View Full Version : Dresden | Kulturpalast - Umbau & Sanierung | In Planung
Dakir@DD June 24th, 2009, 10:36 AM So soll es im neuen Kulturpalast aussehen
Der neue Konzertsaal soll die Form eines Weinbergs haben. Die Bibliothek erhält ein großzügiges Foyer, der Kulturpalast wird äußerlich nur wenig verändert
Das Votum der Jury war einstimmig. „Wir empfehlen der Stadt, den Entwurf des Berliner Büros von Gerkan Marg und Partner zu realisieren“, sagt Jury-Vorsitzender Professor Jörg Friedrich aus Hamburg. Zwei Tage und Nächte hätten die 15 Jury-Mitglieder und etwa 35 weitere Berater die Entwürfe begutachtet. Sieben von ursprünglich 28 Büros hatten in der zweiten Wettbewerbsstufe ihre Arbeiten vertieft und vorgestellt.
Der Siegerentwurf
Das Büro von Meinhard von Gerkan und Volkwin Marg sei besonders behutsam mit dem denkmalgeschützten Kulturpalast umgegangen, lobt der Juryvorsitzende. So soll die Form des Gebäudes einschließlich des Daches unverändert bleiben. Auch im Inneren werden die Doppeltreppen nicht verändert. Die Struktur der Fassade bleibe erhalten, allerdings würden die braunen Glasscheiben gegen durchsichtige ausgetauscht und der Wärmeschutz verbessert. und einige zusätzliche Glasteile eingesetzt.
Der Konzertsaal
Völlig ausgebaut wird der große Saal im Kulturpalast. In sein symmetrisches, sechseckiges Betonsystem soll gewissermaßen ein neuer Saal eingebaut werden. Dieser erhält die Form eines Weinberges. Das bedeutet, das Orchester sitzt in der Mitte und die Zuschauer ringsum auf terrassenförmigen Rängen aus Holz in warmen Tönen. Das soll mehr Nähe und eine hervorragende Akustik bewirken. Der Konzertsaal fasst 1 800 bis 1 900 Zuschauer.
Die Akustik
Die Wände gehen in die Decke über. Sie haben eine völlig unregelmäßige Struktur und bestehen aus besonders bearbeiteten Rigips-Platten und Lichtelementen. „Wir freuen uns auf den Saal. Die akustischen Daten sind hervorragend“, sagt Anselm Rose, Intendant der Dresdner Philharmonie.
Das Architekturbüro hat seinen Entwurf gemeinsam mit dem Büro ADA Acoustic Design Ahnert erarbeitet. Wolfgang Ahnert hat an der TU Dresden Akustik studiert und 1975 auf dem Gebiet promoviert. Anschließend war er für Kulturbauten in Ostberlin zuständig. 1990 gründete er sein eigenes Büro. Ein von ihm erarbeitetes Simulationsverfahren ermöglicht selbst noch in der Bauphase die Akustik immer weiter zu vervollkommnen.
Das Foyer
Der Konzertsaal wird etwas angehoben, sodass darunter Platz für ein großes Foyer gewonnen wird. So können die Besucher vom Haupteingang direkt in die Bibliothek gelangen. Der Raum eignet sich gleichzeitig für Veranstaltungen und Lesungen.
Die Bibliothek
Die städtische Zentralbibliothek entsteht in verglasten Türmen links und rechts vom Saal sowie darüber. Links sollen die Leser Belletristik und Kinderliteratur finden, rechts werden die naturwissenschaftlichen Werke konzentriert. Die Stadt rechnet mit 3 000 bis 4 000 Besuchern in der Bibliothek täglich. „So ist in dem Kulturpalast immer Leben und nicht nur abends“, hofft Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU), die von den Ergebnissen überzeugt sei.
Die Herkuleskeule
Das Kabarett „Die Herkuleskeule“ soll an der Seite zur Galeriestraße über dem Besucherzentrum für die Frauenkirche seine neue Spielstätte erhalten. Der Saal mit 350 Plätzen könne auch ebenerdig genutzt werden, sodass darin auch Varieté-Veranstaltungen und Ähnliches möglich werden, schätzt Matthias Horst ein. Sein Büro Schubert + Horst Architekten war für die Organisation des Wettbewerbs verantwortlich.
Restaurants
An der Schloßstraßenseite sollen ebenerdig Restaurants entstehen, mit Tischen und Stühlen in der wärmeren Jahreszeit davor.
Der Zeitplan
Der neue Stadtrat muss nun über den Wettbewerbssieger entscheiden. Die Oberbürgermeisterin geht davon aus, dass die geschätzten Kosten von 65 Millionen Euro annähernd eingehalten werden können. Baubeginn soll 2012 und Einweihung 2014 sein.
Sächsische Zeitung vom 19. Juni 2009
Bilder/Planungen
http://www.sz-online.de/bilder/2009_06/gr_2186832_576647195.jpg
Der Saal des neuen Kulturpalastes soll 1 900 Zuschauern Platz bieten. Der Siegerentwurf stammt vom Berliner Architekturbüro Gerkan Marg und Partner. Fotos: GMP Generalpartner GmbH, SZ/M. Gröning
http://www.sz-online.de/bilder/2009_06/gr_2186832_933458561.jpg
Er sieht vor, das Gebäude äußerlich nur behutsam zu modernisieren.
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Alle Wettbewerbsarbeiten sind ab Mittwoch im Stadtmuseum zu sehen.
http://www.sz-online.de/bilder/2009_06/gr_2186832_180136930.jpg
So stellen sich die Architekten den Blick in die künftige Bibliothek vor. Visualisierungen: GMP Architekten von Gerkan, Marg und Partner
http://www.sz-online.de/bilder/2009_06/gr_2186832_763265382.jpg
Der Entwurf setzte sich gegen mehr als 30 Mitbewerber durch. Mit den Bauarbeiten soll 2012 begonnen werden.
http://www.sz-online.de/bilder/2009_06/gr_2186832_283500987.jpg
Entwurf für einen neuen Saal der Philharmonie Dresden im Kulturpalast. Sieger-Model Kulturpalast Architektengruppe der gmp Generalplanungsgesellschaft mbH Berlin Meinhard v. Gerkan, Stephan Schütz und Nicolas Pomränke. Foto: SZ / Marion Gröning
erbse July 29th, 2009, 11:25 PM Der Kulturpalastumbau hat jetzt diesen eigenen Thread spendiert bekommen.
Städtebaulicher Zusammenhang - weiss in der Mitte, der Kulturpalast:
http://img339.imageshack.us/img339/16/4373d8eea0.jpg
Quelle: von Gerkan, Marg und Partner (gmp) - Internetseite (http://www.gmp-architekten.de/index.php?id=6&no_cache=1&tx_macinaeasynews_pi1[showUid]=249&tx_macinaeasynews_pi1[pointer]=1&tx_macinaeasynews_pi1[sort]=sorting:0&cHash=74606e36ab)
Aktuelle Gestalt des Kulturpalastes:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/94/Dresden_kulturpalast.JPG/800px-Dresden_kulturpalast.JPG
Quelle: Wiki (http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Dresden_kulturpalast.JPG)
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/8/88/Kulturpalast_gesehen_vom_Altmarkt.jpg/800px-Kulturpalast_gesehen_vom_Altmarkt.jpg
Wiki (http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Kulturpalast_gesehen_vom_Altmarkt.jpg)
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/db/Kulturpalast_Dresden_2.jpg/800px-Kulturpalast_Dresden_2.jpg
Wiki (http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Kulturpalast_Dresden_2.jpg?uselang=de)
Wandbild "Der Weg der Roten Fahne"
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/1/15/Kulturpalast_Dresden_Wandbild.jpg/800px-Kulturpalast_Dresden_Wandbild.jpg
Wiki (http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Kulturpalast_Dresden_Wandbild.jpg)
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/59/Dresden_Kulturpalast_C.Muench.jpg
Wiki (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dresden_Kulturpalast_C.Muench.jpg)
Alter Großer Festsaal
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c1/Bundesarchiv_Bild_183-J0121-0017-001%2C_Dresden%2C_Kulturpalast%2C_Gro%C3%9Fer_Festsaal.jpg
Wiki (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-J0121-0017-001,_Dresden,_Kulturpalast,_Großer_Festsaal.jpg) / Bundesarchiv
erbse July 29th, 2009, 11:57 PM Hier noch einige größere Visualisierungen:
Der neue Konzertsaal im Kulturpalast
http://img21.imageshack.us/img21/9130/1e8ef05b33.jpg
Quelle: von Gerkan, Marg und Partner (gmp) - Internetseite (http://www.gmp-architekten.de/index.php?id=6&no_cache=1&tx_macinaeasynews_pi1[showUid]=249&tx_macinaeasynews_pi1[pointer]=1&tx_macinaeasynews_pi1[sort]=sorting:0&cHash=74606e36ab)
http://img194.imageshack.us/img194/3342/2f2e24b9b4.jpg
Quelle: gmp
Außenansicht im Modell - hier wird nur leicht modifiziert, so soll u.a. das Braunglas durch luftigeres, zeitgemäßeres blaues Glas ersetzt
http://img23.imageshack.us/img23/9779/modelli.jpg
Quelle: GHND - neumarkt-dresden.de (http://www.neumarkt-dresden.de/news.html)
Kleine Visualisierung
http://img23.imageshack.us/img23/9866/239923618e3174c61b.jpg
Quelle: Baunetz (http://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Kulturpalast_Dresden_wird_umgebaut_786959.html?backurl=http://www.baunetz.de/meldungen/index.html&bild=4)
Bauer-Ewald July 30th, 2009, 12:43 AM Sollte der Bau nicht anders eingefasst werden :?
erbse July 30th, 2009, 01:12 AM Was meinst du damit? Tiefgreifende Fassadenänderungen wie beim Kollhoff-Entwurf (http://www.neumarkt-dresden.de/Kulturpalastareal/Kollhof-Sachsenbau-Chemnitz.html) (damals ein Projekt der Sachsenbau Chemnitz)?
ABRob July 30th, 2009, 12:15 PM Wah... Die wollen diesen Klotz wirklich so erhalten?
Wenn der Welterbetitel nicht schon wegen der popeligen Brücke weg wäre, wär das erhalten dieses Klotzes ein triftiger Grund für die Aberkennung.
Was meinst du damit? Tiefgreifende Fassadenänderungen wie beim Kollhoff-Entwurf (http://www.neumarkt-dresden.de/Kulturpalastareal/Kollhof-Sachsenbau-Chemnitz.html) (damals ein Projekt der Sachsenbau Chemnitz)?Ja! Alles im Stile der ganzen Neubauten rund um die Frauenkirche.
Dakir@DD July 31st, 2009, 10:05 AM Die Idee bzw. Planungen sind schon seit Jahren Tod, leider!
Der Grund ist auch einfach und schnell erzählt, als die Chemnitzer "Sachsenbau AG" den Plan vorgestellt hat, war Dresden im eigentlichen Sinne Pleite. Sprich, die 15 Millionen Euro von damals, die die Stadt Dresden dazugeben sollte, waren einfach nicht da und mit dem Haushaltsplan nicht vereinbar.
Jetzt, Jahre danach und nach dem Woba-Verkauf, ist Dresden praktisch Schuldenfrei und kann besser wirtschaften und investieren. Leider gibt die Stadt jetzt 60 Millionen für den Kulturpalast aus, anstatt die alten Pläne mit der Sachsenbau neu zu Planen. Traurig, aber leider ist es so.
Dakir@DD October 1st, 2009, 12:28 PM SPD und Linke wollen Beschluss zum Kulturpalast kippen
Zur Stadtratssitzung heute fordern beide Parteien konkrete Zahlen zu den Kosten für den Umbau.
„Wir wollen wissen, was der Umbau des Kulturpalastes wirklich kostet und wie das Ganze finanziert werden soll“, sagt SPD-Stadtrat Wilm Heinrich. Die Pläne zum Umbau des Heizkraftwerks Mitte für die Operette geben ihm Grund zur Sorge. Dort ist die Stadt ursprünglich von 48 Millionen Euro ausgegangen, jetzt sind es schon 82 Millionen Euro. „Das gleiche Amt hat auch die Vorgaben für den Kulturpalast berechnet – und damals noch ohne Denkmalschutz“, sagt Heinrich. Nun nutzen seine Fraktion und die Linke eigentlich eine unstrittige Vergabe an das Akustik-Planungsbüro Peutz Consult, um das Thema erneut auf die Tagesordnung zu bringen. Allerdings verschiebt die Oberbürgermeisterin die Diskussion heute auf die nächste Sitzung am 29. Oktober.
Wie ist der aktuelle Stand?
Der Stadtrat hat am 4. Juli 2008 mit großer Mehrheit den Umbau des Kulturpalastes zum Konzertsaal und Standort für die Städtischen Bibliotheken beschlossen. Nach einem Wettbewerb wurde im Juni dieses Jahres das Berliner Büro von Gerkan Marg und Partner zum Sieger gekürt. Es sieht einen Konzertsaal in Form eines „Weinbergs“ vor, der in das bisherige sechseckige Betonssystem des Kulturpalastes eingebaut werden soll.
Welche Kosten sind geplant?
Die Stadt geht von Kosten in Höhe von 65 Millionen Euro aus. 29,24 Millionen Euro davon erwartet sie als Fördermittel. Für dieses Jahr sind 2,6 und für das Folgejahr 4,9 Millionen Euro geplant. Der eigentliche Umbau soll 2012 beginnen.
Was wollen SPD und Linke?
Beide Fraktionen treten für eine behutsame Sanierung des Kulturpalastes ein und für den Erhalt der bisherigen Nutzung für vielfältige Veranstaltungen. Sie haben dazu auch Unterschriften gesammelt. Parallel soll ein neues Konzerthaus gebaut werden.
Wie sind die Chancen im Rat?
SPD und Linke kommen auf 21 der 70 Stadtratssitze. CDU, Grüne und Bürgerfraktion bleiben bei dem ursprünglichen Beschluss. „Wir wollen, dass die Betroffenen zu Wort kommen“, sagt CDU-Chefin Christa Müller. Auch FDP-Fraktions-Chef Jan Mücke plädiert für eine Vertagung, um Für und Wider nochmals abzuwägen.
Sächsische Zeitung vom 1. Oktober 2009
Bild
http://www.sz-online.de/bilder/2009_09/gr_2277296_1.jpg
So könnte der neue Konzertsaal im Kulturpalast nach den Plänen von Gerkan Marg und Partner einmal aussehen. Foto: Architekten von Gerkan Marg und Partner
tectura October 13th, 2009, 05:20 PM Noch vor 5 Jahren hätte ich die Sache anders gesehen, aber heute frage ich mich, warum ein Bauwerk überhaupt denkmalgeschützt wird, damit es dann von übereifrigen Architekten völlig verändert wird. Ähnlich sehe ich es mit der Prager Straße, die ihren DDR-Zustand weitestgehend eingebüßt hat, und trotzdem tut man so, als wäre alles beim Alten: komplette Verunstaltung der Brunnen, Aufnahme von Aluwaben an der Centrum-Galerie, Veränderung der Prager Zeile. In Dresden herrscht ein merkwürdiges Traditionsbewusstsein, das vielleicht unsere chronisch unterbelichtete Frau OB treffend ausgedrückt hat: "Herr Kulka ist der Pöppelmann unserer Zeit". Auch die VW-Manufaktur als "Zwinger der Moderne" oder die barocke Lust am Ornament an verschiedenen zum Glück niemals verwirklichten Entwürfen für ein neues Gewandhaus. Am deutlichsten, aber auch am archaischsten äußert sich dieses Traditionsbewusstsein darin, dass gebürtige Dresdner ein Vorrecht zur Verunstaltung der Stadt haben, weil sie ja per Geburt die Erben von Klengel, Pöppelmann, Knöffel und co. sind.
Dakir@DD October 14th, 2009, 02:13 PM Lieber tectura, hier denke ich das du leicht über's Ziel hinaus schießt. Die Prager Straße war vor gut 5 Jahren noch Potthäßlich.
Ich finde, dass die neue Zeile mit Brunnen, Bänken und Lampen super gelungen ist. Die Neubauten zwischen den Ibis-Hotels sind modern und gut gelungen. Die neuen Geschäftshäuser (McDonalds) finde ich spitze und die kleinen Imbiss-Hütten passen auch. Und mit den Ibis-Hotels, Pullman-Hotel und dem langen Wohnblock hat die Prager Straße noch genügend Charmè aus DDR-Zeiten.
Ich wäre dafür, die Ibis-Häuser abzureißen und den langen Wohnblock auch, aber leider hat den die Gagfah aufwendig saniert, leider!
Und hier verspüre ich einen extremen Wiederspruch, auf der einen Seite beschwerst du dich, dass die Prager Straße Ihren DDR-Charmè verloren hat und bei dem Anbau der Polizei bist du dafür...hä, was nun?
tectura October 14th, 2009, 08:49 PM Nun ja, dabir, du magst die jetzige Form der Prager Straße gut finden, wie sie ist. Und ich sehe in der Straße eine Gesamtanlage, die nur in ihrer damaligen Form ihre Wirkung ganz entfalten konnte. Was z.B. nützt heute noch das Rundkino, wenn es nicht mehr zur Wirkung kommen darf hinter dem Kaufhausbau. Hier bin ich für den Erhalt des ursprünglichen Ensembles. Noch besser wäre natürlich gewesen, wenn man nach dem Krieg die erhaltenen Gebäude nicht abgerisse hätte und die ursprünglichen Parzellen wieder bebaut hätte.
Am Neumarkt ist aufgrund der Frauenkirchenreko zur Steigerung ihrer Wirkung das maßstabsbildende Umfeld unbedingt nötig. Also musste der Polizeianbau weg.
Was ist daran so "hä"?
Dakir@DD October 14th, 2009, 10:43 PM Erstens, ich bestehe auf meinen richtigen Namen :lol:
Zweitens, du magst recht haben was den Neumarkt betrifft, da bin ich voll deiner Meinung, aber gerade die Prager Straße mit Ihrem Sozialismus-Charmè sah zum brechen aus und jetzt geht es wenigstens. Ein bissl modernes zwischen die ganzen Betonklopper und es lässt sich halbwegs aushalten.
Na ja, dass "hä" meinte ich so, dass es für mich eine zweigeteilte Einstellung ist oder war, aber ist egal!
Dakir@DD October 16th, 2009, 10:08 AM Stadtrat entscheidet über Planungen für Kulturpalast-Umbau
Im Streit um die weiteren Vorbereitungen zum Umbau des Kulturpalastes muss erneut der Stadtrat entscheiden. Gestern Abend hat der Wirtschaftsförderungs-Ausschuss entschieden, die Tragwerksplanung für das 65 Millionen Euro teure Projekt an das Ingenieurbüro Professor Pfeifer und Partner zu vergeben. Der Auftrag hat ein Volumen von über 1,8 Millionen Euro.
Einen bindenden Beschluss soll auf Betreiben der Linken erst der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung fassen. Dies setzte Fraktions-Chef André Schollbach durch. Kritik für diesen Vorstoß kam von der CDU. Das Kommunalparlament habe bereits einen Grundsatzbeschluss zur Instandsetzung und Modernisierung des Kulturpalasts gefasst, so Steffen Kaden. Hier gehe es wohl darum, „so lange abstimmen zu lassen, bis einem das Ergebnis passt.“
Das von der Stadt favorisierte Büro hatte sich in einem zweistufigen Auswahlverfahren gegen 17 Bewerber durchgesetzt. Zu seinen Referenzen gehören Projekte für das Deutsche Hygienemuseum und die Stadtbibliothek Nürnberg.
Sächsische Zeitung vom 16. Oktober 2009
Dakir@DD October 20th, 2009, 08:20 PM Künstler fordern Bau eines neuen Konzerthauses
Im Streit um einen neuen Konzertsaal für Dresden fordern jetzt Dresdner Künstler ein Gipfeltreffen zwischen Stadt und Land. Daran sollen neben der Oberbürgermeisterin und der Kunstministerin auch die Orchestervorstände der Staatskapelle und der Dresdner Philharmonie teilnehmen.
Die Akademie der Künste biete sich als Plattform für diese Gespräche an. Deren 141 Mitglieder hatten sich wiederholt zum Fürsprecher eines neuen Konzerthauses gemacht.
Sie fordern zugleich den Stadtrat auf, ihre Entscheidung für den Umbau des Kulturpalastes zurückzunehmen. Die Räte seien falsch informiert worden.
Sie hatten im Juli 2008 beschlossen, den Palast für 65 Millionen Euro umzubauen. Sowohl die Zahlen als auch der Sinn werden angezweifelt.
Sächsische Zeitung vom 17. Oktober 2009
Dakir@DD October 20th, 2009, 08:24 PM Es ist zwar nur eine Idee, aber das geplante Konzerthaus sieht nach wie vor zum brechen aus :puke:
Welcher "Architekt" verzapft so eine Scheiße, ich kann es echt nicht nachvollziehen :weird:
Dakir@DD October 20th, 2009, 08:26 PM Aufstand Dresdner Künstler
Der Stadtrat soll seinen Beschluss zum Umbau des Kulturpalastes kippen. Das fordern jetzt prominente Dresdner Künstler.
Ein neues Konzerthaus für die Dresdner Philharmonie und die Sächsische Staatskapelle fordern jetzt in einer neuen Petition die Mitglieder der Sächsischen Akademie der Künste. Mit der Forderung verbunden ist die dringende Bitte an den Dresdner Stadtrat, ihren Beschluss zum Umbau des Kulturpalastes zu einem klassischen Konzertsaal zurückzunehmen.
Gipfeltreffen für Konzerthaus
Gefordert haben dies bei einer großen Diskussionsrunde in der Akademie der Künste am späten Donnerstagabend prominente Dresdner Künstler. Die Forderung unterstützen der Dirigent Hartmut Haenchen, der Komponist und frühere Rektor der Musikhochschule Wilfried Krätschmar, der Trompeter Ludwig Güttler, der Pianist Peter Rösel, die Sänger Peter Schreier, Theo Adam und Gunther Emmerlich sowie der Musiker und Konzertveranstalter Bernd Aust.
Der Komponist und Präsident der Akademie, Udo Zimmermann, sagte: „Mit dem ganzen Gewicht der 141 Mitglieder sprechen wir uns für den Bau eines eigenständigen Konzerthauses an prominenter Stelle aus.“ Es müsse jetzt ein Gipfeltreffen zwischen Stadt und Land geben. Daran sollen auch die Orchestervorstände der Sächsischen Staatskapelle und der Dresdner Philharmonie teilnehmen.
Hintergrund der Forderung ist der Streit um den Umbau des Kulturpalastes. Im Juli 2008 hatte der Stadtrat beschlossen, den 1969 eröffneten Kulturpalast für 65Millionen Euro umzubauen. Allerdings gibt es Zweifel, ob diese Summe reicht. Denn die Philharmonie und die auch im Palast angesiedelte „heitere Muse“ benötigen eine Ausweichspielstätte. Ein aktuelles Gutachten beziffert die zu erwartenden Gesamtkosten auf 118Millionen Euro. Ein neues Konzerthaus schlägt in dem Gutachten mit 143Millionen Euro zu Buche - der Anteil der Stadt soll bei 87Millionen Euro, der des Landes bei 56Millionen Euro liegen.
