View Full Version : Autobahnverbindung Österreich - Schweiz


rheintram
August 13th, 2009, 07:35 PM
Hier kann alles rund um die Autobahnanbindung zwischen der Schweiz (CH) und Österreich (AU) diskutiert werden!


Zum Einstieg:

Autobahnnetz von Österreich (http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Autobahnen_und_Schnellstraßen_in_Österreich) (Karte inkl. Schnellstraßen)

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d1/Autobahnen_und_Schnellstra%C3%9Fen_in_%C3%96sterreich.svg/800px-Autobahnen_und_Schnellstra%C3%9Fen_in_%C3%96sterreich.svg.png
Quelle: Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Autobahnen_und_Schnellstraßen_in_Österreich.svg)



Autobahnnetz der Schweiz (http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Autobahnen_in_der_Schweiz) (Karte inkl. Schnellstraßen)

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/da/Autbahnnetz_schweiz.png
Quelle: Wikipedia (http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Autbahnnetz_schweiz.png?uselang=de)

rheintram
August 14th, 2009, 12:51 PM
Ich denke, die Korridorvignette wird schon viele der Mautflüchtlinge auf die Autobahn lenken, allerdings fehlt eine ordentliche Verbindung (Autobahnstandard) der beiden Rheintalautobahnen, um die Sache wirklich attraktiver zu machen.

Ich fahre selbst immer weiter Richtung Zürich, da frage ich mich wirklich, warum ich für die zwei Kilometer durch den Pfänder zahlen soll. Durch Bregenz verliere ich nicht wesentlich viel Zeit, und bei der Einmündung des Citytunnels ist es eh wieder die selbe Strecke Richtung St. Margarethen. Die Variante über Dornbirn/Lustenau über die Autobahn bringt auch keinen wirklichen Zeitgewinn.
Wenn eine neue Straßenverbindung, dann höchstens als eine unterirdische Verlängerung der L204 von Dornbirn nach Lustenau (quasi als Rheinuntertunnelung). Alles andere versaut uns das wichtigste Naherholungsgebiet und Natura 2000 Naturschutzgebiet Lauteracher Ried.

Meine einfache Lösung wäre die L202 zu bemauten und zwar ähnlich wie in London per Videoüberwachung. B und DO Kennzeichen fahren kostenlos oder vergünstigt und der Rest braucht die Vignette oder Tagesvignette. Damit erhält man einen guten Lenkungseffekt, dann alle die eh nur durchfahren, werden dann auf der Autobahn bleiben, weil sie nicht vor der Maut fliehen können.

Eine andere Alternative wäre es bei allen Grenzposten die Kennzeichen zu erfassen. Wer innerhalb einer Stunde etwa von Deutschland einreist und in die Schweiz ausreist, kriegt einen Zahlschein nach Hause geschickt. Wer eine Quittung für den kauf einer Autobahnvignette nachweisen kann, muss nicht bezahlen.

Basta. Dann haben wir das Problem der Vignettenflüchtlinge endgültig erledigt.

Energy2003
August 14th, 2009, 08:28 PM
^^ oder keinerlei Zolltätigkeit in Gaissau, nur für kleinen Grenzverkehr (ist sowas rechtlich/technisch möglich?)

und der Rest ab nach Lustenau; ab Kreisverkehr Blaue Sau untertunnelt zur Grenze

rheintram
August 14th, 2009, 09:58 PM
Diese Lösung wäre am besten, also etwa ab Blauer Sau untertunneln. Wie man allerdings verhindert, dass der Durchzugsverkehr durch Gaissau und vor allem Höchst fährt (Vignettenflüchtlinge) das weiß ich beim besten Willen nicht. Das mit dem kleinen Grenzverkehr ist wahrscheinlich unmöglich zu überprüfen.

Langfristig muss man eifnach Maßnahmen ergreifen, dass die runterkommen von der L202. Man könnte diese eventuelle zurückbauen nachdem die unterirdische Autobahnverbindung existiert. Dann wird sie unattraktiver für den Durchzugsverkehr.

