenn man sich ein paar polnische (weil gute) Handwerker holt und die übrigen Achsen ergänzt. Ich finde es ganz im Gegenteil überaus wünschenswert das zu machen. Nur sollte man auch erkennen, dass es neu ist, z.B. ein anderss Holz verwenden, dass sich nur leicht abhebt, aber zeigt, dass die beiden Teile nicht gleichwertig sind.
Dann gibt es noch den Fall, bei dem man ein Fragment (ein überaus wichtiges) vom Gebäude übrig hat und nicht auf den Gesamtbau schließen kann. Es überrascht viele, wenn man sagt, dass Braunschweig überweigend aus Bürgerhäusern (http://img6.imageshack.us/img6/8592/35969806dr9.jpg) bestand, die barock waren, oder zumindest barock überformt. Diese waren immer sehr schlicht, hatten aber ein sehr prachtvolles Portal (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Braunschweig_Gewandhaus-Portal.jpg&filetimestamp=20050630175151). Von diesen Portalen gibt es circa 30 die ohne echte Bleibe sind. DIe kann man wieder an den Ursprungsort stellen und dann das Gebäude das ja sehr schlicht war nachbilden, oder an einem anderen Standort, in einen Neubau als Spolie integrieren. Auch das finde Ich überaus wünschenswert.
Bei einer reinen Nachbildung muss man schon was finden um es mir schmackhaft zu machen.
Das Knochenhauersamtshaus in Hildesheim ist so ein Fall. Bis zu dem "Bau" dieses Gebäudes war es laut DIN verboten Holz als Verbindungsmittel zu benutzen, einfach weil es brennt, obwohl es teilweise brandsicherer als Stahlbeton ist. Die Leute die das Haus nachgebildet haben haben darauf gepocht, eine Nagelfreie Konstruktion zu machen, haben in zahlreichen Tests die Standsicherheit und Brandsicherheit nachgewiesen und sich durchgesetzt. Alleine deshalb hat es sich gelohnt.
So ein Fall wäre auch, dass man ein Gebäude Nachbaut, sozusagen als Anschauungsexemplar und daraufhin einige Neubauten in konstruktiver Holzbauweise errichtet. Das würde in unserern ehemaligen Fachwerkstädten dieseBauweise wieder beleben, und hätte mehr "Tradition" als das vorblenden von Fachwerk vor Beton.
Andere Gründe können Städtebauliche sein, oder symbolische, oder die überragende Bedeutung eines Gebäudes. Besonders Bedeutende Gebäude sollte man natürlich eher wieder aufbauen, als weniger, bzw. bedeutende kann man auch nach längerer Zeit noch aufbauen, bei den "Füllbauten" dazwischen wirkt es etwas lächerlich.
In Hannover kenne Ich mich nicht so gut aus, deshalb kann Ich das nicht beurteilen. Ich weiß, dass es die Hannoversche Schule gab, die durchaus mehr Qualität hervorgebracht hat, als die Gründerzeit in anderen Städten, weiß aber nicht, ob man die FWK dazu zählen kann. Würde man ein Gebäude der Hannoverschen Schule rekonstruieren, und den Hannoveranern zeigen, was dabei die Besonderheiten sind, die ihre Stadt geprägt haben, dann kann das dazu führen, dass sie vielleicht auch mehr auf Qualität achten und bauen. Das sie also "Tugenden" die für Hannover typisch sind, also der handwerkliche Umgang mit dem Ziegelstein, oder eine weniger ornamentele dafür konstruktive Formensprache, in ihren Häusern umsetzen. Das hätte für mich dann wieder einen Mehrwert, der über den Wert des eigentlichen Gebäudes hinausgeht.
Würde man den Plenarsaal erhalten, wäre das auch ein Mehrwert, mit dem Ich dann leben könnte. Ansonsten finde Ich die FWK so schön nicht, und Ich finde diese gotische Prunkburg (nicht negativ gemeint) beißt sich ein wenig mit den schlichten, klassizistischen Gebäuden drum herum. Die neogotische Architektur der Gründerzeit war ja auch als Gegenpol zu den Lavesschen Bauten gedacht, und so kommt sie für mich immer noch rüber. Ich habe mich mit der FWK auch nicht besonders beschäfftigt.
Aber wie gesagt: Ich will den Plenarsaal erhalten, dafür steig Ich mit so ziemlich jedem ins Bett.
burndown1977 February 4th, 2009, 12:51 PM .... fragt sich jetzt nur, wo der nutzen für unseren verein liegen soll !? die aussagen erinneren mich stark an hillebrecht - willst du uns zwangsarbeiter für den wiederaufbau zur verfügung stellen, wenn wir die FWK ohne stilplunder rekonstruieren??
burndown1977 February 4th, 2009, 12:57 PM Aber wie gesagt: Ich will den Plenarsaal erhalten, dafür steig Ich mit so ziemlich jedem ins Bett.
:lol: ..dass sich architekten gerne prostituieren, war mir bereits bekannt :lol:
........ also jetzt ernsthaft: das war wirklich nur ein scherz!!
Mj. Orgasmatron I February 4th, 2009, 01:28 PM Es ist wohl immer das Schicksal einiger mit der Kunst und der Architektur nach den extremen hin zu niegen und wie ein Fähnchen im Wind nur die Richtung von der Mitte weg zu zeigen. Ungleich schwieriger macht men es nur denen, die versuchen Ideologie und Extremismus zu bekämpfen und den Ausgleich suchen. Mal zeigt das Fähnchen hin zum Stilplunder, mal zum aesthetiklosen Zweckbau, aber das Fähnchen ist das gleiche. 60 Jahre früher geboren, und Hillebrecht hätte dich zu seinem Pressesprecher gemacht, und Du hättest genausowenig gewusst was Du tust, wie Heute. Außer Bilderstürmerei wird man sich an nichts erinnern. Fast so wie bei Hillebrecht.
erbse February 4th, 2009, 02:43 PM Als Außenstehender erkenne ich keinerlei architektonisch herausragende Qualität im derzeitigen Plenarsaal-Anbau am Leineschloss. Da gibt es nichts, was den Erhalt um jeden Preis rechtfertigen würde.
Die ideale Variante wäre mE der baldmögliche Abriss des Landtaganbaus und die Vollendung des Leineschlosses im Sinne von Laves, wie es ursprünglich vorgesehen war. So wird das Gesamtkunstwerk Leineschloss endlich vollendet, es bleibt genug Platz für die Flusswasserkunst, es gibt keine neue Bausünde, das Hannoveraner Stadtbild wird enorm bereichert, es ist eine allen Ansprüchen genügende Gestaltung möglich und Niedersachsen hat endlich einen würdigen, repräsentativen Landtag.
Welche Variante brächte sonst derart viele Vorteile? Alles andere wäre doch auch wieder nur eine temporäre Lösung, bis man sich letztenendes für die optimale Lösung entscheidet.
Leine1977 February 4th, 2009, 02:51 PM @Mj. Orgasmatron I: Danke für deinen ausführlichen Kommentar. Finde ich gut, dass du Rekonstruktionen nicht pauschal ablehnst (hab ich so rausgelesen).:)
Die FWK ist nicht von der hannoverschen Schule. Sie ist Neo-Renaissance von Hubert Stier und vielleicht gerade deswegen beseitigt worden. Noch heute stören sich viele Architekten an solchen Bauwerken. Aus Fachsicht vielleicht bedingt nachvollziehbar. Mich persönlich hat das Bauwerk immer fasziniert.
Tja, von der hannoverschen Schule ist auch viel beseitigt worden (Architekten L. Droste, C. Hase, ...). Leider vieles Profanbauten, deren Bauplatz heute besetzt ist. Da wird es schwierig. Dabei war Hannover eigentlich bekannt für seine Neo-Gotik - oder auch Hasik genannt.
Leine1977 February 4th, 2009, 02:58 PM Als Außenstehender erkenne ich keinerlei architektonisch herausragende Qualität im derzeitigen Plenarsaal-Anbau am Leineschloss. Da gibt es nichts, was den Erhalt um jeden Preis rechtfertigen würde.
Wie gesagt, dachte ich auch immer. Aber will nicht so streng urteilen wie R. Hillebrecht. Vielleicht sollte er doch erhalten werden?
Die ideale Variante wäre mE der baldmögliche Abriss des Landtaganbaus und die Vollendung des Leineschlosses im Sinne von Laves, wie es ursprünglich vorgesehen war. So wird das Gesamtkunstwerk Leineschloss endlich vollendet,
Zugegeben, finde ich auch am besten.
devilsadvocate February 4th, 2009, 08:33 PM Als Außenstehender erkenne ich keinerlei architektonisch herausragende Qualität im derzeitigen Plenarsaal-Anbau am Leineschloss. Da gibt es nichts, was den Erhalt um jeden Preis rechtfertigen würde.
Die ideale Variante wäre mE der baldmögliche Abriss des Landtaganbaus und die Vollendung des Leineschlosses im Sinne von Laves, wie es ursprünglich vorgesehen war. So wird das Gesamtkunstwerk Leineschloss endlich vollendet, es bleibt genug Platz für die Flusswasserkunst, es gibt keine neue Bausünde, das Hannoveraner Stadtbild wird enorm bereichert, es ist eine allen Ansprüchen genügende Gestaltung möglich und Niedersachsen hat endlich einen würdigen, repräsentativen Landtag.
Welche Variante brächte sonst derart viele Vorteile? Alles andere wäre doch auch wieder nur eine temporäre Lösung, bis man sich letztenendes für die optimale Lösung entscheidet.
Meine absolute Zustimmung! Ich weiß einfach nicht, wie sowas komplett ignoriert werden kann!
Squig February 4th, 2009, 09:21 PM Ich bin zwiegespalten. Zum einen find ich den Plenarsaal von außen alles andere als hübsch. Auf der anderen Seite wäre alles außer der Vollendung von Laves Architektur eine Verschlimmbesserung, dann lieber sanieren.
telemaxx February 4th, 2009, 10:42 PM Eigentlich müsste man erste Realisierungspläne abwarten, bevor man urteilt.
Allein von der anderen Kubatur auszugehen, finde ich schwierig (trotz deiner zum Teil nachvollziehbaren Argumente, Mj. Orgasmatron I).
Den jetzigen Zustand zu begrüßen, weil er die Symmetrie des Schlosses einhält, halte ich für nichtig, weil von außen eher der Eindruck eines unpassenden Anbaus entsteht.
Den Plenarsaal zu erhalten, weil Oesterlen damit das Leineschloss gerettet hat (stellt euch einmal vor Hillebrecht hätte sich hier auch noch durchgesetzt!!!), darf als Argument allerdings auch nicht gelten.
Zuletzt möchte ich aber auch noch anmerken, dass die meisten Oesterlens Kröpcke-Café vermissen, das zugunsten des Tonnencafés abgerissen wurde.
burndown1977 February 4th, 2009, 11:51 PM Es ist wohl immer das Schicksal einiger mit der Kunst und der Architektur nach den extremen hin zu niegen und wie ein Fähnchen im Wind nur die Richtung von der Mitte weg zu zeigen. Ungleich schwieriger macht men es nur denen, die versuchen Ideologie und Extremismus zu bekämpfen und den Ausgleich suchen. Mal zeigt das Fähnchen hin zum Stilplunder, mal zum aesthetiklosen Zweckbau, aber das Fähnchen ist das gleiche. 60 Jahre früher geboren, und Hillebrecht hätte dich zu seinem Pressesprecher gemacht, und Du hättest genausowenig gewusst was Du tust, wie Heute. Außer Bilderstürmerei wird man sich an nichts erinnern. Fast so wie bei Hillebrecht.
man muss einfach nur in der lage sein, zwischen banaler und herausragender architektur unterscheiden zu können. zugegeben sind die grenzen subjektiv verschwommen, aber es ist nun einmal so, dass besonders bei öffentlichen bauten der nachkriegszeit wenig wert auf ästhetik und vielmehr gewicht auf niedrige baukosten gelegt wurde. der plenarsaal ist als schlichter zweckbau errichtet worden und besticht nicht unbedingt durch seine qualität (sowohl von aussen als auch von innen). die unternehmenszentralen der nachkriegszeit (v.a. nord/LB, aber auch conti oder preussag) sind da eine andere klasse - wahrscheinlich, weil die gebäude auch etwas mehr kosten durften und die repräsentation des unternehmens eine wichtige rolle spielte.
verständlich, dass es architekten schmerzt, wenn ihnen banalität vorgeworfen wird und ein gebäude ihrer schöngefärbten existenzberechtigungsrederei weichen muss. den status quo des wiederaufbaus erhalten zu wollen, ist jedoch eindeutig ein irrweg. die aufregung von architekten ist nachzuvollziehen, da entscheidungsträger in ihren verbänden oft genug fehler des städtebaus mit zu verantworten hatten. vielleicht haben sie auch nur angst, dass ihre rücksichtslosigkeit gegenüber bauten vergangener epochen sich nunmehr auf ihre eigenen gebäude überträgt. sie verkennen, dass standesfremde personen nicht eine vergleichbare ideologisierte hybris zeigen, sondern sich viel objektiver dem sachverhalt nähern (was hier im forum übrigens sehr deutlich wird).
im gegensatz zur hillebrecht-ideologie mit ihrer fanatisierten architektenschaft ist für viele interessierte bürger heutzutage nicht "bilderstürmerei" gegenstand einer zukunftsweisenden stadtplanung, sondern der wunsch nach einer stetigen, städtebaulichen verbesserung mit zunehmender qualiät der gebäude. man kann es auch als unbefangene objektivität bezeichnen. bauten der nachkriegszeit werden aus baulicher sicht genauso beurteilt wie gebäude der 30er und 40er jahre oder älterer stilepochen. dass dies dem architekten-drang nach gekünstelter darstellung von intellektualität widerspricht, ist nachvollziehbar - worüber sollte man sich auch geistig übergeben, wenn man beim kern des sachverhalts bleiben soll?
ich wäre auch kein guter pressesprecher von hillebrecht gewesen. weder hätte ich seine nazi-ideologie noch seine rücksichtslose verachtung gegenüber vergangene epochen geteilt. ebenfalls wäre mir bewusst gewesen, wie sehr seine planung den rest historischer stadtstruktur unwiderbringlich zerstört. besonders aufgrund des enormen, kriegsbedingeten verlustes hätte wesentlich feinfühliger vorgegangen werden müssen.
wäre der plenarsaal eines der wenigen zeugnisse seiner zeit, würde ich mich wahrscheinlich auch gegen einen abriss wehren. da die stadt aber voll von baulicher banalität dieser ära ist, erscheint ein verlust zweifelsfrei hinnehmbar, zumal wenn sich daraus eine verbesserung der standörtlichen situation ergibt.
Orbiter February 5th, 2009, 12:29 AM HAZ:
Appell an Landtagspolitiker: Akademie der Künste gegen Abriss
Die Kritik am geplanten Abriss des Landtagsgebäudes am Leineschloss setzt sich auf Bundesebene fort. Die Berliner Akademie der Künste appelliert jetzt, auf den Abbruch des 46 Jahre alten denkmalgeschützten Gebäudes zu verzichten.
weiter... (http://www.haz.de/newsroom/regional/art185,795225)
SternHAJ February 5th, 2009, 10:31 PM man muss einfach nur in der lage sein, zwischen banaler und herausragender architektur unterscheiden zu können.
Da sprichst du aber einen Satz, der mir etwas vermessen erscheint. Das "Man" klingt nach der Gewissheit von Wahrheit in einer Geschmacksfrage - aber die gibt es nicht. Das "einfach" ist überhaupt nicht einfach: würde man sonst darüber streiten?
Ich glaube nicht, dass "man" in so einer Frage "einfach" für seine eigene Meinung den Anspruch auf Absolutheit beanspruchen kann. Unfehlbar ist selbst der Papst nicht :)
Auch die in deinem Beitrag durchklingende Verachtung eines gesamten Berufsstands (der Architektenschaft) halte ich nicht für zielführend, wenn man etwas Positives (wie z.B. den Aufbau der FWK) erreichen will. Wenn ich Jemanden offen verachte wird er mir nie zuhören und ich werde niemals Unterstützung bekommen - Ablehnung und Widerstand wird das Ergebnis sein.
Leine1977 February 5th, 2009, 11:27 PM So, ich glaub das war es dann mit einem Neubau. Die Architektenschaft schießt da aus aus vollen Rohren. Glaube nicht, dass die Politik das durchhält. Obs gut war wird man sehen.
http://img18.imageshack.us/img18/3671/img7cy1.jpg (http://imageshack.us)
lifestyle032 February 6th, 2009, 03:04 PM Holla die Waldfee!
Damit hätte ich jetzt aber nicht gerechnet.
Naja, da hat sich Dinkla bei den Architekten ja mächtig unbeliebt gemacht.
Sollte es so sein, dass Hannover durch Abriss und Neubau einen gehörigen Imageschaden erleiden sollte, denke ich, gibt es keine andere Wahl als von dem Abriss Abstand zu nehmen.
burndown1977 February 6th, 2009, 04:58 PM Da sprichst du aber einen Satz, der mir etwas vermessen erscheint. Das "Man" klingt nach der Gewissheit von Wahrheit in einer Geschmacksfrage - aber die gibt es nicht. Das "einfach" ist überhaupt nicht einfach: würde man sonst darüber streiten?
Ich glaube nicht, dass "man" in so einer Frage "einfach" für seine eigene Meinung den Anspruch auf Absolutheit beanspruchen kann. Unfehlbar ist selbst der Papst nicht :)
Auch die in deinem Beitrag durchklingende Verachtung eines gesamten Berufsstands (der Architektenschaft) halte ich nicht für zielführend, wenn man etwas Positives (wie z.B. den Aufbau der FWK) erreichen will. Wenn ich Jemanden offen verachte wird er mir nie zuhören und ich werde niemals Unterstützung bekommen - Ablehnung und Widerstand wird das Ergebnis sein.
Banal ist hierbei im Sinne von gewöhnlich / herkömmlich / allgemein verbreitet zu verstehen Die Einschätzung, dass ein bau banal ist, lediglich einem subjektiven Geschmacksverständnis zu überlassen, geht an meiner Aussage vorbei. Man braucht sich nur umschauen, und wenn an jeder Ecke vergleichbare Bauten stehen, dann sind diese Gebäude nun einmal banal. Oft wird im Nachhinein versucht, den direkt wahrnehmbaren Mangel an Ästhetik und das austauschbare Äußere mit endlosen Interpretationsdiskussionen zum künstlerischen Wert des Gebäudes aufzuwiegen – dadurch werden die Gebäude auch nicht schöner, sondern nur der Architekt fühlt sich in seinem Schaffen mehr bestätigt.
Von vielen Personen wird die tolle Symbiose des Plenarsaals mit dem Leineschloss (was meiner Ansicht nach überhaupt nicht zutrifft!) und die geschichtliche Bedeutung als ein Bauwerk einer jungen Demokratie hervorgehoben. Die beiden Argumente sehe ich als vorgeschoben an, weshalb für mich einzig die bauliche Banalität des Gebäudes zählt. Dies bezieht sich maßgeblich auf die Gebäudehülle. Das Gebäudeinnere und der Lichthof besitzen schon eine ganz andere Qualität. Wenn man sich die Einwände vieler Architekten anschaut, dann sind eben diese Bereiche verzichtbar (zum Thema Entkernung) und nur die Hülle müsse dringend erhalten bleiben. Die Fassade ist aber nun wirklich nicht einzigartig! Ich denke, dass die aktuelle Architektur wesentlich bessere Lösungen bietet, sowohl äußerlich als auch innerlich einen ansprechenden und repräsentativen Plenarsaal zu bauen!
Viele Kritiker des Abrisses haben mit keiner Wimper gezuckt, als es um den Abriss von Gründerzeitbauten ging. Erst wo ihre eigenen Bauten der Abrissbirne zum Opfer fallen, ist das Geschrei groß. Deshalb jeden noch so gewöhnlichen Bau als ein schützenwertes Kunstwerk zu deklarieren ist ziemlich fehl am Platz.
Vielleicht habe ich etwas pauschal über Architekten geurteilt! Im Grunde beziehen sich meine Ausführungen vornehmlich auf die hannoverschen Stadtplaner des Wiederaufbaus und Architekten der 70er Jahre, die die Bevölkerung regelrecht in ihre Weltanschauung eingemauert haben. Menschen zu ihrem „Glück“ zwingen zu wollen, ist immer daneben gegangen – ebenso wie eine aufgelockerte, durchgrünte, autogerechte Betonarchitektur in der Innenstadt etablieren zu wollen, auch wenn viele (an die sich meine Kritik vorrangig richtet) dies immer noch nicht einsehen wollen oder können.
Um jetzt auch mal eine Lanze für den Berufsstand zu brechen: Ich bin der festen Überzeugung, dass es heutige Architekten besser können!
Wahrscheinlich nervt mich das Pseudo-Architektur-Kunstgequatsche auch so dermaßen, weil ich mit mehreren Architekten Silvester verbringen musste …… die meisten bauen halt nur Einfamilienhäuser oder Gewerbehallen – dann braucht man dies wahrscheinlich - ok, auch gemein, aber Realität!
P.S.: vielleicht fehlen mir ja wichtige Erkenntnisse, um den Plenarsaal würdigen zu können. Daher die Frage an Orgasmatron und Orbiter: Warum tretet ihr so vehement für den Erhalt des Bauwerks ein?
gstolze February 6th, 2009, 07:09 PM Ich finde es schon interessant was für Intitutionen sich auf einmal alles einmischen. Ich würde ja gern mal wissen, ob der Kurator des MoMA jemals das Leineschloss selbst gesehen hat. Einen Imageschaden herbeizureden, wenn der Plenarsaal weichen mus, ist absolut lächerlich. Mir wird die ganze Diskussion der Architekten (die ich übrigens nicht verachte, denn ich bin auch ein Fan moderner oder guter 50er Jahre Architektur) irgendwie zu pseudo-intellektuell und philosophisch. Ästhetische und städtebauliche Gesichtspunkte spielen dabei eine viel zu untergeordnete Rolle.
Es wird ja oft der Denkmlaschutz zitiert. Das Gesetz sieht aber ausdrücklich auch Szenarien vor, in denen der Denkmalschutz eines Gebäudes unter bestimmten Bedingungen aufgehoben werden kann.
Ich habe hier in Hannover sowieso den Eindruck dass viele Gebäude aus politischen oder ideologischen Gründen unter Denkmlaschutz gestellt wurden, ohne auf die bauliche Qualität/Ästhetik zu achten.
burndown1977 February 6th, 2009, 07:54 PM ^^ zugegeben: so freundlich kann man dieselbe Ansicht auch vertreten :)
Lefthandy February 6th, 2009, 08:19 PM Ich habe hier in Hannover sowieso den Eindruck dass viele Gebäude aus politischen oder ideologischen Gründen unter Denkmlaschutz gestellt wurden, ohne auf die bauliche Qualität/Ästhetik zu achten.
Das ist mal ein wahres Wort! Genau das ist auch mein Eindruck.
Orbiter February 7th, 2009, 01:48 AM HAZ.de
Wie viel Platz benötigt ein Parlamentarier?
