View Full Version : Hannover | City-Ring Rückbau
Leine1977 June 23rd, 2009, 09:47 AM Den City-Ring als solches kann man wohl doch mal als eigenständiges Thema behandeln, da es sich auch rund um die Verkehrstechnik und -führung dreht.
Hierzu stelle ich mal den aktuellen Artikel zur Studie eines Rückbaus ein:
http://img189.imageshack.us/img189/5871/img4z.jpg (http://img189.imageshack.us/i/img4z.jpg/)
Quelle: HAZ
Es wäre doch ein Traum, wenn man diese Vergeudung von Asphalt ohne Stauaufkommen in Freifläche umwandeln könnte.
CrayZD June 23rd, 2009, 10:42 AM Typisch ADAC. Ich bezweifle, dass die ihren Mitgliederschwund mit stumpfem Lobbyismus und unreflektiertem Wettern gegen alles, was in irgendeiner Form zu Lasten des MIV gehen könnte, stoppen können. Leider drängen sie sich trotzdem seit Jahrzehnten durch solche Äußerungen in die Schlagzeilen. Das mag beim Kampf z.B. gegen eine Pkw-Maut auf Autobahnen noch ganz schön sein... Forderungen nach breiten Straßen und Parkraum für alle kommen aber eher wie Ideen aus der Mottenkiste daher.
Dass sich gestern ein anderes Meinungsbild bot, ist klar. Schließlich liegen die Interessen des Publikums bei Architektur und Stadtentwicklung, und aus dieser Sicht kann es nur eine Lösung geben. Erschreckend finde ich aber, wieviele Kommentare es im entsprechenden HAZ-Online-Artikel von gestern gibt, die in die ADAC-Kerbe hauen.
Lokalpatriotismus und der Sinn für ein schöneres Stadtbild ist dem Hannoveraner eben nicht gerade in die Wiege gelegt worden. Frei nach dem Motto: was kümmert es mich, wie's in der Stadt aussieht... ich will schnell voran kommen.
Zum eigentlichen Thema: ich glaube dem Gutachterbüro uneingeschränkt, dass die Spurreduzierung durch leistungsfähige Ampelschaltungen möglich ist. Allerdings befürchte ich, dass die Vorrangschaltung für die D-Linie an der Kreuzung Goethestraße eine solche optimale Ampelregelung schwierig bis unmöglich machen könnte... so wie ja auch die Vorrangschaltung auf der HBA und am Pferdeturm die Leistungsfähigkeit dieses wichtigen Einfallstores in die City auf gefühlt unter 50% herabsenkt. Da ist man dann wieder mal in der verkehrspolitischen Zwickmühle und stellt fest, dass eine Voll-U-Bahn ja doch durchaus ihre Vorteile hätte. Nun, für den Fall Goethestraße kennen wir ja die mögliche Lösung des Problems. ;)
Und zum Zweck des Ganzen, sprich zur Nutzung der gewonnenen Freiräume: am Leibnizufer kann ich mir die behutsame Mischung aus Neubau und Grünfläche durchaus vorstellen... bin aber andererseits auch froh, dass man dem Küßner mit seiner ewig wiederkehrenden Forderung, alles lückenlos mit Wohnbauten zuzuklotzen, kein uneingeschränktes Gehör schenkt. Lieblingsstichwort: aufgeständerte Bauten am Marstall. :ohno:
Auf dem Friedrichswall dürfte erstens die freiwerdende Fläche nicht für eine Bebauung reichen. Und zweitens stünde diesem Teil des Cityrings auch durchaus etwas mehr 'Flaniercharakter' mit mehr Grün und mehr Platz für Fußgänger zu.
Leine1977 June 23rd, 2009, 11:16 AM Zustimmung, CrayZD. Aber es gibt halt immer noch passionierte Autofahrer - in jeder Stadt. Laut Prof. Haller sind die KFZ-Zahlen für Hannover jedoch auch rückläufig.
Ich hab übrigens auch gestern etwas meine Meinung geändert, und sehe mittlerweile Tunnel für Autos auch nicht mehr so positiv gegenüber. Herr Bodemann hat da eigentlich ja recht, dass man den Verkehr dort nur unsichtbar und schneller macht. Zudem sind die Ausfahrt- Einfahrtrampen auch nicht gerade attraktiv. Ein Rückbau könnte da vieles oberirdisch schon lösen.
tetaro June 23rd, 2009, 12:31 PM Es wäre doch ein Traum, wenn man diese Vergeudung von Asphalt ohne Stauaufkommen in Freifläche umwandeln könnte.
Aber man sollte bitte zuerst die Frage beantworten: Freifläche wofür?
Ein paar schmutzige Grashalme neben der Fahrbahn wie auf der Insel am Aegi und das anschließende Bedürfnis, freie Blickrichtungen durch den Bau von klotzigen Bürohäusern (wie dem Torhaus am Aegi) wieder zu verschließen, sind verzichtbar.
homann5 June 23rd, 2009, 12:31 PM Zum eigentlichen Thema: ich glaube dem Gutachterbüro uneingeschränkt, dass die Spurreduzierung durch leistungsfähige Ampelschaltungen möglich ist. Allerdings befürchte ich, dass die Vorrangschaltung für die D-Linie an der Kreuzung Goethestraße eine solche optimale Ampelregelung schwierig bis unmöglich machen könnte... so wie ja auch die Vorrangschaltung auf der HBA und am Pferdeturm die Leistungsfähigkeit dieses wichtigen Einfallstores in die City auf gefühlt unter 50% herabsenkt.
Genau das glaube ich nicht. Wäre der Cityring ein "richtiger" Ring, wäre es sicherlich kein Problem, mit einer verbesserten Ampelschaltung den Verkehr trotz weniger Spuren nicht kollabieren zu lassen. Es gibt aber zu viele Kreuzungen, an denen man die Ampelschaltung ncht auf den Cityring ausrichten kann, zum Beispiel am Aegi oder an der Kreuzung Schiffgraben/Berliner Allee. Wäre es so einfach, mit einer veränderten Schaltung Staus zu verhindern, warum hat man es denn bis heute nicht einfach getan? Eine sehr gründliche Untersuchung des MIV auf dem Cityring hat es vor einigen Jahren ja schon gegeben, die Quintessenz war damals ja schon, daß es letzlich nicht möglich ist, den Verkehrsfluss zu beschleunigen, ohne dabei den ÖPNV zu benachteiligen. Denn was bringt es denn, wenn an jeder zweiten Kreuzung ein Bus die Vorrangschaltung aktiviert und so den restlichen Verkehr behindert? Im übrigen sind auch solche Maßnahmen wie Königsworther Platz (Rückbau der Abbiegespur) auch eher kontraprodkutiv.
Der Meinung des ADAC, dem ich an sich nichts abgewinnen kann, kann ich eigentlich nur zustimmen, es mag den größten Teil des Tages ausreichen, wenn man pro Richtung zwei Spuren hat, im Berufsverkehr wäre es allerdings der Exodus.
telemaxx June 23rd, 2009, 12:59 PM Der Meinung des ADAC, dem ich an sich nichts abgewinnen kann, kann ich eigentlich nur zustimmen, es mag den größten Teil des Tages ausreichen, wenn man pro Richtung zwei Spuren hat, im Berufsverkehr wäre es allerdings der Exodus.
Ich bin kein Fachmann, also glaube ich den Berechnungen des Ingenieurs, der da wohl Ahnung haben wird.
CrayZD June 23rd, 2009, 01:27 PM Eine sehr gründliche Untersuchung des MIV auf dem Cityring hat es vor einigen Jahren ja schon gegeben, die Quintessenz war damals ja schon, daß es letzlich nicht möglich ist, den Verkehrsfluss zu beschleunigen, ohne dabei den ÖPNV zu benachteiligen.
Genau das ist der Knackpunkt, und deswegen befürchte ich dasselbe ja auch am Leibnizufer. Meine Meinung hierzu ist aber, dass der Vorrang weißgott nicht überall sinnvoll ist. Für Stadtbahnen ist er noch halbwegs nachvollziehbar; für Busse steht m.E. an den meisten Stellen die verursachte Beeinträchtigung des MIV in keinem Verhältnis zum oft geringen Nutzen für den Bus.
Letztendlich ist es doch aber egal, ob der Bus zwei oder drei Fahrspuren blockiert. Die wartenden Fahrzeuge haben lediglich weniger Platz zum Verteilen, weswegen der Rückstau länger wird. Und genau das ist am Leibnizufer aufgrund der fehlenden großen Einmündungen überhaupt kein Problem. Auf der ohnehin schon stark belasteten Brühlstraße sehr wohl, denn dort müsste die Verkehrsführung ja ebenfalls an die neue Situation angepasst werden. Z.B. indem man die äußerst rechte Fahrspur Richtung Leibnizufer zu einer reinen Abbiegerspur in die Goethestraße macht. Wird dann auch noch alle drei Minuten der Hauptverkehrsstrom durch eine kreuzende Stadtbahn blockiert, ist das Chaos in diesem Bereich wohl perfekt.
Werden solche Vorrangschaltungen eigentlich immer manuell bzw. bei der Bahn durch Spule ausgelöst? Könnte man sowas nicht an den Streckenrechner der üstra koppeln? Ich erlebe den Irrsinn immer wieder am Pferdeturm: da hat man vom Messeschnellweg kommend nach einer ausgedehnten Grünphase für den Querverkehr endlich mal freie Fahrt in die HBA, und dann ist's nach wenigen Sekunden auch schon wieder vorbei... weil eine 4 oder 5 sich mit ihrer Vorrangschaltung 'einmischt'. Hätte das Ampelsystem frühzeitig von der nahenden Bahn 'gewusst', hätte es darauf reagieren und die Grünphase für den Querverkehr entsprechend hinauszögern können, um ihn mit der kreuzenden Bahn zu koordinieren.
Aber für die Beschleunigung des MIV wird ja in Hannover traditionell kein Geld ausgegeben... eher für das Gegenteil. :ohno:
homann5 June 23rd, 2009, 01:31 PM Ich bin kein Fachmann, also glaube ich den Berechnungen des Ingenieurs, der da wohl Ahnung haben wird.
Das "tolle" an solchen Untersuchungen ist ja, daß sie meist nur das bestätigen, was der Auftraggeber eh schon weiß, wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. So etwas wie unabhängige Untersuchungen und Studien gibt es in der Politik kaum noch, vor allem dann nicht, wenn solche von der Politik bezahlt werden.
Nehme man doch nur einmal den Umbau des Aegi. Nach dem Abriss der Hochstraße wurde von Fachleuten empfohlen, eine Busspur einzurichten, damit Verspätungen im ÖPNV vermieden werden können. Gesagt, getan. Merkwürdig nur, daß nur wenige Jahre später eine andere Untersuchung zu dem Schluß kam, daß die Busspur absolut überflüsig sei. Also wurde wieder umgebaut, kostet ja alles nichts.
Ich bezweifele nicht, daß die an der Untersuchung beteiligten durchaus kompetent sind, dumm ist es nur, wenn selbst ein Laie erkennen kann, daß die vorgeschlagenen Maßnahmen in der Hauptverkehrszeit das Problem vergrößern statt beseitigen werden. Daß die Poltik ganz scharf darauf ist, den Cityring zurückzubauen und die so gewonnen Flächen zu bebauen, ist doch ganz klar, man diese Grundstücke für viel Geld vermarkten.
Leine1977 June 23rd, 2009, 04:17 PM Das "tolle" an solchen Untersuchungen ist ja, daß sie meist nur das bestätigen, was der Auftraggeber eh schon weiß, wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. So etwas wie unabhängige Untersuchungen und Studien gibt es in der Politik kaum noch, vor allem dann nicht, wenn solche von der Politik bezahlt werden.
Na dann wären gegenteilige Studien, die es auch schon gab, ebenfalls nichtig?
Nehme man doch nur einmal den Umbau des Aegi. Nach dem Abriss der Hochstraße wurde von Fachleuten empfohlen, eine Busspur einzurichten, damit Verspätungen im ÖPNV vermieden werden können. Gesagt, getan. Merkwürdig nur, daß nur wenige Jahre später eine andere Untersuchung zu dem Schluß kam, daß die Busspur absolut überflüsig sei. Also wurde wieder umgebaut, kostet ja alles nichts.
Hier verdrehst Du die Tatsachen. Man hat mit der Sinnlosigkeit der Brücke so nicht gerechnet. Ein Beleg dafür, dass der City-Ring gerne noch kleiner sein darf. Wurde übrigens gestern auch gezeigt.
