daily menu » rate the banner | guess the city | one on oneforums map | privacy policy (aug.2, 2013) | DMCA policy | flipboard magazine

Go Back   SkyscraperCity > European Forums > Deutschsprachiges Wolkenkratzer Forum > SkyLounge > Architektur

Architektur Allgemeines, Architekturgeschichte, Stadtplanung, Visionen & mehr



Reply

 
Thread Tools Rating: Thread Rating: 11 votes, 5.00 average.
Old May 1st, 2009, 09:39 PM   #1
Patrick
DWF Alaaf!
 
Patrick's Avatar
 
Join Date: Sep 2002
Location: Kurtrier / Herzogtum Nassau
Posts: 2,516
Likes (Received): 564

Commieblocks in East Germany / Ostdeutsche Plattenbauten

Let's collect some "nice" East German Platten in here.
If you like them, you can also discuss the vantages of commieblock.
But beware: Don't expect too many sympathizers


-----------------------------------------------------------------------

Jena as seen from the Autobahn (2004):



__________________
Viquet oisch, Motz d'Öropp!

Last edited by erbse; May 2nd, 2009 at 02:21 PM.
Patrick no está en línea   Reply With Quote

Sponsored Links
 
Old May 2nd, 2009, 02:24 PM   #2
erbse
Alpha Bull
 
erbse's Avatar
 
Join Date: Nov 2006
Location: Mecklenburg. The Last Paradise.
Posts: 27,349
Likes (Received): 22078

Ich habe daraus mal einen neuen Thread gemacht, dein Einverständnis vorausgesetzt
Mal schauen, wann wir hier die ersten Commie-Fans aus den Euroscrapers anlocken.


Die Autobahnansicht von Jena hat mich schon zu Ostzeiten immer davon abgehalten, mal in Jena halt zu machen. Bis mich dann entfernte Verwandschaft dort mal zu einem Besuch eingeladen hat. Ist eigentlich eine nette Stadt und heute umso prosperierender - sie gehört zu den aufstrebensten Wissenschafts- und Hochtechnologiestandorten Deutschlands. Das Zentrum wurde seit der Wende auch sehr aufgewertet, wenn leider teilweise auch nicht mehr viel altes da ist.

Aber diese schrecklichen Platten gehören schnellstmöglich weg, oder wenigst anständigst "gepimpt"
Dresden macht's vor.
__________________
Mecklenburg, ja! Supergeil.
erbse no está en línea   Reply With Quote
Old May 2nd, 2009, 02:28 PM   #3
Schnitzel
BANNED
 
Join Date: Sep 2008
Posts: 527
Likes (Received): 80

Das ist wirklich abartig. Dali finde ich aber auch abartig. Manchmal muss man eben auch den Mut zur Häßlichkeit finden.
Vielleicht mag ich deswegen Commieblock-threads so sehr, auch wenn ich sie nur maximal 2 Minuten lang ertrage.
Schnitzel no está en línea   Reply With Quote
Old May 2nd, 2009, 04:40 PM   #4
Iluminat
Regisgered User
 
Join Date: Jan 2008
Posts: 9,162
Likes (Received): 544

Berlin






























Iluminat no está en línea   Reply With Quote
Old May 2nd, 2009, 04:45 PM   #5
erbse
Alpha Bull
 
erbse's Avatar
 
Join Date: Nov 2006
Location: Mecklenburg. The Last Paradise.
Posts: 27,349
Likes (Received): 22078

Das ging schnell


Dziekuje Illuminat! Did you take the photos? Please credit 'em.

Berlin has some good renovated commies to offer, just as Dresden, Leipzig and Rostock e.g.

