View Full Version : Berlin | ICC - Sanierung, Umbau, Abriss?
Bauer-Ewald October 15th, 2009, 08:24 PM Eigentlich war die Sanierung des Internationalen Congress Centrums längst beschlossene Sache. Doch das Vorhaben wird insbesondere wegen Asbest teurer als zunächtst geplant. Nun zweifelt der Senat an der Sanierungslösung. Ein Abriss als Alternative ist nicht mehr ausgeschlossen.
Nach fast zehn Jahren Diskussion ist die Zukunft des Internationalen Congress Centrums (ICC) wieder offen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte im Abgeordnetenhaus, zwar habe der Senat 2008 „unter Abwägung von Kostenbedingungen und Identitätsfragen“ die Sanierung des 30 Jahre alten Giganten beschlossen. „Wenn es neue Erkenntnisse gibt, müssen die diskutiert werden“, sagte Wowereit.
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Bis Jahresende erarbeitet die Stadtentwicklungsverwaltung ein detailliertes Bedarfsprogramm. Es folge eine dreimonatige Prüfphase. Vorher sei eine Kostenschätzung nicht möglich.
Zuvor hatte Finanzsenator Ulrich Nußbaum die Sanierung in Frage gestellt und einen Abriss als Alternative nicht ausgeschlossen. Hintergrund sind steigende Kosten, nachdem nicht nur im Dach, sondern auch in Räumen Asbest gefunden wurde. Nach Informationen von Morgenpost Online wird es mindestens 60 Millionen Euro zusätzlich kosten, diese Schadstoffe zu beseitigen. Die mit 182 Millionen Euro veranschlagte Sanierung des ICC würde damit um mindestens 30 Prozent teurer.
Die Haushaltspolitiker von SPD und Linken haben bereits die 18 Millionen Euro für die ICC-Sanierung gesperrt, die im Doppelhaushalt 2010/2011 eingeplant werden sollten.
Nußbaum sagte, er verstehe, warum der Senat im Mai 2008 trotz höherer Kosten aus städtebaulicher Sicht für eine Sanierung und gegen den Neubau eines modernen Kongresszentrums entschieden hat. „Aber die Situation ist 2009 anders als 2008“, sagte Nussbaum. Im vergangenen Jahr verzeichnete Berlin Überschüsse. Für den kommenden Doppelhaushalt 2010/2011 plant der parteilose Finanzsenator jedoch eine Neuverschuldung von insgesamt 5,6 Milliarden Euro ein. Weitere Haushaltslöcher drohen, weil die mindestens 50 Millionen Euro für bessere Kitas ebenso wenig finanziert sind wie 30 Millionen Euro, die Berlin nach einem Teilrückzug des Bundes zusätzlich für die Unterkunft von Hartz IV-Empfängern zahlen muss.
Nußbaum sorgt für Uhruhe innerhalb der SPD
Nußbaum sagte, wenn der Erhalt des ICC von den Kosten her um 10 bis 15 Prozent über der Alternativlösung aus Neubau und Abriss liege, könne er eine solche Lösung „finanzpolitisch nur schwer vertreten: In einer Situation, in der wir überlegen, wie wir Kitas, Schulen und andere Dinge finanziert kriegen, müssen wir neu überlegen“, forderte der Senator.
Während Wowereits Sprecher Richard Meng das Thema ICC als „große Baustelle“ bezeichnet, herrscht in der SPD-Fraktion wenig Neigung, das gerade für die Abgeordneten aus den Westbezirken überaus heikle Thema noch einmal anzufassen. „Es ist völlig irre, diese Debatte noch einmal zu öffnen“, sagte Jörg Stroedter, Chef des SPD-Arbeitskreises Wirtschaft. Ein Abriss des ICC sei „unbezahlbar“, die Frage der Nachnutzung des Gebäudes sei „ungeklärt“. SPD-Fraktionschef Michael Müller sagte, er habe „1996 als frisch gewählter Abgeordneter“ einmal vorgeschlagen, das ICC abzureißen. Daraufhin habe er „Dresche bezogen“. Das mache ich nicht noch einmal“, sagte der Fraktions- und Landeschef.
Beim Koalitionspartner von der Linken war man ohnehin eher geneigt, das ICC zugunsten einer Neubaulösung zu schleifen. Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) hatte in der Debatte vor anderthalb Jahren die Meinung der städtischen Messe GmbH vertreten, die auf einen Neubau setzt. Offiziell stehen die Linken zwar zum Senatsbeschluss einer Sanierung, aber einer neuen Debatte verschließen sie sich nicht. Zumal auch die Berliner Wirtschaft auf das ICC verzichten könnte. Die Industrie- und Handelskammer erklärte, sie unterstütze die Forderung Nussbaums nach einem Abriss des ICC. „Wir begrüßen, dass der Senator bei der ICC-Sanierung angesichts der immens hohen Kosten die Reisleine ziehen will“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder. Ein Neubau könne den gestiegenen Anforderungen an die Kongress- und Gebäudetechnik entsprechen: „Statt weitere Millionen in ein Fass ohne Boden zu werfen, müssen wir jetzt schnell darüber nachdenken, wie wir die herausragende Stellung Berlins als internationaler Messe- und Kongressstandort zukunftssicher machen“, sagte Eder.
Ähnlich äußerte sich FDP-Fraktionschef Christoph Meyer: Nußbaum misstraue offensichtlich gültigen Senatsbeschlüssen. „Rot-Rot ist in Sachen ICC völlig planlos.“
Die CDU-Fraktion forderte, die „Kakofonie“ ums ICC zu beenden. Das ICC brauche „Planungssicherheit anstelle neuer Gutachten und Abrissbirnen“, sagte der CDU-Wirtschaftsexperte Michael Dietmann. Die Grünen verteidigten ebenfalls eine Sanierung. „Wir brauchen eine seriöse Kostenbasis für die Debatte“; sagte der Baupolitiker Andreas Otto: „Man muss das ICC nicht lieben, aber ein faires Verfahren hat das einmalige Raumschiff in jedem Fall verdient.“
http://www.morgenpost.de/berlin/article1190847/ICC-Abriss-steht-jetzt-wieder-auf-der-Agenda.html
Bauer-Ewald October 15th, 2009, 08:27 PM http://www.berlin.citysam.de/fotos-berlin/berlin/icc/icc-9.jpg
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/42/ICC_Berlin_pixelquelle.jpg
goschio October 16th, 2009, 04:12 PM Gerne abreissen.
Tom68 October 16th, 2009, 05:35 PM Gerne abreissen.
Und warum? Das wäre echt schade! Das ICC gilt als Berliner Wahrzeichen, seht gut aus, irgendwie zeitlos. Es soll saniert und modernisiert werden, kein Abriss bitte!
erbse October 16th, 2009, 09:06 PM Dies wäre einer der letzten Berliner Nachkriegsbauten, die weichen müssten.
Ein Abriss wäre schier skandalös!
Gibt es schon Petitionen? Ich bin ja nicht gerade als Verfechter der Nachkriegsmoderne bekannt.
Aber dieses Ding ist so geil und so Berlin, da kämen mir bittere Tränen..
türkyilmaz October 16th, 2009, 10:12 PM Hatte eigentlich immer gedacht, dass sich mal jemand in dieses Ding setzt und wieder fortfliegt.
goschio October 22nd, 2009, 02:05 AM Und warum? Das wäre echt schade! Das ICC gilt als Berliner Wahrzeichen, seht gut aus, irgendwie zeitlos. Es soll saniert und modernisiert werden, kein Abriss bitte!