Ich bezweifele nicht, daß die an der Untersuchung beteiligten durchaus kompetent sind, dumm ist es nur, wenn selbst ein Laie erkennen kann, daß die vorgeschlagenen Maßnahmen in der Hauptverkehrszeit das Problem vergrößern statt beseitigen werden. Daß die Poltik ganz scharf darauf ist, den Cityring zurückzubauen und die so gewonnen Flächen zu bebauen, ist doch ganz klar, man diese Grundstücke für viel Geld vermarkten.
Ich glaube, dass Du das nicht erkennen kannst, wie auch ich nicht. Eine nicht widerlegbare These deinerseits. Im übrigen sollen die Flächen kaum bebaut werden.
Leine1977 June 23rd, 2009, 04:19 PM Es gibt aber zu viele Kreuzungen, an denen man die Ampelschaltung ncht auf den Cityring ausrichten kann, zum Beispiel am Aegi oder an der Kreuzung Schiffgraben/Berliner Allee.
Wurde gestern aber gezeigt, dass es geht. Und zwar komplett für den westlichen City-Ring.
Der Meinung des ADAC, dem ich an sich nichts abgewinnen kann, kann ich eigentlich nur zustimmen, es mag den größten Teil des Tages ausreichen, wenn man pro Richtung zwei Spuren hat, im Berufsverkehr wäre es allerdings der Exodus.
Exodus? In Hannover? Das lach ich mir doch einen. Schon mal in Hamburg unterwegs gewesen? Nein?
CrayZD June 23rd, 2009, 04:27 PM Hamburger Verhältnisse sind, glaube ich, kein erstrebenswertes Beispiel. ;) Da liegt ja jeden Freitag die komplette Stadt lahm.
Aber wie schon gesagt, bezweifle ich stark, dass es in Hannover dazu kommen würde.
homann5 June 23rd, 2009, 06:32 PM Na dann wären gegenteilige Studien, die es auch schon gab, ebenfalls nichtig?
Du hast erkannt, worauf ich hinauswollte. Die Wahrheit dürfte irgendwo in der Mitte liegen. Oder aber es handelt sich um eine wikrlich unabhängig erstellte Studie.
Hier verdrehst Du die Tatsachen. Man hat mit der Sinnlosigkeit der Brücke so nicht gerechnet. Ein Beleg dafür, dass der City-Ring gerne noch kleiner sein darf. Wurde übrigens gestern auch gezeigt.
Man hat nach dem Abbau der Brücke in etwa mit dem Verkehr gerechnet, der danach auch wirklich vorhanden war. Wenn ich mich richtig erinnere, ist man aber davon ausgegangen, daß der Bus ohne Busspur im Schnitt eine Minute am Aegi verlieren würde. Letztendlich tut er das heute ohne Busspur nicht, da man die Vorrangschaltung für den Bus optimiert hat.
Ich glaube, dass Du das nicht erkennen kannst, wie auch ich nicht. Eine nicht widerlegbare These deinerseits.
Oh, wenn ich während des Berufsverkehrs auf dem Cityring oder einer angrenzenden Straße minutenlang vor roten Ampeln oder im Stau stehe, kann man das wohl durchaus als Indiz, wenn nicht sogar als Beweis dafür nehmen, daß da momentan etwas nicht stimmt. Solange der Cityring nicht auf der gesamten Länge als Vorfahrtsstraße behandelt wird, insbesondere was die Ampelschaltung angeht, wird man es durch eine Optimierung nicht verbessern können, unabhängig von der Anzahl der Fahrspuren. Das große Problem sind doch die Abbiegespuren, wenn man Fahrspuren entfernen will, wird auch die ein oder andere Abbiegespur daran glauben müssen. Dann werden die Schlangen länger, was Rückstaus zur Folge hat, durch die dann auch andere Richtungsspuren betroffen sein werden. Das kann man doch schön auf der Vahrenwalder Straße zwischen Kanalbrücke und Langenhagen beobachten. Dort ist es an der Tagesordnung, daß eine Geradeaus-Spur durch wartende Linksabbieger blockiert ist.
Im übrigen sollen die Flächen kaum bebaut werden.
Zwischen Goethestraße und Friederikenplatz sollen etwa 2/3 der Fläche bebaut werden, für mich ist das schon mehr als "kaum".
Wurde gestern aber gezeigt, dass es geht. Und zwar komplett für den westlichen City-Ring.
Dann nochmals meine Frage: wenn man mit so einfachen Mitteln die Probleme beseitigen könnte, warum hat man es nicht längst gemacht? Spätestens die Ampelschaltung an der Kreuzung Goethestraße/Brühlstraße würde alles wieder zunichte machen, da hier die Beeinflussung durch die Bahn existiert, an der Kreuzung Königsworther Straße/Brühlstraße das gleiche Spiel mit dem Bus.
Leine1977 June 23rd, 2009, 06:40 PM @homann: Sorry für meine barschen Antworten.
War etwas aufgewühlt, weil ich es nicht verstehe, dass heutzutage sich noch Leute für den City-Ring stark machen. Die Praktikabilität eines schnellen Erreichens per Auto hat sich nach meinem Verständnis einer Stadtverschönerung bedingungslos unterzuordnen.
Hannover hat gemessen an anderen Großstädten keine Verkehrsprobleme (vergleiche bitte FFM, HH, K, B, M). Deswegen hat man wahrscheinlich auch die Ampelschaltungen nicht gemacht. Vermutlich gab es früher auch nicht solche Simulationsmodelle.
Sorry.
Leine1977 June 23rd, 2009, 06:42 PM Zwischen Goethestraße und Friederikenplatz sollen etwa 2/3 der Fläche bebaut werden, für mich ist das schon mehr als "kaum".
Hierzu: Das stimmt nicht. Es war lediglich eine Option von vielen. Aus meiner Sicht aber ein Kommunikationsfehler der Verantwortlichen.
Und in eigener Sache: Ich fahre wöchentlich auf dem Leibnizufer und frag mich jedesmal was die 3. Spur soll. Es gibt wirklich schlimmere Straßen in Hannover...
tetaro June 23rd, 2009, 06:49 PM @homann: Sorry für meine barschen Antworten.
War etwas aufgewühlt, weil ich es nicht verstehe, dass heutzutage sich noch Leute für den City-Ring stark machen. Die Praktikabilität eines schnellen Erreichens per Auto hat sich nach meinem Verständnis einer Stadtverschönerung bedingungslos unterzuordnen.
Das muss Hand in Hand gehen. Man kann die Innenstadt auch nicht von ihrer Logistik abschneiden. Sonst hat man eine schöne Stadt, aber ohne Geschäfte und kaufkräftige Besucher. Wo ja zur Zeit die halbe Kaufhausstruktur wegstirbt, muss man da behutsam sein.
Daher plädiere ich dafür, für eingesparte Straßen und Parkflächen, konsequent Ausweichmöglichkeiten vorzuweisen (Tiefgaragen, Tunnel usw.).
Im Übrigen dient der Cityring ja nun weniger dem Besuch des Stadtzentrums. Er ist auch zwingend erforderlich, um zwischen den anliegenden Staddteilen zu verkehren und trägt ja auch Fernverkehr.
CrayZD June 23rd, 2009, 06:52 PM @homann: Wie ich oben schon schrieb: durch eine ringweit vernetzte, intelligente Steuerung mit Einbeziehung der üstra-Streckendaten und ständiger Analyse der Gesamtverkehrssituation ginge sicher vieles. Aber das wäre ja eine große Lösung. Sowas wird in Hannover nicht gemacht! ;)
Andererseits: bisher sind die meisten großräumigen Verkehrssteuerungsprojekte in anderen Städten und Regionen auch in die Hose gegangen. Da scheint also offenbar noch ordentlich Verbesserungspotential zu bestehen.
@Leine: genauso sehe ich das auch. Am Friedrichswall und Leibnizufer fließt der Verkehr meist reibungslos. Die Problemstellen im Cityring liegen woanders. Z.B. ein paar Meter weiter auf der Brühlstraße: durch mehrere Verkehrsknotenpunkte hintereinander chronisch überlastet. Was man da verbessern könnte, fällt mir als Laie allerdings auch nicht ein.
Oder der Platz der Kaufleute. Um den Ringverkehr bzw. den Geradeausstrom auf der Berliner Allee dort einigermaßen am Laufen zu halten (was auch nicht immer zufriedenstellend klappt), wird dem Querverkehr in der Königstraße gerne mal übermäßig viel Geduld abgefordert.
gstolze June 23rd, 2009, 07:01 PM Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Im Vergleich zu anderen Städten sind die Verkehrsprobleme, die wir gelegentlich beim Feierabendverkehr haben doch lachhaft. Wenn man von der autogerechten Stadt etwas abkehren möchte, ist das meiner Meinung nach durchaus zumutbar. Viele Problem ließen sich auch lösen, in dem man auf den Ausfallstraßen dien grüne Welle einführen würde, die vom der Mehrheitskoalition im Rat ja leider ständig verhindert wird.
matheking June 23rd, 2009, 10:08 PM Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Im Vergleich zu anderen Städten sind die Verkehrsprobleme, die wir gelegentlich beim Feierabendverkehr haben doch lachhaft. Wenn man von der autogerechten Stadt etwas abkehren möchte, ist das meiner Meinung nach durchaus zumutbar. Viele Problem ließen sich auch lösen, in dem man auf den Ausfallstraßen dien grüne Welle einführen würde, die vom der Mehrheitskoalition im Rat ja leider ständig verhindert wird.
Es ist ja nicht so, dass eine grüne Welle einfach aus Autohass heraus verhindert wird, sondern wegen der schon genannten Vorrangschaltung für den ÖPNV. Das diese sinnvoll ist sagt sogar der ADAC. Dieser ist der Meinung, dass erst durch diese Vorrangschaltungen der ÖPNV so attraktiv ist, dass er ausreichend genutzt wird um einen Verkehrskollaps durch den MIV zu verhindern.
Noch mal: Der ADAC sagt das!
Schnitzelesser June 23rd, 2009, 10:10 PM Grüne Welle ist das Stichwort. Auf der Podbi kann man schon verzweifen. Alle 50 Meter rot ...
telemaxx June 24th, 2009, 12:07 AM Das große Problem sind doch die Abbiegespuren, wenn man Fahrspuren entfernen will, wird auch die ein oder andere Abbiegespur daran glauben müssen. Dann werden die Schlangen länger, was Rückstaus zur Folge hat, durch die dann auch andere Richtungsspuren betroffen sein werden.
Also das Planungsbüro wird schon so clever sein und die Abbiegespuren beibehalten, sonst kann die Leistungsfähigkeit ja auch nicht erhalten bleiben.
So habe ich das von Herrn Haller auch verstanden, dass die Aufweitungen im Kreuzungsbereich erhalten bleiben.
lifestyle032 June 24th, 2009, 12:12 AM Das große Problem sind doch die Abbiegespuren, wenn man Fahrspuren entfernen will, wird auch die ein oder andere Abbiegespur daran glauben müssen. Dann werden die Schlangen länger, was Rückstaus zur Folge hat, durch die dann auch andere Richtungsspuren betroffen sein werden. Das kann man doch schön auf der Vahrenwalder Straße zwischen Kanalbrücke und Langenhagen beobachten. Dort ist es an der Tagesordnung, daß eine Geradeaus-Spur durch wartende Linksabbieger blockiert ist.
Die gleiche Situation ergibt sich zu Spitzenzeiten durch die Linksabbiegerspur zur Willy-Brandt-Allee, vom Aegi kommend. Es hält sich aber wahrscheinlich im Vergleich zu Hamburger Verhältnissen (habe da keine Erfahrung) in Grenzen..
CrayZD June 24th, 2009, 11:38 AM Dort ist es nur nicht weiter schlimm, da die linke Geradeausspur eh kaum genutzt wird. Nur wer sich dort in der Rush-Hour als Ortsunkundiger irrtümlich einordnet, hat etwas Stress beim Rüberwechseln auf die Mittelspur. Ganz anders würde das natürlich aussehen, wenn dort künftig eine von zwei Spuren durch die Linksabbieger blockiert wird.
Leine1977 July 18th, 2009, 12:32 PM -> Beitrag verschoben nach: Heidelberg | Untertunnelung Neckarstraße | In Planung (http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=924806)
kato2k8 July 31st, 2009, 06:19 AM -> Beitrag verschoben nach: Heidelberg | Untertunnelung Neckarstraße | In Planung (http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=924806)
CrayZD August 20th, 2009, 05:09 PM Das momentane Hauptgesprächsthema in Sachen Stadtverkehr habt Ihr ja sicherlich auch schon mitbekommen:
HAZ: Weniger Lärm durch Tempo 40 (http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Weniger-Laerm-durch-Tempo-40)
HAZ: Hannovers Verkehrsexperten haben Messdaten ausgewertet (http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Hannovers-Verkehrsexperten-haben-Messdaten-ausgewertet)
Blinder Aktionismus hoch 10. :ohno:
Was wählt man denn jetzt bei den nächsten Kommunalwahlen? CDU/FDP, die den Cityring wohl am liebsten noch verbreitern würden - oder SPD/Grüne, die offenbar zugunsten des ÖPNV in Hannover den totalen Verkehrsinfarkt produzieren wollen?