By the by, do you have some photos of commies at the German-Polish border region?
There's some interesting stuff to explore (thinking of Frankfurt/Oder or Görlitz/Zgorzelec)!
__________________
Mecklenburg, ja! Supergeil.
erbse no está en línea   Reply With Quote
Old May 2nd, 2009, 06:57 PM   #6
Iluminat
Regisgered User
 
Join Date: Jan 2008
Posts: 9,162
Likes (Received): 544

Quote:
Originally Posted by erbse View Post
Dziekuje Illuminat! Did you take the photos? Please credit 'em.
http://www.odblokuj.org/?page_id=27&...EREWITALIZACJE
Quote:
Berlin has some good renovated commies to offer, just as Dresden, Leipzig and Rostock e.g.
Thats true mostly much better than what we do here in Poland... sometimes they look better not painted
http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=406117

Quote:
By the by, do you have some photos of commies at the German-Polish border region?
There's some interesting stuff to explore (thinking of Frankfurt/Oder or Görlitz/Zgorzelec)!
Frankfurt from the Polish side



by stalowy22

Zgorzelec




















http://www.chwila.com/zgorzelec.zgorzelec.html
Old but I couldn't find any newer ones

Last edited by Iluminat; May 2nd, 2009 at 09:42 PM.
Iluminat no está en línea   Reply With Quote
Old May 2nd, 2009, 07:52 PM   #7
Kame
Very nice, how much?
 
Kame's Avatar
 
Join Date: Jan 2007
Posts: 2,113
Likes (Received): 2178

Jena präsentiert sich wirklich schrecklich von der Autobahn! Da wurde doch letztes Jahr noch irgendwas an der Autobahn umgebaut, ist das inzwischen fertig? Irgendwas mit dicken Tunneln und Brücken, vielleicht um von der hässlichen Stadtansicht abzulenken?!
__________________
____________________________ ____________________________ _____________________________

Kiel - Some photos every few days ***** Germany - Some photos every few days ***** Hamburg - Some photos every few days
Kame no está en línea   Reply With Quote
Old May 3rd, 2009, 05:28 PM   #8
goschio
Oh sweet lord Jesus
 
goschio's Avatar
 
Join Date: Dec 2002
Location: TSV FRA
Posts: 5,098
Likes (Received): 740

Quote:
Originally Posted by erbse View Post

Aber diese schrecklichen Platten gehören schnellstmöglich weg, oder wenigst anständigst "gepimpt"
Dresden macht's vor.
Osten ohne Platte ist wie New York ohne Skyscraper. Gehört einfach dazu.
goschio no está en línea   Reply With Quote
Old May 3rd, 2009, 07:47 PM   #9
miau
Registered User
 
miau's Avatar
 
Join Date: Dec 2008
Posts: 3,596
Likes (Received): 860

Die renovierten Platten in #4 sehen ziemlich gut aus.
__________________
ALLE LIEBEN MIAU!
Visit! My! Berlin! Thread! :)
miau no está en línea   Reply With Quote
Old May 4th, 2009, 10:58 AM   #10
DiggerD21
spaghetti polonaise
 
DiggerD21's Avatar
 
Join Date: Apr 2004
Location: Hamburg, Wroclaw
Posts: 2,509
Likes (Received): 340

Wieso eigentlich nur ostdeutsche Platten? Wo bleiben die Schmuckstücke wie München-Neuperlach, Hamburg-Steilshoop, Hamburg-Osdorfer Born, Hamburg-Kirchdorf Süd, Hamburg-Mümmelmannsberg, Köln-Chorweiler?
DiggerD21 no está en línea   Reply With Quote
Old May 4th, 2009, 11:16 AM   #11
erbse
Alpha Bull
 
erbse's Avatar
 
Join Date: Nov 2006
Location: Mecklenburg. The Last Paradise.
Posts: 27,349
Likes (Received): 22078

^ Da darfst du gern einen neuen Thread eröffnen

Da gibt's ja noch echte Schmuckstücke ala Gropiusstadt, MV und Co.!
__________________
Mecklenburg, ja! Supergeil.
erbse no está en línea   Reply With Quote
Old May 4th, 2009, 02:10 PM   #12
Energy2003
überall zuhause
 
Energy2003's Avatar
 
Join Date: Jun 2007
Location: Feldkirch (A)! D+CH+FL+Ashford, UK
Posts: 6,716

mit ostdeutsche Platten ist auch Berlin ost gemeint ?

wenn ja, nicht zuviel verraten, sonst habe ich keine Grund mehr dorthin zu fahren

ne Spaß beiseite ! POSTEN (und bitte bei Berlin Stadtteil dazuschreiben)
__________________
Dresscode: Kleidung nicht zwingend erforderlich!

