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Old April 15th, 2012, 10:22 PM   #1
Bauer-Ewald
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Potsdam | Kunsthalle (Hasso-Plattner-Förderstiftung) | In Planung

Hasso Plattner zeigt sich wieder von seiner spendablen Seite: Der Softwaremilliardär will in Potsdam eine Kunsthalle schaffen. Der Neubau könnte am Standort des Hotel Mercure entstehen. Politiker zeigen sich hoch erfreut.

Das ehemalige Interhotel steht in der Kritik. Hier möchte Hasso Plattner die neue Kunsthalle entstehen lassen.
Das DDR Hotel müsste abgerissen werden.




Quote:
Die neuen Pläne des Softwaremilliardärs und Mäzens Hasso Plattner sind für Potsdam eine Sensation: Plattner will der brandenburgischen Landeshauptstadt eine Kunsthalle stiften. Den Bau soll die „Hasso Plattner Förderstiftung“ in naher Zukunft im historischen Stadtzentrum errichten. In der Kunsthalle – Potsdam besitzt bisher kein Kunstmuseum – sollen eigenständige Sammlungen aufgebaut und gezeigt werden.

Plattner, selbst angesehener Kunstsammler, bestätigte seine Pläne gegenüber dieser Zeitung. Zu Details wollte er sich jedoch nicht äußern. Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) sagte am Donnerstag auf Anfrage: „Ich freue mich, dass Hasso Plattner die Idee für eine Kunsthalle in Potsdam umsetzen will.

Das würde unsere Landeshauptstadt schmücken und wäre eine Auszeichnung von internationaler Bedeutung.“ Daher unterstütze das Rathaus Plattner und suche mit ihm nach einem „geeigneten Standort für eine solche Kunsthalle“, so der Oberbürgermeister.

Erste Wahl als Ort für die Kunsthalle ist nach Informationen dieser Zeitung das einzige für die Stadt noch frei verfügbare und somit wertvollste Grundstück in der Potsdamer Stadtmitte: Es liegt direkt gegenüber dem im Bau befindlichen Stadtschloss; heute befindet sich dort der 17-stöckige DDR-Plattenbau des einstigen Interhotels, heute Hotel Mercure. Kritiker halten das Hochhaus für einen der größten städtebaulichen Schandflecke Potsdams. Mit der Kunsthalle an diesem Ort würde Plattner somit erneut bewirken, dass die im Zweiten Weltkrieg und in der DDR zerstörte historische Potsdamer Mitte aufgewertet wird.

Zudem würde sich Plattners Engagement in der Landeshauptstadt in den vergangenen knapp 15 Jahren nicht nur durch sein Mäzenatentum, sondern auch mit den Investitionen in die neue Kunsthalle auf geschätzt nahezu eine Milliarde Euro summieren. 1998 stiftete der Gründer und heutige Aufsichtsratschef des Softwarekonzerns SAP der Stadt und ihrer Universität für 200 Millionen Euro das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik (HPI). Für den Aufbau des Potsdamer Schlosses hat Plattner 20 Millionen Euro gespendet – zunächst, damit der Bau, in den im Herbst 2013 das Landesparlament einziehen wird, die historische Fassade erhalten kann. Als es in Potsdam Proteste wegen des billigen Zinkdachs gab, legte Plattner geschätzte knapp zwei Millionen Euro nach, damit das Schloss wie das Knobelsdorffsche Vorbild ein Dach

Viele Details des Geheimprojekts Plattner-Kunsthalle – von dem seit dem Angebot des Mäzens im vergangenen Herbst selbst im Potsdamer Rathaus nur eine Handvoll Mitarbeiter wissen – sind noch unbekannt. Auch einige Schwierigkeiten sind zu lösen. Doch für den Abriss des Hotelhochhauses bietet sich derzeit ein bisher einmaliges Zeitfenster: Ende des Jahres läuft der Vertrag zwischen dem Hotelbetreiber, der Accor-Gruppe, und dem US-Finanzinvestor Blackstone als Eigentümer aus. Doch bisher schien es ausgeschlossen, dass Potsdam die Millionen für den Kaufpreis – ein Gutachten hatte vor fünf Jahren eine Summe von rund zehn Millionen Euro ausgewiesen – aufbringen kann. Ganz zu schweigen davon, dass eine solche Entscheidung politisch weder vermittel- noch durchsetzbar gewesen wäre: eine Millioneninvestition nur für einen Abriss.