Squig August 20th, 2009, 07:41 PM Blinder Aktionismus hoch 10. :ohno:
Was wählt man denn jetzt bei den nächsten Kommunalwahlen? CDU/FDP, die den Cityring wohl am liebsten noch verbreitern würden - oder SPD/Grüne, die offenbar zugunsten des ÖPNV in Hannover den totalen Verkehrsinfarkt produzieren wollen?
Haben WFH da ne Position für?
Die großen Parteien sind im Prinzip gestorben für mich, sowohl im Bund als auch auf Kommunaler Ebene gibts meiner Meinung nach bessere Alternativen.
homann5 August 20th, 2009, 09:23 PM Das ist Schwachsinn²!
Wer an eine stark befahrene Straße zieht, möge sich bitte hinterher nicht beklagen, daß es laut ist. Von der Spielstraße zur vierspurigen Hauptstraße über Nacht habe bislang noch nichts gehört. Erinnert ein bischen an die Anwohner des Flughafens, die nahezu alle nach dem Bau in die Einflugschneise gezogen sind.
Den meisten Lärm, und dazu gibt es vom TÜV (?) ein Gutachten, wird von Fahrzeugen über 3,5 t und Motorrädern/Rollern verursacht. Warum also nicht etwas gegen den LKW-Verkehr unternhemen?
Die "intelligente Ampelschaltung" soll doch schon seit Jahren kommen, irgendwie ist sie aber nie umgesetzt worden. Irgendwann wird man auch in der Verwaltung dahinter kommen, daß eine Vorrangschaltung jede "intelligente Ampelschaltung" ad absurdum führt.
Leine1977 August 21st, 2009, 09:37 AM Im Gegensatz zur Umweltzone finde ich die Maßnahmen sehr gut. zusätzlich würde ich noch die gezeigten Spurverkleinerungen am City-Ring vornehmen. Das wird zusätzlich noch den Stadtraum aufwerten und Unfallzahlen reduzieren.
Ich weiß, den Deutschen ist das Auto sein liebstes Kind. Aber irgendwas miuss man doch mal tun. Darüber gemeckert wird ja eh immer.
CrayZD August 21st, 2009, 11:08 AM Den meisten Lärm, und dazu gibt es vom TÜV (?) ein Gutachten, wird von Fahrzeugen über 3,5 t und Motorrädern/Rollern verursacht. Warum also nicht etwas gegen den LKW-Verkehr unternhemen?
Dazu hat irgendein Team von Verkehrswissenschaftlern mal ein geniales Konzept entwickelt (Namen und Daten kann ich leider nicht mehr nennen, bin mal im I-Net drüber gestolpert): totales Lkw-Verbot in der City und bei Bedarf auch in anderen Gebieten mit Mischnutzung. Statt dessen an zentralen Punkten (innenstadtnahe Gewerbegebiete) riesige Verladestationen; die Feinverteilung an den Endabnehmer erfolgt dann über Elektromobile - oder, in einer sehr kühnen Zukunftsvision, über unterirdische Transportsysteme. Da solche Verladestationen im Idealfall einen Bahnanschluss haben (evtl. sogar einen Binnenhafen), könnte man sogar den Lkw-Verkehr in der Gesamtheit reduzieren.
Solche Konzepte zur Einsatzreife zu entwickeln und dann vor allem auch umzusetzen, braucht allerdings vor allem zwei Dinge: Zeit und Geld. Beides ist offenbar hier nicht vorhanden, deswegen setzt man in Hannover auf die jahrzehntelange Tradition der Quick&Dirty-'Lösungen'. Ein paar Schilder aufstellen geht schnell und kostet nicht die Welt - und erweckt trotzdem den Anschein, die Stadt hätte etwas getan.
Jemand hat es hier schonmal erwähnt - in bezug auf die Risikobereitschaft und Konsequenz bei der Umsetzung von Visionen (und auch nur in diesem Punkt) wünscht man sich manchmal wieder ein bisschen mehr Hillebrechtschen Geist in Hannover.
homann5 August 21st, 2009, 01:13 PM Von dem Konzept habe ich auch schon gehört, das Untergrundsystem wurde, soweit ich weiß, in Bochum entwickelt und soll irgendwann einmal im Ruhrgebiet getestet werden. Das mit den Elektromobilen kommt aus Schweden, Volvo hat dafür einen E-Transporter entwickelt, der wohl auch in nicht all zu ferner Zeit Serienreif sein soll.
Lefthandy August 21st, 2009, 01:23 PM Ja, das klingt wirklich grandios und zukunftweisend!
Ein unterirdisches Tunnelsystem zum anliefern ist vielleicht etwas utopisch, aber solche Verteilerstationen sind jawohl echt DIE Lösung um den LKW-Verkehr einzudämmen. Wahnsinn.
Sowas einzurichten würde Hannover wirklich zur grünen Haupstadt machen, nicht so ein heuchlerisches Umweltzentrum.
joerg677 August 21st, 2009, 04:02 PM Mit dem Lärm, das kann ich absolut bestätigen. Hier an der Bödekerstraße sind die Autos nur durch ein nicht sonderlich störendes Rauschen zu vernehmen. Was richtig Krawall macht sind die Busse! Da frage ich mich: Warum keine Elektrobusse? Das muss doch möglich sein, oder? Und ebenso Roller machen einen ätzenden Krach in den Häuserschluchten. Achja, und zurzeit diese ganzen Motorräder, bei denen mir manchmal nicht klar ist, wie so ein Krawall eine Betriebserlaubnis bekommen kann in einer Großstadt.
Aber ansonsten kann man sich halt tatsächlich im Grunde nicht beschweren, wenn man denn in eine Stadt zieht..
blumenkasten August 21st, 2009, 05:22 PM ... also ich wäre in diesem Zusammenhang auch für eine schnelle Umstellung des innerstädtischen Diesel Busverkehrs auf O Busse. Der O Bus ist die ideale Ergänzung zum Stadtbahnsystem auf den Strecken wo sich Schienenverkehr nicht lohnt. Er fährt emissionsfrei und leise, und die Beschleunigung ist beachtlich.
CrayZD August 22nd, 2009, 01:32 PM Boah, nicht noch mehr Oberleitungen in der Stadt... incl. aufwändiger Umbauarbeiten bei Routenänderungen. Dann lieber noch ein paar Jahre warten, bis die Akkumulatorenindustrie ausreichend starke Energieträger in erschwinglicher Großserie produzieren kann.
Ähnliche Überlegungen gibt es mittlerweile sogar wieder bei Straßenbahnen, um z.B. Oberleitungen in denkmalgeschützten Stadtbildern zu vermeiden. Eigentlich ein Konzept aus der Mottenkiste, denn schon Ende des vorletzten Jahrhunderts gab es in fast allen größeren deutschen Städten (relativ erfolglose) Versuche mit Akku-Beiwagen.
Dass Busse zu den Hauptschuldigen in Sachen Lärmproduktion zählen, darf man jedoch bei aller Förderung des umweltfreundlichen ÖPNV in der Tat nicht vergessen.
joerg677 August 22nd, 2009, 03:39 PM Boah, nicht noch mehr Oberleitungen in der Stadt... incl. aufwändiger Umbauarbeiten bei Routenänderungen. Dann lieber noch ein paar Jahre warten, bis die Akkumulatorenindustrie ausreichend starke Energieträger in erschwinglicher Großserie produzieren kann.
Ähnliche Überlegungen gibt es mittlerweile sogar wieder bei Straßenbahnen, um z.B. Oberleitungen in denkmalgeschützten Stadtbildern zu vermeiden. Eigentlich ein Konzept aus der Mottenkiste, denn schon Ende des vorletzten Jahrhunderts gab es in fast allen größeren deutschen Städten (relativ erfolglose) Versuche mit Akku-Beiwagen.
Dass Busse zu den Hauptschuldigen in Sachen Lärmproduktion zählen, darf man jedoch bei aller Förderung des umweltfreundlichen ÖPNV in der Tat nicht vergessen.
Wären Elektrobusse denn technisch möglich, bzw. umsetzbar? Ich hab da keine Ahnung von.. Oder ist die Reichweite einfach zu gering?! Fragen über Fragen..
blumenkasten August 23rd, 2009, 09:55 PM Wären Elektrobusse denn technisch möglich, bzw. umsetzbar? Ich hab da keine Ahnung von.. Oder ist die Reichweite einfach zu gering?! Fragen über Fragen..
z.Zt. sind Elektrobusse mit reinem Batteriebetrieb noch nicht sinnvoll, da die Reichweite zu niedrig- und das Gewicht zu hoch ist. Das könnte sich natürlich in mittlerer bis ferner Zukunft ändern, doch momentan sind höchstens Hybridlösungen vorstellbar, wie sie die Üstra ja auch schon einsetzt.
@CrayZD: Das ein O Bus nicht flexibel einsetzbar wäre stimmt übrigens nicht, da heutige Modelle meist über zusätzliche Hilfsdiesel verfügen, um kurze oberleitungslose Abschnitte zu überbrücken.
Wie wenig O Busse und ihre Fahrleitung stören, kann man z.B. sehr gut im historischen Stadtkern von Salzburg sehen, wo dieses umweltfreundliche und leise Verkehrsmittel die Hauptlast des ÖPNV trägt.
Leine1977 February 22nd, 2010, 01:21 PM aus dem Raschplatz-Thread:
Das hatte ich mir auch schon überlegt. Damit die Bebauung dazwischen auch genug Platz hat, könnte man das vom Prinzip her so machen:
http://img684.imageshack.us/img684/9773/cityringoststadt.png (http://img684.imageshack.us/i/cityringoststadt.png/)
Drei (hässliche, niedrige Nachkriegs-)Gebäude müssten abgerissen werden.
Die Idee find ich super, telemaxx. So ähnlich hatte ich mir das auch mal vorgestellt. Das einzige Problem: Die Handelskammer steht mit Sicherheit unter Denkmalschutz (aber wen hindert das -- siehe Landtag).
Alternative: Ich kann mich auch mit einem Bourlevard anfreunden. Mein Vorbild wäre die Rambla in Barcelona. Der Mittelstreifen wird daher parkähnlich ausgebaut. Eindrücke vielleicht mal hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/La_Rambla_(Barcelona)
gstolze February 22nd, 2010, 03:43 PM Man könnte ja auch einen Straßentunnel bauen. Das wäre bei einem Bau der D-Linie auch ganz gut miteinander zu verknüpfen. Oben hätte man dann die Möglichkeit dem Viertel entsprechende, schmale Straßen zu haben und die Barriere zur Oststadt wäre weg.
telemaxx February 27th, 2010, 06:31 PM Mich würde bei einigen Straße interessieren, wieviele Autos von wo nach wo fahren, denn dann könnte man viel besser beurteilen, ob ein Rückbau der Straße sinnvoll bzw. durchführbar ist. Oder ob sich z.B. ein Tunnel lohnt (auch wenn es finanziell utopisch ist) oder auch nicht, weil viele Autofahrer in Querstraßen abbiegen müssen.
Bei der Celler Straße bzw. Otto-Brenner-Straße innerhalb des City-Rings, die ja parallel zum Cityring verläuft (Arndt- bzw Schlosswenderstraße), frage ich mich, ob man die nicht zurückbauen könnte und am Nikolaifriedhof die Verkehrsführung ändern könnte.
http://img10.imageshack.us/img10/9571/cellerstrae.png (http://img10.imageshack.us/i/cellerstrae.png/)
matheking February 27th, 2010, 08:17 PM Die Option den Nikolaifriedhof komplett zu sperren, ist mir neu. Aber sehr interessant! Wirklich notwendig ist diese Verbindung schließlich nicht. Die Goseriede hat allerdings auch nur einen kleinen Querschnitt, möglich wäre das wohl trotzdem!
Wie gesagt, sehr interessant und überdies weitaus sinnvoller als der angedachte Rückbau des Kreisels zu einer ampelgesteuerten Kreuzung!
gstolze February 27th, 2010, 09:23 PM An dieser Ecke gibt es riesiges Potential. Ich wäre auch für eine Sperrung der Celler Straße und für den Rückbau des Kreisels. Der Nicolaifriedhof hätte seine alte Größe wieder. Der Wiederaufbau der Nicolaikapelle scheint ja auch im Gespräch zu sein. Der Klagesmarkt soll ja auch im Rahmen von Hannover 2020+ neu entwickelt werden. Man könnte auf einem Teilbereich Wohnbebauung entwickeln, ebenfalls würde Wohnbabauung rund um die Christuskirche möglich. Da war schon Mal was geplant, ist aber gescheitert, weil man keinen Mut hatte.
