View Full Version : Schlösser und Burgen in Polen
markus1234 March 9th, 2009, 12:58 AM Hier eine kleine Auswahl "Polnischer" Schlösser und Burgen. Es gibt natürlich tausende von ihnen, und es ist schwer die besten/schönsten rauszusuchen. Ich belasse es bei 10. die ich schon besucht habe.
(wie man unschwer erkennen kann, inspiriert durch den schönen Neuschweinstein Thread http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=297030 ) ;)
Die drei wichtigsten Schlösser Polens:
1. Wawelburg in Krakau
http://farm4.static.flickr.com/3502/3196920635_8a9a41e67f_b.jpg
2. Warschauer Schloss
http://farm4.static.flickr.com/3440/3310378770_813123893c_b.jpg
3. Marienburg
http://farm2.static.flickr.com/1034/1391502040_d8adeeff79_b.jpg
...und jetzt einige kleinere, aber sehenswerte Burgen/Schlösser/Ruinen.
4. Schloss Niedzica im Vordergrund und Burg Czorsztyn im Hintergrund.
http://farm2.static.flickr.com/1440/1231204185_894e69513d_b.jpg
5. Schloss Fürstenstein
http://farm3.static.flickr.com/2022/2481513408_0511415a92_b.jpg
6. Schloss Pieskowa Skala
http://farm3.static.flickr.com/2206/2193560678_b29e558039_b.jpg
7. Schloss Krasiczyn
http://farm2.static.flickr.com/1440/1386010521_b58dafb9a7_o.jpg
(von Innen viel schöner als von außen http://www.flickr.com/search/?q=krasiczyn&s=rec&page=4 )
8. Schloss Lublin (total häßlich von außen, aber wichtig für die polnische Geschichte. Da hat man die http://de.wikipedia.org/wiki/Lubliner_Union gegründet)
http://farm1.static.flickr.com/95/268642697_98191ac98b_b.jpg
Und zum schluß noch zwei Ruinen
9. Kazimierz Dolny (das polnische "Heidelberg")
http://farm4.static.flickr.com/3113/2595732046_a6a110c7b4_b.jpg
10. Ogrodziniec (von diesen Ruinen gibt es mehrere innerhalb weniger Kilometer)
http://farm1.static.flickr.com/149/427912222_bb7585902f_b.jpg
il fenomeno March 9th, 2009, 09:42 PM ich erinnere mich an einen reichen thread über polnische burgen und schlösser in euroscrapers. vielleicht ist der noch erhalten und kann hier rein gestellt werden?
erbse March 9th, 2009, 09:48 PM Super markus, danke :applause:
Wie ist eigentlich insgesamt der Sanierungsstand polnischer Adelssitze zu beurteilen?
Ich habe zwar schon einiges gesehen, aber natürlich nur blitzblank rausgeputzte Touri-HotSpots.
markus1234 March 9th, 2009, 09:56 PM ich erinnere mich an einen reichen thread über polnische burgen und schlösser in euroscrapers. vielleicht ist der noch erhalten und kann hier rein gestellt werden?
http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=483047
Schnitzel March 9th, 2009, 09:57 PM To ja pozwolę sobie przedstawić zamek Łucznik:
http://irma.pl/photos/article/zamek_nawierzchniowy_lucznik_yale.jpg
Sory, nie mogłem się powstrzymać. :D
ROLF
markus1234 March 9th, 2009, 11:51 PM Wie ist eigentlich insgesamt der Sanierungsstand polnischer Adelssitze zu beurteilen?
Insgesamt eher schlecht..., wobei die (touristisch und historisch) wichtigsten Schlösser, Burgen und Paläste durchaus schon in einem sehr guten Zustand sind.
In Polen kommt noch ein Problem dazu, daß es einfach sehr viele Adelssitze gibt, denn Polen hatte einen sehr hohen Anteil an Adeligen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Szlachta
"Der komplette Adel umfasste ca. 10 % der polnischen Bevölkerung, was eine schwere Bürde für die restliche Bevölkerung bedeutete. Kein anderer europäischer Staat hatte einen derart hohen Adelsanteil; dort betrug er zumeist lediglich etwa 1-3 %."