Angesichts der Pläne des 68-jährigen Plattner befindet sich die Landeshauptstadt nun in einer neuen Lage: Mit einem sicheren Käufer in der Hinterhand könnte sie von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen. Eine breite Zustimmung der von einer Rathauskooperation aus SPD, CDU/ANW, Bündnisgrünen und FDP dominierten Stadtpolitik scheint wahrscheinlich. In der beständig geführten politischen Debatte zum Umgang mit DDR-Bauten im barocken Potsdamer Zentrum hatte sich die Rathausspitze erst Ende März auf einen Abriss des einstigen Interhotels festgelegt. Oberbürgermeister Jakobs hatte sich sogar schon im Juli 2010 dafür ausgesprochen: „Der Bau passt dort schon jetzt nicht mehr hin.“

Dass das Hotel eines Tages fallen wird, darüber hegte zuletzt nicht einmal die Potsdamer Linke Zweifel. Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg sieht zwar keine Schwierigkeiten in der direkten Nachbarschaft von Hochhaus und Stadtschloss – doch selbst er forderte keine Bestandsgarantie für die Ewigkeit. Von rund 20 Jahren Lebensdauer, die das Gebäude noch haben könnte, war zuletzt die Rede. Andere Stimmen gegen einen Abriss gibt es in der Potsdamer Stadtpolitik kaum. Das Stadtschloss wirkt für viele eingeengt zwischen dem DDR-Fachhochschulbau auf der einen und dem 54 Meter hohen Hotel auf der anderen Seite.

Plattners Kunsthalle könnte mehr Freiraum gewähren – und ein modernes Pendant zum alten Knobelsdorff-Schloss werden. Eine Vorgabe für die Bebauung des Grundstücks gibt es nicht, moderne Architektur gilt für die Kunsthalle aber als sehr wahrscheinlich.

Hasso Plattner, gebürtiger Berliner, ist seit Jahren bekennender Mäzen. Mit einem geschätzten Vermögen von knapp sieben Milliarden Euro gilt Plattner laut dem Wirtschaftsmagazin „Forbes“ als einer der reichsten Deutschen. „Vom Zurückgeben halte ich viel, wenn man sehr erfolgreich gewesen ist im Leben“, sagte Plattner jüngst in einer Fernsehdokumentation von RBB und Arte. „Man kann das Geld ja auch nicht mitnehmen.“ Wenn er in Potsdam ist, wohnt Plattner am Griebnitzsee. Dort hat er die von Architekt Mies van der Rohe erbaute „Villa Urbig“ erworben. In dem 1915 errichteten Bau residierte während der Potsdamer Konferenz 1945 der britische Premierminister Winston Churchill.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/br...6504514-2.html
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Old June 15th, 2012, 05:19 PM   #2
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Die Potsdamer bitten Hasso Plattner um eine zweite Chance: Für den kommenden Montag um 19 Uhr ruft die Bürgerinitiative Mitteschön zusammen mit anderen Potsdamern zu einer Demonstration auf dem Alten Markt auf. Unter dem Motto „Aufstand der Vernunft“ solle der Milliardär und Mäzen dazu bewegt werden, seine geplante Kunsthalle doch im Lustgarten zu errichten und nicht am Jungfernsee. Es dürfe nicht sein, dass „eine kleine Gruppe von Ewiggestrigen eine Jahrhundertchance für Potsdams Mitte torpediert“, sagte Mitteschön-Sprecher Hans- Joachim Kuke. Die Potsdamer seien „in ihrer ganz überwältigenden Mehrheit“ für die Idee einer Kunsthalle im Lustgarten anstelle des Mercure-Hotels. „Es ist eine Initiative von unten und wir hoffen, dass möglichst viele kommen“, so Kuke. Er erwarte Teilnehmer aus dem Sport, der Wirtschaft, der Kultur und der Politik. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) komme auch erklärte Kuke.
http://www.pnn.de/potsdam/656182/
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Old June 18th, 2012, 11:41 PM   #3
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In Potsdam tobt ein erbitterter Streit: Milliardär Plattner wollte eine Kunsthalle im Zentrum bauen an der Stelle des Großhotels. Er bekam böse Briefe, es gab Kritik. Der Mäzen zog sich zurück. Nun machen die Befürworter mobil – auch Günther Jauch.