Aus Berlin und New York kommen warnende Aufrufe: Der Streit um Abriss oder Erhalt des niedersächsischen Landtags spitzt sich derzeit auf eine Frage zu: Wie viel Platz benötigen die Abgeordneten für ihre Arbeit?
weiter... (http://www.haz.de/newsroom/regional/art185,797575)
Leine1977 February 7th, 2009, 11:02 AM Ich habe hier in Hannover sowieso den Eindruck dass viele Gebäude aus politischen oder ideologischen Gründen unter Denkmlaschutz gestellt wurden, ohne auf die bauliche Qualität/Ästhetik zu achten.
Bestes Beispiel hierfür ist die jüngst unter Denkmalschutz gestellte Schule in Marienwerder - rein auf Druck des Bezirks, um dem Rat eins auszuwischen. Architektonische Gründe gab es nicht.
Orbiter February 9th, 2009, 10:36 PM http://img5.imageshack.us/img5/996/dbz22009zk4.jpg
Mj. Orgasmatron I February 11th, 2009, 07:17 PM Banal ist hierbei im Sinne von gewöhnlich / herkömmlich / allgemein verbreitet zu verstehen Die Einschätzung, dass ein bau banal ist, lediglich einem subjektiven Geschmacksverständnis zu überlassen, geht an meiner Aussage vorbei. Man braucht sich nur umschauen, und wenn an jeder Ecke vergleichbare Bauten stehen, dann sind diese Gebäude nun einmal banal. Oft wird im Nachhinein versucht, den direkt wahrnehmbaren Mangel an Ästhetik und das austauschbare Äußere mit endlosen Interpretationsdiskussionen zum künstlerischen Wert des Gebäudes aufzuwiegen – dadurch werden die Gebäude auch nicht schöner, sondern nur der Architekt fühlt sich in seinem Schaffen mehr bestätigt.
Von vielen Personen wird die tolle Symbiose des Plenarsaals mit dem Leineschloss (was meiner Ansicht nach überhaupt nicht zutrifft!) und die geschichtliche Bedeutung als ein Bauwerk einer jungen Demokratie hervorgehoben. Die beiden Argumente sehe ich als vorgeschoben an, weshalb für mich einzig die bauliche Banalität des Gebäudes zählt. Dies bezieht sich maßgeblich auf die Gebäudehülle. Das Gebäudeinnere und der Lichthof besitzen schon eine ganz andere Qualität. Wenn man sich die Einwände vieler Architekten anschaut, dann sind eben diese Bereiche verzichtbar (zum Thema Entkernung) und nur die Hülle müsse dringend erhalten bleiben. Die Fassade ist aber nun wirklich nicht einzigartig! Ich denke, dass die aktuelle Architektur wesentlich bessere Lösungen bietet, sowohl äußerlich als auch innerlich einen ansprechenden und repräsentativen Plenarsaal zu bauen!
Viele Kritiker des Abrisses haben mit keiner Wimper gezuckt, als es um den Abriss von Gründerzeitbauten ging. Erst wo ihre eigenen Bauten der Abrissbirne zum Opfer fallen, ist das Geschrei groß. Deshalb jeden noch so gewöhnlichen Bau als ein schützenwertes Kunstwerk zu deklarieren ist ziemlich fehl am Platz.
Vielleicht habe ich etwas pauschal über Architekten geurteilt! Im Grunde beziehen sich meine Ausführungen vornehmlich auf die hannoverschen Stadtplaner des Wiederaufbaus und Architekten der 70er Jahre, die die Bevölkerung regelrecht in ihre Weltanschauung eingemauert haben. Menschen zu ihrem „Glück“ zwingen zu wollen, ist immer daneben gegangen – ebenso wie eine aufgelockerte, durchgrünte, autogerechte Betonarchitektur in der Innenstadt etablieren zu wollen, auch wenn viele (an die sich meine Kritik vorrangig richtet) dies immer noch nicht einsehen wollen oder können.
Um jetzt auch mal eine Lanze für den Berufsstand zu brechen: Ich bin der festen Überzeugung, dass es heutige Architekten besser können!
Nehmen wir doch mal deine Ausführungen als Grundlage für eine kleine Überlegung, bei der wir den Ort beibehalten und nur die Zeit verändern. Wir reisen in das Jahr 1945.
Zu dieser Zeit haben wir kaum "moderne" Architektur in Hannover, abgesehen von Bauten an der Stadtperipherie und wenigen kleinen "Perlen" im Zentrum wie z.B. den Anzeiger. Zu dieser Zeit war Hannover geprägt von Gründerzeitbauten, und das in weit höherem Ausmaß, als viele andere Städte, bzw. alle anderen Städte in Niedersachsen. Im Gegensatz zu den früher bedeutenden Städten wie Goslar, Braunschweig, Hildesheim oder Oldenburg, beginnt die Geschichte Hannovers doch erst spät, und so hat man kaum einen großen ausgeprägten Altstadtkern mit bedeutenden Bauten, d.h. nicht in dem Maß wie man sie in anderen Großstädten findet. Der Anteil der Gründerstadt Hannovers ist im Vergleich zur Altstadt also enorm, wenn man sich andere Städte ansieht, und auch ist in der Altstadt Hannovers verhältnismäßig weniger an wirklich altem Bestand stehen geblieben, als es in anderen Städten der Fall war. Während man Goslar als mittelalterliche Stadt, Braunschweig als Stadt des Mittelalters und Barocks, Wolfenbüttel als eine Stadt der Renaissance ansehen konnte, war Hannover gründerzeitlich.
Nun wenden wir doch mal deine Worte an, auf ein Gebäude das am selben Ort steht, wie das Leineschloss, nämlich die Flusswasserkunst. Weit mehr, als es heute der Oesterlehn Plenarsaal ist, ist dein Gebäude gewöhnlich / herkömmlich / allgemein verbreitet, also banal. [Deine Worte nicht meine!] Zwar stehen in der direkten Umgebung vermehrt klassizistische Gebäude, der Anteil der Gründerzeitbebauung ist aber höher, als der moderner heute. Was ist also an der Flusswassserkunst weniger banal als am Plenarsaal von Oesterlen?
Ich glaube, dass es nicht viel Fantasie erfordert, um sich ausmalen zu können, dass deine Argumentation eine Reise 60 Jahre in die Vergangenheit ohne Schäden übersteht, Beweise dafür, dass man schon damals aufgrund solcher Denkweisen falsch gehandelt hat, nennst Du selber, wenn Du den Kritikern eines Abrisses vorwirfst, sie hätten nichts gegen den Abriss von Gründerzeitgebäuden getan. Das Spiel kann sich ewig wiederholen, nur stehst Du beim nächsten Mal vielliecht auf der anderen Seite und kannst dich gegen die gleichen unsinnigen Argumente nicht mehr zur Wehr setzen.
Das es viele, ja sehr viele Fehler gibt, sei es das unter Schutz stellen von Gebäuden aus ideologischen Gründen, oder das Abreißen von "banalem" heiß noch lange nicht, dass wir uns von allem also auch von den guten Grundsätzen verabschieden können oder dürfen. Das Parkgaragen und Schulen unter Denkmalschutz gestellt werden, wertet vielleicht den Denkmalschutz an sich ab, das heißt aber noch nicht, dass dieser perse falsch ist, oder das vorhandene Baudenkmale keinen Schutz mehr verdienten.
Was burndown anspricht ist sicher in einer Hinsicht richtig, nämlich, dass es aus einer schier endlosen Masse an Gebäuden schwierig ist, die wenigen guten zu erkennen, es heißt aber nicht, dass nur weil es diese Masse gibt es nicht nötig ist zu selektieren und die Gebäude die es wert sind zu schützen.
PS: Andreas Lepik (der Mann aus NY) war schon in Hannover und hat auch den Plenarsaal gesehen. Von aussen wie von innen, was nicht alle hier von sich sagen können. Er hat nämlich mal bei einer Ausstellung in Berlin zu dem Thema als Kurator mitgearbeitet.
PPS: Ein weiterer Oesterlen-Bau in Braunschweig wird nun saniert. Lange wurde diskutiert, ob sich das lohne, oder ob man das Gebäude nicht gleich neubauen sollte. Die denkmalgeschützte Fassade wird abgenommen, und kommt 1:1 original wieder an das Gebäude. Begründung: "Die steht doch unter Denkmalschutz!"
jp80 February 11th, 2009, 08:24 PM Mal wieder ein wirklich toller Beitrag, Orgasmatron! Der Vergleich mit der Flußwasserkunst hinkt zwar in meinen Augen ein bißchen, denn bei ihrem Abriß 1962 waren ja bereits der Krieg und Hillebrecht über viele Gründerzeitbauten hergefallen. Aber Deine Grundaussage trifft die Sache natürlich genau auf den Punkt, den ich auch schon einige Male versucht habe, hier herauszustellen. Nämlich, daß sich die Argumentation einiger hier in keinster Weise von der Hillebrechts unterscheidet, obwohl dieser oft im gleichen Atmenzug als der Teufel persönlich hingestellt wird.
gstolze February 11th, 2009, 08:37 PM Ich sehe das etwas differenzierter. Was mich an Hillebrecht stört, war der Dogmatismus, der keine Meinung neben sich zuließ. Damals wurde viel erhaltenswerte Bausubstanz aus reiner Ideologie einfach vernichtet. Heute sollte man objektiv vorgehen und Fehler von damals auch mal zugeben und sogar beheben. In der Stadtverwaltung sitzen aber noch so viele Leute, die Hillebrecht immer noch nur bejubeln und nicht bereit sind, einen neuen Weg einzuschlagen.
Selbst eines der Mottos bei Hannover2020 lautet: "Nachkriegsmoderne weiterdenken". Warum nicht mal ÜBERDENKEN?
gstolze February 11th, 2009, 08:42 PM Die geschichtliche Bedeutung des Landatgs als Symbol der jungen Demokratie kann ich übrigens nicht ganz nachvollziehen. Die wichtigesten Ereignisse, wie die Gründung des Landes, die erste Regieurng etc. fanden dort gar nicht statt. Das passierte nämlich alles lange bevor der Landtagsbau auch nur begonnen wurde.
Leine1977 February 12th, 2009, 10:38 AM :applause:
Völlige Zustimmung mit gstolze! Genauso sehe ich das auch. Es wird m.M. auch viel zu sehr auf eine Bedeutung des Plenarsaals rumgehackt, die er tatsächlich nicht hatte. Ohne dass ich jetzt pauschal für einen Abriss wäre, finde ich, ist die Debatte einseitig und sehr philosophisch von Architektenkreisen geführt.
@jp: Burndown und devil pflegen hier manchmal eine direkte Wortwahl. Ich sehe aber beileibe nicht, dass irgendeiner im Forum Hillebrechts Charakterzüge aufweist. Keiner von uns möchte nochmals eine ideologische Abrisswelle. Wie gstolze sehe ich aber auch, dass man die Stadtbaukonzepte von Hillebrecht nicht weiterdenken, sondern auch mal kritisch hinterfragen sollte.
Liftboy1 February 13th, 2009, 08:09 PM Ich war heute zum x-mal im Landtag und da wird jetzt vor allem in Kürze im Kammerflügel kräftig Geld investiert. Das ist das Stück an der Schlossstraße am Landtagsparkplatz. Bisher haben ich die Information, dass dort die ganzen Innerein neu gemacht werden. Übrigens ist der Lichthof hinter dem Portikus (Hauptportal) in so einem schlechten baulichen Zustand, dass befürchtet wurde, dass die riesigen Scheiben nach innen fallen würden. (Anm. Die Rahmen sind total verrottet). Als Gegenmaßnahme wurde Reichstagsverhüller Christo rangelassen und der die Scheiben von innen mit Stoff bespannt....als Kunstwerk versteht sich...in Wirklichkeit wurden so die Scheiben gesichert. Wer es nicht glaubt? Ich habe Fotos der Fensterrahmen und ab kommender Woche auch von der "Kunst-Reparatur"
burndown1977 February 14th, 2009, 12:01 PM Nehmen wir doch mal deine Ausführungen als Grundlage für eine kleine Überlegung, bei der wir den Ort beibehalten und nur die Zeit verändern. Wir reisen in das Jahr 1945.
Zu dieser Zeit haben wir kaum "moderne" Architektur in Hannover, abgesehen von Bauten an der Stadtperipherie und wenigen kleinen "Perlen" im Zentrum wie z.B. den Anzeiger. Zu dieser Zeit war Hannover geprägt von Gründerzeitbauten, und das in weit höherem Ausmaß, als viele andere Städte, bzw. alle anderen Städte in Niedersachsen. Im Gegensatz zu den früher bedeutenden Städten wie Goslar, Braunschweig, Hildesheim oder Oldenburg, beginnt die Geschichte Hannovers doch erst spät, und so hat man kaum einen großen ausgeprägten Altstadtkern mit bedeutenden Bauten, d.h. nicht in dem Maß wie man sie in anderen Großstädten findet. Der Anteil der Gründerstadt Hannovers ist im Vergleich zur Altstadt also enorm, wenn man sich andere Städte ansieht, und auch ist in der Altstadt Hannovers verhältnismäßig weniger an wirklich altem Bestand stehen geblieben, als es in anderen Städten der Fall war. Während man Goslar als mittelalterliche Stadt, Braunschweig als Stadt des Mittelalters und Barocks, Wolfenbüttel als eine Stadt der Renaissance ansehen konnte, war Hannover gründerzeitlich.
Nun wenden wir doch mal deine Worte an, auf ein Gebäude das am selben Ort steht, wie das Leineschloss, nämlich die Flusswasserkunst. Weit mehr, als es heute der Oesterlehn Plenarsaal ist, ist dein Gebäude gewöhnlich / herkömmlich / allgemein verbreitet, also banal. [Deine Worte nicht meine!] Zwar stehen in der direkten Umgebung vermehrt klassizistische Gebäude, der Anteil der Gründerzeitbebauung ist aber höher, als der moderner heute. Was ist also an der Flusswassserkunst weniger banal als am Plenarsaal von Oesterlen?
Ich glaube, dass es nicht viel Fantasie erfordert, um sich ausmalen zu können, dass deine Argumentation eine Reise 60 Jahre in die Vergangenheit ohne Schäden übersteht, Beweise dafür, dass man schon damals aufgrund solcher Denkweisen falsch gehandelt hat, nennst Du selber, wenn Du den Kritikern eines Abrisses vorwirfst, sie hätten nichts gegen den Abriss von Gründerzeitgebäuden getan. Das Spiel kann sich ewig wiederholen, nur stehst Du beim nächsten Mal vielliecht auf der anderen Seite und kannst dich gegen die gleichen unsinnigen Argumente nicht mehr zur Wehr setzen.
Das es viele, ja sehr viele Fehler gibt, sei es das unter Schutz stellen von Gebäuden aus ideologischen Gründen, oder das Abreißen von "banalem" heiß noch lange nicht, dass wir uns von allem also auch von den guten Grundsätzen verabschieden können oder dürfen. Das Parkgaragen und Schulen unter Denkmalschutz gestellt werden, wertet vielleicht den Denkmalschutz an sich ab, das heißt aber noch nicht, dass dieser perse falsch ist, oder das vorhandene Baudenkmale keinen Schutz mehr verdienten.
Was burndown anspricht ist sicher in einer Hinsicht richtig, nämlich, dass es aus einer schier endlosen Masse an Gebäuden schwierig ist, die wenigen guten zu erkennen, es heißt aber nicht, dass nur weil es diese Masse gibt es nicht nötig ist zu selektieren und die Gebäude die es wert sind zu schützen.
PPS: Ein weiterer Oesterlen-Bau in Braunschweig wird nun saniert. Lange wurde diskutiert, ob sich das lohne, oder ob man das Gebäude nicht gleich neubauen sollte. Die denkmalgeschützte Fassade wird abgenommen, und kommt 1:1 original wieder an das Gebäude. Begründung: "Die steht doch unter Denkmalschutz!"
Eine Antwort auf die etwas verdrehten Sachverhalte ist mühselig, aber ich versuche es trotzdem mal: Die Realität sah anders aus, als Orgasmatron es darzustellen versucht!
Erst einmal muss man bedenken, dass die Wiederaufbauplanung von einer weitgehend geräumten Stadt ausging. Die verbliebenden, wenigen Gründerzeitbauten der INNENSTADT waren demnach nicht mehr gewöhnlich, sondern in ihrem Umfeld einzigartig. Der Verbleib dieses letzten Restes an historischer Bausubstanz hätte demnach oberstes Planungsziel sein müssen. Stattdessen wurde ein kompletter Stadtumbau im Sinne der der 50er und 60er Jahre durchgezogen, was beinhaltet, dass der Innenstadtbereich nahezu ausschließlich aus Gebäuden dieser Epoche besteht. Gründerzeitliche Gewöhnlichkeit wurde durch Wiederaufbau-Gewöhnlichkeit ersetzt, die oftmals eine miserablere Bausubstanz aufweist, als dies bei den Gründerzeitbauten der Fall gewesen ist. (JA gewiss, umgekehrt ebenso!)
Sicherlich war moderne Architektur nach dem Krieg in Hannover nicht gängig, aber den Planern war klar, was sie mit der Stadt vor hatten und die Pläne zeigten einen kompletten Satdtumbau zugunsten „moderner“ Architektur inklusive der Vernichtung historischer Strukturen. Viel Fantasie brauchte man bei der Betrachtung nicht, um sich vorzustellen, wie Hannover aussehen würde. Spätestens hier hätte man einschreiten müssen!
Der Kern der Frage geht darum, wieviel Abriss sich eine Stadt erlauben kann, ohne ihr Gesicht zu verlieren? Hannover hätte nach dem Krieg den Restbaustand erhalten müssen, statt diesen auch noch abzureissen, weil einfach nicht mehr viel da gewesen ist. Man kann da nicht mit weitgehend intakt gebliebenden Altstädten ankommen - der Vergleich hinkt und ist unredlich! In einer intakten / unzerstörten Stadtlandschaft hätte ich prinzipiell nichts dagegen, dass alte Bausubstanz abgerissen wird, wenn dadurch städtebauliche Verbesserungen erzielt werden. Wäre Hannover unzerstört geblieben, wäre meiner Ansicht nach der Verlust der FWK, der landschaftlichen Brandkasse, des Friederikenschlösschens, der Villa Willmer oder der alten Bahndirektion etc. eher hinzunehmen gewesen. In der Realität wurde dieser winzige Restbestand in der Innenstadt noch weiter dezimiert, so dass kaum noch etwas übrig geblieben ist: DAS ist der Skandal, den ich vorrangig kritisiere!
Die Qualität der ÄUSSEREN Hülle des Plenarsaalgebäudes, war eine subjektive Darstellung, was nichts daran ändert, dass es sich um ein für Hannover gewöhnliches Erscheinungsbild handelt.
Die Argumentation von Orgasmatron ist voller perfider Unterstellungen, um meinen Standpunkt ins Lächerliche zu ziehen. So habe ich mehrfach geäussert, dass ich ein Fan moderner Architektur bin und für den Schutz von Gebäuden des Wiederaufbaus eintrete. Es gibt sehr viele schöne Exemplare dieser Zeit in Hannover, wie ich mehrmals schon geschrieben habe. Mich mit Hillebrecht zu vergleichen, um mich mundtot zu machen, ist eine Frechheit und bestätigt leider nur meine Ressentiments gegenüber Architekten. Mit so einer Diskussionsstrategie musste ich mich schon mehrmals auseinandersetzen („wenn du jemanden kritisierst, dann kolportiere ich, dass deine Einstellung genauso ist, um dich bloßzustellen und die Diskussion abzuwürgen“) Die Sachlage muss differenzierter betrachtet werden, die Schwarz-Weiß-Malerei von Orgasmatrone hilft da nicht weiter. Ebenso wenig, dass Sachverhalte angeführt werden, die mit der ursprünglichen Thematik nichts zu tun haben. ….. lasst ihn ein paar Wochen weiterschreiben und ich bin dann ein reaktionärer Holocaustlügner, der die unwürdigen Lebensumstände gründerzeitlicher Arbeiterviertel wiederhaben will!
Meine Maxime ist: Die Vielfalt und das Herausragende bewahren, ohne neue Ideen zu verhindern und das wenig Verbliebende zu zerstören!
Um langatmige, unnötige Diskussionen zu vermeiden, gebe ich Orgasmatrone einfach Recht!
@ jp80: den Nazi-Bürokraten Hillebrecht zu verteufeln halte ich für legitim - allein die Tatsache, dass er Zwangsarbeiter wissentlich in den Tod geschickt hat, zeigt viel von seiner Persönlichkeit!
lifestyle032 February 20th, 2009, 07:05 PM Leine hatte es schon im FWK-Thread angedeutet; hier (http://www.haz.de/Hannover/Aus-den-Stadtteilen/Mitte/Grosse-Mehrheit-plaediert-fuer-Landtagsneubau) ist der aktuellste Artikel aus der HAZ.
Sehr gut finde ich den Kommentar von "Mr. Ankie". Trifft den Nagel, glaube ich, so ziemlich auf den Kopf.
Warum starten die nicht ersteinmal einen ergebnisoffenen Wettbewerb, ohne einschränkende Voraussetzungen? Dann kann man immer noch schauen, welche Variante die Beste sein könnte ^^
erbse February 20th, 2009, 07:17 PM Dieses Vorgehen ist umso tragischer in Anbetracht der Tatsache, dass es hier um ein Parlamentsgebäude in einer Demokratie geht. Welch Hohn, dass man da von jedweden demokratischen Grundprinzipien Abstand hält.
Dringende Empfehlung für alle Hannoveraner im Forum: Macht euch nicht nur hier im Forum Luft, sondern auch gegenüber den Politikern direkt oder der Presse!
Wenn ihr euch nur hier im Forum beklagt, wird sich nichts ändern. Ihr müsst "da draußen" etwas bewegen, sonst bewegt sich nichts!
Leine1977 February 20th, 2009, 08:42 PM Dringende Empfehlung für alle Hannoveraner im Forum: Macht euch nicht nur hier im Forum Luft, sondern auch gegenüber den Politikern direkt oder der Presse!
Wenn ihr euch nur hier im Forum beklagt, wird sich nichts ändern. Ihr müsst "da draußen" etwas bewegen, sonst bewegt sich nichts!
Hab ich jetzt getan.
Dennoch bin ich zweigespalten. Ich mag den Plenarsaal überhaupt nicht. Für mich ist es billigste Nachkriegsarchitektur hoch zehn. Aber ich will auch die Flusswasserkunst. Der Bauplatz muss frei bleiben!
Squig February 21st, 2009, 11:22 AM Ich hab auch mal eine Email an die Abgeordnete meines Wahlkreises geschickt. Ich verspreche mir da zwar nicht viel von, aber manche Dinge können nicht ungesagt bleiben.
jp80 February 21st, 2009, 12:51 PM Für mich ist es billigste Nachkriegsarchitektur hoch zehn.