1000 y.o. hometown? yes! Feldkirch

Österreich - nur ein kleines Land ... dafür eines der Besten
Energy2003 no está en línea   Reply With Quote
Old July 13th, 2009, 09:30 AM   #13
Elbröwer
Registered User
 
Join Date: Jul 2004
Posts: 140
Likes (Received): 139

erst einmal zur erklärung vielleicht
http://www.youtube.com/watch?v=W8vWww5g5-0
Elbröwer no está en línea   Reply With Quote
Old September 12th, 2011, 08:05 PM   #14
disciple9
The last disciple
 
disciple9's Avatar
 
Join Date: Aug 2008
Location: Dresden
Posts: 535

Quote:
DDR-Plattenbauten
Mahnmal für die Wohnmaschinen
Mit der Kamera gegen Bulldozer: Als die DDR ihre Fachwerkhäuser verkommen und durch Plattenbauten ersetzen ließ, fotografierte Robert Conrad heimlich den Verfall. 30 Jahre später will er wieder historische Gebäude vor dem Vergessen bewahren - ausgerechnet jene Plattenbauten, die er einst gehasst hat. Von Christoph Gunkel

Gehasst hat Robert Conrad die Plattenbauten, jahrzehntelang. Unästhetisch fand er sie. Und immer wieder machten sie ihn wütend, weil sie das Gefühl auslösten, ohnmächtig zu sein gegenüber einem restriktiven Staat, der seinen Bürgern sogar vorschreiben wollte, wie sie zu wohnen hatten. "Ich hatte", sagt der 49-jährige Fotograf, "eine regelrechte Plattenphobie".

Doch jetzt, mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Mauerfall, ist es ausgerechnet Robert Conrad, der die Plattenbauten der DDR vor dem Vergessen retten möchte. Mit seiner Kamera, bevor die Gebäude vollends verwittern, bevor die Bulldozer kommen. Und so zieht der einstige Gegner der sozialistischen Architektur seit inzwischen zehn Jahren durch die ehemalige DDR und hält jene monströsen Wohnmaschinen fest, die er so lange verabscheut hatte. "Plattensterben" nennt er die taumelnden Betongiganten ein wenig pathetisch in seinen Foto-Ausstellungen.

Mit Nostalgie hat das nichts zu tun. Wer verstehen möchte, wie aus dem Plattenhasser ein Plattbewahrer wurde, muss sich mit Robert Conrad auf Zeitreise begeben, in seine Heimatstadt Greifswald. Hier wuchs Ende der Siebziger sein Groll auf die Plattenbauten, hier legte er sich mit der Staatsmacht an, hier reifte sein Wunsch, Fotograf zu werden.

Verpönte Gemütlichkeit

"Greifswald", erklärt er, "war neben Gotha und Bernau eine jener Teststädte, in der die DDR die historische Bausubstanz möglichst vollständig durch die vermeintlich fortschrittlichen Plattenbauten ersetzen wollte." Die DDR wollte ihr Ideal der sozialen Gerechtigkeit in Beton gießen: Der sozialistische Bürger sollte lieber in gleichförmigen Wohnanlagen leben als in ehemaligen Häusern frühkapitalistischer Unternehmer der Hansezeit. Eine gemütliche Altstadt war bei den staatlichen Stadtplanern verpönt.

