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Old February 17th, 2012, 04:33 PM   #81
Don Calo
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Originally Posted by trauch View Post
Ich denke nicht, dass ein Konzerthaus an einem dezentralen Ort Sinn macht. Die Leute wollen nicht innerhalb der Stadt noch 20 Minuten Tram fahren, um dorthin zu gelangen. Wenn ein Saal Strahlungskraft haben soll, dann muss er auch Publikum von weiter her anziehen, und die kommen per ÖV am Bahnhof SBB an... Eigentlich wäre der Barfi dafür ja schon der beste Ort gewesen...
Ja da hast du nicht unrecht, bezüglich der Erreichbarkeit ist ein zentraler Ort schon sinnvoll, aber andererseits Frage ich mich muss mann wirklich alles im Zentrum haben? Im Zentrum haben wir halt die kleinteiligkeit der Altstadt und vor allem der fehlende Platz. Das geplante neue Casino wurde ja genau mit diesem Argument abgelehnt, es ist zu gross, zu moderne und passt dort nicht hin. Genau dies hätten wir nicht mehr und zudem kommt ein toller Neubau auch viel besser zur Geltung wenn er etwas platz hat. In anderen Städten funktioniert dies auch, wie z.B. die Elbphilharmonie in Hamburg, also warum nicht in Basel.
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Old February 17th, 2012, 05:02 PM   #82
trauch
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Originally Posted by Don Calo View Post
Ja da hast du nicht unrecht, bezüglich der Erreichbarkeit ist ein zentraler Ort schon sinnvoll, aber andererseits Frage ich mich muss mann wirklich alles im Zentrum haben? Im Zentrum haben wir halt die kleinteiligkeit der Altstadt und vor allem der fehlende Platz. Das geplante neue Casino wurde ja genau mit diesem Argument abgelehnt, es ist zu gross, zu moderne und passt dort nicht hin. Genau dies hätten wir nicht mehr und zudem kommt ein toller Neubau auch viel besser zur Geltung wenn er etwas platz hat. In anderen Städten funktioniert dies auch, wie z.B. die Elbphilharmonie in Hamburg, also warum nicht in Basel.
Gegenfrage: Wärst du bereit, für ein (klassisches oder sonstiges) Konzert an einem Dienstagabend nach Zürich Höngg zu fahren? Und wieder zurück?

Hamburg ist mit S- und U-Bahnen erschlossen, das ist schon was anderes als eine Tramfahrt von 20 Minuten vom SBB bis Kleinhüningen, schon allein von der Einstellung her...

Mit dem Kasernenareal hätte man eben eine grosse Parzelle, die einzige Passende im Innerstadtbereich, die bebaubar wäre!
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Old May 25th, 2012, 03:15 PM   #83
Don Calo
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Bauwerk der Gegensätze

Die Kaserne Basel sorgte schon immer für hitzige Debatten, nicht erst seit das Tattoo Basel stattfindet oder eine Öffnung zum Rhein hin diskutiert wird. Dies zeigt die Sonderausstellung im Museum Kleines Klingental.
Von Jana Kouril


Umstrittene Wettbewerbe, Durchbrüche, Provisorien, Umnutzungen – die Kaserne Basel bewegt die Gemüter der Basler Bürger seit ihrer Entstehung während der 1860er Jahre (1860-63). Ende dieses Jahres soll nun laut dem Vorsteher des Bau-und Verkehrsdepartements Hans-Peter Wessels der in der Geschichte des Bauwerks dritte Architekturwettbewerb für das Hauptgebäude ausgeschrieben werden, wie dieser an der Medienorientierung vom 23. Mai anlässlich der Sonderausstellung «Die Kaserne in Basel. Der Bau und seine Geschichte» im Museum Kleines Klingental mitteilte.

Wessels betonte, die seitliche Öffnung des Areals halte er für einen vernünftigen Kompromiss, weil gleichzeitig die bestehenden historischen Baustrukturen der Kaserne respektiert würden. Dass diese Baustrukturen von einem architektonischen und kunsthistorischen Gesichtspunkt her durchaus erhaltenswürdig sind, ist mit einem Blick auf die bewegte Vergangenheit der Kaserne nachvollziehbar.

Gebaut vom Basler Architekten Johann Jakob Stehlin d. J. auf dem ehemaligen Gelände des Klingentalers Klosters, gehört die in neogotischem Stil erbaute Kaserne zum Frühwerk des Architekten, der auch andere repräsentative Bauten der Stadt wie die Kunsthalle, den Musiksaal des Stadtcasinos oder das Bernouillanum entwarf. Die städtebauliche Auseinandersetzung der Kaserne mit ihrer Umgebung und den Basler Bürgern begann schon damals, in einer Zeit, in der Basel sich politisch in einem konservativen politischen Klima befand, kurz nach der Kantonsteilung (1832/33).

Stadterweiterung mit Monumentalbauten

Der Kasernenbau sollte der Ausdruck einer liberaleren Haltung der Stadt Basel gegenüber dem noch jungen Bundesstaat sein. Die Kaserne, «die rote Burg» im Kleinbasel war das Symbol einer weltoffenen Stadt. Ihr Bau markierte die Stadterweiterung und gehört zu einer Reihe monumentaler öffentlicher Bauten, die realisiert wurden (so z.B. auch das Hotel «Drei König» auf der gegenüberliegenden Rheinseite mit seiner Hauptfassade Richtung Fluss).

Doch bereits 15 Jahre nach dem Bau, für den mehrere Entwürfe eingereicht wurden, sorgte die Kaserne für Diskussionen. Nachdem das eidgenössische Militärwesen reorganisiert wurde, debattierte man eine erste Umnutzung: Eine Idee war, die Universität Basel in die Räume der Kaserne zu verlegen. Eine Idee, die wie man weiss, nicht verwirklicht wurde.

Zivile Nutzung ab 1966

Militärische und zivile Nutzungen des Baus werden in der Ausstellung eindrücklich thematisiert: So diente die Kaserne bis 1966 als Ausbildungsort für Sanitätsrekruten und als Quartier für Flüchtlinge und Internierte. Auch bei Grenzbesetzungen und Ordnungsaufgaben des Militärs wurde sie benutzt. Vor ihrer imposanten Kulisse wurde 1959 sogar eine «HD-Läppli»-Szene des Basler Schauspielers Alfred Rasser gedreht – ein bisschen Spass musste bei all dem Drill doch noch sein.