Die Gesamtzahl der noch heute (2004) existierenden einstigen polnischen Adelsfamilien beträgt (Kleinadel nur teilweise mitgerechnet) etwa 23.000–25.000 Geschlechter. Ihre Herkunft spiegelt die Vergangenheit des einst riesigen Landes wider. Es sind vor allem ethnische Polen, aber auch herkunftsmäßig Armenier, Deutsche, Engländer, Franzosen, Holländer, Italiener, Juden, Kosaken, Litauer, Slowaken, Schotten, Tataren (bis heute Muslime), Ukrainer und Tschechen.
...und leider sind dementsprechend sehr viele dieser Sitze zerstört und im Kommunismus enteignet worden. Da hat man dann Kasernen, Krankenhäuser usw. drin eingerichtet und wenig auf Denkmalschutz/Sanierung geachtet. (Von den poln. Adelssitzen in der heutigen Ukraine und Weißrussland ganz zu schweigen. Die verfallen einfach)
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Aus deutscher Sicht ist in diesem Zusammenhang dieser kleine Palast
http://pl.wikipedia.org/w/index.php?title=Plik:Warsaw_Mlociny_pallace.jpg&filetimestamp=20060623212908
ganz interessant.
Das hat sich http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_von_Br%C3%BChl am Rande von Warschau gebaut und jetzt wurde es für 5 millionen Euro an einen Privatmann verkauft, und wird hoffentlich saniert...
erbse March 10th, 2009, 12:10 AM ^ Das wäre zu wünschen. Vielen Dank für den Einblick, sehr interessante Informationen!
Ich habe mir schon gedacht, dass es insgesamt eher schlecht um die höfischen Bauten bestellt ist. Hier im Osten ist es zum Teil nicht sehr viel anders. In letzter Zeit hat es aber ziemlich gebessert, viele westdeutsche (und auch polnische) Investoren kommen und kaufen sich günstig Schlösser im Osten, um sie zu sanieren & zu bewohnen bzw. zu bewirtschaften. Gerade in Mecklenburg-Vorpommern läuft das ganz gut (wir haben über 2000 Burgen, Schlösser & Landsitze in M-V. Gibt in fast jedem Dorf so etwas.).
In dem oben gen. Zusammenhang würde mich mal interessieren: Wie steht es eigentlich um die Rekonstruktion des Sächsischen Palais (http://de.wikipedia.org/wiki/Sächsisches_Schloss) in Warschau? Im Wiki-Artikel ist die Rede von einem Baubeginn 2007, so weit ich weiß, hat sich das aber verzögert oder? Wie originalgetreu wird man es wiederaufbauen?
Und was für ein Nutzungskonzept hat man da? Gibt es einen Investor oder wird das vom Staat finanziert?
markus1234 March 10th, 2009, 12:34 AM Hier noch die 3 wichtigsten Paläste in Polen.
1. Wilanow in Warschau
http://farm3.static.flickr.com/2134/2188290756_2b10cba7f2_b.jpg
2. Lazienki in Warschau
http://farm4.static.flickr.com/3276/2677351321_069ed2e698_b.jpg
http://farm1.static.flickr.com/181/473951068_feda4ec3b7_o.jpg
3. Präsidentenpalast in Warschau
http://farm4.static.flickr.com/3061/2619213646_01fa4954d8_b.jpg
http://farm1.static.flickr.com/244/3161412472_e71e0f8254_o.jpg
alleine In Warschau gibt es ca 80 Paläste (und einige leider zerstört..zB. das sächsische und das brühlsche Palais vom August den Starken)... aber die erspare ich euch, denn wenn man ehrlich ist, dann sehen sie in unseren Breitengraden ja ohnehin alle sehr ähnlich aus. Heute trägt jeder Adelige die selben Designerklamotten und früher hat man gegenseitig die Paläste kopiert....
markus1234 March 10th, 2009, 12:49 AM In dem oben gen. Zusammenhang würde mich mal interessieren: Wie steht es eigentlich um die Rekonstruktion des Sächsischen Palais (http://de.wikipedia.org/wiki/Sächsisches_Schloss) in Warschau? Im Wiki-Artikel ist die Rede von einem Baubeginn 2007, so weit ich weiß, hat sich das aber verzögert oder? Wie originalgetreu wird man es wiederaufbauen?
Und was für ein Nutzungskonzept hat man da? Gibt es einen Investor oder wird das vom Staat finanziert?
Das sächsische Palais und das brühlsche Palais (oben in der Ecke)
http://d.polskatimes.pl/k/r/12/6e/46/492293651cd7e_k1.jpg
ist vorläufig der knappen Haushaltskasse der Stadt Warschau zum Opfer gefallen. Wenn es die EM2012 nicht gäbe, dann sähen die Chancen besser aus, aber so muß das ganze Geld für die U-bahn Linie und die Infrastruktur ausgegeben werden.