Philharmonie für Kulti-Umbau
Konzertveranstalter Bernd Aust wies an dem Abend darauf hin, dass die Stadträte ihren Beschluss unter völlig falschen Voraussetzungen gefasst hätten. Die Verwaltung habe das Parlament falsch informiert. Deshalb müsse der Rat seinen Beschluss überdenken und neu fassen. Der Komponist und frühere Rektor der Dresdner Musikhochschule, Wilfried Krätzschmar, sprach von einer Grundsatzentscheidung. Es gehe auch um die Frage, ob Dresden als Musikstadt künftig in der ersten Liga mitspielen könne. Deshalb gebe es zu einem neuen Konzerthaus keine Alternative. Die Konzertmeister der Philharmonie hatten dagegen unlängst nachdrücklich für die Umbau-Variante plädiert. Aus der Erfahrung der letzten 20 Jahre könne man sehr wohl zwischen utopischen und realistischen Wünschen unterscheiden.
Der Stadtrat wird in einer seiner nächsten Sitzungen noch einmal Experten zum Kulturpalast-Umbau und zum Konzerthaus anhören. Dies war eine Forderung der FDP. Zugleich sind bisher Bau-Ausschreibungen noch nicht auf den Weg gebracht. Erst soll es das Gipfeltreffen geben.
Sächsische Zeitung vom 17. Oktober 2009
Bild/Planung
http://www.sz-online.de/bilder/2009_10/gr_2290135_679157582.jpg
So soll der klassische Konzertsaal für die Philharmonie im Kulturpalast aussehen. Für bisher geplante 65 Millionen Euro möchte die Stadt den alten Saal umbauen. Zudem sollen im Kulti die Herkuleskeule und die Stadtbibliothek Platz finden. Für die heitere Muse soll es eine Konzerthalle in der Messe geben. Alles zusammen soll 118 Millionen Euro kosten.
Dakir@DD October 20th, 2009, 08:28 PM In diesem Falle Scheiß ich auf die sogenannten "Dresdner" Künstler. Wie sehr kann man an Geschmacksverirrung leiden, umso einen häßlichen Neubau zu befürworten?
erbse October 20th, 2009, 08:35 PM Bitte etwas die Fäkalsprache zurückhalten, danke ;)
Eigentlich bin ich da ganz bei den Künstlern. Der Kulturpalast darf nicht mehr subventioniert werden, er ist der größte städtebauliche Mißstand Dresdens. Und ein Konzerthaus auf Neustädter Seite wird nicht kommen, da wird der Gegenwind mindestens ebenso heftig wie beim Gewandhaus wehen. Außerdem bieten sich doch eine Reihe von Standorten an, Ostragehege, Heizkraftwerk Mitte, Wiener Loch... Genug Platz hat Dresden.
Dakir@DD October 20th, 2009, 08:51 PM Bitte etwas die Fäkalsprache zurückhalten, danke ;).
Och nö erbse, dass geplante Konzerthaus ist aber einfach zum bre***
Eigentlich müsste man die Sachsenbau in Chemnitz mal anschreiben, ob sie das Projekt "Kulturpalast" nicht wieder aufleben lassen können *Träum*!
Das Heizkraftwerk ist ja aber schon für die Staatsoperette und das TJG verplant, da kannst du nicht noch mehr reinknallen. Das Ostragehege wird in den nächsten Jahren mit vielen Milliönchen zur Sportstadt ausgebaut und das Problem "Wiener Loch" werden wir wohl bald zuschütten. Außerdem reichen die Parkplätze in der Tiefgarage nicht aus und es kann dort keine weitere gebaut werden.
Dakir@DD October 20th, 2009, 08:57 PM Stadt hält an "Kulti-Umbau" fest
Im Streit um die Zukunft des Kulturpalastes in Dresden hält die Verwaltung an den bisherigen Umbauplänen fest. Im November soll der Stadtrat über mehrere Vorlagen zu dem 65-Millionen-Euro-Projekt befinden, teilte die Verwaltung am Montag mit. Im Kern geht es um einen akustisch guten Saal für die Philharmonie.
Außerdem soll der 1969 eröffnete Kulturpalast künftig das Kabarett Herkuleskeule und die städtische Bibliothek aufnehmen. Das Projekt ist umstritten. Viele Musikfans und Veranstalter wünschen sich stattdessen ein neues Konzerthaus für die Philharmonie und die landeseigene Staatskapelle Dresden. Dazu müsste es allerdings eine Einigung zwischen Stadt und Land geben.
Linke legt Fünf-Punkte-Plan vor
Kritik am Umbau kommt auch von den Linken im Stadtrat, die jetzt einen Fünf-Punkte-Plan für den Neubau eines Konzerthauses vorgelegt haben. „Unser Ziel ist der Erhalt des Kulturpalastes mit multifunktionalem Saal sowie der Neubau eines eigenständigen Konzerthauses“, sagte Fraktionschef André Schollbach nach einer Klausur am Wochenende.
Die Linke fordert eine breite Debatte zwischen Rat, Verwaltung und Einwohnern. Die Spaltung der Dresdner wie bei der Waldschlößchenbrücke müsse vermieden werden. Die Fraktion warf der Verwaltung vor, den Umbau – der auf rund 65 Millionen Euro veranschlagt wird – schönzurechnen. Vertreter von Stadt und Land müssten an einen Tisch, um über die Finanzierung eines gemeinsamen Konzerthauses zu verhandeln. Dazu benötige es einer neuen Grundsatzentscheidung des Rates.
Die Stadt dagegen verweist darauf, dass der Umbau im Grundsatz beschlossen ist um im Gegensatz zu einem Neubau förderfähig sei. Zudem müsse saniert werden, da sonst die Betriebsgenehmigung nicht mehr erteilt werde.
Sächsische Zeitung vom 19. Oktober 2009
Dakir@DD October 20th, 2009, 09:13 PM Rathaus besteht auf Kulturpalast-Umbau
Mit einem Machtwort hat Kulturbürgermeister Ralf Lunau Forderungen nach einem neuen Konzerthaus eine klare Absage erteilt.
Die Stadtverwaltung geht beim Thema Kulturpalast in die Offensive. Die Betriebsgenehmigung für den 1969 eröffneten Mehrzweckbau läuft nach Angaben von Kulturbürgermeister Ralf Lunau im übernächsten Jahr aus. Zum raschen Umbau, der die Umwandlung des Saales in einen vor allem für Klassik geeigneten akustisch hochwertigen Raum vorsieht, gebe es keine realistische Alternative. „Wir sind gehalten, das Projekt, das der Stadtrat beschlossen hat, auch umzusetzen“, sagte der parteilose Politiker.
Durch den Streit um das mindestens 65 Millionen Euro umfassende Großprojekt habe es bereits Verzögerungen gegeben. Die Stadt drängt daher auf einen straffen Zeitplan. Nach dem Grundsatzbeschluss vom vergangenen Jahr soll der Rat im November fünf weitere Entscheidungen treffen. Dazu zählen die Vergabe von Planungsleistungen ebenso wie das Ja zu umfassenden Infrastrukturmaßnahmen. Denn um Platz für Unterhaltungsmusik zu schaffen, soll die Messehalle eins für mehr als drei Millionen Euro aufgerüstet werden. Zudem planen Stadt und Verkehrsbetriebe, den Messestandort im Ostragehege für 15 Millionen Euro ab 2011 an das Straßenbahnnetz anzuschließen. Bis zu 75 Prozent der Kosten für den Trassenbau sollen vom Bund übernommen werden.
„Das Angebot an Spielstätten wird sich mit dem neuen Konzertsaal und einer deutlich leistungsfähigeren Messe definitiv verbessern“, sagte Lunau. Das überzeugte jedoch seine Kritiker nicht. „Der Umbau mit einem Orchestersaal würde den Charakter des Kulturpalastes völlig verändern und die Unterhaltungsmusik weitgehend verdrängen. Die Messehalle aber ist keine Alternative für das besondere Kulturerlebnis bei einem Unterhaltungskonzert im Kulturpalast“, sagte SPD-Kulturexperte Wilm Heinrich. Die Linke bezweifelte, dass die veranschlagten Summen ausreichen und forderte Lunau auf, mit Vertretern der Staatsregierung Gespräche über ein eigenständiges Konzerthaus zu führen.
Ob der Umbau nach Plänen des Berliner Architekten Gerkan, Marg und Partner wie vorgesehen 2012 starten kann, ist derzeit offen. Die CDU – stärkste Kraft im Rat – signalisierte zwar Rückendeckung für Lunau und warnte mit Blick auf Konzerthausforderungen vor „neuen unerfüllbaren Träumen nachzujagen“. Allerdings sind die Mehrheitsverhältnisse im Rat knapp und unübersichtlich. Zudem liegen derzeit keine Angaben zu Betreiberkosten vor. Unklar ist ferner, ob die veranschlagten 65 Millionen Euro für den Umbau sowie ein Risikopolster von weiteren 13 Millionen Euro ausreichen. Exakte Kalkulationen könnten erst erstellt werden, wenn der Rat die Planungsbeschlüsse getroffen habe, sagte Roland Müssig vom Hochbauamt. Derzeit sei aber nicht erkennbar, dass eine Kostenüberschreitung drohe.
Nach Verwaltungsschätzungen kostet der Neubau eines Konzerthauses mindestens 120 Millionen Euro. Zudem wäre er voraussichtlich nicht förderfähig – anders als die Sanierung des Kulturpalastes. Die CDU fragte zudem berechtigt: Wer soll den neuen Saal füllen – und mit welchen Konsequenzen? „Die Staatskapelle würde als Orchester für die Oper nur noch eingeschränkt zur Verfügung stehen, die Konzerttage der Philharmonie würden als Spieltage im Kulturpalast wegfallen und müssten neu gefüllt werden“, sagte Sprecher Helfried Reuther. Er wies ferner darauf hin, dass der neue „Kulti“ auch Bibliothek und Herkuleskeule beherberge. Das schaffe Synergieeffekte.
Sächsische Zeitung vom 20. Oktober 2009
Bild
http://www.sz-online.de/bilder/2009_10/gr_2292891_2.jpg
Dakir@DD October 29th, 2009, 10:53 AM Neues Konzerthaus im Verkehrsmuseum?
Bekommt Dresden doch noch einen Konzertsaal? Ein Förderverein bereitet Pläne zum Umbau des Johanneums vor.
In der Debatte um den Umbau des Kulturpalastes meldet sich die Gesellschaft Dresdner Konzertfreunde mit einem Alternativvorschlag zu Wort. Die Klassikliebhaber plädieren für den Bau eines eigenständigen Konzertsaals. Der soll im Johanneum – dem Sitz des Verkehrsmuseums – entstehen und rund 1500 Zuhörern Platz bieten. Vorbild für das Projekt ist der Konzertsaal im schweizerischen Luzern. Der gilt als akustisch brillant und hat Dimensionen, die ins Johanneum passen.
Die Gesellschaft, die den Vorstoß vor den weiteren Vergabe-Entscheidungen für den Kulturpalastumbau platziert, ist kein Kaffeekränzchen. Zu ihr zählen Politiker, Banker und Juristen. Vorsitzender ist der CDU-Landtagsabgeordnete und frühere Justizminister Geert Mackenroth. Im Vorstand sitzen ferner der Dresdner Immobilienunternehmer Wilhelm Zörgiebel und Kai-Uwe Schmidt von der Commerzbank Mitteldeutschland.
Kulturpalast für Schlager
„Wir wollen, dass diese Alternative ernsthaft geprüft wird“, appelliert der Vorstand an Stadt und Freistaat. Im Verbund könnten Dresden und das Bundesland zweierlei erreichen: einen modernen Konzertsaal unweit von Frauenkirche und Schloss. Und den Erhalt des Kulturpalastes als multifunktionale Halle.
Die Pläne sind finanziell zwar nicht untersetzt, dennoch gibt es eine Grobkalkulation. Für den Kulturpalast werden nach Vorstellung der Konzertfreunde statt den bisher veranschlagten 65 nur rund 20 Millionen Euro fällig. Das Gebäude soll nicht wie von der Stadt geplant entkernt und mit einem modernen Saal versehen werden. Der Palast, dessen Betriebsgenehmigung 2011 ausläuft, soll ohne Veränderungen saniert werden. Für reichlich 40 Millionen Euro könnte das Johanneum umgebaut werden. Die Pläne der Konzertfreunde sehen den Erhalt des Foyers vor – mit Technikräumen und Garderobe. In die erste Etage soll der Saal eingezogen werden. Vorgesehen sind eine Bühne sowie Sitzplätze auf mehreren Rängen. Die renommierten Planer der Ipro Dresden haben bereits erste Skizzen erarbeitet.
Die Konzertfreunde-Gesellschaft weist darauf hin, dass Johanneum und Kulturpalast benachbart sind. Demnach könnten auch für das klassizistische Gebäude an Stadtgebiete gebundene Fördermittel des Landes fließen. Auf die hofft das Rathaus bislang für den Kulturpalast-Umbau.
Freistaat ist skeptisch
Das Verkehrsmuseum allerdings müsste den 1956 bezogenen Sitz verlassen, was hitzige Debatten auslösen dürfte. Die Konzertfreunde schlagen vor, Bestände aus den Depots an einem Standort zusammenzuführen. Das koste Geld. Geprüft werden solle der Umbau eines Depots. Das Verkehrsmuseum müsse erhalten bleiben.
Das Projekt dürfte die Diskussion um den Kulturpalast weiter beleben. Der Stadtrat hat den Umbau des 1969 eröffneten „Kulti“ bereits im Grundsatz beschlossen. Kritiker warnen davor, dass Rock- und Schlagerkonzerte in die Messe verlegt werden müssen. Die Stadt sieht zum Einbau eines akustisch hochwertigen Saales keine Alternative.
Kulturbürgermeister Ralf Lunau bezeichnete die Studien der Konzertfreunde als „nicht sinnvoll, solange der Freistaat sich nicht zu Finanzierung, Errichtung und Betrieb“ äußere. Zudem sei ungeklärt, wer den dann nötigen Umzug des Verkehrsmuseum finanzieren soll.
Bislang stand Sachsen einem Konzerthaus skeptisch gegenüber. Eine Initiative aus den Reihen der Landesärztekammer hat unlängst einen Bau an der Elbe angeregt. Allerdings könnte der Einbau in ein bestehendes Gebäude zumindest für die Stadt günstiger sein, weil er im Gegensatz zum Neubau wohl förderfähig wäre.
Sächsische Zeitung vom 28. Oktober 2009
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Ins Johanneum (kl.F.) soll ein Saal nach Schweizer Vorbild gebaut werden. Fotos: SBS, Steffen Füssel
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Sollen hier Geigen klingen? Dresdner Konzertfreunde wollen das Verkehrsmuseum zu einem Klassiksaal umfunktionieren. Fotos: Hiekel, Bäumler, gmp
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Alternative 1: Dieser Saal soll nach dem Willen der Stadt im Kulturpalast entstehen.
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Alternative 2: Eine Initiative der Ärztekammer drängt auf den Neubau an der Elbe.
Dakir@DD October 29th, 2009, 11:01 AM Stadträte streiten um Konzertsaal-Idee
Der Plan eines Klassiksaals im Verkehrsmuseum stößt auf Skepsis. Die Stadt hält am umstrittenen Umbau des Kulturpalastes fest.
Der Vorstoß der Gesellschaft Dresdner Konzertfreunde für einen Klassiksaal im Johanneum führt zu kontroversen Debatten. Während Linke und SPD im Stadtrat die Prüfung dieser Variante forderten, gaben sich die anderen Parteien skeptisch. CDU-Fraktionschefin Christa Müller sprach gar von einer „Lachnummer“.
Die Gesellschaft unter Vorsitz von Ex-Justizminister Geert Mackenroth (CDU) hatte Pläne für den Einbau eines Saales in den jetzigen Sitz des Verkehrsmuseums erarbeitet. Nach dem Vorbild des Luzerner Kongresszentrums sollen rund 1500 Plätze im Parkett und auf Rängen entstehen. Die Klassikliebhaber gehen davon aus, dass das voraussichtlich für reichlich 40 Millionen Euro machbar ist. Der Kulturpalast soll in seiner jetzigen Form für rund 20 Millionen Euro saniert werden und keinen modernen Saal erhalten. Die Stadt dagegen will den „Kulti“ entkernen und für 65 Millionen Euro einen modernen Saal einbauen.
„Wir halten an den Plänen zum Kulturpalast-Umbau fest“, sagte CDU-Fraktionschefin Müller. Allerdings will ihre Fraktion einem FDP-Antrag zu einer Expertenanhörung im Stadtrat zustimmen. Da auch SPD und Grüne ihr Ja signalisieren, debattiert der Rat im November voraussichtlich noch einmal über das Für und Wider des bereits im Grundsatz beschlossenen „Kulti“-Umbaus. Die Liberalen streben dadurch die Versachlichung der Debatte an. Wegen der Anhörung soll die Vergabe der Akustik-Planung verschoben werden.
Der SPD geht das nicht weit genug. „Wir beantragen den Stopp aller Vergabe-Leistungen für den Umbau“, sagte Finanzexperte Thomas Blümel. Fraktionschef Peter Lames bezeichnete den Kulturpalast-Umbau als „Irrweg“. Ein Problem sei, dass das Gebäude seine Mehrzweckfunktion verliere und Unterhaltungskunst in die Messe abwandern müsse.
Kritiker des Johanneum-Plans wiesen darauf hin, dass das Verkehrsmuseum eine neue Heimat benötige. Zudem sei der tatsächliche Kostenrahmen unklar.
Sächsische Zeitung vom 29. Oktober 2009
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Vorbild für Dresden? Der am Vierwaldstätter See gelegene Luzerner Konzertsaal gilt als akustisch exzellent. Foto: SBS
Dakir@DD November 6th, 2009, 05:41 PM Stadtrat beschließt Expertenanhörung zum Kulturpalast
Der Umbau des 1969 eröffneten Kulturpalasts beschäftigt erneut den Stadtrat. Das Gremium beschloss auf Antrag der FDP eine Expertenanhörung. Am 19. November debattierten von den Fraktionen nominierte Bauexperten die „Kulti“-Sanierung im Stadtrat. Am 16. November moderiert OB Helma Orosz (CDU) auf Anregung der Grünen einen voraussichtlich nicht öffentlichen runden Tisch mit Vertretern von Stadt und Land zu dem Thema. Wegen der Debatte um den Umbau bremst der Stadtrat das bereits begonnene Verfahren. Er vertagt die anstehende Vergabe von Planungsleistungen auf Dezember.
Bereits 2008 hatte der Rat den auf 65 Millionen Euro veranschlagten Umbau beschlossen. Der Kulturpalast soll einen vor allem für Klassik geeigneten Saal erhalten und die Bibliothek beherbergen. Kritiker warnen, dass der „Kulti“ seine Mehrzweckfunktion verliert und verlangen ein eigenständiges Konzerthaus.
Sächsische Zeitung vom 02. November 2009
Dakir@DD November 6th, 2009, 06:13 PM Namhafte Dirigenten für neues Konzerthaus in Dresden
Namhafte Dirigenten aus aller Welt haben für den Bau eines neuen Konzerthauses in Dresden plädiert. „Dresden ist seit Jahrhunderten eine Kultur- und Musikstadt von internationalem Rang“, heißt es in einer von der Sächsischen Staatskapelle am Mittwochabend verbreiteten Stellungnahme. Sie ist unter anderen von Kurt Sanderling, Daniel Barenboim, Pierre Boulez, James Levin, Nikolaus Harnoncourt, Zubin Mehta, Seiji Ozawa und George Prêtre unterzeichnet. 28 Maestros haben ihren Namen unter das Schriftstück gesetzt. Sie verweisen darauf, dass sich Dresden im internationalen Maßstab vergleichen muss.
Der Streit um einen Saal bestimmt momentan die kulturpolitische Debatte in Dresden. Die Elbestadt hat mit der Staatskapelle und der Philharmonie zwei Spitzenorchester, aber keinen angemessenen Saal. Die Philharmonie favorisiert den von der Stadt geplanten Umbau des 40 Jahre alten Kulturpalastes und sieht keine realistische Chance für den Bau eines separaten Konzerthauses. Die Staatskapelle und viele Musikfans gehen aber davon aus, dass Dresden ein eigenes Haus dringend benötigt. Dies sei auch erforderlich, um regelmäßige Gastspiele internationaler Spitzenorchester zu ermöglichen und damit dem Dresdner Kulturleben neue Impulse geben, hieß es.
Heute will Oberbürgermeisterin Helma Orosz im Kulturpalast die Pläne für dessen Umbau vorstellen. Die Dresdner Rathauschefin zieht einen Konzertsaal im Kulturpalast den beiden Alternativen Neubau eines Konzerthauses und Umbau des Johanneums, des derzeitigen Verkehrsmuseums, vor.
Sächsische Zeitung vom 05. November 2009
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So könnte ein neues Konzerthaus für Dresden aussehen, dass an der Elbe am Neustädter Ufer gebaut werden könnte. Entwurf: Bäumler-Agentur
Dakir@DD November 6th, 2009, 06:17 PM Welchen Konzertsaal leistet sich die Stadt?
Heute stellt Oberbürgermeisterin Helma Orosz im Kulturpalast die Pläne für dessen Umbau vor. Doch sie muss mit Gegenwehr rechnen. Denn in Umfragen befürwortet eine Mehrheit der Dresdner den Erhalt des „Kulti“ in seiner jetzigen Form. Mehr als 19 000 haben dafür unterschrieben. Eine Dresdner Initiative mit vielen prominenten Künstlern fordert ein Konzerthaus für die Philharmonie und die Staatskapelle. Die SZ stellt die Projekte vor.
Der klassische Saal für den Kulturpalast
Schon die nackte Zahl lässt das Ausmaß des Großprojekts erahnen. Für rund 65Millionen Euro soll der Kulturpalast umgebaut werden. Der akustisch mangelhafte Mehrzwecksaal des 1969 eröffneten „Kultis“ weicht einem topmodernen Inneren, der hervorragende Bedingungen für Klassikkonzerte bieten soll. Die Zuschauer gruppieren sich um die halbrunde Bühne. Das „Kulti“Herzstück ist in dunklen, warmen Tönen gehalten.
Die Pläne des Berliner Architektenteams um Meinhard von Gerkan sind spektakulär. Sie sehen neben der Entkernung auch Räume für die Zentralbibliothek und die Herkuleskeule vor. Die Gebäude-Hülle bleibt weitgehend erhalten –auch der sozialistische „Weg der roten Fahne“. Bereits 2008 hat der Stadtrat die Grundsatzentscheidung zum Kulturpalast-Umbau getroffen. Unstrittig ist, dass der „Kulti“ saniert werden muss. Andernfalls droht in zwei Jahren der Entzug der Betriebsgenehmigung. Dann, mahnt Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) immer wieder, hätten weder die Philharmonie noch Roger Whittaker einen geeigneten Auftrittsort.