Stattdessen wurde dieser Baumkreis um die Kirche gepflanzt. Vor dem Cinemaxx (Roadhouse) ist eine Fläche für ein Hochhaus vorgesehen, falls mal Bearf dafür besteht. Wenn dann noch das Postgiroamt wegkommen würde, hätte man auch dort eine ideale Fläche für Stadtentwicklung.
telemaxx February 27th, 2010, 10:42 PM Ja, ist es da nicht naheliegend, dass die Post in ein neu zu bauendes Hochhaus auf der Roadhouse-Fläche zieht?! ;)
Danach reißt man den alten 70er-Jahre-Komplex ab und baut dort neu (vielleicht auch mit Wohnungen), z.T. auch höher, quasi als Ergänzung zum neuen gegenüberliegenden Hochhaus.
@Celler Straße: Ich bin auch der Meinung, dass das verkehrstechnisch machbar ist. Die Verbindung, die bei meinem Vorschlag getrennt würde, nutzen m.E. nicht so viele Fahrer. Und wenn sie doch unbedingt über die Celler Straße zur Brühlstraße wollen, dann fahren sie in Zukunft eben über Steintor und Goethestraße, wo nach Fertigstellung des D-Tunnels auch genügend Platz für durchgehend zwei Fahrspuren pro Richtung ist.
In der Stadtplanung muss man echt mal wieder ein bisschen mehr Mut beweisen, in der Hinsicht ist Hillebrecht sogar Vorbild, nur diesmal unter umgekehrten Vorzeichen.
@Nicolaikirche: Da war kein Wiederaufbau sprich Rekonstruktion, sondern eine Kennzeichnung des ehemaligen Grundrisses durch eine Steine o.Ä. geplant. Angedacht war auch ein Glaskasten um die Ruine zu bauen.
matheking February 27th, 2010, 11:02 PM ...
@Celler Straße: Ich bin auch der Meinung, dass das verkehrstechnisch machbar ist. Die Verbindung, die bei meinem Vorschlag getrennt würde, nutzen m.E. nicht so viele Fahrer.
Doch ich! Aus dem Nordosten der Stadt, also Podbi oder Walderseestraße kommend, fahre ich über die Celler Straße zum Königsworther Platz. Meinen Beobachtungen nach, ist der Anteil der KFZ die es mir gleich tun auch nicht so gering.
Trotzdem, kann man ja ohne weiteres über den Cityring fahren. Es ist eben nur derzeit bequemer die Nikolaistrecke zu wählen.
Und wenn sie doch unbedingt über die Celler Straße zur Brühlstraße wollen, dann fahren sie in Zukunft eben über Steintor und Goethestraße, wo nach Fertigstellung des D-Tunnels auch genügend Platz für durchgehend zwei Fahrspuren pro Richtung ist.
...
D-Tunnel! Du glaubst noch dran?
Dein Vorschlag könnte ja mit wenigen Mitteln mittelfristig verwirklicht werden. Also auch bevor der D-Tunnel gebaut wird. Die Umleitung über Steintor und Goethestraße ist da eher ungünstig. Ersten sollten Gosriede und Steintor nicht stärker mit Verkehr belastet werden und Zweitens ist derzeit ein Linksabbiegen aus der Goethestraße am Leibnizufer/Brühlstraße zurecht verboten. Ganz im Gegensatz zur Otto-Brenner-Straße.
Aber noch mal: Der Cityring kann diesen zusätzlichen Verkehr aufnehmen!
telemaxx February 27th, 2010, 11:22 PM Beim Tunnel warte ich auf die Finanzierungsmöglichkeit, die die üstra vorschlägt.
Ja, ich glaube auch, dass der Cityring das noch verträgt. ;)
CrayZD March 1st, 2010, 12:54 AM @Celler Straße: Ich bin auch der Meinung, dass das verkehrstechnisch machbar ist. Die Verbindung, die bei meinem Vorschlag getrennt würde, nutzen m.E. nicht so viele Fahrer. Und wenn sie doch unbedingt über die Celler Straße zur Brühlstraße wollen, dann fahren sie in Zukunft eben über Steintor und Goethestraße, wo nach Fertigstellung des D-Tunnels auch genügend Platz für durchgehend zwei Fahrspuren pro Richtung ist.
Die durchgehende Verbindung von der Celler Straße zur Brühlstraße sicher nicht. Aber hast Du mal an den Klagesmarkt gedacht? Egal ob es ein Parkplatz bleibt oder ob es dort irgendwann mal Wohnbebauung gibt: eine gewisse Verkehrsfrequenz ist unbestritten da. Und nach Eurem Modell könnte man ihn nur noch von Süden kommend über die Schlosswender Straße bzw. aus Richtung Goethestraße erreichen. Da müsste also ein gänzlich neues Verkehrskonzept her.
telemaxx March 1st, 2010, 02:06 AM Er ist auch weiterhin über die Otto-Brenner-Straße erreichbar.
Die einzige Anfahrt die erschwert wird, ist die aus dem Osten der Stadt, da muss man den Schlenker über den Cityring fahren oder am Steintor einen Umweg fahren.
Aber vielleicht habe ich dich auch falsch verstanden.
CrayZD March 2nd, 2010, 12:57 AM Natürlich ist er über die Otto-Brenner-Straße erreichbar, aber eben nur aus Richtung Goseriede / Goethestraße. Das Linksabbiegen aus der Otto-Brenner-Straße in den Klagesmarkt ist offiziell verboten, da sich auf dieser Höhe bereits die durchgezogene Linie der Kreiseleinfädelung befindet. Auch wenn es viele anders machen: eigentlich müsste man den Kreisel einmal komplett umfahren und dann rechts abbiegen.
Dumm nur, wenn es den Kreisel nicht mehr gäbe. Natürlich könnte man das Linksabbiegen dann hier wieder erlauben. Direkt vor einer scharfen Rechtskurve wäre das aber eine Ecke mit Gefahrenpotential.
Bliebe es bei der heutigen Regelung, gäbe es in der Tat nur noch zwei Wege, den Klagesmarkt zu erreichen: das Rechtabbiegen aus der Schlosswender Straße vom Königsworther Platz kommend, oder das Einbiegen über Goseriede / Otto-Brenner-Straße. Mehrbelastungen dürften bei diesem Modell vor allem auf die Kurt-Schumacher- und Goethestraße sowie den ohnehin schon stark frequentierten Königsworther Platz zukommen.
matheking March 2nd, 2010, 01:15 AM Wenn die Durchfahrt in die Celler Straße gesperrt wird, gibt es doch keine Begründung mehr für den Kreisel, da es dort dann keine einmündende Straße gibt!
Die von Dir angesprochene Rechtskurve sehe ich nicht so dramatisch. Das passt schon.
CrayZD September 23rd, 2010, 11:08 AM Ich ziehe das Thema mal hier rüber. Passt m.E. besser als in den U-Bahn-Thread.
Auch heute lohnt sich ein Blick in die HAZ:
http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Werden-die-City-Strassen-in-Hannover-enger
Ich frage mich, kann man wirklich die Fahrspuren auf 1 je Richtung an den genannten Stellen zurückbauen ?
Ich habe nichts gegen weniger Autoverkehr, es darf daraus aber kein Dauerstau werden. wird das z.B. in der Celler Strasse gehen ? In der Brühlstraße war das ja schonmal im Rahmen der Hannover 2020 Diskussion angeregt worden.
Ich persönlich würde ein insgesamt nur 2spurige (Hin- und Rückrichtung) weniger wuchtige moderne Gestaltung der Raschplatzhochstrasse durchaus gut finden, aber abreissen würde ich sie nicht.
Was den Straßenzug Celler Straße / Otto-Brenner-Straße angeht, bin ich auch skeptisch. Das ist die einzige wirklich wichtige Verkehrsachse innerhalb des Cityrings. Verengt man die, dürfte es zu Lasten der Arndtstraße / Schlosswender Straße und damit schließlich des eh schon überlasteten Königsworther Platzes gehen. Ansonsten habe ich nichts dagegen... aber spontan fallen mir auch kaum andere betroffene Straßen ein.
Zweispuriger Rückbau des Cityrings: perfekt. Davon reden wir ja schon lange. Für drei Problempunkte muss es m.E. Lösungen geben:
Brühlstraße stadtauswärts Richtung Königsworther Platz. Heute schon mit 3 Spuren + Abbieger ein Nadelöhr. Aber vielleicht kann man es dort ähnlich machen wie am Friederikenplatz: durch drastische Verkleinerung der Kreuzung die Durchlaufzeiten senken und damit die Verkehrsleistung steigern. Lieber zweispurig fahren als dreispurig stehen.
Platz der Kaufleute. Unabhängig von der Anzahl der Spuren muss man hier über über die Verkehrsführung reden. Unbequeme Lösungen wie die Sperrung von Durchfahrten dürfen dabei kein Tabu sein.
Raschplatzhochstraße. Wie reini im U-Bahn-Thread schon schrieb: ein Abriss ist aus meiner Sicht problematisch, vor allem zusammen mit einer Reduzierung des Rings ingesamt auf zwei Spuren. Alles andere, zum Beispiel die bloße Verlegung der Hochstraßen-Spuren nach unten wie in den oberirdischen D-Linien-Plänen vorgesehen, wäre jedoch eine städtebauliche Katastrophe. Da muss schon ein wirklich intelligentes Verkehrskonzept her.
Ich habe mich noch gar nicht getraut, zu diesem Thema ins HAZ-Forum zu schauen. Mich gruselt es jetzt schon beim Gedanken an das Geschreibsel: der ÖPNV-Mobilist beklagt die Halbherzigkeit, weil überhaupt noch Autos in der Stadt fahren dürfen, und die stark vertretene ADAC-Fraktion prognostiziert den Abstieg Hannovers in die völlige Bedeutungslosigkeit wegen rot-grüner Autofahrer-Gängelei.
Señor Templar September 23rd, 2010, 03:15 PM positiver zeitungsartikel!
allenfalls ärgerlich sind die schon fast polemischen Äußerungen vom FDP-Vertreter Engelke...während CDU,SPD und Grüne abwechselnd mal mehr mal weniger heistreiches von sich geben, kam von Engelke NIE eine intelligente Bemerkung:bash:
6001 September 23rd, 2010, 09:20 PM allenfalls ärgerlich sind die schon fast polemischen Äußerungen vom FDP-Vertreter Engelke...während CDU,SPD und Grüne abwechselnd mal mehr mal weniger heistreiches von sich geben, kam von Engelke NIE eine intelligente Bemerkung:bash:
volle zustimmung - das ist mir auch schon bei diversen themen aufgefallen!
herr Engelke hat zwar zu allem was zu sagen - aber es ist selten etwas wirklich erhellendes oder weiterführendes darunter. sein motto scheint "quantität statt qualität" zu sein ...
Frontbumpersticker September 23rd, 2010, 10:04 PM Apropos FDP: der gesamte Artikel beruht auf einem Vortrag den Bodemann vorgestern auf der FDP-Veranstaltung „Zukunftsforums Lebenswertes Hannover!“ gehalten hat. Schinkel (der HAZ-Redakteur, der den verlinkten Artikel verfasst hat) saß in der ersten Reihe, weshalb Engelke auch der einzige Politiker ist der zitiert wurde - von den anderen Parteien war ja keiner da. Aber jetzt kommts: das Zitat ist falsch! Ich saß zwei Reihen hinter Schinkel und habe keine derartige Äußerung mitbekommen. Engelke hat die Veranstaltung nur moderiert.
Zuerst das Totschweigen der Veranstaltung und dann das entstellte Zitat - man merkt, dass der Madsack-Konzern zur SPD-Medienholding gehört.
Schnitzelesser September 23rd, 2010, 11:25 PM Schon mal auf die Idee gekommen, dass Schinkel auch zu späterer Zeit mit Engelke sprach?
Frontbumpersticker September 23rd, 2010, 11:29 PM Zumindest nicht an diesem Abend.
telemaxx September 23rd, 2010, 11:34 PM Wenn er während der Veranstaltung nichts in die Richtung gesagt hat, dann wird das aus einem Gespräch am Telefon oder am folgenden Tag stammen.
Warum sollte sich die HAZ das Zitat ausdenken? Verschwörung gegen die FDP? :lol:
ChairborneGeneral September 28th, 2010, 03:29 PM Raschplatzhochstraße. Wie reini im U-Bahn-Thread schon schrieb: ein Abriss ist aus meiner Sicht problematisch, vor allem zusammen mit einer Reduzierung des Rings ingesamt auf zwei Spuren. Alles andere, zum Beispiel die bloße Verlegung der Hochstraßen-Spuren nach unten wie in den oberirdischen D-Linien-Plänen vorgesehen, wäre jedoch eine städtebauliche Katastrophe.