Zwar rückte die SED von ihrem ursprünglichen Vorhaben ab, die Greifswalder Altstadt vollständig abzureißen und auch das mittelalterliche Straßennetz durch breite Boulevards zu ersetzen. Dennoch verschwand bis zur Wende etwa die Hälfte aller historischen Gebäude. Und das in einer Stadt, die den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet überstanden hatte.

Natürlich wusste Conrad als Jugendlicher nichts von diesen geschichtsvergessenen Planspielen der DDR. Doch er sah, wie der Staat die Fachwerkhäuser in Greifswald systematisch verkommen ließ. Wie er die Bewohner nach und nach aus den urigen Wohnungen drängte. Wie er immer mehr Plattenbauten hochzog. Und er fühlte, dass er etwas dagegen machen musste.

Tarnung hinter Oma-Gardinen

1979, im Alter von 17, zog er bei seinen Eltern aus. Er und ein paar Freunde begannen nun, die Fachwerkhäuser und Gründerzeitvillen zu besetzen. "Damals dachten wir, wir müssten diese Gebäude so lange wie möglich erhalten und pflegen."

Die Lust am politischen Protest, der Drang nach individueller Freiheit war dabei genauso wichtig wie bei den Hausbesetzern im Westen - nur die Methoden waren völlig anders: "Wir konnten eben nicht demonstrativ große Transparente hissen", erinnert sich Conrad. "Im Gegenteil: Wir mussten sehr versteckt vorgehen und haben immer alte Oma-Gardinen an die Fenster gehängt, damit wir unauffällig blieben."

Die Tarnung funktionierte, und die jungen Rebellen übten sich als Hobby-Sanierer. Sie zogen Schornsteine hoch, reparierten Öfen, dichteten Fenster ab. Oft waren die Wohnungen noch mit alten Gemälden, Büchern und Antiquitäten vollgestopft - kleine Museen aus einer Zeit vor dem Sozialismus. Von Umzug zu Umzug schwoll daher Conrads Hausstand an, weil er keine antiken Dinge wegwerfen wollte: weder die Werbeschilder aus Emaille noch die Automaten und Zeitungen aus der Kaiserzeit. Selbst den staatlichen Spitzeln entging diese Marotte nicht: In seiner Stasi-Akte wurde Conrad als Staatsfeind unter dem Namen "Der Sammler" geführt.

Suche in den Schuttbergen

Schick und cool fanden "Der Sammler" und seine Freunde es damals, in den alten Gebäuden zu leben. "Mir taten alle leid, die in den Plattenbauten wohnen mussten", sagt er. "Für uns war das brav, bieder, einfach nur schlechter Geschmack."

Doch die romantische Zeit in knarzenden Fachwerkhäusern endete oft schon nach wenigen Monaten. Meist kamen die staatlichen Abrissteams frühmorgens. Dann blieben höchstens Stunden, um die Wohnungen zu räumen. "Man ging noch einmal ins Wohnzimmer, schaute ein letztes Mal in den Garten, und wusste: Das alles wird es gleich nicht mehr geben." Neunmal musste Conrad zwangsweise umziehen. Manchmal ging es so schnell, dass er nachher die Reste seines Hausrats aus dem Schutt graben musste.

Es waren solche erniedrigenden Momente, in denen er sich der DDR hilflos ausgeliefert fühlte. In denen sein Zorn wuchs auf die Plattenbauten, auf die graue Einheitsarchitektur, die alles Historische und Individuelle aufzufressen schien. Irgendwann war die Empörung so groß, dass sie zum Antrieb wurde, die Missstände zu dokumentieren.

Chronist des Verfalls

Conrad besorgte sich eine Kleinformatkamera und zog Tag für Tag durch die Straßen von Greifswald. Fotografierte zentimeterbreite Risse in jahrhundertealten Gemäuern, bröckelnde Fassaden, notdürftig verrammelte Türen, löchrige Dächer. Machte Aufnahmen von den Schuttbergen, nachdem die Bulldozer gewütet hatten - und von den neuen Plattenbauten, die nun in den Himmel schossen.