Sorry Leine, aber das konnte ich jetzt nicht so einfach stehen lassen. Zu der Architektur des Plenarsaals kann man sicher ganz unterschiedliche Meinungen haben, sie aber als "billig" zu bezeichnen, finde ich absolut nicht angemessen! Im Gegenteil: Für einen Bau der frühen 60er kommt das Gebäude in meinen Augen sehr hochwertig daher - insbesondere was die verwendeten Materialen angeht. Auch die Teilöffnung der Außenfassade zum Platz der Göttinger Sieben durch die großen durchgehenden Glaselemente finde ich durchaus gelungen und alles andere als "billig"! (Ich will das Gebäude jetzt nicht besser machen, als es ist. Ich find es ok: Nicht mehr und nicht weniger. Aber es fällt ganz bestimmt nicht in die Kategorie der minderwertige Architektur.)
Was mich am meisten aufregt: Da bricht nach dem ersten Bekanntgeben der Pläne durch den Landtagspräsidenten ein regelrechter Sturm der Entrüstung gegen den Abriß los, der von zahlreichen Leserbriefen einfacher Bürger, über Denkmalschützer und Architekten bis hin zu wichtigen Personen im New Yorker Moma reicht. Und was tun unsere Politiker? Rein gar nichts! :bash: Als wäre nichts geschehen, halten sie an ihren Plänen fest ohne auch nur einen winzigen Augenblick innezuhalten und sich zu fragen, ob man die notwendige Sanierung nicht doch besser ergebnisoffen weiterverfolgen sollte. Da muß sich auch wirklich niemand mehr fragen, warum die Politikverdrossenheit in weiten Teilen unserer Bevölkerung immer mehr zunimmt. Wenn sich Bürger zu Wort melden, schaltet man halt auf Durchzug. Ich dachte wir leben in einer Demokratie. Da sollte man zumindest mal zuhören und öffentlich diskutieren, anstatt die eigenen Interessen gegen alle Widerstände durchzusetzen. (Ich denke, ich werde auch mal ein kleines Schreiben an meinen Landtagsabgeordneten aufsetzen.)
Von der Frage Sanierung oder Neubau mal ganz abgesehen, ist die Vorfestlegung auf eine bestimmte Neuordung der Gebäudegrundrisse natürlich eine städtebauliche Katastrophe. Nicht nur, daß mit der geplanten Variante "Saal und Hof" ein Wiederaufbau der FWK unmöglich gemacht würde, die alten Teile des Leineschlosses würden zu einem separat stehenden Torso, der rein optisch gesehen mit dem dann eigentlichen Landtag (nämlich dem Plenarsaal) nichts mehr zu tun hätte.
lifestyle032 February 21st, 2009, 02:02 PM Zumal das Leineschloss dann meines Erachtens noch viel unsymmetrischer wird. Der Portikus müsste eigentlich das Zentrum des Baus bilden.. bei einem Abriss des alten Plenarsaals wäre er auf einmal der Abschluss auf der linken Seite (von der Altstadt aus gesehen).
Ich finde den jetzigen Landtagsbau auch nicht so prickelnd; er wird zudem marode sein. Aber kann man nicht erstmal die Kreativität einiger Architekten abwarten? So ganz habe ich meinen Glauben in sie schließlich noch nicht verloren.
gstolze February 21st, 2009, 06:36 PM Ich glaube hier wird etwas missverstanden. Soweit ich die Konzeptpläne interpretiere, wird der neue Bau auch direkt an den Portikus anschließen.
In der Leinstraße wird es also nicht viel anders werden, nur hoffentlich eine bessere Architektur. An der Flusseite ist es meiner Ansicht nach gar nicht schlimm, wenn neben dem alten Schloss der Hof beginnt und das neue Gebäude etwas abgerückt ist.
devilsadvocate February 21st, 2009, 07:37 PM WElche Konzeptpläne?
Ich dachte, dass "Hof und Saal" nun ausschlaggebend sein wird und dieser Entwurf nun mal eben nicht an den alten Landtag anschließt.
gstolze February 21st, 2009, 08:08 PM WElche Konzeptpläne?
Ich dachte, dass "Hof und Saal" nun ausschlaggebend sein wird und dieser Entwurf nun mal eben nicht an den alten Landtag anschließt.
Das genau habe ich eben anders wahrgenommen. Beim Konzept Hof und Saal wird der Bau an der Leinstraße durchaus an den Portikus anschließen. Die Grafiken Täuschen da ein wenig.
Mir wäre es am liebsten, wenn entlang der Leinstraße der von Laves geplante Flügel errichtet wird, dahinter zum Fluss kann dann durchaus ein moderner Anbau kommen. Das würde sich mit der Hofsituation ganz gut machen und die Front an der Leinstraße wäre endlich komplett.
devilsadvocate February 21st, 2009, 09:04 PM Also einen direkten Anschluss kann ich hier nicht erkennen.
Ich fürchte aber, dass der Neubau so überhaupt nicht stilmäßig an den altbau anschließen wird.
Es wird ein gläserner hässlicher Kasten werden wie in Kiel, der vom Landtag groß gefiert wird mit den Worten "Gläserner Landtag, für alle Bürger offen".
Ich meine, dass die Altstadt vor solch einem Unfug geschützt werden muss. Noch mehr Moderne sollte sich die Stadt in diesem Quartier nicht leisten.
Hier sollte man Wert auf Reko's legen, oder aber auf alt getrimmte Neubauten (Laves Verlängerung des Landtags)
erbse February 21st, 2009, 09:08 PM Genau. Und da wir in Deutschland ideologisch noch nicht so weit sind, ist die einzige Option:
Erhalt des derzeitigen Plenarsaales! Ihr solltet das zu eurer Aufgabe für euren Verein machen, auch, um vielleicht den einen oder anderen Politiker, Architekten/Modernisten auf eure Seite zu kriegen. Das kann später sehr von Vorteil sein!
devilsadvocate February 21st, 2009, 11:27 PM Ja, ich weiß, aber beim besten Willen kann ich mich auch nicht mit dem jetzigen hässlichen Kasten anfreunden aber Du wirst recht haben, dass am Ende wieder die "moderne Lösung" kommt, wohlgemekrt in der ALTSTADT, und der neubau würde die Situation nur verschlimmbessern.
Schnitzelesser February 21st, 2009, 11:41 PM Also einen direkten Anschluss kann ich hier nicht erkennen.
Den soll es aber in der Leinstr. geben, sonst wäre es ja kein abgeschlossener, lediglich zur Wasserseite offener, Hof. Den Abschluss bildet aber kein Gebäude, sondern lediglich eine Mauer m.E.
gstolze February 22nd, 2009, 09:03 AM Auf der Website des Landtages kann man es ganu erkennen. Dort werden bei der Vorstellungder beschlossenen VAriante die verschiedenen Ebenen des Anbaus gezeigt. Es gibt einen Anschluss direkt an das alte Gebäude.
Das bedeutet nicht, dass ich ein Fan des Projekts bin. Irgendwie kommt man vom Regen in die Traufe. Mal abwarten, vielleicht hat ja einer der am Wettbewerb teilnehmenden Architekten einen genialen Einfall, der eine gute Lösung für das Schloss und für die Flusswasserkunst ermöglicht.
devilsadvocate February 22nd, 2009, 12:10 PM Hier sind die Pläne für die einzig vernünftige Erweiterung, die seit 1670 in der Schublade liegen!!!!:
Nutr so sieht ein SChloss aus und nicht anders, auch nicht mit einem modernen Anbau und einer Alt-Fassade. Haben die Entscheider überhaupt gar keinen Sinn mehr für Ästhetik?
Wenn ich könnte würde ich gerne bei dem ARchitektenwettbewerb mitmachen und einfach die Umbauskizze von Laves vorlegen.
Die Menschen von Hannover würden sicherlich für diesen Umbau stimmen!
http://img23.imageshack.us/img23/8563/30069196.jpg
Hier die "aktuellen" Pläne: Also hätten wir mit dem Sockelgeschoss doch keinen "Hof" mehr?
http://img12.imageshack.us/img12/2720/90698920.jpg
Schnitzelesser February 22nd, 2009, 04:26 PM Nein, der Hof war von Anfang an im 1. OG geplant. Sockel- und Kellergeschoss sind mit Parkplätzen belegt im Hofbereich. Somit ist direkt neben dem Porticus eine Gargeneinfahrt geplant. Das kann nur und wird völlig bescheuert aussehen.
jp80 February 22nd, 2009, 05:01 PM Wenn ich könnte würde ich gerne bei dem ARchitektenwettbewerb mitmachen und einfach die Umbauskizze von Laves vorlegen.
Die Menschen von Hannover würden sicherlich für diesen Umbau stimmen!
Ich nicht!
Hier die "aktuellen" Pläne: Also hätten wir mit dem Sockelgeschoss doch keinen "Hof" mehr?
http://img12.imageshack.us/img12/2720/90698920.jpg
Das wird ja immer schlimmer! Mir war bislang nur die Abbildung der Plenarsaalebene bekannt (allerdings ohne den Anschluß ans Leineschloß). Je nach Höhe des Sockelgeschosses sollen "Saal und Hof" also erst im ersten oder zweiten OG Platz finden. Ebenerdig eine Parkgarage, Küche und Technik. Klingt doch recht ansprechend als Eingangstor für die Altstadt. Seid mal ehrlich: Da kann die FWK im Vergleich wirklich nicht mithalten! Und man muß auch berücksichtigen: Parkhäuser sind im Augenblick wieder schwer im Kommen und werten die Innenstadt stark auf. Wirklich toll, was sich die Bauherren von ECE und dem Rosenquartier da haben einfallen lassen. Da ist es nur verständlich, daß der Herr Landtagspräsident hier auf diesen erfolgversprechenden Zug aufzuspringen versucht. Daß hierfür ein Baudenkmal weichen soll, ist vor dem Hintergrund eines derart zukunftsweisendes Konzept dann wirklich zu verkraften.
Eine Frage habe ich dann aber dennoch: Wenn der Plenarsaal nicht ebenerdig liegt, wie sollen die Bürger dann ihre Volksvertreter auf der "Hofebene" von außen beobachten können? Mein Vorschlag: Vielleicht könnte man noch einen kleinen gläsernen Ausichtsturm (anstelle der FWK für die ja dann kein Platz mehr ist) errichten.
(Ironie-Modus aus.)
Lefthandy February 22nd, 2009, 09:59 PM Garageneinfahrt neben dem Portikus. Das kann alles nur ein Witz sein.
Dann sollte man so konsequent sein und das Schloss abreissen. Anschließend das technische Rathaus aus Frankfurt dort abtragen und in Hannover anstelle des Schlosses wieder aufbauen. Aber das alles auf einem fensterlosen Sockelgeschoss in dem die Garage untergebracht ist.
telemaxx February 22nd, 2009, 10:37 PM Das Sockelgeschoss ist echt unmöglich!
Ich wäre auch für eine Komplettierung des Leineschloss nach historischem Vorbild.
Alles andere passt vermutlich als Anbau nicht an das Schloss.
Moderne Architektur ist meist nicht von der Qualität, die historische Altbauten fast immer aufweisen.
telemaxx February 22nd, 2009, 11:34 PM Das ist die geplante Umgestaltung von Laves:
Vollendet, komplett, genial.
Ich glaube, die Baumeister und Architekten damals hatten sehr viel mehr Gespür für Ästhetik, aber auch die Umgebung, in der das Gebäude gebaut werden sollte.
Diese doppelte Symmetrie gefällt mir sehr gut (einmal vom Waterlooplatz, einmal von der Leinstraße aus).
http://www.landtag-niedersachsen.de/infothek/baugeschichte/bilder_original/19_jahrhundert/19JH_B5.JPG
Quelle: http://www.landtag-niedersachsen.de/Landtagsarbeit/01_geschichte_parlament/geschichte_parlament_start.htm
Dunkler gezeichnete Mauern sind m.E. Mauern, die damals beim Umbau stehen bleiben konnten, hellere Mauern sollte wohl neu gebaut werden.
devilsadvocate February 22nd, 2009, 11:55 PM -- Beitrag zur Beständigkeit & Qualität von Neubauten im Gegensatz zu Altbauten wurde in diesen Thread (http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=752450&page=14) verschoben --
Squig February 24th, 2009, 08:07 PM Ich hab auch mal eine Email an die Abgeordnete meines Wahlkreises geschickt. Ich verspreche mir da zwar nicht viel von, aber manche Dinge können nicht ungesagt bleiben.
Noch keine Antwort, trotz Bitte darum.
Langsam verstehe ich, wieso jemand für die Freien Wähler stimmt.
burndown1977 February 28th, 2009, 12:07 PM ich finde die pläne zum landtagsumbau toll - eine wesentliche verbesserung der jetzigen situation! für die FWK dürfte auch noch genügend platz sein..... ob man diese direkt vorm plenarsaal haben möchte ist eine andere frage ... ich finde, dass man aktuelle architektur nicht vorab verurteilen sollte, bevor diese überhaupt umgesetzt ist. klar wäre ein klassizistischer anbau die optisch ansprechendste lösung, aber die heutigen architekten bekommen auch schon etwas ordentliches hin!
Lefthandy February 28th, 2009, 02:50 PM ^^ Woher auf einmal dieser Optimismus :? Du scheinst haute ja mit dem richtgen Bein aufgestanden zu sein (Statement zur Landesbibl. + Landtag) :)
Leine1977 March 1st, 2009, 08:36 PM Der Landtag wird eine Kopie vom Kieler Landtag werden. Das hat Dinkla bereits bekundet. Überhaupt wurde der Kieler Landtag ja in höchsten Tönen gelobt.
Ohne die FWK wäre trotz der Langeweile ein Umbau begrüßenswert. Der bisherige Plenarsaal ist in den Köpfen der Bevölkerung eh nicht bekannt. Kein Bürger spricht sich bislang für ihn aus - alle meckern nur wegen dem Geld.
erbse March 1st, 2009, 08:43 PM Ich sag es noch mal: Alles andere als der Erhalt des Landtages in seiner momentanen Form wäre bei der derzeitigen politischen Lage mehr als schädlich für die Stadt und euer Vorhaben vom Wiederaufbau der Flusswasserkunst!
Das muss euch bewusst sein! Hier wird definitiv nichts in eurem Sinne entstehen. Viel mehr wird man versuchen, gegen euch zu spielen und den "GeschichtsRevisionismus" in Form der Wasserkunst zu verhindern :mad: - Und außerdem noch Steuergelder für einen weiteren banalen, ach so "demokratischen" Bau a la Kieler Landtag (http://de.wikipedia.org/wiki/Landtag_Schleswig-Holstein) verschwenden und damit das Leineschloss verhunzen..
Lasst es nicht so weit kommen!
burndown1977 March 2nd, 2009, 09:35 AM Ich sag es noch mal: Alles andere als der Erhalt des Landtages in seiner momentanen Form wäre bei der derzeitigen politischen Lage mehr als schädlich für die Stadt und euer Vorhaben vom Wiederaufbau der Flusswasserkunst!
Das muss euch bewusst sein! Hier wird definitiv nichts in eurem Sinne entstehen. Viel mehr wird man versuchen, gegen euch zu spielen und den "GeschichtsRevisionismus" in Form der Wasserkunst zu verhindern :mad: - Und außerdem noch Steuergelder für einen weiteren banalen, ach so "demokratischen" Bau a la Kieler Landtag (http://de.wikipedia.org/wiki/Landtag_Schleswig-Holstein) verschwenden und damit das Leineschloss verhunzen..
Lasst es nicht so weit kommen!
^^ sehe ich nicht so! der plenarsaal ist (meiner ansicht nach!) kein architektonisches wahrzeichen hannovers. gehe wirklich fest davon aus, dass heutige architekten es besser hinbekommen .... ein weiteres wahrzeichen wie die nord/lb wäre super - aber das trauen sich die abgeordneten wohl nicht! habe die planungen mal georeferenziert und abgeglichen inwieweit der bauplatz der FWK beeinträchtigt würde - nach derzeitigem stand dürfte der platz ausreichen! .... wäre mit sicherheit ein schönes ensemble, wenn sich der turm der FWK im verglasten plenarsaal spiegelt :)
die einzige auswirkung des protestes wird wahrscheinlich sein, dass die abgeordneten den kleinstmöglichen, unspektakulärsten und billigsten entwurf bevorzugen - so wird sich hannover wieder auf der provinziellen ebene verzetteln .... ein gefundenes fressen für hannover-kritiker, dass hier große entwürfe nicht machbar sind :(
@lefthandy: ich lehne ja nicht pauschal bestimmte architektur-epochen ab - ganz im gegenteil: jede zeit hat bemerkenswerte bauten hervorgebracht - mich nervt nur die ständige schönrederei des wiederaufbaus von hannover!
jp80 March 2nd, 2009, 09:12 PM @ burndown
Ich bin mir nicht sicher, ob Du erbses Argumentation verstanden hast:
1) Ein Neubau auf der Grundlage der aktuellen Vorgaben, wird einen Wiederaufbau der FWK unmöglich machen. Mir ist nicht klar, wie Du diesbezüglich zu einem anderen Ergebnis kommst kannst.
2) Du magst den aktuellen Plenarsaal-Anbau nicht - das respektiere ich. Aber woher nimmst Du die Gewissheit, daß der Neubau höhere städtebauliche Ansprüche erfüllen kann. Wenn ich mir so ansehe, was in den letzten 5 Jahren so in Hannover gebaut wurde, graust es mir ziemlich. (insbesondere nachdem wir ja hier neulich die Pläne für den Landtag neu "interpretiert" haben: Fürs EG sind eine Parkgarage und technische Einrichtungen vorgesehen)
Außerdem: Die angepeilten 45 Mio sind zwar für Steuergelder 'ne ganze Stange Geld (die man nicht leichtfertig und vor allem ohne öffentliche Diskussion zum Fenster rauswerfen sollte), einen wirklich hochwertigen und repräsentativen Bau wirst Du für diese Summe aber wohl kaum bekommen. Da müßte wahrscheinlich eher das doppelte investiert werden.
burndown1977 March 3rd, 2009, 11:01 AM im planungswesen hat man so seine möglichkeiten, pläne lokal zu verorten und übereinander zu legen - dann sieht man am monitor, dass der platz ausreichen dürfte (nach aktuellem stand).
die gewissheit nehme ich daraus, dass m.E. die letzten grossbauten in hannover sehr ansprechend waren und sind (nord/lb, torhaus am aegi, gehry-tower, versicherungen etc.) ... nun ja, wenn man diese architektur nicht mag, ist es sicherlich schwierig nachzuvollziehen.
sage schon die ganze zeit, dass 45 mio. zu wenig sind ... sorry, aber das gejammer über den armen steuerzahler kann ich nicht mehr hören - ich zahle gerne steuern und bin froh in so einem gut organisierten land zu leben.
jp80 March 3rd, 2009, 05:40 PM Zum Geld:
Aber wenn Du selber sagst, daß 45 Mio. für Deine (oder unsere) Ansprüche viel zu wenig sind, was denkst Du dann wird am Ende bei diesem Projekt herauskommen? Angesichts der Kritik von allen Seiten, wird man von Seiten des Landtags sicher nicht so blöd sein und die Kosten weiter in die Höhe treiben. Sollte man unter den Umständen nicht den Landtag Landtag sein lassen und sich anderen, wichtigeren und weniger kritikanfälligen Projekten zuwenden?
Zum Platz:
Ist nicht hier im Forum neulich mal das genaue Gegenteil nachgewiesen worden? Nämlich daß der Plan des neuen Landtags in den Grundriss der alten FWK hineinragt?
Zur Architektur:
Nord/LB ist absolut spitze, so auch der Gehry Tower. Das Torhaus am Aegi ist ok (da hatte ich mir allerdings doch ein bißchen mehr erhofft). ECE ist eine mehr oder weniger große Katastrophe geworden, das Erdmann-Nachfolgergebäude sieht schon im Entwurf zum Davonlaufen langweilig aus - in der Realitität wirds dann wahrscheinlich noch schlimmer sein. Einen erneuten Kommentar zum KC erspare ich mir.
Ich brauche glaube ich nicht zu betonen, daß ich ein großer Fan moderner Architektur bin (und Rekonstruktionen eigentlich aus Prinzip ablehne - bei der FWK hab ich da meine Meinung ja inzwischen geändert). Aber das was da in den letzten Jahren (nach 2000) z.T. in Hannover hochgezogen wurde, ist wirklich eine Schande. Ich teile Deinen Optimismus, was eine neue Landtagsarchitketur betrifft überhaupt nicht. Ich bin mir im Gegenteil sicher, daß es eine städtebauliche Verschlechterung der aktuellen Situation sein wird (sofern man an den geplanten Vorgaben festhält).
Leine1977 March 4th, 2009, 01:22 AM Können wir uns dann nicht so einigen: der Landtag wird lediglich saniert und von der Ersparnis bezahlt das Land die FWK? Eigentlich wären wir doch dann alle glücklich.:)
Schnitzelesser March 4th, 2009, 11:35 AM Welche Ersparnis? Die Sanierung soll doch nicht wesentlich günstiger sein als der Neubau.
Mich würde mal interessieren, wie viele hier nicht doch für einen Neubau in der angedachten Form wären, würde es das FWK-Projekt gar nicht geben. Immerhin könnte man die Argumentation der KC-Umbaubefürworter auch hier gelten lassen: Alles ist besser als der Status Quo.
Lefthandy March 4th, 2009, 12:36 PM Stimmt scho. Würde der Neubau die FWK nicht gefährden, würde ich dem eher gelassen entgegen sehen. Das Sockelgeschoss sorgt aber auch dafür, dass ich den Neubau nicht so ohne weiteres für besser als den Status Quo erachte. Also schlechter als beim KC. Wäre mir aber relativ egal, weil ich am alten Landtag nix wirklich vermissen würde.
Leine1977 March 5th, 2009, 12:40 AM @Schnitzel: Gäbe es keine FWK, wäre ich für Abriss. Ein Paradoxon.:)
Dies deckt sich mit meiner Behauptung - welche auch die HAZ noch nicht kapiert hat - dass alle gegen einen Neubau sind, aber sich kein Mensch für den jetzigen Plenarsaal ausspricht. Man wettert lediglich gegen die Neubaukosten. Im Prinzip spricht sich nur die Architekturelite für einen Erhalt aus.
Morgen in der HAZ: die Never-ending-Story.
http://img12.imageshack.us/img12/3654/imgz.jpg (http://img12.imageshack.us/my.php?image=imgz.jpg)
ju6 March 8th, 2009, 10:51 PM Hallo,
ich habe diese Seite schon oft besucht und sie sehr informativ gefunden. Aber was da gestern im Landtag los war, das muss ich einfach loswerden:
Ich habe mit etwa 10 MdL gesprochen (alle FDP,CDU oder SPD). Die Sache ist entschieden:
Ganz so wie wir das vermutet hatten: "Das Gebäude ist marode und muss deshalb weg" aber nicht nur deshalb: "Kiel, in Erfurt und so hat man richtig gute Landtage, Niedersachsen soll sich repräsentieren und nicht verstecken, wie man das mit dem Oesterlenbau tun würde".
Denkmalsschutz? spielte keine Rolle: "sehen Sie doch das Gebäue ist marode und schützeswert ist es nicht".
Einzig und allein nachdenklich wurden unsere Volksvertreter dann, wenn ich Ihnen die vielen vom Denkmalsschutz gegängelten Bürger vorhielt, die sich gestzeskonform verhalten müssen. Standardantwort: "Das ist nicht unsere Sache, das ist die Angelegenheit der unteren Denkmalsschutzbehörde und was die hier in Hannover machen ist Blödsinn".