So wie ich es verstanden habe, würde man bei einem Abriss der Hochstraße die
Fahrspuren zwingend nach unten legen müssen. Alles andere wäre ein Rückbau und
Rückbauten sind nicht förderfähig.
Da schlagen die Sachzwänge dann wohl voll zu. :D
CrayZD September 28th, 2010, 04:35 PM Na dann mal viel Spaß. So ein achtspuriger Highway (2x3 Spuren plus zwei Abbieger) ist ja für Passanten auch gleich eine viel kleinere Barriere als eine klobige Hochstraße. ;)
reini September 28th, 2010, 06:50 PM Nun würde mich mal interessieren, was
a) eine vollständige Sanierung
b) der vollständige Abriß
c) eine Teilsanierung mit Rückbau auf 2 Spuren
der Raschplatzhochstrasse kosten würde ?
Fest steht für mich: 4-spurig muß sie heute nicht mehr sein. Wenn man sie etwas zeitgemäß weniger wuchtig auf 2 Spuren reduzieren könnte, wären die Sanierungskosten nicht wirklich höher.
Ich las mal etwas von 5 Mio für den vollständigen Rückbau. Allerdings bezweifle ich diese Summe, da die Tiefgarage ebenfalls abgedeckelt werden müsste, denn sie ist ja teilweise nach oben offen.
telemaxx September 28th, 2010, 10:09 PM Hm, ich glaube, ich habe mal was von 12 Millionen Euro gelesen.
reini September 29th, 2010, 01:19 AM Entscheidend ist doch: Was wäre günstiger, der Abriß oder die Sanierung ?
jp80 September 29th, 2010, 01:47 AM Sanierung ist günstiger!
Ich erinnere mich (allerdings sehr vage) an Zahlen von etwa 7 Mio.€ für die Sanierung und - wie telemaxx - an einen kleinen zweistelligen Mio.-Betrag (12-14 Mio.?) für einen Abriß.
Schnitzelesser September 29th, 2010, 08:42 PM Was wäre günstiger? Abriss und Neubau oder Abriss und Nichtneubau?
Bob! September 29th, 2010, 09:05 PM (...) 5 Mio für den vollständigen Rückbau (...)
(...) 12 Millionen Euro (...)
(...) etwa 7 Mio.€ für die Sanierung (...) einen kleinen zweistelligen Mio.-Betrag (12-14 Mio.?) für einen Abriß.
"Die Gesamtkosten der Umbaumaßnahmen wurden auf Grundlage der durchgeführten
Planungen mit ca. 12.500.000 € abgeschätzt. Die Kosten für eine Sanierung der vorhandenen
Hochstraße würden ca. 2.500.000,- € betragen." (Quelle (https://e-government.hannover-stadt.de/lhhSIMwebdd.nsf/C2450D958EE8C80FC1256E4700248134/$FILE/Druckversion.pdf))
reini October 4th, 2010, 01:01 AM Nun mal die Variation: Sanierung und Rückbau auf 2 Spuren, d.h. einfach die äußeren Spuren wegbrechen und ne ansprechendere Seitenabgrenzung machen.
Müsste doch billiger sein als der Abriß.
Ich habe aber so das Gefühl, daß Politiker nicht von der Idee loskommen, sich den Abriß vom Bund/Land durch den Bau der D-Linie an der Obfläche finanzieren zu lassen. Dann hätte man aber auf der Hamburger Allee mit Sicherheit Engpässe.
reini October 27th, 2010, 01:05 AM Es lohnt einmal wieder,in die HAZ zu schauen. Tempo 40 scheint wohl nicht mehr aktuell zu sein:
http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Stadt-Hannover-rueckt-von-naechtlichem-Tempolimit-ab
CrayZD October 13th, 2011, 03:10 PM Aus aktuellem Anlass rübergezogen aus dem Stadtgespräch (http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?p=84641673#post84641673):
Wenn man schon einen Umgehungsring baut, dann muss dieser möglichst überall die gleichen Kapazitäten aufweisen
Warum, wenn doch die Verkehrsbelastung unterschiedlich ist? Man sieht es doch auch: an einigen Stellen sind drei Spuren überdimensioniert (der Bereich, der jetzt zurückgebaut werden soll), an vielen reichen heute schon zwei (Teile von Schiffgraben und Arndtstraße) und an manchen sind drei fast noch zuwenig (Berliner Allee).
Es redet ja niemand davon, dass auch in jedem Kreuzungsbereich maximal zwei Spuren zur Verfügung stehen dürfen. Hier wird es hoffentlich auch weiterhin zusätzliche Abbieger geben. Aber z.B. die drei Geradeaus-/Halblinks-Spuren am Friederikenplatz vom Friedrichswall Richtung Lavesallee sind so überdimensioniert wie nur irgendwas.
und vor allem der Verkehr darauf bevorzugt werden.
Jetzt widersprichst Du nicht nur Dir selbst, sondern auch der Realität. Wie Du am Aegi (Rückstau auf der Hildesheimer) schon richtig angeführt hast, sind an vielen Stellen eher die ausgebremsten Zuflüsse das Problem und nicht der stockende Verkehr auf dem Ring selbst. Weitere Beispiele: Vahrenwalder Straße und Bremer Damm (wobei es sich am Königsworther Platz wirklich in alle Richtungen staut... einfach ein hoffnungslos überlasteter Knoten).
Verkehre können nicht punktuell beeinflusst werden, man braucht immer ein Gesamtkonzept. Für den Cityring würde dies bedeuten, dass man den Verkehr da rausholen und sinnvoller leiten muss. Dazu wären aber gravierende Änderungen und Investitionen nötig wie zum Beispiel ein zweiter Ring und das Fertigstellen des Schnellwegnetzes.
Zum Teil richtig. Sicher fehlt der Niedersachsenring... auf dem Weg z.B. vom Kronsberg nach Langenhagen merke ich immer wieder, dass es im nördlichen Stadtgebiet einfach keine sinnvolle Möglichkeit gibt, die Innenstadt großräumig zu umfahren (außer gleich auf die A2 auszuweichen). Außerdem müssten einige Knotenpunkte im Schnellwegenetz ausgebaut werden, namentlich Schwanenburgkreuzung, Deisterplatz, Ricklinger Kreisel, Landwehrkreisel. Hier wäre ich auch ruhig dafür, ordentlich Beton anzurühren. Konkret: WSW-Tunnel von Linden bis Ricklingen, Ausführung von Deisterplatz und Ricklinger Kreisel als kreuzungsfreie Anschlussstellen, Schwanenburgkreuzung und Landwehrkreisel als vollwertige Dreiecke. Gerade im Bereich Frankurter Allee / Ricklinger Kreisel wird es sonst spätestens nach Einweihung der Ortsumgehung Hemmingen zum Totalkollaps kommen.
Teilweise müssten aber auch einfach nur die bestehenden Möglichkeiten besser genutzt werden. Von Garbsen nach Laatzen etwa fahren viele Menschen intuitiv durch die City statt konsequent über die Schnellwege, einfach weil's weniger km sind. Sogar die meisten Navis spucken eine solche Route aus, obwohl die Schnellwege in den meisten Fällen nicht nur der schnellere, sondern auch der wirtschaftlichere Weg wären.
homann5 October 13th, 2011, 04:35 PM Warum, wenn doch die Verkehrsbelastung unterschiedlich ist? Man sieht es doch auch: an einigen Stellen sind drei Spuren überdimensioniert (der Bereich, der jetzt zurückgebaut werden soll), an vielen reichen heute schon zwei (Teile von Schiffgraben und Arndtstraße) und an manchen sind drei fast noch zuwenig (Berliner Allee).
Es kommt auf die Tageszeit an, zu der man sich die einzelnen Punkte betrachtet. Ich wüsste zumindest nicht, wo es zu bestimmten Zeit mal nicht voll ist, auch vor dem Rathaus Richtung Aegi staut es sich drei- oder viermal pro Tag.
Es redet ja niemand davon, dass auch in jedem Kreuzungsbereich maximal zwei Spuren zur Verfügung stehen dürfen. Hier wird es hoffentlich auch weiterhin zusätzliche Abbieger geben. Aber z.B. die drei Geradeaus-/Halblinks-Spuren am Friederikenplatz vom Friedrichswall Richtung Lavesallee sind so überdimensioniert wie nur irgendwas.
Die haben aber durchaus ihre Berechtigung. Denn nimmst Du da eine Spur weg, wirst Du oftmals den Rechtsabbieger blockieren. Natürlich könnte man eine Spur Richtung Westen umfungieren, dann ändert sich an der Zahl der Spuren aber nichts. Ganz allgemein ist aber zu befürchten, dass auch an Kreuzungen Kapazitäten zurückgebaut werden, siehe Königsworther Platz oder Berliner Allee/Lister Meile. Um Argumente für solche Maßnahmen ist die Stadt nie verlegen.
Jetzt widersprichst Du nicht nur Dir selbst, sondern auch der Realität. Wie Du am Aegi (Rückstau auf der Hildesheimer) schon richtig angeführt hast, sind an vielen Stellen eher die ausgebremsten Zuflüsse das Problem und nicht der stockende Verkehr auf dem Ring selbst. Weitere Beispiele: Vahrenwalder Straße und Bremer Damm (wobei es sich am Königsworther Platz wirklich in alle Richtungen staut... einfach ein hoffnungslos überlasteter Knoten).
Gerade am Aegi ist der Verkehr/die Verkehrsregelung auf dem Ring das Problem. Denn an diesem Punkt hast Du im Osten die stark frequentierte Kreuzung Marienstraße, im Westen nach einigen Metern auch gleich wieder eine Ampel an der Osterstraße. Hier ist die Ampel aus Richtung Hildesheimer natürlich so geschaltet, dass es möglichst nicht zu einer Blockade der Kreuzung kommt. Um mal ein "hääte, wäre, könnte" einzubauen: Mit Hochstraße wäre das Problem weit weniger groß.
Was den Ausbau angeht: Der Lückenschluss im Schnellwegsystem dürfte unbezahlbar sein. Denn prinzipiell müsste man zwischen Stöcken und dem Tönniesbergkreisel eine komplett neue Strecke bauen.
h-gambler December 12th, 2011, 09:48 AM CDU und FDP setzen sich stadtentwicklungstechnischen Stillstand ein.
http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Streit-um-den-Rueckbau-des-Cityrings
Betrifft ja nicht nur den Cityring, sondern das ganze City 2020-Projekt. Kann man nur hoffen das die SPD nicht der Aufforderung von Herrn Goebel (Kommentar in der HAZ,) folgt und die Grünen standhaft bleiben.
CrayZD December 12th, 2011, 10:14 AM Dass CDU und FDP so argumentieren, ist ja nichts neues - die haben ihrem Ruf als Berufsneinsager schon des öfteren alle Ehre gemacht. Von daher ärgere ich mich kaum noch darüber.
Ähnliches gilt für Hansmann. Bei dem bin ich nur froh, dass er sich aus dem Rennen um das Bürgermeisteramt heraushält. Als Kämmerer ist es sicher seine Aufgabe, vor zu hohen Kosten zu warnen. Aber gefühlt niemand in der Stadtgeschichte hat jemals so vehement gefordert, dass man sich doch bitte auf notdürftige Instandhaltung und Mängelverwaltung konzentrieren solle und einfach kein Geld da sei, um die Stadt nach vorne zu bringen.
Richtig der Kamm geschwollen ist mir allerdings bei dem Kommentar von Volker Goebel. Entweder, diese provinzielle Denke à la Hansmann, CDU und FDP hat jetzt auch die HAZ erfasst, oder es fehlt bei unseren Helden von der Lokaljournaille mal wieder der Sinn für Zusammenhänge. Hallo, liebe HAZ... aufwachen! City2020, das Ihr noch vor kurzem bejubelt habt, geht nicht ohne Rückbau des Cityrings!
telemaxx December 12th, 2011, 12:18 PM @CrayZD: Volle Zustimmung! Hab tatsächlich überlegt, ob ich einen Leserbrief schreibe. Oder direkt eine Mail an den Herrn Goebel.
Versteht die HAZ sich jetzt als Zukunftsbremse Hannovers und als Sprachrohr der Krakeeler: "Wenn man eine Spur wegmacht, stirbt die Wirtschaft!" ??
Lefthandy December 12th, 2011, 01:21 PM Jetzt will man dem kleinen Mann auch noch seine Spuren wegnehmen! Was fällt denen noch ein? Willkürliche Baumaßnahmen zur Rückführung öffentlicher Gelder in private Taschen unter dem Deckmantel von allseits durchgewunkenem Ökoterror! Nicht mit uns!