Das Argument allerdings zieht bei den Dresdnern offenbar kaum. Denn je konkreter die Umbaupläne werden – erste Leistungen hat die Stadt bereits vergeben – umso größer wird der Widerstand. In Umfragen spricht sich die Mehrheit der Dresdner für den Erhalt des Kulturpalastes in seiner jetzigen Form aus. Veranstalter warnen, dass Unterhaltungsmusik in die wenig attraktive Messe abwandern muss. Die Linken prägen den ein wenig populistischen Slogan vom „Kulturpalast für alle“. Die Stadt wiederum verweist darauf, dass sie für ein eigenständiges Konzerthaus kein Geld hat. Zudem sei dessen Betrieb kostenaufwendig. Der Einzug von Bibliothek und Herkuleskeule stärke die Mehrzweck-Funktion des „Kulti“ sogar.
Alternative 1: Neubau eines Konzerthauses
Die Akademie der Künste will es, prominente Dirigenten wollen es: ein eigenständiges Konzerthaus. Eine Initiative um den Ehrenpräsidenten der Landesärztekammer Heinz Diettrich fordert einen Neubau am Elbufer. Auf dem „Narrenhäusl“-Areal soll er für weit über 100 Millionen Euro entstehen.
„Ein neues Konzerthaus könnte zahlreiche Kulturtouristen anlocken und würde regelmäßige Gastspiele internationaler Spitzenorchester ermöglichen und damit dem Dresdner Kulturleben neue Impulse geben“, heißt es in der Petition, die mehrere Star-Dirigenten unterzeichnet haben.
Ungeklärt ist allerdings die Finanzierung. Die Dresdner Verwaltung verweist darauf, dass für die Kulturpalast-Sanierung Städtebaufördermittel fließen. Knapp die Hälfte der Baukosten soll die Stadt aus Fördertöpfen erhalten. Bei einem Neubau wäre das nicht möglich.
Die Befürworter des Baus – darunter Staatskapellen-Dirigent Fabio Luisi und Startrompeter Ludwig Güttler – appellieren an den Freistaat, ein Konzerthaus auf andere Weise mitzufinanzieren. Dresden benötige einen Veranstaltungsort mit internationaler Ausstrahlung. Zudem könne der bei großen Teilen der Bevölkerung beliebte Kulturpalast in seiner jetzigen Form erhalten werden und weiter Unterhaltungskunst anbieten. Er solle ertüchtigt, aber nicht umgebaut werden – für rund 25 Millionen Euro.
Alternative 2: Das Johanneum erhält einen Klassik-Saal
Jüngste Variante im Konzerthaus-Reigen: der Umbau des Johanneums. Die Pläne hat die Gesellschaft Dresdner Konzertfreunde um Ex-Justizminister Geert Mackenroth (CDU) ausgearbeitet. In das Gebäude nahe der Frauenkirche, das das Verkehrsmuseum beherbergt, soll ein akustisch hochwertiger Saal eingezogen werden. Vorbild dafür ist der abgebildete Klassiksaal aus Luzern, der unter Experten als brillant gilt. Renommierte Planer der Dresdner Ipro haben bereits erste Skizzen entwickelt.
Das Projekt hat vor allem den Charme, dass Städtebau-Fördermittel fließen können. Das Johanneum liegt nahe des Kulturpalasts im selben Quartier Dresdens. Allein schon deshalb wäre die Sanierung wohl förderfähig. Zudem verursachte der Einbau eines Saales wohl weniger Kosten als der völlige Neubau eines Konzerthauses. Die Initiatoren kalkulieren mit rund 40 Millionen Euro. Der Kulturpalast könnte für reichlich 20 Millionen Euro saniert und als Multifunktions-Halle erhalten bleiben.
Die große Schwäche des Plans: Das Verkehrsmuseum müsste umziehen. Die Anhänger des Johanneum-Konzertsaals argumentieren, dass das Museum mehrere Depots habe. Es solle seine Sammlung an einem Ort konzentrieren. Doch gilt es als unwahrscheinlich, dass das Verkehrsmuseum seinen attraktiven Sitz mitten in der Stadt einfach aufgibt.
Sächsische Zeitung vom 05. November 2009
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Der klassische Saal für den Kulturpalast
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Alternative 1: Neubau eines Konzerthauses
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Alternative 2: Das Johanneum erhält einen Klassik-Saal. Bilder: gmp, Bäumler-Agentur, SBS
Dakir@DD November 22nd, 2009, 02:06 PM „Kulti“-Architekt droht mit Rechtsstreit
Die Stadt hält am Umbau des Kulturpalastes fest. Sein Schöpfer will sich damit nicht abfinden.
Wie es um die Akustik im Kulturpalast bestellt ist, demonstrierte Wolfgang Hentrich ohne Worte. Bei der gestrigen Expertenanhörung im Stadtrat griff der von der CDU aufgebotene Konzertmeister der Philharmonie kurzerhand zur Geige. Einmal spielte er Beethovens „Ode an die Freude“ mit unpräpariertem Instrument, dann klemmte er einen Dämpfer an. Kaum etwas war zu hören.
Seele „aus dem Leib“ gegeigt
„Wir spielen uns die Seele aus dem Leib, aber unser Klang wird einfach ausgebremst“, sagte der Musiker. Für sein musikalisch untermauertes Plädoyer für einen neuen Saal im Kulturpalast erntete der Geiger langen und warmen Applaus.
Ansonsten mutete die Anhörung über das Für und Wider des „Kulti“-Umbaus emotional, mitunter aber auch recht zäh an. Statt der angesetzten 90 Minuten dauerte die auf FDP-Antrag beschlossene Runde drei Stunden. Acht Experten sprachen je zehn Minuten, danach mussten sie sich den Fragen der Stadträte stellen.
Eindrucksvoll und mit leisen, mahnenden Worten warnte der von der SPD nominierte Kulturpalast-Architekt Wolfgang Hänsch vor dem mindestens 65 Millionen teuren Umbau zu einem modernen Konzertsaal: „Ein unverzeihliches Vergehen“, konstatierte er knapp und sprach von der „Zerstörung des Mehrzwecksaales“ sowie der „Vernichtung einer bewährten kulturellen Einrichtung“. Allerdings zeigte er auch Respekt für die Qualität der Umbaupläne. Hänsch kündigte dennoch an, sein „Urheberrecht in Anspruch zu nehmen, um den Abbruch zu verhindern“.
Noch ist es aber nicht so weit. „Es gibt derzeit kein laufendes Verfahren“, sagte Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) im Anschluss an die Debatte. Es gehe bei dem Streit um „individuelle Ansprüche“, die Lunau nicht näher beschrieb. Erst wenn die Planung im Detail vorliege, könne der Konflikt geklärt werden. Ob das zur Verzögerung bei für 2012 geplanten Umbaus führen kann, ist unklar. Beobachter gehen aber nicht davon aus.
Die Stadt jedenfalls hält am Umbau fest. Der von der Verwaltung benannte Hochbauamts-Mitarbeiter Roland Müssig verwies darauf, dass der Rat das Projekt bereits im Grundsatz beschlossen hat. Demnach soll ein moderner Saal nach den Plänen des Architekten Meinhard von Gerkan entstehen, der vor allem gute Bedingungen für Klassik-Konzerte bietet. Unter das Dach des „Kulti“ ziehen 2014 auch das Kabarett Herkuleskeule und die Hauptbibliothek. Müssig betonte, dass die ohnehin nötige Sanierung des Kulturpalastes womöglich teurer als der Umbau ausfalle. Zur Begründung verwies er auf umfangreiche Brandschutzmaßnahmen.
Schreier für Konzerthaus
Für die Linke appellierte Dirigent Peter Schreier an die Stadträte, das Projekt zu überdenken. „Wir haben eine Verantwortung für die Zukunft der Stadt“, sagte er. Er forderte die „kleine“ Sanierung des Kulturpalastes und den Neubau eines Konzerthauses. „In den letzten Jahren sind die großen Orchester an Dresden vorbeigegangen.“
Unklar ist allerdings die Finanzierung. Für den Kulturpalast-Umbau will Sachsen Fördermittel gewähren. Um die auch für einen eigenständigen Saal – etwa am Neustädter Elbufer – erhalten zu können, planen Konzerthausbefürworter die Gründung einer Stiftung. Die soll bis zu 40 Millionen Euro einwerben, sagte Schreier. Der Rat beschloss schließlich eine Einwohnerversammlung zum „Kulti“. Am 4. Dezember kommen ab 18.30 Uhr Befürworter und Gegner des Projekts zu Wort – im Kulturpalast.
Sächsische Zeitung vom 20. November 2009
d.henney November 22nd, 2009, 03:42 PM 2006/07 hätte man einen geile Quartiersbebauung inklusive Konzertsaal gehabt und all diese bescheuerten Disskussionen mit Verkehrsmuseum, Konzertbau an der Elde und Finanzierung der Stadt wären garnicht erst aufgekommen. Von den ganzen Leitfassaden erst gar nicht zu sprechen. Ich habe garnicht so viele Ärsche, in die ich mir beissen könnte.:rant:
Dakir@DD November 22nd, 2009, 03:50 PM :applause: Ganz deiner Meinung
Man kann der Sachsenbau nur hinterher weinen
youngwoerth November 23rd, 2009, 05:25 PM 2006/07 hätte man einen geile Quartiersbebauung inklusive Konzertsaal gehabt und all diese bescheuerten Disskussionen mit Verkehrsmuseum, Konzertbau an der Elde und Finanzierung der Stadt wären garnicht erst aufgekommen. Von den ganzen Leitfassaden erst gar nicht zu sprechen.
Und das Wichtigste: Für 0 statt 72 Mio Euro. ;)
d.henney November 23rd, 2009, 09:04 PM Und das Wichtigste: Für 0 statt 72 Mio Euro. ;)Ja richtig. Ich kann es immernoch nicht nachvollziehen, warum man damals nicht zugeschlagen hat. Einziger Nachteil von Kollhoffs Enttwurf ist meiner Ansicht nach der Wegbruch der Gässchen. Aber das ist in meinen Augen zu verschmerzen, denn mit dem Kuppelbau wäre eine Art Unikat im deutschen Raum entstanden. Es wäre dazu noch eine schöne Kuppel gewesen, die an italienische Filigranität erinnert, die ja etwas Tradition in Dresdens Architektur hat. Nicht so wie die Kuppel aufm Schloss... Unglaublich, auf die Zitronenpresse und die Yenidze ist man brustgeschwellt stolz, aber Entwicklung aus dem architektonischen Erbe (das wirkliche Erbe aus vor 1945) lässt man nicht zu. Das bisschen DDR-Erbe (das, was noch abgeschaut wurde aus der Vorkriegsarchitektur) wäre ja im völlig neu wirkenden Altmarkt aufgegriffen worden, indem die Säulengänge 2,5 Seiten des Platzes umschlossen hätten. Das hätte auch gut gewirkt, solche Art von Platzgestaltungen gibt es zuhauf schon in Italien und auch in Paris (wieder Italien ;) ). Nein, die Alt-Dresdner aus der DDR-Zeit halten an dieser innerstädtebaulichen Katastrophe in Kristallbraun fest und pumpen sinnlos Gelder und Diskussionen hinein, die es garnicht erst gegeben hätte. Unvorstellbar!
PS: Sollen die Russen doch in Moskau ('s Randgebieten) ihre Ostblock-Architektur weiter pflegen. In Dresden war sie 40 Jahre lang so, als würde ich eine Grippe gehabt haben. :p
Dakir@DD November 24th, 2009, 11:43 PM Keine Angst...ich wäre auch froh gewesen, wenn das Projekt zustande gekommen wäre, aber es war nicht für Lau :ohno:
15 Millionen hätte die damals Hochverschuldete Stadt Dresden dazu geben müssen. Jetzt ist Dresden schuldenfrei, die Sachsenbau will nicht mehr und Dresden muss alleine für den Kulti aufkommen.
youngwoerth November 25th, 2009, 09:07 PM 15 Millionen hätte die damals Hochverschuldete Stadt Dresden dazu geben müssen
Ich dachte, diesen Irrtum hätten wir endlich ausgeräumt? Immer noch nicht die von mir vor geraumer Zeit verlinkten Seiten der GHND mit den ganzen Presseartikeln gelesen?
Dakir@DD November 25th, 2009, 11:52 PM Doch doch,...aber für mich sind nun mal die anderen Fakten glaubhafter.
Dresden war damals mit 700 Millionen in der Kreide, die Bevölkerung wollte neue Kita's und Schulanierungen, da war nun mal logischerweise kein Geld da, um eine Bürgschaft von 15 Millionen Euro für solch ein Projekt zu geben.
Für mich auch sinnvoll, damals jedenfalls! Jeder der Verstand hat, wird mir da zustimmen. Oder kaufst du dir einen Porsche, wenn du 200.000 Euro Schulden hast, eher nicht!
youngwoerth November 26th, 2009, 11:03 AM Doch doch,...aber für mich sind nun mal die anderen Fakten glaubhafter.
Du hast Dir überhaupt nichts durchgelesen, sonst würdest Du nicht so einen Unsinn schreiben. ;) Welche anderen Fakten???
Auf den GHND-Seiten tummeln sich fast sämtliche Artikel aus SZ (die Du doch so magst) und DNN zu dem Thema. Wenn Du Dich damit mal befassen würdest, würde Dir auffallen, daß die Sachsenbau über mehrere Jahre hinweg versucht hat, das Projekt so abzuändern, daß es ohne jede Zuzahlung durch die Stadt verwirklicht werden kann. Nach etlichen Umplanungen war es dann letztlich soweit - und was macht die Stadt? Entscheidet sich für einen Erhalt des KP. So sieht's aus.:cheers:
Dakir@DD November 26th, 2009, 11:14 AM Das Projekt ist doch schon vor Jahren gestorben. Es geht mir persönlich um die damalige Zeit, nicht um jetzt!
Damals waren das nun mal die Fakten, die jeder Trottel nachvollziehen kann bzw. muss, dass ist Fakt!
Heute sieht das natürlich anders aus, heute hat die Stadt etwas Geld übrig. Und wenn du mal richtig alles gelesen hättest, wüsstest du, dass die Stadt Dresden zum Thema Altmarkt mit der Sachsenbau rießigen Streit hatte. Würdest du also mit Leuten zusammen arbeiten, mit denen du vorkurzem Streit hattest...eher nicht!
Das stimmt schon, dass die Sachsenbau vieles versucht hat, aber zum damaligen Zeitpunkt war trotzdem alles unbezahlbar für eine Stadt die Pleite war. Da wären auch 5 Millionen zu viel gewesen. Und als Dresden wieder flüssig war, gab es den Krach mit der Sachsenbau wegen der Altmarkt-Tiefgarage!
youngwoerth November 26th, 2009, 11:23 AM Es tut mir leid, Dir mitteilen zu müssen, daß Du wieder daneben liegst. Es geht nicht um heute, Dakir. Ich habe das damals alles mitverfolgt, jahrelang mit der Sachsenbau mitgefiebert, Leserbriefe geschrieben usw. Die Finanzlage war ein vorgeschobenes Problem. Die Stadt hat etliche Bedingungen aufgestellt, und die Sachsenbau alles daran gesetzt, diese zu erfüllen. Dann gab es wieder neue Bedingungen und Hinhaltetaktik von der Stadt, Umplanungen und Entgegenkommen von der Sachsenbau. Letztlich dann die endgültige Absage. Der Herr Füßlein hat mir damals so richtig leid getan. Altmarktkonflikt usw. kam alles erst viel später, das hat mit dem Projekt genau so wenig zu tun wie das vorgeschobene Finanzproblem. Die Stadtplanung DD konnte sich mit der Kulturpalastumbauung nie anfreunden, hatte anderes im Sinn. Was genau, das sehen wir heute.
Dakir@DD November 26th, 2009, 11:42 AM Haben wir beide ma wieder ein Thema, wa :lol:
Du hast halt deine Ansicht der Sache und ich meine. Ich habe dieses Projekt genauso verfolgt wie du, und ich war auch ein Fan. Allein schon wegen der historischen Fassade zum Schloss zu und der Shopping-Mall im italienischen Design. Glaube mir, ich wäre froh, wenn es dazu gekommen wäre.
Ich bin aber der Meinung, dass du zu sehr politisch-verdrossen bist und in jeder Hinsicht was Dresden (deine gehasste CDU-Stadt) nicht subjektiv Urteilen kannst.
Es ist eine Stadt, wo vieles nicht läuft, da gebe ich dir recht. Aber es ist nach der Wende eine Lebenswerte Stadt geworden, die sich wandelt.
Ich habe da, jetzt wirst du mir wieder dummheit und dein übliches geplänkel an den Kopf werfen, anderes gelesen und der liebe artige Sachsenbau-Chef ist nicht so unschuldig wie du Ihn hier präsentierst. Das war's von mir zu diesem Thema, muss ja nicht wieder so enden wie immer. In diesem Sinne.
ddemetrius456 November 26th, 2009, 12:26 PM It's really very nice post.These scenes are very enthralling.thanks for sharing with us.keep up posting.
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Dining Room Furniture (http://www.furniturecamden.co.uk)
youngwoerth November 26th, 2009, 12:43 PM Die Diskussion ist sowieso unnötig, weil sich jeder selbst von der Wahrheit überzeugen kann. Trotz der "enormen Finanzprobleme" hatte die Stadt 2004 ja immerhin 25 Mio für die Sanierung übrig und konnte ruhigen Gewissens auf die 35 Mio-Euro-Investition verzichten. Was an solchen Tatsachen subjektiv oder "meine Meinung" sein soll, erschließt sich mir nicht. Hier noch mal der Link:
www.neumarkt-dresden.de (Rechte Spalte / Diskussion / Kulturpalast)
Mit folgendem Zitat vom 27.11.2004 möchte auch ich die Diskussion schließen:27.11.04 - Der Dresdner Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung entschieden, das Projekt der Sachsenbau Chemnitz zur Umbauung des Kulturpalastes mit einer großen Shopping Mall, Hotel und Büros (und damit eine Investitution von 35 Millionen Euro) wird abgelehnt. Auf Antrag der SPD stimmte der Rat dagegen der kleinen Variante zu, die Erhalt und einfache Sanierung des KP's vorsieht und auch immerhin 25 Millionen kosten soll. Bisher sind allerdings für diese kleine Variante, die die Stadt Dresden selbst finanzieren will, keine Gelder im Stadthaushalt bereit gestellt. Die Zukunft dieses wichtigen Gebäudes zwischen Neu- und Altmarkt bleibt weiterhin offen.
:ohno:
Dakir@DD November 26th, 2009, 12:58 PM Lunau drängt auf „Kulti“-Umbau
Die Interessengemeinschaft Neues Konzerthaus kritisiert die Pläne der Stadt zum Umbau des Kulturpalastes. Vielfalt werde zerstört und Unterhaltungsmusik teils in die Messe verbannt – „für 55 Konzerte der Philharmonie pro Jahr“. Nötig sei der Neubau eines Konzerthauses. Kulturbürgermeister Ralf Lunau warnte dagegen vor Verzögerungen beim Kulturpalastumbau. Die verteuerten das Projekt.
Sächsische Zeitung vom 25. November 2009
Dakir@DD November 30th, 2009, 05:25 PM Die Dresdner sollen über die Zukunft der Kulturpalastes abstimmen
Einen Bürgerentscheid zum Umbau des Kulturpalastes fordern jetzt Linke und SPD.
Dresdnerinnen und Dresdner sollen in einem Bürgerentscheid selbst über die Zukunft des Kulturpalastes entscheiden. Das ist das Ziel eines Antrages, den SPD und Die Linke eingebracht haben. Das teilten die Parteien gestern mit.
Der Antrag beauftragt die Oberbürgermeisterin, die notwendigen Vorbereitungen für einen Bürgerentscheid am 8.März 2010 zu treffen. Die Fragestellung soll lauten: Sind Sie für den Umbau des Kulturpalasts zu einem Konzertsaal und einer Zentralbibliothek?
Der Antrag sei fristgerecht eingebracht worden, sodass eine Abstimmung darüber noch in der Sitzung des Dresdner Stadtrates am 10. Dezember 2009 möglich wäre, sagte gestern SPD-Stadtrat Wilm Heinrich. SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Lames: „Es ist deutlich geworden, dass die Stadtverwaltung ungeachtet aller Unklarheiten, Bedenken und der noch ausstehenden Einwohnerversammlung die Planung für den Umbau zu einem Orchestersaal vorantreibt und dabei Tatsachen schaffen will.“
Der Fraktionsvorsitzende der Linken, André Schollbach sagte: „Die Zukunft des Kulturpalasts ist eine zentrale Frage für die Kunst- und Kulturstadt Dresden.“
Der Stadtrat hat vor Monaten entschieden, dass der Kulturpalast umgebaut werden soll. Der alte Saal wird demnach entkernt, und ein hochwertiger klassischer Konzertsaal für die Philharmonie soll eingebaut werden. Dagegen regt sich seit Wochen Widerstand. Linke und SPD möchten den Palast als Stadthalle erhalten, ein extra Konzerthaus soll gebaut werden.
Sächsische Zeitung vom 30. November 2009
erbse December 1st, 2009, 04:20 PM Da bin ich ausnahmsweise einmal mit den roten Genossen. Ein Bürgerentscheid würde zwar womöglich zugunsten einer Sanierung ausfallen, aber dann herrscht wenigstens Gewissheit um die Dresdner Mentalität. Dann haben sie ihren gottverdammten Kulti gottverdammt nochmal auch verdient.
Dakir@DD December 2nd, 2009, 10:36 AM Na na...wer wird den gleich so Böse werden :lol:
Ich stimme dagegen, weil ich nach wie vor ein Shopping-Center a la Mailand dort haben möchte und natürlich die historischen Fassaden zum Schloss zu!
erbse December 2nd, 2009, 06:09 PM Sicher. Leider wirst du da wohl eine Ausnahme bilden.
Man sollte die Gelegenheit der großen Ungewissheit ausnutzen und nochmal über die vergebenen Chancen mit der Kollhoff-Galerie & der Sachsenbau aufklären.
Womöglich lassen sich im gleichen Zuge die Planungen erneut aufnehmen. Oder man wird zumindest darüber sprechen.
d.henney December 4th, 2009, 12:54 AM Na na...wer wird den gleich so Böse werden :lol:
Ich stimme dagegen, weil ich nach wie vor ein Shopping-Center a la Mailand dort haben möchte und natürlich die historischen Fassaden zum Schloss zu!