So wie er als Hausbesetzer alte Dinge sammelte, versuchte er nun mit den Fotos, das Greifswald seiner Kindheit festzuhalten. Nicht alle verstanden ihn. Manche hielten den jungen Mann, der ständig mit der Kamera unterwegs war, womöglich für einen Spitzel. Andere deuteten seine Arbeit hingegen richtig: "Genau", hätten ihm gerade ältere Greifswalder zugerufen, "mach schnell noch ein paar Bilder von unserer schönen Stadt."

Doch die Aufnahmen brachten ihn in Schwierigkeiten, besonders nachdem er anfing, überall in der DDR zu fotografieren und die Bilder öffentlich herumzeigte. Der Staat hatte kein Interesse an einem Chronisten des Verfalls. Als Freunde von ihm wegen als staatsfeindlich eingeschätzter Kunstaktionen ins Gefängnis kamen, geriet auch Conrad ins Visier der Staatsmacht.

Im Visier der Staatsmacht

Mehrmals wurde er verhaftet, seine Wohnung durchwühlt, einige seiner Fotos entwendet. "Sie können uns doch nicht erzählen", habe ihn ein Ermittler im Verhör angeraunzt, "dass Sie die Schönheiten des Sozialismus dokumentieren wollen. Sie möchten nur dem Staat schaden, indem Sie diese Drecksnester fotografieren."

Zur Abschreckung wurde ihm schon die Zelle gezeigt, in der er die nächsten Jahre dahinsiechen würde. Er hatte Glück. Es blieb bei Verhören und Hausdurchsuchungen. Die Einschüchterung zeigte jedoch Wirkung: Besonders brisante Bilder, etwa heimliche Aufnahmen der Berliner Mauer, versteckte der Fotograf in einer Stahlkassette in seinem Keller. Auch das schien ihm bald zu gefährlich, so dass er etliche Aufnahmen später verbrannte.

Zudem verbaute ihm die DDR seine Karriere: Jahr für Jahr bewarb sich Conrad erfolglos auf einen Studienplatz. Erst als Architekt, schließlich als Deutschlehrer, die in der DDR händeringend gesucht wurden. Stets wurde er zum Prüfungsgespräch eingeladen, doch erst nach Jahren der Selbstzweifel dämmerte ihm, dass das Ergebnis jeweils schon vor den Prüfungen festgestanden hatte: Ablehnung.

Ende der Verbitterung

Frustriert schlug er sich als Postbote, Bauarbeiter und Heizer durch und stellte einen Ausreiseantrag. Schließlich hatte er das Glück, in Ungarn eine US-Amerikanerin kennenzulernen, die bereit war, ihn zum Schein zu heiraten - und damit aus dem DDR-Gefängnis zu befreien. Conrad empfand das als einen persönlichen Triumph über das System. Auskosten konnte er ihn nicht: Die Hochzeit, über Jahre akribisch vorbereitet, fand im Oktober 1989 statt - kurz danach fiel die Berliner Mauer.

Jetzt konnte er seinen Traum verwirklichen und Architektur und Baugeschichte studieren. Und das veränderte langsam auch seine Sicht auf die sozialistischen Plattenbauten. Nicht, dass er auf einmal in ihnen wohnen wollte. Aber er sah sie emotionsloser. Nicht mehr ausschließlich als jenen Bautypus, dem einst die historischen Häuser zum Opfer fielen. "Die Plattenbauten", findet der 49-Jährige heute, "sind ebenso schützenswerte Architekturzeugnisse, wie es die mittelalterlichen Häuser in Greifswald waren."

So sieht sich Conrad wie in seinen Jahren als Hausbesetzer erneut in der Rolle des Dokumentars. Inzwischen lebt er von der Architekturfotografie. Doch kann er, mit seiner Vorgeschichte, die Platten überhaupt ohne Verbitterung ablichten? Conrad zögert. Dann sagt er, und es wirkt so, als ob sich der Bauhistoriker in ihm gegen den DDR-Flüchtling durchsetzen musste: "Natürlich."
Quelle: http://einestages.spiegel.de/externa...#featuredEntry

Wenn man auf den Link klickt, erscheinen auch weitere Bilder bzgl. verfallener Plattenbauten.