Das traurige ist aber, dass so vielen sogar 2€ für die Korridorvignette zu viel ist... Diesen Pennern würde ich gleich Einreiseverbot erteilen

thun
August 15th, 2009, 02:26 PM
^^
Die Idee, nur Fremde auf der Landesstraße zu bemauten mag zwar logisch sein, bringt aber einige Probleme: Ist es moralisch, einen Auswärtigen zu bemauten, der die Straße nutzen muss um zu seinem Ziel zu kommen (sprich: kein Transitreisender ist)? Hauptproblem ist aber, dass so eine Regelung eine Ungleichbehandlung anderen Unionsbürgern gegenüber darstellen würde, und das ist durch die EU verboten, sollte man das umsetzen würde die zuständige Stelle unausweichlich vor dem EuGH landen. Schweizer könnte man wohl so bemauten, Deutsche aber nicht.

Die Einstellung der Korridorvignette ist ja wohl der größte Witz. Wenn ich Richtung Zürich fahre werde ich nie und nimmer 8€ zahlen, um 2km durch den blöden Tunnel fahren zu können. Da werde ich auch weiterhin durch Bregenz fahren (erst Recht, seit ich ein paar Nebenrouten kenne um die Landesstraße bei Stau zu umgehen), und zwar ohne mit der Wimper zu zucken. Sollte es irgendwann mal eine wirkich sinnvolle, autobahnähnliche Verbindung in die Schweiz geben, dann mag das vielleicht mal anders werden.
In Tirol gibt es ja noch einige andere Transitrouten, wo man wegen 2 oder 3km unverhältnismäßig viel blechen soll, beispielhaft ist die Strecke Imst-Landecker Tunnel vom Fernpass zum Reschen fahrend. Da fahr ich auch meist durch Zams und Landeck.


Die von Euch genannte "blaue Sau," wo in Lustenau ist denn das? Der Kreisel wo die Lustenauer und die Rheinbundesstraße zusammen kommen?
Gäbe es denn keine realistische Möglichkeit, eine vierspurige Straße von der Auffahrt St. Mararethen (evtl. direkt in einen Tunnel zum Lärmschutz in Hard) nördlich von Lustenau über den Rhein und dann weiter zur Auffahrt Wolfurt-Lauterach (im bereich des güterbahnhofs) zu führen? Wäre zumindest auf der Karte eine gute Trassierung. Oder sind die Felder da tatsächlich geschützt?

rheintram
August 15th, 2009, 06:48 PM
@thun: Genau diese Trasse wurde vom EuGH gekippt - das war die berühmte S18 (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/S18). In St. Margrethen besteht sogar ein Anschlußstutzen an der Autobahn, extra ausgelegt dafür.

Ich muss aber sagen zum Glück wurde sie gekippt. Sie hätte nämlich Lauteracher und Schweizer Ried (ist in Österreich gehört aber Schweizer Ortsgemeinden aus historischen Gründen) zerschnitten und das sind die wichtigsten Naturschutzgebiete im Rheintal.

Besser wäre eben die Variante ab etwa zwischen ersten und zweiten Kreisverkehr in Lustenau unterirdisch in die Schweiz zu fahren. Die Gemeinde Au wäre auch bereit den Grund herzugeben den man für das Zollamt bräuchte. Wäre die Schweiz in der EU wäre das Problem sowieso viel kleiner.

Trotzdem muss man was machen um den Verkehr von der L202 abzuziehen. Ich verstehe dich persönlich total thun. Das Problem ist die unflexible Vignette in Österreich. Der VCÖ hat ja schon länger die Abschaffung der Vignette und Einführung von road pricing gefordert. Heutzutage könnte man das wie bei den LKWs per GO-Box machen oder eben per Nummernschilderkennung wie in London. Mir käme das sehr gelegen, da ich z.B. die Autobahn nur äußerst selten verwende (längere Fahrten mache ich sowieso per Bahn) und mir die Vignette deshalb zu teuer ist.

Das Ding ist einfach: Der Verkehr muss auf die Autobahn. Und die Autobahn muss jemand bezahlen und erhalten. Das ist der Steuerzahler. Und da diese Strecke als Durchfahrtsroute von Deutschen und Schweizern genützt wird, sehe ich es nicht ein, warum man die einfach gratis fahren lassen soll, nur weil es für sie halt grad günstiger ist.