Es gibt aber Chancen, daß man die beiden Paläste in "public-private" Form doch noch mittelfristig (5-10 Jahre) aufbauen kann.
markus1234 April 22nd, 2009, 12:28 AM Hier noch die Frauenburg mit Russland am Horizont....
http://farm3.static.flickr.com/2211/2235502146_cd36afaec3_b.jpg
http://de.wikipedia.org/wiki/Frombork
Karasek April 22nd, 2009, 07:37 AM Insgesamt eher schlecht..., wobei die (touristisch und historisch) wichtigsten Schlösser, Burgen und Paläste durchaus schon in einem sehr guten Zustand sind.
In Polen kommt noch ein Problem dazu, daß es einfach sehr viele Adelssitze gibt, denn Polen hatte einen sehr hohen Anteil an Adeligen.
...und leider sind dementsprechend sehr viele dieser Sitze zerstört und im Kommunismus enteignet worden. Da hat man dann Kasernen, Krankenhäuser usw. drin eingerichtet und wenig auf Denkmalschutz/Sanierung geachtet. (Von den poln. Adelssitzen in der heutigen Ukraine und Weißrussland ganz zu schweigen. Die verfallen einfach)
Nun ja, Verfall aufgrund mangelnder historisch-geschichtlicher Verbundenheit ist ja auch in den ehemals deutschen Gebieten Polens keine unbekannte Erscheinung. Gottseidank ändert sich das Bewußtsein langsam.
Der größte Fehler in Polen war aber die rigorose Privatisierung nach 1989, verbunden mit mangelndem oder nicht durchgesetzten Denkmalschutz. Es ist unglaublich welche Schlösser man in private Hände gegeben hat, und noch unglaublicher ist es wie wenig Kontrolle über diese Kulturgüter der Staat dann hat. Speziell in den frühen 90ern konnten die Privatleute mit den Herrschaftssitzen machen was sie wollten. Jetzt hat man gemerkt das ein die Gemeinde dominierendes Schloss, in Privathand und für den Publikumsverkehr geschlossen, nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluß ist so das wenigstens die Gemeinden versuchen ihre Objekte öffentlich zu halten. Aber zu was der Denkmalschutz eigentlich überhaupt da ist fragt man sich manchmal schon. Wahrscheinlich nur für die Kirchen.
markus1234 April 22nd, 2009, 01:28 PM Nun ja, Verfall aufgrund mangelnder historisch-geschichtlicher Verbundenheit ist ja auch in den ehemals deutschen Gebieten Polens keine unbekannte Erscheinung. Gottseidank ändert sich das Bewußtsein langsam.
Nein, so kann man das nicht sagen. Mit der "mangelnden Verbundenheit" hat es nicht viel zu tun. Eher mit dem Mangel an Geld und der kommunistischen Ideologie, welche Schlösser, Paläste und Bürgerhäuser (unabhängig ob deutsch oder polnisch) nur unter großem Wiederstand sanieren bzw. aufbauen ließ. Das Warschauer Schloss gliech bis vor Kurzem ebenfalls noch einer Baustelle....
http://bi.gazeta.pl/im/6/4846/z4846706X.jpg
und ist bis heute noch nicht ganz fertig.
soll Zustand
http://www.zamek-krolewski.pl/pub/images/ogrody/plan_01.jpg
http://www.zamek-krolewski.pl/pub/images/ogrody/widok_02.jpg
ist Zustand...grüne Wiese..
http://www.wartozwiedzic.pl/images/obiekty/111/1199353903.jpg
und in Dresden und co. hat Honecker auch jeglichen Wiederaufbau unterlassen bzw. die Ruinen auch noch abgerissen, weil man für diese Gebäude aus ideologischen Gründen nichts übrig hatte...
Bei dem Rest stimme ich dir zu.
Karasek April 23rd, 2009, 09:37 AM Nein, so kann man das nicht sagen. Mit der "mangelnden Verbundenheit" hat es nicht viel zu tun. Eher mit dem Mangel an Geld und der kommunistischen Ideologie, welche Schlösser, Paläste und Bürgerhäuser (unabhängig ob deutsch oder polnisch) nur unter großem Wiederstand sanieren bzw. aufbauen ließ. Das Warschauer Schloss gliech bis vor Kurzem ebenfalls noch einer Baustelle....