Weil das Teil Asbestverseucht ist und eine Sanierung sauteuer wird. Aber in Berlin scheint man ja genug Geld zu haben. Siehe Stadtschloss Rekonstruktion.
erbse October 22nd, 2009, 08:34 AM Ich würde nicht sagen "siehe Stadtschloss-Rekonstruktion" - viel eher: Siehe BND-Neubau (http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=979966). Rund 1 Milliarde Euro teuer, und niemand regt sich auf? :no: Dagegen sind Stadtschloss & Co. Peanuts!
Scheinbar ist eine Spionagezentrale in der Bevölkerung anerkannter als ein barockes Schloss.
Beschissene Zeiten.
goschio October 22nd, 2009, 01:23 PM Das Schloss koennte man vielleicht bauen wenn Deutschland einen ausgeglichenen Haushalt haette und nicht mehr weiss wohin mit dem Geld. In der jetztigen Situation 500 Millionen euro fuer ein Schloss auszugeben halte ich fuer pervers. Berlin hat man nun wahrlich genug Geld in den Schlund geschmissen.
Der Staat soll sich endlich auf seine Kernaufgaben konzentrieren und den Rest der privaten Wirtschaft ueberlassen. Wenn es ein gutes Konzept fuer das Schloss gibt, dann findet sich auch ein privater Investor.
George W. Bush October 22nd, 2009, 01:32 PM Schlösser zu bauen gehört zu den Kernaufgaben Berlins.
George W. Bush October 22nd, 2009, 01:37 PM Schön ist das ICC nicht unbedingt, aber imposant, interessant und einzigartig. Wäre schade drum.
Bauer-Ewald October 22nd, 2009, 06:58 PM Weil das Teil Asbestverseucht ist und eine Sanierung sauteuer wird. Aber in Berlin scheint man ja genug Geld zu haben. Siehe Stadtschloss Rekonstruktion.
Lass deine Birne mal entlausen! Es gibt einen Unterschied von Stadt, Land und Bund.
Bauer-Ewald October 22nd, 2009, 08:46 PM Diese Ansichten sollen noch unsere Kinder sehen! :cheers:
http://farm3.static.flickr.com/2163/2324782687_f4b966a20f.jpghttp://farm3.static.flickr.com/2366/2326482634_6bd2cdca5f.jpg
Hier noch ein Artikel vom Erbauer:
"Wieso ist die Skulptur nicht beleuchtet? Und den Tresen haben Sie auch wieder nicht zusammen geschoben." Ralf Schüler ist zwar nicht mehr so gut zu Fuß, und der Rundgang durch das weitläufige Internationale Congress Center Berlin ist beschwerlich. Seinem wachsamen Blick jedoch entgeht auch nicht die kleinste Schlamperei. Und davon entdeckt Schüler auf seinen regelmäßigen Inspektionsrundgängen mehr, als er zu tolerieren bereit ist. Er wird sich - mal wieder - bei der Messegesellschaft beschweren.
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Die Sorge um ihr Lebenswerk lässt Ralf Schüler und seine Frau Ursulina Schüler-Witte nicht los. Seit das Internationale Congress Centrum (ICC) vor knapp 30 Jahren eröffnet wurde, ist das Architektenpaar bemüht, das bei seiner Eröffnung am 2. April 1979 größte und teuerste Bauwerk der deutschen Nachkriegszeit vor Kritik, Umgestaltungs- und Abrisswünschen zu schützen. Denn vor solchen Zumutungen, so die Erfahrung der Eheleute, war das gigantische Bauwerk nie wirklich sicher.
Zwar scheint die seit der Jahrtausendwende kontrovers geführte Debatte um Abriss oder Erhalt des Gebäudes vorerst beendet zu sein. Im Frühjahr 2008 hatte der Senat nach langen Jahren quälender Ungewissheit den Beschluss gefasst, den Veranstaltungsdampfer an der Stadtautobahn bei laufendem Kongressbetrieb zu sanieren. Für Ralf Schüler ist das aber kein Grund, sich entspannt zurückzulehnen. Damit der unverwechselbare Charakter des Hauses nicht auf der Strecke bleibt, will er bei diesem Vorhaben trotz seines hohen Alters die Federführung übernehmen - und für die Wahrung seines Urheberrechts notfalls vor Gericht gehen. Denn obwohl bereits Gutachten zum technischen Zustand des Hauses in Auftrag gegeben wurden, und die mit anderthalb- bis zwei Jahren angesetzte Planungsphase schon läuft, habe ihn noch niemand zur Mitarbeit aufgefordert, betont der 79-Jährige.
Umbau kostet 240 Millionen Euro
Nach den Vorstellungen der Bausenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) sollen die Arbeiten im kommenden Jahr beginnen. Immerhin: "Am 23. Februar hat uns die Senatorin zu einem Gespräch eingeladen", sagt Ralf Schüler.
Das Internationale Congress Centrum (ICC) Berlin gilt mit seinen 80 Sälen und Räumen von 20 bis 9100 Plätzen bis heute als das größte Kongresszentrum Europas. Dennoch ist es mittlerweile zu klein. Weitere, flexible Veranstaltungssäle sollen die Kapazitäten vergrößern. Zudem soll das in die Jahre gekommene Gebäude energetisch saniert werden. Die Umbaukosten werden mit 240 Millionen Euro veranschlagt. 182 Millionen entfallen dabei auf die Sanierung, 53 Millionen Euro auf 6000 Quadratmeter neue Nutzfläche. "Vor zehn Jahren haben wir im Auftrag des damaligen Bausenators Umbauvorschläge erarbeitet", sagt Schüler. Und wundert sich, warum das Land Berlin die bereits bezahlten Planungsleistungen nicht aus der Schublade holt. "So ließe sich Zeit und Geld sparen."
Ausgerechnet beim politisch hochbrisanten Faktor der Kostenkalkulation hatten sich die Stadtoberhäupter in der Entstehungsphase des ICC wiederholt korrigieren müssen. Mit seiner damaligen Kollegin und späteren Frau Ursulina hatte Schüler 1965 den Wettbewerb zum Bau einer Multifunktionshalle auf dem Berliner Messegelände, für die 60 Millionen Mark angesetzt waren, gewonnen. Aufgrund mehrerer Studien zur Entwicklung des Kongressgeschäftes änderten sich die Planungen jedoch mehrfach - und trieben die Kosten in die Höhe. Aus politisch motivierten Gründen, so der Architekt, seien die wahren Kosten des Bauprojekts von den Verantwortlichen jedoch nur scheibchenweise öffentlich gemacht worden. "Ein erster Kostenvoranschlag von 1969, den die Neue Heimat als Generalübernehmer lieferte, ging von 120 Millionen Mark aus", so der Architekt. Noch vor Baubeginn 1973 räumte der damalige Bausenator Kosten von rund 500 Millionen Mark ein. Bis zur Endabrechnung 1988 war die Summe dann auf fast eine Milliarde Mark angewachsen.
"Für Berlin eine ,Halle Größenwahn'" ätzte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" damals, andere Blätter fanden ähnlich drastische Worte. Der politische Skandal war perfekt - und der Ruf des Architektenpaares in Mitleidenschaft gezogen. Bittere Ironie: Da das Honorar für die Architekten zum Zeitpunkt der Eröffnung - also bei der Hälfte der tatsächlichen Summe - abgerechnet wurde, war das ICC für die Schülers wirtschaftlich kein Erfolg. Schließlich mussten in der sechs Jahre währenden Bauphase die Gehälter von 80 bis 120 Architekten und Bauzeichnern bezahlt werden.
