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Old August 16th, 2009, 10:47 AM   #1
Karasek
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Breslau

Da diese Fotoserie groß ist werde ich nicht alles auf einmal uploaden sondern immer nur 20 oder 30 Bilder am Stück. Zu jeder Tranche liefere ich eine Karte mit dem ungefähren Weg damit man weiß wo ungefähr die Bilder aufgenommen wurden. Auf gehts.

Karte:
















Nach dem Krieg bzw. während der kommunistischen Zeit wurden deutsche Spuren konsequent zerstört und beseitigt. Nach der politischen Wende geht man nun sehr souverän damit um. Diese Inschrift eines Kaufhauses bspw. scheint eine Rekonstruktion zu sein. Ich kann mich zumindest nicht daran erinnern sie in den frühen 90ern dort gesehen zu haben, im gegenteil, ich habe diese gesamte Ecke als Brache in Erinnerung:




Das freigelegte Mauerwerk diente dem Zweck der polnischen Kommunisten Schlesien als urpolnisch darzustellen. Man rechtfertigte die neuen Grenzen in Polen mit dem piastischen Erbe des frühen Mittelalters, als Schlesien tatsächlich polnisch war. Die schlesischen Piasten, obwohl nach 1202 unabhängige Fürsten und später Untertanen Böhmens, wurden von den Kommunisten national vereinnahmt, und mit ihnen die ganze Periode. Die Gotik wurde deshalb das Symbol des polnischen Schlesiens, auch wenn das historisch bzw. architekturhistorisch Quatsch ist. Gotisches Mauerwerk wurde deshalb an mehreren Stellen freigelegt, wie hier:










Die Magdalenenkirche. Die Turmhauben wurden 1945 zerstört, genau wie Teile der Kirche. Teile der Ausstattung wurden nach 1945 nach Innerpolen verschafft:




Ein Beispiel der bereits erwähnten Polonisierung. Fast keine Breslauer Kirche verfügt mehr über ihre frühere Innengestaltung. Vieles ist im Krieg zerstört worden, manches wurde in andere Teile Polens verschafft, einiges wurde auch zerstört um die Kirchen zu regotisieren. Heute dominiert kalte Backsteingotik ohne jede Verzierung die Kirchen die vorher oft verschwenderisch barock ausgestattet waren:







Epitaphe wurden, ob ihrer deutschen Inschriften, nach 1945 oft weggenommen, manche auch zerstört (womit sich erklärt warum viele aus mehreren Stücken zusammengesetzt sind). Nach der politischen Wende kamen sie zurück:







Nund er große Ring, der Hauptmarkt der Stadt. In Schlesien heißen die Plätze "Ring", in Polen wurde daraus "Rynek". Mit dem Postkartenblick kann ich leider nicht dienen, das Rathaus war großteils verhüllt:




Blick in die in der Karte als "Stadthaus" bezeichneten Nebengebäude des Rathauses. Früher waren es Handelshäuser für Tuche oder Leinwand:




Ostseite des Ringes:




Staupsäule und Goldene Becherseite des Ringes. Die Staupsäule ist ein altes Gerichtszeichen von 1492, AFAIK auch rekonstruiert:







Blick in die vom Ring abgehende Schweidnitzer Straße, sozialistisch angepasste Bauten. Die Schweidnitzer Straße war vor dem Krieg die Haupteinkaufsstraße der Stadt, 1945 gab es in dieser Richtung große Zerstörungen:



Später mehr.
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Old August 16th, 2009, 02:28 PM   #2
Kampflamm
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Sehr schöne Photostrecke. Schon interessant zu sehen, wie die (historische) Architektur auch hier politisch vereinnahmt wurde. Kann man Breslau jetzt als gelungene Reko ansehen oder sieht es außerhalb des Rings furchterregend aus?