Öffentliche Reaktionen auf Infrastruktur- und Bauprojekte werden langsam mein Lieblingsthema. Darüber schreibe ich nochmal eine Doktorarbeit. :lol:
gruenebahn December 12th, 2011, 01:27 PM Naja, den Ökowahn empfinde ich auch schon als Terror. Nach dem Motto kauft alle 2 Jahre ne neue A++++++ Waschmaschine das spart. Immer neu neu neu, weil sparsamer. Wenn das so weitergeht waschen die Maschinen bald trocken mit staub und gehen dann noch schneller kaputt wegen der Ablagerungen! Sehr ökologisch! Einfach mal weiterdenken. Winparkwahnsinn ist auch sehr ökologisch und landschaftssparend.
Aber was das andere angeht, das ist das gleiche wie in Hemmingen mit der Umgehung.
Ohne Rückbau kein City2020
Ohne Umgehung keine Stadtbahn
Merkt keiner...
Scheinbar fehlen selbst der Presse die logischen Zusammenhänge.
Aber man könnte die Liste noch ewig weiterführen. Ohne - Kein...
Lefthandy December 12th, 2011, 01:42 PM Es gibt ohne Zweifel eine Tendenz, alles was irgendwie ökologisch und grün sein könnte, leichtfertig durchzuwinken. Die Dämmpappe lässt grüßen.
Mir geht es um die Paranoia, mit der hinter allem immer irgendwas fieses und gänzlich ungerechtfertigtes vermutet wird. Der City-Ring-Rückbau ist ja zB eine vor allem städtebauliche Maßnahme, deren Gegenstand nur zufällig mit dem des Grabenkampfes zwischen Autofahrerlobby und sendungsbewussten Ökoideologen korrespondiert. Eigentlich gibt es überall immer einen Grabenkampf den egal welches Projekt irgendwie berührt. Insofern lassen sich um alles Verschwörungstheorien spinnen, die diejenigen, die das einfach so hinnehmen wollen, wie dumme Lämmer dastehen lassen.
Das Klima ist einfach allgemein überreizt und das schlägt eben seltsame Blüten.
homann5 December 12th, 2011, 01:49 PM Das Klima ist einfach allgemein überreizt und das schlägt eben seltsame Blüten.
Volle Zustimmung!
Grund dafür sind meiner Meinung nach die beiden Extreme, die immer wieder bei dieser Thematik aufeinanderprallen. Weder die Grünen noch die Auto-Lobby macht auch nur einen Schritt auf den anderen zu, beide Seiten stellen immer nur Maximalforderungen auf.
CrayZD December 12th, 2011, 02:00 PM Dass viele Öko-Auswüchse übertrieben sind, steht außer Frage. Bestes Beispiel aus meiner Sicht: Passivhausstandard. Amortisiert sich energetisch nach etwa 15-20 Jahren - da ist in der Regel schon die nächste Sanierung fällig - und wirtschaftlich überhaupt nicht. Aber Hauptsache, das grüne Gewissen ist beruhigt. Oder 'Öko'sprit mit Ethanol aus Palmölplantagen. Ganz toll.
Windparks dagegen finde ich durchaus sinnvoll, auch wenn sie keine Wohltat für die Augen sind. Ist eben die wirtschaftlich und energetisch effektivste Art, Strom herzustellen. Beschwerden dagegen fallen mich schon eher wieder in dieselbe Kategorie wie besagte Cityring- oder B3-Umgehungs-Proteste.
Womit wir beim Thema wären: was ist Wutbürgertum?
Ein Teilproblem ist sicher die zunehmende Komplexität von Fachthemen - sei es Wirtschaft-, Verkehrs- oder Energiepolitik. Dadurch sinkt die Nachvollziehbarkeit für den 'Normalbürger' - und das bei gefühlt zunehmendem Interesse an solchen Entscheidungen. Da der 'kleine Mann' nunmal chronisch allem misstraut, was er nicht versteht, sinkt auch das Vertrauen in die Entscheider auf diesem Gebiet. Das gipfelt dann meist in der felsenfesten Annahme, man selbst könne es besser - quasi als Trotzreaktion auf die Ohnmacht, mit der manchmal selbst 'Fachidioten' der zunehmenden Komplexität von Zusammenhängen gegenüberstehen.
Was ich als gravierender ansehe, ist jedoch der himmelschreiende Egoismus, der hinter solchen Protesten steht. Es fehlt heutzutage einfach der Respekt vor der Kunst des Kompromisses. Die Menschen werden zunehmend verbissener, extremer, akzeptieren grundsätzlich keine Entscheidung die für sie selbst einen Nachteil bedeuten könnte ('Warum ausgerechnet ich? Sollen doch die anderen die Hauptstraße vor die Tür kriegen...'). Da kann man den Wutbürgern nichtmal einen Vorwurf machen, denn die Politik lebt es ihnen heutzutage vor, wie Lefthandy und homann5 schon sagen. Verbissene Fronten statt ernsthafte Lösungsfindung... das ist etwas, das ich mit Sorge betrachte, könnte es doch zum beinahe kompletten Stillstand in der städtischen und gesellschaftlichen Entwicklung führen.
homann5 December 12th, 2011, 03:32 PM Das Phänomen "Wutbürger" ist weniger durch die steigende Komplexität der Themen, sondern eher durch das immer weiter sinkende Interesse der Politik, Sachverhalte klar, transparent und vor allem kompetent darzulegen. Das Misstrauen, das natürlich seitens des Bürgers vorhanden ist, ist meiner Meinung eine klare Reaktion auf dieses Fehlverhalten der Politik. Dort lautet das Motto schon seit geraumer Zeit "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern", was für Verärgerung sorgt. Beispiele dafür gibt es sowohl auf lokaler als auch auf bundesweiter Ebene genügend.
Dazu kommt dann noch, das Politik ganz klar gegen die Interessen der Mehrheit gemacht wird. Die Mehrheit (soweit ersichtlich) in Hannover ist für den D-Tunnel, die Politik will genau das Gegenteil. Und beim Rückbau des Cityrings dürfte zwar wohl die Mehrheit für eine Umgestaltung sein, aber wohl auch klar gegen Maximalforderungen der "Ökos".
CrayZD December 12th, 2011, 03:51 PM Dazu kommt dann noch, das Politik ganz klar gegen die Interessen der Mehrheit gemacht wird. Die Mehrheit (soweit ersichtlich) in Hannover ist für den D-Tunnel, die Politik will genau das Gegenteil. Und beim Rückbau des Cityrings dürfte zwar wohl die Mehrheit für eine Umgestaltung sein, aber wohl auch klar gegen Maximalforderungen der "Ökos".
Das ist vermutlich davon abhängig, wen man befragt. Vor allem wenn man die Regionsbürger mit einbezieht, dürfte es einem Großteil sch...egal sein wie es vorm Rathaus aussieht. Nach dem Motto: da brettere ich eh immer nur mit Minimum 65 Sachen durch.
Das zeigt auch gleich die Problematik der 'mehrheitsfähigen' Entscheidungen. Beim D-Tunnel gebe ich Dir natürlich Recht, aber wenn jede politische Entscheidung mehrheitskompatibel sein müsste, gäbe es z.B. wohl kein Theater und kein Museum mehr in Deutschland. Schon gar nicht in Hannover, wo die Maxime 'praktisch und günstig muss es sein, alles andere ist Schmuck am Nachthemd' wohl auch von den meisten Bürgern verinnerlicht wurde.
devilsadvocate December 12th, 2011, 10:02 PM Bezüglich der Meinung in der Bevölkerung und der Politik wird es vielleicht demnächst einen schönen Artikel in der HAZ geben zum Thema des Wiederaufbaus des Brückenhäuschens.
Zitat des Herrn Bodemann bezüglich meines Vorschlages, dass die Bürger doch bitte über eine rekonstruierte Altstadt entscheiden sollten:
"Wo kämen wir denn dahin, wenn die Bürger darüber entscheiden könnten?"
"Das hätte es zu Zeiten der Renaissance auch nicht gegeben und wenn es so wäre, würden die Städte nicht so aussehen wie jetzt"
Das konnte ich gar nicht glauben, dass die Meinung der Bürger von den obersten Stellen der Politik so mit Füßen getreten wird...
matheking December 13th, 2011, 10:00 AM Ich muss mich jetzt mal als Gegner des Cityringrückbaus outen.
Das hat mehrere Gründe:
Ich fahre dort mit Genuss sowohl Auto als auch Fahrrad. Neben der Lavesallee gibt es das sonst nicht in Hannover (und auch sonst nicht)
Die Bebauung auf der neustädter Seite passt nicht zu einer gequetschten, neuhanöversch unrunden, Straße. (Im Tiefbauaumt scheint man mittlerweile Straßen und Radwege für Fußgänger zu bauen. Ansonsten erklärt sich mir nicht, warum die Straßen mittlerweile mit Versatz und harten Winkeln gebaut werden.)
So lange alle Pläne für Hannover2020 nur im groben sind, halte ich einen vorgegriffenen Rückbau der Straße für viel Geld auch für eine Verschwendung von Steuergeldern. Allein der abstruse Gedanke, dass mit den Einnahmen aus den Grundstücksverkäufen die Kosten des Straßenrückbaus gedeckt wären, irritiert mich. Das Altstadtgrundstück auf der anderen Seite der Leine, welches die Stadt eigentlich für teueres Geld verkaufen wollte, hat immer noch keinen Käufer gefunden!
Gleiches gilt für den Friedrichswall. Was soll denn da entstehen, wenn die Spuren reduziert worden sind? Gibt es da ausgearbeitete Folgepläne? Nein!
Wenn man jetzt investiert, und auf jeder Seite eine Spur wegnimmt, und in ein paar Jahren, wenn dann Pläne feststehen, merkt, dass man eigentlich alles in Richtung Interconti verschieben will, muss man das Geld noch einmal investieren.
Alles in allem bleibt auch bei mir der fade Beigeschmack des ideologisch begründeten Rückbaus. Und den mag ich, bei aller Sympathie für grüne Positionen, derzeit nicht haben. Wenn es denn anspruchsvolle, ausgearbeitete, vielleicht sogar durchfinanzierte, Pläne für das danach gibt, werde ich mich gerne als einer der ersten umentscheiden!
CrayZD December 13th, 2011, 10:39 AM Ääähm sorry... jetzt kriegst Du in meiner Wahrnehmung gerade einen äußerst unangenehmen Wutbürgeranstrich. ;)
Wenn's um 'Dein' Linden geht, sich für teure Kompromisse (Nf) aussprechen, und der City ehrgeizige Städtebauprojekte verwehren wollen? Die Stadt soll denselben Fehler am Leineufer machen wie jahrelang am ZOB?
Die Stadt soll sich also erst rühren wenn Investoren fest zusagen. Die wiederum sagen erst zu wenn Mieter feststehen. Dann dauert der Cityring-Umbau inkl. Planung vielleicht zwei Jahre, die Bebauung inkl. Planung und Vorbereitung (Änderung der Kataster / Grundbücher usw.) nochmal zwei. Welcher potenzielle Mieter, egal ob geschäftlich oder privat, weiß denn bitte was er in vier Jahren vorhat?
Dass die Stadt beim Grundstück der Gehörlosenschule viel Mist gebaut hat und die Gefahr besteht, dass sie es wieder tut, habe ich bereits im HAZ-Forum geäußert. Aber grundsätzlich finde ich City2020+ richtig und wichtig. Allein zum im HAZ-Artikel genannten, überfälligen Umbau des Trammplatzes (endlich!) gehört auch eine bessere Anbindung an die City, und dazu wiederum gehört auch ein Rückbau des Cityrings.
homann5 December 13th, 2011, 10:58 AM mathekings Einwürfe sind gar nicht verkehrt. Wobei man einen Aspekt noch vertiefen sollte: Warum will man noch mehr Baufläche schaffen, wenn man jetzt schon nichts mehr an Investoren los wird? Zu nennen wären da neben dem Hohen Ufer unter anderem auch der ZOB, der Hermsplatz und das ehemalige Expo-Gelände. Alles städtische Flächen, für die man niemanden findet. Und dazu kommen ja noch etliche andere Grundstücke in privater Hand, für die sich ebenfalls niemand interessiert, siehe das alte AOK-Gebäude. Wenn ein Investor hier wirklich etwas bauen will, findet er heute schon genügend Flächen.
Zur Anbindung des Tramplatzes und des Rathauses: Beides hat meiner Meinung nach nie zur Innenstadt, sondern eher zum Bereich Maschsee gehört. Ich würde nie auf die Idee kommen, dass das zum Zentrum zu zählen wäre.