Einziger Lichtblick sind die Grünen: Sie haben eine Unterschriftensammlung gemacht.
Die HAZ hat etwas spekulärer und gleich sichtbar rote (für Ablehnung) und gelbe (für Zustimmung zum Abriß) in einen durchsichtigen Kasten werfen lassen. Der war natürlich komplett rot.
Der Bürger mißtraut eben der Politikerkaste, die auch von anderen Bürgern ganz schön ganz schön in die Klemme genommen wurde - ich hatte ganz das Gefühl, als wenn es kaum ein anderes Thema gab - aber vielleicht war das nur mein Eindruck: außer bei den recihlich vorhandenen Berufspolitikern.
Euer Jürgen
gstolze March 9th, 2009, 12:00 AM Ich war auch auf dem Tag der offenen Tür und habe die Diskussion om Plenasaal angehört. Grausig, was da teilweise für Stammtischargumente rüberkamen. Auf einmal war jeder ein Fachmann, nur die Politiker waren natürlich blöd.
Wir haben nun mal eine parlamentarische Demokratie mit gewählten Volksvertretern. Die machen Entscheidungen für das Volk, und sind nur Ihrem Gewissen unterworfen. Es ist nicht vorgesehen, dass das Volk den Politikern je nach Gutdünken vorschreibt, was sie zu machen haben...
Bezüglich des Denkmalschutzes möchte ich nochmals anmerken, dass das Gesetz ausdrücklich Wege auch vorsieht, wie ein Gebäude aus dem Denkmalschutz genommen werden kann. Ich finde nicht die Politiker arrogant, die den Denkmalschutz in diesem Fall übergehen, sondern eher die Denkmalschützer in Hannover, die sich scheinbar in einem Elfenbeinturm aufhalten und deren Entscheidungen oftmals nicht mehr nachzuvollziehen sind.
Dass die meisten Leute gegen einen Neubau sind, wundert mich nicht. Das ist halt die typische "Ich bin gegen Alles Haltung", die in Hannover ja seit jeher recht ausgeprägt ist.
Squig March 9th, 2009, 12:24 AM Hab übrigends keine antwort auf meine Email zu diesem Thema bekommen. Bei mir verstärkt sich das Gefühl, dass in unserer Gesellschaft Politiker als eine Art Kaste entwickeln, die nicht viel mit dem Volk gemein hat (Diästenerhöhung, Landtag...). Ich kann nachvollziehen, wieso in bayern die FW gewählt wurden.
gstolze March 9th, 2009, 08:57 AM Ich sehe das nicht so. Über Politiker zu meckern ist immer sehr einfach. Politikverdrossenheit hat ihre Ursprünge meiner Meinung nach schon in der schulischen Bildung, da die Leute scheinbar unsere Form der Demokratie nicht mehr richtig verstehen.
Bei der Diskussion zum Landtag haben sachliche Argumente kaum eine Rolle gespielt. Auch die Umfrage bei HAZ ist total daneben. Die Leute haben gar keine Ahnung, über die baulichen Verhältnisse des Gebäudes, den Zustand der Substanz, der riesigen Summen, die die ständige Instandhaltung verschlingt und die Energie, die verpulvert wird. Aber ohne diese Informationen ist eine Abstimmung doch nur Polemik.
burndown1977 March 9th, 2009, 09:31 AM ^^ ich kann gstolze nur zustimmen: das meiste, was zurzeit verbreitet wird ist billigster populismus! .... mich wundert auch, weshalb die HAZ ausschließlich abrissgegner zu wort kommen lässt ?! billigste stimmungsmache gegen unsere ach so schlimmen volksvertreter - bissel unfair, aber bei dieser diskussion ticken die leute eh nicht mehr ganz sauber! ... über hannover können sich andere städte nur noch lustig machen - da wird wenigstens geklotzt und nicht nur diskutiert!
Leine1977 March 9th, 2009, 10:28 AM Auch ich stimme gstolze und burndown zu!
Die Diskussion wird zunehmend problematisch. Schlimm finde ich zudem, dass die Hannoversche Allegmeine Zeitung die neutrale Berichterstattung verlässt und klar für die Stammtischparolen "Erhalt des Saals" ausspricht. Der Bericht in der Zeitung beweist es, es werden nur Abrissgegner interviewt.
Dabei weiß die Masse der Bürger gar nicht worum es geht. Im Artikel steht auch, dass viele Bürger denken, das gesamte Schloss soll abgerissen werden. Ich muss hier noch einmal betonen, dass der Oesterlen-Bau in der Bevölkerung keinerlei Beachtung genießt. Insofern stimme auch Jüttner (SPD) zu, der das Argument Schulen statt Landtag nicht gelten läßt.
Squig March 9th, 2009, 10:39 AM Zugegeben, ev. kriege ich von dem populismus zZ nichts mit, im prinzip bin ich nur durchs Forum informiert... dennoch könnten einem abgeordnete doch mal antworten...?
Leine1977 March 9th, 2009, 10:48 AM Das sind die heute veröffentlichen Meinungen. Immer wieder das Argument "lieber Geld für Schulen". Mit diesem dämlichen Argument kann man alles totreden. Und ich versteh einfach nicht, warum die HAZ sich - wie beim Schloßaufbau - nicht zu einer neutralen Position durchringen kann.
http://img27.imageshack.us/img27/2517/img1g.jpg (http://img27.imageshack.us/my.php?image=img1g.jpg)
erbse March 9th, 2009, 11:24 AM Worüber mokiert ihr euch nun eigentlich so? Der Erhalt des Landtages ist das einzig vernünftige derzeit, das müsst ihr euch doch eingestehen. Umso besser, wenn auch die Presse diesen Standpunkt vertritt.
(S. auch meine vorigen Beiträge, weiter oben z.B.)
Leine1977 March 9th, 2009, 11:33 AM ^
Um mal in deiner Sprache zu sprechen: Mal angenommen, ein bedeutender Architekt der DDR hat einen "Lampenladen" auf den Ruinen eines Schlosses errichtet, der genausogut in einem Gewerbegebiet in Bottop stehen könnte.
Nicht anders ist es in Hannover.
Wennich mich recht entsinne, warst Du auch nicht gerade ein Freund von Plattenbauten und Erichs Lampenladen. Stimmts?
Squig March 9th, 2009, 11:37 AM Ja, der Oestterlen Bau ist ein kasten. In seiner Art aber dennoch eher einzigartig in Hannover, nicht zu vergleichen mit der Einheitsarchitektur von Lidl zB. Finde es aber etwas bedenklich, dass die HAZ die andere Seite anscheinend gar nicht zu Wort kommen lässt. Ein 'ich finde das Gebäude schön' ist als Argument aber durchaus zulässig. 'Geld in Schulen stecken' ist quatsch, da eine Sanierung des Landtages auch vernünfitg gemacht werden müsste.
erbse March 9th, 2009, 11:41 AM Leine: Äpfel & Birnen. Soweit ich mich erinnern kann, stimmtest du doch mit meinem (http://www.skyscrapercity.com/showpost.php?p=33010614&postcount=104) Standpunkt (http://www.skyscrapercity.com/showpost.php?p=32646860&postcount=89) durchaus überein, nicht?
Es geht darum, dass ein Abriss des derzeitigen Landtages den Wiederaufbau der Flusswasserkunst akut gefährden wird. Da bin ich mir geradezu todsicher.
Es wird dann heißen: "Ach, jetzt haben wir unseren tollen neuen, ultramodernen Landtagsbau. Was soll denn da noch die Flusswasserkunst nebenan? Die würde unserem schönen Landtag ja die Schau stehlen! Und überhaupt, das würde ja gar nicht zusammenpassen. Blablub..."
Könnte natürlich auch noch viel krasser formuliert werden. Eine Sanierung des Oesterlen-Baus sollte das Maximum sein. Die Basis ist ja so übel gar nicht, da kann man sicher etwas sehenswertes draus machen - oder eben die Leineschloss-Erweiterung von Laves drum herum konstruieren bzw. einfach Abriss und Verwirklichung der Laves-Pläne.
Leine1977 March 9th, 2009, 11:49 AM ^
Aus dieser Sicht gebe ich Dir recht. Ich habe hier mit der Prämisse argumentiert, es gäbe keine FWK. Mich stört nur grundsätzlich der Diskussionsstil, der auch beim Wiederaufbau des Schlosses zu beobachten war (Herrenhausen).
Die beste Lösung bleibt wie Du es sagst: Abriss des Oesterlen-Baus, vollständige Wiederherstellung des Schlosses gem. Laves-Konzeption und Wiederaufbau der FWK!:)
gstolze March 9th, 2009, 02:06 PM Ich plädiere für ein ganzheitiches Konzept, das mittelfristig die Neuentwicklung des Bereiches Altstadt/Leineinsel einläutet und dennoch auch Anhänger der Moderne zufriedenstellen kann:
-Abriss des Plenarsaals
-Neubau eines Flügels an der Leinstraße, der dem historischen Westflügel von Laves entspricht
-An der Rückseites des Flügels ein Neubau, nach dem Konzept Saal und Hof, allerdings irgendwie halbkreisförmig oder ähnlich in Richtung Leine und Hof
-Wiederaufbau der Flusswasserkunst
-Parkähnliche Gestaltung des entstehenden Freiraumes zwischen Leine, Wasserkunst und Landtag unter Wiederverwendung des Denkmals der Göttinger Sieben
jp80 March 9th, 2009, 04:07 PM Ich finde es schon ganz schön anmaßend von Euch, zu behaupten, die HAZ würde hier Partei ergreifen und nur die Abrißgegner zu Wort kommen lassen, weil ihr der irrsinnigen Meinung erlegen seid, diese Gruppe dürfte doch eigentlich nur eine Minderheit der Bevölkerung darstellen. Offensichtlich liegt Ihr hier grundlegend falsch! Die überwältigend große Mehrheit der Bevölkerung lehnt ganz offensichtlich die Pläne für einen Neubau ab. Das beweist, die Tatsache, das nicht einmal ein einziger Befragter sich dafür ausgesprochen hat, was für mich darauf hindeute, daß die HAZ nicht eine einzige Person getroffen hat, die diese Meinung vertrat. Ansonsten wäre die entsprechende Äußerung garantiert auch abgedruckt worden, um sich eben nicht dem Vorwurf der Parteilichkeit auszusetzen.
Tatsache ist, daß die Meinungen hier im Forum in den seltensten Fällen die breite Masse der Bevölkerung repräsentieren werden - egal um welches Thema es geht.
Und übrigens: Ich habe niemanden protestieren gehört, als die HAZ in den letzten Wochen immer wieder sehr wohlwollende Artikel bezüglich der FWK veröffentlich hat. Mal drüber nachdenken!
lifestyle032 March 9th, 2009, 04:27 PM Da muss ich dir recht geben jp.
Es ist wohl so, dass in diesem Forum sehr viele emotionale Menschen angemeldet sind - ganz entgegen dem allgemein bekannten Trend, die Hannoveraner wäre unterkühlt. ;)
So manches mal muss ich mich auch zügeln, hier nicht aus Emotionen heraus zu posten (was ich zugegebenermaßen auch nicht immer geschafft habe). Eine gewisse Sachlichkeit gehört schließlich dazu.
Ihr werdet sicherlich bemerkt haben, dass ich zum Thema Landtag relativ wenige Beiträge verfasst habe; und zwar aus dem Grund, dass ich hin und hergerissen bin. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich für oder gegen einen Abriss plädieren soll. Auf beiden Seiten gibt es relativ gute Argumente (zumal man immer den Wiederaufbau der FWK im Hinterkopf hat) :nuts:
Bezüglich der FWK sollte es uns eigentlich erfreuen, dass so viele Leute für den Erhalt des jetzigen Landtags plädieren (wenn man das "Platzargument" betrachtet).
Dies alles soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich gstolzes Vorschlag voll und ganz unterstützen würde (jetzt kommt wieder meine SSC-Hannover-Mentalität durch ;) )
Squig March 9th, 2009, 04:32 PM @ JP: Kann mir nicht vorstellen, dass niemand in der Bevölkerung für einen Neubau ist, bzw diese Meinung nicht vertritt (obwohl ich selber dagegen bin). Wie dem auch sei, dann hätte die HAZ ja noch einmal einen Politiker zitieren können auf der selben Site (ev. haben sies ja gemacht, krieg aus geografiscchen Begebenheiten keine HAZ ;-) )
Leine1977 March 9th, 2009, 04:52 PM Ich finde es schon ganz schön anmaßend von Euch, zu behaupten, die HAZ würde hier Partei ergreifen und nur die Abrißgegner zu Wort kommen lassen, weil ihr der irrsinnigen Meinung erlegen seid, diese Gruppe dürfte doch eigentlich nur eine Minderheit der Bevölkerung darstellen. Offensichtlich liegt Ihr hier grundlegend falsch! Die überwältigend große Mehrheit der Bevölkerung lehnt ganz offensichtlich die Pläne für einen Neubau ab. Das beweist, die Tatsache, das nicht einmal ein einziger Befragter sich dafür ausgesprochen hat, was für mich darauf hindeute, daß die HAZ nicht eine einzige Person getroffen hat, die diese Meinung vertrat. Ansonsten wäre die entsprechende Äußerung garantiert auch abgedruckt worden, um sich eben nicht dem Vorwurf der Parteilichkeit auszusetzen.
Tatsache ist, daß die Meinungen hier im Forum in den seltensten Fällen die breite Masse der Bevölkerung repräsentieren werden - egal um welches Thema es geht.
Und übrigens: Ich habe niemanden protestieren gehört, als die HAZ in den letzten Wochen immer wieder sehr wohlwollende Artikel bezüglich der FWK veröffentlich hat. Mal drüber nachdenken!
Äh, sorry, aber irgendwie hast Du mich - zum wiederholten Male - da falsch verstanden. Ich meine sehr wohl, dass die Masse für einen Erhalt ist. Ich freue mich genauso über wohlwollende Berichte zur FWK. Der Erhalt würde eine FWK sogar erst möglich machen. Das ist doch alles Konsens!
Ich verstehe Deine Kritik jetzt überhaupt nicht, jp. :nuts: Vielleicht Du mal darüber nachdenken?:)
Leine1977 March 9th, 2009, 04:55 PM Dies alles soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich gstolzes Vorschlag voll und ganz unterstützen würde (jetzt kommt wieder meine SSC-Hannover-Mentalität durch ;) )
Genau das ist der Punkt! Warum wird dann nicht mal über diesen Vorschlag nachgedacht? Die Mehrheit im SSC - das behaupte ich einmal arrogant - hätten wir!:)
telemaxx March 9th, 2009, 05:11 PM Dem Vorschlag von gstolze unterstütze ich voll und ganz!
Das wäre ausnahmsweise mal eine weitsichtige und der Umgebung entsprechende Planung.
Wenn zur Auswahl steht entweder den Plenarsaal zu erhalten oder den fehlenden Flügel des Leineschlosses mehr oder weniger frei nach historischem Vorbild bzw. Laves-Planung zu bauen, dann würde meine Entscheidung klar für den Abriss des Plenarsaals fallen.
Mich würde mal interessieren, wieviele Leute den Abriss und Neubau des Plenarsaals aus ästhetischen bzw. städtebaulichen Gründen ablehnen, weil ich dem jetzigen Bau nicht viel abgewinnen kann.
Der Plenarsaal von innen gefiel mir damals, als ich das einzige Mal drin war, auch nicht besonders.
Leine1977 March 9th, 2009, 05:28 PM Mich würde mal interessieren, wieviele Leute den Abriss und Neubau des Plenarsaals aus ästhetischen bzw. städtebaulichen Gründen ablehnen,
So eine Umfrage ist unmöglich. Zuvor muss man erst allen mal klar machen, dass das Schloss nicht von den Abrissplänen berührt wird. Laut HAZ-Artikel hat Masse Volk das ja noch nicht ganz verstanden.
jp80 March 9th, 2009, 07:51 PM Äh, sorry, aber irgendwie hast Du mich - zum wiederholten Male - da falsch verstanden. Ich meine sehr wohl, dass die Masse für einen Erhalt ist. Ich freue mich genauso über wohlwollende Berichte zur FWK. Der Erhalt würde eine FWK sogar erst möglich machen. Das ist doch alles Konsens!
Ich verstehe Deine Kritik jetzt überhaupt nicht, jp. :nuts: Vielleicht Du mal darüber nachdenken?:)
@ Leine: Also zuallererst: Mein Beitrag hatte sich gar nicht speziell an Dich gerichtet (sonst hätte ich das entsprechend vermerkt). Aber ich habe Deine Auffforderung zum Nachdenken und Nachlesen jetzt aufgegriffen und folgendes Zitat bei Dir gefunden. (Die entscheidenden Sätze habe ich fett markiert.)
Auch ich stimme gstolze und burndown zu!
Die Diskussion wird zunehmend problematisch. Schlimm finde ich zudem, dass die Hannoversche Allegmeine Zeitung die neutrale Berichterstattung verlässt und klar für die Stammtischparolen "Erhalt des Saals" ausspricht. Der Bericht in der Zeitung beweist es, es werden nur Abrissgegner interviewt.
Dabei weiß die Masse der Bürger gar nicht worum es geht. Im Artikel steht auch, dass viele Bürger denken, das gesamte Schloss soll abgerissen werden. Ich muss hier noch einmal betonen, dass der Oesterlen-Bau in der Bevölkerung keinerlei Beachtung genießt. Insofern stimme auch Jüttner (SPD) zu, der das Argument Schulen statt Landtag nicht gelten läßt.
Und nun erklär mir mal, wie ich diese Aussagen von Dir anders bewerten soll, als ich es in meinem Beitrag getan habe. Ich meine, Du unterstellst 1. der HAZ, sie würde "nur die Abrißgegner interviewen" und damit Partei ergreifen, sowie 2., der Landtagsbau würde keine (Be-)Achtung in der Bevölkerung genießen. Beides Punkte, die wahrscheinlich nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein könnten. Wenn der Artikel und die von der Grünen-Fraktion initiierte Umfrage eines zeigen, dann daß der Landtagsbau (jawohl auch der Anbau) sehr wohl (Be-)Achtung findet. Und die kürzlich gemachte Unterstellung, die Abrißgegner würden nur aus finanziellen und nicht aus ästhetischen Gründen gegen das Projekt protestieren, erscheint mir nach den Aussagen der HAZ-Befragten auch widerlegt. Nochmal kurz ein paar Auzüge der Interviews:
-"Äußerlich finde ich den Landtag total in Ordnung - alles ist stimmig" (eine Aussage, die ich so unterschreiben kann)
-"Die Architektur und die gerundeten Holzwände gefallen mir."
-"Das Aussehen des Landtages gefällt mir"
-"Der Bau ist keinesfalls häßlich sondern mit dem Platz davor sehr schön"
-"[Der Landtag] ist eigentlich ganz schön."
Und jetzt argumentiert bitte nicht damit, daß diese Leute in Wirklichkeit nur das Leineschloß meinen und gegen dessen Abriß protestieren. So blöd ist der gemeine Bürger - und insbesondere derjenige, der sich zum Tag der Offenen Tür des Landtages begibt - nun wirklich nicht
@ JP: Kann mir nicht vorstellen, dass niemand in der Bevölkerung für einen Neubau ist, bzw diese Meinung nicht vertritt (obwohl ich selber dagegen bin). Wie dem auch sei, dann hätte die HAZ ja noch einmal einen Politiker zitieren können auf der selben Site (ev. haben sies ja gemacht, krieg aus geografiscchen Begebenheiten keine HAZ ;-) )
Nein, das habe ich auch nicht geschrieben. Sicherlich gibt es Befürworter. Aber offensichtlich ist ihre Zahl verschwindend gering, sodaß es der HAZ nicht mal gelungen ist, einen einzigen von ihnen beim Tag der Offenen Tür "einzufangen". So gesehen wäre ein Politiker-Statement an der gleichen Stelle auch nicht angebracht gewesen. Ich meine, die Argumentation der Abgeodneten ist doch in den letzten Wochen ausreichend von der Presse kolportiert worden und hinreichend bekannt.
Squig March 9th, 2009, 08:42 PM Nicht an der selben Stelle. Sondern auf der selben Seite. Haben sie doch bei der Vorstellung der FWK auch gemacht.
Ich mag das als Geschichtsstudent etwas penetrant sehen, aber zu sowas gehört meiner meinung auch eine kurze zusammenfassung der gegenargumente. So nach dem Motto 'wie letzte Woche berichtet', nicht im Detail 1 zu 1, aber Menschen haben halt oft kurze Gedächtnisse, und schmeißen tageszeitungen nach 2 tagen weg.
Ansonsten stimme ich dir zu. Die Aussagen in der HAZ sind sachlich, subjektiv, und anscheinend ehrlich. Über Geschmack lässt sich hervorragend streiten, zu nem Ergebniss kommt man da wohl nur durch demokratische Prozesse. Der halt irgendwie nicht so stattfindet, wie viele sich das wünschen würden.
Leine1977 March 9th, 2009, 08:42 PM Also ich schreibe zugegeben bisweilen auch etwas von Emotionen getrieben. Grundsätzlich haben wir beide oftmals konträre Punkte, was ich aber durchaus spannend und interessant finde - also völlig ok.
Was ich mit dem - zugegeben arroganten - Argument "Ich muss hier noch einmal betonen, dass der Oesterlen-Bau in der Bevölkerung keinerlei Beachtung genießt." sagen will, ist: dem Plenarsaal wird mehr Bedeutung zugeschrieben, als er eigentlich hat. Es geht oft unter, dass viele eigentlich um des Baus willens für den Erhalt sind, sondern einfach, wegen dem Geld.
Vielleicht habe ich auch übertrieben. Das Thema ist mir eigentlich (bis auf die FWK-Auswirkung) nicht so wichtig wie andere Projekte. Vielleicht hätte ich mir eigentlich nur gewünscht, dass man in der Debatte auch mal dieses blöde Totschlag-Argument mit den Schulen entkräftet. Denn dieses bleibt auch beim Schloss Herrenhausen und wird bei der FWK eine Rolle spielen.
burndown1977 March 9th, 2009, 09:28 PM da scheint einer aber ziemlich persönlich angegriffen zu sein ... kann halt nicht jeder eine liebschaft mit dem alten plenarsaal aufbauen :lol: manchmal reagiere ich ja auch etwas über (danke lifestyle für deine anmerkungen :lol:)
ich finde, dass leine völlig den punkt getroffen hat: den meisten leuten geht es gar nicht um architektur oder städtebau, sondern ihre einstellung wird gänzlich durch die kosten-debatte bestimmt .... wenn man wirklich mal eine reine umfrage über die bauästhetik machen würde, so wären mit sicherheit über 90 % gegen diesen bau.
tja, niedersachsen ist halt niedersachsen - das war immer provinz und wird auch immer provinz bleiben. ........ muss ja auch nicht immer schlecht sein!
jp80 March 9th, 2009, 09:35 PM Also ich schreibe zugegeben bisweilen auch etwas von Emotionen getrieben. Grundsätzlich haben wir beide oftmals konträre Punkte, was ich aber durchaus spannend und interessant finde - also völlig ok.