Auf jeden Fall scheinen die Polen ihre Teppiche zu lieben.
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Old August 16th, 2009, 04:31 PM   #3
Karasek
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Originally Posted by Kampflamm View Post
Sehr schöne Photostrecke. Schon interessant zu sehen, wie die (historische) Architektur auch hier politisch vereinnahmt wurde. Kann man Breslau jetzt als gelungene Reko ansehen oder sieht es außerhalb des Rings furchterregend aus?
Man könnte meinen es wäre eine gelungene Reko, aber das täuscht. Ich würde sagen mehr als 1/3 der Altstadt ist weg, im 2/3 gibt es ein gemischtes, aber ansprechendes Bild, und das letzte Drittel macht einen perfekten Eindruck.
Warts ab, es komen noch viel mehr Bilder.
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Old August 16th, 2009, 05:02 PM   #4
Karasek
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Weiter gehts:




Die Goldene Becherseite des Ringes. Der Ring wurde anfangs des 20. Jahrhundert großflächig durch Kaufhäuser überformt:







Das war für die Bilderstürmer damals wohl zu hoch:







Wie gesagt wurde die Gotik als polnisch vereinnahmt, und das Rathaus ist wohl eines der schönsten gotischen Häuser überhaupt. Der Schönheitsfehler daran ist das das heutige Erscheinungsbild des Rathauses eine Leistung sächsischer und vor allem oberlausitzer Baumeister war, welche ihr Handwerk wiederum in Prag lernten:













Die Sieben Kurfürstenseite des Ringes, benannt nach dem Haus neben dem Neubau, das sogenannte Sieben Kurfürsten-Haus. Der moderne Bau entstand Anfang der 30er und war die Sparkasse:




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Old August 16th, 2009, 05:05 PM   #5
Karasek
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Blick auf den Salzmarkt, auf der Karte Blücherplatz genannt. Er hieß auch Salzmarkt bzw. Polenmarkt, da im Mittelalter die polnischen Händler hier ihr Salz stapelten. Der Platz hatte seinen Namen von einer Blücher-Statue , die in der Mitte stand, von Christian Daniel Rauch war und eine seiner besten Arbeiten war. Nach dem Krieg wurde sie, wie alle Denkmäler, zerstört:





Ring mit Naschmarktseite, Stadthaus (entworfen von Stüler) und Rathaus:




Wieder Salzmarkt, der übrigens kaum zerstört war:




Alte Börse von K.F. Langhans:







Rückseite des Schlosses. Ursprünglich ein Palais der Familie Spaetgen wurde die Vorderseite nach der preussischen Eroberung um einen Flügel ergänzt damit der König eine standesgemäße Residenz hatte. Dieser Flügel wurde im Krieg zerstört, aber nicht so schwer als das er nicht restaurierbar gewesen wäre. Da er ein Zeichen des Preussentums ließ man ihn aber verfallen und riss ihn AFAIK in den frühen 70ern ab:










Hier war einst der malerischste Teil der Altstadt, die sogenannten Ohlen, welches schmale Straßen mit sehr ursprünglicher Bebauung waren. Nach dem Krieg wurde genau dort eine Schneise für eine 4-spurige Straße hineingeschlagen. Seitdem denkt man an dieser Stelle wäre die eigentliche Altstadt zu Ende. Ist sie aber gar nicht:




Die protestantische Hofkirche für die Hohenzollern:



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Old August 16th, 2009, 08:22 PM   #6
Kame
Very nice, how much?
 
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Absolut fantastische Bilder, ganz so wie man es von dir gewohnt ist!

Hoffentlich kommen hier bald noch ein paar mehr Kommentare, damit mein PC das Laden auch bis zum letzten Satz Bilder mitmacht, freue mich jedenfalls auf den Rest der Serie!
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Old August 17th, 2009, 09:25 PM   #7
erbse
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Na und ob hier Kommentare kommen! Jene voll des Lobes, versteht sich. Großartige Serie, Karasek
Wobei, kleiner Schmäh: Offenbar hast du bei den Lichtverhältnissen in Breslau nicht ganz so aufgepasst, viele Bilder wirken etwas überstrahlt. Überwiegend aber die gewohnt gute Qualität (an der ich eh nicht mosern kann, schaut man sich meine Bilderserien an).