Ich war selber Anrainer der Reichsstraße in Lustenau (Da wo das Zollamt nach Au ist) und weiß wie beschissen dieser Verkehr dort ist. Ich weiß aber auch, dass zu einem Großteil der Ziel- und Quellverkehr Schuld ist an dem Ganzen. Da müssen sich die Vorarlberger selber an der Nase packen. Deshalb wäre ich ja für eine umfassende congestion charge für ALLE. Politisch ist das aber niemals durchsetzbar.

PS: Blaue Sau ist übrigens hier: http://maps.google.at/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=Lustenau&ie=UTF8&ll=47.418026,9.671981&spn=0.005205,0.009645&t=h&z=17

rower2000
August 21st, 2009, 05:52 PM
@thun: Genau diese Trasse wurde vom EuGH gekippt - das war die berühmte S18 (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/S18). In St. Margrethen besteht sogar ein Anschlußstutzen an der Autobahn, extra ausgelegt dafür.

...

Besser wäre eben die Variante ab etwa zwischen ersten und zweiten Kreisverkehr in Lustenau unterirdisch in die Schweiz zu fahren.


2 Punkte: die S18 wurde nicht vom EuGH gekippt, sondern vom österreichischen Verfassungsgerichtshof, wegen nicht rechtskonformem Zustandekommen der §4 BStG-Verordnung. Der EuGH hat sich als nichtzuständig erklärt, da das Trassenfestlegungsverfahren für die S18 schon 1994, also vor dem EU-Beitritt Österreichs eingeleitet wurde.

Ich persönlich finde die Lustenau-Verbindungsvarianten nicht so toll, da sie nur den großräumigen Verkehr aus Bregenz-Vorkloster, Hard, Fußach abziehen würden. Kürzlich wurden die möglichen Varianten für eine Ersatzplanung der S18 veröffentlicht, können beim Land Vorarlberg angeschaut werden -> siehe hier (http://www.vorarlberg.at/vorarlberg/wirtschaft_verkehr/verkehr/verkehrspolitik/weitereinformationen/_mobilimrheintal-amrichti/_mobilimrheintal_-subnavi/downloadbereich.htm). Die Varianten werden unter "Alternativen im Straßennetz" vorgestellt und unter "Verkehrsuntersuchungen" evaluiert. Meiner Meinung nach sollte man da jetzt nicht knausern, sondern AC oder RCP realisieren, so hätte sowohl das Gebiet Hard als auch das Gebiet Lustenau was davon.


Die Einstellung der Korridorvignette ist ja wohl der größte Witz. Wenn ich Richtung Zürich fahre werde ich nie und nimmer 8€ zahlen, um 2km durch den blöden Tunnel fahren zu können. Da werde ich auch weiterhin durch Bregenz fahren (erst Recht, seit ich ein paar Nebenrouten kenne um die Landesstraße bei Stau zu umgehen), und zwar ohne mit der Wimper zu zucken. Sollte es irgendwann mal eine wirkich sinnvolle, autobahnähnliche Verbindung in die Schweiz geben, dann mag das vielleicht mal anders werden.


Sind zwar knapp 10 km pro Weg, aber trotzdem gebe ich dir natürlich recht. Wobei ich glaube, dass beim Abschaffen der Korridorvignette das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, Gesetze lassen sich schließlich ändern :). 2€ würd ich auf jeden Fall gern zahlen, um Bregenz zu umgehen, dann fehlt nur noch eine neue S18-Trasse (bin in Zürich lebender Bregenzer :)).

Grüße,
Sigi

thun
August 21st, 2009, 07:13 PM
Hochinteressant, danke für den Link. Variante C erscheint mir attraktiver als A (da die Linienführung direkter ist und durch die Untertunnelung von Lauterach die Lärmbelastung wohl geringer sein dürfte). Beide würden den Verkehr wirklich von der L 202 rausziehen, weswegen mir auch gegenüber Variante T (abgesehen davon, dass eine komplette Untertunnelung wahnsinnig teuer ist) als besser erscheint.