Es sei Dir dieses Mal verziehen ;) Grundsätzlich finde ich übrigens, daß Du meist recht gut und sachlich argumentierst (bis auf heute). Und ich glaube, so vollkommen konträr sind unsere Ansichten gar nicht immer.
Was ich mit dem - zugegeben arroganten - Argument "Ich muss hier noch einmal betonen, dass der Oesterlen-Bau in der Bevölkerung keinerlei Beachtung genießt." sagen will, ist: dem Plenarsaal wird mehr Bedeutung zugeschrieben, als er eigentlich hat. Es geht oft unter, dass viele eigentlich um des Baus willens für den Erhalt sind, sondern einfach, wegen dem Geld.
Also den Punkt hatte ich ja versucht zu widerlegen (was mir offensichtlich nicht gelungen ist). Als Ergänzung vielleicht nochmal meine Meinung: Ich finde den Anbau auch unter ästhetischen Gesichtpunkten absolut ok!!! Vielleicht nicht der ganz große Wurf, aber im Zusammenspiel mit dem Leineschloß in meinen Augen durchaus stimmig.
Vielleicht habe ich auch übertrieben. Das Thema ist mir eigentlich (bis auf die FWK-Auswirkung) nicht so wichtig wie andere Projekte. Vielleicht hätte ich mir eigentlich nur gewünscht, dass man in der Debatte auch mal dieses blöde Totschlag-Argument mit den Schulen entkräftet. Denn dieses bleibt auch beim Schloss Herrenhausen und wird bei der FWK eine Rolle spielen.
Du hattest doch neulich schon selbst dem Forum folgenden Kompromiß vorgeschlagen: Erhalt des Oesterlen-Baus plus Bau der Flußwasserkunst. Damit sollte doch jeder Leben können, oder? (Und wer das nicht kann, der hat die FWK nicht verdient....)
Übrigens: Beim Schloß Herrenhausen und der FWK ist die Situation ja eine andere, da dort erstens keine Baudenkmale abgerissen werden sollen und es zweitens nicht um die Verwendung von Steuergeldern geht.
gstolze March 9th, 2009, 09:45 PM Nur zur Vorsorge:
Falls sich jemand von mir auf den Schlips getreten fühlt, dann bitte ich um Entschuldigung. Beim Thema Schloss und Altstadt bin ich wohl auch ein wenig emotional.......
lifestyle032 March 9th, 2009, 09:48 PM Übrigens: Beim Schloß Herrenhausen und der FWK ist die Situation ja eine andere, [...] und es zweitens nicht um die Verwendung von Steuergeldern geht.
Dieser Aspekt ist ziemlich wichtig. Ich glaube allerdings, dass dies bei den Leuten manchmal nicht so richtig rüberkommt, was zu Missverständnissen führt.
Man muss den Bürgern bei einem FWK-Wiederaufbau klar machen, dass keine Steuergelder verbaut werden. Aber das ist ein anderes Thema.
Ich bleibe weiterhin gespannt, was bei einem Architektenwettbewerb herauskommen wird. Die Ausschreibung soll ja recht zügig erfolgen.
Leine1977 March 10th, 2009, 11:40 AM Es sei Dir dieses Mal verziehen ;) Grundsätzlich finde ich übrigens, daß Du meist recht gut und sachlich argumentierst (bis auf heute). Und ich glaube, so vollkommen konträr sind unsere Ansichten gar nicht immer.
Also den Punkt hatte ich ja versucht zu widerlegen (was mir offensichtlich nicht gelungen ist). Als Ergänzung vielleicht nochmal meine Meinung: Ich finde den Anbau auch unter ästhetischen Gesichtpunkten absolut ok!!! Vielleicht nicht der ganz große Wurf, aber im Zusammenspiel mit dem Leineschloß in meinen Augen durchaus stimmig.
Du hattest doch neulich schon selbst dem Forum folgenden Kompromiß vorgeschlagen: Erhalt des Oesterlen-Baus plus Bau der Flußwasserkunst. Damit sollte doch jeder Leben können, oder? (Und wer das nicht kann, der hat die FWK nicht verdient....)
Übrigens: Beim Schloß Herrenhausen und der FWK ist die Situation ja eine andere, da dort erstens keine Baudenkmale abgerissen werden sollen und es zweitens nicht um die Verwendung von Steuergeldern geht.
Ich hab mich inzwischen auch etwas abgekühlt. Heute steht in der HAZ, dass der Erhalt des Saales als weitere Option aufgenommen wird. Die Politiker werden jetzt weich. Aus FWK-Sicht eine gute Nachricht.:)
Heute wurde in der HAZ auch eine kritische Stimme zitiert - damit ist Neutralität auch wiederhergestellt.
burndown1977 March 10th, 2009, 11:46 AM tja, der neubau ist wohl gescheitert (siehe heutige HAZ). das raumproblem des landtages bliebe bei einem umbau weiterhin bestehen und der zentrale bereich des gebäudes (plenarsaal) würde eh vernichtet. fragt man sich, was das dann alles soll. wägt man kosten und nutzen miteinander ab, so wäre ein neubau weiterhin wirtschaftlicher - aber so etwas scheint ja eh keine rolle zu spielen :ohno:
P.S.: vielen dank, dass meine posts ungefragt gelöscht wurden .... manchmal schreibe ich schelm aber auch solche dinge, dass zensur echt angebracht ist. .... wollte mich eigentlich nur vorab für das entschuldigen, was ich künftig zum thema landtag schreibe - alle dürfen sich entschuldigen, nur ICH nicht ... das ist gemein :cry:
..... habe mich mit erbse darauf verständigt, dass es ein unqualifizierter kommentar gewesen ist. es war somit okay, diesen zu löschen. DAFÜR ENTSCHULDIGE ICH MICH!
burndown1977 March 10th, 2009, 12:13 PM Heute wurde in der HAZ auch eine kritische Stimme zitiert - damit ist Neutralität auch wiederhergestellt.
... dann hat wohl ein redakteur mitgelesen :lol:
... aber es steht immer noch 1 : 25 (?)
... ach so: meine kritik an der HAZ ist ebenso entschuldigungswürdig - SORRY!
bin ab sofort auch für den erhalt des plenarsaalgebäudes - man muss schließlich immer mit dem mainstream gehen. außerdem braucht man sich dann auch nicht so oft entschuldigen und, was noch wichtiger ist, ich will die FWK verdienen. schließlich hat jp80 - kraft seiner worte - festgelegt, dass wer nicht für den erhalt des oesterlen-baus ist, auch nicht die FWK verdient. wie konnte ich armer thor nur dieses risiko eingehen, eine eigene meinung zu haben und damit den wiederaufbau der FWK riskieren !? DANKE FÜR DIE ERLEUCHTUNG !
Leine1977 March 10th, 2009, 12:21 PM Zur Berichterstattung: Rein vom Gefühl weiß ich nun mal, dass viele den Plenarsaal eine weit niederigere Bedeutung zuschreiben. Es kann irgendwie nicht sein, dass bei diesem Kasten sooo ein Tamtam gemacht wird, aber gleichzeitig die Conti-Gebäude in der Wasserstadt Limmer ohne Diskussion abgerissen werden. Im übrigen erwähnt dies die HAZ nicht einmal, obwohl auch hier der Denkmalschutz ratz fatz aufgehoben wurde.
burndown1977 March 10th, 2009, 12:30 PM also leine, langsam solltest du dein fähnchen auch in den wind stellen! prinzipiell hättest du ja recht, wenn ich jetzt nicht gegen den abriss wäre, weshalb nun deine argumente als vollkommen aus der luft gegriffen einzuschätzen sind :nuts:
... und bitte: es ist kein KASTEN, sondern ein symbol wehrhafter demokratie. wie phönix aus der asche steigt dieser bau aus dem braunen sumpf und legt die monarchistische vergangenheit baulich in ketten, so dass niemand es je wieder wage dem parlamentarismus die stirn zu bieten ... auch du - lieber bürger leine - mögest bitte erkennen, dass es sich um ein zeitloses monument voller ideeller kraft handelt, welches uns auf ewig heil verspricht und erlösen wird von jenen architektonischen schandtaten, die zu recht dem heiligen wiederaufbau weichen mussten und nun nimmer den blick auf diese herrliche einzigartigkeit verstellen! das sprachrohr des gesegneten baus wird nicht ruhen, bis auch der letzte ungläubige von seiner göttlichkeit überzeugt ist!
Leine1977 March 10th, 2009, 01:06 PM @burndown: wie immer sprichst du mit gespaltener Zunge.:lol:
Nee, im ernst. Ich hab hier öfters gesagt, dass man Abrisse nicht mehr so leichtfertig begrüßen sollte. Vielleicht finde ich den Saal in 25 Jahren totschick. Mein subjektiver Eindruck ist nur, dass der Oesterlen-Bau als das 8. Weltwunder dargestellt wird. Letztlich mir auch egal - hauptsache die FWK kommt zurück.
Bei der Wasserstadt Limmer könnt ich jedoch heulen. Wie kann man einem Stadtteil solche Bauten wegnehmen, die ihn erst charakterisieren? Baulich würde hier ein ganzes Ensemble verschwinden. Leider reagieren Hannoveraner bei diesen Themen immer etwas träge. Unverständlich, warum sich hier niemand aufregt. Die Schadstoffbelastung wäre m.M. zu händeln.:ohno:
Squig March 10th, 2009, 01:24 PM Noch fehlt solchen Gebäuden wie der Wasserstadt anscheinend die Lobby, und die müssen wir bilden. Besser früh als spät, wenn es zu spät ist ;-)
Und ganz ernsthaft: mit ein bisschen Geschick kann man die Diskussion um den Landtag in eine Grundsatzdiskussion zu verwandeln, die dann auch ratz fatz über Limmer geht.
burndown1977 March 10th, 2009, 01:27 PM vorschlag zur güte: wir bauen in limmer an die zu rettenden bauten einfach kopien des plenarsaalgebäudes und schon wären diese für ewig geschützt - die strahlende energie des heilandbaus würde somit nicht nur das seelenheil der demokraten sondern auch seine brüder und schwestern in der wasserstadt retten !! außerdem würde jegliche schadstoffbelastung durch die strahlkraft der plenarsaalgebäude absorbiert werden!
Lefthandy March 10th, 2009, 02:34 PM Wenn eine Kopie des Oesterlen-Baus auf das Wasserstadt-Gelände gebaut würde, müssten die Conti-Gebäude erst recht weichen, um die Sicht auf den Plenarsaal freizugeben. Also keine gute Idee.
Orbiter March 25th, 2009, 12:05 AM 2750 Unterschriften gegen Landtagsabriss
Es war ein dicker Ordner, den drei hannoversche Bürger dem Landtagsdirektor Wolfgang Göke am Dienstag überreichten. Rund 2750 Unterschriften gegen den drohenden Abriss des Landtags hatten der Bauhistoriker Sid Auffarth, die Architektin Ingrid Wittkopf-Büchner und Martina Wolff von der Baudenkmalstiftung Raum Hannover seit Anfang März gesammelt.
Weiter auf Haz.de (http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/2750-Unterschriften-gegen-Landtagsabriss)
Leine1977 March 25th, 2009, 10:40 AM ^^ eine Schwachsinnsmeldung ohne Gleichen. 2750 Unterschriften kriegen wir für die Flusswasserkunst auch zusammen. Wird sie dann 100%-ig auch wieder aufgebaut?
Irgendwie hat Dinkla da auch wieder recht, vielleicht würden ja auf Anhieb 10.000 für einen Abriss unterschreiben... Zudem sollen es bei den 2750 Unterschriften fast nur um Berufskollegen gehen. Ich bin zwar nicht zwingend für Abriss, aber ich lehne es ab, dass der Plenarsaal als eines der herausragendsten Denkmal Hannovers hochgepuscht wird.
lifestyle032 March 26th, 2009, 12:47 AM Neue Hoffnung für den alten Landtag
Landtagspräsident Hermann Dinkla (CDU) rechnet damit, dass bei einem Landtagsumbau auch Teile des alten Plenarsaals erhalten bleiben können.
Weiter auf HAZ.de (http://www.haz.de/HAZ/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Neue-Hoffnung-fuer-den-alten-Landtag)
Lefthandy March 26th, 2009, 12:09 PM ^^ Für mich klingt das wieder mal nach dem faulst-möglichen Kompromiss...
burndown1977 March 26th, 2009, 01:08 PM bitte keine kritik am alten plenarsaal!
a9a May 3rd, 2009, 05:29 PM .
Zunächst könnte man an eine Stamtisch-Parole denken, aber vielleicht sollte man zumindest darüber nachdenken:
Der Landtag wird ins Ihmezentrum verlegt.
Dies hätte einige Vorteile, wie z.B.
1. Der alte Plenarsaal bräuchte nicht abgerissen zu werden
2. Das Ihme-Zentrum würde belebt und aufgewertet
3. Stadt und Land rückten näher zusammen
4. Der Lantag würde mehr Bürgernähe zeigen
5. Für Verwaltung und Lobbyisten stünden nahegelegen Büroräume zur Verfügung
6. kostengünstig
Interessant wäre eine Planungsvariante, wo die obersten 4 Etagen des Ost-Hochhauses umgebaut werden. In Anlehnung an den Reichstag könnte man dann eine Glaskuppel entwerfen (natürlich etwas kleiner), damit Herr Dinkla auch genug Tageslicht für die Abgeordneten bekommt...
Für den ausstehenden Architekten-Wettbewerb auf jeden Fall eine Überlegung wert.
:baaa:
a9a.
Leine1977 May 3rd, 2009, 06:03 PM ^^ ...fänd ich insofern gut, als dass die Herren dann mal mitten im sozialen Elend tagen würden.
Andererseits hoffe ich insgeheim, dass sich keiner mehr dem Ihme-Zentrum annimmt, so dass es verrottet und in sich zusammenfällt. Nieder mit dem Koloss!!!
Vielleicht gehts aber auch so: Verlegung des Landtages ins Ihme-Zentrum, anschließend beantragt Herr Dinkla die Abrissgenehmigung für das komplette Ihme-Zentrum, um dort wieder neu zu bauen. Eine win-win-Situation.
AlfredJKwak May 3rd, 2009, 10:25 PM Der Landtag soll ins Ihmezentrum? Um Gottes Willen, damit würde Hannover deutschlandweit noch negativer in der Presse stehen. Niedersächsische Politik im häßlichsten Betonbunker Hannovers. Ich hoffe das war nur ein schlechter Scherz.
CrayZD May 4th, 2009, 09:18 AM Sollte das auch nur ansatzweise ernst gemeint sein, steckt wohl mal wieder die allgemeine (Klein-)bürgerauffassung dahinter, 'der Staat' müsse sich sparsamer geben.
Dass privat finanzierte Projekte durch Fördergelder, Steuererleichterungen, Abschreibungen etc. beinahe genausoviel Steuergeld verbrauchen, wird dabei leider nicht jedem klar. Zudem ist die These, dass ein solches Vorhaben wirklich kostengünstiger als ein Landtagsneu-/umbau wäre, m.E. alles andere als belegt.
Da sich die anderen 'Argumente' als an den Haaren herbeigezogen entpuppen, ist es für mich auch beim zweiten und dritten Lesen noch das, wonach es ja auch laut Urheber klingt: eine Stammtischparole.
realstranger May 4th, 2009, 09:34 AM Andererseits hoffe ich insgeheim, dass sich keiner mehr dem Ihme-Zentrum annimmt, so dass es verrottet und in sich zusammenfällt. Nieder mit dem Koloss!!!
Schön wärs! Allerdings bezeifle ich, dass diese Betonburg einfach zusammenfallen wird, ohne dass man mit schwerem Gerät nachhilft :(
Vielleicht gehts aber auch so: Verlegung des Landtages ins Ihme-Zentrum, anschließend beantragt Herr Dinkla die Abrissgenehmigung für das komplette Ihme-Zentrum, um dort wieder neu zu bauen. Eine win-win-Situation.
Die Idee gefällt mir RICHTIG gut! :banana:
sunshinefresh76 May 16th, 2009, 12:12 PM Heute auf haz.de gelesen....
Gutachten
Neubau des niedersächsischen Landtags unnötig
Neuer Zündstoff in der Debatte um einen Neubau des niedersächsischen Landtags: Ein von der Baukommission des Landtags in Auftrag gegebenes Raumbedarfsgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass der Plenarsaalbau für die Bedürfnisse der Parlamentarier ausreicht.
Rechnerisch hat das vorhandene Gebäude sogar etwas mehr Quadratmeter Nutzfläche als nötig. Aus dem vertraulichen Gutachten, das der HAZ vorliegt, ergibt sich, dass ein Abriss und Neubau des Plenarsaals nicht nötig ist. Der Landtag müsse nur auf Sonderwünsche verzichten – etwa Tageslicht in Sitzungsräumen, die ohnehin nur für wenige Stunden im Monat genutzt werden, oder einen „Sichtbezug“ vom Plenarsaal zum Platz der Göttinger Sieben. Auch auf eine Tiefgarage, die neuerdings zum Wunschprogramm des Landtags gehört, müsse verzichtet werden.
5835 Quadratmeter Nutzfläche hat der denkmalgeschützte Plenarsaalanbau am Leineschloss, den der Architekt Dieter Oesterlen nach dem Krieg für die junge Demokratie geschaffen hatte. Laut Gutachten des auf Raumbedarfsberechnung spezialisierten Berliner Büros „PhaseEins“ sind aber nur 5506 Quadratmeter nötig, wenn die Tiefgarage und Technikflächen im Kriechkeller unter dem Sockelgeschoss nicht mitberechnet werden. „Das Raumprogramm lässt sich, mit Ausnahme der Kfz-Stellplätze, rein rechnerisch innerhalb der gegebenen Kontur des Bestandsgebäudes und unter Inanspruchnahme der zur Verfügung stehenden Flächen nachweisen“, heißt es am Ende des Gutachtens. Und das, obwohl der Landtag für den Eingangsbereich mehr Raum spendieren will, um Parlamentarier von Besuchern zu trennen, und auch für Medien- und Büroflächen mehr Platzbedarf sieht. Verkleinert werden können dafür das Restaurant, der Besucherbereich und die „Funktions- und Technikflächen“.
Projiziert man die erwünschte großzügige Fächer-Sitzordnung in den Gebäudegrundriss, dann zeigt sich, dass für den Platzbedarf keine tragende Wand fallen muss. Noch im Januar hatte Landtagsdirektor Wolfgang Göke in einer Veranstaltung gesagt, das Gebäude werde „wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen“, wenn die Sitzordnung erweitert werde.
Im Landtag gab es am Freitag keine Stellungnahme zu dem Gutachten, weil sich die Baukommission am Montag abschließend mit dem Raumbedarf befassen will. Dann sollen Vorentscheidungen für den Architektenwettbewerb zur Neugestaltung des Landtags gefällt werden. Auf öffentlichen Druck hin soll der Abriss des Plenarsaals nicht mehr die einzig denkbare Lösung sein, sondern auch Umbau und Modernisierung. Immerhin haben sich zahlreiche Institutionen – vom Geschichtslehrerverband und Heimatbund bis zum Kurator des New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) – gegen den Abriss ausgesprochen. Zudem sind in den vergangenen Jahren schon Millionen in die Erneuerung der Fassaden und Fenster investiert worden.
zum Artikel... (http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Neubau-des-niedersaechsischen-Landtags-unnoetig)
erbse May 16th, 2009, 12:23 PM Na dann offenbart sich doch nur eine logische Lösung für das Problem:
Jetzigen Plenarsaal abreißen, die Parlamentarier solange woanders unterbringen, den Laves-Flügel des Leineschlosses aufbauen und, tada, Niedersachsen hat endlich so etwas wie einen repräsentativen Landtag! ;)
gstolze May 16th, 2009, 03:28 PM Na dann offenbart sich doch nur eine logische Lösung für das Problem:
Jetzigen Plenarsaal abreißen, die Parlamentarier solange woanders unterbringen, den Laves-Flügel des Leineschlosses aufbauen und, tada, Niedersachsen hat endlich so etwas wie einen repräsentativen Landtag! ;)
Das wäre mein Traum...aber in Hannpver leider NIE durchzukriegen. Dafür haben wir hier zu viele möchtegern-Intellektuelle.....
Als Kompromiss hatte ich ja schon mal vorgeschlagen, an der Leinstraße einen Flügel zu bauen, wie er von Laves geplant war, und an der südlichen Seite dann einen modernen Anbau nach dem Hofkonzept zu errichten, welcher sich
halbkreisförmig Richtung Leine erstreckt und so genug Platz für die Flusswasserkunst und eine kleine Grünanlage für die Göttinger Sieben übrig lässt.
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Ich finde es beschämend, wie die HAZ hier ihre Neutralität aufgegeben hat und nur den Abrissgegnern Gehör schenkt. Das erwähnte Gutachten ist auch so eine Sache.....andere Gutachter hätten sicherlich auch andere Ergebnisse gehabt. Wenn man dann liest, dass der Platz ausreicht, wobei man aber die Technikräume gar nicht mitbewertet hat, die Tiefgarage einfach unter den Tisch fallen lässt und das Restaurant zudem auch noch verkleinern soll, dann frage ich mich, was ist das für ein Gutachter gewesen. Es erscheint, als ob das Ergebnis schon vorgegeben war.
Das Argument, dass der Leiter des MoMa sich für den Erhalt ausspricht ist auch lächerlich, der ist doch nur von Abrissgegnern vor den Karren gezerrt worden. Von selbst wäre er sicherlich nicht darauf gekommen.
Wenn man den Umbau innerhalb der bestehenden Bausbstanz macht, dann wird das Ergebnis sicherlich eine große Enttäuschung aus lauter faulen Kompromissen im Inneren des Baus. Außer den hässlichen, grauen Platten an der zur Leinstraße auch noch fensterlosen Fassade wird dann nicht mehr viel vom Original übrig bleiben. Die Baukosten bei der Bestandssanierung werden die Kosten für einen Neubau auch weit übertreffen. Tolle Kiste. Außerdem spielen ja auch städtebauliche Aspekte eine Rolle. Die jetzige Situation ist sehr unbefriedigend.
sunshinefresh76 May 16th, 2009, 04:52 PM Aufgrund der Finazsituation des Landes sollte man hier schon überlegen was will und was man kann... Ich selbst bevorzuge den Anbau eines Linken Flügel der sich harmonisch in das Gesamtbild einfügt... Aber vielleicht ist ja auch nur eine umfassende Sanierung mit komplett neuer (alter) Fassade denkbar...
jp80 May 16th, 2009, 07:17 PM Sorry, aber es ist mir nach wie vor unverständlich, weshalb hier immer noch an dem Gebäude und den Abriss-Kritikern herumgenörgelt wird. Nachdem ich neulich mal wieder dran vorbei gekommen bin, kann ich nur weiterhin sagen: Ich finde den Anbau absolut in Ordnung!!! Außerdem steht er unter Denkmalschutz! (Wozu gibt es einen Denkmalschutz, wenn man ihn ohne Umstände "ausschalten" kann?) Und die Abriss-Gegner sind doch nun offensichtlich in der eindeutigen Mehrheit - das hat rein gar nichts mit fehlender Neutralität der HAZ zu tun! Ein Neubau wäre deutlich teurer und würde die Erwartungen, die die meisten von Euch hier vielleicht haben, mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erfüllen! Wahrscheinlicher wäre eher eine Verschlimmbesserung der gegenwärtigen Situation (mit der ich persönlich, wie gesagt, überhaupt keine Probleme habe). Ein Wiederaufbau der FWK würde möglicherweise gefährdet. Usw, usw..