Die zivile Nutzung ab 1966 führte zu fantasievollen Umnutzungsvorschlägen: So standen eine Tiefgarage, ein Park, eine Überbauung mit Wohnungen und einem Hallenbad oder der komplette Abbruch zur Debatte. Das Kaufhaus «Globus» fand eine provisorische Bleibe auf dem Areal und aufblasbare Turnhallen boten Platz für bewegungswillige Schulklassen.

Die realisierten Projekte, die Kaserne als Schule, als Quartierzentrum der Alternativkultur, als Ort von Musikveranstaltungen und Schauplatz von Grossveranstaltungen wie dem Basel Tattoo, werden mit Plakaten, Fotografien, Flyern und viel Liebe zum Detail vorgestellt. Nach den jüngsten Debatten um die grosszügige Öffnung zum Rhein hin und dem Verzicht auf ein Referendum von Heimatschutz, der Freiwilligen Denkmalpflege und dem Basel Tattoo wegen dem geplanten Kasernendurchbruch ist die Zukunft des neogotischen Baus weiterhin spannend. So wie seine Vergangenheit.
  • Vernissage: 23.5. 2012, 18 Uhr, Grosses Refektorium des Museums Kleines Klingental
  • Dauer der Sonderausstellung: 26. 5. 2012 - 14. 10. 2012
  • Die Publikation «Die Kaserne in Basel. Der Bau und seine Geschichte» von Kurator David Tréfás erscheint im Christoph Merian Verlag.

Quelle mit einigen tollen Fotos:www.tageswoche.ch

Last edited by Don Calo; May 25th, 2012 at 03:21 PM.
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Old May 25th, 2012, 05:07 PM   #84
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Wenigstens ist bei uns das Globus-Provisorium wieder abgebaut worden
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Old August 29th, 2012, 01:10 AM   #85
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Die Zukunft des Kasernenhauptbaus

Medienmitteilung vom 28.08.2012

Der Regierungsrat legt dem Grossen Rat einen Ratschlag "Gesamtsanierung Kasernenhauptbau" vor, der gleichzeitig als Gegenvorschlag zur "Kantonalen Initiative Öffnung zum Rhein" eingereicht wird. Für die Projektierung der Gesamt-sanierung des Kasernenhauptbaus wird ein Kredit in Höhe von insgesamt 2'300'000 Franken für einen Projektwettbewerb und die Planung bis zum Bauprojekt beantragt. Die Initiative und der Gegenvorschlag sollen den Stimmberechtigten gleichzeitig zur Abstimmung vorgelegt werden, wobei der Regierungsrat die Initiative zur Ablehnung empfiehlt.

Die Art und Ausgestaltung von Öffnungen für die angestrebte grosszügige Verbindung des Kasernenhofs mit der Rheinpromenade wird im Rahmen eines Wettbewerbsverfahrens geprüft. Der Ratschlag basiert auf einer Nachnutzungskonzeption und sieht eine sozio-kulturelle Mischnutzung für den Kasernenhauptbau nach dem Auszug der Schulen im Jahr 2015 vor. Die Bewirtschaftung des gesamten Kasernenareals wird an ein Arealmanagement übergeben.

Das Ziel der zukünftigen Nutzung des Kasernenhauptbaus ist es, eine dauerhafte Durchmischung der Akteure anzustreben. Die im Hauptbau geplanten Aktivitäten sollen das Angebot auf dem Kasernenareal ergänzen und visionär erweitern sowie die bestehenden Nutzungen und Anlässe auf dem Kasernenareal wie das Basel Tattoo, die Herbstmesse und weitere berücksichtigen. Dabei soll sich die Entwicklung durch die gesteigerte Platzattraktivität und die Aufwertung eines wichtigen städtischen Treffpunkts positiv für das Quartier und die Bevölkerung im Kleinbasel auswirken.

Mit dem vorgesehenen Szenario "Brutstätte Kasernenareal" ist ein Mix aus kommerziellen und nicht kommerziellen Nutzungen vorgesehen, die sich aus aktuellen Trends ergeben. Schwerpunkte werden dabei im Bereich der Gastronomie, der Kultur und darstellenden Kunst, der kreativwirtschaftlichen Aktivitäten und der Quartiernutzungen gesetzt. Um eine möglichst hohe Dynamik im Hauptbau und gleichzeitig eine gute Zugänglichkeit zu gewährleisten, wird ein wesentlicher Teil der Räumlichkeiten einem regelmässigen Wechsel in der Zusammensetzung der darin aktiven Nutzer unterzogen werden.

Die Nutzungen sollen sich an der vorhandenen baulichen Substanz und den gegebenen Möglichkeiten des Hauptbaus orientieren. So ist ein ausreichendes Angebot an Produktionsräumen für die Realisierung von Projekten, für das Durchführen von Seminaren und Workshops oder für Co-Working Spaces angedacht. Ferner soll das Gebäude über sogenannte „Plattformen“ für öffentliche Veranstaltungen und Versorgungsdienstleistungen im gastronomischen Bereich verfügen. Mit diesen Nutzungsformen sollen bestehende Verbindungsachsen gestärkt und neue belebt werden. Eine einheitlich geregelte Verantwortung für das gesamte Kasernenareal wird an ein Arealmanagement übergeben. Der Regierungsrat legt dem Grossen Rat einen Kreditantrag in Höhe von 2'300'000 Franken für einen Projektwettbewerb und die Planung bis zum Bauprojekt vor. Im Wettbewerbsverfahren ist die Prüfung grosszügiger Öffnungen und Durchgänge zur Verbindung des Kasernenhofs mit der Rheinpromenade vorgesehen, wobei diese Öffnungen auf die strukturellen Bedingungen des Kasernenhauptbaus und auf dessen zukünftige Nutzung abzustimmen sind.

Quelle: www.bs.ch
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Old February 1st, 2013, 03:48 PM   #86
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Grossratskommission will Kasernen-Initianten weiter entgegenkommen

Die Bau- und Raumplanungskommission des Basler Grossen Rats will den Initianten der Kasernen-Initiative weiter entgegenkommen. Sie will im Gegenvorschlag festhalten, dass es um einen Umbau statt nur um eine Sanierung geht und der Architekturwettbewerb die Prüfung grosszügiger Öffnungen und Durchgänge beinhalten soll.