Was Breslau angeht: Ja, den Eindruck der Stadt fangen deine Bilder schon ganz gut ein.
Für mich ist das heutige Wroclaw ein zweischneidiges Schwert. Einerseits die (wenn auch z.T. ideologisch aufgeladene und geradegebogene) wunderbare Altstadtrekonstruktion, andererseits die teils erschreckenden Neubauten und haufenweise Unsaniertes, was in Polen meist besonders schäbig aussieht. Echt krass, wie Polen ihre Häuser verschandeln können, da können sich die Deutschen noch was 'abschauen' - die Dächer bis zum Anschlag voll mit Antennen und Satschüsseln, ebenso die Balkone, hässlichste Rolläden und Plastikfenster, Dachgauben aus Fahrzeugblech und Dächer aus Bitumenresten, Eternitfassaden vom feinsten, offenes Mauerwerk, Anbauten á la Dritte Welt, absurde Farbkombinationen (quietschrosa+babyblau oder bambusgrün, besonders beliebt), gigantische Werbetapeten oder Leuchtschilder (vorzugsweise völlig verdreckt)... Ich könnte mich jetzt stundenlang darüber auslassen, aber dafür sind mir die Polen zu sympathisch

Bleibt nur zu sagen: Die Stadt ist ein trauriger Verlust für Deutschland, aber wahrscheinlich hätte sie unter der BRD nie wieder so ausgesehen. Von daher kann man den Polen nur dankbar sein. Auch wenn darunter teilweise (wie in Warschau) andere Altstädte leiden mussten.

Ich finde übrigens Danzig noch besser, schon des maritimen Flairs wegen.

Kann man die Jahrhunderthalle eigentlich wieder betreten? Hast du Fotos davon?
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Old August 18th, 2009, 01:35 PM   #8
Karasek
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Ja, die Bilder sind nicht so gut. Sie sind AFAIR 3 Jahre alt und da hatte ich noch 'ne schlechtere Linse sowie ein schlechteres Script zur Bildbearbeitung.

WIe Breslau aussähe wenn es Deutsch geblieben wäre kann man kaum sagen. Die Stadt wäre dann ja wohl DDR gewesen. Zwar hätte es die Massenabrisse intakter Strukturen zugunsten der Hauptstadt nicht gegeben, aber eben auch keine Rekonstruktionen.

An der Jahrhunderthalle war ich noch gar nicht. Das wollte ich mal machen sobald die Autobahn bis Görlitz komplett ist, was letzte Woche passiert ist.
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Old August 18th, 2009, 02:35 PM   #9
thun
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Geil.
Ich dachte immer, dass Breslau mehr oder weniger komplett die historische Substanz verloren hätte. Kann mich auch noch daran erinnern, dass die Wehrmacht in den letzten Tagen eine Landebahn quer durch die altstadt hauen wollte/geschlagen hat...

Was für ein Bildbearbeitungsscript verwendest Du denn da, Karasek?
__________________
Folglich mein TagesTipp => Es genau so hinzunehmen wie ich es sagte. Notorisches Widersprechen wird nichts bringen. Ehrlich! Vertraut mir da voellig!
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Old August 18th, 2009, 03:13 PM   #10
markus1234
 
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Karasek, was du schreibst ist nur zT. richtig.

Wenn du von "Polen" sprichst, die damals das Gothische als Polnisch angesehen haben, dann mußt du schon etwas präziser sein, denn das war vorallem der ganze kommunistische Apparat.

Die "normalen" Polen wußten, daß sie nur dann die Altstädte in Breslau und Danzig aufbauen/retten können, wenn sie es den komunstischen Machthabern irgendwie ideologisch "verkaufen" können, daß diese Architektur "Polnisch" ist. Und da hat sich diese Gotik Geschichte wunderbar angeboten. Die Kommunistischen Machthaber (die meisten von denen waren Russ.NKWD Agenten) wollten Danzig und Breslau nämlich ganz nach DDR Vorbild tatsächlich platt machen. Bis zum Stalins Tod war Polen quasi ein Teil der Sovietunion, und das war auch die Zeit wo man zB. in Warschau diese furchtbaren 6 Spurigen Straßen mitten durch die Stadt gezogen hat, und dafür zT. kaum beschädigte Bürgerhäuser abgerissen wurden.