So gesehen ist es vielleicht verwunderlich, dass das ICC für das kinderlose Ehepaar unter den 250 Gebäuden, die sie im Laufe ihrer Berufstätigkeit entworfen und zum Großteil auch gebaut haben, noch immer eine Sonderstellung einnimmt. "Das ist wie bei Eltern, die ihrem Sorgenkind auch besondere Zuneigung entgegenbringen", sagt Ursulina Schüler-Witte (76). Schließlich mussten die bis dato relativ unbekannten Architekten durch die vielen Herausforderungen, die der Bau des Tagungs-Giganten mit sich brachte, über sich hinauswachsen.
Die Schülers entwickelten für ihr ICC viele echte Kongress-Klassiker, darunter den feuerbeständigen, stapel- und verklammerbaren Tagungs-Stuhl. Oder den ebenso feuerresistenten, ergonomischen "Berliner Kongress-Sessel", in den ausklappbare Arbeitstischchen mit Leselampe sowie eine Dolmetschereinrichtung integriert sind.
Die größte Kongress-Innovation war jedoch der Grundriss des Gebäudes - auch wenn dieser aus der Not heraus entstand. "Die Entscheidung des damaligen Senats, das Gebäude auf dem für Kongresse problematischen, lang gestreckten und schmalen Areal mitten in den Verkehr zu stellen, hat maßgeblich seine Form und Funktionsweise beeinflusst", sagt Schüler.
Vorbild Passagierschiff
Während sich herkömmliche Kongresszentren ebenerdig und sternförmig um eine zentrale Halle anordneten, stapelte Schüler die Funktionsebenen "wie bei einem Passagierschiff" in die Höhe. Bis heute dient das ICC mit der Verteilerebene im Erdgeschoss, den Veranstaltungssälen im zweiten sowie Gastronomie- und Rangfoyer im dritten Geschoss als Vorbild für Kongress-Neubauten in aller Welt.
Trotz des international guten Rufs war das Veranstaltungs-Raumschiff in Berlin von Anfang an umstritten - auch wegen der oft als kühl empfundenen Atmosphäre im Inneren, die so manchem Ball- oder Gala-Event Schwierigkeiten bereitete. Obwohl die zähe Abriss-Debatte nun vom Tisch ist, wird um die Art und Weise seiner Sanierung in naher Zukunft wohl nicht weniger heftig gerungen werden. Messechef Raimund Hosch äußerte unlängst, auch die Außenhaut aus Aluminium stehe nun auf dem Prüfstand - das Material sei zu empfindlich und die Pflege zu kostenintensiv. "Ungeheuerlich - eine andere Fassade werden wir nicht zulassen", stellt Ralf Schüler klar.
Die jahrelangen Diskussionen um ihr Meisterwerk sind an den ICC-Schöpfern nicht spurlos vorüber gegangen. Misstrauisch reagieren sie auch auf gut gemeinte Änderungs- und Optimierungsvorschläge, mit denen jüngere Kollegen - ohne es mit ihnen abgesprochen zu haben - an die Öffentlichkeit gehen.
Misstrauisch beobachten die Schülers auch, wie sich die landeseigene Messegesellschaft auf die Feierlichkeiten zum 30-Jährigen Jubiläum des ICC in zwei Monaten vorbereitet - nämlich gar nicht. "Das 20. Jubiläum wurde groß gefeiert, beim 25. gab es für die Mitarbeiter lediglich Erbsensuppe im Kellergeschoss", bemerkt Ralf Schüler. Der Grund für den Verzicht auf öffentliche Feierlichkeiten liege nicht in der mangelnden Anerkennung des Gebäudes, beschwichtigt Wolfgang Rogall, Sprecher der Messe Berlin GmbH. "Wir sind zu dem Zeitpunkt komplett mit den Aufbauarbeiten belegt." Am 8. April werden rund 8000 Aktionäre zur jährlichen Hauptversammlung der Daimler AG erwartet. Immerhin: In dieser Aussage liegt ein gewisser Trost - beweist die Veranstaltung doch, dass diejenigen das Haus schätzen, für die es vor 30 Jahren gebaut wurde: die Kongressgäste.
http://www.morgenpost.de/berlin/article1024154/Der_Mann_der_das_ICC_baute_und_sanieren_will.html
türkyilmaz October 22nd, 2009, 10:48 PM Ich würde nicht sagen "siehe Stadtschloss-Rekonstruktion" - viel eher: Siehe BND-Neubau (http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=979966). Rund 1 Milliarde Euro teuer, und niemand regt sich auf? :no: Dagegen sind Stadtschloss & Co. Peanuts!
Scheinbar ist eine Spionagezentrale in der Bevölkerung anerkannter als ein barockes Schloss.
Beschissene Zeiten.
Als Bundesbehörde dürfte der BND nicht viel mit dem Berliner Haushalt zu tun haben. Zum Glück.
Jedenfalls gebe ich meine Steuern lieber dem BND. Muss mal so gesagt werden.
goschio October 23rd, 2009, 04:23 AM Lass deine Birne mal entlausen! Es gibt einen Unterschied von Stadt, Land und Bund.
Berlin ist Stadt , Land und Synonym fuer den verschwenderischen Staat.
George W. Bush October 23rd, 2009, 10:55 AM Jede Stadt von Format hat halt ihre Stärken. Berlins Stärke ist es Geld auszugeben, welches es nicht hat (ok, das machen eigentlich alle Bundesländer, aber Berlin hat es perfektioniert und bis zur Meisterschaft gebracht -- zumindest bis die Ära Sarrazin anbrach).
Bauer-Ewald October 23rd, 2009, 07:29 PM Schande, ist das hier ein Architekturforum oder ein Haushaltsforum!!! Schämt euch! :ohno::ohno:
http://www.tagesspiegel.de/storage/pic/hermes/berlin/berlin/306180_1_xio-fcmsimage-20091022160825-006002-4ae0675931f3e.heprodimagesfotos83120091023dc-17140.jpg
Erstmal wieder gute Nachricht, es wird wohl teurer als geplant, das ICC abzureißen!!! Im Klartext, die Chancen, dass es bleibt, steigen! Das ist doch einen Asbach Uralt wert :cheers:
Ex-Bauleiter: Das ICC ist kaum wegzukriegen
Der Abriss des Internationalen Congress Centrums wäre eine Mammutaufgabe. Autobahnzubringer und Brücke über S-Bahn müssten wohl neu gebaut werden.Ein früherer Oberbauleiter, der von 1972 bis zur Eröffnung des Internationalen Congress Centrums (ICC) im Frühjahr 1979 auf der Großbaustelle beschäftigt war, warnt dringend vor einem Abriss des Gebäudes. Die komplette Beseitigung des ICC bis zu den Fundamenten sei wegen der eigentümlichen Statik kompliziert und gefährlich, sagte Klaus Dieter Jacobs dem Tagesspiegel. Es müssten ungeheure Mengen Stahl, Aluminium, Beton, Mauerwerk, Granitplatten, Kabel usw. abgetragen und entsorgt werden. Außerdem werde bei einem Abriss der Straßen- und Bahnverkehr in weiterem Umkreis um das Kongresszentrum über einen langen Zeitraum lahmgelegt.