Schon A oder C würde die große Masse des Transitverkehrs (den kompletten Richtung Deutschland) aufnehmen. Wie groß der Verkehr aus Richtung St. Gallen Richtung Arlberg ist entzieht sich meiner Kenntnis, ist dafür eine Umgehung von Lustenau zu Rechtfertigen? Sollte A/C/T kommen müsste auf jeden Fall eine zweispurige Variante ausreichen, oder?

rower2000
August 21st, 2009, 07:42 PM
Hochinteressant, danke für den Link. Variante C erscheint mir attraktiver als A (da die Linienführung direkter ist und durch die Untertunnelung von Lauterach die Lärmbelastung wohl geringer sein dürfte). Beide würden den Verkehr wirklich von der L 202 rausziehen, weswegen mir auch gegenüber Variante T (abgesehen davon, dass eine komplette Untertunnelung wahnsinnig teuer ist) als besser erscheint.

Schon A oder C würde die große Masse des Transitverkehrs (den kompletten Richtung Deutschland) aufnehmen. Wie groß der Verkehr aus Richtung St. Gallen Richtung Arlberg ist entzieht sich meiner Kenntnis, ist dafür eine Umgehung von Lustenau zu Rechtfertigen? Sollte A/C/T kommen müsste auf jeden Fall eine zweispurige Variante ausreichen, oder?

Ich nehme an, du verwechselst C mit R? C ist ja die Umfahrung von Lustenau. Genau aus dem Grund sind das auch meine bevorzugten Varianten. Für A und gegen R spricht lediglich das Kostenargument, da ich mir vorstellen könnte, dass 2 km Tunnel unter verbautem Gebiet in Riedboden sehr teuer würde. Wäre aber wahrscheinlich einfacher durchzusetzen.

Ich denke, dass 4spurige Querschnitte realisiert werden sollten: wenn man sich die Grafiken der Verkehrsuntersuchungen ansieht, liegen die prognostizierten Belastungen in der Riedumfahrung bei Variante A bei 23100 Kfz/24h , bei Variante AC ca. 20750 Kfz/24 h. Variante R liefert 22300 Kfz/24 h und Variante RCP 24700. Schwerverkehrsanteil liegt bei allen Varianten zwischen 14 und 20%. Auch die Lustenau-Umfahrungen, wo vorgesehen, lägen zwischen 15000 und 20000 Kfz/24 h. Für die Riedquerung/Autobahnverbindung sollte bei diesen Werten also schon ein 2+2 Querschnitt vorgesehen werden, für die Umfahrung von Lustenau wären vier Spuren vorteilhaft, ein 2+1 wechselweise Querschnitt würde ausreichen, 18-20000 Kfz/24 h auf zweispurigem Querschnitt wäre schon arg hoch für einen Neubau.

Schöne Grüße,
Sigi

rheintram
August 21st, 2009, 11:18 PM
Die Ostumfahrung Lustenau ist absoluter blödsinn und wird niemals kommen, das scheitert schon am Widerstand der Bevölkerung, die Grundablösungen da kriegt man nie her. Weiters: Viele Varianten da drinnen sind nicht möglich, da sie quasi S18 gleich sind.

Und: Eine Verkehrsentlastung für Hard - Bregenz ist unmöglich, wie man an den Statistiken erkennt. Das Ding ist, dass es sich dabei halt größtenteils um Ziel- und Quellverkehr handelt.

"Nicht knausern" ist gut: Da geht es um Millionen und Projekte mitten durch bebautes Gebiet, du stellst das zu einfach dar rower2000. Immerhin wird da seit den 80ern drüber gestritten.

Energy2003
August 22nd, 2009, 10:56 AM
Platz "übrig" gibts eigentlich nur im Süden von Lustenau ... und da wäre auch (mehr oder weniger) die Schnellstrasse von Dornbirn nach Lustenau ....


DORT müsste man ansetzen, alles andere finde ich planlos




btw: die Tatsache das die Autobahnausfahrt DO-Süd massiv ausgebaut wird - um noch mehr Verkehr "sinnvoll" zu bewältigen - wäre in diesem Fall sicher ein Vorteil

rower2000
August 22nd, 2009, 11:19 AM
Die Ostumfahrung Lustenau ist absoluter blödsinn und wird niemals kommen, das scheitert schon am Widerstand der Bevölkerung, die Grundablösungen da kriegt man nie her. Weiters: Viele Varianten da drinnen sind nicht möglich, da sie quasi S18 gleich sind.