Kannst du zweimal stimmen? :)
Aber Schoppingcenter klingt doof. Ich denke da lieber an eine überdachte Gasse mit stinknormalen Lädchen unten drin und drüber Wohn- und Geschäftsräume. ;) Ne Stadthalle, was die SPD so behalten will, kann ruhig wech. Die Künstler sollen lieber in kleinen Bars und Clubs auftreten. Viel mehr Charm.
Dakir@DD December 4th, 2009, 10:33 AM Müsste man versuchen...:lol:
Na ja, dass schöne war ja eher, dass der Kulti im inneren war...und drum her rum wurde halt die komplette Fassade überarbeitet. Traurig, dass wäre ein Ding geworden.
Dakir@DD December 10th, 2009, 10:18 AM Linke wollen Bürgerbefragung zum Kulturpalast durchsetzen
Linke und SPD möchten das Haus als Stadthalle erhalten. Der Stadtrat wird morgen erneut darüber diskutieren.
Am Freitag ab 16 Uhr steht auf der Tagesordnung des Stadtrates das Thema Kulturpalast. SPD und Linke fordern, dass die Bürger darüber entscheiden sollen. Der Kulturpalast müsse in seiner jetzigen Form erhalten bleiben, sagt Stadträtin Gunhild Lattmann-Kretschmer von den Linken. Für die beiden weltbekannten Orchester der Stadt sei ein eigenes Konzerthaus die Zukunft. Für den Bürgerentscheid ist jedoch eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich. Für einen Bürgerentscheid sei es viel zu spät, hält CDU-Fraktionschefin Christa Müller entgegen. „Wir würden die Bürger nur veralbern. Wir müssen den Kulturpalast spätestens 2012 schließen, wenn wir ihn nicht umbauen.“
Um einen Ausgleich für den vielfältig nutzbaren Saal zu schaffen, soll die Messehalle 1 ausgebaut werden. Damit das schneller geschieht, sollen zu den bewilligten 1,9 Millionen Euro weitere 1,2 Millionen Euro hinzukommen.
Sächsische Zeitung vom 10. Dezember 2009
youngwoerth December 10th, 2009, 10:31 AM Der Kulturpalast müsse in seiner jetzigen Form erhalten bleiben
Schon eine sehr dringliche Angelegenheit, diesen Kasten für die Ewigkeit zu zementieren. Bürger Dresdens, kämpft dafür!!! Bei den Blumenbeeten am Postplatz hat's ja auch funktioniert. :popcorn:
Wir müssen den Kulturpalast spätestens 2012 schließen
Klingt schon besser. :D
Dakir@DD December 10th, 2009, 10:40 AM Also ich will dieses Ding's, besser bekannt als Kulturpalast weg haben. Furchtbarer Anblick jedesmal. Wie gesagt wo bleibt eine erneute Initiative der Sachsenbau? Oder komplett abreißen und alte Bürgerhäuser hinsetzen, sprich den Neumarkt vergrößern. Egal, hauptsache das Ding's ist weg :)
Dakir@DD December 11th, 2009, 09:01 PM Stadtrat lehnt Kulti-Entscheid ab
Der Dresdner Stadtrat trifft Entscheidungen zum Kulturpalast und Messegelände.
Der Stadtrat hat am Freitagabend einen Bürgerentscheid zum Kulturpalast-Umbau abgelehnt. Bei der namentlichen Abstimmung stimmten nur 27 Räte für den Entscheid, 38 votierten mit Nein. Zudem gab es drei Enthaltungen. Für einen Bürgerentscheid, wie ihn SPD und Linke fordern, wären 47 Stimmen nötig gewesen. Nach der Abstimmung gab der Stadtrat grünes Licht für die ersten Planungsvergaben zum Umbau des Kulturpalastes.
Zuvor wurde Oberbürgermeisterin Helma Orosz eine Liste mit rund 17.000 Unterschriften von Dresdnern, die sich für den Erhalt der multifunktionalen Nutzung stark machten, übergeben. Damit sollte der Umbau des Kulturpalastes zu einem reinen Konzertsaal noch abgewendet werden.
Messe bekommt Straßenbahnanbindung
Der Stadtrat beschloss am Freitag auch, dass das Messegelände in Dresden einen Anschluss an das Straßenbahnnetz bekommen soll. Bereits in den Ausschüssen fanden die Pläne, nach denen die Linie 10 ab Ende 2011 bis zur Messe fahren soll, breite Zustimmung. Durch die Anbindung sollen Großveranstaltungen auf dem Messegelände dann besser erreichbar sein.
Sächsische Zeitung vom 11. Dezember 2009
Dakir@DD December 11th, 2009, 09:01 PM Schade, kann man nicht verstehen :ohno: :ohno: :ohno: :ohno: :ohno:
erbse December 11th, 2009, 09:11 PM Diese Stadt macht mich zuweilen wirklich wütend :mad:
youngwoerth December 12th, 2009, 11:17 AM Mir kommt gerade wieder das heuchlerische Demokratie- und "Die Bürger haben entschieden"- CDU/FDP- Geschwafel in Sachen WSB in den Sinn. Vollhorstmäßiger kann man sich nicht verarschen lassen. :lol:
Dakir@DD December 13th, 2009, 02:29 PM Start für Umbau des Kulturpalastes
Nach vier Stunden teils hitziger Debatte hat der Dresdner Rat weitreichende Entscheidungen für die Stadtentwicklung beschlossen. Gegen den Widerstand von SPD und Linken traf das Gremium weitere Grundsatzvoten für den mindestens 65 Millionen Euro teuren Umbau des Kulturpalastes. Er soll einen hochwertigen Konzertsaal erhalten und Standort für Bibliothek und die „Herkuleskeule“ werden.
Zudem besiegelte der Rat reichlich drei Millionen Euro an Investitionen für die Messe, die künftig noch mehr zur Bühne für Unterhaltungsmusik werden soll. Dritter Punkt in dem Paket ist die Straßenbahnanbindung des Ostrageheges. Voraussichtlich ab Ende 2010 sollen die Dresdner Verkehrsbetriebe das Areal ansteuern. Kostenpunkt: Rund 15 Millionen Euro, die überwiegend aus Fördermitteln finanziert werden sollen.
Zu Beginn der Sitzung warb Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) für den ab 2012 geplanten Umbau. Ein eigenständiges Konzerthaus sei zwar wünschenswert, aber nicht finanzierbar. Denn dafür gebe es, anders als bei der „Kulti“-Sanierung, keine Landesfördermittel. SPD und Linke warnten davor, dass Unterhaltungskonzerte künftig in die weniger attraktive Messe verbannt werden. Zudem gebe es große Widerstände in der Bevölkerung gegen den Umbau des Mehrzweckbaus, dessen Betriebserlaubnis Ende 2012 erlischt.
„Die Dresdner sind nicht überzeugt von Ihren Total-Umbauplänen“, appellierte SPD-Rat Wilm Heinrich an Orosz. Er bezog sich dabei auf den heftigen Widerstand der Teilnehmer einer Bürgerversammlung in der vergangenen Woche. Zudem überreichte Heinrich vor der Sitzung Listen mit 17000 Unterschriften für den Erhalt des Kulturpalastes in seiner jetzigen Form an Orosz.
Doch die Forderungen blieben unerfüllt. Zudem scheiterten SPD und Linke mit dem Ansinnen, einen Bürgerentscheid zum „Kulti“ in Gang zu setzen. Die Entscheidung sei zu kompliziert, als dass sie in einer simplen, mit Ja oder Nein zu beantwortenden Frage gelöst werden könnte, sagte FDP-Fraktionschef Holger Zastrow.
Der Rat bestätigte den bereits in einem Wettbewerb gekürten Siegerentwurf des Berliner Architektur-Büros Gerkan, Marg und Partner. Zudem vergab er Planungsleistungen im Volumen von reichlich zwei Millionen Euro für die Raumakustik und das Tragwerk. Für die Linke warnte Bauexperte Tilo Wirtz, dass die Vorlagen unklare Angaben zu den Honoraren enthielten. Es drohten bereits jetzt Mehrkosten von rund einer Million Euro aufgrund geänderter Regelungen. Für die CDU wies das Joachim Stübner zurück.
Sächsische Zeitung vom 12. Dezember 2009
youngwoerth December 13th, 2009, 03:13 PM Die Entscheidung sei zu kompliziert, als dass sie in einer simplen, mit Ja oder Nein zu beantwortenden Frage gelöst werden könnte, sagte FDP-Fraktionschef Holger Zastrow.
Genau wie bei der Entscheidung für den historischen Neumarkt wird der Bürger für dämlich erklärt und entmündigt. Die WSB-Entscheidung hingegen war sicherlich deutlich unkomplizierter. :lol: Oder hat sie vielleicht einfach besser ins eigene Kalkül gepasst?
Dakir@DD December 13th, 2009, 03:19 PM Genau wie bei der Entscheidung für den historischen Neumarkt wird der Bürger für dämlich erklärt und entmündigt.
Da muss ich dir recht geben. Ich kann es nicht verstehen, dass eine Liste mit 17.000 Unterschriften einfach mal so ignoriert wird. Na ja, man muss erst wieder in einigen Jahren Wahlversprechen einlösen.
Bei dem anderen enthalte ich meine Meinung!
d.henney December 14th, 2009, 09:57 PM Wie "2012 erlischt die Betirebserlaubnis"?
Der Umbau ist Mit und viel zu teuer. Aber "die Stadt hat kein Geld"... Berlin reißt seinen Kulti nieder und Dresden lässt diese vergilbte Gardine, die nicht zu den Tapeten passt, einfach hängen und schnürt noch ein paar Bändchen zum Preis von 65 Mille ran. Unfassbar! Für 65 Mille hätte man den Pirnaischen Platz wieder herbasteln und mit dem Kollhoffbau trotzdem ein stadtraumplanerisches Schmuckstück aus privaten Mitteln haben können. Ich verstehe es einfach nicht. Das Nichtbeachten von Bürgerwillenn ist obendrein eine Schande. Würde es eine Liste für den Umbau des Kulti mit mehr als 17.000 Unterschriften geben, würde ich mich beugen. Aber nicht so!
Mist, Gutbürgerliche haben keine Heugabeln und Fackeln, oder? :nuts:
Dakir@DD December 14th, 2009, 10:10 PM Aber dafür haben Gutbürgerliche Messer und Gabel...und das tut sicherlich bei 17.000 facher Ausführung auch weh :bash:
Ich vermute aber, dass die Anzahl viel höher ist. Mich hat leider keiner Angesprochen wegen einer Unterschrift, davon mal abgesehen das ich eh keine Zeit gehabt hätte, ins Zentrum zu gehen.
youngwoerth December 15th, 2009, 11:24 AM Ich persönlich bin ja froh, daß der Kulti nun saniert wird, da mir (uns?) dadurch wenigstens ein deftiger Betonkomplex im Elbpanorama erspart bleibt. Ich wäre somit selbstverständlich mit meiner Unterschrift nicht dabei gewesen. Den Dresdnern scheint ihre DDR-Vergangenheit wichtiger zu sein als städtebauliche Belange. Davon abgesehen halte ich die Denkweise/Vorgehensweise der Stadt bzgl. der Unterschriften sowie Bürgerbegehren/entscheide im Allgemeinen, wie bereits erwähnt, für äußerst unseriös.
Dakir@DD December 15th, 2009, 11:59 AM Auf der einen Seite hast du recht, wir ersparen uns den Anblick von diesem häßlichen geplanten Konzerthaus auf der Neustädter Seite, wir ersparen uns aber leider auch einen schönen Anblick auf einen komplett umgebauten Kulturpalast. Es ist wie es ist einfach Scheiße (Sorry Admin), aber vielleicht doch am besten so.
Man müsste sich das mal überlegen, Gewandhaus und dieses Konzerthaus auf der anderen Elbseite, furchtbar!
Und youngi, ich freue mich über jeden Abriss von Platten. Das müsste ja mittlerweile hier bekannt sein, also kleben nicht alle an der DDR-Vergangenheit. Das einzigste was mir lieb ist und unbedingt bleiben muss ist das Rundkino, alles andere könnte ruhig weg.
youngwoerth December 15th, 2009, 03:52 PM Ja, klar. In der Hinsicht sind wir wohl einer Meinung.
Dakir@DD December 16th, 2009, 12:07 AM Wir müssen langsam aufpassen, dass wir uns nicht noch Sympathisch finden...müssten uns mal wieder über die WSB unterhalten :lol:*Husterli*:lol:
Aber meintest du damit das Rundkino oder den Kulturpalast, oder doch Gewandhaus und Konzerthaus?
youngwoerth December 16th, 2009, 10:53 AM Ich hab ja kein Problem mit anderen Meinungen - solange sie sachlich und konstruktiv dargeboten, und kritische Argumente nicht in polemischen Worten lächerlich gemacht werden. Wir waren in der Diskussion beide ein bißchen neben Spur, denke ich. ;)
meintest du damit das Rundkino oder den Kulturpalast, oder doch Gewandhaus und Konzerthaus
Eigentlich alles. Rundkino finde ich gut. Beim Kulti präferiere ich Kollhoff. Aufs Gewandhaus kann ich verzichten. Und ein Konzerthaus am Elbufer lehne ich ab.
Dakir@DD December 16th, 2009, 10:57 AM Neben der Spur und ich vermute, wir sind beide Sturköpfe...:bash:
In 4 Sachen die gleiche Meinung + Neumarkt, Neustädter Markt und das mehr Platten verschwinden sollten. Ist schon eine ganze Menge.
youngwoerth December 16th, 2009, 11:39 AM Ich glaube, unsere Reibungspunkte beziehen sich auf Bereiche, die Du als DDR-Leidtragender verständlicherweise anders wahrnimmst als ich als BRD-Leidtragender. :) Ich bin in einem Land aufgewachsen, in dem seit der späten Nachkriegszeit ein unerbitterlicher Kampf gegen Ursprünglichkeit und Urigkeit, gegen Atmosphäre und Identität, gegen Natur, Geschichte und Kultur geführt worden ist. Westdeutsche Großstädte haben eine atemberaubende Flächenversiegelung und Landschaftszersiedelung, einen hohen Zubetonierungsgrad und Nachkriegsfassadenanteil im Angebot. Als ich nach der Wende dann in dein ursprüngliches Land gereist bin, das für mich Westbürger so unwahrscheinlich tief geatmet hat, war ich völlig fasziniert, und die Kopfsteinpflasterstraßen zwischen Alleebäumen in Mecklenburg oder die Elbhänge mit Sandsteinmauern und knorrigen Bäumen statt westdeutscher Betonblumenkübel neben kalten Ausfallstraßen haben mich in den Bann gezogen. Es tut mir einfach in der Seele weh, daß Dresden diese Vorzüge so geringschätzt und leichtfertig aufs Spiel setzt. Wie gesagt, da leben wir halt teilweise in unterschiedlichen Welten, aber das ist ja OK.
Dakir@DD December 16th, 2009, 11:58 AM Viel aus DDR-Zeiten habe ich nicht mitbekommen, dafür bin ich dann doch noch zu jung. War zur Wendezeit ja noch nicht mal in der Schule.
Ich schreib es mal so, Dresden hat durch die vielen Ortskerne viel zu bieten. Viele Parkanlagen, Wäldchen und Wiesen. Für mich manchmal zu viel, wir sind ja schließlich eine Großstadt. Eine sehr grüne :)
Mir gefällt auch so vieles nicht in Dresden was nach der Wende gebaut wurden ist, aber Dresden hat kein direktes, dichtbebautes Stadtzentrum, ist ja auch nicht viel übrig geblieben und deswegen möchte man durch teils häßliche Gebäude sich ein Zentrum zurückbauen. Was man auch wieder verstehen kann. Man kommt sich an einigen Stellen in Dresden vor, als ob man gerade im Dorf XY steht, aber nicht in einer Stadt.
youngwoerth December 16th, 2009, 01:45 PM Gerade darin könnte man aber eben auch eine Besonderheit sehen, anstatt um jeden Preis versuchen zu wollen, so zu werden wie all die anderen 08/15-Großstädte. Ein Freund von mir, der mich damals einige Male in Dresden besucht hat, hat mir immer vorgeschwärmt: "Dresden ist die einzige Großstadt, in der ich mit vorstellen könnte, zu leben." Wir haben doch genug Hannovers und Bielefelds in Deutschland - seid froh, daß Ihr in einer Großstadt mit eigener, ganz besonderer Identität lebt. Im Zuge der Globalisierung wird sowieso schon viel zu viel gleichgeschaltet. Durch Wilsdruffer Kubus, Waldschlösschenbrücke, Totsanierung, vierspurige Schnellstraßen, und anderweitige Betonaufforstung bei gleichzeitiger Zerstörung von Traumlandschaften und uriger Atmosphäre werdet Ihr den anderen Städten ähnlicher, das stimmt. Aber ob das von Vorteil ist?
d.henney December 16th, 2009, 08:40 PM Ich schreib es mal so, Dresden hat durch die vielen Ortskerne viel zu bieten. Viele Parkanlagen, Wäldchen und Wiesen. Für mich manchmal zu viel, wir sind ja schließlich eine Großstadt. Eine sehr grüne :)
Mir gefällt auch so vieles nicht in Dresden was nach der Wende gebaut wurden ist, aber Dresden hat kein direktes, dichtbebautes Stadtzentrum, ist ja auch nicht viel übrig geblieben und deswegen möchte man durch teils häßliche Gebäude sich ein Zentrum zurückbauen. Was man auch wieder verstehen kann. Man kommt sich an einigen Stellen in Dresden vor, als ob man gerade im Dorf XY steht, aber nicht in einer Stadt.
Ich finde es auch nicht ganz so schön, dass Dresden im Zentrum so "leer" aussieht. Durch die vielen Brachen und dem seltsam anmutenden Raum zwischen den ganzen niedrigen Wohnbaublöcken der DDR-Zeit (nicht die hoheen Plattenbauten, aber da merkt man den Raum auch) wirkt alles immer so leer und unbelebt, besonders eben in den Wohngegenden. Da ist oft nichts weiter als ein Wohnblock. Keine Geschäfte, keine Bäcker, keine Frisörlädchen mit schönen Fensterscheiben. Das hast du bei diesen Wohnbauten nicht und deswegen fühle ich mich dort immer so verloren und bisschen melancholisch. Hat zwar auch was, aber bitte nicht fast überall, was nicht den Krieg überstanden hat und nicht in so grosser Anzahl. Deswegen finde ich die Baumsache sehr sehr toll. Die nehmen viel vom Himmel weg, wenn sie denn gross sind und verdecken diese seltsame Leere. Kann eine Chance sein.
Deswegen finde ich auch moderne gebäude nicht schlechht, wenn sie denn Brachen füllen oder was in der Richtung. Der Potsdamer Platz in Berlin zB gefällt mir ausgesprochen gut. Aber sowas kann man eben nicht auf historisch gewachsenem Grund und in ebengleicher Umgebung bauen. Das geht nur ganz ganz selten, aber dazu sind die modernen Architekten zu blöd. Wenn ich daran denek, was mal eine Architekturstudentin in ihrer Diplomarbeit aus dem Schinkelplatz in Berlin machen wollte... SAP-Quader beschreibts ganz gut... Sowas darf in Dresden nicht passieren. Nicht Gewandhaus, nicht in der Hauptstrasse, nicht am historischen Elbufer.
Verdammt, wie heisst der thread hier eigentlich? :lol:
youngwoerth December 16th, 2009, 10:48 PM Nur nicht den Fehler machen, Urbanität um jeden Preis zu erzwingen. Viel besser ist es, wenn man das Wort Urbanität durch Identität ersetzt. Und dann sind wir ganz schnell am Neumarkt - aber ebenso schnell im Tal vor dem Waldschlösschen. Daß sich manch Dresdner nun am Neumarkt beschwert ("Wie kann man nur unsere schöne Frauenkirche so zubauen?!") finde ich dabei nicht weniger merkwürdig wie die Aussage "Der Welterbetitel ist verzichtbar" oder "Gegenüber dem Zwinger kann es nur eine angenehm richtungslose Architektur wie den Wilsdruffer Kubus geben". Würden die Dresdner für die Identität ihrer Stadt und die Nutzung des einmaligen Potentials kämpfen anstatt für Blumenkübel auf dem Postplatz oder Schnellstraßen im Elbtal oder ein neues Konzerthaus im Elbpanorama, wäre mir diese Stadt deutlich sympathischer.
d.henney February 26th, 2010, 01:16 AM Dieser Bau verschlingt sinnlose 40 Millionen und den DVB fehlen 2010 dringende 30 Millionen. Ich verstehe die Prioritäten dieses miesen Baus nicht … Kollhoff wäre umsonst gewesen … Geht alles so garnicht klar. Warum haut niemand mal im Rathaus auf den Tisch?
Dakir@DD February 26th, 2010, 10:42 AM Dieser Bau verschlingt sinnlose 40 Millionen und den DVB fehlen 2010 dringende 30 Millionen. Ich verstehe die Prioritäten dieses miesen Baus nicht … Kollhoff wäre umsonst gewesen … Geht alles so garnicht klar. Warum haut niemand mal im Rathaus auf den Tisch?
Darüber haben wir schon viel diskutiert und es kann keiner verstehen. Natürlich brauch eine Kulturstadt einen Konzertsaal und so weiter, aber das man deswegen den Kulturpalast sanieren muss, verstehen viele Dresdner nicht. Ich hätte das Ding jetzt an die Sachsenbau verkauft (bzw. erstmal nachgefragt ob noch Interesse besteht) und dann das Geld und die 40 Mio. Euro für das Projekt Kulturkraftwerk Mitte verwendet. Aber wir denken anscheinend zu einfach, oder?
erbse February 26th, 2010, 03:14 PM Das damalige Angebot wird sich die Sachsenbau heute wohl kaum noch leisten können. Oder?
Hat mal jemand nachgefragt?
d.henney February 26th, 2010, 09:36 PM Das damalige Angebot wird sich die Sachsenbau heute wohl kaum noch leisten können. Oder?
Hat mal jemand nachgefragt?
Soeben passiert. :)
youngwoerth February 26th, 2010, 11:00 PM Ich bin gespannt...