PS: Eine Frage, wer ist die Persönlichkeit namens „AeG“ aus dem DAF? Diese Person scheint äußerst bewandert hinsichtlich der Thematik von Massenbebauung im Ostblock. Der Bauer Ewald hatte mich mal auf eine Person im DAF aufmerksam gemacht, die jedoch schon verstorben sei. Ist das dieser Mensch? Er scheint ein wandelndes Lexikon auf dem Gebiet der Plattenbauten zu sein. Diesen Menschen hätte ich gern in Natura getroffen.
__________________

disciple9 no está en línea   Reply With Quote
Old September 12th, 2011, 08:14 PM   #15
il fenomeno
Senhor Testiculo
 
il fenomeno's Avatar
 
Join Date: Sep 2002
Location: milão - mas eu sou do brasil!
Posts: 4,883
Likes (Received): 9968

verstorben? wie ist das durchschnittsalter im daf?
il fenomeno no está en línea   Reply With Quote
Old September 12th, 2011, 08:33 PM   #16
Odoaker
BANNED
 
Join Date: May 2011
Posts: 1,835
Likes (Received): 770

xD
Odoaker no está en línea   Reply With Quote
Old September 12th, 2011, 08:49 PM   #17
disciple9
The last disciple
 
disciple9's Avatar
 
Join Date: Aug 2008
Location: Dresden
Posts: 535

Quote:
Originally Posted by il fenomeno View Post
verstorben? wie ist das durchschnittsalter im daf?
http://www.deutsches-architektur-for...ead.php?t=2805

Eine herrliche Diskussion, dieser Mann „AeG“ scheint so etwas wie ein Zeitzeuge gewesen zu sein.
__________________

disciple9 no está en línea   Reply With Quote
Old September 12th, 2011, 09:47 PM   #18
disciple9
The last disciple
 
disciple9's Avatar
 
Join Date: Aug 2008
Location: Dresden
Posts: 535

http://www.deutsches-architektur-for...?t=6881&page=4

Das macht richtig Spaß die alten Beiträge von „AeG“ zu lesen und zu sehen, dass Erbse, unser Chef-Mod hier, ihm bei Weiten nicht das Wasser reichen kann.
__________________

disciple9 no está en línea   Reply With Quote
Old September 12th, 2011, 10:54 PM   #19
disciple9
The last disciple
 
disciple9's Avatar
 
Join Date: Aug 2008
Location: Dresden
Posts: 535

Ich neige sonst eigentlich zu eher wenig Pathos, aber das was ich bisher in dem DAF von AeG lesen konnte, zeugt von unheimlicher Sachkenntnis. Hier ein Nachruf auf ihn (sein richtiger Name, stand als copyright in seinen Bildern):

Quote:
André Gey (Geb. 1970)
„Wenn ich mal groß bin, dann heirate ich Grit und bin Architekt.“
André fährt. Über deutsche Autobahnen, französische, hält nur gelegentlich an, für einen Kaffee, Benzin, fährt weiter, vorbei an Paris, entlang der Seine, bis es nicht mehr weiter geht, sie in den Ärmelkanal fließt, bei Le Havre, fährt vorüber an den Werften, Hochhäusern, Industrieanlagen, hält an. Er steigt aus dem Auto, läuft über eine Wiese, bis zum Rand der Steilküste, und setzt sich auf eine Bank. Er sitzt und raucht und schaut in den Himmel, auf das Wasser. Steht am Abend auf, sucht ein Zimmer, isst etwas, schläft. Verlässt die Pension am nächsten Tag zeitig, steigt wieder ins Auto, fährt, über französische Autobahnen und deutsche, zurück nach Berlin.