Es war nur eine kleine Szene. Aber sie war bezeichnend für Potsdam und den Streit um die Kunsthalle, die der Softwaremilliardär Hasso Plattner (SAP) der Stadt schenken will. Vertreter der Linken holten auf der Sitzung des Bauausschusses ein altes Glas hervor, darauf abgebildet eine Silhouette: An den Seiten das Schloss Sanssouci, der Sommersitz des Alten Fritz, und Schloss Cecilienhof, wo die Alliierten 1945 Deutschland in Besatzungszonen aufteilten. Und in der Mitte thront das Interhotel, dazu der Schriftzug: „Bezirkshauptstadt Potsdam“. Ein Andenken aus DDR-Zeiten.

Dieser 17-Geschosser heißt heute Mercure-Hotel und um ihn ist in diesen Tagen ein erbitterter Streit entbrannt.

Jetzt steht Potsdam an einem Scheideweg. Es geht um Vergangenheit und Zukunft, um die vermeintliche Spaltung zwischen Alteingesessenen und Zugezogenen oder neuen Bürgersinn für diese seit Jahren wachsende Stadt.

Plattner, der Potsdamer Mäzen, der der Stadt die Fassade und das Kupferdach für das Landtagsschloss spendierte und schon Ende der 1990er sein Institut für Softwaresystemtechnik an der Universität Potsdam gegründet hat, wollte gern eine Kunsthalle in der Stadtmitte bauen. Im April kam diese überraschende Nachricht. Der Standort des Mercure-Hotels erschien schnell als optimal – das fand auch die Rathausspitze um Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). Plattner hätte 45 Millionen Euro ausgegeben für das Grundstück, den Abriss und den Kunstbau. Die hätte seine Stiftung dann mit ostdeutscher Kunst der vergangenen sechs Jahrzehnte bestückt, dazu noch Werke aus Plattners Privatsammlung, vor allem der klassischen Moderne. Und der Bau im Lustgarten hätte vis-a-vis einen Kontrapunkt zum Schlossneubau und der wiederentstehenden historischen Mitte gesetzt. Die Furcht, Potsdam verkomme zu einem Puppenstädtchen mit seinen historischen Fassaden, mit viel Stuck und Putten, wäre genommen.

Aber es ist eben Potsdam. Während andere Städte auch um Plattners Kunsthalle buhlten, Filetgrundstücke anboten, den roten Teppich ausrollten, gab es in der brandenburgischen Landeshauptstadt Streit – um den Abriss des Mercure-Hotels, dessen wirtschaftliche Zukunft über 2013 hinaus völlig ungewiss ist. Plattner zog sich zurück, jetzt baut er seine Kunsthalle im Norden am äußersten Stadtrand, dort wo auf einem früheren Kasernen-Geländen ein SAP-Campus entsteht. Dort kann Plattner bauen, wie er will.

Besonders getroffen haben Plattner wohl die ablehnenden Stimmen der Potsdamer selbst, auch wenn die Kritiker wohl eine Minderheit sind: Von „Alteingesessenen“ habe er Briefe erhalten, die im Gegensatz zu den Zugezogenen den Abriss des 17-stöckigen Plattenbaus als Verlust von DDR-Geschichte sähen. Er habe vielfach den Vorwurf zu hören bekommen, „da kommt so ein reicher Pinkel und will uns was wegnehmen“. Auch werde ihm vorgeworfen, Arbeitsplätze im Hotel zu vernichten. Als Privatperson brauche er so etwas nicht, sagt Plattner. Schließlich seien die hohen Kosten des Vorhabens an explizit diesem Standort „angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage vieler Potsdamer“ nur schwer zu vermitteln.

Sogar Brandenburgs oberster Tourismusvermarkter Dieter Hütte hatte die Kunsthalle in der Stadtmitte zwar begrüßt, den Hotelabriss aber als bedenklich bezeichnet. Und mit der Weißen Flotte, die hinter dem Hotel an der Havel ihre Anleger für die Ausflugsschiffe hat, gibt es Konflikte um Baurechte.