Stefanius February 27th, 2010, 03:16 PM ja tosche
youngwoerth February 27th, 2010, 03:35 PM ^Da musste ich jetzt aber erstmal nachblättern, was das heißt. ;)
Stefanius February 27th, 2010, 03:46 PM ^Da musste ich jetzt aber erstmal nachblättern, was das heißt. ;)
und hast Du es raus bekommen :lol:?
youngwoerth February 27th, 2010, 04:55 PM да [da] ;)
Dakir@DD March 1st, 2010, 09:42 AM Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Geile Projekt jemals umgesetzt wird :ohno:
youngwoerth March 3rd, 2010, 05:05 PM dieses Geile ProjektDas geilste überhaupt!
d.henney March 3rd, 2010, 09:33 PM Na das geilste würde ich nicht sagen. Aber der Kollhoffbau schafft das ganz gut, was bisher noch keinmoderner Entwurf in Dresden geschafft hat. Es die, für einen ersten Entwurf, harmonische Weiterführung von alten Bauten - die obendrein noch Rekonstruktionen sind - mit einem noch nicht dagewesenen Einfall des Architekten, der die im historischen Europa gewachsene Gassenüberdachung und somit Umwandlung zur Passage auf die Optik Dresdens adaptiert. Wie früher lässt man sich von Italien inspirieren, knallt aber nicht etwas ohne Dresdner Charme hin. Zumal wäre es recht auffallend in einer deutschen Stadt, die heutzutage fast nur noch shoppingmalls nach amerikanischem Stil kennt. Als krönung gibts eine weitere Kuppel für die skyline, die deutlich besser aussehen würde als die vom Schloss, welches aber an sich das immens geilere Projekt ist. :)
youngwoerth March 3rd, 2010, 10:54 PM Für mich ist es das "geilste" (Meyer wirth mit seinen 120 Jahren sicher langsam die Stirn runzeln), weil es so unwahrscheinlich viele positive Auswirkungen auf Dresdens Innenstadt gehabt hätte. So viele und in so großem Umfang wie kein anderes mir bekanntes DD-Projekt. Das hätte mal richtig deftig was umgekrempelt, und nicht wie üblich klein klein, da ein Kurländer, dort ein British. Nein, es hätte nicht nur einen weiteren urbanen Stadtplatz neben dem Neumarkt und eine diagonale Verbindung edelster Qualität zwischen beiden Hauptplätzen geschaffen, sondern gleich noch drei(!) neue Altstadtstraßenzüge auf einmal mit zahlreichen Rekos, keinen Kulturpalast mehr, Arkaden am Altmarkt, aaahhhh so was geiles, geiler geht's einfach nicht mehr. :lol:
Diese Dumpfbacken von der Stadtplanung machen mich übelwütend.
MeyerB March 3rd, 2010, 11:16 PM Meyer wirth mit seinen 120 Jahren sicher langsam die Stirn runzeln
Eine schamlose Untertreibung - so jung bin ich nun auch nicht mehr - das Passbild ist von 1842 - trotzdem nett, dass Du mich jünger machst..
Der Kollhoff erinnerte mich irgendwie an die Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand - dort ist immer was los - wohl nicht so Dresden-typisch wie das Kulturmonster und deshalb gescheitert - so ein Elend.
MeyerB March 4th, 2010, 05:56 AM хорошо (charascho)
Oh weh, das ruft schlimme Erinnerungen an den Russisch-Unterricht wach - mein Lieblingswort war auf jeden Fall 'достопримечательность' (dastaprimetschatjelnost) - und glaubt mir, am Roten Platz gibt es viele von diesen 'Sehenswürdigkeiten' - ganz böse..
p.s. dieses SSC ist drollig - hab den Post eigentlich erst 13.00 verfasst..
Stefanius March 4th, 2010, 12:15 PM да [da] ;)
хорошо (charascho):)
erbse March 5th, 2010, 05:17 PM Mir ist jetzt immernoch nicht ganz klar, ob bei der Sanierung des Kulturpalastes tatsächlich schon das letzte Wort gesprochen ist. Wird das nun unvermeidlich kommen?
Dakir@DD March 5th, 2010, 08:56 PM Problem: Das ist für die OB Orosz das Projekt Ihrer (ähm) Periode, natürlich der Wahlperiode. Die wird das Ding leider durchdrücken.
Aber wieso nicht ganz anders. Kulturpalast abreißen, die Grundstücke in 1A+ Lage zwischen Neumarkt und Altmarkt verkaufen. Die Erlöse plus die geplanten 65 Mio. Euro in das Kulturkraftwerk Mitte investieren. Dort wäre sogar noch ausreichend Platz für einen Neubau. Die Idee an sich ist doch nicht schlecht, oder?
Max_DD March 5th, 2010, 10:58 PM Das ist sicherlich eine sehr schöne Vorstellung.
Abgesehen von dem zu erwartendem Aufschrei über die Vernichtung von DDR-Architektur incl. der Außerkraftsetzung des Denkmalschutzes.
Ich kann mir das sehr gut vorstellen, schön kleinteilige Bebauung würde dem Altmarkt den verdienten Rahmen in Verbindung mit der Wiederherstellung der
Schloßstraße, geben. Und das Hotel Stadt Rom würde den nötigen Raum erhalten, mit dem Anpassen der Bebauung der Wilsdruffer.
Der Abriß würde sicher einiges an Mitteln verschlingen, und einige Leute kurzfristig der Arbeitsstätte berauben. Das Gelände des KW-Mitte ist wie geschaffen für diese Einrichtung. Nähe von Musikschule incl. Konzertsaal. Verkehrsanbindung, Parkmöglichkeiten etc. Mögliche positive Auswirkung auf die Friedrichstadt.
Solche Gedanken sind wohl aber noch nicht im Rathaus angekommen...
freundliche Grüße
Dakir@DD March 5th, 2010, 11:17 PM Teilweise sind sie ja schon im Rathaus angekommen. Die Idee an sich, dass Heizkraftwerk Mitte in ein Kulturkraftwerk umzubauen ist genial.
Aber meine Träumerei wäre natürlich noch genialer. Mit allen deinen genannten Beispielen :okay:
youngwoerth March 5th, 2010, 11:33 PM Da habt Ihr die Rechnung aber nicht mit Euren Mitbürgern gemacht. Sehr viele Dresdner würden für ihren liebgewonnenen Kulti auf die Straße gehen. Und zwar (v)erbittert!
Max_DD March 6th, 2010, 08:38 AM Wenn die Chancen auf einen Abriss, realistische gesehen ist das wohl so, sehr gering sind, dann lasst ihn uns einfach gekonnt verstecken.
Der Raum vor dem Kulti ist groß genug um eine Randbebauung zuzulassen.
5m sollten auch dann für den Fußweg ausreichen. Da bleiben immer noch gut 20 übrig. Den Eingangsbereich des Palastes kann man dann in eine integrierte Passage legen.
Gegenüber kleine Läden und Cafes / Restaurant, evtl. mit Durchgang zum Altmarkt.
Schmal bauende Häuser waren in Dresden noch nie ein Problem.
Gleichzeitig könnte somit die Bauflucht nach vorn gelegt werden, um die restliche Bebauung der Wilsdruffer anzupassen. Mit den bekannten positiven Auswirkungen für die Randbebauung des Neumarktes.
Es wäre dann vom Altmarkt aus gesehen nicht mehr viel vom "ungeliebten" Objekt zu sehen. Vllt. das Kupferdach.
http://img32.imageshack.us/img32/6105/bundesarchivbild1831985.jpg
freundliche Grüße
Dakir@DD March 6th, 2010, 07:09 PM Was ist eigentlich mit der Anfrage bei der Sachsenbau Chemnitz geworden? Gab es da mal eine Antwort?
Das was Max_DD aufgeschrieben hat, ist ja eigentlich der ursprüngliche Plan von der Sachsenbau. Das beste Projekt der letzten Jahrzente, was Dresden abgelehnt hat. Furchtbar!
youngwoerth March 6th, 2010, 09:59 PM Das beste Projekt der letzten Jahrzente, was Dresden abgelehnt hat. Furchtbar!Und irgendwie hat das seltsamerweise gar niemanden interessiert! Gab weder nennenswerten Protest noch Leserbriefe oder sowas. Alles sang- und klanglos.
erbse March 6th, 2010, 10:32 PM Wir sollten das Thema jetzt noch einmal an die Öffentlichkeit bringen! Was sagt die Sachsenbau?
Dakir@DD March 7th, 2010, 12:04 PM Wollte nicht d.henney darüber berichten, was die Sachsenbau Chemnitz geantwortet hat? Also d.henney, kam schon etwas zurück?
Problem meinerseits, mich hat das damals schon interessiert, aber halt noch nicht so sehr wie jetzt.
d.henney March 7th, 2010, 01:07 PM kam schon etwas zurück?
:ohno: Aber sobald was kommt, tippe ich darüber. :)
Dakir@DD March 7th, 2010, 01:24 PM Es sollten vielleicht mehrere Leute schreiben, damit die sehen das von der Dresdner Bevölkerung Interesse an diesem wunderschönen Projekt besteht. Ich werde auch noch mal in die Tasten heute hauen :)
Max_DD March 7th, 2010, 05:04 PM Ich war mir garnicht bewußt, dass es dafür schon ein Projekt gab / gibt.
Gibt es denn Ansichten von der Planung? (Habe jetzt nicht weiter gesucht)
freundliche Grüße.
MeyerB March 7th, 2010, 05:23 PM Gibt es denn Ansichten von der Planung? (Habe jetzt nicht weiter gesucht)
Es gab Pläne des Architekten Kollhoff, der ein neo-klassizistisches Bauwerk mit Passagen vorsah - wirklich sehr ansprechend - daraus wird wohl leider nichts. :ohno:
http://www.neumarkt-dresden.de/Kulturpalastareal/bilder-kollhof/per_alt.jpg
http://www.neumarkt-dresden.de/Kulturpalastareal/bilder-kollhof/per_pas.jpg
http://www.neumarkt-dresden.de/Kulturpalastareal/bilder-kollhof/lp.jpg
http://www.neumarkt-dresden.de/Kulturpalastareal/bilder-kollhof/gr_eg.jpg
Max_DD March 7th, 2010, 05:33 PM Sehr interessant, danke.
Ich finde die Altmarktfront etwas zu klobig aber passend zur vorhandenen Altmarktbebauung.
Das größte Realisierungsproblem ist doch aber, dass es auf dem Abriss des Vorhandenem beruht.
Es sollte ein Projekt geben, wo der vorhandene Kulti integriert wird.
Die Kosten des Umbaus könnten somit durch den Verkauf der umgebenden Flächen zum Teil ausgeglichen werden.
freundliche Grüße
Dakir@DD March 7th, 2010, 05:37 PM Wieso nicht gleich allen zeigen :)
http://www.neumarkt-dresden.de/Kulturpalastareal/bilder-kollhof/per_alt.jpg
http://www.neumarkt-dresden.de/Kulturpalastareal/bilder-kollhof/per_alt.jpg
http://www.neumarkt-dresden.de/Kulturpalastareal/bilder-kollhof/per_pas.jpg
http://www.neumarkt-dresden.de/Kulturpalastareal/bilder-kollhof/per_pas.jpg
http://www.neumarkt-dresden.de/Kulturpalastareal/bilder-kollhof/lp.jpg
http://www.neumarkt-dresden.de/Kulturpalastareal/bilder-kollhof/lp.jpg
http://www.neumarkt-dresden.de/Kulturpalastareal/bilder-kollhof/gr_eg.jpg
http://www.neumarkt-dresden.de/Kulturpalastareal/bilder-kollhof/gr_eg.jpg
Dakir@DD March 7th, 2010, 05:39 PM Ich bekomme bei diesen Bildern echt die Krise. Wieso war die Stadt so dämlich und hat das Projekt abgelehnt. Ich versteh es nicht. Natürlich waren die damals Pleite, aber wieso das projekt nicht jetzt umsetzen. Bitte Sachsenbau, denkt noch mal nach und bietet jetzt eure Planungen an :)
MeyerB March 7th, 2010, 05:40 PM Wieso nicht gleich allen zeigen :)
Sorry, ich war mal wieder zu faul zum Hochladen.. für mich sieht das so aus, als hätte Kollhoff den großen Saal erhalten wollen - täuscht dies?
Dakir@DD March 7th, 2010, 05:43 PM Das sieht tatsächlich so aus. Und wenn er den großen Saal verschoben hätte, ist doch eigentlich egal. Die Akkustik muss stimmen, und das hätte es bestimmt.
Wenn man sich das überlegt, dieses Projekt ist wegen lächerlichen 15 Millionen Euro gescheitert. 15 Mio. Euro, und jetzt sollen 65 Millionen Euro in eine trostlose Sanierung investiert werden :ohno:
No Problemchen...dafür bin ich doch da :lol:
MeyerB March 7th, 2010, 05:48 PM Meines Erachtens ist nicht die Architektur des Palastes das Grundübel (die befand sich durchaus auf der Höhe ihrer Zeit), sondern seine Unmaßstäblichkeit und die nicht vernünftig zu realisierende Einbindung in zukünftige Bebauungen - Kollhoff hätte dies sehr geschickt gelöst - wie Max DD bereits schrieb, wäre die Fassade eine gelungene Ergänzung zu den anderen Altmarkt-Bauten gewesen.
Dakir@DD March 7th, 2010, 05:54 PM Vorallem sollten ja die historischen, kleinteiligen Fassaden zum Schloss und zum Neumarkt wieder entstehen (also so habe ich das in Erinnerung)! Wie gesagt, dass Teil wäre ein Geschenk für die Optik von ganz Dresden geworden. Beeindruckend, und es hätte sich super den Stalinistischen Baustil vom Altmarkt angepasst. Das wäre ein Gesamtbild, wahnsinn :okay:
Allein deswegen Leute, schreibt der Sachsenbau :)! Ähm youngi, weisst du eventuell durch deinen Bekannten von der GHND etwas darüber? Wie fanden die das Projekt und könnte sich der Verein nicht auch mit der Sachsenbau in Verbindung setzen?
youngwoerth March 7th, 2010, 08:24 PM VORSICHT!!! Das sind nicht die aktuellen Entwürfe! Sachsenbau hat ja noch hundertmal umgeplant, um der Stadt entgegenzukommen. Zuletzt war der große Block in Richtung Altmarkt in zwei bzw. drei Einzelblöcke aufgelöst und hatte sogar echte Skulpturenreihen auf dem Dachfirst!!! Zudem war die Passage verkürzt worden und noch ein paar andere Sachen, damit die Stadt nichts mehr zuzahlen mußte. Und ein großer Arkadeninnenhof sollte vollständig rekonstruiert werden und als Verlängerung der Passage zur Schloßstraße hin dienen! Die letzten Visualisierungen, die ich gesehen habe, waren einfach nur göttlich. Das ist für mich die mit Abstand größte Dämlichkeit in der langen Reihe der Dämlichkeiten der Dresdner Stadtplanung. Und dann wundert sich noch jemand, wenn ich wild werde, daß diese erbärmliche CDU, die das alles und noch viel mehr, verbockt hat, von den Dresdnern auch noch mit großer Mehrheit wiedergewählt wirth???
Und, werther Max, der Kultupalast wäre nur teilabgerissen und den Dresdnern zuliebe sogar eine Fassadenseite (Ostseite) erhalten worden. Aber man kann ja nie genug bekommen von seinen sozialistischen Erinnerungen, ne? Dieses Projekt war sowas von durchdacht und unglaublich komplex und aufwendig, daß es ein Jammer ist, wie Herr Füßlein von der Sachsenbau letztlich abgespeißt worden ist (in alter Dresden-Manier in einer Reihe mit Blobel, Pühringer & Co).
MeyerB March 7th, 2010, 08:29 PM VORSICHT!!! Das sind nicht die aktuellen Entwürfe! Sachsenbau hat ja noch hundertmal umgeplant, um der Stadt entgegenzukommen. Zuletzt war der große Block in Richtung Altmarkt in zwei bzw. drei Einzelblöcke aufgelöst und hatte sogar echte Skulpturenreihen auf dem Dachfirst!!!
Die geänderten Entwürfe würden mich ja echt interessieren - gibt es die noch irgendwo zu sehen? Aus welchen Gründen hatte die Stadt das Projekt eigentlich abgelehnt?
youngwoerth March 7th, 2010, 08:31 PM Die waren als PDF auf der Sachsenbauseite verlinkt (damals auch auf der GHND-Seite). Habe vor kurzem schonmal gesucht und leider nichts mehr gefunden.
Aus welchen Gründen hatte die Stadt das Projekt eigentlich abgelehnt?
So richtig klar ist mir das bis heute nicht. Irgendwann hieß es dann, der Kulturpalast solle in seiner jetzigen Form erhalten und saniert werden. Zu Beginn der Debatte waren der Stadt die Zuzahlungen zum Projekt zu hoch, aber soweit ich das mitbekommen habe, hätte die Stadt nach etlichen Umplanungen (auf Kosten der Sachsenbau natürlich) zuletzt keinen Cent mehr zuzahlen müssen. Der ganze Wahnsinn lässt sich auf der GHND-Seite noch einigermaßen nachvollziehen, ich hatte die betreffenden Presseartikel hier vor einiger Zeit auch mal verlinkt, habe jetzt aber keine Lust, alles nochmal zu suchen bzw. zu erklären. ;)
Und dann kamen ja plötzlich die Brandschutzmeldungen und daß die Sanierung 60 Mio kosten wird. Prost!:cheers:
MeyerB March 7th, 2010, 08:36 PM Schade; und weshalb zerschlug sich dieses Projekt? Hatte die Stadt Angst um ihren schönen Kulturpalast?
youngwoerth March 7th, 2010, 08:39 PM ^^So richtig klar ist mir das bis heute nicht.
bzw.
Der ganze Wahnsinn lässt sich auf der GHND-Seite noch einigermaßen nachvollziehen, ich hatte die betreffenden Presseartikel hier vor einiger Zeit auch mal verlinkt, habe jetzt aber keine Lust, alles nochmal zu suchen bzw. zu erklären. ;)
EDIT (wie üblich bei meinen Beiträgen): Mir ist gerade eingefallen, daß die Stadt irgendwie der Kreditzusage, die die Sachsenbau angegeben hat, nicht vertraut hat. Aber wie gesagt, alles etwas undurchsichtig. Am besten erklärt uns das die Sachsenbau selbst nochmal.
youngwoerth March 7th, 2010, 08:47 PM Wenn man sich das überlegt, dieses Projekt ist wegen lächerlichen 15 Millionen Euro gescheitert.Zum hundertsten Mal: DAS STIMMT NICHT!!!
Du bist manchmal wirklich lernresistent, Dakir. :ohno:
Für alle anderen: Dieses Projekt hätte die Stadt zuletzt genau 0 (in Worten: NULL) Euro gekostet.
weisst du eventuell durch deinen Bekannten von der GHND etwas darüber? Wie fanden die das ProjektAlso ich kann diesbzgl. nur von Dr. Stefan Hertzig berichten, und der hat das Projekt wegen der enormen Ausmaße abgelehnt. Weißt ja, Kunsthistoriker hätten immer ganz gerne alles möglichst exakt und originalgetreu, vom Straßenverlauf bis zum Stuckdetail. ;)
MeyerB March 7th, 2010, 08:48 PM hätte die Stadt nach etlichen Umplanungen (auf Kosten der Sachsenbau natürlich) zuletzt keinen Cent mehr zuzahlen müssen.
So was Dämliches - muss man nicht verstehen. :ohno:
Max_DD March 7th, 2010, 08:58 PM ...Werter youngwoerth:
Ich bin der Letzte, der an der DDR-Architektur hängt!
Wenn es nach mir ginge könnten alle entstandenen, und das Stadtbild zerstörenden, Gebilde der letzten 40 Jahre entfernt werden.
Wie ich auch schon in anderen Kommentaren geschrieben habe.
Es geht nur darum, wenn nun partout dieses Gebäude bleiben soll, dann muss es auch andere Varianten geben als Abriß.
Aber sicher ein großartiges Projekt. Ein weiterer Beweis dafür, wie engstirnig und ohne jegliche Visionen in der Verwaltung gehandelt wird.
freundliche Grüße
youngwoerth March 7th, 2010, 09:01 PM Hast Du falsch verstanden: Die Aussage war nicht an Dich gerichtet, sondern an die zahlreichen Dresdner, die Kulti und Waben nicht wegwollen haben. :lol:
Es geht nur darum, wenn nun partout dieses Gebäude bleiben soll, dann muss es auch andere Varianten geben als Abriß.
Und genau diese Variante hieß Kollhoff/Sachsenbau und ist von der Stadt abgelehnt worden. Dieses Projekt beinhaltete eine Umbauung (mit Teilabriss) dreier Seiten des Kultis (Nord, Süd, West) sowie einen Erhalt der Ostseite.
d.henney March 8th, 2010, 08:08 PM @youngi
Also die überarbeitete(?) Version - wo der Kulti von oben und einer Seite noch sichtbar wäre - finde ich bei weitem hässlicher als die Version auf den Bilder dort oben. Allein das Dach wäre passender zum Gesamtbau und ausserdem wäre ein Gang viel länger und optisch beeindruckender gewesen. Zumal dann das grosse Portal nicht so in der Gasse versteckt wäre. Aus Richtung Postplatz hätte man so den Eingang entlang der Baumallee schön gesehen.
Ach verflixt das alles …
youngwoerth March 8th, 2010, 08:34 PM Hast Du die Version noch im Kopf oder war das jetzt nur Mutmaßung? Hat man da das Kultidach gesehen? Die grandiose Galeriekuppel gab es jedenfalls bis zuletzt. Und die Dachlandschaft sieht man sowieso (fast) nur von oben.
d.henney March 8th, 2010, 09:43 PM Das da war mir im Kopf. Scheint aber bestimmt mit deinem Bild im Kopf nicht überein zu sein:
http://www.neumarkt-dresden.de/Kulturpalastareal/bilder-kollhof/modifizierter-plan.jpg
Ich finds jedenfalls so richtig mies.
Da auch noch was:
http://www.neumarkt-dresden.de/sachsenbau-chemnitz04.html
Der Grundriss dort sagt mir viel weniger zu als der in dakis posting oben, welcher mMn der fast perfekte Plan wäre. Nur hier und da fehlt Ornamentik, zB am Portal, was mMn auch noch nicht optimal ausgerichtet ist. :)
youngwoerth March 9th, 2010, 05:20 PM Interessant! Leider auch nicht die endgültige Fassung mit der modifizierten Altmarkt-Seite. Letztlich hat man ja einen Kompromiß mit den Kultianhängern gesucht, daher die Zugeständnisse. Aber leider waren die Kultis nicht kompromißfähig. Alles oder nichts, scheint die Devise.
Dakir@DD March 9th, 2010, 09:09 PM Ich bin nicht lernresistent. Hätte die Sachsenbau gleich das Projekt zum Nulltarif angeboten, wäre es sicherlich anders gekommen. Dadurch das dieses Projekt aber erst 15 Mio. Euro Zuzahlung kosten sollte, hat sich die Stadt dagegen entschieden.
Trotzdem schade, dass es nicht kommt...:cry:
youngwoerth March 10th, 2010, 11:15 AM Hätte die Sachsenbau gleich das Projekt zum Nulltarif angeboten, wäre es sicherlich anders gekommen.Ich glaube, die Finanzen waren (wie so oft) nur ein Vorwand. Sieht man ja am Endergebnis, denn die Stadt hat letztlich auch zum Nulltarif abgelehnt.
Dakir@DD March 10th, 2010, 12:37 PM Weil die wie so oft bescheuert sind. Das muss mal gesagt werden.
@ d.henney
Kam bei dir schon etwas zurück?
Dakir@DD March 21st, 2010, 11:17 PM FDP will Kulturpalast-Umbau und ein neues Konzerthaus
Liberale setzen sich für Kraftwerksumbau ein, wollen aber am Verbot neuer Schulden festhalten.