Das ist ja kaum vergleichbar, immerhin ist es eine aufwendige Rekonstruktion (an der man sich in Deutschland übrigens ein Beispiel nehmen sollte!).
Aber die polnischen Kommunisten waren doch nicht nur antibürgerlich und antiroyalistisch, sie waren auch antideutsch und antipreussisch. Der antideutsche Reflex (der nach dem Krieg ja nur allzu verständlich war) diente den Kommunisten doch lange Zeit zum Machterhalt, denn er hatte Rückhalt in der Bevölkerung (verständlicherweise). Das in Verbindung mit der Ideologie der "Ziemie Odzyskane" führte in den ehemals deutschen Gebieten zu Erscheinungen die es meines Wissens nach in den polnischen Kernlanden so nicht gab. Etwa die kulturelle "Entkernung" der Gebiete, indem man Museums- und Bibliotheksbestände, Kirchen- sowie Schlosseinrichtungen quasi bilderstürmerisch aus der Region schaffte (vieles davon ist heute in Warschauer Depots). Oder die planmäßige Zerstörung bzw. das bewußte Verfallenlassen preussischer Bauten, für das etwa das Breslauer Schloss synonym steht.
Ob der Verfall vieler Schlösser und Herrensitze deshalb allein der antiroyalistischen Ideologie der Kommunisten zu verdanken ist bezweifle ich, waren die Häuser doch auch Repräsentanten einer Kultur die den Ziemie Odzyskane widersprach. Deshalb ja andererseits die beinahe obsessive Hinwendung zu Gotik und mittelalterlichen Burgen, welche während der kommunistischen Herrschaft bewußt gepflegt wurde(n) und die zu manchmal bizarren Auswüchsen führte.
Apropos, 1200 schlesische Schlösser in Bildern (geile Seite):
http://www.wroclaw.hydral.com.pl/test.php?tyb=05h&hl=n
erbse April 23rd, 2009, 01:38 PM und in Dresden und co. hat Honecker auch jeglichen Wiederaufbau unterlassen bzw. die Ruinen auch noch abgerissen, weil man für diese Gebäude aus ideologischen Gründen nichts übrig hatte...
Da verwechselst du was. Das war in erster Linie Walter Ulbricht, der Kulturgüter ersten Ranges (vorallem Kirchen) hat abreißen lassen.
Nur ein kleiner Abriss zu Ulbrichts Untaten in Magdeburg: www.ulrichskirche.de/Wahn.htm (http://www.ulrichskirche.de/Wahn.htm)
Er hat faktisch alle Hauptkirchen Magdeburgs (mit Ausnahme des Doms) abreißen lassen. Und das bei teilweise gutem bis sehr gutem Erhaltungszustand. Und das war nicht nur in Magdeburg so.
In der Honecker-Ära hat sich in dieser Hinsicht einiges gebessert, wenn auch zu dieser Zeit noch einige Sünden begangen wurden, die aber längst nicht alle auf die Kappe der Führung, sondern viel mehr auf die der untergeordneten Ebenen (Bezirksverwaltung usw.) gehen.
markus1234 April 23rd, 2009, 02:01 PM Aber die polnischen Kommunisten waren doch nicht nur antibürgerlich und antiroyalistisch, sie waren auch antideutsch und antipreussisch.....usw.
Alles 100% richtig was du geschrieben hast, aber daraus resultierte trotzdem nicht, daß man in Polen automatisch alles Deutsche verfallen ließ und alles Polnische aufgebaut hat.
Wenn man sich die Bilder von Danzig, Breslau, der Marienburg, usw. von 1945 anschaut, dann wird man feststellen, daß man dort mehr deutsches Erbe bewahrt und wieder aufgebaut hat, als in so mancher (Ost-)Deutschen Stadt. Was übrigens auch daran liegt, daß in diese ehemals deutschen Gebiete vertriebene Ostpolen kamen, die im IIWK vorallem russische Gewalt erlebten und deshalb nur in einem viel kleineren Maße antideutsche Reflexe hatten.
Und wenn man die Anzahl unsanierter deutscher Gebäude, mit der Anzahl der polnischen Gebäude vergleicht, dann wird man feststellen, daß es keine großen Unterschiede zu Gunsten polnischer Denkmäler gibt. Die Kommunisten und die blanke Armut zw. 1945-89 hat sowohl das Polnische, als auch das Deutsche Erbe nicht verschont...