„Teile der Avus, der Stadtring, Messedamm, Kant- und Halenseestraße müssten monatelang, wenn nicht sogar für Jahre gesperrt und umgebaut werden“, sagt Jacobs, der einer von sieben bauleitenden Architekten war, damals zuständig für Eingangshalle, alle Foyers und Treppenhäuser. Zum Beispiel müssten die Zubringer zur Stadtautobahn neu gebaut werden und die Brücke über der S-Bahn (Neue Kantstraße) gerate in Mitleidenschaft. Ganz zu schweigen von unzähligen Rohr-, Elektro- und sonstigen Leitungen, die das Stadtquartier in der Nähe des Messegeländes versorgen. Denn die Fundamente des ICC reichen sehr weit über das sichtbare Kongressgebäude hinaus. Jacobs weiß, wovon er spricht – er kennt noch die frisch ausgehobene Baugrube.
Ein weiteres Problem, sagt der jetzt 73-jährige Baufachmann, sei die Konstruktion des ICC mit vielen ineinander verzahnten, mächtigen Bauteilen, die sich gegenseitig die Waage halten. So wiege ein Längsträger des 320 Meter langen und 80 Meter breiten „Raumschiffs“ etwa 1500 Tonnen. Die 300 bis 500 Tonnen schweren Querträger hielten das Dach und würden umgekehrt von der Dachscheibe stabilisiert. Diese Stahlträger ruhten auf Neoprenlagern, die bis zu 5000 Tonnen Last tragen müssten. „Da kann man nicht mit der Abrissbirne ran“, sagt Jacobs. Die gesamte Konstruktion müsse streng kontrolliert, Stück für Stück abgetragen werden, um gefährliche Senkungen oder Hebungen des Untergrunds zu vermeiden.
Dagegen sei der Abriss des Palastes der Republik einfach gewesen, meint der Ex-Bauleiter, der auch in anderen europäischen Ländern, in den USA und Südostasien gearbeitet hat. Ein eigenwilliger Weltenbummler mit einem Faible für Abenteuer. Zwei Bücher hat er über sein Leben geschrieben, dazu gehört auch die Arbeit beim ICC. Kurz nach der Eröffnung des größten Kongressgebäudes in Europa schrieb Jacobs mit geradezu prophetischer Gabe auf: Er halte es für möglich, dass die Berliner Messegesellschaft „im Laufe der Zeit aufgrund der hohen Wartungskosten aus diesem Kleinod der Architektur eine einfache Messehalle macht oder das ICC abreißt“.
Ein solcher Abriss werde hunderte Millionen Euro kosten, warnt der Architekt. Die von Gutachtern festgestellte Schadstoffbelastung des Gebäudes, vor allem durch Asbest, ist Jacobs ein Rätsel. „Die Bauleitung wurde von vornherein darauf hingewiesen, dass kein Asbest verbaut werden darf.“ Trotzdem enthalten Zementplatten und Heizungsrohre das krebserzeugende Material, sowohl am Dach wie in den Räumen. Die Beseitigung der Schadstoffe wird nach jüngsten Schätzungen über 60 Millionen Euro kosten.
Die hohen Baukosten für das ICC, über eine Milliarde D-Mark (etwa 500 Millionen Euro), erklärt sich Jacobs auch aus dem Standort zwischen Autobahn, S-Bahn und Messedamm. „Ein schmales Handtuch, das jahrzehntelang als unverkäuflich und nicht bebaubar galt.“ Alternativ seien vorher die Heerstraße und die Jafféstraße im Gespräch gewesen. Die ungewöhnliche Architektur des ICC sei eben auch dem schwierig zu nutzenden Grundstück zu verdanken. Für das Ingenieurbüro Gerhard Bartels habe er 1968/69 gemeinsam mit einem Kollegen eine interne Kostenschätzung vorgelegt. „Wir kamen damals schon auf 850 Millionen D-Mark.“ Offiziell ging der SPD-geführte Senat 1969 damit hausieren, dass das ICC für 120 Millionen D-Mark zu haben sei.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 23.10.2009)
http://www.tagesspiegel.de/berlin/ICC;art270,2930104
Bauer-Ewald October 24th, 2009, 12:13 AM Wieder ein Grund mehr die Feinde der Architektur in die Schranken zu weisen. Wenn das ICC überlebt, können wir stolz sagen, Gott hat es so gewollt.
Das ICC ist Europas bester Ort für Kongresse
Das abrissgefährdete Berliner ICC ist das beste Kongresszentrum Europas. Das haben mehr als 180.000 Touristik-Experten in einer Abstimmung entschieden. Das ICC bekommt nun in der Kategorie "Europe's Leading Conference Centre" den World Travel Award. Er gilt als "Oscar der Tourismus-Industrie".
http://www.morgenpost.de/multimedia/archive/00476/icc_berlin_BM_Berli_476835b.jpg
Über 183.000 Touristiker haben dieses Jahr ihre Stimmen abgegeben, um die Besten der internationalen Reisebranche zu bestimmen.
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Die "World Travel Awards" genannte Auszeichnung wird von Entscheidungsträgern aus der Tourismusbranche vergeben und wurde vom Wall Street Journal als "Oscar" der weltweiten Reise- und Tourismusindustrie bezeichnet.
In diesem Jahr nahmen 183.000 Reisebüros, Tourismusorganisationen und touristische Leistungstränger in mehr als 160 Ländern der Erde an dem Voting in 919 Kategorien teil. Die europäische Feier fand jüngst in Portugal statt. Und die hiesigen Veranstalter hatten gleich dreifachen Grund zur Freude: Die portugiesische Hauptstadt Lissabon wurde in den Kategorien „Europe's Leading Travel Destination“, „Europe’s City Break Destination“ und „Europe’s Leading Cruise Destination“ ausgezeichnet.
Doch auch Berlin ging nicht leer aus: Das Internationale Congress Centrum ICC kam auf Platz 1 der besten Kongresszentren Europas, es darf sich nun "Europe's Leading Conference Centre 2009" nennen. Und das ausgerechnet jetzt, wo die Debatte um den Abriss des ICC wieder aufgeflammt ist.
Bis Jahresende erarbeitet die Stadtentwicklungsverwaltung ein detailliertes Bedarfsprogramm. Es folge eine dreimonatige Prüfphase. Dann soll feststehen, wie viel die Sanierung kosten wird. Möglicherweise steht dann doch noch der Abriss an, das schloss auch der Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) nicht aus.
Hintergrund sind steigende Kosten, nachdem nicht nur im Dach, sondern auch in Räumen Asbest gefunden wurde. Nach Informationen von Morgenpost Online wird es mindestens 60 Millionen Euro zusätzlich kosten, diese Schadstoffe zu beseitigen. Die mit 182 Millionen Euro veranschlagte Sanierung des ICC würde damit um mindestens 30 Prozent teurer.
Einige weitere der begehrten "World Travel"-Auszeichnungen in der Sektion "Europa" gingen nach Deutschland: Die Lufthansa verteidigte ihren Rang als beste europäische Fluggesellschaft, das Kempinski-Hotel am Münchner Flughafen wurde als bestes Airport-Hotel Europas ausgezeichnet.
Auch nationale Wertungen gab es. Deutschlands bestes Hotel ist demnach das Adlon Kempinski in Berlin. Ganz in der Nähe von Berlin, am Scharmützelsee, liegt Deutschlands bestes Golf- und Spa-Resort, das A-ROSA Scharmützelsee. Das InterContinental Resort Berchtesgarden gewann gleich in zwei Kategorien die nationale Wertung: als bestes Resort und als bestes Spa Resort. Bestes Konferenzhotel wurde das Sheraton Frankfurt Hotel & Towers.