„Wenn es ihm nicht gut ging“, sagt Grit, „fuhr er nach Le Havre.“ Warum Le Havre, das weiß sie nicht. Er mochte den Blick von dieser Bank, den Weg dorthin, mit dem Auto, allein.

Sich bewegen, das ist eine Vorstellung, die André mit sich trägt, seit er sich erinnern kann. Fragen die Erwachsenen das Kind: „Was möchtest du mal werden?“, antwortet es: „Pilot!“, immer, ohne Zögern. Also schicken die Erwachsenen das Kind auf einen Flugplatz in der Nähe Berlins, wo es seine Nachmittage verbringt. Oder es zeichnet, Flugzeuge, Luftschiffe, Ufos. Bis zur achten Klasse träumt André den Pilotentraum, dann sagen die Ärzte, er könne nicht gut genug sehen und hören. André hört Hip-Hop, tanzt Breakdance, auf der Straße, auf dem Alexanderplatz, verliebt sich in Grit, ein Mädchen aus Adlershof, das vier Wochen später nicht mehr mit ihm zusammen sein möchte. Er färbt seine Haare orange. Die Lehrer erteilen ihm einen Tadel, bestimmen, dass er erst dann wieder in die Schule kommen darf, wenn die Frisur weg ist. André rasiert sich eine Glatze. Und erhält einen zweiten Tadel.

„Wenn ich mal groß bin“, wird er Jahre darauf einer Freundin anvertrauen, „dann heirate ich Grit und bin Architekt.“ Zunächst lernt André Werkzeugmechaniker. Und verpflichtet sich zu drei Jahren Armee. „Wegen der Flugzeuge“, sagt er, „hab ich da mitgemacht.“ Hat er sich ein- und untergeordnet, kalte dumme Befehle ausgeführt, eingeschlossen in eine Kaserne in Peenemünde. Am 4. November 1989 demonstriert in Berlin eine halbe Million Menschen für die Meinungsfreiheit. Die Offiziere in Peenemünde rennen betrunken über das Flugfeld, schießen in die leer stehenden Maschinen und schreien: „Alles vorbei!“

André läuft in Uniform vom Gelände, fährt mit dem Zug nach Berlin, holt zu Hause in Adlershof seinen alten Personalausweis, fährt weiter, in den Süden, in die Tschechoslowakei, dann nach Bayern.

Freiheit also. Möglichkeiten haben, nutzen. Oder vor der Vielfalt stehen und benommen sein. Durch die Jahre torkeln, wie so viele, im Kopf Pläne, verrückte und auch erreichbare. Trotz der Pläne vor sich hin leben, irgendwie. Obst und Gemüse auf einem Markt verkaufen, Fotomaterial, am Tage schlafen, in der Nacht durch die Stadt ziehen, alte Motown- und französische Easy-Listening-CDs sammeln, nachdenken und stundenlange Gespräche führen, wie Kosmonauten sich abwechslungsreicher ernähren könnten, nicht von den immer gleich schmeckenden Pasten, es muss doch möglich sein, eine Kohlroulade in eine Tube zu bekommen. Sich gründlich und mit Hingabe Dingen widmen. Dingen, die anderen nicht relevant erscheinen.

Als vereinigte André zwei vollständige Personen in sich. Die eine lebt nach selbst aufgestellten Regeln in einer Welt, in der es Wirklichkeit, was immer das sein mag, nicht gibt, die andere, die in der wirklichen Welt existiert, vollbringt viel und mehr noch als die meisten. Er holt sein Abitur nach, zeichnet fortwährend, malt, bewirbt sich um einen Studienplatz für Architektur, 1500 Anwärter auf 50 Plätze. André bekommt einen. Und dann bemüht er sich Wochen, den russischen Film „Roboter im Sternbild Kassiopeia“ aus dem Jahr 1975 zu beschaffen, findet ihn, lädt Freunde ein zum Kinoabend bei Pelmeni, Schwarzbrot und Wodka. Oder er streicht seine Diele vier Mal, bis das Gelb so ist, wie er es sich vorgestellt hat. Oder er kauft rare Armbanduhren, trotz beträchtlicher Schulden, ohne je die Zeit von ihnen abzulesen. Und zahlt bei keiner Krankenkasse ein.