Und dann ist da noch die Linke, seit der Wende stärkste politische Kraft in Potsdam. Sie will die Kunsthalle auch in der Stadtmitte haben, aber an anderer Stelle. Zwischenzeitlich forderten einige Genossen, aus dem Plattenbau ein Studentenwohnheim zu machen. Der Fraktionschef im Stadtparlament, Hans- Jürgen Scharfenberg, sagt, das Mercure sei ein Teil des Stadtbildes. „Es ist bestens platziert an dieser Stelle, wäre es nicht hier, müsste man eines hinstellen.“

Jetzt nach Plattners Rückzug aber hat die Stadt eine ungeahnte Welle der Unterstützung für eine zentral gelegene Kunsthalle und Empörung über die „Betonköpfe“ erfasst. Die Stadt ist in Aufruhr, viele einfache Bürger melden sich zu Wort, einige Kritiker sagen, es war alles gar nicht so gemeint. Architektur-Professoren der Fachhochschule haben einen Aufruf für die Kunsthalle im Lustgarten und für Plattners „großartiges bürgerliches Engagement“ gestartet. Für den heutigen Montagabend (19 Uhr, Alter Markt) haben Initiativen zu einer Demonstration aufgerufen, das Motto lautet „Aufstand der Vernunft“. Auch TV-Moderator und Wahl-Potsdamer Günther Jauch kommt und hat sogar seinen Urlaub verschoben – wegen der Kritik und der Schmähbriefe. „Plattner muss erfahren, dass eine überwältigende Mehrheit der Potsdamer sich über sein Engagement unbändig freut“, sagt Jauch. Die Kunsthalle am Lustgarten, „dieses Jahrhundertgeschenk" nicht anzunehmen, „wäre der Gipfel von rückwärtsgewandter Arroganz und größtmöglicher Dummheit“. Galeristen, Künstler, Filmproduzenten, Wirtschaftsbosse, Sportler, Prominente wie Regisseur Andreas Dresen appellieren an Plattner, seinen Rückzug zu überdenken.

Die Koalition im Rathaus hat eiligst einen Beschluss entworfen, der sich für den Standort am Mercure ausspricht. Zudem will die Stadt Plattner alle Konflikte mit der Weißen Flotte abnehmen und schnell Baurecht schaffen. Und für die 50 Beschäftigten des Mercure hat Oberbürgermeister Jakobs einen Beschäftigungspool und eine Jobgarantie mit Potsdamer Hotels und Verbänden gezimmert. Zu dem Paket gehören auch Gespräche mit Investoren über einen Alternativstandort in bester Lage schräg gegenüber an der Havel in der Speicherstadt. Plötzlich bewegt sich ganz viel. Rathauschef Jakobs sagt, er hoffe, dass Plattner sich noch umstimmen lässt.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/po...n/6762720.html
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Old July 8th, 2012, 11:06 PM   #4
Bauer-Ewald
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Hasso Plattner gibt auf

Quote:
Hasso Plattner zieht mit seiner Kunsthalle an Potsdams Rand. Im Stadtzentrum hatte er sich mit seinem Millionengeschenk nicht willkommen gefühlt

Katerstimmung in Potsdam nach der Absage von Hasso Plattner für den Bau der Kunsthalle in der Stadtmitte: Stadtpolitik und Prominenz bedauerten am Donnerstag den Rückzug des Mäzens. „Dieses Trauerspiel samt der verheerenden Außenwirkung wird die Stadt noch lange verfolgen“, sagte TV-Journalist und Potsdamer Günther Jauch. Die CDU-Kreischefin und Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche sprach von einem „schwarzen Tag“ für die Landeshauptstadt. Potsdams SPD-Chef Mike Schubert sagte: „Man fragt sich, wo diese selbstzerstörerischen Debatten Potsdam noch hinführen sollen.“ Modeschöpfer Wolfgang Joop, gebürtiger Potsdamer, beklagte: „Diese Stadt kennt statt Demut und Dankbarkeit nur Neid und Missgunst.

Man hätte bestimmte Leute mit Ignoranz strafen sollen.“ Gleichzeitig begann die Suche nach Verantwortlichen für die Niederlage, die Potsdams Ruf als schwieriges Pflaster für Mäzene und Investoren verstärkt.