Die Regierung hatte die Vorlage für die Sanierung und den Architekturwettbewerb als Gegenvorschlag zur Initiative Ende August vorgelegt. Sie beantragte dabei einen Kredit von 2,3 Millionen Franken zur Gesamtsanierung der Kaserne. Der Kommission genügte dies indes nicht, wie aus ihrem am Freitag veröffentlichten Bericht hervorgeht.

Denn der Beschlussesantrag der Regierung erfülle die vom Grossen Rat im letzten Februar gemachten Vorgaben nicht. Und das Initiativkomitee, das in der Kommission den Vizepräsidenten stellt, wäre nicht bereit, den Regierungsantrag als Grundlage für einen Rückzug der Initiative zu akzeptieren.

Die Initianten hatten einen Rückzug ihres Begehrens schon früher an die Bedingungen geknüpft, dass das Parlament einen Wettbewerb für konkrete Öffnungsvarianten und die Finanzierung der Bauplanung beschliesst. Die Kommission beantragt nun dem Plenum, den Gegenvorschlag mit den von ihr formulierten Präzisierungen zu beschliessen.

Der Antrag wurde in der Bau- und Raumplanungskommission einstimmig beschlossen. Derweil unterstützt die Bildungs- und Kulturkommission in einem Mitbericht mehrheitlich den Projektierungskredit sowie den Gegenvorschlag der Regierung.

Der Streit um die Zukunft der ehemaligen Basler Kaserne hält seit Jahren an. Der Grosse Rat hatte letzten Februar 5,3 Millionen für eine seitliche Öffnung des U-förmigen Kasernenbaus bewilligt. Die Initiative des Komitees «Kulturstadt jetzt» will derweil eine grosszügige Öffnung zur Seite des Rheins hin erreichen, wo aber der Hauptbau steht.

Quelle: www.basellandschaftlichezeitung.ch
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Old March 14th, 2013, 09:30 PM   #87
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Mehr Mut!

Wegen der verknorzten Entwicklung auf dem Kasernenareal gibt es grosse Vorbehalte gegenüber den Basler Behörden. Und scharfe Kritik am prominenten Tattoo-Chef Erik Juillard, wie unsere Wochendebatte zeigt. Regierungspräsident Guy Morin wiegelt ab. Von Michael Rockenbach und Marc Krebs


In Basel fehlt der Regierung und den Behörden der Mut. Zu diesem Schluss kamen wir in unserer Titelgeschichte über das Kasernenareal, diesem Kleinbasler Platz mit dem grossen Potenzial. Offensichtlich sehen das einige Baslerinnen und Basler gleich, wie unsere Wochendebatte zum Thema zeigt. «Einfach mal gross denken!», verlangt zum Beispiel Kuno Bachmann, der vom Areal aus einen «freien Blick auf den Rhein» möchte.

Dieser Aussicht steht aber der Hauptbau der Kaserne im Weg. Darum wurde auch schon mal gefordert, dass der «Klotz» gesprengt oder zumindest verschoben werden müsse. Mit einer Versetzung wäre in den 1950er-Jahren auch die Denkmalpflege noch einverstanden gewesen. Heute wehrt sie sich dagegen – weil der Hauptbau ein schützenswerter Bau sei. Noch sehr viel wortkräftiger kämpft Erik Juillard, Chef des Basel Tattoo, für den Erhalt, weil der Kasernenhauptbau eine ideale Kulisse für sein Militärspielfestival ist. Und ein guter Lärmschutz.

Kulissen anstatt Kaserne

Der Kampf für den Kasernenhauptbau trägt Juillard in der Wochendebatte nun einige Kritik ein. Theaterfachmann Christoph Meury bezeichnet ihn als typischen Vertreter von Partikularinteressen, der sich nicht fürs Ganze interessiere. Und Christoph Cornelius kritisiert, dass «eine einzige Veranstaltung wie das Tattoo die Entwicklung rund um die Kaserne diktiert.» Das passt auch Claudia Pleuss nicht. «Beweisen Sie bitte den selben Mut den Sie hatten, als Sie das Tattoo ins Leben riefen und geben Sie etwas Neuem eine Chance», schreibt sie an die Adresse von Juillard und gibt ihm gleich noch einen Tipp: «Im Theater klappt's zum Beispiel auch mit Kulissen.»

Daneben gibt es allerdings auch Stimmen, welche die Kaserne vehement verteidigen. «Immerhin gibt es viele Kleinbasler, die den Kopfbau als Wahrzeichen ihres Stadtteils anschauen. Das sollte man respektieren», schreibt Michael Trachsel, der Präsident des Vereins zur Unterstützung des Basel Tattoo, ebenfalls in der Wochendebatte. Bei der damit verbundenen Abstimmung zeigt sich allerdings, dass eine fast schon überwältigende Mehrheit unzufrieden ist mit der Entwicklung auf dem Kasernenareal und die Stadtentwicklung generell für zu mutlos hält.

Selbstzufriedene Basler

Eine Einschätzung, die «Guschti Goldknopf» auf ein tieferliegendes Problem zurückführt: die Basler Selbstzufriedenheit. «Viele Basler in hohen Positionen (...) haben die unerträgliche Gewohnheit, ihre Stadt und deren Institutionen selbstverherrlichend in den Himmel zu loben. Basel findet sich einfach ein bisschen zu toll.» Darum frage man sich gar nicht erst, was man besser machen könnte. «Das ist auch der Grund, warum sich (...) nie gross etwas verändert», schreibt «Goldknopf».

Ob er recht hat, wird sich bald zeigen. Denn die Weiterentwicklung des Kasernenareals kommt nun in die entscheidende Phase. Der Grosse Rat behandelt morgen Mittwoch den Ratschlag zur Gesamtsanierung des Kasernenhauptbaus. Die Bau- und Raumplanungskommission ist nur bedingt zufrieden mit der regierungsrätlichen Vorlage. Ihrer Meinung nach müsste eine grosszügige Öffnung des Kasernenhauptbaus im Architekturwettbewerb unbedingt geprüft werden. Aller Voraussicht nach wird das Kantonsparlament diese Forderung übernehmen und den Kredit von 2,3 Millionen Franken für die Projektierung verabschieden.