Und: Eine Verkehrsentlastung für Hard - Bregenz ist unmöglich, wie man an den Statistiken erkennt. Das Ding ist, dass es sich dabei halt größtenteils um Ziel- und Quellverkehr handelt.

"Nicht knausern" ist gut: Da geht es um Millionen und Projekte mitten durch bebautes Gebiet, du stellst das zu einfach dar rower2000. Immerhin wird da seit den 80ern drüber gestritten.

Es ist ein Trugschluss, dass eine S18-ähnliche Variante nicht möglich ist. Viele Infrastrukturprojekte kreuzen Natura2000-Gebiete, siehe S33-Donaubrücke, S8-Planung, S1-Südostabschnitt. Man muss nur so planen, dass das Gebiet genug geschützt wird. Dass das Ganze billig wird, hab ich ja auch nirgends behauptet. Aber wenn man sich das Ganze so im Vergleich mit anderen Infrastrukturprojekten in Österreich anschaut, ist das Ganze mit diversen Einhausungen schon machbar. Zudem werden, zum Zeitpunkt der Baureife eines potentiellen Projekts, viele A- und S-Projekte in AT abgeschlossen sein, sodass flüssiges Kapital aus Mauteinnahmen da wäre.

Deinem Username entnehme ich, dass du ein Verfechter der Ringstraßenbahn bist :). Ich halte dieses Projekt für gut und finde, dass dieses realisiert werden sollte. Nur sind ÖV-Projekte genauso wie MIV-Projekte allein selten zielführend. Man braucht sowohl das eine als auch das andere!

Platz "übrig" gibts eigentlich nur im Süden von Lustenau ... und da wäre auch (mehr oder weniger) die Schnellstrasse von Dornbirn nach Lustenau ....


DORT müsste man ansetzen, alles andere finde ich planlos


Also ich weiß jetzt nicht, wo du da übrigen Platz findest. Aber so eine Südumfahrung von Lustenau hätte kaum Effekt, siehe auch die Verkehrsuntersuchungen. Zieht lediglich den Nord-Süd-Verkehr von Mäder ab, hat schon in Lustenau kaum mehr Signifikanz. Das Problem im unteren Rheintal ist, dass - neben dem Ziel- und Quellverkehr - der meiste Durchgangsverkehr in West-Ost-Richtung läuft, Route München-Bregenz-Zürich, und den zieht man mit einer Verbindung Lustenau-Diepoldsau-Widnau nicht ab. Daher denke ich, dass man in den sauren Apfel beißen muss, und eine Verbindung nördlich der L204, in Verbindung mit einem ÖV-Ausbau, realisieren sollte.

Grüße,
Sigi

Energy2003
August 22nd, 2009, 11:26 AM
^^ das war rein auf die Verbindung Ö <> CH bezogen.


mit entsprechend Geld könnte man sogar dort wie die Bundesstrasse von Hohenems nach Lustenau führt was drehen. Autobahnausfahrt wäre sicher kein Problem, und somit hätte dann auch das südlicheste Dornbirn seine gewünschte Ausfahrt (Schweizerstrasse), vom Kreisverkehr beim Chinarestaurant die Strecke untertunnelt in Richtung Grenze (WUNSCHDENKEN!)


Eigentlich sind es ja ohnehin zwei versch. Problematiken:

Verbindung Deutschland - Ö - Schweiz

und

der massive Verkehr von Bregenz bis Gaissau (bedingt durch die Bevölkerungsdichte)

rower2000
August 22nd, 2009, 11:47 AM
^^ das war rein auf die Verbindung Ö <> CH bezogen.

...

Eigentlich sind es ja ohnehin zwei versch. Problematiken:

Verbindung Deutschland - Ö - Schweiz

und

der massive Verkehr von Bregenz bis Gaissau (bedingt durch die Bevölkerungsdichte)

IMHO ist das ein Problem: die hohe Bevölkerungsdichte (=> Quellverkehr) und der D-A-CH-Verkehr überlagern sich da, und ich glaube nicht, dass eine Südumfahrung Lustenaus für das Gros des D-A-CH-Verkehrs eine Anziehungskraft hätte, da die meisten Richtung Zürich wollen, nicht Richtung Italien. Lediglich ein paar Tage im Sommer ist Italien die überwiegende Richtung, was durch eine nördliche Variante eben viel besser abgefangen werden kann.