Der 68-jährige SAP-Mitgründer und Milliardär Plattner hatte am Mittwoch in einem offenen Brief mitgeteilt, dass er seine Kunsthalle nicht im Lustgarten, sondern auf seinem Grundstück am Ufer des Jungfernsees im Norden der Stadt errichten wird. Für die Halle in der historischen Mitte sollte das ehemalige Interhotel – heute Hotel Mercure – abgerissen werden. Der Eigentümer, der US-Hedgefonds Blackstone, will das Grundstück samt Gebäude verkaufen; der Mieter und Hotelbetreiber Accor hatte vergangenes Jahr den Mietvertrag nicht verlängert. 14 Millionen Euro sollte das Grundstück vis-à-vis des im Bau befindlichen Stadtschlosses, in das Brandenburgs Parlament einziehen wird, Plattner kosten.

Doch der mögliche Hotelabriss provozierte Konflikte in der Stadt. Die Linke lehnt den Abriss ab. Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg fordert, „das Hotel noch ein paar Jahre stehen zu lassen“. Was dann geschehen soll, sagt Scharfenberg nicht. Schuld an Plattners Absage will er nicht sein: „Wir haben nicht zum Kampf für den Erhalt des Mercure aufgerufen.“ Er kritisierte, Oberbürgermeister Jakobs habe „Plattners Kunsthalle zum Mittel zum Zweck, das Mercure loszuwerden, degradiert“. Das habe Plattner gespürt und sei „diesen Weg nicht mitgegangen“. Jakobs wies die Vorwürfe zurück. Er habe gemeinsam mit Plattner Standorte für die Kunsthalle gesucht, dabei sei der Lustgarten der attraktivste gewesen. Es gehe nicht darum, „dass wir DDR-Architektur aus der Stadt verbannen“, so Jakobs. Doch das Mercure passe nicht mehr in die nach historischem Vorbild wiederaufgebaute Mitte. Jetzt glaubt der Oberbürgermeister, dass das Hotel ab 2013 leer steht. Dann laufe der Mietvertrag von Accor aus, „ich befürchte eine leere Hülle, in die kein Mensch mehr investiert“. Jakobs räumte ein, dass die Stadtpolitik sich bisher „um die Debatte um das Mercure gedrückt hat“. Das Hotel ist das markanteste Gebäude aus der DDR-Zeit in Potsdams Innenstadt, dessen Abriss bisher nicht beschlossen war. DDR-Staats- und Parteichef Walter Ulbricht hatte 1967 dessen Bau angeordnet: Sozialistische Architektur statt die der einstigen Preußenresidenz sollte die Stadt prägen.

In die Diskussion um Abriss oder Erhalt hatten sich viele prominente Potsdamer, aber wenige Politiker eingemischt. Auch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), früher Oberbürgermeister in Potsdam, hatte sich nicht geäußert. Dass der Mercure-Abriss umstritten sein würde, hatte Plattner geahnt, als seine Kunsthallen-Pläne bekannt wurden. „Ich mache nichts, wenn wesentliche Teile der Stadt nicht damit einverstanden sind“, hatte er angekündigt. Zuletzt hatte es auch Forderungen gegeben, Plattner müsse einen Architekturwettbewerb ausschreiben und bei den Ausstellungen Mitspracherecht einräumen.

In der Kunsthalle will Plattner seine Sammlung ostdeutscher Kunst und wechselnde Ausstellungen zeigen. Nach seinem Tod soll dort seine private Sammlung mit Werken der klassischen Moderne zusammengeführt werden. Auf dem Areal der ehemaligen Grauen Kasernen am Jungfernsee kann Plattner nun die Kunsthalle weitgehend unbehelligt bauen. Dort errichtet SAP für 17,5 Millionen Euro – davon 2,7 Millionen Euro Landesförderung – ein Innovationszentrum für 100 feste Mitarbeiter. Der größte Teil des Filetgrundstücks soll mit 80 bis 90 Villen und rund 60 Luxuswohnungen bebaut werden. Rund 350 Millionen Euro werden laut Plattners Projektentwickler Gerhard A. Burkhardt dafür investiert.