Die Dresdner FDP unterstützt den Umbau des Kulturpalastes zu einem modernen Konzertsaal. Darauf hatten sich die 84 Teilnehmer des Kreisparteitags am Sonnabend geeinigt. Zuvor sorgte allerdings der ehemalige Oberbürgermeister Ingolf Roßberg mit seinem Antrag „Dresden 2020 mit eigenständigem Konzerthaus“ für Aufsehen. Am Ende einigten sich die Liberalen darauf, dass der Standort am Narrenhäus’l zwischen Augustusbrücke und Finanzministerium im Flächennutzungsplan als „Sonderbaufläche Kultur“ ausgewiesen werden soll. „Es bleibt ein strategisches Ziel der FDP in Dresden, einen eigenen Konzertsaal für Philharmonie und die Staatskapelle zu schaffen. Dies ist unter den gegebenen finanziellen Bedingungen aber derzeit nicht realisierbar, denn oberste Priorität hat das Verbot der Neuverschuldung“, sagte Kreisvorsitzender Johannes Lohmeyer. Deutlich bekannte sich die Dresdner FDP zum Umbau des ehemaligen Kraftwerks Mitte in ein gemeinsames Kulturzentrum für Staatsoperette und Theater Junge Generation.
Zu Beginn des Parteitags hatte Fraktionschef Holger Zastrow ausführlich die Erfolge seiner Partei dargestellt. Als Beispiele nannte er den Neumarkt, das Technische Rathaus, die Abschaffung von Straßenausbaubeiträgen und die Sanierung der Albertbrücke. Aber er schilderte zugleich die aus Sicht der FDP schwierige Lage im Dresdner Stadtrat. „Die Wahlverlierer haben darin letztlich eine Mehrheit, zumal die Bürgerfraktion ohne inneren Kompass ist und so zum Spielball wird“, bedauerte er. Es erweise sich als Fehler, dass weder die CDU noch die FDP die Kraft gehabt hätten, die Woba-Verkäufer und damit den linksbürgerlichen Teil des alten Stadtrates zu integrieren.
Sächsische Zeitung vom 22. März 2010
youngwoerth March 21st, 2010, 11:38 PM Am Ende einigten sich die Liberalen darauf, dass der Standort am Narrenhäus’l zwischen Augustusbrücke und Finanzministerium im Flächennutzungsplan als „Sonderbaufläche Kultur“ ausgewiesen werden soll.Na, Dankeschön. Die Dumpfbacken haben sich natürlich wieder die einzige Stelle auserwählt, die städtebaulich zur Katastrophe werden kann.
Zur restlichen Selbstbeweihräucherung sowie der Diffamierung der Bürgerfraktion äußere ich mich jetzt mal nicht...
Dakir@DD March 21st, 2010, 11:39 PM Ich sage nur: Dresdner FDP...ein Verein, voller Schwa*****en :bash:
Ich will wenn dann überhaupt auf der Neustädter Seite eine historische Bebauung, und keinen modernen Scheiß.
Riccardo83 March 23rd, 2010, 01:07 AM Gibt es nun wirklich keine Chance den Entwurf von Kollhoff noch durchzuboxen? ich bin bereit zu helfen wenn es darum geht jmd auf die Eier zu gehen und einen Brief/email zu verfassen.
Mich würde echt interessieren, ob es nun an den Dresdner lag die keinen Umbau wollen, oder an der Stadt, aus welchem Grund auch immer. Da sieht man mal wieder wie schlecht unsere Demokratie funktioniert, oder auch nicht.
Max_DD March 23rd, 2010, 09:18 AM Gibt es nun wirklich keine Chance den Entwurf von Kollhoff noch durchzuboxen? ich bin bereit zu helfen wenn es darum geht jmd auf die Eier zu gehen und einen Brief/email zu verfassen.
Mich würde echt interessieren, ob es nun an den Dresdner lag die keinen Umbau wollen, oder an der Stadt, aus welchem Grund auch immer. Da sieht man mal wieder wie schlecht unsere Demokratie funktioniert, oder auch nicht.
http://http://www.dresden.de/de/08/c_010.php (http://www.dresden.de/de/08/c_010.php)
Dann schreib doch einfach mal an die dortige mail-Adresse, wenn Du Glück hast bekommst Du sogar eine Antwort.
freundliche Grüße
erbse March 23rd, 2010, 11:46 AM Apropos.. D.Henney hatte doch der Sachsenbau aus Chemnitz geschrieben, nicht? Kam da schon etwas?
youngwoerth March 23rd, 2010, 02:12 PM http://sachsenbau-chemnitz.de
Herr
Dr. oec. habil. Dieter Füsslein
Vermietung / Verkauf
Telefon: 0351 / 65 85 45 – 0
Telefon: 0371 / 690 84 - 0
info@sachsenbau-chemnitz.de
d.henney March 23rd, 2010, 09:35 PM Nein, bis jetzt kam nichts … :(
PS: Wer Rat weiss, PM an mich. Ich kann parsing der Smileys im advanced mode ausschalten. Leider nicht dauerhaft, oder geht das doch wo? Will eben auch in den Schnellantworten (die unter dem thread) smiley parsing dauerhaft ausstellen.
youngwoerth March 23rd, 2010, 11:08 PM Hast Du an Herrn Füßlein persönlich geschrieben? Der hatte mir damals zuverlässig geantwortet.
Dakir@DD March 24th, 2010, 06:33 PM Machen wir uns nix vor, die Stadt will trotz Sparpläne an der trostlosen Sanierung des Kulturpalastes festhalten. Ich denke, der Zug ist hier schon abgefahren, leider!
Nerven kann man, aber wir Bürger werden eher als geduldet von den OB's angesehen. Einfach nur Fres*e halten und machen lassen, so denken sich das die Herrschaften und Frauschaften :down:
youngwoerth March 24th, 2010, 08:29 PM Ich denke, der Zug ist hier schon abgefahren
Natürlich ist er das.
Dakir@DD March 24th, 2010, 11:10 PM Natürlich ist er das.
Scheiß Politiker...
Dakir@DD April 3rd, 2010, 12:07 AM Und auch hierfür habe ich gerade ein Video von der Sachsenbau bei youtube gefunden. Schaut es euch an, ist sehr interessant gemacht.
http://www.youtube.com/watch?v=cC6pxAeTVks&feature=related
erbse April 16th, 2010, 12:06 PM Noch gebe ich meinen Abrisstraum nicht auf!
Dresdner gegen die Sanierung :applause:
Mehrheit gegen neuen Konzertsaal im Kulturpalast
Der rund 65 Millionen Euro teure Umbau des Kulturpalasts zu einem modernen Konzertsaal sowie Standort für Herkuleskeule und Bibliothek bleibt umstritten. In der SZ-Abstimmung im Internet über Sparvorschläge lehnt mehr als die Hälfte das Projekt in dieser Form ab. Auf Platz zwei der Streichliste folgt mit deutlichem Abstand der Ausbau der Königsbrücker Straße.
Bis gestern nahmen mehr als 4000 Leser im Internet an der Abstimmung teil.
Quelle: SZ Online vom 16.4.2010 (http://www.sz-online.de/Nachrichten/Dresden)
Zur Umfrage: Dresden muss sparen. Welches Projekt würden Sie streichen? (http://www.sz-online.de/nachrichten/voting.asp?Frage_ID=435)
Der Rest der Artikels wäre natürlich noch interessant. :cool:
Dakir@DD April 16th, 2010, 04:18 PM Ich stell heute Abend den Artikel noch rein, versprochen.
Jetzt müssten soviele wie nur möglich Leserbriefe an alle Zeitungen schreiben, und das vergessene Projekt der Sachsenbau fordern. Was ist eigentlich mit der Anfrage von d.henney geworden?
erbse April 16th, 2010, 07:23 PM ^ Nichts, hat er doch gesagt. Auch ich habe es versucht, mit mehrmaligen Anrufen unter der Woche. War niemand (http://sachsenbau-chemnitz.de/parser/parser.php?file=/sachsenbau/ansprechpartner.htm?aktiv=7) zu erreichen.
schum-ho April 16th, 2010, 07:51 PM Hoffentlich wird diese (entschuldigung) olle Mottenkiste nicht renoviert! Wollen die Dresdener ja selbst nicht, wies scheint. So sehr hängen sie an ihrem "Kulti" offenbar also nicht. Wobei, immer wenns in der Politik ums Geld geht....
Dakir@DD April 16th, 2010, 08:27 PM Also ich hänge an diesem Mistladen überhaupt nicht. Ich wäre für einen kompletten Abriss oder für die Sachsenbau-Pläne :okay:
Na ja erbse, es hätte ja sein können das er jetzt etwas weiss, oder?
Dakir@DD April 16th, 2010, 10:16 PM Mehrheit gegen neuen Konzertsaal im Kulturpalast
Der rund 65 Millionen Euro teure Umbau des Kulturpalasts zu einem modernen Konzertsaal sowie Standort für Herkuleskeule und Bibliothek bleibt umstritten. In der SZ-Abstimmung im Internet über Sparvorschläge lehnt mehr als die Hälfte das Projekt in dieser Form ab. Auf Platz zwei der Streichliste folgt mit deutlichem Abstand der Ausbau der Königsbrücker Straße.
Bis gestern nahmen mehr als 4000 Leser im Internet an der Abstimmung teil. Sie läuft weiter. Auch kann weiter brieflich mit dem am Mittwoch auf Seite 14 veröffentlichten Fragebogen abgestimmt werden.
Die SZ will angesichts des städtischen Sparkurses wissen, welche Priorität die Dresdner setzen.
www.sz-online.de/geld
Sächsische Zeitung vom 16. April 2010
d.henney April 18th, 2010, 05:24 PM Ich finde ehrlich gesagt das Festhalten am Kulturpalast schlimmer als die Waldschlösschenbrücke.
erbse April 18th, 2010, 05:42 PM ^ Die beiden Projekte sind aber miteinander nun so überhaupt nicht zu vergleichen.
Beides ist furchtbar für Dresden, jedes in seinem spezifischen Umfeld ganz besonders.
Dakir@DD April 18th, 2010, 09:08 PM Das eine finde ich nicht furchtbar, aber die sturre Festhaltung an der Kulti-Sanierung ist schon nervig!
@ d.henney
Kannst ja wie ich auch einen Leserbrief schreiben, eventuell kommt das Projekt somit wieder in die Öffentlichkeit :okay:
Dakir@DD February 28th, 2011, 10:57 AM Kulturpalast-Umbau wird teurer
Anfang März sollen Zeitplanung, Budget und Finanzierungskonzept in Fachausschüssen und Stadtrat Thema sein. Der Bau wird teurer, als geplant.
Der Umbau des Kulturpalastes soll festgeklopft werden. Anfang März soll die Beschlussvorlage in den Fachausschüssen und im Stadtrat Thema sein. Das teilte die Stadt gestern mit. Eines wurde auch deutlich: Der Umbau wird teuer, als geplant.
Um Rahmenterminplanung, Projektbudget und Finanzierungskonzept dreht sich die Vorlage der Stadt. 70,5 Millionen Euro soll der Umbau kosten - über fünf Millionen Euro mehr als die bisher veranschlagten 65 Millionen Euro. Die Stadt erklärt die Kostensteigerung in einer Pressemitteilung mit der bundesweiten Einführung der neuen Honorarordnung für Architekten und Ingenieure, die eine Kostensteigerung von 15 Prozent bei den Nebenkosten zur Folge habe und dem allgemeinen Anstieg der Baupreise um 4,5 Prozent.
Kritik von Fraktionen
Die Stadtratsfraktion der Linken kritisierte, die Kosten seien zu niedrig angesetzt gewesen. Zudem sei "das letzte Wort zu den Kosten noch nicht gesprochen und der Gipfel noch nicht erreicht", hieß es in einer Mitteilung der Fraktion. Ähnliche Bedenken äußerte auch die SPD. "Wir befürchten einen schrittweise Verteuerung des Projektes und eine erhebliche Belastung des Dresdner Stadthaushaltes", so Stadtrat Wilm Heinrich. Die Zusatzfinanzierung durch das Land sei zudem noch nicht sicher, kritisierten die Sozialdemokraten.
Der Finanzplan der Stadt sieht vor, dass 35 Millionen Euro aus Fördermitteln über das Operationelle Programm des Freistaates Sachsen aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) finanziert werden sollen. 43 Millionen Euro seien im Doppelhaushalt 2011/12 und im fünfjährigen Finanzplan der Stadt für den Umbau vorgesehen. Dazu kommen jährlich 4,2 Millionen Euro bis 2012 für die Planung. "Trotz mancher Skepsis ist das Projekt finanziell nah an den Ursprungszahlen, auch Dank der Zusage des Landes", sagte Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann.Am Zeitplan hat sich nichts geändert. Baubeginn ist für den Januar 2013 geplant. Der Umbau soll im Juni 2015 fertiggestellt sein. Für den Umbau soll außerdem eine Lenkungsgruppe eingerichtet werden, die aus Stadträten bestehen soll.
Philharmonie, Bibliothek, Kabarett
"Durch die aktuelle Planung hat der Entwurf gewonnen. Der Konzertsaal entspricht allen Anforderungen einer internationalen Konzertstadt. Die Bibliothek wird noch nutzerfreundlicher. Das Kabarett im Untergeschoss ist ein attraktiver Zugewinn für die Atmosphäre im Haus", so Kulturbürgermeister Ralf Lunau. Im Kulturpalast soll es nach dem Umbau einen Konzertsaal in Form eines Weinberges mit 1882 Plätzen geben. Um das Orchester in der Mitte sitzen die Zuschauer auf terrassenförmigen Rängen. Diese Technik soll für die Philharmonie eine hervorragende Akustik bringen. Streit gab es darüber, ob die Bauweise auch für Popkonzerte vorteilhaft ist. Dafür müsste der Saal deutlich verkleinert werden, da der Bereich hinter der Bühne abgehängt werden muss.
Für die Dresdner Philharmonie entstehen 3300 Quadratmeter Probenräume, Garderoben und Verwaltungsflächen. Die Stadtbibliothek bekommt in verglasten Türmen links und rechts vom Saal und darüber 6000 Quadratmeter. Das Kabarett "Herkuleskeule" bekommt im Kulturpalast eine neue Spielstätte im Untergeschoss: einen Saal mit 300 Plätzen, Verwaltungsräume und Garderoben auf 1000 Quadratmetern. Das Besucherzentrum der Stiftung Frauenkirche und das Informations- und Servicezentrum bekommen jeweils etwa 350 beziehungsweise 300 Quadratmeter.
"Die baulichen Eingriffe in die vorhandene Bausubstanz werden auf das geringste mögliche Maß begrenzt", hieß es in der Mitteilung der Stadt. Das öffentliche Foyer, die Schmetterlingstreppenhäuser und das äußere Erscheinungsbildes sollen erhalten bleiben.
Am Montage, 21. März, 19 Uhr, gibt es im Kulturpalast eine Einwohnerversammlung zum aktuellen Stand. Ab sofort liegen außerdem in den Ortsämtern, Bürgerbüros und öffentlichen Informationsstellen mit aktuellen Bildern und Informationen zum Projekt aus, teilte die Stadt mit. In der Besuchergalerie (Foyer 1. Zwischengeschoss) soll es zudem bald eine Ausstellung zur Planung geben.
Sächsische Zeitung vom 23. Februar 2011
Dakir@DD February 28th, 2011, 10:59 AM Kulturpalast wird fünf Millionen Euro teurer
Der Umbau kostet mehr als 70 Millionen Euro. Das Land trägt knapp die Hälfte der Ausgaben. SPD und Linke kritisieren die Steigerungen.
Höher, schöner, teurer und doch näher am alten Original – die Stadt treibt den Umbau des maroden Kulturpalastes voran. Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) sowie Kulturressortchef Ralf Lunau (parteilos) veröffentlichten gestern Detailplanungen und das Finanzkonzept zu dem umstrittenen Projekt.
Demnach kostet der Umbau des „Kulti“, der einen akustisch hochwertigen Konzertsaal, eine Bibliothek sowie das Kabarett „Herkuleskeule“ beherbergen soll, nach jetziger Kalkulation 70,5 Millionen Euro. Damit ist er reichlich fünf Millionen Euro teurer als zu Beginn der Planungen 2006. Unter anderem haben Nachbesserungen am Konzept, aber auch steigende Materialpreise und Architektenhonorare die Kosten nach oben getrieben. „Das ist ein Haufen Geld“, sagte Dresdens Finanzchef Vorjohann.
Sachsen hilft
Dennoch wirkte er entspannt. Denn: Sachsen hat Vorjohann zufolge zugesagt, knapp die Hälfte der Kosten zu übernehmen. 35 Millionen Euro aus einem europäischen Regionalentwicklungsfonds will der Freistaat geben. Allerdings wohl erst im kommenden Jahr. Denn Dresden will den Antrag dafür erst nach weiteren Planungen stellen. Konkreter sind die Ideen der Architekten Gerkan, Marg und Partner sowie des städtischen Hochbauamtes zum Bau selbst. Das Herzstück, der Saal, bleibt im Vergleich zu früheren Planungen weitgehend unverändert.
Allerdings wird er etwas höher, um einen optimalen Klang zu gewährleisten. Maximal knapp 1.900 Zuschauer soll er fassen und vorwiegend für die Philharmonie und andere Klassikensembles zur Verfügung stehen. Doch auch Jazz- und Chanson-Konzerte sind in dem Saal mit weinbergartig angeordneten Sitzen möglich. Geplant sind etwa 250 Auftritte pro Jahr. Schlager, Volksmusik und Rock sollen live künftig hauptsächlich in der Messe zu hören sein.
Neu ist im Vergleich zu früheren Planungen der Standort für die Herkuleskeule: Das Kabarett soll unter die Erde. „Ich habe den Eindruck, dass sich Kabarettisten in Kellerräumen ohnehin wohler fühlen“, sagte Kulturbürgermeister Lunau bei der Projekt-Präsentation im Rathaus. Der Saal für sogenannte Kleinkunst fasst 300 Zuschauer. Die Verlegung in den Keller ermöglicht, wie es formal heißt, „die ressourcenschonende Ausnutzung baulicher Gegebenheiten“.
Die Bibliothek, die aus dem World Trade Center in den Kulturpalast ziehen soll, kann über ein Foyer in der zweiten Etage genutzt werden. Im zur Wilsdruffer Straße hin gelegenen Teil des Gebäudes stehen Bücher, Internet und andere Medien auf zwei Ebenen und 6.000 Quadratmetern zur Verfügung. Die Eingangsbereiche sind in hellen Tönen gehalten, ein Teil wird mit Holz furniert. Die Garderobe im Erdgeschoss bleibt entgegen erster Ideen der Planer erhalten.
„Wir sind noch ein gutes Stück näher am Original dran“, sagte Lunau mit Blick auf die weiterentwickelte Planung. Auch der amtierende Hochbauamtsleiter Roland Müssig hob hervor, dass die „Seele des Hauses“ nicht verletzt werde. Die äußere Hülle bleibt erhalten – so wie das Wandgemälde „Der Weg der roten Fahne“.
Dennoch ist der Umbau, der im Januar 2013 beginnen und eineinhalb Jahre dauern soll, ein emotionsgeladenes Thema. Architekt Wolfgang Hänsch hat Klage beim Landgericht Leipzig eingereicht. Er sieht seine Urheberrechte durch die Entkernung des 1969 eröffneten und mittlerweile denkmalgeschützten Kulturpalastes verletzt. Lunau, von Haus aus Jurist, sagte dazu: „Wir haben erwidert. Irgendwann wird das Gericht entscheiden.“ Die Vorbereitungen des Umbaus seien durch den Rechtsstreit aber nicht gefährdet.
Millionen für die Orgel
Für Spannungen sorgt auch, dass vor allem ältere Dresdner, die Erinnerungen an Jugendweihe und andere Feste mit dem „Kulti“ verbinden, das Projekt ablehnen. Linke und SPD haben bereits unter dem Motto „Kulturpalast erhalten“ Unterschriften gesammelt. Doch die Stadt lehnt ihren Plan einer Sanierung ohne gravierenden Umbau ab. Die wäre Müssig zufolge genau so teuer – allerdings ohne, dass ein moderner Saal entstehe
Linken-Stadtrat Tilo Wirtz sieht Vorjohann durch die Kostensteigerung „blamiert“. SPD-Mann Wilm Heinrich warnte vor weiteren Kosten. Er verwies darauf dass der Einbau einer Orgel noch 2,5 Millionen Euro extra koste. Im Rat zeichnet sich dennoch eine Mehrheit für das im Kern bereits beschlossene Projekt ab. Vorjohann plant zudem eine fraktionsübergreifende Lenkungsgruppe für den Umbau.
Sächsische Zeitung vom 24. Februar 2011
Dakir@DD March 8th, 2011, 12:31 AM Emmerlich und Stumph für Erhalt des Kulturpalastes
Die Bürgerinitiative „Dresdens Erben“ hat für ihre Bemühungen um den Erhalt des Kulturpalastes in seiner jetzigen Form prominente Unterstützer gewonnen: den Sänger Gunther Emmerlich und den Schauspieler Wolfgang Stumph. „Wir sollten in unserer Stadt dieses Haus erhalten und auf den notwendigen Stand modernisieren“, betont Stumph. Emmerlich merkt an: „Der Dresdner Kulturpalast ist weder mit Asbest noch anderweitig belastet. Er erfüllt vom ersten Tag an alle Anforderungen einer Stadthalle und sollte als solche nicht infrage gestellt werden.“
Am Mittwoch wollen „Dresdens Erben“ ab 18 Uhr vor dem Kulturpalast ihren Unmut über die Umbaupläne kund tun. Die Stadt will das marode Gebäude aus den 60er-Jahren entkernen und einen akustisch hochwertigen Saal einbauen. Auch Herkuleskeule und die Hauptbibliothek sollen einziehen. Der Umbau beginnt nach den Plänen der Stadt 2013. Bislang sind für das Großprojekt rund 70 Millionen Euro veranschlagt.
Sächsische Zeitung vom 02. März 2011
disciple9 March 8th, 2011, 09:57 PM ^^ Kann man für 70 Millionen Euro und weniger nicht ein neues Konzerthaus bauen und den Kulturpalast sinnvoll sanieren? Welche verrückte Lobby profitiert denn nun schon wieder von der allumfassenden Sanierung samt Zerstörung der ursprünglichen Funktion des Kulturpalastes? Naja bis 2013 ist noch viel Zeit...