Wie kann man unter solchen Vorraussetzungen weiter für den Abriss plädieren?
devilsadvocate May 17th, 2009, 01:08 AM Also würde der Neubau unter Umständen nicht die FWK verhindern, so wäre ich klar für den abriss.
Der Anbau passt einfach nicht in das Bild das GEbäudes. Der jetzige Portikus liegt völlig unsymmertrisch und harmoniert nicht mit dem Anbau.
Außerdem ist das Gebäude an der Vorderfrpnt ohne die Fenster total hässlich und einfallslos.
Ich meine, warum macht man sonst immer bilder vom Landtag aus dieser Perspektive, wo bewusst der Anbau nicht drauf zu sehen ist?
Ixh denke, die Antwort dürfte klar sein!
http://www.tiscover.de/de/images/RGN/97/RGN2097de/hannover_08-175x407.jpg
jp80 May 17th, 2009, 10:04 AM Devil, ich kann Deine Argumentation ja durchaus nachvollziehen, auch wenn ich mich ihr nicht anschließen kann. Allerdings würde sich an Deiner Kritik durch einen Neubau an dieser Stelle rein gar nichts ändern! Es muß ernsthaft bezweifelt werden, daß ein neuer Anbau sich besser an den Portikus anschließen würde als der bestehende. Die ursprünglichen Pläne des Herrn Landtagspräsidenten jedenfalls deuteten eher ziemlich deutlich auf eine Verschlechterung der Situation hin (mit ebenerdiger Parkgarage und Technikräumen :ohno:). Außerdem bin ich der Meinung, unserer Gesellschaft würde ein bißchen mehr Nachhaltigkeit im Umgang mit den "historischen" Gebäuden unserer Städte recht gut stehen - egal um welche Epoche es sich gerade handelt! Ich meine, es kann doch nicht sein, daß ein bedeutendes Gebäude wie der Landtags-Plenarsaal, das von einem namhaften Architekten entworfen wurde und (auch wenn es vielleicht nicht jedem gefällt) ein für seine Zeit äußerst gelungenes und zeittypisches Bauwerk darstellt, und aus eben diesem Grunde unter Denkmalschutz steht, dem sich ständig verändernden Zeitgeschmack geopfert wird! Und diejenigen, die mit Oesterlens Bau nun rein gar nichts anfangen können, möchte ich nochmal daran erinnern, daß er mit seinem Entwurf für den Landtag, das Leineschloß gerettet hat! Oesterlen hat den von mir geforderten Nachhaltigkeitsgedanken ganz konkret umgesetzt und eine Symbiose aus Alt und Neu geschaffen. Hätte damals ein anderer Architekt den Zuschlag erhalten, würde es das Leineschloss höchstwahrscheinlich nicht mehr geben - wie so vieles andere in unserer schönen Stadt. Ich finde es daher ziemlich respektlos, Oesterlens Leistung, welche ja eigentlich unbestritten ist, derart mit Füßen zu treten!
Zu Deinem Punkt mit den Bildausschnitten, Devil: Es ist ja nun auch so, daß das Gebäude im Grunde so platziert ist, daß man seine Front von kaum einer Position aus komplett sehen kann - und auf Fotos ist es beinahe unmöglich alles zusammen einzufangen. Außerdem sind die beiden (unterschiedlichen) Flügel z.T. von Bäumen verdeckt. Daher ist es nur verständlich, daß man meist eine Perspektive wählt, auf der man möglichst viel vom Gebäude sehen kann. Und der Anbau fällt dann eben raus.
AlfredJKwak May 17th, 2009, 12:06 PM Ein Neubau ist wohl wirklich nicht nötig. Da tuts auch eine aufwendige Rastauration/Umbau. Ich werd das Gefühl nicht los, dass so mancher hier möglichst alles, was zur Diskussion steht, am liebsten abgerissen und neugebaut bekommen möchte, dabei jedoch jedwege damit verbundene Kosten vergisst. Wo hier gebaut wird, kann woanders nicht gebaut werden. Letzten Endes sind es alles unsere Steuergelder und damit sollte mit höchster Verantwortung umgegangen werden. Eine Abrisswut ist nur kontraproduktiv und in einigen Jahren, wenn die Finanzkrise überwunden ist, wird man in seine Staatskassen gucken und sich über das riesige Loch wundern. Dann ist erstmal Stagnation angesagt und es fehlt das Geld an den wirklich notwendigen Dingen.
gstolze May 17th, 2009, 01:05 PM Das die Rettung des Leineschlosses allein auf Oesterlen zurückgeht, wage ich zu bezweifeln. Sicherlich gab es Entwürfe für einen Abriss, aber eben auch Überlegung, das Schloss zu erhalten, und dies nicht nur von Oesterlen.
Bei seinem Umbau hat er aber konsequent die noch erhaltene Gruft der Schlosskirche zerstört, und die Ruhestätten der dort befindlichen Mitglieder der Welfenfamilie wurden nach Herrenhausen verbracht.
Dass ein Neubau teurer wird, glaube ich nicht. In den meisten Fällen, wo eine Sanierung im Bestand erfolgen muss, ergeben sich erhebliche Mehrkosten die nicht voher kalkulierbar waren. Es geht hier um eine Optimierung des Platzbedarfs, eine komplette Sanierung aller technischen Einrichtungen und der Glaskonstruktionen, der Fundamente sowie um eine energetische Sanierung. Bei einem Nur-Umbau im Bestand würde dann fast nur eine Hülle mit einem ganz anderen Innenleben übrig bleiben.
Zum Denkmalschutz: erstens steht das gesamte Gebäude unter Denkmalschutz, also nicht nur der Plenarsaal. Also würde man hier nur einen Teil berühren. Außerdem muss man mal die Frage stellen, wie ein Gebäude hier unter Denkmalschutz kommt, welche Motive dafür sprechen. Diese sind hier in Hannover teilweise sehr fragwürdig.
Wenn der Plenarsaal allein irgendwo stehen würde, als Einzelopbjekt, wäre der Bau durchaus okay, mehr aber auch nicht. Aber hier hat er sehr zu einer Verschlechterung der gesamten städtebaulichen Situation rund um das Leineschloss beigetragen. Es ist eben kein gelungenes Beispiel, wo Alt und Neu miteinander verknüpft wurden. Warum sonst wurden direkt vor dem Plenarsaal Bäume gepflanzt, um die hässliche Seite neben dem Portikus zu verdecken?
Eines gebe ich zu: Der Innenraum des Plenarsaals ist ein sehr schöner Raum, obwohl hier ja kritisiert wird, dass man kein Tageslicht hat. Vielleicht kann man den ja erhalten und mit Oberlichtern versehen, aber rundherum - zumindest zur Leinstraße - eine Fassade im Lavesstil davorsetzten, um hier eine städtebauliche Harmonie mit dem Portikus zu zu erreichen. Das dürfte kein Problem sein, denn der Oesterlenbau weicht etwas von der historischen Fassade zurück.
a9a May 17th, 2009, 05:56 PM gStolze schrieb:
Das wäre mein Traum...aber in Hannpver leider NIE durchzukriegen. Dafür haben wir hier zu viele möchtegern-Intellektuelle.....
Da bin ich aber froh!
gStolze schieb:
Zum Denkmalschutz: erstens steht das gesamte Gebäude unter Denkmalschutz, also nicht nur der Plenarsaal. Also würde man hier nur einen Teil berühren.
Au weia. Es zeigt sich ein fundiertes Verständnis vom Deckmalschutz. Mein Vorschlag: wir stellen die ganze Stadt unter Denkmalschutz und schon können wir wieder die Hälfte ohne Bedenken abreißen.
a9a.
erbse May 17th, 2009, 05:59 PM ^ Das ist aber kein guter Einstand. Sachlich bleiben, bitte.
Wenn du keine fundierten Argumente zur Diskussion beizutragen hast, dann bleibe ihr einfach fern.
Leine1977 May 17th, 2009, 06:05 PM Den Denkmalschutz muss man hier auch mal anzweifeln. Das Parkhaus an der Schmiedestraße steht unter Denkmalschutz - warum? Der Plenarsaal ist von Oesterlen, der unter hiesigen Architekten eine Art Kult-Status hat. Natürlich darf man den nicht antasten.
Wenn aber ein Altbau abgerissen wird, klatschen alle Architekten in die Hände. So ist es in Hannover immer gewesen und darum sieht die Stadt heute so trostlos aus wie sie ist.
Diese Plenarsaal-Debatte ist so abartig von der Lobby einer kleinen Künstler-Elite gesteuert.... aber na gut, die Finanzkrise erledigt das Problem von selbst. Wahrscheinlich wird der alte Saal jetzt noch nicht einmal saniert (hihi!).
Hauptsache die Flusswasserkunst kommt wieder!
Lefthandy May 17th, 2009, 08:59 PM Seit die Debatte läuft habe ich auch immer genauer zum Plenarsall rübergeguckt, wenn ich dran vorbei gekommen bin.
Vom Leineufer aus sieht er tatsächlich ganz gut aus. Was echt misslungen ist, ist die Ansicht des Portikus. Daneben wirkt der Oesterlen-Saal wie ein amputierter Stummel.
Meinetwegen soll das Ding so stehen bleiben. Gerade hinsichtlich der FWK wär mir das sogar lieber. Zusammen mit der FWK würde der Nicht-Platz mit den verstümmelten Bäumen davor auch wieder aufgewertet. Kämen die Bäume dann weg und ins Sockelgeschoss des FWK-Turmes Außengastronomie (zB), wäre der Platz wieder annehmbar.
Wie erbse als Außenstehender schonmal richtig anmerkte: Wenn Abriss, dann um die ursprünglichen Lavespläne zu vollenden.
Da das sowas von niemals eintreten wird, kann der Oesterlen-Saal also gerne bleiben.
erbse May 17th, 2009, 09:19 PM ^ Genau das, was ich schon immer predige: Ihr solltet für den Erhalt des Plenarsaals eintreten, nicht für seinen Abriss! Denn dann wäre wieder alles offen und es stünde eine grausame, trotzig-authistische, arrogante Neubavariante zu befürchten, welche die Reko der FWK entweder unmöglich macht oder aber völlig lächerlich aussehen ließe.
Wie auch immer, bei Abriss & Neubau droht im derzeitigen Klima auf jeden Fall eine für alle unbefriedigende Lösung! Dann lieber zunächst mal Erhalt in unsanierter Form!
Leine1977 May 18th, 2009, 09:27 AM ^^ Wie gesagt, die Finanzkrise erledigt die Debatte von selbst. So stehts auch heute wieder in der Zeitung. Also alles wie vorher.
CrayZD May 18th, 2009, 11:18 AM Die Finanzen waren am Wochenende auch schon großes Thema in der NP:
Kippt die beitragsfreie Kita?
Auch Landtagsumbau wackelt - Wachstum bricht ein - Massive Steuerausfälle - Stadt fehlen 750 Millionen
HANNOVER. Die deutsche Wirtschaft steckt noch tiefer in der Rezession als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt sank im ersten Quartal um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorquartal (siehe Grafik). Die Steuereinnahmen brechen weg – Niedersachsen und auch Hannover müssen mit einem dicken Minus planen. Dadurch stehen Projekte wie die Gratis-Kita auf der Kippe. Bereits jetzt ist das dritte Kitajahr beitragsfrei, das kostet das Land 120 Millionen Euro im Jahr. Die Regierung von Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hatte versprochen, auch die ersten beiden Kitajahre gratis zu stellen – doch das Projekt droht jetzt zu kippen. Auch der Umbau des Landtags für 45 Millionen Euro ist wohl nicht zu halten. Niedersachsens Einnahmeminus wurde gestern korrigiert: von fünf Milliarden Euro auf 3,65 Milliarden Euro – die Steuerschätzer hatten eine Ausgleichszahlung des Bundes für die wegfallende KfZ-Steuer nicht eingerechnet. Trotzdem steht Finanzminister Hartmut Möllring vor einer gigantischen Haushaltslücke. Auch Hannovers Stadtkämmerer Marc Hansmann (SPD) sprach gestern mit Blick auf die Steuerschätzung von einer „dramatischen Entwicklung“. Da Hannover Sitz vieler Firmen sei, würden die Einnahmen noch stärker zurückgehen als im Landesschnitt. Bis 2012 werde sich im laufenden Gechäft ein Minus von 750 Millionen Euro auftürmen. Daneben stehen langfristige Verbindlichkeiten von 1,4 Milliarden Euro. FDP-Ratsfraktionschef Wilfried Engelke stellte wegen der wegbrechenden Steuereinnahmen die geplante Erweiterung des Sprengel Mu-seum in Frage. Für Kerstin Seitz, finanzpolitische Sprecherin der CDU, gehört ebenfalls „alles auf den Prüfstand“. Die SPD gibt sich noch gelassener. Da in der Vergangenheit Schulden abgebaut wurden, „kommt Hannover aus einer Position der Stärke“, so der finanzpolitische Sprecher Ralf Borchers.
Damit hat sich das Thema wohl - fernab von allen fachlichen Diskussionen - durch das naheliegendste aller Argumente erledigt. Obwohl dies ein fadenscheiniges Argument ist. Denn im momentanen Zustand verschlingt der Landtag die Mehrkosten eines Neu-/Umbaus sicher in wenigen Jahren (Energie, notdürftige Reparaturen etc.).
Zur Debatte Um- oder Neubau:
Ich sehe das auch etwas differenzierter. Wenn ich am Plenarsaal vorbeigehe, denke ich mir jedesmal: 'Keine Schönheit, aber es gibt schlimmeres.' Eine solche Reaktion ist sicher nicht das Nonplusultra für einen Repräsentativbau wie ein Landtagsgebäude. Auf der anderen Seite befürchte ich wie viele meiner Vorredner, dass ein Neubau in 'zeitgemäßem' Design exakt dieselben Reaktionen hervorrufen würde - und das für 45 Millionen Euro Baukosten. Dann bliebe wirklich nur noch das Argument, dass ein Umbau nach aktuellen energetischen und baulichen Gesichtspunkten noch teurer käme... ob diese Behauptung haltbar ist, kann ich allerdings als Laie nicht nachvollziehen.
Die von mir favorisierte Lösung wäre: Oesterlen-Bau beibehalten, zur Leinstraße hin (bis zur ersten Fensterlinie am Platz der Göttinger Sieben) die geplante Laves-Fassade verwirklichen, das Plenarsaal-Dach durch eine vom Straßenniveau sichtbare, aber dennoch der Bausubtanz behutsam angepasste Glaskuppel ersetzen. Evtl., wenn statisch machbar, in die Umwandung des eigentlichen Saales großzügige Durchbrüche reißen und verglasen. Zusammen mit den bereits bestehenden Fenstern des Oesterlen-Baus gäbe das doch wohl genug Tageslicht und Transparenz.
Bei einem so weitreichenden Umbau käme allerdings schon wieder ein anderes Argument der Parlamentarier zum Tragen: wenn man die Gestaltung des Baus so gravierend ändert, tut man dem Oesterlen-Erbe vermutlich mehr Unrecht als bei einem kompletten Abriss.
homann5 May 18th, 2009, 05:21 PM Parlamentarier wollen Landtagsumbau trotz Wirtschaftskrise
Die Landtagsmehrheit hält trotz Finanzkrise und drohenden Milliardenlücken im Landeshaushalt an den Plänen für eine Umgestaltung des Plenarsaals fest. Das beschloss am Montag die Baukommission.
Im Juni soll ein europaweiter Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden. Nach der massiven Kritik von Denkmalschützern und Architekten legen sich die Parlamentarier aber nicht mehr auf einen Abriss und Neubau des Plenarsaals fest. "Wir wollen den Architekten freie Handlassen, auch innerhalb des bestehenden Gebäudes zu einer ansprechenden Lösung zu kommen", sagte Landtagspräsident Hermann Dinkla (CDU). Ein Ergebnis des Wettbewerbs soll Ende November/Anfang Dezember vorliegen. Dann muss das Parlament bei den Haushaltsberatungen entscheiden, ob es dafür Geld bereit stellt. Die Kosten sollen 45 Millionen Euro nicht überschreiten.
Quelle: haz.de (http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Parlamentarier-wollen-Landtagsumbau-trotz-Wirtschaftskrise)
devilsadvocate May 18th, 2009, 07:35 PM Bitte liebe Architekten!
Springt über euren Schatten und stellt mir nur einen Entwurf mit LAves Fassade vor und ich bin mir sicher, dass sich dieser Entwurf durchsetzen würde!
Ich wünschte ich könnte da mitmachen...
sunshinefresh76 May 18th, 2009, 08:24 PM Bitte liebe Architekten!
Springt über euren Schatten und stellt mir nur einen Entwurf mit LAves Fassade vor und ich bin mir sicher, dass sich dieser Entwurf durchsetzen würde!
Ich wünschte ich könnte da mitmachen...
Diese Variante wird sicherlich auch Zustimmung in der Bevölkerung finden... Ein 08/15 Neubau wird nur weiter die Politikverdrossenheit fördern...
erbse May 18th, 2009, 10:44 PM Ich wünschte ich könnte da mitmachen...
Na im Prinzip kann in einem offenen Planwettbewerb der Stadt auch jeder Entwürfe einreichen ;) Dafür braucht es keinen Professorentitel. Auch Vereine & Interessengemeinschaften beteiligen sich ja mitunter an Architekturwettbewerben!
Wieso nehmt ihr als Hannoversche Baukultur e.V. nicht einfach am Wettbewerb teil und schlagt die Lavesfassade für den Plenarsaal vor? :dunno:
devilsadvocate May 18th, 2009, 10:56 PM Vorschlagen könnte ich es ja, nur könnte ich es weder zeichnen noch anders darstellen... :S
lifestyle032 May 18th, 2009, 11:03 PM Müsste man da nicht auch detailierte Vorschläge für die Sanierung der Räumlichkeiten vorlegen? Oder reicht ein Vorschlag zur Fassadengestaltung zur Güte? :)
devilsadvocate May 19th, 2009, 09:06 AM Also wenn eine einfache BEwerbungsmappe reicht, mit einer laienhaften Skizze und vielleicht einem Foto, dann schicke ich gerne was los :)
AlfredJKwak May 19th, 2009, 12:24 PM Vielleicht sollte man sich bemühen einen Architektenin in das Projekt Hann. Baukultur einzugliedern. Soviel Lokalpatriotismus sollte es doch hoffentlich bei irgendwem geben. Ich kenne mich leider viel zu wenig damit aus um etwaige Kosten eines Entwurfes mit einzubeziehen. Vll. sollte der Verein des öfteren in der innenstadt einen Stand aufstellen und um Spenden werben und gleichzeitig Werbung zu machen. Das sind aber alles spontane Gedanken von mir, die sich wohl eh nicht durchsetzen ließen.
CrayZD May 20th, 2009, 02:49 PM Da ich heute wählen war, habe ich mir nochmal das hübsche Stadtmodell von 1939 im Rathaus angesehen. Auch wenn es dort genug Ecken gibt, bei denen man im Gedanken an den heutigen Zustand in Tränen ausbricht: ich muss gestehen, das Leineschloss ist eines der wenigen Gebäude, die (zumindest von der Leinstraße her) heute besser aussehen als vor dem Krieg.
Auch wenn der Oesterlen-Anbau sicher nicht das architektonische Optimum ist: er versucht dem Gebäude wenigstens ansatzweise eine Symmetrie zu geben. Das Laves-Portal in Randlage sah einfach nur dermaßen lächerlich aus...
Ein wesentlicher Vorteil der früheren Situation war allerdings, dass der heutige Platz der Göttinger Sieben damals ein echter Platz war - aufgrund der Umrahmung durch Leineschloss und FWK - und nicht nur die Aussackung eines Bürgersteigs. Ein bisschen davon soll dem Platz ja offensichtlich bei einem evtl. Abriss und Neubau des Plenarsaals zurückgegeben werden. Aber offenbar nur exklusiv für Abgeordnete und nicht mehr für die Öffentlichkeit, was ein Skandal wäre. Anders kann man die ersten Entwürfe jedenfalls nicht deuten, nach denen das gesamte Ensemble ja auf einem klobigen Sockelgeschoss stehen soll.
Was um Gottes Willen hat sich Oesterlen eigentlich bei dieser Granitfassade gedacht? Die verfremdet das Gebäude vollkommen und sorgt zu einem großen Teil mit für den wenig wertvollen Eindruck des Anbaus. Wenn er ein helles Fassadenmaterial wie am Sockel gewählt und die Fensterbänder an allen drei Seiten durchgezogen hätte, wäre der Anbau nicht nur sehr viel repräsentativer gelungen, sondern würde sicher auch noch den heutigen Ansprüchen an 'Offenheit' genügen.
a9a May 21st, 2009, 05:43 PM ^ Das ist aber kein guter Einstand. Sachlich bleiben, bitte.
Wenn du keine fundierten Argumente zur Diskussion beizutragen hast, dann bleibe ihr einfach fern.
Das sehe ich anders. Aber egal, der mündige (und nicht möchtegern-intellektuelle) Leser möge es verstehen.
NCU
a9a.
gstolze May 21st, 2009, 08:36 PM Das sehe ich anders. Aber egal, der mündige (und nicht möchtegern-intellektuelle) Leser möge es verstehen.
NCU
a9a.
Ich habe bisher alle Teilnehmer dieser Diskussion als mündig, sachlich und respektvoll kennengelernt, auch bei unterschiedlichen Meinungen und Denkansätzen.
Unsere Diskussionskultur ist sehr fruchtbar. Dieses möge auch so bleiben.
devilsadvocate May 22nd, 2009, 07:34 PM Wie man damals nur unter so einer deratigen Geschmacksverirrung leiden konnte und scheinbar noch tut, wenn man etwas anderes als den LavesFlügel anbauen möchte...
Ein grauenvoller Anblick!
http://img200.imageshack.us/img200/7043/0103533038.jpg
erbse May 22nd, 2009, 07:37 PM Graffiti? Ist der Landtagsanbau etwa Opfer von solchen Sprayer-Tölpeln geworden?
Wobei, das kann den Plenarsaal ja eigentlich nur noch bunter und interessanter machen ;)
jp80 May 22nd, 2009, 11:38 PM Wie man damals nur unter so einer deratigen Geschmacksverirrung leiden konnte und scheinbar noch tut, wenn man etwas anderes als den LavesFlügel anbauen möchte...
Ein grauenvoller Anblick!
Devil, müssen solche Aussagen von Dir wirklich immer wieder sein? Daß Du mit dem Landtagsanbau nichts anfangen kannst, ist ja inzwischen hinreichend bekannt, aber ist es wirklich nötig, daß Du alle Personen, die vielleicht anderer Meinung sind, verunglipfst indem Du suggerierst, sie würden, Zitat, unter "Geschmacksverirrung" leiden? Entschuldigung, aber Geschmack ist nunmal etwas vollkommen Subjektives! Und gerade vor dem Hintergrund der von Deinem Vorredner so gelobten Diskussionskultur ist es wirklich nicht förderlich, wenn Du Deine Beiträge in dem Stil formulierst: "Meine Meinung ist die einzig richtige und jeden, der eine andere vertritt, kann man nicht ganz ernst nehmen." (etwas überspitzt ausgedrückt). Meine Bitte an Dich: Wenn Du Deine persönliche Meinung kundtun möchtest, dann formulier Deine Beiträge auch entsprechend. Ich tue das, ebenso wie die meisten anderen im Forum, auch!