Lesen Sie nachfolgend Auszüge aus Plattners offenem Brief:

„(...) Ich möchte mich bei allen Potsdamern bedanken für die rege und engagierte Diskussion um den Standort und den Inhalt einer von mir geplanten und zu betreibenden Kunsthalle. Leider haben sich in die Diskussion einige Missverständnisse eingeschlichen. So wird die Sammlung meine persönliche sein und nicht eine kunsthistorisch komplette oder politisch korrekte. (...) Die Kunsthalle ist ein öffentlich zugängiges Gebäude, aber kein öffentliches Gebäude. (...) Die letzten Wochen haben ein buntes Bild von Zustimmungen, Warnungen, Auflagen bis hin zu klarer Ablehnung gezeigt. Das Fazit ist: Ein privater Bau kann nicht widerspruchsfrei an einem Standort wie dem Mercure Hotel erfolgen. (Es) war nie meine Absicht, in die langfristige Stadtplanung von Potsdam einzugreifen. Ich habe nur nachgefragt, ob es noch interessante Bauplätze in der Innenstadt gibt. (...) Ich habe volles Verständnis für die vielen kritischen Stimmen der Potsdamer – es ist ihre Stadt. (...)“
http://www.tagesspiegel.de/berlin/br...e/6847272.html
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Old July 9th, 2012, 12:33 AM   #5
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Old March 14th, 2013, 11:47 AM   #6
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KUNSTHALLE IM LANGEN STALL - REKONSTRUKTIONS-SENSATION!

Der Standort am Hotelturm hat sich ja nun erledigt.


Dafür gibt es einen neuen, wunderschönen und sehr überzeugenden Vorschlag!

Architekt legt neuen Entwurf vor
Kunsthalle in Potsdam: Hasso Plattner soll für Standort
an der Plantage begeistert werden



Entwurf von Bernd Albers für das Tor des Langen Stalls.
- Quelle


POTSDAM, 13.03.2013
Knalleffekt in der Kunsthallen-Debatte, die schon komplett abgeschlossen schien: Bei einer Diskussion der Bürgerinitiative „Mitteschön“ am Montag hat der Berliner Architekt Bernd Albers überraschend einen Entwurf für eine Kunsthalle an der Plantage in der historischen Form des Langen Stalls vorgelegt.

Bislang ist auf dem Areal zwischen dem Tor des Langen Stalls und dem Brockesschen Palais als Ergebnis eines städtischen Wettbewerbs Wohnungsbau vorgesehen. Das Areal gehört zu Zweidritteln der Pro Potsdam; das restliche Drittel – in Nachbarschaft zur Yorckstraße – wurde an einen Investor verkauft.

Albers hatte 2012 am Wettbewerb mitgemacht. Als einziger Teilnehmer legte er einen spitzgiebligen Entwurf vor, der die historische Form aufgreift; kam damit aber nicht aufs Siegertreppchen.
In seinem Kunsthallen-Entwurf orientiert er sich noch viel mehr am Original: „Der Stall ist die ideale Kunsthalle; der Unger-Giebel ist die ideale Adresse; die Garnisonkirche der ideale Nachbar“, argumentierte Albers. 4000 Quadratmeter Museumsfläche könnte der Bau fassen; das tiefe Dach wäre günstig für ein Museum, wo die Exponate gedämpftes Licht brauchen. Das Torgebäude könnte als Eingang genutzt werden.

Sollten auf dem Areal Wohnungen gebaut werden, würde die Plantage ihren historischen Charakter verlieren, so Albers: „Das darf kein Vorgarten für Wohnungsbau werden – das muss öffentlicher Raum sein.“ Einhelliges Lob gab es vom Publikum für Albers’ Präsentation. Der übergreifende Wunsch: Man sollte mit dem Standort-Vorschlag erneut bei Mäzen Hasso Plattner vorstellig werden, um ihn zur Rückkehr in die Innenstadt zu bewegen. Plattner möchte bekanntlich nach dem Scheitern des Mercure-Standorts seine DDR-Kunst-Halle auf eigenem Grund am Jungfernsee bauen, hat aber noch keinen Bauantrag gestellt.

Vor diesem Hintergrund machte am Montag Architekt Ludger Brands, der als Gast im Publikum saß, den Anwesenden Mut: „Ich nehme an, dass Plattner in Wartestellung ist und darauf wartet, dass die Stadt ihm das anbietet“, sagte Brands, der einen Sinneswandel einräumte: Am Anfang des „Mitteschön“-Abends sei er noch Anhänger einer kompletten Wohnbebauung an der Plantage gewesen; nun habe ihn Albers’ Variante überzeugt: „Keiner möchte den Wohnungsbau streichen. Wir sehen, dass beides nebeneinander möglich ist“, sagte Brands mit Blick auf Albers’ Vorschlag, das angrenzende Areal der Alten Feuerwache für Wohnungsbau zu nutzen.