Das seit 1993 alljährliche Ergebnis soll mit den Awards "exzellente" Leistungen erkennen, würdigen und auszeichnen. Insgesamt 1500 Unternehmen wurden für 177 Kategorien nominiert. Nach Zeremonien in Dubai, Afrika, Mexiko und Portugal findet am 8. November in London die große Abschluss-Gala statt, bei der die "2009 World category winners" bekannt gegeben werden.
Alle Gewinner im Überblick: worldtravelawards.com/winners2009-8
http://www.morgenpost.de/berlin/article1194554/Das-ICC-ist-Europas-bester-Ort-fuer-Kongresse.html
Bauer-Ewald November 2nd, 2009, 11:24 PM http://www.tagesspiegel.de/storage/pic/nomc/skyboy/150084_0_icc_135_neu.png
Man solle das Internationale CongressCentrum ICC abreißen und ein neues Kongresszentrum bauen, ließ sich der Finanzsenator vernehmen, das sei billiger als die nötige ICC-Sanierung. Abgesehen davon, dass eine genauere Prüfung der höchst umstrittenen Kostenprognosen aussteht, scheint man sich in der Stadt auch nicht über die baukulturelle Bedeutung des von jeher angefeindeten Monstrums im Klaren zu sein.
Das ICC kennt jeder, nicht nur in Berlin. Ein Vorzug, geschuldet unter anderem seiner einzigartigen Lage, in idealer Diagonalsicht am Ende der Avus, wie ihn einst auch das Schloss am Ende der Linden genoss. Schon von weither sichtbar, ist das ICC für Millionen von Berlinbesuchern der Willkommensgruß. Und wenn den West-Berlinern das ICC am Horizont aufschien, war das ein Signal: Du bist wieder zu Hause. Auch die bislang 11,1 Millionen Menschen, die das Gebäude seit 1979 von innen sahen, haben das ICC in lebhafter Erinnerung – und das, obwohl Kongresszentren gemeinhin nicht zu den Orten zählen, an die man sich überhaupt erinnert. Die signifikante Form des Gebäudes, sein „Alleinstellungsmerkmal“, wie Marketingleute heute herausstellen würden, lässt es jedem, der das ICC einmal gesehen hat, immer vor Augen haben, wie es bei der Oper in Sydney oder dem Guggenheim-Museum in New York der Fall ist. Dieser Umstand wird aus Berliner Binnensicht unterschätzt.
Wie ein Ozeandampfer liegt das ICC in der Verkehrsbrandung. „Quasseldampfer“ haben die Berliner das monumentale Bauwerk getauft. Viele schimpften schon zur Bauzeit aus tiefstem Herzen. Gigantisch sei das Monstrum, auftrumpfend, ungeschlacht. Für derlei ungewohnte Dimensionen fehlte damals jegliches Verständnis. Die heftige Kritik warf einen Schatten auf die Eröffnungsfeier vor 30 Jahren, den die Festredner nicht übersehen konnten. Nur Ephraim Kishon hatte tröstende Worte für die Festversammlung: „Ich finde das Kongresszentrum ausgesprochen hübsch. Es ist klein, aber herzig. Ich könnte auch intim sagen. Es ist auch sehr modern, der letzte Schrei in Stereo. Ich kann es hier erklären, dass es die tollste Sache des Jahrhunderts seit der Erfindung des Reißverschlusses ist!“
Doch „Bauwelt“-Chefredakteur Ulrich Conrads urteilte anlässlich der Einweihung im Rias: „Die immense Baumasse hat den Maßstab der Stadt weder verletzt noch verdorben. Das Bauwerk ordnet sich ein – wenn auch nicht unter, das wäre von 800 000 Kubikmeter umbauten Raumes zu viel verlangt.“ Er hatte erkannt, dass die in höchstem Maß unwirtliche städtebauliche Situation am Westkreuz eine weit ausstrahlende Landmarke dieser Größenordnung verträgt. Man stelle sich den halben Quadratkilometer von Pisten und Bahntrassen durchpflügten Stadtraum ohne den optischen Ankerpunkt ICC vor!
Heute, da das Publikum an viel größere Bauten im Prestigewettkampf der Länder und Regionen gewöhnt ist, schreckt die pure Größe des ICC nicht mehr, und man interessiert sich eher für die architektonische Form und die Botschaft des Gebäudes. Eigentlich war das ICC schon zu seiner Eröffnung von gestern. Das lag natürlich an den 14 Jahren Planungs- und Bauzeit, die seit dem Wettbewerbsgewinn der Architekten Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte ins Land gegangen waren. Die Technik- und Fortschrittseuphorie der sechziger Jahre war von der Postmoderne abgelöst worden. Doch heute sehen wir den Bau in einem anderen Licht, nämlich als bedeutenden Vertreter des Technizismus, der Hightech-Architektur, die zur selben Zeit mit dem Centre Pompidou einen ersten Höhepunkt feierte. Denn das ICC zelebriert die Technik des Tragens und Lastens. Die schweren Fachwerkträger verrichten vor aller Augen ihre Herkulesarbeit, scheinbar hydraulisch in die Höhe gestemmt durch die „Kolben“ der paarweise auftretenden Treppenzylinder. Wohl sind die außen liegenden Tragglieder beim Centre Pompidou feiner dimensioniert. Beim ICC ist jedoch durch die Dämmung und dicke Verpackung der Fachwerkstrukturen in einer Aluminiumkarosserie ein architektonisches Motiv kreiert worden, das zum Beispiel Norman Foster bei seiner berühmten, just 1979 entworfenen Hongkong and Shanghai Bank einsetzte.
Noch eine andere Geschichte der frühen Moderne erzählen die Architekten aufs Neue. Sie bedienten sich des Dampfermotivs, das auf Le Corbusiers Idee des Maschinencharakters der Architektur zurückgeht. Die Verjüngung des langgestreckten Körpers nach unten, die „Kommandobrücke“ an der Schmalseite zur Kantstraße hin, der Mast über dem Parkhaus, die Lüfter an den Längsseiten, die Fenster mit den gerundeten Ecken wie im Fahrzeugbau, die Relings – alles deutliche Referenzen an den Schiffbau. Das assoziiert Dynamik. Zusätzlich scheint der Gebäudekopf hydraulisch aus dem Gehäuse herausgeschoben zu werden. Irgendwie ist alles in Bewegung. Klar zum Ablegen.
Das ICC ist sozusagen Flaggschiff einer Stilrichtung der Geschäfts- und Büroarchitektur, deren Bauwerke sich als maschinenästhetische Artefakte präsentieren. In Berlin zählen zum Beispiel noch das Hochhaus der BfA am Hohenzollerndamm von Hans Schäfers dazu oder das Konsistorium von Georg Heinrichs und Hans C. Müller beim Hansaplatz in Tiergarten.
„Herzlichen Glückwunsch. Du hast Dich gar nicht verändert“, schrieb die „Bauwelt“ im Jahr 2004 zum Silberjubiläum des ICC. In der Tat gibt es wenige Gebäude dieser Funktion und dieser Größenordnung, die in einem Vierteljahrhundert keine Umbauten über sich ergehen lassen mussten. Wer heute den „Boulevard“ im Inneren oder den Großen Saal aufsucht, kann Fotos schießen, die sich von den Originalaufnahmen zur Eröffnung kaum unterscheiden. Selbst der zeittypische Teppichboden mit den Kreismustern, die blauen und roten Neonschlangen und die mechanischen Anzeigetafeln haben sich auf wunderbare Art erhalten.