Schöne Grüße,
Sigi

Energy2003
August 22nd, 2009, 02:47 PM
wenn es mal in den Köpfen, Karten, Routenplanern und GPS-System drinnen ist (dauert halt paar Jahre) würden sich die Leute sicher früher oder später mit ein paar km mehr anfreunden.

denn der Verkehr durch Hard, Gaissau ist einfach nur ne Katastrophe; speziell am Samstag

(für die regionalen Betriebe sicher ein Vorteil, da aufgrund des starken Verkehrs wenig Kaufkraftabwanderung stattfinden kann ;) )

rheintram
August 23rd, 2009, 12:00 PM
Ich stimme Energy vollkommen zu: Es gibt da einfach zwei Problematiken. Um die beiden Autobahnen zu verbinden gibt es imho einfach nur eine sinnvolle Lösung und das ist einfach die L204 erweitern und unterirdisch (oder auch per Brückenbauwerk) direkt an die Schweizer Autobahn anzuschließen.

Im Bereich Hard - Bregenz kann man selbst wenn die Vignettenflüchtlinge weg sind (und da bin ich sehr dafür) einfach keine signifikante Verkehrssenkung schaffen (siehe Studie) und zwar einfach weil das Gebiet so dicht besiedelt ist und aus sich selbst den Großteil des Verkehrs generiert. Meine Mutter pendelt etwa zw. Lustenau und Bregenz. Früher hat sie teilweise die Betonstraße genommen --> war unmöglich. Später ist sie übers Ried nach Wolfurt, dort auf die Autobahn und bei Waidach wieder runter. Auch dort gibt es morgens Stau und zähen Verkehr. Mittlerweile fährt sie mit dem Zug und ist auf dieser Strecke konkurrenzlos schnell.

In der Studie gibt's ja sogar die Variante die Betonstraße komplett unterirdisch zu führen und selbst diese Variante hätte kaum Entlastungswirkung. Schließlich braucht man für den lokalen Verkehr auch oberirdisch Verkehrsflächen.

Und ja, ich bin sehr für die Ringstraßenbahn. Denn es braucht auch eine lokale Verkehrsentlastung und die kann imho nur geschehen indem der MIV reduziert und der ÖPNV attraktiviert wird.

rower2000
August 23rd, 2009, 04:29 PM
Und ja, ich bin sehr für die Ringstraßenbahn. Denn es braucht auch eine lokale Verkehrsentlastung und die kann imho nur geschehen indem der MIV reduziert und der ÖPNV attraktiviert wird.

Dann sind wir uns ja im grundlegenden Punkt einig :).

Energy2003
August 24th, 2009, 08:29 AM
auch wenn es nicht wirklich mit dem Pfändertunnel zu tun hat;

wenn es mit der Ringbahn soweit kommen sollte, muss irgendjemand schon genau ein Auge drauf werfen, was Rhomberg Bau da genau vorhat.


staatliche Subventionen
irgendwelche Cross-Sharing Geschichten ?
Miete-Rückkauf
Einnahmen gehen zB die ersten 30 Jahre an Rhomberg (ähnlich wie Bau Autobahnfianzierungen)
ODER hohe Ticketpreise ?

(aufgrund der Baukosten auch Mehrfachnennungen möglich)

thun
August 26th, 2009, 09:59 AM
Meine Aussage mit "zweispurig" war auf den Fall bezogen, dass eine vierspurige Verbindung nördlich von Lustenau entsteht (wo sie IMO als einzige wirklich sinnvoll wäre um den Großteil des Transits (nämlich D -> Zürich und Chur) abzuziehen. Für den Transit CH -> Arlberg könnte dann eine (zweispurige?) Verbindung südlich Lustenau reichen.
Ich nehme an, die geposteten Zahlen beziehen sich nur auf den Fall dass nur eine Verbindung gebaut wird, oder?

rheintram
August 26th, 2009, 12:08 PM
Nördlich von Lustenau kann es eben keine echte Entlastung geben, siehe Studie. Der LKW Verkehr geht ja heute schon durch Lustenau. Das heißt im Raum Bregenz - Hard ist das Verkehrsproblem zum größtenteils hausgemacht und dazu kommen noch die Vignettenflüchtlinge. Das heißt dort kann man eventuell was machen durch eine allgemeine congestion charge.