By the way: Das obige Bild des Landtags läßt mich meine Meinung bestätigen, daß mir die Symbiose aus altem Leineschloß und Oesterlen-Anbau durchaus gut gefällt! (Und bevor hier jetzt groß spekuliert wird: Nein, ich leide nicht unter Geschmacksverirrung ;))
erbse May 23rd, 2009, 05:45 AM Also wer in diesem Bau keine Geschmacksverirrung erkennt, der kann - mit Verlaub - keinen allzu augeprägten Sinn für natürliche Proportion & Ästhetik haben ;)
Das ist selbst für Standards der Nachkriegsmoderne einfach nur ein Schandfleck, der dort nicht hin gehört.
Mangels Alternativen (die Umsetzung der Laves-Pläne ist derzeit völlig auszuschließen) bin ich für den Erhalt ohne Sanierung. Wenn die Stadt so weit ist für derartige Maßnahmen, Flusswasserkunst & Herrenhausen wieder stehen, kann man vllt. über so etwas sprechen. Auch Hannover wird sich mental entwickeln - hoffentlich mitsamt seiner Politiker!
jp80 May 23rd, 2009, 10:06 AM Na herzlichen Dank auch, erbse! Im Sinne einer sachlichen und "respektvollen" Diskussionskultur (die von gstolze für das Hannover-Forum eigentlich diagnostiziert wurde) hätte ich gerade von Dir hier ein bißchen mehr Toleranz für andere Ansichten erwartet! (Da hilft auch der Smiley nicht.) Wirklich sehr schade. Ist das jetzt der neueste Versuch, um "unerwünschte" Positionen zu diskriminieren? Ich dachte, es täte dem Forum gut, wenn möglichst viele verschiedene Meinungen präsentiert werden, weil ein breites Spektrum an Ansichten viel eher ein Abbild der Öffentlichkeit abgeben, als es sonst der Fall wäre. Aber das ist ja offensichtlich - zumindest bei einigen hier - gar nicht erwünscht. Lieber im eigenen Saft schmoren, und sich mit Gleichgesinnten über die ach so katastrophale Nachkriegsarchitektur auslassen, als konstruktiv das für und wider bestimmter architektonischer Strömungen und deren möglichen "Wert" zu diskutieren. Wer den Landtagsanbau als Schandfleck bezeichnet, hat wirklich keine Ahnung von gelungener Nachkriegsarchitektur (und es gibt ja weiß Gott genung Negativ-Beispiele) und zeugt von einer Respektlosigkeit gegenüber früheren Generationen, die derjenigen von Hillebrecht gegenüber der Architektur des 19. Jh. in nichts nachsteht.
So, bevor ich mich jetzt hier weiter in irgendwas reinsteigere, breche ich lieber ab. Ich hoffe sehr, daß der respektvolle Umgang miteinander nicht nur eine Floskel sondern eine wirklich ernstgemeinte Forumskultur sein soll. Falls nicht, werde ich mich in Zukunft aus solchen Diskussionen konsequent heraushalten.
Squig May 23rd, 2009, 10:08 AM Finde es auch nicht so schlimm...
Saniert werden muss es aber Erbse, sonst geht das gebäude ganz den Bach runter.
erbse May 23rd, 2009, 10:13 AM jp80: Du hast meinen Beitrag etwas überintepretiert. Ich bleibe aber bei meiner Meinung (!), dass dieses Gebilde selbst Kenner/Verehrer der Nachkriegsmoderne nicht hinter dem Ofen hervorlockt.
Das sehen wir ja schon am ausbleibenden Protest der Architekten ggü. eventuellen Abrissplänen. Gegenüber diesem Bau herrscht einfach völliges Desinteresse, Geringschätzung. Ob zu unrecht oder nicht, mag jeder für sich entscheiden. Ich habe meine Entscheidung getroffen.
Entschuldige, wenn mein Beitrag gegen die selbst propagierte Meinungspluralität und Diskussionskultur des Subforums verstoßen haben mag, aber in Bezug auf Nachkriegsarchitektur ist auch meine Toleranzschwelle eher niedrig angesetzt.
Ich verspreche aber, mich in Zukunft um weniger provozierende und sachlichere Beiträge bzgl. dieser Thematik zu bemühen.
Und als Friedensangebot noch ein Smiley, ich hoffe diesmal hilft er: :cheers1:
jp80 May 23rd, 2009, 10:36 AM Das sehen wir ja schon am ausbleibenden Protest der Architekten ggü. eventuellen Abrissplänen. Gegenüber diesem Bau herrscht einfach völliges Desinteresse, Geringschätzung.
Würdest Du mir verraten, wo Du diese Information her hast? Ich habe selten in der Vergangenheit einen derart engagierten Protest gegen irgdendwelche Abrißpläne erlebt, wie es jetzt beim Landtag der Fall ist. (So hätte ich mir das in anderen Situationen auch gewünscht!) Und dieser Protest ist breit gefächert und reicht von Denkmalschützern, Historikern, Architketursachverständigen über die Grüne Landtagsfraktion bis hin zu einer breiten Bevölkerungsmehrheit, die den Abriß ablehnt. Die Gründe dafür mögen individuell höchst unterschiedlich sein. Der eine möchte vermutlich kein unnötiges Geld rausschmeißen für ein Gebäude, das nur an wenigen Tagen im Monat genutzt wird. Ein anderer würdigt das Landtagsgebäude als Zeugnis der Demokratisierung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg. Und wieder andere sehen in ihm ein gelungenes und erhaltenswertes Stück Architektur der 50er/60er Jahre. Ich selbst könnte mich allen drei Gruppen zuordnen. Desinteresse und Geringschätzung konnte ich bislang einzig und allein von den Abgeorndneten des Landtags (mit Ausnahme der Grünen) ausmachen - und bei dem einen oder anderen Forumsmitglied ;)
Entschuldige, wenn mein Beitrag gegen die selbst propagierte Meinungspluralität und Diskussionskultur des Subforums verstoßen haben mag, aber in Bezug auf Nachkriegsarchitektur ist auch meine Toleranzschwelle eher niedrig angesetzt.
Das ist aber sehr schade!
Ich verspreche aber, mich in Zukunft um weniger provozierende und sachlichere Beiträge bzgl. dieser Thematik zu bemühen.
Und als Friedensangebot noch ein Smiley, ich hoffe diesmal hilft er: :cheers1:
Entschuldigung angenommen:cheers1:
gstolze May 23rd, 2009, 01:29 PM Ich selbst bin ein großer Fan sowohl von Nachkriegsarchitektur als auch von zeitgenössicher Architektur. Selbst dem Ihmezentrum kann ich einiges positives abgewinnen, aber die Erörtertung hierüber würde hier zu lange dauern und wäre auch im falschen Forum. Meine Lieblingsbauten aus der Nachkriegszeit sind die alte Nord/LB, Conti, Preussag, sowie das Bauamt. Ich finde auch das Kestnermuseum sehr gelungen und Oesterlens altes Café Kröpcke fand ich auch sehr schön.
Den Landtag finde ich aber nicht gelungen. Während die Fassade zur Karmarschstraße noch okay ist, finde ich die Seite direkt an der Leine und zur Leinstraße nur schlimm. Es sieht aus wie ein fensterloser Bunker, der an das Schloss angebaut wurde. Als eigenständiges Gebäude wäre es eventuell noch okay. Die meisten Fälle, wo historische Bauten so direkt mit moderner Architektur verknüpft wurden, sind meiner Meinung nach misslungen.
Wenn Oesterlen die wirklichen Maße des Lavesflügels aufgenommen hätte, die gleichen Materialien verwendet hätte und auch Fenster an die Frontseite gelegt hätte, also eine moderne Interpretation, dann wäre es alles halb so schlimm.
Die historische Bedeutung des Baus kann ich nicht ganz nachvollziehen. Die Gründung des Landes Niedersachsen und die Abstimmung über die Verfassung usw. fanden dort nicht statt, da stand das Gebäude noch gar nicht.
Über den Denkmalschutz möchte ich mich nicht weiter äußern, nur soweit, dass ich die Motive in Hannover, welche Gebäude unter Schutz gestellt werden, nicht immer ganz nachvollziehen kann. Außerdem sieht das Denkmalschutzgesetz ausdrücklich auch Wege vor, den Schutz eines Bauwerks aufzuheben.
Wenn jetzt eine ausschließliche innere Modernisierung des Baus stattfinden soll, kann man den Denkmalsachutz auch gleich aufheben, denn dann würde auch nur eine Hülle überbleiben mit einem total abweichenden Innenraum, dabei steht der genauso unter Denkmaschutz. Das Innere des Plenarsaals gefällt mir übrigens wirklich gut.
devilsadvocate May 23rd, 2009, 02:12 PM Devil, müssen solche Aussagen von Dir wirklich immer wieder sein? Daß Du mit dem Landtagsanbau nichts anfangen kannst, ist ja inzwischen hinreichend bekannt, aber ist es wirklich nötig, daß Du alle Personen, die vielleicht anderer Meinung sind, verunglipfst indem Du suggerierst, sie würden, Zitat, unter "Geschmacksverirrung" leiden? Entschuldigung, aber Geschmack ist nunmal etwas vollkommen Subjektives! Und gerade vor dem Hintergrund der von Deinem Vorredner so gelobten Diskussionskultur ist es wirklich nicht förderlich, wenn Du Deine Beiträge in dem Stil formulierst: "Meine Meinung ist die einzig richtige und jeden, der eine andere vertritt, kann man nicht ganz ernst nehmen." (etwas überspitzt ausgedrückt). Meine Bitte an Dich: Wenn Du Deine persönliche Meinung kundtun möchtest, dann formulier Deine Beiträge auch entsprechend. Ich tue das, ebenso wie die meisten anderen im Forum, auch!
By the way: Das obige Bild des Landtags läßt mich meine Meinung bestätigen, daß mir die Symbiose aus altem Leineschloß und Oesterlen-Anbau durchaus gut gefällt! (Und bevor hier jetzt groß spekuliert wird: Nein, ich leide nicht unter Geschmacksverirrung ;))
Meinungen sind nun mal alle subjektiv. Das Forum könnten wir uns sparen, wenn wir nur objektive Aspekte nennen dürften. Ich finde es aber auch mal durchaus angebracht mal ein paar härtere Worte zu nennen, auch wenn es Verunglimpfend wirken könnte.
Dass der Oesterlein-Bau eine "gelungene Nachkriegsarchitektur" darstellt mag ja sein, aber insgesamt noch keine gelungene Architektur. Bei gEbäuden aus den 70ern kann man im Grunde schon alles als "gelungen" ansehen, welches nicht in Plattenbauweise errichtet worden ist und es einem nicht kalt überkommt, wenn man sich das Gebäude anguckt.
Voin daher mag es "gelungen" sein für diese Zeit, aber insgesamt ist es grauenvoll und wirkt nur störend!
homann5 May 23rd, 2009, 02:19 PM Dass der Oesterlein-Bau eine "gelungene Nachkriegsarchitektur" darstellt mag ja sein, aber insgesamt noch keine gelungene Architektur. Bei gEbäuden aus den 70ern kann man im Grunde schon alles als "gelungen" ansehen, welches nicht in Plattenbauweise errichtet worden ist und es einem nicht kalt überkommt, wenn man sich das Gebäude anguckt.
Voin daher mag es "gelungen" sein für diese Zeit, aber insgesamt ist es grauenvoll und wirkt nur störend!
Dem kann ich nur zustimmen! Der Stil (die Stile) der 50er, 60er und 70er Jahre kann nun wirklich nicht als gelungen und herausragend bezeichnet werden. Es gibt sicherlich Bauten aus diese Zeit, die akzeptabel sind, dennoch würde ich jedes davon für einen entweder modernen oder repräsentativen Neubau opfern. Insbesondere Wohnbebauung, die in diese Zeit entstanden ist, sollte man gnadenlos mit der Abrissbirne entfernen.
Speziell beim Landtag wirkt für mich störend, daß es kein harmonisches Gesamtbild gibt, gerade deshalb wirkt der Anbau ja so fehl am Platz.
AlfredJKwak May 23rd, 2009, 02:22 PM Das was das Glied (den Anbau) in meinen Augen schön erscheinen lässt ist wohl nur sein Körper. Denn stellt man sich das Glied einmal isoliert vom Rest vor, so kann ich einige hier genannte Adjektive durchaus nachvollziehen.
gstolze May 23rd, 2009, 03:44 PM Vielleicht sollte man den Plenarsaal abbauen und an anderer Stelle wieder im gleichen Stil wieder aufbauen. Daneben könnte man dann einen zweiten Flügel spiegelbildlich setzen für Landtagsbüros etc. und zwischen die beiden Flügel einen hellen Zentralbau setzten. Dann wäre es sicherlich eine schöne Lösung mit einem Gebäude im einheitlichen Stil.
gstolze May 23rd, 2009, 03:50 PM Dem kann ich nur zustimmen! Der Stil (die Stile) der 50er, 60er und 70er Jahre kann nun wirklich nicht als gelungen und herausragend bezeichnet werden. Es gibt sicherlich Bauten aus diese Zeit, die akzeptabel sind, dennoch würde ich jedes davon für einen entweder modernen oder repräsentativen Neubau opfern. Insbesondere Wohnbebauung, die in diese Zeit entstanden ist, sollte man gnadenlos mit der Abrissbirne entfernen.
Das fände ich fatal. Damit legst Du ja die gleiche Denkweise an den Tag, die wir immer an Hillebrecht und Konsorten kritisieren. Ich bin gegen einen rücksichtslosen Totalabriss, sondern man muss jeden Fall einzeln betrachten und gute Argumente haben. Auch muss man zwischen verschiedenen Orten differenzieren. An einem Ort passt Nachkriegsarchitektur, insbesondere wenn sie gut gemacht war, an anderen Orten ist sie eher unpassend.
devilsadvocate May 23rd, 2009, 03:53 PM Naütrlich gibt es auch gelungene Nachkriegsarchitektur, vor allem die 50er, z.B. Nord/LB.
Meinetwegen kann auch der Oesterlein-Bau bleiben, nur nicht die fassade ;)
sunshinefresh76 May 23rd, 2009, 05:12 PM Genau Komplettsanierung... Ein paar Durchbrüche durch die Decke und die Wände und vorne eine neue Fassade davor... Ein neues Parkhaus brauchen wir hier nicht... Die Abgeordneten können auch mit dem gemeinen Volk zusammen parken oder sich in unsere schöne U-Bahn stellen...
CrayZD May 24th, 2009, 09:01 AM ...zumal der dicke Siggi aus Goslar ja damals sein (nicht vom Volk legitimiertes) Ministerpräsidentenamt eigens dazu genutzt hat, sich bei Stadt und Region für eine Umbenennung der Station Markthalle in 'Markthalle/Landtag' einzusetzen. ;)
Vermutlich hieß sein Vorschlag einfach 'Landtag'...
Wie gesagt, was mich am Oesterlen-Anbau (wie an vielen anderen Nachkriegsbauten auch) riesig nervt, ist dieses bewusste 'Kontraste setzen'. Da darf aber auch mal ja nicht dasselbe Baumaterial verwendet, die bestehenden Proportionen eingehalten werden etc... sondern es wird einfach wie an vielen anderen Stellen ohne Rücksicht auf historisch gewachsene Strukturen irgendwas hingeklotzt. Da wird gefaselt von 'zurückhaltender' Bauweise, dem Geiste der jungen Republik angemessen - im Prinzip handelt es sich aber um eine gnadenlose Profilierung des Architekten auf Kosten der historischen Bausubstanz. Heute geht man mit so etwas meistens deutlich behutsamer um... allerdings würde ich hier in Hannover auch nicht darauf wetten wollen, deshalb erhoffe ich mir auch von einem Neubau keine sonderliche Besserung.
Wie gesagt, im Prinzip ist der zusätzliche Baukörper aber durchaus ein optischer Gewinn für das Leineschloss, das vor dem Krieg mit seinem Portal in Seitenlage einfach nur halbfertig und lächerlich ausgesehen hat.
P.S. @erbse: das Graffito betraf leider den historischen Teil... ist aber soweit ich weiß auch schon entfernt worden. War auch nix Kunstvolles... politische Nettigkeiten à la 'F*** the EU'.
devilsadvocate May 24th, 2009, 10:01 AM "das vor dem Krieg mit seinem Portal in Seitenlage einfach nur halbfertig und lächerlich ausgesehen hat."
Hier standen direkt danaben schöne alte Fachwerkhäuser. Sah bestimmt besser aus als jetzt ;)
devilsadvocate May 24th, 2009, 10:12 AM So, für die ganzen OEsterlein Verfechter und Gegner einer LAves-Fassade, müsste dieser Entwurf von mir zum Hauptbahnhof zu regem Beifall führen!:nuts:
Abriss des linken Flügels für die Zerstörung der Symmetrie unter Neubau eines schicken Baus im 70er Jahre Stil in "gelungener Nachkriegsarchitektur"! (nimms mir bitte nicht übel jp80 ;) )
http://img33.imageshack.us/img33/6040/97361272.jpg
jp80 May 24th, 2009, 12:18 PM Der Vergleich mit dem Bahnhof hinkt schon sehr. Ich meine, den linken Flügel des Leineschlosses hat es nie gegeben! Und egal, was ihr hier für Ideen zusammenspinnt: Es wird ihn auch nie geben! Und wie ich neulich schonmal geschrieben habe: Durch die spezielle Lage des Leineschlosses ist es praktisch unmöglich, die gesamte Front des Gebäudekomplexes auf einmal zu überblicken! Daher ist eine 100%ige Symmetrie nicht ganz so bedeutend. Würde das Gebäude freier stehen, so daß man es auch größerer Entfernung betrachten könnte, würde ich die aktuelle Situation möglicherweise auch etwas kritischer sehen. Aber so wie es die aktuelle Platzsituation hergibt, find ich es absolut ok und wirklich in keinster Weise störend! Außerdem stehen ja vor dem Oesterlen-Flügel noch mehrere Bäume.
CrayZD May 24th, 2009, 12:38 PM Hier standen direkt danaben schöne alte Fachwerkhäuser. Sah bestimmt besser aus als jetzt ;)
Zeitweise ja. Aber wenn man dem entsprechenden Stadtmodell im Rathaus Glauben schenkt, stand da schon im Vorkriegszustand nur noch die FWK. Wie ich schon zuvor schrieb, das hatte sicherlich den angenehmen Nebeneffekt, dass dort ein richtiger Platz entstand und nicht nur ein aufgeweiteter Bürgersteig wie heute. Aber das Leineschloss selbst sah eher suboptimal aus. Wenn ich mir vorstelle, dass man von der Kreuzung Karmarsch-/Leinstraße direkt seitlich auf den Portikus blickt, ohne eine vorgelagerte halbwegs bündige Fassade, dann stelle ich mir den Zustand schlimmer vor als jetzt.
devilsadvocate May 24th, 2009, 12:54 PM Außerdem stehen ja vor dem Oesterlen-Flügel noch mehrere Bäume.
Das ist aber ein ziemlich schwaches argument für die ERhaltung eines Baus.
Damit zeigst Du ja schon im Grunde selbst, dass der Anbau so sehenswert ist, dass besser Bäume davor stehen...
Schnitzelesser May 25th, 2009, 04:07 PM Würde eine lavessche Schlossvollendung nicht die Flußwasserkunst unmöglich machen?
telemaxx May 25th, 2009, 05:06 PM Das habe ich auch schonmal überlegt.
Ich glaube es wäre möglich, aber es würde eng werden.
Wenn wir aber tatsächlich eine Schlossvollendung nach Laves bekommen würden (was ja anscheinend sehr unwahrscheinlich ist), würde ich sogar auf die FWK verzichten, wenn der Schlossbau sonst nicht möglich wäre.
Man stelle sich mal den tollen Blick vom historisch wiederhergestellten Waterlooplatz auf das vollendete Leineschloss vor!!! ;)
Leider wohl wunschdenken.
Squig May 25th, 2009, 05:22 PM Man stelle sich mal den tollen Blick vom historisch wiederhergestellten Waterlooplatz auf das vollendete Leineschloss vor!!! ;)
Glaube nicht, dass man da so viel sieht, Bäume und so.
telemaxx May 25th, 2009, 05:27 PM Ja, da müsste man dafür sorgen, dass man da einigermaßen Blick hat.
gstolze May 25th, 2009, 07:22 PM An der Seite zum Waterlooplatz kommt der fehlende Ostflügel gar nicht so zum tragen. Da Problem ist eher die Seite an der Leinstraße mit dem Portikus. Deswegen wäre ich ja schon mit einem Lavesflügel an der Leinstraße zufrieden. Dahinter könnte man ruhig einen modernenn viertelkreisförmigen ö.ä. Anbau Richtung Leine setzen, wenn dieser auf dieser Seite durch einen Hof vom Baukörper des Schlosses getrennt wird. Dann bliebe genug Platz für die FWK und einen kleinen Park für die Göttinger Sieben. Sorry, ich wiederhole mich hier, habe es ja schonmal so vorgeschlagen......
Leine1977 May 26th, 2009, 09:57 AM ^^ Dein Vorschlag, gstolze, würde sicherlich die Mehrheit für schön und gut empfinden. Leider ist man im speziellen in Hannover auf einem ellitären-pseudo künstlerisch modernen Tripp. ich glaube der Normalbürger wird in 100 Jahren nicht Oesterlens Werke zu schätzen wissen. Solch eine Architektur erschließt sich nur einer kleinen Gruppe. Mir ist das zuwenig.
Dennoch haben wir wichtigere Bausünden und Baustellen in Hannover. Von daher kann der Landtag gerne bleiben. Mit hellem Naturstein würde er sogar vielleicht gar nicht so schlecht ausehen...
devilsadvocate May 26th, 2009, 07:49 PM Nee, also auch mit hellem Naturstein werde ich ihn unausstehlich finden. Für mich gehört Symmetrie zu einem Gebäude dazu, gerade zu solch einem repräsentativen Bau.
matheking June 9th, 2009, 11:46 AM Hannovers Stimmzettel kommen ins StaatsarchivBei einer HAZ-Abstimmung im Landtag votierte eine klare Mehrheit der Besucher für den Erhalt des Plenarsaals.
Manchmal passt Volkes Stimme in einen Schuhkarton: Genau 1421 Bürger hatten sich im vergangenen März beim Tag der offenen Tür im Landtag an einer Abstimmung der HAZ beteiligt. Es ging um den geplanten Abriss des Plenarsaals, und das Votum der Besucher war eindeutig: Genau 1284 von ihnen stimmten auf roten Zetteln für den Erhalt des denkmalgeschützten Baus, den der Architekt Dieter Oesterlen in den sechziger Jahren entworfen hatte. Nur 137 votierten auf gelben Zetteln dagegen. Viele Teilnehmer schrieben ihren vollen Namen auf das Papier, besonders groß und deutlich, als wollten sie zeigen, dass sie mit ihrer ganzen Person hinter ihrer Entscheidung stehen.