Der Danziger Schriftsteller Pawel Huelle beschreibt das ganz gut (aus einer völlig neutralen, Jüdischen Position), wie das damals nach 1945 (speziell in Danzig) abgelaufen ist.

http://translate.google.de/translate...hl=de&ie=UTF-8

Und hinzu kommt noch ein anderer Aspekt. Die Polen, die nach 1945 in Breslau gelandet sind, das waren Vertriebene aus Lemberg und sie hatten Deutschland gegenüber ein rel. neutrales Verhältnis, denn im Ostpolen hat vorallem die Ukrainische UPA und die Rote Armee gewütet. Mit Deutschen Soldaten sind diese Vertriebenen Ostpolen nur rel. selten in Kontakt gekommen. Sie hatten 1945 also mehr Hass auf Stalin (der sie aus Lemberg vertrieben hat), als auf Deutschland. Auch das ist ein Grund, wieso Danzig und Breslau nicht so aussehen wie zB. Königsberg.

Und obendrauf war es in Polen 1945 gang und gäbe, daß man Kirchen nach gotischen Vorbild aufgebaut hat, unabhängig davon ob es deutsche oder polnische Kirchen waren.

das berühmteste Beispiel ist hier die Kathedrale in Warschau.

1945
1939

http://de.wikipedia.org/wiki/Johanne...%28Warschau%29

@Erbse

Du hast 100% Recht, mit dem was du schreibst. Man sollte bei aller Kritik nur nicht außer Acht lassen, daß Polen sehr viel ärmer ist als Deutschland und, daß die polnische Gesetzgebung noch viele Lücken enthält (zB. wenn es um Werbeflächen, Bauvorschriften geht usw.). Ich würde deshalb aus Deutscher Sicht zu etwas mehr Geduld raten, bevor man den Polen Mangel an Geschmack oder Chaos unterstellt. Ich denke, daß schon in 3 Jahren bei der EM2012 vieles behoben wird. So einfach wie mit der DDR ,wo quasi von einem Tag auf den anderen §§§ und $$$ in die DDR transferiert wurden, ist es in Polen leider nicht gegangen.


ps:karasek, die Fotos sind sehr schön, aber zu groß. Mein armer laptop mit 512mb ram kommt da gehörig ins schwitzen.

Last edited by markus1234; August 18th, 2009 at 03:38 PM.
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Old August 18th, 2009, 05:40 PM   #11
Karasek
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@thun
Ein selbsterstelltes im Photoshop. Das alsse ich dann als Stapelverarbeitung automatisch über alle Bilder laufen. Da gehen 100 Bilder ziemlich fix.

@markus1234
Ich erzähle hier nur was ich in Thums Bestseller (Die fremde Stadt. Breslau 1945) über Breslaus Nachkriegszeit gelesen habe. Und das ist mittlerweile ein wissenschaftliches Standardwerk.
Natürlich waren es zuallererst die Kommunisten, aber es ist doch nicht bestreitbar das diese Propaganda auch auf einen fruchtbaren Boden gefallen ist? Das mußte sie ja schon allein deshalb weil die Leute ja irgendwas zum Festhalten in dieser ihnen fremden Region brauchten. Und da bot man ihnen das Piastentum an.
Übrigens bist Du mit den Lembergern selbst einer sozialistischen Propaganda aufgesessen. Aus der Lemberger Wojewodschaft stammten nämlich nur 6-10% der Neu- Breslauer. Die Mehrheit, über 70%, kamen aus Zentralpolen.
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Old August 18th, 2009, 07:45 PM   #12
markus1234
 
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Originally Posted by Karasek View Post

@markus1234
Ich erzähle hier nur was ich in Thums Bestseller (Die fremde Stadt. Breslau 1945) über Breslaus Nachkriegszeit gelesen habe....
http://oral-history.euv-ffo.de/bresl...e%20Stadt.html
markus1234 no está en línea   Reply With Quote
Old August 19th, 2009, 06:28 AM   #13
charonn
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Originally Posted by Karasek View Post
@thun
Ein selbsterstelltes im Photoshop. Das alsse ich dann als Stapelverarbeitung automatisch über alle Bilder laufen. Da gehen 100 Bilder ziemlich fix.