CrayZD December 14th, 2011, 11:06 AM Ich kotze hier gleich auf den Schreibtisch:
Friederikenplatz: so soll er sicherer werden (NP-Printausgabe) (http://epaper02.niedersachsen.com/epaper/img/20111214html/Page/1214_NP_HP_16.jpg)
Immer wieder schön, wenn die Ressorts der Stadtverwaltung in Gartenzaundenken verfallen. Da planen die Baupolitiker blumig die Zukunft am Cityring, und die Verkehrspolitiker wollen vorher nochmal schnell einen teuren Umbau zusammenschustern - der Radfahrer zuliebe. :wallbash:
Ich dachte, der Friederikenplatz soll durch den Cityring-Umbau in einigen Jahren ohnehin kompakter, leistungsfähiger, übersichtlicher und auch sicherer werden. Warum muss man dann jetzt noch einmal Geld verbrennen um das neue Feindbild von rot-grün - freie Rechtsabbiegerspuren - zu bekämpfen? Reichen da nicht einfache Nachbesserungen? Blinder Aktionismus pur. Da rege ich mich dann auch über Steuergeldverschwendung auf. :ohno:
matheking December 14th, 2011, 11:58 AM Ääähm sorry... jetzt kriegst Du in meiner Wahrnehmung gerade einen äußerst unangenehmen Wutbürgeranstrich. ;)
Wenn's um 'Dein' Linden geht, sich für teure Kompromisse (Nf) aussprechen, und der City ehrgeizige Städtebauprojekte verwehren wollen? Die Stadt soll denselben Fehler am Leineufer machen wie jahrelang am ZOB?
Da hast Du mich in beiden Fällen missverstanden. Ich plädiere ja eben nicht nur wegen der HBS auf der Limmer für Nf, sondern wegen der Zukunftsfähigkeit dieser Strecke. Auch auf die Gefahr hin, als BIU/VCD-Verehrer dargestellt zu werden: Ich finde, ein D-Tunnel sollte das Rückgrat für zukünftige Erweiterungen innerhalb der Stadt darstellen. Und da ist vieles, wegen des begrenzten Straßenquerschnitt nur als Tunnel oder eben Straßenbahn möglich. Zum Maschsee o.ä. wird so schnell sicher keine Bahn fahren, aber im Bereich Bödekerstr./Ferdi-Wallbrecht oder Sallstraße, könnte eine Kombination von eigenem Gleiskörper und straßenbündiger Führung in Zukunft eine Option sein. Diese Strecken werden nicht im Stadtbahnstandard und dessen Geschwindigkeit unterwegs sein, wirtschaftlich und sinnvoll ist es in meinen Augen dennoch.
Wiederholt habe ich mich schon darüber beklagt, dass es noch keine seriösen Machbarkeitsuntersuchungen über solche Dinge gibt. Bis jetzt gibt es immer nur Traumgebilde von KFZ-Hassern und Träumern.
Die Stadt soll sich also erst rühren wenn Investoren fest zusagen. Die wiederum sagen erst zu wenn Mieter feststehen. Dann dauert der Cityring-Umbau inkl. Planung vielleicht zwei Jahre, die Bebauung inkl. Planung und Vorbereitung (Änderung der Kataster / Grundbücher usw.) nochmal zwei. Welcher potenzielle Mieter, egal ob geschäftlich oder privat, weiß denn bitte was er in vier Jahren vorhat?
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Mehr oder weniger: Ja.
Der Rückbau des Cityring und die Veräußerung von 2 Grundstücken stellt für mich nicht Hannover2020 dar. Dann wäre das ganze ziemlich armselig. Welche Erwartungen steckst Du denn in diese beiden (vermutlich leider auch optisch langweiligen) Neubauten? Sicher wäre die Anbindung der Calenberger Neustadt marginal besser, aber Fußgängerströme aus der an Passanten eh armen Altstadt wird das auch nicht in die Calenberger Straße/Goethestraße lenken.
Hat sich die Stadt denn schon für einen 2020-Masterplan entschieden? Für mich klingt das bisher so, als ob lediglich eine Baustein eines Vorschlages umgesetzt werden soll. Beispiel Trammplatz: Was soll da hin, statt der Straßenspur??
CrayZD December 14th, 2011, 12:17 PM Der Rückbau des Cityring und die Veräußerung von 2 Grundstücken stellt für mich nicht Hannover2020 dar. Dann wäre das ganze ziemlich armselig. Welche Erwartungen steckst Du denn in diese beiden (vermutlich leider auch optisch langweiligen) Neubauten? Sicher wäre die Anbindung der Calenberger Neustadt marginal besser, aber Fußgängerströme aus der an Passanten eh armen Altstadt wird das auch nicht in die Calenberger Straße/Goethestraße lenken.
Das Leibnizufer inkl. Friederikenplatz/Waterloo und Friedrichswall ist einer der Schwerpunkte von City2020+ und wurde in der Presse sogar als der Schwerpunkt schlechthin dargestellt. Hättest Du Dich vordem Bashing nochmal eingehend über City2020+ informiert, dann wüsstest Du auch dass es nur sekundär um die Anbindung der Calenberger Neustadt geht und primär um die Einbindung der Leine in die Stadt. Deswegen gab es ja auch Entwürfe mit Insel, die trotz Verzicht auf historische Bezüge ihren Charme gehabt hätten. Aber die jetzt angedachte Furt/'niedrige Brücke' halte ich auch für eine gute Idee. Ob sich das Konzept bewährt, hängt natürlich auch von der architektonischen Qualität der Gebäude und vor allem von der Qualität der Nutzung ab. Aber ich kann es nicht leiden, wenn solche Projekte von vornherein als 'zu ehrgeizig für die Durchschnittsstadt Hannover' abgekanzelt werden.
So angenehm das Autofahren auf dem südlichen Cityring sein mag: die Einebnung der Leineinsel, um dort eine Hauptverkehrsstraße hinzuklotzen, halte ich für eine der größten Fehlleistungen der Hillebrechtschen Stadtplanung. Und die gilt es nun zu korrigieren.
Hat sich die Stadt denn schon für einen 2020-Masterplan entschieden? Für mich klingt das bisher so, als ob lediglich eine Baustein eines Vorschlages umgesetzt werden soll. Beispiel Trammplatz: Was soll da hin, statt der Straßenspur??
Da widersprichst Du Dir selbst. Den Masterplan gibt es, wenn auch noch nicht mit konkreten zeitlichen Vorgaben für jedes Teilprojekt. Was größtenteils noch fehlt sind die Detailplanungen, die eben nicht in einen Masterplan gehören. Und bevor ich die kenne, erlaube ich mir weder ein positives noch ein negatives Gesamturteil. Ich wiederhole mich ungern, aber Vorurteile à la 'das wird doch eh nichts' sind mir zuwider. Die Karmarschstraße etwa hat auch durch etwas, was vorher nur als 'ideologischer Straßenrückbau zur Autofahrergängelei' verschrien war, eine beispiellose Aufwertung erhalten, und dort freue ich mich schon auf den zweiten Bauabschnitt. Oder was ist mit dem Ernst-August-Platz? Da hat zur Expo auch nicht viel mehr stattgefunden als Straßenrückbau und neues Pflaster. Und in den letzten Jahren war er - auch dank dieser Aufwertung - dabei, den Kröpcke als gefühltes Zentrum der Stadt abzulösen.
EDIT: oder ums nochmal etwas konkreter zu machen...
Welche Erwartungen steckst Du denn in diese beiden (vermutlich leider auch optisch langweiligen) Neubauten?
Diese! (siehe vor allem Seite 12, 15ff.) (http://www.srl.de/dateien/dokumente/de/kellner-hannovercity2020.pdf)
matheking December 14th, 2011, 01:56 PM Die Pläne kenne ich und ich war auch auf einigen der Diskussionsveranstaltungen. Daher kenne ich die hübschen Bilder durchaus und weiß auch, dass die Verknüpfung der Innenstadt mit den außerhalb des Cityrings liegenden Stadtteilen eines der Ziele ist. Anders kann man ein Gebäude an der Ecke Goethestraße/Leibnizufer wohl auch nicht begründen.
Wie mir scheint, verstehen wir beide verschiedene Dinge unter einem Masterplan, oder mir ist etwas Entscheidendes entgangen. So weit ich weiß, gibt es einen Plan der Schwerpunkte der Stadtentwicklung herausstellt und dafür Wettbewerbe veranstaltet. Bei diesen Wettbewerben gab in ihrer zugrundeliegenden Raumstruktur durchaus unterschiedliche Beiträge. Gibt es da einen Sieger, dessen Konzept (in meinen Augen der Masterplan) jetzt umgesetzt wird? Ansonsten bleibe ich bei meiner oben geäußerten Kritik des Stückwerks.
Und bevor ich die kenne, erlaube ich mir weder ein positives noch ein negatives Gesamturteil.
Da tust Du eben schon, indem Du Kritiker am Rückbau des Leibnizufers als verquere Verweigerer diffamierst, denn wenn Du das Zitat ernst meinst, liegen wir eigentlich auf der gleichen Linie!
Ansonsten scheinst Du mir heute einen schlechten Tag erwischt zu haben. Anders kann ich mir nicht erklären, warum Du den Rückbau des Cityrings mit dem D-Tunnel und der Karmarschstraße in einen Topf wirfst und mir, mehr oder weniger direkt, Wutbürgertum und Vorurteilsbehaftung in Bezug auf den Rückbau von Straßen vorwirfst.
matheking December 14th, 2011, 02:09 PM ...
So angenehm das Autofahren auf dem südlichen Cityring sein mag: die Einebnung der Leineinsel, um dort eine Hauptverkehrsstraße hinzuklotzen, halte ich für eine der größten Fehlleistungen der Hillebrechtschen Stadtplanung. Und die gilt es nun zu korrigieren.
...
Ich trauere dem romantischen Vorkriegsstand auch hinterher.
Zwei Gedanken dazu:
Durch den Krieg wurde bereits ein Großteil der Altstadt zerstört (falls er nicht schon vorher marode war). Ein großräumiger Wiederaufbau dieser Altbauten wäre nicht bezahlbar gewesen, daher der nachvollziehbare Rückzug auf den "Kernbereich" Ballhof bis Marktkirche. Auch ein Fortbestehen der Leineinsel hätte also heute eine ganz andere Wirkung, als auf den alten Bilder. Wahrscheinlich wären dort heute Großbauten wie die Preussag oder gesichtslose 50er-Jahre Wohnblöcke. Dem kann man kaum hinterher trauern.
Hillebrecht hat einen neuen Stadtraum geschaffen. Erst so hat er bspw. den Raum für ein Erleben der Leine geschaffen, der jetzt noch verstärkt werden soll.
Und tatsächlich, auch wenn verpönt, hat das Leibnizufer die Innenstadt von einer Menge Verkehr befreit!
matheking December 14th, 2011, 02:14 PM Ich kotze hier gleich auf den Schreibtisch:
Friederikenplatz: so soll er sicherer werden (NP-Printausgabe) (http://epaper02.niedersachsen.com/epaper/img/20111214html/Page/1214_NP_HP_16.jpg)
Immer wieder schön, wenn die Ressorts der Stadtverwaltung in Gartenzaundenken verfallen. Da planen die Baupolitiker blumig die Zukunft am Cityring, und die Verkehrspolitiker wollen vorher nochmal schnell einen teuren Umbau zusammenschustern - der Radfahrer zuliebe. :wallbash:
Ich dachte, der Friederikenplatz soll durch den Cityring-Umbau in einigen Jahren ohnehin kompakter, leistungsfähiger, übersichtlicher und auch sicherer werden. Warum muss man dann jetzt noch einmal Geld verbrennen um das neue Feindbild von rot-grün - freie Rechtsabbiegerspuren - zu bekämpfen? Reichen da nicht einfache Nachbesserungen? Blinder Aktionismus pur. Da rege ich mich dann auch über Steuergeldverschwendung auf. :ohno:
Man könnte als einfache Maßnahme auch eine Ampel in Höhe des jetzigen Fußgängerüberweges installieren. Dort müssen dann auch alle Radfahrer rüber und ggf. warten. Das hätte den Vorteil, dass auch ein bisschen mehr Stellfläche für wartende Autos entsteht. Sonst stauen die sich nämlich ganz quick bis zur Einmündung der Karmarschtraße zurück und versperren die dortige Ausfahrt.
CrayZD December 14th, 2011, 02:28 PM Ach, an dem Wutbürger-Kommentar hängst Du Dich auf. Sorry, deutlicher als mit Smilies kann und will ich nicht hier nicht darauf hinweisen, dass eine Äußerung nicht bierernst genommen werden soll. Von daher sollten wir von der persönlichen Schiene wieder runterkommen.