Wer die Wandelgänge, die Foyers, die Treppenläufe benutzt, findet sich in einem schlüssigen Ambiente wieder, das einen unverwechselbaren Charakter besitzt. Ein Ambiente, das offenbar noch immer die Qualitäten hat, um als Kulisse für ein aktuelles Musikvideo von Rosenstolz dienen zu können.
Dauersieger beim World Travel Award für Konferenzzentren, Wahrzeichen für Berlin von Weltrang, das ICC ist Funktionsträger und Ikone zugleich. Wer es aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht in Frage stellt, ignoriert gesellschaftliche und kulturelle Werte.
http://www.tagesspiegel.de/kultur/ICC;art772,2939559
Bauer-Ewald February 12th, 2012, 11:02 PM ARCHITEKTURLEGENDE ICC VOR DEM AUS!
http://www.tagesspiegel.de/images/heprodimagesfotos83120120212icc-jpg/6199406/2.JPG
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Fest verankert zwischen Messegelände und Stadtautobahn erweckt das Internationale Congress Centrum (ICC) den trügerischen Anschein, es sei für die Ewigkeit gebaut. Aber die Zukunft des schimmernden Kolosses am Rand der City-West, immer noch das größte Kongressgebäude Europas, ist ungewiss. Trotz vieler Senatsbeschlüsse und dem Versprechen der rot-schwarzen Koalition, den Mammutbau zu sanieren und in seiner bewährten Funktion weiter zu nutzen. Doch an den Politikern nagen schlimme Zweifel, dass die Kosten für Schadstoffbeseitigung, Modernisierung und eine besser nutzbare Innenarchitektur nicht in den Griff zu bekommen sind.
Im neuen Landeshaushalt stehen noch jene 182 Millionen Euro, die SPD und Linke 2008 als finanziellen Rahmen festgelegt hatten. Jetzt heißt es senatsintern, das sei nur eine „grobe Schätzung“ gewesen, basierend auf dem Raumvolumen des ICC. Als die Stadtentwicklungsverwaltung im Dezember 2011 in einer internen Prognose zu dem Ergebnis kam, dass eine „Vollsanierung“ 330 Millionen Euro kosten könnte, führte dies zu schweren politischen Lähmungserscheinungen. Einig sind sich die Haushaltsexperten der Koalition bisher nur, dass 250 Millionen Euro für die ICC-Sanierung die Schmerzgrenze sind. Aber es gibt keine brauchbaren Konzepte, die garantieren, dass dieses Limit eingehalten wird.
Im neuen Landeshaushalt stehen noch jene 182 Millionen Euro, die SPD und Linke 2008 als finanziellen Rahmen festgelegt hatten. Jetzt heißt es senatsintern, das sei nur eine „grobe Schätzung“ gewesen, basierend auf dem Raumvolumen des ICC. Als die Stadtentwicklungsverwaltung im Dezember 2011 in einer internen Prognose zu dem Ergebnis kam, dass eine „Vollsanierung“ 330 Millionen Euro kosten könnte, führte dies zu schweren politischen Lähmungserscheinungen. Einig sind sich die Haushaltsexperten der Koalition bisher nur, dass 250 Millionen Euro für die ICC-Sanierung die Schmerzgrenze sind. Aber es gibt keine brauchbaren Konzepte, die garantieren, dass dieses Limit eingehalten wird.
"Wir haben unsere Hausaufgaben längst gemacht", sagt der Messesprecher.
Auch die Idee, das ICC als Kongresszentrum zu entwidmen und zu einer gigantischen Messehalle umzubauen, wurde wieder verworfen. Dies setzte voraus, dass der Bau entkernt und mit variablen Innenwänden versehen wird. Angesichts der vielen tragenden Bauteile aus Stahl und Beton sei dies „statisch kaum machbar“, sagt die ICC-Architektin Ursula Schüler-Witte, die sich für die Sanierung einsetzt. Die Baubehörde des Senats widerspricht dem nicht. Und auch mit dieser aufwendigen und risikoreichen Variante ließe sich kein öffentliches Geld einsparen. Einen Kaufinteressenten für das 1979 eröffnete und noch immer sehr gut ausgelastete ICC gibt es nicht, das ist seit Jahren ausgelotet. Der Senat könnte das 320 Meter lange „Raumschiff“ verrotten lassen, das wäre wohl eine preiswerte Sache. Niemand hat sich bislang getraut, dies ernsthaft zu erwägen.
Also bleibt nur die Sanierung. Stellvertretend für die Berliner Steuerzahler findet es Architektin Schüler-Witte „unverständlich, dass sich die Ermittlung der Sanierungskosten für das ICC über Jahre erstrecken und im Halbjahresabstand immer wieder neue und höhere Kosten genannt werden, die offenbar alle keine nachvollziehbaren Grundlagen haben“.
Bis heute sind 1,3 Millionen Euro nur für Gutachten ausgegeben worden. Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz (parteilos, für CDU) arbeitet zur Zeit an einer zusammenfassenden Expertise und schließt nicht aus, dass weitere Gutachten folgen werden.
Aber mit welchem Ziel? Wie man hört, erwartet Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) von der Kollegin von Obernitz und der Messegesellschaft ein neues Konzept für das ICC, das seine Verwaltung dann in verbindliche Kostenrechnungen und Baupläne umwandeln kann. Eine Sprecherin der Wirtschaftsverwaltung sagte dazu nur, dass sich die Gespräche noch „in einem Stadium der Meinungsbildung“ befänden. Die Messe wiederum fühlt sich von Müllers Erwartungen nicht angesprochen. „Wir haben unsere Hausaufgaben längst gemacht“, sagte Messesprecher Michael Hofer. Schon in der vergangenen Wahlperiode habe das Unternehmen einen detaillierten Bedarfsplan für die künftige Nutzung des Kongressgebäudes vorgelegt. Alles weitere sei Angelegenheit des Eigentümers – und nicht des Pächters.
Die Regierungsfraktionen von SPD und CDU zucken vorerst nur ratlos mit den Schultern und sichern sich gegenseitig zu, dass der Koalitionvertrag in Sachen ICC gilt. In einer Woche treffen sich dem Vernehmen nach die Vorsitzenden des Wirtschafts- und des Hauptausschusses im Abgeordnetenhaus mit den fachlich zuständigen Senatoren Müller und von Obernitz. Ende Februar beginnen im Parlament die Haushaltsberatungen für 2012/13, die bis zur Sommerpause abgeschlossen sein sollen. Spätestens dann muss ein bezahlbares Sanierungskonzept vorliegen, wenn die Bauarbeiten wie geplant 2014 beginnen sollen.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/planlose-politik-wir-haben-unsere-hausaufgaben-laengst-gemacht-sagt-der-messesprecher-/6199408-2.html
Ludi February 13th, 2012, 12:49 PM http://www.tagesspiegel.de/images/heprodimagesfotos83120120212icc-jpg/6199406/2.JPG
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seid ihr des Wahnsinns?!?!
Wie könnt ihr das ICC abreißen lassen wollen?!
Es ist genial und wirkt imposant an der Stadtautobahn...
Ich bin für sanieren oder modernisierung mit möglicher Erweiterung.
Das Teil brauch nur mal ein Lifting und unser Raumschiff sieht bestimmt noch besser aus. :cheers:
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^^
Es ist ein einmaliger Bau, der perfekt dort in die Ecke passt und immer einen futuristischen Eindruck gemacht hat, wenn man auf der Stadtautobahn an ihm vorbei gefahren ist.