Bei der Auswahl der Projekte werden dann auch die Bewahrer ein wichtiges Wort mitreden, allen voran die Denkmalpflege. In unserer Debatte wurde darum bereits die Befürchtung geäussert, dass es keine Öffnung in der Kaserne geben wird – oder höchstens eine «Angsthasenöffnung».

Guy Morin setzt auf einen guten Kompromiss

Der Grüne Regierungspräsident Guy Morin verspricht ein «tolles Projekt»: «Nach 40 Jahren der Vorplanung kommt nun endlich etwas in Gang.» Was nicht selbstverständlich sei, wie Morin betont, weil bei diesem Projekt immer wieder zwei gegensätzliche Interessen aufeinander prallen würden:«Die einen wollen die Kaserne abreissen, wohl weil sie mit der militärischen Vergangenheit nichts anfangen können. Die anderen möchten die Kaserne unter Schutz stellen. Zusammen verhindern sie jegliche Entwicklung.» Das werde sich nun ändern. Mit dem Umbau solle eine Kulturstätte und ein Treffpunkt entstehen, der wichtig sei für Kleinbasel wie für die ganze Stadt, sagt er. Dabei denkt er an Ateliers, Proberäume, Produktionsstätten für Kulturschaffende, Gastro-Unternehmen, Quartierzentren oder Veranstaltungsräume.

Sehr viel konkreter wird Morin nicht. Die Kritiker werfen der Regierung und den Stadtentwicklern darum vor, sie gäben den Auftrag für die Umgestaltung eines Areals, ohne zu wissen, was genau sie damit anstellen möchten: «Gelegentlich müsste man öffentlich Klarheit herstellen, worüber man genau redet und wofür die Investitionen gedacht sind», schreibt Christoph Meury. Und für den ehemaligen Anwohner Rudi Buchmann ist klar: «Das Kleinbasel braucht die Kasernenwiese als Grünfläche, den grosszügigugen Pausenplatz oder die Einrichtungen für die Kleinkinder. Damit werden existentielle Bedürfnisse erfüllt. Was mit den Gebäuden geschieht, ist eher zweitrangig.»

Morin dagegen sagt: «Ich bin überzeugt, dass die Architekten im Rahmen des Wettbewerbsverfahrens ein überzeugendes Projekt entwerfen werden, welches die verschiedenen Bedürfnisse und Vorgaben wie etwa auch die grosszügige Öffnung zum Rhein berücksichtigt.»

Quelle: tageswoche
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Old March 20th, 2013, 02:01 PM   #88
Don Calo
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Architekten als Stadtentwickler?

Der Grosse Rat gibt grünes Licht für eine mutlose Weiterentwicklung des Kasernenareals. Basels Stadtentwickler dürfen ihre Hausaufgaben nun an Architekten delegieren: Diese sollen herausfinden, wie der Platz neu genutzt werden soll. Die Funktion folgt der Form: Ein visionärer Wurf ist in weite Ferne gerückt.
Ein Kommentar von Remo Leupin


Es lag ein Hauch Seldwyla über den beiden Grossratsdebatten zur Weiterentwicklung des Kasernenareals. Diskutiert wurde einmal mehr vor allem die völlig sekundäre Frage, ob der Hauptbau der Kaserne «grosszügig» zur Party- und Grillmeile am Rhein geöffnet werden soll (wie es die Verfechter der Initiative «Öffnung zum Rhein» fordern) – oder ob ein seitlicher Durchgang zum Rhein reicht (wie das die Regierung ursprünglich vorsah und Tattoo-Chef Eric Julliard will).

Nur vereinzelt wurde in der Debatte Kritik an dem unausgereiften und mit unscharfen Begriffen («Brutstätte», «Cluster») und fantasiereichen Leerformeln («Experimentierfeld mit Treibhauscharakter») gespickten Nutzungskonzept der Stadtentwickler geäussert – etwa vom ehemaligen Basler Kulturchef Michael Koechlin (LDP) am vergangenen Mittwoch (mehr Voten finden Sie in der Meldung der sda). Am Schluss entschied das politische Kalkül – oder wie es die Grüne Mirjam Ballmer auf den Punkt brachte: «Sagen Sie Ja zum Vorschlag der BRK, damit endlich zumindest etwas auf dem Kasernenareal passiert.» Es wird nun also zuerst geplant und erst nachher nachgedacht.

Keiner ist glücklich

Mit dem heutigen Grossratsentscheid herrscht (vorerst) Waffenstillstand auf dem Kasernenareal. Das Ja zum Planungskredit (inklusive Architekturwettbewerb) von rund 2,3 Millionen Franken tut niemandem weh – es macht aber auch niemanden so richtig glücklich.

Die Urheber der Volksinitiative «Öffnung zum Rhein» haben einen kleinen Zwischensieg errungen: Eine «grosszügige Öffnung» des Platzes zum Rhein muss nun im Rahmen des Architekturwettbewerbs «geprüft werden» – ob es aber je dazu kommt, steht weiterhin in den Sternen. Tattoo-Initiator Eric Julliard wiederum darf weiterhin hoffen, dass die Kulisse für sein Militärmusikfestival bestehen bleibt. Und das Präsidialdepartement kann die Frage nach einer kulturellen Gesamtkonzeption für dieses wunderbar gelegene, aber seit über 40 Jahren unbefriedigend genutzte Areal mitten in der Stadt aussitzen.

Wie gehts weiter? Nach der Präsentation der Ergebnisse des Architekturwettbewerbs in rund zwei Jahren wird das Gezeter über grössere und kleinere Öffnungen des Hauptbaus sowie über mögliche Nutzungen erneut losgehen. Und nach einer allfälligen Annahme des Baukredits durch den Grossen Rat wird wohl ein Referendum von irgendeiner Interessengruppe eingereicht werden – was eine weitere zeitliche Verzögerung zur Folge hätte. Ein visionärer Wurf ist in weite Ferne gerückt.

Wenig Gehör hatte das Parlament am vergangenen Mittwoch wie auch heute für die entscheidenden inhaltlichen Fragen: Was soll konkret mit dem Areal passieren? Wie soll es künftig genutzt werden? Welche Form der Kultur soll hier stattfinden?