Die ganzen polnischen Altstädte, die ich in dem anderen thread gezeigt habe, sahen noch vor 20 Jahren mehr oder weniger wie "slums" aus...
Karasek April 23rd, 2009, 03:48 PM Alles 100% richtig was du geschrieben hast, aber daraus resultierte trotzdem nicht, daß man in Polen automatisch alles Deutsche verfallen ließ und alles Polnische aufgebaut hat.
Wenn man sich die Bilder von Danzig, Breslau, der Marienburg, usw. von 1945 anschaut, dann wird man feststellen, daß man dort mehr deutsches Erbe bewahrt und wieder aufgebaut hat, als in so mancher (Ost-)Deutschen Stadt. Was übrigens auch daran liegt, daß in diese ehemals deutschen Gebiete vertriebene Ostpolen kamen, die im IIWK vorallem russische Gewalt erlebten und deshalb nur in einem viel kleineren Maße antideutsche Reflexe hatten.
Und wenn man die Anzahl unsanierter deutscher Gebäude, mit der Anzahl der polnischen Gebäude vergleicht, dann wird man feststellen, daß es keine großen Unterschiede zu Gunsten polnischer Denkmäler gibt. Die Kommunisten und die blanke Armut zw. 1945-89 hat sowohl das Polnische, als auch das Deutsche Erbe nicht verschont...
Die ganzen polnischen Altstädte, die ich in dem anderen thread gezeigt habe, sahen noch vor 20 Jahren mehr oder weniger wie "slums" aus...
Naja, auch hier muß man differenzieren. Während der kommunistischen Zeit diente der Wiederaufbau zerstörter, ehemals deutscher Städte meist der Bestätigung der Ideologie der "wiedergewonnenen Gebiete". Mit Danzig und ganz Nordpolen kenne ich mich nicht aus, dafür ganz gut mit Breslau und Schlesien. Breslau ist da sehr interessant. Man hat dort bis in die 50er viel abgerissen, nicht nur Ruinen sondern auch erhaltene Gebäude und ganze Ensembles. Das ging alles zum Wiederaufbau nach Warschau. Besonders scharf war man auf gotische Ziegeln, weshalb einige wertvolle Bauten in Breslau dran glauben mußten. Der Aufbau in Breslau konzentrierte sich danach auf die Kirchen und die Dominsel, weil sie als mittelalterliche Bauwerke den polnisch-piastischen Anspruch illustrierten. Wenn Gotik unter Barock verborgen war hat man den Barock mitunter auch einfach weggeklopft (am Kurfürstenhaus etwa). Der Rynek/Ring wiederum wurde nicht in seinem Vorkriegszustand rekonstruiert (er war großteils erhalten) sondern nach Plänen um 1800, als er noch nicht preussisch überformt war. Der mehrspurige Ring, der heute das Stadtzentrum umschließt, kam wiederum durch den Abriss der teilweise erhaltenen "Ohlen" zustande, dem schönsten Gebiet der Altstadt. Ansonsten prägten bis 1989 Brachen weite Teile der Altstadt. Nach der politischen Wende allerdings ist man jetzt so vorbildlich wie man das in Deutschland nie wäre, bspw. rekonstruiert man gründerzeitliche Einkaufshäuser samt ihrer deutschen Beschriftung... das ist schon sehr beeindruckend.
Wenn man sich mal anschaut woher die Mittel für den Wiederaufbau Warschaus kamen entdeckt man da schon ein System. Liegnitz und Hirschberg haben dafür mehr oder minder ihre gesamte Altstadt geopfert (waren beide erhalten), Breslau hat viel wertvolles Material verloren. Die schlesischen Bibliotheken füllten die Bestände in Warschau wieder auf und Kircheneinrichtungen wie die der Klosterkirche in Leubus/Lubiasz findet man heute in zentralpolnischen Kirchen.
Deadeye Reloaded April 23rd, 2009, 04:56 PM 3. Marienburg
http://farm2.static.flickr.com/1034/1391502040_d8adeeff79_b.jpg
Apropos Deutsch-Polnische Freundschaft, ist da was geplant für 2010 (http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Tannenberg_(1410))? Ein riesen Grillfest oder Konzert vielleicht? :D
markus1234 April 23rd, 2009, 06:06 PM Kampfsaufen.
markus1234 May 31st, 2009, 09:10 PM Her mal mit Bergen...
Krakau
http://www.krakow.zax.pl/inne/panoramy/panoramy_011_d.jpg
Quelle: krakow.zax.pl
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