@markus1234
Ich erzähle hier nur was ich in Thums Bestseller (Die fremde Stadt. Breslau 1945) über Breslaus Nachkriegszeit gelesen habe. Und das ist mittlerweile ein wissenschaftliches Standardwerk.
Natürlich waren es zuallererst die Kommunisten, aber es ist doch nicht bestreitbar das diese Propaganda auch auf einen fruchtbaren Boden gefallen ist? Das mußte sie ja schon allein deshalb weil die Leute ja irgendwas zum Festhalten in dieser ihnen fremden Region brauchten. Und da bot man ihnen das Piastentum an.
Übrigens bist Du mit den Lembergern selbst einer sozialistischen Propaganda aufgesessen. Aus der Lemberger Wojewodschaft stammten nämlich nur 6-10% der Neu- Breslauer. Die Mehrheit, über 70%, kamen aus Zentralpolen.
Die meisten Einwohner der Städte wie zB. Szczecin,Słupsk,Legnica kommen ursprünglich aus Vilnius,Львів und anderen östlichen Gebieten.Es giebt ganz viele kleine städte wo fast 100% der Bevölkerung aus der heutigen Ukraine und dem heutingen Litauen und Weissrussland stammen,das sind nicht nur Ostpolen sondern auch Ukrainer,Juden,Litauen und Weissrussen.
Zwar kenn ich die Daten gezielt für Breslau nicht,trotzdem bin ich der meinung,dass,die von dir angegebenen Daten für Breslau/Wrocław nicht ganz stimmen,wenn schon dann sind die Zahlen umgekehrt.

Last edited by charonn; August 19th, 2009 at 06:55 AM.
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Old August 18th, 2009, 05:54 PM   #14
rakim
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http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=802696
a lot shots of Wroclaw (Breslau)
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Old August 19th, 2009, 08:51 AM   #15
Karasek
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Thums Zahlen basieren auf polnischen Daten welche im Buch referenziert sind. Das die Mehrzahl der Polen in den ehemaligen deutschen Ostgebieten keine Vertriebenen sein können ist schon logisch widerlegbar, denn die Zahl der polnischen Vertriebenen ist weit kleiner als die Zahl der schon Ende der 40er in den ehemaligen deutschen Ostgebieten angesiedelten Menschen. Bei Thum findet man dazu folgende Zahlen für 1948 (aus einer Volkszählung):
Gesamtzahl der angesiedelten Menschen: 5,526 Mio
Umsiedler aus Zentralpolen: 2,5 Mio
Vertriebene: 1,332 Mio
Autochthone: 936.000 (vor allem Oberschlesier)
Rememigranten: 235.000
Der Rest sind Kinder unter 4 Jahren und 96.000 kriegsgefangene Deutsche.
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Old August 19th, 2009, 06:45 PM   #16
charonn
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Originally Posted by Karasek View Post
Thums Zahlen basieren auf polnischen Daten welche im Buch referenziert sind. Das die Mehrzahl der Polen in den ehemaligen deutschen Ostgebieten keine Vertriebenen sein können ist schon logisch widerlegbar, denn die Zahl der polnischen Vertriebenen ist weit kleiner als die Zahl der schon Ende der 40er in den ehemaligen deutschen Ostgebieten angesiedelten Menschen. Bei Thum findet man dazu folgende Zahlen für 1948 (aus einer Volkszählung):
Gesamtzahl der angesiedelten Menschen: 5,526 Mio
Umsiedler aus Zentralpolen: 2,5 Mio
Vertriebene: 1,332 Mio
Autochthone: 936.000 (vor allem Oberschlesier)
Rememigranten: 235.000
Der Rest sind Kinder unter 4 Jahren und 96.000 kriegsgefangene Deutsche.
Dazu kommen noch 12,300 Kommunisten aus Griechenland und ihre Kinder die under anderem auch in Breslau angesiedelt wurden.
Und viele viele Ukrainer
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Old August 20th, 2009, 04:33 PM   #17
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Originally Posted by charonn View Post
Dazu kommen noch 12,300 Kommunisten aus Griechenland und ihre Kinder die under anderem auch in Breslau angesiedelt wurden.
Und viele viele Ukrainer
Die Ukrainer sind in der Rechnung mit drin, da es damals offiziell keine Ukrainer geben durfte. Sie wurden als Polen gezählt.
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Old August 19th, 2009, 08:52 AM   #18
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Bilder gibts übrigens erst wieder auf Seite 2...
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Old August 21st, 2009, 10:03 AM   #19
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Hier will wohl keiner auf Seite 2?
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Old August 21st, 2009, 10:13 AM   #20
erbse
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Oh doch


Ich freu mich wie ein Schnitzel auf die Fortsetzung!

(Hab es mir extra noch nicht im APH angeschaut )
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