Zentrale Fragen bleiben unbeantwortet

All diese zentralen Fragen beantworten weder der Ratschlag der Regierung noch der etwas progressivere Vorschlag der vorberatenden Bau- und Raumplanungskommission (BRK), den das Parlament heute mit einer grossen Mehrheit durchgewinkt hat (siehe Box). Statt die Hausaufgaben zu machen und ein griffiges Nutzungskonzept vorzulegen, dürfen die Stadtentwickler des Präsidialdepartements diese Aufgabe nun im Rahmen eines Wettbewerbs an Architekten delegieren.


«Tattoo nicht in Frage gestellt»

Der Grosse Rat stimmte mit 71 Ja-Stimmen zu 13 Nein-Stimmen bei fünf Enthaltungen für einen Architekturwettbewerb, den Planungskredit von 2,3 Millionen Franken sowie die Forderung der vorberatenden Bau- und Raumplanungskommission (BRK), die Prüfung einer grosszügigen Öffnung des Kasernenhauptbaus in den Wettbewerb miteinzubeziehen.

Die SVP wollte die Kasernenhülle möglichst gar nicht verändern, blitzte aber mit ihrem Antrag einer sofortigen Volksabstimmung ohne Gegenvorschlag mit 15 gegen 73 Stimmen ab.

Regierungspräsident Guy Morin versprach, ein konkretes Nutzungskonzept mit dem Baukredit in einem bis zwei Jahren vorzulegen. Morin hielt fest, dass das Tattoo «nicht in Frage gestellt» sei: Bisherige Nutzungen seien zu garantieren. Das komme auch so in die Wettbewerbsvorgaben. (amc/sda)

Quelle: www.tageswoche.ch
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Old December 18th, 2013, 02:09 PM   #89
hausmeister
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Quelle: BaZ 18.12.2013http://bazonline.ch/basel/stadt/So-s...story/31531704

Quote:
So subtil soll die Kaserne geöffnet werden


Das neue Gestaltungs- und Nutzungskonzept der Kaserne Basel steht: Wie erwartet handelt es sich im einen funktionalen Kompromiss. Gewonnen wurde der Architekturwettbewerb von einem Basler Büro.





Das Basler Büro Focketyn del Rio studio hat den Architekturwettbewerb zur Öffnung der Basler Kaserne zum Rhein und zur Gesamtsanierung der Anlage gewonnen. Ihr Projekt «Ein Haus für alle. Und das neue» wurde von der Jury aus 39 Vorschlägen zum Siegerprojekt erkoren (Jurybericht als PDF, 14 MB).

Der Vorschlag des von Hans Focketyn und Miquel del Rio geleiteten Büros biete laut Urteil der Jury die besten Voraussetzungen, um die Projektziele zu erreichen, teilten Bau- und Verkehrs- sowie Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt am Mittwoch mit. Das Projekt nehme auch Rücksicht auf Grossveranstaltungen wie Basel Tatoo, Festivals und Herbstmesse auf dem Kasernenareal.

Kosten von rund 30 Millionen

Weiter heisst es, der Vorschlage überzeuge «mit präzisen und äusserst intelligenten Eingriffen in den Bestand». Er öffne das Kasernenareal sowohl seitlich beim Kirchenbau als auch grosszügig im Parterregeschoss des Hauptgebäudes. Umbau und Umnutzung des Hauptbaus der alten Basler Kaserne sollen laut der Mitteilung ab 2016 erfolgen.

Das Kasernenhauptgebäude umfasst etwa 9000 Quadratmeter Geschossfläche. Gemäss Vorabklärung wird für dessen Umbau und Sanierung mit Kosten von ungefähr 30 Millionen Franken gerechnet. Neben der neuen öffentlichen Fussgängerverbindung zum Rhein hin sind dabei weitere Massnahmen vorgesehen.

Neue Restaurants am Rhein

So sollen unter anderem die Gebäudehülle saniert, das Gebäude erdbebensicher gemacht, das Innere saniert, die Gebäudetechnik erneuert und neue sanitäre Anlagen eingebaut werden. Weiter soll das Haus für kulturelle Nutzungen umgestaltet werden, und neue Nutzungen wie Gastrobetriebe auf der Rhein- und Platzseite sollen hinzukommen.

Das Hauptgebäude soll dabei «künftig auch in der Vertikalen bespielt werden»: Der Veranstaltungsraum im dritten Obergeschoss habe durch die Ausdehnung bis in den Dachraum eine brauchbare Raumhöhe für verschiedene Nutzungen. Das entstehende Zentrum solle sich im übrigen ins Quartier einfügen und bereits bestehende Nutzungen aufgreifen.

Vom Grossen Rat beschlossen

Der Architekturwettbewerb wurde vom Basler Grossen Rat vergangenen März zusammen mit einem Planungskredit von 2,3 Millionen Franken für Sanierung und Umbau der Kaserne beschlossen. Der Beschluss stützte sich auf einen Gegenvorschlag der Regierung zur Initiative «Öffnung zum Rhein» des Komitees «Kulturstadt Jetzt», die danach zurückgezogen wurde.

Das Kasernenareal wird heute von unterschiedlichsten Bevölkerungsteilen genutzt. Zu den auf dem Areal tätigen Institutionen gehören namentlich die Kulturinstitution Kaserne Basel und das Junge Theater Basel. Das jährliche Besucheraufkommen auf dem Areal wird in der Mitteilung mit mehreren 100'000 Personen angegeben.

(jg/sda)
Auf den ersten Blick finde ich die Lösung ganz gut. Vorallem auf die Möglichkeit einer Gastronomischen Nutzung rheinseitig habe ich gehofft.

Last edited by hausmeister; December 18th, 2013 at 02:23 PM.
hausmeister no está en línea   Reply With Quote
Old December 18th, 2013, 02:48 PM   #90
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Innen sieht es ganz gut aus, die neuen Nutzungen tönen interessant.

Aussen hätte ich mir aber eine gänzliche Trennung des Kopfbaus vom Seitenbau gewünscht. So sieht das irgendwie gemurkst aus, ein typisch schweizerischer kompomiss wieder mal. Was ist denn der Vorteil dieser "Passerelle"?