Dakir@DD March 8th, 2011, 11:23 PM Ich weiss disciple9, dass wir jetzt wieder jeder eine andere Meinung haben werden, aber wieso nicht den Kulturpalast abreissen, dadurch das Stadtzentrum historisch vergrößern und einen neuen Kulturpalast auf die Freifläche im Kulturkraftwerk Mitte bauen. Dann wären TJG, Staatsoperette und Kulturpalast in einem Gelände vereint. Genial. Die Mitte und Friedrichstadt würden davon sicherlich profitieren. Der Neumarkt , ach was sage ich, die ganze Altstadt übrigens auch.
disciple9 March 9th, 2011, 01:01 PM Ich glaube in einer Sache sind wir uns einig Dakir, dass Dresden einen neuen und vor allen Dingen großen Schritt ausführen muss, was kulturelle Belange betrifft. Dieser "Schritt" muss unweigerlich in einer Neugestaltung der hierfür notwendigen Spielstätten münden.
Nun wird, glaube ich, versucht die gerade aller schlechteste Lösung umzusetzen, nämlich den Kulturpalast an seinem Platz zu lassen, was deiner Fraktion widerspricht, und ihn jedoch vom Inneren in seiner ursprünglichen Planungen zu zerstören, womit ich wiederum nicht übereinstimmen kann.
Ich würde befürworten wenn Dresden tatsächlich mal etwas großartiges Neues schaffen würde und das könnte eben ein Konzerthaus an der Elbe sein.
Und dann noch eine Sache in allen Ehren Dakir; mir ist durchaus bekannt, dass wir in vielerlei Hinsicht unterschiedlicher Meinung sind, nicht nur wegen meiner utopischen Vorstellung vom Erhalt und respektvollen Umgang des Wohnungsbauprogramms der DDR. Nur ist der Unterschied, dass ich durchaus Kenntnis besitze wie unrealistisch meine Ansprüche sind. Doch wenn du zum wiederholten Male die virtuelle Abrisskeule durch Dresden wandern lässt, so wundert es mich doch sehr, was du aus den bisherigen Diskussionen gelernt hast. Ganz nüchtern betrachtet ist uns doch ersichtlich, dass der Kulturpalast stehen bleibt, da er integraler Bestandteil der städtebaulichen Landschaft Dresdens ist. Du hast doch diese vielen Artikel über das Mafia-Unternehmen Gagfah hier in dem Forum veröffentlicht, da wäre es doch Erfolg versprechender, wenn sich deine Bewegung für den Abriss der WBS-70 Wohnung um den Goldenen Reiter stark machen würde, statt nun auch noch die Debatte um den Kulturpalast um ein weiteres Element sinnlos zu erweitern.
Dakir@DD March 17th, 2011, 03:50 PM Verein startet Petition gegen „Kulti“-Umbau
Mit einer Petition wollen sich Dresdner gegen den geplanten Umbau des Kulturpalastes wehren. „Wir fordern den Erhalt des Gebäudes mit seinem vielseitig nutzbaren Mehrzwecksaal“, teilten die Initiatoren vom Verein „Dresdens Erben“ am Donnerstag mit.
Die Stadt will den Palast mit seinen 2400 Plätzen verändern, um der Philharmonie einen akustisch akzeptablen Raum zu schaffen. Am 24.März soll ein entsprechender Beschluss gefasst werden, für den es bereits im Kulturausschuss des Stadtrates eine Mehrheit gab.
Bis zum 21. März wollen die Initiatoren 1000 Unterschriften sammeln und die Stadt damit auffordern, den Beschluss zu vertagen. Zudem verlangen die Unterzeichner eine transparente Gegenüberstellung der Kosten für einen Umbau und eine Sanierung. Das Projekt hat ein Volumen von reichlich 70 Millionen Euro.
www.quo-vadis-dresden.de
Sächsische Zeitung vom 11. März 2011
youngwoerth March 18th, 2011, 03:07 PM ein Konzerthaus an der Elbe
wäre die mit Abstand destruktivste Lösung. Zumindest im erhaltenen Weltkulturrest zwischen Augustus- und Carolabrücke - dort bedarf es mit Sicherheit keines modernistischen Furzes. Alleine schon die Idee spricht Bände (ich erinnere mich mit Schrecken an den 70er-Jahre Entwurf neben der Augustusbrücke).
disciple9 March 18th, 2011, 07:59 PM ^^ genau den meine ich.
Ist eigentlich jegliche moderne Architektur abzulehnen oder darf denn eine Innenstadt nicht auch Epochen unterschiedlicher architektonischer Strömungen widerspiegeln? Ich glaube hier bedarf es einen gewissen Mut sich gegen konservative Meinungen durchzusetzen, auch wenn natürlich wieder viel beschworene Sichtbeziehungen verloren gehen. Bloß wie weit man es mit diesen "Sichtbeziehungen" treiben kann, ist äußerst subjektiv zu bewerten und unterliegt keiner allgemeingültigen Regel. Es geht daher nicht um "richtig" oder "falsch", sondern um "schön", "funktionell", "unschön" oder "weniger funktionell". Wie sonst würdest du einer Stadt städtebauliche Entwicklung attestieren wollen? Leider kann sich der Stadtbau nur noch an einzelnen Objekten manifestieren und eben nicht in Großprojekten, da ja der Großteil des Planungsgutes veräußert wurde und erst recht nicht dem Kriterium deiner "Sichtbeziehungen" unterliegt, sondern einzig des Profits. Hier wird vorschnell versucht die moderne Architektur schlecht zu reden und in einem Zusammenhang zu den Bauvorhaben privater Investoren zu bringen. Problem ist also weniger der Architekturstil, sondern die mangelnde Planung im Hinblick auf die umgebende Architektur. Daher meine Frage vom Anfang; es muss doch generell möglich sein historisch und modern nebenreinander friedlicher existieren zu lassen?
PS: Diese Frage ist natürlich invariant in Bezug auf die Stadt und daher von prinzipieller Natur, deren Beantwortung und Übereinkunft mit Sicherheit keine leichte ist.
Slartibartfas March 18th, 2011, 10:47 PM Kommt auf den Kontext an. Wenn eine Stadt ihr historisches Zentrum so weitgehend verloren hat wie Dresden, und es ueberreichlich moderne Architektur im ganzen Stadtgebiet gibt, stellt sich schon die Frage warum auch die letzte Ecke sogar von rekonstruierten Vierteln unbedingt dominante modernistische Gebäude haben muss.
youngwoerth March 19th, 2011, 10:59 AM Ist eigentlich jegliche moderne Architektur abzulehnen oder darf denn eine Innenstadt nicht auch Epochen unterschiedlicher architektonischer Strömungen widerspiegeln?
In Anbetracht der konkreten städtebaulichen, baupolitischen und -geschichtlichen Situtation in Dresden mal wieder äußerst grotesk, was Du da von Dir gibst.
disciple9 March 19th, 2011, 05:22 PM Anscheinend verstehen sich die Befürworter historisierender Architektur stets als Opfer, nicht umsonst würdest du mir unterstellen, dass meine Äußerung in Bezug auf die aktuelle baupolitische Situation in Dresden "grotesk" ist, da ich auf eine moderne Ausprägung eines Konzerthauses in Dresden hingewiesen habe, dieses aber unbedingt abzuwehren ist, da moderne Architektur überproportional vertreten ist.. Es soll mir also mal wieder aufs Neue eine "falsche" Einschätzung der Situation vorgehalten werden, die nur du im Stande bist richtig einzuschätzen. Mit "richtig" meinst du sicherlich die originale, historische Bebauung Dresdens. Sofern aber gegen dieses Dogma deinerseits verstoßen wird, ist es als falsch einzuschätzen und der Ungebildetheit gleichzusetzen, da ursprüngliche historische Bebauung nicht respektiert wird. In Anbetracht dieses Kriteriums limitierst du die Entwicklung einer Stadt auf ihre ursprüngliche Funktion und ihren historischen Entwicklungsstand.
Es ist ein Leichtes anderen eine falsche oder bizarre Verhaltensweise zu unterstellen und diese Legitimation einzig aus der selbst erschaffenen Seriosität zu schöpfen. Du glaubst wohl, dich für deine Verurteilungen nicht rechtfertigen zu müssen und solange diese "groteske" Verhaltensweise anhält, bist du alleinig zu benennen, wenn es um das Schwadronieren geht. Du solltest aufhören anderen eine "richtige" und "falsche" Einstellung zu zuschreiben, sondern baupolitische Diskussionen in ihrem Kontext als Diskussionen der Ästhetik verstehen, die keinerlei logische Maßstäbe besitzt, sondern ihren Handlungsbedarf in der Übereinkunft weniger oder vieler versteht.
Das aller wenigste was solche Diskussionen über Ästhetik bedürfen, ist Emotionen zu schüren, wird aber jedes mal aufs Neue vollzogen. Anstatt nüchtern über das Für und Wider abzuwägen und sich um den ungewissen Ausgang der Diskussion bewusst zu sein, da eben Identitäts stiftende und regionale Architektur nicht jedermanns Maxime ist, wird stattdessen der Ablehnung einer regional typischen Architektur eine "groteske" Verhaltensweise unterstellt. Du magst vielleicht lokal zu diesem Schluss kommen, aber ob global, das heißt wahrhaftig, meine Einstellung und Einschätzung immer noch "grotesk" ist, sei dahingestellt. Wie auch, denn für diese Bewertung fehlen die allgemeingültigen logischen Werkzeuge.
Deshalb die Frage anders formuliert: was würde denn gegen einen Neubau eines Konzerthauses an der Elbe sprechen oder der originalgetreuen Modernisierung des Kulturpalastes? Tatsache ist, dass Dresden etwas "Großartiges" im Hinblick auf die Entwicklung der Kultur schaffen muss, um es anderen großen Metropolen gleich zu tun.
youngwoerth March 20th, 2011, 10:23 AM -- Gelöscht / Deleted --
disciple9 March 20th, 2011, 11:24 AM -- Gelöscht / Deleted --
youngwoerth March 20th, 2011, 01:25 PM Bitte löschen.
Dakir@DD March 25th, 2011, 10:07 PM Ex-Ministerin warnt vor Kulti-Umbau
Friederike de Haas (CDU) lehnt die Umgestaltung entschieden ab – und stellt sich damit gegen ihre Partei.
Friederike de Haas hat sich entschieden gegen den Umbau des Kulturpalastes ausgesprochen. „Der Kulturpalast funktioniert in seiner Multifunktionalität und wird mit seinem vielfältigen Angebot erstaunlich gut angenommen. Das sollte man doch nicht einfach sehenden Auges kaputt machen“, sagte de Haas der SZ. „Der Volkshaus-Charakter, den der Kulturpalast vor allem für viele ältere Menschen hat, darf nicht zerstört werden.“ Damit stellt sich die Ex-Ministerin gegen ihre eigene Partei, die sich vehement für den Umbau des Kulturpalastes einsetzt.
Nach Ansicht von Friederike de Haas sind zu viele Fragen noch ungeklärt. Sie befürchtet, dass der Kulturpalast, der im Zuge der Umgestaltung deutlich weniger Plätze haben wird, künftig nicht mehr so stark ausgelastet sein wird. „Wir werden Großveranstaltungen verlieren – vor allem bei Volksmusik und Schlager.“
Zudem sollte die Stadt erstmal die Urheberrechts-Klage von Architekt Wolfgang Hänsch abwarten, fordert de Haas. Skeptisch sieht die CDU-Politikerin zudem die Finanzierung der Umgestaltung. „Anfangs wurden 65 Millionen Euro genannt, jetzt sind es bereits über 70 Millionen.“ Auch die künftigen Betriebskosten seien schwer abschätzbar. „Letztlich müssen das die Bürger bezahlen“, so de Haas.
Der Stadtrat hatte bereits 2008 grundsätzlich für den Umbau votiert. Dort sollen künftig ein akustisch hochwertiger Konzertsaal, eine Bibliothek sowie das Kabarett „Herkuleskeule“ unterkommen.
Heute will die Stadt ab 19 Uhr in einer Einwohnerversammlung im Kulturpalast umfassend über ihre Pläne informieren. Am Mittwoch lädt der Verein Dresdens Erben, der sich für den Erhalt des Kultis einsetzt, ab 18 Uhr zu einem Treffen vor dem Gebäude ein. Erwartet wird der Kabarettist Uwe Steimle. Am Donnerstag befasst sich der Stadtrat erneut mit dem Thema.
Sächsische Zeitung vom 21. März 2011
Dakir@DD March 25th, 2011, 10:11 PM „Der Kulturpalast wird jünger“
Rund 250 Dresdner debattieren über den Umbau des „Kulti“. Nicht alle sind dafür.
Arend Flemming hat in den vergangenen Tagen, wie er sagt, böse Briefe erhalten. Der Vorwurf: Er, der Chef der städtischen Bibliotheken, sei doch gar kein Dresdner. Folglich könne er auch nicht über den Umbau des Kulturpalastes zu einem neuen Konzertsaal, Bibliotheks- und Kabaretthaus urteilen.
Bei einer Einwohnerversammlung stellte Flemming am Montagabend vor rund 250 Zuhörern im „Kulti“ klar: „Ich bin 1958 in Dresden geboren.“ Er wisse um die Historie des 1969 eröffneten, jetzt aber sanierungsbedürftigen Baus. Es gehe darum, ihn weiterzuentwickeln. Etwa durch die stark frequentierte Bibliothek mit zahlreichen jungen Lesern. „Der Kulturpalast wird jünger“, rief er und erntete Applaus.
Doch nicht alle Zuhörer folgten diesen Argumenten. Siegbert Speck, seit 40 Jahren Besucher des „Kulti“, vermisste Vertreter der Unterhaltungsbranche auf dem Podium. Ein Herr gab sich als Arbeiter zu erkennen, der den Palast gebaut hat. Er solle bleiben, wie er ist. Jana Knauth vom Verein Dresdens Erben machte sich für einen Bürgerentscheid zum Umbau stark.
Den hat der Stadtrat aber bereits 2008 im Grundsatz beschlossen, sagte Rathauschef Dirk Hilbert (FDP). Philharmonie-Intendant Anselm Rose schwärmte von einem neuen „Palast der Kulturen“, der sich mit erstklassigen Sälen weltweit messen lassen könne. Auch der Geschäftsführer der Herkuleskeule, Jörg Heyne, warb für den Umzug des Kabaretts in eine Bühne im Untergeschoss des neuen „Kulti“. Im aktuellen „Keulen“-Standort seien Sanierungen nötig. Werde er für einen Umbau geschlossen, drohten der Bühne massive Einnahmeverluste.
Roland Müssig vom städtischen Hochbauamt skizzierte die Umbaupläne. Start soll 2013 sein. Das Projekt hat ein Volumen von mindestens 70,5 Millionen Euro, knapp die Hälfte davon soll aus Fördermitteln finanziert werden. Geplant ist ein akustisch hochwertiger Saal für maximal 1900 Zuschauer, der vorwiegend für Klassik, aber auch für Jazz und Pop geeignet ist. Schlager-, Volksmusik- und Rockkonzerte sollen künftig hauptsächlich in der Messe veranstaltet werden.
Die Betriebsgenehmigung des „Kulti“ erlischt zum Ende des kommenden Jahres. Am Donnerstag entscheidet der Stadtrat über die weiteren Schritte. Die Zustimmung zur fortgeschrittenen Planung gilt als sicher. Linke und SPD stimmen aber wohl dagegen. Sie plädieren für eine Sanierung, die den Erhalt des Mehrzweckbaus zum Ziel hat. Vor allem die Linke bezweifelt die Stichhaltigkeit des Finanzierungskonzepts und befürchtet Mehrkosten für die Stadt. Auch mehrere prominente Künstler wie Wolfgang Stumph und Uwe Steimle sprechen sich gegen die umfassenden Umbaupläne aus.
Sächsische Zeitung vom 22. März 2011
Dakir@DD March 25th, 2011, 10:22 PM Ein Palast der Kulturen
Für mehr als 70 Millionen Euro soll der Kulturpalast umgebaut werden. Das Großprojekt verursacht emotionsgeladene Debatten – und das immer wieder.
Es ist eines der größten Kulturprojekte Dresdens in der Nachwendezeit: Der Kulturpalast soll umfassend umgebaut werden. Herzstück ist ein akustisch hochwertiger Konzertsaal. Zudem sollen die Hauptbibliothek und das Kabarett Herkuleskeule mitten in der City eine neue Heimat finden. Auch wenn die Mehrheit im Stadtrat wohl steht: Das mindestens 70 Millionen Euro teure Projekt sorgt für emotionsgeladene Debatten. Unterhaltungskünstler befüchten, dass sie den angestammten Ort verlassen und in die Messe ziehen sollen. Ältere Dresdner beklagen den Verlust eines vertrauten Gebäudes. Die SZ stellt das Vorhaben vor.
Konzertsaal von internationaler Qualität
Anselm Rose freut sich bereits. Der Saal, den die Architekten des Büros Gerkan, Marg und Partner entworfen haben, sei vergleichbar mit internationalen Konzerttempeln wie in Luzern oder Italien. Der Intendant der Philharmonie schwärmt von einem „Palast der Kulturen“. Weinbergförmig sind die Zuschauerränge angeordnet. Die Bühne soll in die Mitte rücken. Bis zu 1900 Zuschauer finden darin Platz, rund 500 weniger als im jetzigen Mehrzwecksaal. Hauptnutzer ist die Philharmonie. Zwei Drittel der Veranstaltungen pro Jahr sollen Klassikkonzerte sein. Ein Drittel ist Jazz, Chansons und Pop vorbehalten.
Bibliothek nach oben, „Keule“ in den Keller
Dresdens Hauptbibliothek zieht vom World Trade Center in die ersten beiden Obergeschosse und erstreckt sich dann über eine Nutzfläche von 6000 Quadratmetern. „Dadurch wird das Haus ganztägig belebt“, sagt Bibliothekschef Arend Flemming – vor allem durch junge Besucher. Dagegen kommt die Herkuleskeule in den Keller. Die Theaterbühne dort bietet bis zu 300 Zuschauern Platz, wie Hochbauamtschef Roland Müssig sagt. Die äußere Hülle des denkmalgeschützten Kulturpalastes bleibt weitgehend erhalten, auch die Gemälde aus der DDR-Zeit sowie die markanten Bronzetüren. Im Erdgeschoss sind Räume für das Besucherzentrum der Frauenkirche sowie die Stadtinformation geplant. Kleine Änderungen gibt es im Erdgeschoss-Foyer, das eine Infotheke erhalten soll.
Bau soll im Januar 2013 beginnen
Die Betriebsgenehmigung für den sanierungsbedürftigen Kulturpalast erlischt Ende 2012. Gibt der Stadtrat für die weiteren Planungen morgen wie erwartet grünes Licht, kann bereits im Januar der Bau losgehen. Bis Mitte 2015 sollen die Arbeiten dauern. Das Projekt hat ein Finanzvolumen von mindestens 70,5 Millionen Euro. Ausstattungskosten – etwa für eine Orgel – könnten hinzukommen. Knapp die Hälfte, nämlich 35 Millionen Euro, hat der Freistaat nach Angaben von Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) als Fördermittel in Aussicht gestellt. Den Rest muss die Stadt schultern.
Architekt klagt gegen Umbaupläne
Der Architekt des 1969 eröffneten Kulturpalastes, Wolfgang Hänsch, hat beim Landgericht Leipzig Klage eingereicht. Er sieht durch den Umbau seine Urheberrechte verletzt, was die Stadt bestreitet. Doch der Streit beeinflusst die Planungen bislang nicht. Neben dem Unmut des Architekten hat die Stadt mit dem Unmut etlicher Dresdner zu kämpfen. Sie fordern ein eigenständiges Konzerthaus. Zudem solle der vertraute „Kulti“ saniert, aber nicht umgebaut werden. Die Stadt erteilt dem eine Absage. Denn: Die Sanierung koste annähernd so viel wie der Umbau – Dresden hätte dann aber keinen hochwertigen Saal.
Messe soll zur Konzertbühne werden
Knackiger Rock, deftige Volksmusik und fröhliche Schlagerweisen sollen künftig hauptsächlich in der Messe zu hören sein. Die städtische Einrichtung im Ostragehege ist dazu bereits in Teilen aufgerüstet worden. Die Gesellschaft soll auch den Kulturpalast betreiben. Der jetzige Betreiber mit 45 Beschäftigten wird Ende 2012 aufgelöst.
Sächsische Zeitung vom 23. März 2011
Bilder
http://www.sz-online.de/bilder/2011_03/gr_2719990_2.jpg
Soll künftig nicht nur abends belebt sein: der Dresdner Kulturpalast. Geht es nach der Stadt, wird der „Kulti“ ab 2013 zu einem Kulturhaus umgebaut – mit Bibliothek, Kabarett und einem akustisch hochwertigen Konzertsaal. Foto: Steffen Füssel
http://www.sz-online.de/bilder/2011_03/gr_2719990_1.jpg
Die Bühne soll in die Mitte rücken: Der neue Saal stellt damit die Musiker ins Zentrum. Die Ränge sind weinbergartig angeordnet. Bild: Haferkorn
Dakir@DD March 25th, 2011, 10:28 PM Stadtrat beschließt Kulti-Umbau
Der traditionsreiche Dresdner Kulturpalast im Herzen der Stadt wird umgebaut. Der Stadtrat stimmte am Donnerstag mit knapper Mehrheit für das Projekt, das wohl deutlich mehr als 70 Millionen Euro kosten wird.
Ein neuer, akustisch hochwertiger Konzertsaal soll den jetzigen Mehrzwecksaal ersetzen. Geplant sind Räume in den beiden Obergeschossen für die Hauptbibliothek sowie eine Kellerbühne für das Kabarett „Herkuleskeule“. Die beiden Einrichtungen sollen ihre jetzigen Domizile verlassen und in die Stadtmitte ziehen.
Um den geplanten Umbau des Gebäudes aus den 60er-Jahren, der 2013 beginnen soll, hatte es viel Streit gegeben. Der damalige Architekt reichte Klage ein, weil er sein Urheberrecht verletzt sieht.
Sächsische Zeitung vom 24. März 2011
Bild
http://www.sz-online.de/bilder/2011_03/gr_2721513_757882507.jpg
Kann umgebaut werden. Der Dresdner Kulturpalast. Foto: sz-online
d.henney March 26th, 2011, 11:50 AM http://www.neumarkt-dresden.de/Kulturpalastareal/bilder-kollhof/a_nord.jpg
http://www.neumarkt-dresden.de/Kulturpalastareal/bilder-kollhof/per_pas.jpg
Was sich Dresden da verkorkst hat geht auf keinen Elbdampfer …
Dakir@DD March 26th, 2011, 07:31 PM http://www.neumarkt-dresden.de/Kulturpalastareal/bilder-kollhof/a_nord.jpg
http://www.neumarkt-dresden.de/Kulturpalastareal/bilder-kollhof/per_pas.jpg
Was sich Dresden da verkorkst hat geht auf keinen Elbdampfer …
Da kann ich dir nur zustimmen.
disciple9 September 11th, 2011, 06:05 PM Endlich, Entscheidung über Banalarchitetktur oder doch Architektur mit hohem Schöpfungsgrad.
Intellectual property strikes back!
Gericht vertagt Kulturpalast-Entscheidung
Von Bettina Klemm
Ein weiterer Gutachter soll klären, wie bedeutsam die Architektur von Wolfgang Hänsch ist. Erst dann will der Richter entscheiden.