Die Korridorvignette hat ja bisher kaum eine Verkehrsentlastung gebracht, was auch nicht verwundert, wenn man bedenkt, dass sie etwa 500 Mal verkauft wird pro Tag. Angenommen diese 500 wären sonst über Hard - Bregenz gefahren, dann wär das dort gerade mal im 1-2% Mehrverkehrbereich. Da ist natürlich keine Entlastung spürbar.

Deshalb bringt auch die Verbindung nördlich von Lustenau einfach letztendlich nichts, sondern wäre nur wahnsinnig viel Aufwand für wenig Nutzen. Sinnvoll wäre ein Ausbau der L204 und eventuell bei Höchst Brugg eine Verbindung zw. Schweizer Autobahn und Rheinstraße, für den lokalen Verkehr.

Man darf sich halt nicht in die Tasche lügen und so tun, als ob der Verkehr nur von Aussen käme. Der Großteil tut das nicht. Und deshalb braucht man auch andere Lösungen. In Lustenau könnte man jedoch die LKWs aus dem Ortsgebiet rauskriegen, wenn man sich für diese unterirdische Variante entscheidet.

Energy2003
August 26th, 2009, 01:18 PM
wenn die Strasse ordentlich ist und entsprechend gebaut reichen wohl normale 2 Spuren (je 1 pro Richtung) wohl auch aus .. oder ?!

(sofern keine LKW-Abfertigung o.ä. direkt an der Strasse stattfinden und den Verkehrsfluss behindern)

rheintram
August 26th, 2009, 02:08 PM
Ja, zumindest im Tunnel schon. Die LKW Abfertigung findet sowieso in Wolfurt am Güterbahnhof statt und das Zollamt wäre eh in Au.

thun
August 26th, 2009, 02:45 PM
^^
Aber so eine Straße (die gleichzeitig Hard, Fußach, etc. als Ortsumgehung dient) könnte doch wohl auch einen (guten) Teil des Quellverkehrs aufnehmen, der jetzt über die L202 läuft, oder nicht? Wenn es genügend Auffahrten gäbe wäre das zumindest für Fahrten, die nicht nur zum Bäcker am nächsten Hauseck gehen u. U. eine Alternative.

Hatte bisher auf der L 202 immer den Eindruck, dass mindestens die Hälfte des Verkehrs Transit ist (die meisten mit "auswärtigen" deutschen und schweizer Nummern). Die Einheimischen scheinen eher Schleichwege links und rechts der L 202 zu kennen und zu nutzen.

Den Transitverkehr hast Du so oder so, sollte aber eine für dessen Goßteil unattraktive Verkehrsführung in die Schweiz kommen (und das ist imo schon der Fall, wenn man die Korridorvignette abschafft und eine weite/stauanfällige Umleitung (z. B. südlich Lustenau oder so) erfindet, die kaum Fahrzeitgewinne bringt), dann wird ein großer Teil des Transits auch weiterhin auf der L 202 zu finden sein. Dann hat man Millionen verbaut und weder der Transit noch die Bewohner haben was davon. Deshalb erscheint mir auch eine Verbindung nordwestlich des Rieds am sinnvollsten da sie (zumindest nach meinem Verständnis) einen guten Teil des Verkehrs aus den Gemeinden am Bodenseeufer abziehen könnte.

rheintram
August 26th, 2009, 07:14 PM
Wer redet denn von südlich von Lustenau?, es ginge um eine Verlängerung der L204. Übrigens ist man so wahrscheinlich jetzt schon schneller als durch Hard/Bregenz zu stauen.