Sicherlich ist das ICC in die Jahre gekommen, aber mit einer Modernisierung wird es sicherlich wieder strahlen und überzeugen UND wir würden dafür nicht noch ein Einheitsbrei Glaskasten bekommen!!! :ohno:
Ludi February 13th, 2012, 06:27 PM http://h10.abload.de/img/icc3tpdb.jpg
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http://www.berliner-zeitung.de/image/view/2011/11/23/11351898,8707711,highRes,maxh,480,maxw,480,GE_K1C2014.jpg.jpg
http://www.gif-paradies.de/gifs/liebe/i_love_you/i_love_you_0002.gif (http://www.gif-paradies.de)
Dieses geniale Teil ist einfach einmalig und geil. Was wäre das Gelände ohne das ICC!?
Wenn man das abreißen würde, wäre ich schon stark enttäuscht. Es gibt Berlin ein Gesicht und ist alles andere als ein hässliches Überbleibsel, es ist meiner Meinung nach ein architektonisches Meisterwerk verganger Zeiten, was umbedingt erhalten werden muss und sicherlich auch eine Grunderneuerung nötig hat, aber nicht verloren gehen sollte, man würde es irgendwann bereuen!
Es wäre schon traurig, wenn man das Teil durch einen billigen, einfallslosen Kasten ersetzen würde!!! :mad::mad::mad:
Odoaker February 13th, 2012, 06:42 PM +1
RandStadrail February 14th, 2012, 09:07 PM + 1
LordiHard February 15th, 2012, 06:41 PM JA
erbse February 15th, 2012, 06:45 PM Etwas aussagekräftigere Beiträge wären wünschenswert, danke.
Dr_Cosmo February 15th, 2012, 07:05 PM del
Tricky February 17th, 2012, 09:44 AM Machen wir uns nix vor! ... die Sanierung wird sau-teuer, und weitaus mehr als die veranschlagten 300m EUR (oder was auch immer die letzte Schaetzung war)! ... sowas wird immer teurer, und wir sollten nicht einen auf "Griechenland" machen, wenn wir es uns nicht leisten koennen! ... die Zahlen sind unzuverlaessig und es koennte ein Fass ohne Boden werden. Daher: Abriss & Neubau!! ... klar gibt es Nachteile (Wegfall eines West-Berliner Wahrzeichens, fehlende Kapazitaeten waehrend des Abrisses & Neubaus), aber es ist die einzig logische, finanzierbare Alternative! ... und manchmal muss man halt in den sauren Apfel beissen!
erbse February 17th, 2012, 11:48 AM Nix da. Der Wert eines solchen Baus ist nicht einfach in Zahlen messbar.
Hier bedeutet in den sauren Apfel zu beißen eben, die Finanzierung für die Sanierung zu stemmen.
derUlukai February 19th, 2012, 02:51 AM ist doch mal wieder nur lächerlich hier.. selbst wenn die sanierung des ICC 400millionen euro kosten sollte, kann ich mir kaum vorstellen, dass der abriss samt neubau eines gebäudes ähnlicher funktion signifikant billiger wären..
zudem soll hier ein baudenkmal aus kurzfristigen, vorgeblichen kostenersparnissen (seit wann legt man denn in berlin auf sowas wert?) abgerissen werden, während man gleichzeitig in der selben stadt das recht sinnbefreite und längst abgerissene schloss für über eine halbe millarde wiedererrichten will - und in ein paar jahrzehnten wird man dann vermutlich unbedingt das ICC für unsummen rekonstruieren wollen..
(gut, beim schloss bezahlt der bund den großteil der rechnung, im endeffekt bleibt steuergeldverschwendung jedoch steuergeldverschwendung..)
youngwoerth February 19th, 2012, 02:05 PM das recht sinnbefreite und längst abgerissene schloss
Kannst Du mal näher ausführen, warum Du das Schloss für sinnbefreit hältst?
Ich bin ganz klar für den Erhalt des ICC.
derUlukai February 19th, 2012, 04:19 PM guck dich halt im passenden thread dazu um..
die kurzfassung: ich halte generell nicht allzu viel von rekonstruktionen; man hat krankhaft versucht für das gebäude irgendeine halbwegs sinnvolle nutzungsmöglichkeit zu finden, und es ist einfach viel zu teuer für diesen quasi nicht existenten zweck (wie konnte berlin bisher nur ohne humboldt-forum überleben..?), während wohl noch ende der goldenen 90er irgendwelche investoren das ding für die öffentliche hand kostenneutral (mit einkaufszentrum innen) neu errichten wollten und der senat das damals scheinbar abgelehnt hat.. :nuts:
falls man jetzt also prioritäten setzen müsste zwischen rekonstruktion eines fast vergessenen preußenschlößschens und dem erhalt des ICC - wäre meine priorität klar. aber in berlin muss natürlich alles gehen, da wird man hier ganz sicher keinen trade-off machen..
Сталин February 20th, 2012, 01:20 AM this building looks very futuristical
Sanshiro February 20th, 2012, 02:52 PM Es geht mir jedes mal das Herz auf, wenn ich von der Autobahn aus nach Berlin reinfahre und das ICC sehe. Mein Lieblingsgebäude in Berlin.
youngwoerth February 20th, 2012, 04:56 PM sinnbefreit / nicht existenten zweck
Sinn & Zweck: Sensible Heilung einer Kriegswunde und damit einhergehende Rückgewinnung dezimierter städtebaulicher Identität. Nutzung ist für mich zweitrangig.
erbse February 21st, 2012, 01:54 AM Sehe ich genauso. Der Hauptsinn besteht hier im Gewinn für den städtebaulichen Kontext und die Mitte Berlins und Deutschlands.
Welchen sinnvollen Zweck hat die Freiheitsstatue etwa? Darum sollte es bei Bauwerken nicht immer primär gehen. Letztlich auch so ein Modernistenansatz - form follows function, blablubb.
goschio February 21st, 2012, 03:29 AM Aber bitte nicht 500 mio euro Steuergelder fuer sowas verschwenden. Das ICC hat immerhin noch einen wirtschaftlichen Zweck. Das Stadtschloss hingegen ist voellig sinnfrei.
derUlukai February 21st, 2012, 07:08 AM Sehe ich genauso. Der Hauptsinn besteht hier im Gewinn für den städtebaulichen Kontext und die Mitte Berlins und Deutschlands.
Welchen sinnvollen Zweck hat die Freiheitsstatue etwa? Darum sollte es bei Bauwerken nicht immer primär gehen. Letztlich auch so ein Modernistenansatz - form follows function, blablubb.
bei solchen aussagen könnte man fast meinen dass dein account von einem der hier einschlägig bekannten berliner übernommen wurde. wieso nicht gleich mitte europas oder der ganzen zivilisierten welt..?
und die freiheitsstatue war soweit ich weiß ein geschenk der franzosen an die amis - da wurden keine umsummen reingepumpt, zumal ich eine statue jetzt auch nicht unbedingt als bauwerk (mit benötigter funktion) ansehen würde..
wenn ihr (du&youngwoerth) die asche so dicke habt und unbedingt diese klaffende nachkriegswunde schließen wollt (oh, moment, bis vor ein paar jahren stand dort ja sogar noch etwas..), könnt ihr das schloss ja gerne privat aus spenden finanzieren, da hätte ich dann überhaupt nichts dagegen. nur sehe ich diese steuergeldverschwendung absolut nicht ein - zumal (wir kehren zum thema zurück..) man für weniger geld ein noch bestehendes - sinnvolles - baudenkmal sanieren könnte.
erbse February 21st, 2012, 10:23 AM Die Schlossfassade wird ohnehin spendenfinanziert. Dass dort ein Gebäude hinkäme, stand außer Frage.