Im Rechtsstreit zum geplanten Umbau des Dresdner Kulturpalastes soll erst ein weiteres Gutachten angefertigt werden. Das verkündete der zuständige Richter Kai-Uwe Deusing gestern vor dem Landgericht Leipzig. Ein Urteil blieb aus, wie es noch zur Verhandlung im Juli angekündigt worden war.
Der Kulturpalast wurde 1969 errichtet und 2008 unter Denkmalschutz gestellt. Sein Architekt Wolfgang Hänsch will den Umbau des Gebäudes verhindern. Insbesondere der Mehrzwecksaal als Herzstück soll erhalten bleiben. Die Stadt möchte jedoch mit dem über 70 Millionen Euro teuren Umbau beginnen und den großen Saal als Konzertsaal für die Dresdner Philharmonie umgestalten. Die Pläne dazu stammen vom Hamburger Büro von Gerkan. Hänsch hatte dagegen Klage Ende des vergangenen Jahres eingereicht. Denn er sieht sein Urheberrechts verletzt.
Persönliche geistige Schöpfung?
Nun soll der Gutachter nach Ansicht des Leipziger Landgerichts klären, ob der Mehrzwecksaal unabhängig vom Kulturpalast als „persönliche geistige Schöpfung“ anzusehen und somit von herausragender Bedeutung ist. Auch die „Schöpfungshöhe“ der Architekturleistung von Hänsch gelte es zu bewerten. „Die Bundesarchitektenkammer soll einen entsprechenden Gutachter bestimmen“, sagte Landgerichtssprecher Hans Jagenlauf. Zuvor muss Kläger Wolfgang Hänsch 3.000 Euro als Auslagenvorschuss überweisen. Das Gericht ordnete zugleich an, dass der Sachverständige einen Ortstermin anberaumen und dazu beide Seiten einladen soll. Einen Termin gibt es jedoch noch nicht.
Wolfgang Hänsch, inzwischen 82 Jahre alt, bezweifelt, ob ein weiteres Gutachten einen neuen Stand bringen kann. Es lägen schon drei Gutachten vor. „Am liebsten möchte ich, dass der Saal erhalten bleibt, aber akustisch verbessert wird“, sagte er der SZ. „Eine Machbarkeitsstudie dazu haben wir schon 2005 abgegeben.“ Sein Anwalt Friedrich Kühn rechnet mit zwei bis drei Monaten, bis das neue Gutachten vorliegt. Er wertet den gestrigen Beschluss dennoch als „Etappensieg“. Denn das Gericht habe die Urheberrechtsklage nicht zurückgewiesen. Offensichtlich seien die Argumente der Stadt nicht so schwergewichtig gewesen. Schon im Vorfeld hatten beide Seiten angekündigt, notfalls in die nächste Instanz zu gehen.
Stadt plant Baubeginn weiter
Das Rathaus reagierte gelassen auf den Gerichtsbeschluss. „Wir warten das neue Gutachten ab“, sagte Sprecher Kai Schulz. Die Stadt wolle bis Ende des Jahres einen Bauantrag stellen und plane einen Baubeginn Mitte 2012. Ein Antrag auf Fördermittel werde gegenwärtig zwischen Stadt und Freistaat abgestimmt. Die Stadt rechnet mit 35 Millionen Euro aus dem europäischen Strukturfonds (Efre). Eine Absage zu den erhofften Fördermitteln gebe es nicht. Sollte dies der Fall sein, müsse die Stadt die Finanzplanung nochmals überdenken, erklärte Schulz.
Nach dem Gerichtstermin gab es gestern reichlich Verwirrung. Ein Mitarbeiter des Gerichts hatte mitgeteilt, dass ein Urteil zugunsten von Hänsch ergangen sei. Die Stadt dürfe bei Androhung eines Ordnungsgeldes in Höhe von 250.000 Euro nicht mit dem Umbau beginnen. Die Linke begrüßte dies sofort, zog ihre Stellungnahme jedoch wenige Stunden später zurück. Der Fraktion habe eine unzutreffende schriftliche Information zum Ausgang des Verfahrens vorgelegen.
Quelle: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2856679
erbse September 12th, 2011, 12:17 AM Soll man das Teil halt translozieren, am besten auf's Wiener Loch. Dann schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe und kann an einer vernünftigen Lösung zwischen Altmarkt und Neumarkt arbeiten.
disciple9 September 12th, 2011, 09:17 AM Soll man das Teil halt translozieren, am besten auf's Wiener Loch. Dann schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe und kann an einer vernünftigen Lösung zwischen Altmarkt und Neumarkt arbeiten.
Zum Glück bist du nicht der Gutachter, der nun über den Schöpfungsgrad befinden soll.
Ich kann es nicht oft genug sagen, aber sollen sich die ganzen historischen Baufanatiker mal lieber um die Hauptstraße kümmern, die Schande Dresdens, aber der Kulturpalast, als Zentrum Dresdens bleibt! Der Vorplatz wurde ja schon verstümmelt, indem die Springbrunnen entfernt wurden und jetzt dort hässliche Asphaltflecken zu sehen sind. Schick!
youngwoerth September 12th, 2011, 11:05 AM die ganzen historischen Baufanatiker
argumentfreie polemik is back...
disciple9 September 12th, 2011, 04:23 PM argumentfreie polemik
wurde hier gestartet
Soll man das Teil halt translozieren, am besten auf's Wiener Loch. Dann schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe und kann an einer vernünftigen Lösung zwischen Altmarkt und Neumarkt arbeiten.
disciples Wörterbuch:
in disciples Wahrnehmung „historische Baufanatiker“ entspricht in gängiger deutscher Formulierung „Befürworter historisierender Architektur“. Polemik ist einzig das fanatische, kommt bei mir aber so an, denn man kann ja nie genug Architektur des Sozialismus abreißen. Wie wäre es mit den Tribünen am Elbufer, auch abreißen? Haben ja schließlich die Nazis gebaut.
Im Ürbigen hast du mal wieder deine goldene Regel gebrochen, wir wollten eigentlich jede Unterhaltung miteinander unterbinden. Jedem das seine!
Jetzt wurden die Befürworter des geistigen Eigentums in Deutschland mit ihren eigenen Mitteln geschlagen. Wollen wir doch mal sehen, wie viel Wert das geistige Eigentum in Deutschland ist.
erbse September 12th, 2011, 04:27 PM Wer sprach denn von ersatzlosem Abriss? Ich sagte translozieren!
http://de.wikipedia.org/wiki/Translozierung_(Baudenkmalpflege)
disciple9 September 12th, 2011, 04:47 PM Wer sprach denn von ersatzlosem Abriss? Ich sagte translozieren!
http://de.wikipedia.org/wiki/Translozierung_(Baudenkmalpflege)
Nein, das hat seine Bestimmung warum der Kulturpalast ausgerechnet dort steht. Es ist die Symbolwirkung die von dieser zentralen Lage ausgeht. Der Kulturpalast verkörpert in seiner Lage, die Wichtigkeit von Kultur als bestimmendes Element der Gemeinschaft in einem urbanen Siedlungsgebiet.
Abgesehen davon, ist das sicherlich auch überhaupt nicht bezahlbar. Wie gesagt, eigentlich hatte ich darum gebeten, dass „Befürworter historisierender Architektur“ ihr Aktionsgebiet klar definieren und der Kulturpalast unter keinen Umständen zur Debatte steht. Zu oft gibt es die alt bekannten Reibereien und es existieren Schauplätze von viel größerer Bedeutung für die Fraktion der historisierenden Architektur. Warum die Eröffnung einer weiteren Front? Es gibt doch schon genug Grabenkämpfe.
youngwoerth September 13th, 2011, 03:24 PM Im Ürbigen hast du mal wieder deine goldene Regel gebrochen, wir wollten eigentlich jede Unterhaltung miteinander unterbinden.
Keineswegs, von einer Unterhaltung kann ja keine Rede sein.
disciple9 September 13th, 2011, 03:57 PM Keineswegs, von einer Unterhaltung kann ja keine Rede sein.
Wohl war, die goldene Regel wurde dann wohl doch nicht verletzt. Aber wir wollen es ja nicht soweit kommen lassen, das ist besser für meinen Blutdruck und wohl auch für deinen.
erbse September 13th, 2011, 04:50 PM Disciple: Dann verstehe ich nicht, was du gegen die damaligen Pläne der Sachsenbau Chemnitz hast.
Die hätten ja die Kulturfunktion als Ganzes vollumfänglich erhalten und sogar noch ausgebaut.
disciple9 September 13th, 2011, 07:49 PM ^^ Deine Frage ist nicht ernst gemeint. Da dieses Projekt die Totalentstellung des jetzigen Kulturpalastes bedeutet hätte. Ich bin für den Kulturpalast so wie er jetzt aussieht und an seiner jetzigen Stelle.
mark1100 September 13th, 2011, 11:29 PM Das Teil ist so hässlich, da kann man eigentlich nichts mehr entstellen.
erbse September 14th, 2011, 04:06 PM Mein Reden, mein Reden. Dann sind doch deine Argumente für die Kulturfunktion als Stadtzentrum nur vorgeschoben, disciple. Ich hasse solche Diskussionen, die verschleiern, worum es eigentlich geht. Warum sagst du nicht gleich, dass du nur die Architektur an dieser Stelle erhalten sehen willst? Das hätte viel Zeit gespart.
disciple9 September 14th, 2011, 05:53 PM Mein Reden, mein Reden. Dann sind doch deine Argumente für die Kulturfunktion als Stadtzentrum nur vorgeschoben, disciple. Ich hasse solche Diskussionen, die verschleiern, worum es eigentlich geht. Warum sagst du nicht gleich, dass du nur die Architektur an dieser Stelle erhalten sehen willst? Das hätte viel Zeit gespart.
Guten Morgen! Hmm, das ist ja auch so schwerlich bei mir zu durchschauen welchen Architekturtypus ich bevorzuge und erst recht wenn dieser monumental daherkommt mit gesellschaftlicher Funktion.
disciple9 aka Plattenmao, nich wahr?
Bauer-Ewald September 14th, 2011, 07:31 PM Disciple: Dann verstehe ich nicht, was du gegen die damaligen Pläne der Sachsenbau Chemnitz hast.
Die hätten ja die Kulturfunktion als Ganzes vollumfänglich erhalten und sogar noch ausgebaut.
wo kann man die mal sehen?
youngwoerth September 14th, 2011, 07:55 PM Hier: http://www.neumarkt-dresden.de/sachsenbau-chemnitz04.html
Nach jahrelangen (Um-)Planungen der Sachsenbau, um den Ansprüchen der Stadt Dresden gerecht zu werden, hat Letztere das Projekt abgelehnt. Man entschied sich dafür, den Kulturpalast in seiner jetzigen Form zu erhalten und für viele Millionen aus der Stadtkasse zu sanieren.
Gegenüber den vorherigen Entwürfen respektiert man in den umgearbeiteten Plänen in großen Teilen den Kulturpalast, trennt sich nur von der linken Seite mit der Studiobühne.
Dase September 15th, 2011, 12:23 AM Ach ja, die Sachsenbau, die in den letzten 15 Jahren eine Handvoll Gebäude hingekriegt hat, darunter das Coselpalais samt wunderschönem Anbau, den insbesondere der junge Werther sehr schätzt. Die hält in Diskussionen sehr oft als Beispiel her, allein ist zu bezweifeln, dass die doch recht kleine Firma in der Lage gewesen wäre, das Projekt in der Form zu stemmen. Ähnlich wie bei anderen Projekten haben hier nie mehr als ein paar Modelle und anfängliche Planungen existiert. Auch gestalterisch ist zu hinterfragen, inwieweit ein Nachbau einer berühmten Mailänder Passage in eine Stadt passt, die über keine nennenswerte Passagentradition verfügt. Regionaltypik gilt nicht für Fassaden und Farben.
Auch wenn ich kein Freund von Disciple bin, muss ich ihm im Übrigen mal beispringen, er hat doch eindeutig geschrieben, dass er den Kulturpalast in Form UND Funktion erhalten möchte. Ich kann nicht erkennen, was da verschleiert werden sollte.
youngwoerth September 18th, 2011, 11:53 AM samt wunderschönem Anbau, den insbesondere der junge Werther sehr schätzt.
Was hat das mit dem Kulturpalastumbau zu tun?
Ähnlich wie bei anderen Projekten haben hier nie mehr als ein paar Modelle und anfängliche Planungen existiert.
Da bist Du wohl unzureichend informiert.
...in eine Stadt passt, die über keine nennenswerte Passagentradition verfügt. Regionaltypik gilt nicht für Fassaden und Farben.
Schon richtig. Ich frage mich nur, warum man ähnlichartige Anmerkungen von Dir nie zu den verwirklichten Modernistenpassagen Altmarktgalerie und Centrumgalerie vernimmt. Oder habe ich was verpasst? Die Sachsenbau hätte immerhin einen historischen Arkadenhof originalgetreu rekonstruiert und in das Passagensystem integriert. Und im Gegensatz zu den verwirklichten Passagen wären die neuen Wegführungen tatsächlich mal gewinnbringend gewesen. Während die Centrumgalerie an ihrem zweiten Ende im Niemandsland endet, wären hier Alt- und Neumarkt durch eine Diagonale geschickt miteinander verbunden worden. Und eine Orientierung an italienischen Vorbildern ist im ehemaligen Elbflorenz auch nicht allzu weit hergeholt.
erbse September 18th, 2011, 01:18 PM Eben. Da hätte man wirklich mal einen wahrlich "modernen" (nicht modernistischen) Akzent setzen können.
Auch eine Stadt wie Dresden darf sich weiterentwickeln. Scheinbar in vielerlei Hinsicht derzeit nur in eine negative Richtung. :(
Der Kulturballast gehört da einfach nicht hin. Er nimmt ja nicht einmal die Struktur des ebenfalls vom Sozialismus neu geschaffenen Altmarktes auf, er blockiert einfach nur den natürlichen Fluss zwischen Alt- und Neumarkt. Grausame Bausünde.
Dase September 20th, 2011, 05:49 PM Was hat das mit dem Kulturpalastumbau zu tun?
Nun ja, zum Einen sollten m.W. lediglich 3 Leitbauten festgelegt werden, der Rest wäre frei Schnauze entstanden - da ist ein Bau um die Ecke vom gleichen Bauträger, an dem Leitbau und "wahres Leben" kombiniert werden, doch ein guter Anhaltspunkt. Als nächstes könnte man sich dann die anderweitig realisierten Bauten ansehen - inbesondere die Bürogebäude in Chemnitz strotzen geradezu vor "akzentuierter Baukultur" - die halbwegs guten Projekte wurden entweder nicht umgesetzt oder sind Sanierungen - Ausnahme mit Abstrichen ist die Galerie am Roten Turm. Da darf man dann angesichts des recht frühen Stadiums und angeblicher Fertigstellungsgarantie seitens einer Bank bezweifeln, dass der Bau in der vorgeblichen Qualität stattgefunden hätte. Sach- und Kostenzwänge kann man immer finden.
Da bist Du wohl unzureichend informiert.
Siehe oben. Bunte Bildchen und eine in den Raum geworfene Summe X sind noch lange kein fertig durchgeplanter Gebäudekomplex.
Schon richtig. Ich frage mich nur, warum man ähnlichartige Anmerkungen von Dir nie zu den verwirklichten Modernistenpassagen Altmarktgalerie und Centrumgalerie vernimmt. Oder habe ich was verpasst?
Spricht es jetzt schon gegen einen, wenn man etwas nicht kommentiert? Was soll man zu den Gebäuden schon sagen? Jeder weiß, dass es Fehlplanungen sind und dass sie architektonisch keinerlei bzw. wenig Anspruch haben. Wieso soll ich da noch meinen Senf zu abgeben? Die Einkaufszentren (Passagen sind m.E. etwas anderes) sind im Übrigen nicht das Ergebnis irgendwelcher modernistischer Architektenträume, sondern schlicht und ergreifend das Resultat dessen, dass man viel zu große Filetgrundstücke an kostenbewusste Investoren vergeben hat, ohne städtebauliche Forderungen zu stellen. Insbesondere die Altmarktgalerie ist ja nun weniger Architektur als ein Ingenieurbauwerk.
Während die Centrumgalerie an ihrem zweiten Ende im Niemandsland endet, wären hier Alt- und Neumarkt durch eine Diagonale geschickt miteinander verbunden worden.
Mag sein, nichtsdestotrotz wäre hier ein großer Solitär durch einen doppelt so großen mit unterschiedlichen Fassaden ersetzt worden, der insgesamt 4 Neumarktquartiere (oder eben Kulkurpalast plus 2) vereinnahmt hätte. Insgesamt natürlich besser als die besagten anderen Einkaufszentren, aber kombiniert mit meinen obigen Einwänden Zweifeln an einer Umsetzung in der gezeigten Form kann ich nicht erkennen, warum das Ganze hier immer wieder unkritisch als die von der Stadt Dresden verhinderte Goldlösung unters Volk gebracht wird.
Der Kulturballast gehört da einfach nicht hin. Er nimmt ja nicht einmal die Struktur des ebenfalls vom Sozialismus neu geschaffenen Altmarktes auf, er blockiert einfach nur den natürlichen Fluss zwischen Alt- und Neumarkt.
Angesichts der Tatsache, dass es zwischen 50ern und 60ern in der DDR grundsätzliche Änderungen in der Baudoktrin gab, ist der Nebensatz, die Altmarktbebauung sei doch ebenfalls im Sozialismus entstanden, doch architektonisch irrelevant. Da du allerdings von der Struktur sprichst: an der Ost- und Westseite wurden neue Gebäude geschaffen, die die komplette Seite einnehmen, dies wurde dann durch den Kulturpalast in architektonisch abgewandelter Form ebenfalls umgesetzt. Also, wo ist der Punkt, außer, dass der Kulturpalast dir persönlich nicht gefällt?
youngwoerth September 21st, 2011, 09:41 PM da ist ein Bau um die Ecke vom gleichen Bauträger, an dem Leitbau und "wahres Leben" kombiniert werden, doch ein guter Anhaltspunkt.
Nein, das ist er nicht, wenn man die Visualisierungen zu Rate zieht und v.a. auch sämtliche Planungsstadien mitverfolgt hat.
http://www.neumarkt-dresden.de/Kulturpalastareal/bilder-kollhof/a_nord.jpg
http://www.tourdresden.de/wp-content/uploads/2010/11/Kulturpalast-Umbauplanung1.jpg
Wie gesagt, Du scheinst nicht so wirklich gut über dieses Projekt informiert zu sein.
Spricht es jetzt schon gegen einen, wenn man etwas nicht kommentiert?
Aber natürlich! Beständige einseitige Kommentierung ist m.E. schon aussagekräftig. Allerdings würde ich es anders formulieren: Es spricht nicht "gegen Dich", sondern für Deine Denkansätze. Mir fällt auf, dass Du modernistische Architektur gerne verteidigst, traditionalistische im Gegenzug aber gerne kritisierst. Vielleicht schätze ich Dich aber auch falsch ein, und es tut hier ja eigentlich sowieso nichts zur Sache.
sind im Übrigen nicht das Ergebnis irgendwelcher modernistischer Architektenträume
Zumindest die Centrumgalerie ist auch das. Man befasse sich mit Peter Kulka.
viel zu große Filetgrundstücke an kostenbewusste Investoren vergeben hat, ohne städtebauliche Forderungen zu stellen.
Zustimmung!
nichtsdestotrotz wäre hier ein großer Solitär durch einen doppelt so großen mit unterschiedlichen Fassaden ersetzt worden
An der Altmarktseite waren zuletzt Einzelbauten geplant, den "Stalinriegel" gab es nur in den Erstentwürfen. Ebenso sollte die Ostfassade des Kulturpalasts erhalten werden.
die von der Stadt Dresden verhinderte Goldlösung
Für mich persönlich! Für mich ist es die von der Stadt Dresden verhinderte Goldlösung. Obwohl, sagen wir Bronze, aber immerhin. ;) Die Stadt Dresden wollte und will den Kulti erhalten, das ist der springende Punkt - nicht die Finanzen. Immerhin sind ja nun weit über 60 Millionen für die Sanierung da. :ohno:
Leine1977 September 27th, 2011, 11:15 AM Kann zwar nicht die städtebauliche Situation bewerten und auch weiß auch nicht, was da genau geplant ist. Finde aber, dass der Kulturpalast ja deutlich schlecht wegkommt.
Mir stimmt zwar bestimmt keiner zu, aber architektonisch finde ich den Kulturpalast schon gelungen und "ein Dokument der Zeitgeschichte". Steht der unter Denkmalschutz?
disciple9 September 27th, 2011, 12:45 PM Kann zwar nicht die städtebauliche Situation bewerten und auch weiß auch nicht, was da genau geplant ist. Finde aber, dass der Kulturpalast ja deutlich schlecht wegkommt.
Mir stimmt zwar bestimmt keiner zu, aber architektonisch finde ich den Kulturpalast schon gelungen und "ein Dokument der Zeitgeschichte". Steht der unter Denkmalschutz?
Hmm, habe gerade mal nachgeschaut, angeblich ist der Kulturpalast ein „Kulturdenkmal“. Leider hat man es aber versäumt die Prager Str. als Ensemble zu schützen und was nun genau die Belegung eines Objektes mit dem Begriff „Kulturdenkmal“ nach sich zieht, entzieht sich meiner Kenntnis. :dunno:
Ansonsten: http://stadtplan.dresden.de/?TH=KA_KDM
youngwoerth September 29th, 2011, 06:07 PM architektonisch finde ich den Kulturpalast schon gelungen und "ein Dokument der Zeitgeschichte". Steht der unter Denkmalschutz?
Ich bin kein Freund von isolierter Architekturbetrachtung. Und so könnte ich auch den Kulti niemals losgelöst vom Ort betrachten, an dem er steht. Es geht ja hier nicht um eine Statue in einer Vitrine, sondern um einen kleinen, aber wichtigen Teil des großen städtebaulich-geschichtlichen Zusammenhangs! Was hat diese Architektur mit Dresden zu tun? Inwiefern reagiert sie adäquat auf die Kriegszerstörung? Ist es sinnvoll, dass der KP das Vorkriegsdresden bewusst kontrastiert und zu allem Übel auch noch gleich mehrere wichtige Straßenzüge belegt? Und so weiter...
Und ja, er wurde kurz nach der Absage für die Sachsenbau unter Denkmalschutz gestellt.
Odoaker September 29th, 2011, 06:10 PM Da hilft nur noch Brandstiftung. Rein hypothetisch...
Element7 January 30th, 2012, 10:00 AM http://www.haz.de/Nachrichten/Kultur/Uebersicht/Umbau-des-Kulturpalastes-in-Dresden-gefaehrdet
Abreißen !!!
leperd January 30th, 2012, 03:42 PM in zehn Jahren wird braunes Glas wieder modisch sein.
Mark my words.
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