Energy2003
August 26th, 2009, 09:46 PM
ich sprach zwischendurch mal vom Süden



http://maps.google.at/maps?q=47.396292,9.678411&sll=47.42642,9.658521&sspn=0.060408,0.128059&gl=at&hl=de&ie=UTF8&ll=47.411129,9.662304&spn=0.056458,0.110378&z=13


Süden

- schont den ohnehin schon gut besuchten Dornbirn Süd Kreisverkehr
- wenig Bevölkerung sowohl auf Ö als auch CH Seite
- CH Autobahn nahe der Grenze
- gleichzeitig neue Autobahnausfahrt Dornbirn Schweizerstrasse mitkombinierbar
- genug Platz für Baustelle
- Ausfahrten individuell planbar ... Richtung Hohenems oder Dornbirn
- Abstand zwischen den Autobahnen prinzipiell gerin an dieser Stelle


aber ich bin nur ein Laie ...

rheintram
August 26th, 2009, 10:10 PM
Das ist ja das Naturschutzgebiet Alter Rhein da durch das dann eine Autobahn ginge. Und man müsste einen neuen Autobahnanschluss auf Emser Gemeindegebiet schaffen und Ems hat bereits abgewunken. Außerdem wäre es dann imho schon zu südlich bzw. könnte man dann gleich bei Mäder den Anschluss schaffen - diesen Plan gibt es ja auch.

Energy2003
August 26th, 2009, 10:31 PM
wir haben zuviele Naturschutzgebiete :lol: (ok, das ist kein Spaß für Studenten)



was würdest du von der Idee halten, wenns KEIN Naturschutzgebiet wäre ?

rheintram
August 28th, 2009, 12:43 AM
Auch dann würde ich sagen, wenn schon im Süden dann gleich bei Mäder.

Energy2003
November 18th, 2010, 09:13 PM
Keine große Überraschung gab es bei der Sitzung des Regionalforums zur Verkehrslösung im unteren Rheintal. Auf Anregung Lustenaus hin wurde die Alternative E (Verbindung Dornbirn Nord- Zellgasse- Bruggerloch/- horn) in den Planungsprozess zurückgeholt. In diesem befinden sich immer noch die Varianten CP (Ostumfahrung Lustenau) sowie ACP (Nordumfahrung Ried in Kombination mit Ostumfahrung Lustenau).


Geprägt war die Sitzung, bei der wie immer Politiker, Verkehrsplaner, Juristen,
http://resources.vol.at/FastResource.aspx?ResourceID=news-20101118-06440132-199911984


Vertreter von NGOs und andere Experten teilnahmen, von den Reaktionen auf den im Oktober vorgestellten dritten Zwischenbericht. Die von Naturschutzbund Vorarlberg- Obfrau Hildegard Breiner vorgetragene Befürchtung, dass nur mehr über zwei Entlastungsstraßen gesprochen würde, versuchte Projektleiter Christian Rankl zu zerstreuen: „Untersucht werden derzeit neben den Straßenalternativen die Ringstraßenbahn sowie eine optimierte Lösung für Bus und Bahn.“ Zudem würden Straßen nur in Kombination mit Maßnahmen für den Öffentlichen Verkehr (ÖV) untersucht. Eine Vorentscheidung sei bis heute nicht erfolgt. Man warte noch auf Ergebnisse der laufenden Wirkungsanalyse sowie der Nutzen- Kosten- Prüfung, so Rankl weiter.

Analysen
Die Ergebnisse der Wirkungsanalysen und Nutzen- Kosten- Rechnungen für die derzeit verfolgten Varianten werden beim nächsten Regionalforum im neuen Jahr präsentiert. „Es herrscht Übereinstimmung darüber, dass Daten und Zahlen für die momentan diskutierten Varianten erhoben werden sollen. Was aber ganz sicher nicht heißt, das NGOs für eine Straße durchs Ried sind“, möchte Rankl klar gestellt wissen. Der Projektleiter bezeichnet die Diskussion bei der letzten Sitzung als „sehr konstruktiv und nützlich“. Vorgestellt wurden im Forum auch die Stellungnahmen der Internationalen Rheinregulierung zur sogenannten Westvariante Lustenau entlang des Rheines. Aufgrund der negativen Stellungnahmen dazu wurde diese Variante wieder zurückgestellt. Eine klare Forderung erhob Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer: Auf Basis eines Gemeindevertretungsbeschlusses mahnte Fischer ein Sofortmaßnahmenpaket zur Entlastung der Bürgerinnen und Bürger von Lustenau ein.



http://apps.vol.at/tools/imagepopup/Images/6cd88814-b6bc-497a-9706-8cb8c14266c0.jpg