Und dass die außereuropäischen Sammlungen auf die Museumsinsel kommen, war ohnehin klar. Und natürlich ist das ein sinnvolles letztes Puzzlestück für dieses einzigartige kulturelle und architektonische Ensemble.
Wäre man nicht so blauäugig gewesen und hätte statt der dämlichen Stella-Modernistenvariante eine Komplettrekonstruktion auf den Weg gebracht, könnte ich mir sogar eine vollständige Spendenfinanzierung vorstellen. Für die Chimäre sind natürlich weniger Leute bereit, Geld zu spenden. Ohnehin wird das auch erst richtig anlaufen, wenn's losgeht - wie bei der Dresdner Frauenkirche. Und im Übrigen: Ich habe schon vor langer Zeit die Kampagne für das Stadtschloss unterstützt und mitfinanziert.
Man kann das nicht immer alles in Konkurrenz sehen. Genausowenig wie eine Rekonstruktion in einem heruntergekommenen oder gar verlorenen Viertel mit nötigen Sanierungen konkurriert, konkurriert ein vitalisierender Neubau mit einer Sanierung - das eine schiebt das andere an. Die Gesamtsituation verbessert sich, Investitionen werden lohnenswert. Das wird man rund um das Schloss beobachten können. Eine Win-Win-Situation für alle.
Sowohl Schloss als auch ICC sind viel mehr wert für Berlin als die Summe ihrer Teile und des Geldes, das hineingesteckt wird.
youngwoerth February 21st, 2012, 11:35 AM Das Stadtschloss hingegen ist voellig sinnfrei.
Hatten wir nicht soeben geklärt, dass dem nicht so ist?!
goschio February 21st, 2012, 12:28 PM Hatten wir nicht soeben geklärt, dass dem nicht so ist?!
Du und Erbse haben das geklaert. Das ist eure Meinung.
Fuer mich ist es sinnlose Verschwendung von Steuergeldern.
Ludi February 21st, 2012, 04:40 PM Was mir hier bei der Diskussion aufgefallen ist...., es wird Nutzen immer nur über Quadratmeterzahlen definiert.
Aber ein ICC oder auch ein Schloss kann durchaus auch noch einen anderen, auf einer höheren Ebene gelegenen Nutzen für die Stadt, das Image, Ansehen, etc. haben, was sich dann wieder in anderen Bereichen nützlich niederschlägt.
Aber hier soll es ja um das ICC gehen und wie schon gesagt, ist das ICC ein Schatz und architektonisches Meisterwerk, was Berlins Bild nach Außen im großen Maße mitgestaltet und umbedingt erhalten werden muss.
Und ich bezweifel, dass es so erhebliche Mehrkosten bei einer Sanierung im Vergleich zum Abriss+Neubau gäbe.
Der Imageschade und der Verlust von Berlins "Ecken und Kanten" durch trostlose und billige einheitsbrei Glaskästen als Ersatz würden enorm sein, aber sind schwer messbar...
youngwoerth February 23rd, 2012, 09:24 AM Fuer mich ist es sinnlose Verschwendung von Steuergeldern.
Das ist legitim und so formuliert als Meinung vertretbar. Ändert aber nichts daran, dass der Schlosswiederaufbau neben aller berechtigten Kritik auch Sinn und Zweck hat, und zwar objektiv. Das wiederum hat mit "Meinung" nichts zu tun. :)
Dr_Cosmo February 23rd, 2012, 08:58 PM Ich habe zum ICC Erhalt keine fundamentale Meinung. Tendiere insgesamt aber eher zum Weiterbetrieb.
Prinzipiell erkenne ich an, dass Funktionsbauten a la Kongress-Sport-Messe-Bahnhofs-Flughafengebäude ein Verfallsdatum haben können.
Das ICC ist zweifelslos mehr, da wirtschaflich nach wie vor sehr erfolgreich und die einzigartige Architektur ein starkes Stück Berliner Identität geworden ist.
Jedoch wird eine Sanierung vermutlich zum Millionengrab genauso wie ein Abriss zum politischen Horror werden dürfte. Die Politik ist um die Entscheidung kaum zu beneiden. Egal was wird, die Verantwortlichen werden sich so oder so nicht mit Ruhm bekleckern können.
youngwoerth February 24th, 2012, 08:38 AM Das ist legitim und so formuliert als Meinung vertretbar.
Allerdings hatte Erbse zum Thema Steuergelder bereits angemerkt, dass diese nicht das Geringste mit der Architkektur des Gebäudes zu tun haben, denn die Rekofassade wird aus Spendengeldern finanziert. Hätten die Gegner das Schloss zu Fall gebracht, würde dort jetzt ein Modernistenkubus entstehen und exakt dieselben Steuermittel verschlingen.
Ludi March 14th, 2012, 10:42 PM Koalition will ICC in Etappen sanieren
Rot-Schwarz denkt über eine Teilrenovierung des ICC bis 2020 nach und plant, die Kosten dafür auf 250 Millionen Euro zu begrenzen. Die Messe muss sich darauf einstellen, an den Kosten beteiligt zu werden.
Momentan ist die Diskussion wieder am Laufen, die Messe Berlin würde lieber ein neuen Komplex haben wollen, der effizienter ist.
Ich habe neulich auch die BZ im Kiosk gesehen, wo auf dem Titelblatt die Rede von einem Mega-Casino im ICC war, da es auch die Idee gab, dass ICC anderwertig in Zukunft zu nutzen und der Messe einen Komplex zukommen zu lassen. Wo ich auch nichts dagegen hätte, solange das Raumschiff erhalten bleibt.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/landespolitik/schadstoffbelastetes-kongressgebaeude-koalition-will-icc-in-etappen-sanieren/6328550.html
Honk March 18th, 2012, 09:11 PM Mittlerweile steigt der politische Druck auf die Messe Berlin, die das ICC wohl loswerden möchte, siehe Artikel. Es wird gefordert, dass das ICC saniert wird und die Messe als landeseigenes Unternehmen sich an den nicht unerheblichen Kosten beteiligt. Als Grund werden hier Landeszuschüsse an die Messe von 140 Millionen Euro in den letzten 10 Jahren genannt.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/politischer-druck-waechst-messe-soll-sich-an-icc-sanierung-beteiligen/6340798.html
Was mich an der Sache stört ist dass hier aus politischen Kalkül (Wählerberuhigung in Westberlin?) die Messe als ein wirtschaftlich profitables Unternehmen gefährdet wird.
Ludi March 18th, 2012, 10:14 PM Naja, die Messe Berlin will/wollte ja erst auf eigene Kosten einen alternativen Standort bauen.
Wenn sie jetzt aber das ICC auf Kosten der Stadt zu 100% kriegen wären ein kleiner Anteil, den sie beisteuern wohl nicht verkehrt.
Andererseits zwingt man damit natürlich die Messe Berlin das ICC weiter zu betreiben, was etwas unwirtschaftlicher sein wird, als ein Neubau, der wohl auch nach einer Grunderneuerung des ICC profitabler zu bewirtschaften sein wird.
Mir wäre es wie gesagt egal, was die Messe will, soll sie machen, solange man eine Lösung für das ICC findet und einen möglichen anderen Mieter/Investor, wie das Gerücht mit dem Mega-Casino...
trance-x March 20th, 2012, 04:25 PM Ich bin fuers erhalten! ferner bin ich noch dafuer, das ICC zu erhalten *so erlaeuter
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