Vernichtende Kritik gab es hingegen am Plan der Stadt, an der Plantage ausschließlich Wohnungsbau stattfinden zu lassen. Architekt Christian Wendland sprach von „einem perversen Standort für Wohnungsbau“. Burkhart Franck, Chef der Fördergesellschaft Garnisonkirche, befürchtete verheerende Folgen für das Umfeld: „Für die Garnisonkirche würde es eine ziemliche Abwertung bedeuten, wenn Wäscheständer mit geblümten Unterhosen in der Nachbarschaft zur Schau gestellt werden.“

Steffen Pfrogner (Linke), Mitbegründer einer neuen Arbeitsgemeinschaft zur Stadtentwicklung, plädierte für „öffentliche Nutzung an diesem Standort“. Hagen Wegewitz (SPD), Vorsitzender im Finanzausschuss der Stadt, riet, auf die Stadtverordneten einzuwirken, dass die stadteigene Fläche vorerst nicht verkauft wird. Fazit des emotionalen Abends: Demnächst will man die Fraktionen für den Kunsthallen-Plan gewinnen.

Doch dann, der letzte Satz...
Bei der Verwaltung verwies man gestern auf das positive Votum des Gestaltungsrats für den Wohnriegel an der Plantage: „Daran orientiert sich die Stadt nun“, sagte Stadtsprecher Stefan Schulz. (Von Ildiko Röd)


Von: http://www.maerkischeallgemeine.de/c...ebnis=18747615
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Old March 14th, 2013, 11:50 AM   #7
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Ich hoffe, der Rekonstruktionsvorschlag kommt nicht zu spät und die Stadt kann von den Plänen überzeugt werden.

Sehr hilfreich dabei ist natürlich auch ein starkes Votum der Bürger.

Deshalb - bitte teilnehmen!

Abstimmung: Neuer Vorschlag für die Kunsthalle
Architekt will Museum an der Plantage
in der historischen Form des Langen Stalls bauen
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Old May 29th, 2013, 08:36 PM   #8
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Zukunft des Potsdamer Mercure-Hotels Die Angst vorm Neuanfang

Rathaus herrscht derzeit nervöses Rätselraten: Es fallen zwei Reizworte – Mercure“ und „Insolvenzverwalter“. Und die Potsdamer Stadtspitze fängt an, einen alten Fall zu drehen und zu wenden und überlegt, wie im Fall der Fälle zu verfahren wäre: Füße stillhalten oder doch offensiv auf Abriss setzen.

In der Potsdamer Rathausspitze ist man wegen eines eigentlich beerdigten Themas nervös: die Zukunft des Mercure-Hotels am Stadtschloss. Nach PNN-Informationen ist die Stadtspitze sensibilisiert, seit sie erfahren hat, dass die Gesellschaft, die das Hotel besitzt, unter Führung eines Insolvenzverwalters steht. Die Gesellschaft gehört zur US-amerikanischen Investmentgruppe Blackstone. Sollte sich die Tatsache, dass die Besitzgesellschaft in finanziellen Problemen steckt, auf den Hotelbetrieb in Potsdam auswirken, heißt es, könne die Debatte um die Zukunft und die Bebauung des Hotelareals im ehemaligen Lustgarten des Stadtschlosses wieder von Neuem beginnen – und damit auch die Debatte um den Neubau der „Weissen Flotte“.

Hoffentlich geht Blackstone pleite und die Bauruine kommt endlich weg!

http://www.pnn.de/potsdam/755143/

Zuletzt hieß es ja noch, dass das Hotel weitere mindestens 10 Jahre betrieben wird.

p.s: vielleicht Thread-Titel ergänzen/ umbennen "Zukunft Mercure Hotel" oder vielleicht doch einen eigenen Thread erstellen?

Die Kunsthalle soll ja trotzdem kommen, nur wo anders, daher wäre vielleicht ein eigener Thread fürs "Mercure Hotel - Zukunft?! " sinnvoll, oder?
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