Die Stimmzettel kommen jetzt als historische Zeitdokumente zu archivarischen Ehren: Volker Goebel, Leiter der HAZ-Lokalredaktion, übergab sie gebündelt an Manfred von Boetticher, den Leiter des Hauptstaatsarchivs. Dort werden die Papiere jetzt fachgerecht verpackt, in der „Zeitgeschichtlichen Sammlung“ eingelagert und – wenn nichts dazwischen kommt – für die Ewigkeit aufbewahrt. Aus Gründen des Datenschutzes bleiben sie für Historiker allerdings für die ersten 30 Jahre gesperrt. „Möglicherweise sind die Stimmzettel für Forscher kommender Generationen eine wichtige Quelle“, sagt Archivleiter von Boetticher.
Tatsächlich bilden die Zettel eine Stimmungslage ab, zumal viele Landtagsbesucher sie mit kurzen Kommentaren versehen haben: „Bitte Geld in Schulen investieren!“, schrieb ein Abrissgegner. „Denkmalgeschützte Gebäude dürfen nicht abgerissen werden“, forderte ein anderer. „Die Stellungnahmen zeigen, dass das Thema große Emotionen weckt“, sagt Volker Goebel.
Im Hauptstaatsarchiv kommen die Papiere jetzt in eine illustre Gesellschaft: Dort liegen sie in der Nachbarschaft von Urkunden, die Kaiser Otto der Große im 10. Jahrhundert ausstellte, von Ablassbriefen aus der Zeit vor der Reformation – und von Akten, die sich mit dem 1966 abgerissenen Friederikenschlösschen und der 1963 zerstörten Wasserkunst am Landtag befassen. Die Archivunterlagen zeigen, wie vehement sich damals Bürger für den Erhalt der Gebäude einsetzten, aber es war vergebens.
Archivleiter von Boetticher hegt selbst Sympathien für den Erhalt des Plenarsaals: „Es wäre allerdings schön gewesen, wenn Oesterlens Zeitgenossen, die heute für den Plenarsaals kämpfen, sich damals ebenso für die Bewahrung alter Bauwerke eingesetzt hätten.“
Angesichts des öffentlichen Drucks hat die Baukommission des Landtags kürzlich einen Wettbewerb um „kreative Lösungen“ für die Zukunft des Oesterlen-Baus ausgelobt.
Quelle: http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Hannovers-Stimmzettel-kommen-ins-Staatsarchiv
devilsadvocate June 9th, 2009, 05:01 PM "Geld in Schulen investieren" ist genauso ein blödsinniges Argument wie "Denkmalgeschützte Gebäude dürfen nicht abgereissen werden".
Schulen sind meiner Meinung nach nicht gerade unterfinanziert. Da wird echt auf hohem Niveau gemeckert. Dass die Bildung nicht so ist, wie sie sein sollte, liegt auch an der Einstellung der Schüler und noch viel mehr an den Eltern, die ihre Kinder zu Hause nicht fördern und erziehen.
Hinsichtlich der "denkmalgeschützten" GEbäude muss man sich dennoch jedes Gebäude im Einzelenen angucken. Diesen Status haben auch nur andere Menschen diesen Gebäuden gegeben und sollte nicht blind verfestigt werden.
Das Parkhaus z.B., welches in der Altstadt unter "Denkmal-"Schutz steht ist ja wohl ein totaler Witz. Das könnte man noch heute abreißen!
Squig June 9th, 2009, 06:06 PM Hast du ne Ahnung. In meiner OS (Lüerstraße) hats getropft und der Putz/die kacheln sind von den Wänden gefallen. Und das ist beileibe kein Einzelfall. Ohne Initiative der Eltern sähe es da noch viel schlimmer aus... Ob die ausstattung der schulen so reicht weiß ich nicht, aber die Gebäude sind zT echt sanierungswürdig.
telemaxx June 9th, 2009, 06:17 PM Also der Zustand der Gebäude und die Ausstattung der Schulen ist z.T. unterirdisch!
In Chemie konnten viele Experimente nicht durchgeführt werden, weil kein Geld für die Chemikalien z.B. da war.
Und der Zustand der Schule (Leibnizschule) war auch grottenschlecht.
Wird aber demnächst saniert und zum Teil neugebaut.
CrayZD June 9th, 2009, 06:42 PM "Denkmalgeschützte Gebäude dürfen nicht abgerissen werden" ist an sich als Argument erstmal kein Witz. Dass die Kriterien für den Denkmalschutz in Hannover teilweise lächerlich und hanebüchen sind, steht auf einem anderen Blatt.
Das Argument "lieber in Schulen investieren" etc. (vermutlich die häufigste Begründung) lässt mir jedoch auch regelmäßig die Adern anschwellen. Vor allem wird diese Parole ja auch gerne mal angestrengt, wenn Bauprojekte den Steuerzahler überhaupt nichts kosten.
Typisch kleingeistig. Vielleicht hat Hannover ja angesichts solcher Bürgermeinungen auch gar keine andere Architektur verdient als Nachkriegseinerlei.
gstolze June 9th, 2009, 07:20 PM Das Argument mit den Schulen kann ich auch nicht mehr hören. Soweit ich weiss, sind für Bau und Unterhaltung der Schulen die Kreise bzw. Städte zuständig. Also werden die Schulen bei Ausgaben für einen neuen Landtag gar nicht berührt. Aber es macht sich immer gut, viele Leute auf die Protestseite zu ziehen.
matheking June 9th, 2009, 07:24 PM Ich finde auch nicht, dass man Investitionen in Schulen und den Landtag gegeneinander ausspielen sollte. Ausserdem ist der Zustand der Schulen Sache der Kommunen und nicht des Landes.
Das die Bildungseinrichtungen ausreichen finanziert sind wage ich aber ernsthaft zu bezweifeln und spreche da auch aus Erfahrung als Schüler und Lehrer! Das unsere Rechner für den Informatikunterricht geschätzte 15 Jahre alt sind und den Einsatz vieler Programme deswegen schlichtweg unmöglich ist, die Anzahl der Kopien begrenzt wird, farbige Kreide und andere Unterrichtsmaterialien selber gekauft werden müssen liegt schon an einer Unterversorgung der Schuletats. Von einer Unterrichtsversorgung die real bei vielleicht 85% liegen mag mal abgesehen.
homann5 June 9th, 2009, 07:38 PM Auch wenn es langsam sehr vom eigentlichen Thema abweicht, das Land könnte problemlos das Geld, das ein Neubau, bzw. Umbau verschlingen würde, den Kommunen für die Sanierung von Schulen und deren bessere Ausstattung zur Verfügung stellen, zumindest wäre mir kein Gesetz bekannt, welches sowas verhindern würde.
Es ist letztendlich eine Grundsatzfrage, muss der Herr Abgeordnete bequem in die Tiefgarage unter dem neuen Landtag fahren, um ja keinen Kontakt zur Aussenwelt zu haben oder soll der Schüler lieber bessere Ausstattung und eine sanierte Schule haben. Wenn man schon seitens der Politik davon spricht, daß ein Umbau oder Neubau eine Investition für die Zukunft ist, dann frage ich mich, was das Geld im Bildungsetat wäre.
CrayZD June 9th, 2009, 07:43 PM Die Tiefgarage ist ein gern benutzter Aufhänger für die angeblich überzogenen Um-/Neubaupläne. Ob sie überhaupt kommen wird, steht auf einem anderen Blatt. Im Architektenwettbewerb ist sie jedenfalls angeblich kein 'Must-Have' mehr. Und einfach erstmal alle Wünsche aufschreiben, die einem so einfallen... das würde wohl jeder andere genauso machen.
Fakt ist, dass das Landtagsgebäude mindestens genauso marode ist wie die meisten Schulen. Und dass die Rechnung 'wir nehmen bei den Prestigeprojekten was weg, also haben wir mehr für die Instandhaltung' nicht aufgeht, sollte nun mittlerweile jeder wissen.
devilsadvocate June 9th, 2009, 07:48 PM Aber ein "Prestige" Bau wird es doch eh nicht. Es wird wenn üerbhaupt ein Allerweltsbau aus langweiligem Glas und Stahl "passend" zur Altstadt... ein grauenvoller Gedanke!
Würde doch nur ein Architekt mal den Mut haben und die Laves-Fassade vorschlagen...
Leine1977 June 9th, 2009, 10:24 PM Wenn man schon seitens der Politik davon spricht, daß ein Umbau oder Neubau eine Investition für die Zukunft ist, dann frage ich mich, was das Geld im Bildungsetat wäre.
Wenn wir damit erst anfangen, dann hinterfrage ich auch die D-Linie. Was soll dieser ganze Mist von einem Tunnel, nur damit Sparkassen-Manager bequem unterirdisch fahren? Soll das Geld doch lieber in die Schule investiert werden.
Lefthandy June 9th, 2009, 11:10 PM Was soll dieser ganze Mist von einem Tunnel, nur damit Sparkassen-Manager bequem unterirdisch fahren? Soll das Geld doch lieber in die Schule investiert werden.
Dass die U-Bahn nur von Bonzen benutzt wird ist aber schwer vermittelbar. Die fahren wohl eher Limousine, Cabrio oder Geländewagen.
Aber darum muss man sich keine Sorgen machen, die Tunnel-Gegner sind eh gut aufgestellt was Totschlagargumente angeht.
homann5 June 9th, 2009, 11:26 PM Wenn wir damit erst anfangen, dann hinterfrage ich auch die D-Linie. Was soll dieser ganze Mist von einem Tunnel, nur damit Sparkassen-Manager bequem unterirdisch fahren? Soll das Geld doch lieber in die Schule investiert werden.
Ganz klares Eigentor!!!:ohno:
Weder ein Neubau noch ein teurer Umbau des Landtags sind wirklich notwendig, es geht einzig und allein um den "Schaut, was wir uns tolles geleistet haben!"-Faktor. Den Vorschlag, den Landtag lediglich energetisch auf den Stand der Zeit zu bringen, hat man ja ganz schnell vom Tisch gewischt.
Sowohl die Investition in Schule als auch in dringend notwendige Infrastruktur ist für die Zukunft wichtig, ein Penisersatz für so manchen Politiker nicht.
Squig June 10th, 2009, 12:01 AM Ganz klares Eigentor!!!:ohno:
Weder ein Neubau noch ein teurer Umbau des Landtags sind wirklich notwendig, es geht einzig und allein um den "Schaut, was wir uns tolles geleistet haben!"-Faktor. Den Vorschlag, den Landtag lediglich energetisch auf den Stand der Zeit zu bringen, hat man ja ganz schnell vom Tisch gewischt.
Sowohl die Investition in Schule als auch in dringend notwendige Infrastruktur ist für die Zukunft wichtig, ein Penisersatz für so manchen Politiker nicht.
Das wiederum ist Unsinn, der Landtag ist genauso marode wie einige/viele Schulen und muss dringend saniert werden, diese Sanierung wird teuer. Da noch etwas draufzulegen um ein paar Sachen zu verändern, während man eh schon saniert, sollte ja wohl grad noch drinn sein, machen Privatmenschen ja auch nicht anders.
Ok, das ist sogar mehr als unsinn, dass ist ein Ttschlagargument bis zum ende ausgereizt (um nicht zu sagen überreizt)
joerg677 June 10th, 2009, 12:26 AM Ich kann dieses abgekaute "Gebt´s den Schulen" einfach nichtmehr hören.. Als ob die Schule nun das einzig wichtige in einer Gesellschaft ist..
Zu der Befragung der Besucher im Landtag.. Hmm, also ich bin ja grundsätzlich immer für Volkes Stimme.. Allerdings kommts ja ganz oft auch auf die Fragestellung an..
Beispiel: Man nehme drei Computeranimationen bzw Fotos und lege Sie dem Pöbel vor (kleiner Scherz ):
Nummer 1: Der Oesterlen-Bau
Nummer 2: Typische Glas-Stahl-Geschichte
Nummer 3: Erweiterung der Lavesfassade
Nummer 4: Alles Mist oder Is mir egal (da gibts im Videotext auch immer Leutchen die bei "is mir egal" anrufen und 0,49 Euro ausgeben :lol::nuts:)
Und dann fragt man die Leute: Was davon wollt ihr?
Und DANN hat man Volkes Meinung.. Gell?
homann5 June 10th, 2009, 09:31 AM Das wiederum ist Unsinn, der Landtag ist genauso marode wie einige/viele Schulen und muss dringend saniert werden, diese Sanierung wird teuer. Da noch etwas draufzulegen um ein paar Sachen zu verändern, während man eh schon saniert, sollte ja wohl grad noch drinn sein, machen Privatmenschen ja auch nicht anders.
Ok, das ist sogar mehr als unsinn, dass ist ein Ttschlagargument bis zum ende ausgereizt (um nicht zu sagen überreizt)
Ich kann dieses abgekaute "Gebt´s den Schulen" einfach nichtmehr hören.. Als ob die Schule nun das einzig wichtige in einer Gesellschaft ist..
Frage: muss es denn unbedingt eine teure Sanierung sein oder könnte man für die paar Tage im Jahr, die der Landtag überhaupt wirklich genutzt iwrd, nicht einfach eine andere, nicht sanierungsbedürftige Lokalität nutzen, die trotzdem repräsentativ ist? Ich werfe da einfach mal den Kuppelsaal als Vorschlag in die Runde, nachdem in einem anderen Thread ja über eine alternative Nutzung des HCC nachgedacht worden ist.
Und weil es gerade auf haz.de (http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/250-Plaetze-fehlen-im-neuen-Schuljahr-in-Hannover) steht, es fehlt Geld für ausreichend viele Plätze an den Schulen in Hannover.
Zu der Befragung der Besucher im Landtag.. Hmm, also ich bin ja grundsätzlich immer für Volkes Stimme.. Allerdings kommts ja ganz oft auch auf die Fragestellung an..
Beispiel: Man nehme drei Computeranimationen bzw Fotos und lege Sie dem Pöbel vor (kleiner Scherz ):
Nummer 1: Der Oesterlen-Bau
Nummer 2: Typische Glas-Stahl-Geschichte
Nummer 3: Erweiterung der Lavesfassade
Nummer 4: Alles Mist oder Is mir egal (da gibts im Videotext auch immer Leutchen die bei "is mir egal" anrufen und 0,49 Euro ausgeben :lol::nuts:)
Und dann fragt man die Leute: Was davon wollt ihr?
Und DANN hat man Volkes Meinung.. Gell?
So wäre es demokratisch. Ich würde dann darauf wetten, daß Nummer 3 weit vorne landet. Und vermutlich wehrt sich die Politik genau deshalb auch gegen einer wirklichen Beteiligung der Bevölkerung.
joerg677 June 10th, 2009, 10:16 AM @homann: So schlecht find ich die Idee gar nicht.. Warum nicht ein anderes repräsentatives Gebäude als Landtag nutzen?! Hmmm..
Schwierigkeit im Kuppelsaal wäre wohl die ganze Geschichte mit der Technik.. und das dann das Gebäude auch wieder zu nichts Anderem zu gebrauchen wäre.. Die Herren Abgeordneten sind da denke ich etwas eigen..
Aber die Grundidee ist so schlecht nicht.. Was gibt´s denn da noch für leerstehende Schätze?
Leine1977 June 10th, 2009, 10:57 AM Ganz klares Eigentor!!!:ohno:
Weder ein Neubau noch ein teurer Umbau des Landtags sind wirklich notwendig, es geht einzig und allein um den "Schaut, was wir uns tolles geleistet haben!"-Faktor. Den Vorschlag, den Landtag lediglich energetisch auf den Stand der Zeit zu bringen, hat man ja ganz schnell vom Tisch gewischt.
Sowohl die Investition in Schule als auch in dringend notwendige Infrastruktur ist für die Zukunft wichtig, ein Penisersatz für so manchen Politiker nicht.
Es ging mir lediglich um die Argumentation. Dieses "Bildungs-Argument" finde ich nicht passend. In Potsdam werden Rekonstruktionen von Schloß + Landtag z.B. behindert.
Zudem kann man dann eine Reihe weitere Ausgaben hinterfragen. Wir können doch als Hannoveraner froh sein, wenn mal etwas Repräsentatives gebaut wird. Wir sind Landeshauptstadt!
Wenn aber, wie jetzt, bewußt auf repräsentative Bauten verzichtet, sogar nur einen schlichten Bau wünscht, dann sollte man es ganz lassen. Den jetzigen Plenarsaal würde aber gerne verschönert wissen - auch mit Steuergeld.
Squig June 10th, 2009, 11:13 AM Das Leineschloß verrotten zu lassen und den Landtag in irgendeine Turnhalle (oder meinetwegen auch das HCC) zu ziehen könnt ihr doch nicht ernsthaft als Alternative in den Raum stellen?!? Geht ja mal gar nicht!
joerg677 June 10th, 2009, 11:14 AM Das Leineschloß verrotten zu lassen und den Landtag in irgendeine Turnhalle (oder meinetwegen auch das HCC) zu ziehen könnt ihr doch nicht ernsthaft als Alternative in den Raum stellen?!? Geht ja mal gar nicht!
Das hat doch kein Mensch vorgeschlagen??
Lefthandy June 10th, 2009, 11:15 AM Der Landtag sollte in ein anderes repräsentatives Gebäude, keine Turnhalle.
Und das impliziert nicht, dass das Leineschloss in der Folge verotten muss oder soll.
Squig June 10th, 2009, 12:36 PM Der Landtag sollte in ein anderes repräsentatives Gebäude, keine Turnhalle.
Und das impliziert nicht, dass das Leineschloss in der Folge verotten muss oder soll.
Die Turnhalle war polemisierend gemeint...
Und doch, das heisst es. Wenn man das Landtagsgebäude saniert, wieso sollten die dann noch umziehen? Totaler Humbug. Ein Umzug wäre nur bei einer Nichtsanierung nötig/sinnvoll > Verrotten.
joerg677 June 10th, 2009, 12:52 PM Die Turnhalle war polemisierend gemeint...
Und doch, das heisst es. Wenn man das Landtagsgebäude saniert, wieso sollten die dann noch umziehen? Totaler Humbug. Ein Umzug wäre nur bei einer Nichtsanierung nötig/sinnvoll > Verrotten.
Irgendwie verstehst Du das nicht, hast die Beiträge nicht richtig gelesen, oder willst das nicht verstehen??
Das war lediglich ein Alternativvorschlag hier für den Sitzungssaal. Wenn der neu gebaut werden würde, wäre ein Umzug natürlich quatsch...
Squig June 10th, 2009, 12:58 PM Irgendwie verstehst Du das nicht, hast die Beiträge nicht richtig gelesen, oder willst das nicht verstehen??
Das war lediglich ein Alternativvorschlag hier für den Sitzungssaal. Wenn der neu gebaut werden würde, wäre ein Umzug natürlich quatsch...
Nein, du/ihr versteht mich nicht. Der Saal muss auf jeden Fall saniert werden, sonst kann man da bald nicht mehr drinn tagen oder ihn anderweitig nutzen. Ob man dann einen Neubau macht oder eine einfache Renovierung/Umbau ist diskussionswürdig. Natürlich könnte man auch umziehen, aber dann müsste das Gebäude dennoch saniert werden, sonst ists bald ne verkommene Ruine wie seinerzeit die Villa Wilmer.
matheking June 10th, 2009, 01:06 PM Also ich versteh Deine Argumentation Squig:hug:
Lefthandy June 10th, 2009, 02:39 PM Es bleibt die Möglichkeit, dass der Landtag umzieht und aus dem Leineschloss in der Folge etwas anderes gemacht wird. Z.B. ein Museum, ein Hotel oder ein Media-Markt (wäre nicht mein Favorit :) ).
Ich denke mal jedem der hier von Umzug sprach, schwebte auch eine Nachnutzung des Leineschlosses vor. Für solche Nachnutzungen gebe es dann womöglich Investoren (z.B. die Metro AG) so dass nicht der Steuerzahler aufkommen müsste.
Der Saal indes kann ruhig verrotten oder wahlweise den nachnutzungsspezifischen Umbaumaßnahmen weichen.
Anmerkung: Dies ist meine persönliche Meinung, ich stelle sie nicht über jene von anderen. Des weiteren gibt es auch schöne Nachkriegsbauten.
So damit dürfte die Diskussionsgrundlage gerettet sein.
Squig June 10th, 2009, 02:52 PM Das Umziehen als Option theoretisch besteht, bestreite ich ja nicht, auch wenn ich es für unsinnig halte (bei unserem Glück reisst der Nachnutzer das Leineschloß erstmal ab, und bebaut das ganze areal dann so, dass es auch für FWK keine Hoffnung mehr gibt).
Es wurde aber in erster Linie als Kostenargument angeführt, und das ist, meiner Meinung nach Humbug. Und wieso sollte sich Metro sowas kaufen, wenn die jetzt noch die Karstadthäuser kriegen (ja, war nur als Beispiel gedacht, aber dennoch).
gstolze June 10th, 2009, 05:22 PM Für mch ist das schon als langfristige Vision denkbar. Hatte ich ja auch schon Mal vorgeschlagen.
-Neubau des Landtags an anderer Stelle oder Nutzung eines anderen Gebäudes (z.B. das Ständehaus, der Finanzminister braucht keinen Palast).
-Schrittweise Wiederherstellung wichtiger Innenräume des Leineschlosses und Einrichtung von Museen in anderen Bereichen, ganz nach dem Vorbild der Residenzen in München oder Dresden. Damit hätten wir ein kulturelles Juwel in der Altstadt. Die Wiederherstellung des Schlosses in Dresden dauert ja auch mindestens 20 Jahre. Das müsste auch hier finanziell zu machen sein.
joerg677 June 10th, 2009, 07:21 PM --Gelöscht--
Schnitzelesser June 10th, 2009, 09:20 PM Das wäre ja dann eine schöne Museumsmeile. :) Ich denke, der Landtag sollte weiter in der Nähe der Ministerien beheimatet sein.
joerg677 June 11th, 2009, 10:45 PM Hier mal die Lavesfassade ganz ohne Oesterlen:
http://www.postkarten-archiv.de/hannover.Leineschloss/detail/detail_21.html
devilsadvocate June 12th, 2009, 10:53 PM Oh mein Gott, was ist nur mit dem Eingang apssiert? Vermutlich abgerbochen.
Das GEbäude sah ohne Anbau immer noch besser aus, als jetzt.
gstolze June 12th, 2009, 10:57 PM Interessant den Portikus im Originalzustand zu sehen, ohne die große Freitreppe.
joerg677 June 12th, 2009, 10:59 PM Ich find der Abschluss ist echt gelungen. .Viel besser als ich dachte.. Sieht schön aus und stimmig..
CrayZD June 12th, 2009, 11:00 PM Gerade diese Ansicht finde ich vollkommen Banane. Interessanter wäre es vielleicht ein Stück weiter zur Leine hin geworden. Dort lag das, was heute Innenhof ist, zur Seite vollkommen frei. Natürlich im Originalzustand und nicht in diesem grässlichen 50er-Redesign. Zusammen mit der FWK auf der anderen Seite des Platzes sah das bestimmt hübsch aus.
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