Versuch, sagen die Leute, ist kein Wort für André, Perfektion vielmehr. Auf einem Spaziergang mit einem Freund weist er auf eine Fassade – „Guck mal dort, der Fenstersturz“ – und hält einen Vortrag über die Kulturgeschichte des Fenstersturzes. Oder er entdeckt die Ausschreibung für ein Hochhauses am Alexanderplatz, sitzt Nächte am Computer, erarbeitet zahllose Variationen eines Entwurfs. Nur für sich.

Er erfährt von seiner Schilddrüsenkrankheit. Die Fäden gleiten ihm aus der Hand, er öffnet weder Rechnungen noch Mahnungen, eines Tages steht der Vermieter mit Möbelpacker vor der Tür.

Ein Kind, das sich die Hände vor das Gesicht hält und glaubt, es sei unsichtbar. Wenn ich mal groß bin … Als hätte er einen Witz erzählt, über den er selbst am bittersten lachen muss.

Jedoch wird ein Teil seiner Vorankündigung Wirklichkeit: André trifft Grit. Und jetzt bleiben sie beieinander. Es ist, als könne André innehalten, ausruhen, endlich. Er arbeitet regelmäßig zusammen mit einem Freund in einer Firma, die Bühnenbilder und Studiobauten entwirft. Er sieht gut aus, gesund, nicht mehr mager und abgekämpft, sagt, die Krankenversicherungsprobleme seien geklärt, alle glauben ihm.

Am 1. Januar 2009 stirbt André.

Le Havre existiert, die Steilküste, die Wiese auch. Vielleicht aber steht dort keine Bank. Tatjana wulfert
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/na...0/1431836.html
__________________

disciple9 no está en línea   Reply With Quote
Old September 13th, 2011, 04:54 PM   #20
erbse
Alpha Bull
 
erbse's Avatar
 
Join Date: Nov 2006
Location: Mecklenburg. The Last Paradise.
Posts: 27,349
Likes (Received): 22078

Quote:
Originally Posted by disciple9 View Post
Das macht richtig Spaß die alten Beiträge von „AeG“ zu lesen und zu sehen, dass Erbse, unser Chef-Mod hier, ihm bei Weiten nicht das Wasser reichen kann.
Stimmt, stete selbstherrlich-arrogante Beleidigungen hab ich nicht im Repertoire.
Ich steh mehr so auf sachlich-objektive Diskussion. Mit richtigen Argumenten und so.


Ansonsten ist dir sicher nicht entgangen, dass meine Beiträge (ebenso wie jene von AeG) in herrlichster meinungsdiktatorischer Weise zusammengestutzt wurden.
__________________
Mecklenburg, ja! Supergeil.
erbse no está en línea   Reply With Quote


Reply

Tags
bloki, commieblock, commieblocks

Thread Tools
Rate This Thread
Rate This Thread:

Posting Rules
You may not post new threads
You may not post replies
You may not post attachments
You may not edit your posts

BB code is On
Smilies are On
[IMG] code is On
HTML code is Off



All times are GMT +2. The time now is 07:55 AM.


Powered by vBulletin® Version 3.8.8 Beta 1
Copyright ©2000 - 2014, vBulletin Solutions, Inc.
Feedback Buttons provided by Advanced Post Thanks / Like v3.2.5 (Pro) - vBulletin Mods & Addons Copyright © 2014 DragonByte Technologies Ltd.

vBulletin Optimisation provided by vB Optimise (Pro) - vBulletin Mods & Addons Copyright © 2014 DragonByte Technologies Ltd.

SkyscraperCity ☆ In Urbanity We trust ☆ about us | privacy policy | DMCA policy

Hosted by Blacksun, dedicated to this site too!
Forum server management by DaiTengu