Auf der Visualisierung sieht es nach Kopfsteinplaster aus, was natürlich toll wäre. Es wird aber wohl beim schwarzbelag bleiben, schon allein wegen der Herbsmesse und dem Tattoo.
trauch no está en línea   Reply With Quote
Old December 18th, 2013, 02:57 PM   #91
hausmeister
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Auf den zweiten Blick, bzw nach Überfliegen des Juryberichts, scheinen die Nutzungsmöglichkeiten rheinseitig doch nicht ganz gross zu sein. Ich hätte eigenltich auf eine "Gastromeile" gehofft. Das wäre momentan wohl der einzige mögliche Ort am Rheinufer für so etwas.. Aber die "Halle" in der Mitte ist ganz gut.
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Old December 19th, 2013, 05:18 PM   #92
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Ein gute Lösung finde ich. So in etwa hab ich mir das erhofft. Ich bin überrascht.
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Old December 19th, 2013, 05:29 PM   #93
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Gefällt mir auch ganz gut, es war klar dass dieser Wettbewerb keine grossen Veränderungen am Gebäude ergeben wird, aber das ist auch in Ordnung so, denn dies wäre zurzeit einfach nicht mehrheitsfähig. Die gemischte Nutzung mit neuen Restaurant, Café sowie auch Kulturellen Nutzungen finde ich spannend für diese Ort. Mir gefällt besonders das Entrée welches über drei Stockwerke geht, dies ist ganz klar das Highlight dieses Entwurf. Das hier nebenbei noch ein junges Basler Büro gewonnen hat finde ich auch sehr schön.
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Old December 19th, 2013, 05:32 PM   #94
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So soll das Basler Kasernenareal aussehen

Hier noch der Bericht aus der Tageswoche:

Mit einem luftigen Entwurf hat das junge Basler Architekturbüro Focketyn del Rio studio den Projektwettbewerb für sich entschieden. Gastrobetriebe und Kreativwirtschaft sollen künftig Leben in die Bude bringen – und eine Verbindung zum Rhein und zum Quartier schaffen. Von Marc Krebs


«Ein Haus für alle. Und das Neue.» Auweia. Am Slogan kann es nicht gelegen haben, dass das Projekt Nummer 34 beim Wettbewerb für die Neugestaltung des Kasernen-Kopfbaus als Sieger hervorging. Liest sich dieses doch so: «Für alle. Und die anderen auch.» Eine solch schwammige Überschrift würde in unserer Branche in den Abfluss gespült, weil «Weder Fisch noch Vogel». Aber hier ging es ja nicht um einen catchy Titel, sondern um ein architektonisches Projekt, auf das die Stadtbevölkerung seit einem halben Jahrhundert wartet. Auf eine räumliche und inhaltliche Antwort, wie mit dem unglücklich bespielten Dauerprovisorium, diesem mächtigen Hauptbau der ehemaligen Basler Militärkaserne umgegangen werden soll.

39 Büros haben sich von den Vorgaben des Stadtkantons inspirieren lassen und Pläne sowie Konzepte entworfen. «Darunter auffällig viele junge Büros», wie Kantonsbaumeister Fritz Schumacher bei der Präsentation betonte.

Junges Basler Team setzte sich durch

Nur wenige arrivierte Architekten hätten teilgenommen, man könne fast von einem Nachwuchswettbewerb sprechen, sagte Schumacher. Und das habe sich gar nicht als Nachteil erwiesen. Viele interessante Ideen seien gesichtet worden, am durchdachtesten aber erwies sich die Eingabe des jungen Basler Duos Hans Focketyn und Miquel del Rio Sanin. «Jacques Herzog hat sich ganz begeistert gezeigt, sprach von einem «super Entscheid», so Schumacher träf, «was bei ihm ja nicht selbstverständlich ist.» Wie wahr!

Jacques Herzogs Begeisterung mischt sich hier wohl auch mit Stolz: Denn wie uns der 33-jährige del Rio Sanin erklärt, habe er die Herzog & DeMeuron-Schule durchlaufen. Seit diesem Jahr erst sind er und Focketyn ein eigenes Zweier-Team. Und nun also gleich ein solch grosser Erfolg. Der gebürtige Spanier war in entsprechend aufgeräumter Stimmung.

Durchbrüche und Crèmeschnitten

Was sprach für das Siegerprojekt? Etwa die teilweise Aushöhlung des Hauptbaus zugunsten eines grossen, sich über drei Stockwerke erstreckenden Entrées, wodurch das tiefergelegene Rheinufer und der Kasernenplatz für Passanten miteinander verbunden wird. «Mit dieser vertikalen Lösung wird das Gebäude nicht zur Crèmeschnitte», lobte Schumacher. Allein damit hob sich Focketyn del Rio studio von der Konkurrenz ab. Diese spielte zwar mitunter mit radikaleren Ideen, etwa einem Durchbruch zum Rhein. Doch wäre damit kein Mehrwert geschaffen worden, so Schumacher. Und auf den Mehrwert legte man grössten Wert, ebenso auf die Formgestaltung mit Seitenblicken auf Statik und Kosten (Fachjury-Vorsitz: der Berner Architekt Ueli Laedrach).

Kreativwirtschafter einbezogen

Ideen für den Mehrwert holten sich die Architekten bei bekannten VertreterInnen der lokalen Kreativbranche: Laura Pregger und Moritz Walther (bekannt vom Depot Basel) sowie Jan Schlomo Knopp und Angie Ruefer (Leuchtturm Kreative Wirtschaft) haben sie mit Inputs und Bedürfnissen der Kulturbranche gefüttert, welche in Nutzungsideen einflossen: Proberäume wären ebenso denkbar wie Kunstateliers, Büros und Anlaufstellen. «Interdisziplinär» lautet das etwas sperrige und zugleich überstrapazierte Fremdwort für das, was sich in den Räumen abspielen soll. Eine Begegnungszone auch, Ort des Austauschs. Aber nicht nur für Kreative.