Ich glaube z.B. nicht, dass ich 'einen schlechten Tag habe', wenn ich City2020+ bzw. Einzelprojekte daraus mit anderen städtebaulichen Aufwertungsmaßnahmen, die ebenfalls mit Straßenrückbau verbunden waren (hier namentlich Karmarschstraße und EAP) hinsichtlich ihrer städtebaulichen Wirkung vergleiche. Mir ist klar, dass es dabei um andere Verkehrsdimensionen geht, aber die Verkehrsleistung stand hier auch nicht zur Debatte.
Der Vorwurf der Vorurteilsbehaftung wie auch der obige Vergleich galt Deiner Überzeugung (zumindest habe ich sie aus Deinen Äußerungen so wahrgenommen), dass die geplanten Maßnahmen ohnehin nicht die städtebauliche Qualität erreichen werden, die man sich von City2020+ verspricht. Und was das angeht, halte ich den Vorwurf der Schwarzmalerei aufrecht, solange ich noch keine Detailplanung für die Gebäude, die Ufergestaltung oder ähnliches gesehen habe.
Wenn ich es bisher richtig verstanden habe, wird es einen 'Masterplan' nach Deiner Vorstellung, d.h. die Detailarbeit eines einzigen Planerbüros für alle Maßnahmen aus dem Wettbewerb, nicht geben. Deswegen wurden für die einzelnen Schwerpunkte ja auch getrennte Wettbewerbssieger gekürt. Grundsätzlich sind die Schnittstellen der einzelnen Schwerpunkte überschaubar, und solange die Stadt diese im Auge behält, gibt es für mich keinen Grund, das Gesamtprojekt auf einen Schlag im Detail durchzuplanen. Eine Waterloo- oder Trammplatz-Aufwertung funktioniert z.B. auch losgelöst von den Plänen am Leibnizufer, nur sollten sich diese Planungen in bezug auf die zukünftige Gestaltung des Cityrings nicht widersprechen. Vielleicht wolltest Du darauf ja auch hinaus.
Was die Verkehrsleistung des Cityrings angeht, merke ich höchstens an dass es hier mehr als eine Meinung gibt. Viele Unkenrufe an anderer Stelle (etwa Aegi-Hochstraße) haben sich im Nachhinein als falsch erwiesen. Auch am Leibnizufer/Friedrichswall ist es also alles andere als sicher, dass es zu einer spürbaren Mehrbelastung kommen wird.
gstolze December 14th, 2011, 03:17 PM So angenehm das Autofahren auf dem südlichen Cityring sein mag: die Einebnung der Leineinsel, um dort eine Hauptverkehrsstraße hinzuklotzen, halte ich für eine der größten Fehlleistungen der Hillebrechtschen Stadtplanung. Und die gilt es nun zu korrigieren.
Naja...so sehr ich Hannover 2020 auch begrüße, aber eine Korrektur der hillebrechtschen Fehlplanung ist das nicht, lediglich ein kosmetisches Aufhübschen um dann doch noch an den alten Vorstellungen festhalten zu können.
Eine Korrektur wäre die Abschaffung der breiten Schneise, welche Altstadt und Calenberger Neustadt trennt und ein Wiederaufbau der Leineinsel, meinetwegen auch mit moderner Bebauung, aber überwiegend in Kleinteiligkeit und harmonish an Formen und Materialien der Altstadt angepasst, und mit Nutzungen, die sowohl für Bewohner als auch fürTouristen attraktiv sind.
Lefthandy December 14th, 2011, 03:51 PM Hillebrecht hat einen neuen Stadtraum geschaffen. Erst so hat er bspw. den Raum für ein Erleben der Leine geschaffen, der jetzt noch verstärkt werden soll.
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Das ist eine mir völlig neue Interpretation. War hier nicht mal vor einiger Zeit ein HAZ-Artikel gepostet, der die Überschrift "Der versteckte Fluss" trug? So entscheidend hat Hillebrecht das Leine-Erlebnis jedenfalls nicht verbessert.
Er hat Raum geschaffen an einer Seite des Ufers, diesen aber durch die Verkehrstrasse abgeschnitten. Auf diese Weise ist der leere Uferbereich eher noch zusätzliche Barriere zur Carlenberger-Neustadt. Dieser eine Aspekt soll jetzt (kosmetisch) korrigiert werden. Die Hauptverkehrstrasse an der Leine bewirkt eine hohe Frequentierung des Flusses durch (motorisierte) Passanten, dieser Effekt ist jedoch, so zeigt die Erfahrung, vernachlässigenswert.
Betrachtet man die Zuschüttung des zweiten Leinearms isoliert, erscheint es natürlich nicht weiter bedauerlich. Er würde heute entweder sein Dasein in dunklen Tunnelröhren unter den Verkehrstrassen fristen, oder auf der Insel würde einer der Verwaltungsbauten stehen (die Staatskanzlei?).
Bei so einer Betrachtungsweise lässt man aber dasjenige unbefragt links liegen, das nach jetzigem Stand der Dinge das eigentliche an Hillebrecht zu kritisierende und zu korrigierende sein sollte: die überschwängliche Zerschlagung städtischen Raumes durch suburbane Weitläufigkeit und die bornierte Besessenheit von der Vollkommenheit des sog. "Neuen Bauens" im stile seiner Zeit. Diese seine Eigenart hat uns zwar einige auch heute noch vorzeigbare Nachkriegsarchitektur beschert, aber auch den Verlust zahlloser Gründerzeitbauten und eben vielerorts die Ausfransung des städtischen Raums, gerade im Bereich Frederikenplatz/Hohes Ufer.
Auch in der Nachkriegszeit ist es möglich gewesen 'maßvoller' vorzugehen, Beispiele dafür gibt es zuhauf in Süddeutschland (Nürnberg) oder auch in Hannover, wenn man sich wegen der selbstauferlegten Traditionsinsel Altstadt mal eine Ausnahme erlaubt hat und sowas wie das Kreuzkircheviertel entstand.
Lange Rede kurz: Auf der Leineinsel hätte man auch ein zweites Kreuzkirchenviertel errichten können. Außerdem sind in dem Bereich auch Altbauten stehen geblieben. Es gibt Bilder vom frisch asphaltierten Cityring am Leibnizufer, wo am Straßenrand noch die Altstadthäuser abgerissen werden mussten. Man hätte die Traditionsinsel also ohne weiteres auf die Insel ausweiten können.
matheking December 14th, 2011, 04:54 PM ... Gibt es da einen Sieger, dessen Konzept (in meinen Augen der Masterplan) jetzt umgesetzt wird?
..
Gibt es da jetzt einen Ratsbeschluss über die Umsetzung der Planung eines Büros? Das würde z.B. auch bedeuten, dass man Gelder für z.b. Veränderungen an der Landschaft, die zu errichtenden Furt etc. bereitstellt und nicht die Straße isoliert zurückbaut. Das ist doch der Kern meiner ursprünglichen Kritik!
@CrayZD: Mit Masterplan meine auch einen durchaus isoliert zu betrachtenden Stadtraum. Dort aber nicht mit Einzelmaßnahmen, sondern als Gesamtpaket (s.o.)
CrayZD December 14th, 2011, 06:30 PM Aber genau darum geht es jetzt doch, wenn ich es richtig verstanden habe: für die Detailplanung und Umsetzung des Schwerpunktes südliche City / Leineufer ein Budget bereitzustellen und die entsprechenden Beschlüsse in die Wege zu leiten. Wie in dem HAZ-Artikel bereits erwähnt, soll die Umsetzung in mehreren Bauabschnitten erfolgen. Mit der Umsetzung des ersten, dem Bereich Rathaus / Trammplatz, wird nicht vor 2014 begonnen - also noch genug Zeit für eine Gesamtplanung. Dann folgt der Friederikenplatz, und zum Schluss das Leibnizufer inkl. Schaffung neuer Baufelder. Mit der Neugestaltung jeweils eines dieser urbanen Bereiche ist dann auch die Cityring-Verkleinerung im jeweiligen Bereich verbunden. Vermutlich werden die Abschnitte auch nicht nahtlos aufeinanderfolgen, sondern je nach Finanzlage umgesetzt... siehe Operndreieck.
Der Eindruck, es ginge darum, erstmal die Straße schmaler zu machen und dann mal zu gucken, was man noch so verändern kann, resultiert m.E. aus einer unglücklichen Darstellung der HAZ in Verbindung mit der (zugegeben durch grüne Sinnlosvorschläge à la Tempo 40 entsprechend sensibilisierte) Meute konservativer Autofetischisten, die sich z.B. im HAZ-Forum naturgemäß über jeden verschwindenden Parkplatz auslassen.
Oder vielleicht war das gar nicht so 'unglücklich' (im Sinne von: versehentlich missverständlich geschrieben), sondern wohlkalkuliert reißerische Polarisation? Auffallend oft stellt die HAZ in letzter Zeit bei städtebaulichen Projekten die reinen Straßenumbaumaßnahmen in den Vordergrund (siehe auch Klagesmarkt oder Karmarschstraße / Station Markthalle). In diese Interpretation passt dann auch der Kommentar von Herrn Goebel, der die Vorgeschichte von City2020+ mal komplett ignoriert und so tut, als sei der Cityring-Rückbau ein spontanes Zugeständnis an die erstarkten Grünen.
telemaxx December 14th, 2011, 07:12 PM Der Eindruck, es ginge darum, erstmal die Straße schmaler zu machen und dann mal zu gucken, was man noch so verändern kann, resultiert m.E. aus einer unglücklichen Darstellung der HAZ in Verbindung mit der (zugegeben durch grüne Sinnlosvorschläge à la Tempo 40 entsprechend sensibilisierte) Meute konservativer Autofetischisten, die sich z.B. im HAZ-Forum naturgemäß über jeden verschwindenden Parkplatz auslassen.
Oder vielleicht war das gar nicht so 'unglücklich' (im Sinne von: versehentlich missverständlich geschrieben), sondern wohlkalkuliert reißerische Polarisation? Auffallend oft stellt die HAZ in letzter Zeit bei städtebaulichen Projekten die reinen Straßenumbaumaßnahmen in den Vordergrund (siehe auch Klagesmarkt oder Karmarschstraße / Station Markthalle). In diese Interpretation passt dann auch der Kommentar von Herrn Goebel, der die Vorgeschichte von City2020+ mal komplett ignoriert und so tut, als sei der Cityring-Rückbau ein spontanes Zugeständnis an die erstarkten Grünen.
Das frage ich mich auch!
Bei dem ersten Artikel vor ein oder zwei Monaten wurde auch NUR über den Umbau des Cityrings geschrieben und kein Wort zu Hannover City 2020. Bzw. dass eine das andere bedingt. Damals ist mir schon angesichts der Darstellung der HAZ und der Kommentare im HAZ-Forum der Kragen geplatzt, weil die HAZ die "Meute" noch in ihrer Ansicht bestärkt, die Stadt würde hier einfach so Straßen zurückbauen.
Den Vogel hat aber dann Herr Goebel abgeschossen. Sowas Unreflektiertes sollte man als leitender Redakteur nicht von sich geben. Das hat dann Bild-Zeitungsniveau.
homann5 December 14th, 2011, 08:02 PM Das mag aber auch daran liegen, dass die Straßenbaumaßnahmen die meisten Menschen betreffen. Und ich kann da die generelle Tendenz der HAZ durchaus nachvollziehen. Denn wie schon mittlerweile zig mal geschrieben, es fehlt einfach das Gesamtkonzept. Siehe doch den tollen neuen Vorschlag von heute, den närdlichen Teil der Schmiedestraße in eine Fahrradstraße umzuwandeln. Ein Konzept, wie der Verkehr dann geführt werden soll, gib es natürlich nicht. Lustigerweise kann dieser dann nämlich nur über das Leibniufer geführt werden. Eben jener Abschnitt, der zurückgebaut werden soll und somit dann - so die Pläne alle umgesetzt werden - bei weniger Kapazität mehr Verkehr aufnehmen soll.
Jede Wette: Wenn man den Leuten zusammen mit den Plänen ein schlüssiges Verkehrskonzept vorlegen würde, wären weitaus weniger dagegen.
Lefthandy December 14th, 2011, 08:30 PM ^^ Man hätte zumindest was, wo man drauf verweisen kann. So bleibt ja meist keine Möglichkeit, schlüssige und ehrbare Vorhaben von den ja fraglos vorkommenden aktionistischen/kurzsichtigen/profitorientierten zu unterscheiden.
Allerdings wäre das nur ein erster Schritt. Die aufgepeitschte Stimmung hätte erstmal fortbestand. Im vorliegenden Fall gibt es ja ein breit angekündigtes Gesamtkonzept (City 2020), zwar nicht für den Verkehr aber immerhin für die maßgeblichen städtebaulichen Absichten, das aber von Seiten der Kommentatoren geflissentlich ignoriert wird.
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