Die vom Kanton gestellte Aufgabe war «enorm anspruchsvoll», sagte Regierungspräsident Guy Morin. «Gerade weil so unterschiedliche Bedürfnisse befriedigt werden sollen.» Entsprechend vielfältig seien die 39 Projekte herausgekommen, die die Jury an drei November-Tagen begutachtet, fachlich und sachbezogen diskutiert und beurteilt habe – dies übrigens ohne zu wissen, wer hinter den Eingaben stecke, um Voreingenommenheit auszuschliessen. Was sich Kanton wünschte und die Jury prüfte, waren folgende Vorgaben:

– eine Begegnungszone für die gesamte Bevölkerung

– einen Ort für die Kleinbasler Quartierbevölkerung

– eine Aufhebung des massiven Blocks zwischen Rhein und Kasernenplatz

– neue Räume für Kulturschaffende und Kreative; Ateliers, Proberäume, Büros, Anlaufstellen

– Zusammenspiel mit bestehenden Institutionen (Kaserne, Junges Theater, Parterre)

– Zusammenspiel mit Open-Air-Veranstaltungen wie Basel Tattoo, Herbstmesse oder Festivals

– Sorgfalt im Umgang mit dem kulturellen Erbe, das in den Köpfen festgesetzte Stadtbild also erhalten

– und all das in Form einer Einheit.

Ein Entrée über drei Stockwerke

Am Ende überzeugte also dieses Projekt mit seiner vertikal angelegten Passage, die zugleich als riesiger Wintergarten verstanden werden kann (ohne Durchzug!). Zusammen mit den gastronomischen Angeboten sollen die Leute ins Gebäude hineingezogen werden. Daneben, ans alte Kloster Klingental angrenzend, wird der Zwischentrakt seitlich durchbrochen. Im Siegerprojekt wird dieses Mauerstück nicht gänzlich entsorgt, sondern wie eine umgekehrte Krone als Tor dienen.

Auf dem Turm soll eine Bar zum Sonnenuntergangs-Apéro mit Rheinblick einladen. «Wichtige Elemente», sagte Moritz Walther, der an der Seitenlinie stand, «denn eine so grosse Gesamtfläche will zuerst mal mit Menschen gefüllt werden!» An die 9000 Quadratmeter werden umgebaut und neu genutzt.

Mit dieser Lösung, frohlockte Guy Morin, komme man jetzt endlich einen grossen Schritt weiter in der Gestaltung des Areals. Er erinnerte daran, wie viele Jahrzehnte lang sich Basel schon den Kopf darüber zerbrochen hat, was mit der ausgedienten Kaserne alles geschehen soll, wie sie sich zum Quartier öffnen und allen möglichen Ansprüchen gerecht werden könne.

Arealverwaltung wird konzentriert

Mit der Projektierungsphase geht eine Aufräumaktion in Sachen Verwaltung einher. Die Kasernen-Interessen laufen beim Präsidialdepartement zusammen, das neu alle Mietverträge unter sich hat und dafür besorgt sein will, die Konfusionen der letzten Jahrzehnte aufzuheben. Wir erinnern uns: Es kam auch schon vor, dass sich mehrere Departementsvertreter um den Kasernen-Brunnen reihten und rätselten, wer denn hierfür zuständig sei. Die Regierung will jetzt eine Arealverwaltung, wie sie schon lange gefordert wird, installieren. Und, besonders wichtig, sich auch von alten Zöpfen trennen.

«Für den Hauptbau ist bei der Bespielung keine klassische Intendanz vorgesehen», betonte Morin zudem. «Wir wollen auch keine festen Einnistungen!», ergänzte er, wohl in Anspielung auf die Atelierräume im Klingental, wo manche Künstler zum Teil jahrzehntelang zu günstigen Zinsen arbeiten konnten. Eine starre Bespielung ist auch für Kulturchef Philippe Bischof ein No-Go. «Wir wollen ein pulsierendes Haus mit Rotationen bei den Mietparteien.»

Das Präsidialdepartement behält auch aus diesem Grund die Fäden in der Hand, die Regierung will aktiv verwalten und Interessenkonflikten (sowie Vetternwirtschaft) vorbeugen, sich aber bei Vergaben von Fachgremien beraten lassen.

Für die Realisierung rechnet Morin mit Gesamtkosten von 30 Millionen Franken. Er hofft, dass der Grosse Rat im nächsten Jahr grünes Licht gibt, so dass der Bau 2016 beginnen und 2018 abgeschlossen werden kann.

Quelle: http://www.tageswoche.ch/de/2013_50/...l-aussehen.htm
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Old November 19th, 2015, 09:49 PM   #95
Basel_CH
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http://bazonline.ch/basel/stadt/kase...story/31287824

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Kaserne Basel: 45 Millionen für Hauptbau-Sanierung
Aktualisiert am 18.11.2015 13 Kommentare



Die Kaserne soll grösser werden und damit mehr Platz für Kultur und Gastronomie bieten. Der Kanton lässt für das Projekt 45 Millionen Franken springen – das sind 15 mehr als ursprünglich geplan

Den Umbau des Hauptbaus der Kaserne Basel in ein Kultur- und Kreativzentrum will sich der Kanton Basel-Stadt insgesamt rund 45 Millionen Franken kosten lassen. Das mit einer Öffnung der Anlage zum Rhein hin verbundene Projekt soll 2020 abgeschlossen werden.

Gemäss der am Mittwoch vorgestellten Regierungsvorlage erfordern die Gesamtsanierung des Hauptbaus und dessen Umbau Investitionen von 39,9 Millionen Franken. Weitere 1,25 Millionen Franken sind für Einrichtungen und Mobiliar vorgesehen.

Mehr unerwartete Kosten

Weil auf dem Kasernenplatz auch während der Bauzeit Veranstaltungen durchgeführt werden, erfordern Baustelleneinrichtung, Baulogistik und Schutzmassnahmen einen zusätzlichen Aufwand. Dessen Kosten sind auf rund 3 Millionen Franken veranschlagt.

Realisiert werden soll auf dem Kasernenareal das Projekt des Basler Architekturbüros Focketyn del Rio, das als grössten Eingriff eine neue Zentralhalle mit drei Stockwerken im Hauptbau vorsieht. Bei der Präsentation des Siegerprojekts im Architekturwettbewerb 2013 waren die Kosten noch auf 30 Millionen Franken geschätzt worden.

Mehr Platz für Kultur und Gastronomie

Im Hauptbau der Kaserne sollen nach der Sanierung rund 9000 Quadratmeter für kulturelle und kreativwirtschaftliche Nutzungen zur Verfügung stehen. Auch die Bedürfnisse der Quartierbevölkerung sollen berücksichtigt werden.

Grosse Bedeutung misst die Regierung der Gastronomie zu. Die entsprechenden Betriebe sollen umgehend nach dem Ja des Grossen Rats zum 45-Millionen-Kredit ausgeschrieben werden. Das Baugesuch für das Projekt wird nach Regierungsangaben voraussichtlich im kommenden Sommer eingereicht.

Mit den Bauarbeiten soll nach dem Basel Tattoo 2017 gestartet werden. Ab Anfang 2020 soll das neue Kultur- und Kreativzentrum im 1863 erstellten Gebäude bezogen werden können.
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Old September 21st, 2016, 01:45 PM   #96
kupplungssurfer
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Die Kaserne soll umgebaut werden – bürgerliches Komitee ergreift Referendum

Kaum hat der Grosse Rat Basel-Stadt am Mittwoch beschlossen, dass die Kaserne umgebaut werden soll, meldet sich ein überparteiliches Komitee zu Wort. Das Komitee will das Referendum gegen die Vorlage ergreifen.

Die als Kulturhaus genutzte marode alte Basler Kaserne kann saniert und umgebaut werden. Der Grosse Rat hat am Mittwoch dazu insgesamt 44,6 Millionen Franken bewilligt. Um das Kompromiss-Projekt war lange hart gerungen worden; bis heute sind die Meinungen geteilt.

Seit dem Auszug der Armee vor 50 Jahren haben sich kulturelle, religiöse und Bildungsinstitutionen in der Kaserne eingerichtet. Das vorliegende Projekt soll den Hauptbau, der an prominenter Lage unweit der Mittleren Brücke zum Rhein hin die Stadtsilhouette prägt, unter anderem erdbebensicher und flexibel nutzbar machen.

Die Gegner aus FDP, SVP und LDP beantragten mittels Minderheitsberichten der vorberatenden Kommissionen Rückweisung an die Regierung. Sie kritisieren die Vorlage als teuren faulen Kompromiss. Das Projekt bringe nicht die einst geforderte grosszügige Öffnung zum Rhein, sei planerischer Murks und lasse zu viele Fragen der Nutzung offen.

Linke und Mitte setzen sich durch
SP, Grünes Bündnis sowie CVP/EVP und GLP stellten sich hinter die Vorlage. Über 30 Millionen entfielen auf rein bauliche Kosten, die nach 50 Jahren eben anfielen. Viele würden vom architektonisch tollen Projekt profitieren, neben Kulturschaffenden und -nutzern auch das Quartier. Die Breite der Wünsche mache einen Kompromiss nötig. Konkrete Alternativen seien keine in Sicht.

Die FDP regte eine private Trägerschaft an statt einer staatlichen und bezweifelt, dass das Betriebskonzept finanziell aufgeht. Die Linke konterte, dass wohl kaum ein Privater die Vorgaben erfüllen wolle und die Finanzierung höchstens mit Profit-Betrieben wie einem Luxushotel zu machen wäre und die Mieten teurer würden.

Das Grüne Bündnis warf der Rechten zudem vor, mit Knausrigkeit bei der Kaserne dortige jüngere Kultur gegen klassische Kultur wie Orchester oder Museen auszuspielen, die sehr viel mehr Mittel bänden. Die fast vierstündige Debatte war geprägt von wahlkämpferischen Vorwürfen und Eigenlob.

Referendum angekündigt
Bürgerliche hatten bereits ein Referendum angedroht. Rückweisung wurde mit 57 gegen 32 Stimmen abgelehnt. Am Ende wurde die Vorlage mit 58 gegen 33 Stimmen gutgeheissen.

Umgebaut werden soll die 1863 gebaute Kaserne nach Plänen des Basler Architekturbüros Focketyn del Rio. Das Projekt sieht unter anderem zum Rhein hin eine neue dreigeschossige Eingangshalle vor. Aussen soll die Kaserne trotz des tief greifenden inneren Umbaus aus Denkmalschutz-Gründen nur wenig verändert werden.

Die Gesamtsanierung des Kaserne-Hauptbaus und dessen Umbau erfordern laut Ratschlag Investitionen von 39,9 Millionen Franken. Damit auf dem Kasernenplatz während der Bauzeit das Basel Tattoo und die Herbstmesse stattfinden können sollen, ist ein Zusatzaufwand von gut 3 Millionen Franken veranschlagt. Weitere 1,25 Millionen Franken sind für Einrichtungen und Mobiliar vorgesehen.
Quelle: BZ Basel, 21.09.2016
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Old January 10th, 2017, 07:20 AM   #97
hrhort
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Kaserne-Projekt: Eine Tate Modern für Basel

Das Pro-Komitee hat den Abstimmungskampf eröffnet und machte deutlich, dass man das Argument der Luxus-Sanierung nicht gelten lässt.

http://www.bzbasel.ch/basel/basel-st...asel-130840714
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Old February 3rd, 2017, 06:33 PM   #98
Don Calo
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JA ZUM KASERNENUMBAU

Das Projekt verdient ein JA, es überzeugt mit einer flexiblen Nutzung und einer schönen Architektur, die Sanierung ist sowieso schon überfällig und dringend nötig. Es ist zwar schade, dass die Nutzungen noch nicht klar sind, aber es darf auch mal etwas entstehen ohne ganz genau zu wissen wie es genutzt wird, deshalb ja zum Kasernenumbau.

http://prokasernenareal.ch/

http://fdrstudio.ch/kaserne/

Video zum Kasernenumbau:
https://www.youtube.com/watch?v=_RSU37vXm7g
__________________

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Old February 13th, 2017, 06:58 AM   #99
hrhort
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Cool dass es angenommen wurde, wenn es so wird wie dargestellt, kann man sich darauf freuen

Es ist amtlich: Basel sagt ja zur Kasernen-Sanierung

http://www.bzbasel.ch/basel/basel-st...rung-130955804
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Old May 24th, 2017, 07:41 AM   #100
hrhort
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«Parterre» besetzt das Filetstück des Kasernen-Hauptbaus

http://www.tageswoche.ch/de/2017_21/...-Hauptbaus.htm
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