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Old August 29th, 2007, 04:32 PM   #1
railcity
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Luzern : neues Musiktheater

100 Millionen Franken für ein neues Musiktheater

LUZERN - In Paris ist Pierre Boulez mit der Idee eines flexiblen Saales für das zeitgenössische Musiktheater gescheitert. Nun soll er bis 2012 in Luzern gebaut werden. Der Standort ist noch nicht bekannt, doch haben Mäzene schon 100 Millionen Franken zugesichert.



«Salle Modulable» heisst das am Mittwoch von Michael Haefliger, dem Intendanten des Lucerne Festival, vorgestellten Projektes. Zwar hat man im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) schon heute einen der weltbesten Konzertsäle. Mit einem wegweisenden Raum für Musiktheater, experimentelle Musik und Kammermusik soll er nun ergänzt werden.

Die starren Gegebenheiten herkömmlicher Opernhäuser stören Haefliger schon lange. Mit dem neuen Projekt in Luzern will er einen der innovativsten und flexibelsten Räume realisieren. Nutzbar nicht nur für sein Festival, sondern auch fürs Luzerner Theater, für interdisziplinäre Projekte, Forschung, Bildung und Vermittlung.

In Paris gescheitert
Als Haefliger dem französischen Komponisten Pierre Boulez von seinen Plänen erzählte, zog der ein Konzept aus der Tasche. Bis heute war Boulez frustriert, das die von ihm und Patrice Chéreau entwickelten Vorschläge einer «Salle modulable» in den achtziger Jahren in der Opéra Bastille in Paris nicht realisiert wurden. Jetzt stehen die Chancen gut, dass Luzern zum Zug kommt.

Boulez zeigte sich am Mittwoch in Luzern zufrieden. Als zeitgenössischer Musiker arbeite man heute oft gegen die Architektur. Die konventionellen Säle seien nicht mehr befriedigend, sagte der Komponist, der vor Jahrzehnten mal aufgerufen hatte, die Opernhäuser in die Luft zu sprengen.

Haefliger will nichts in die Luft sprengen, aber einen Saal, der traditionelle Grenzen sprengt. Klar ist, dass er - wie das KKL - höchsten Ansprüchen genügen muss. Er muss sowohl für konventionelle Opern wie für neueste Experimente genutzt werden können. Akustisch, technisch und visuell muss er die neusten Anforderungen erfüllen.

Finanzierung schon gesichert
Das wird nicht billig. Aber die Finanzierungsfrage ist laut Jürg Reinshagen, Stiftungsratspräsident des Lucerne Festival, bereits zu 100 Prozent geklärt. Mäzene, die nicht in Erscheinung treten wollen, haben rund 100 Mio. Franken zugesichert. Zum Vergleich: das KKL kostete rund 230 Mio. Franken.

Noch gebe es viele Aber, warnte Haefliger. So weiss man noch gar nicht, wohin der neue Saal gebaut werden soll. In der Stadt Luzern eine geeignete Fläche von rund 10 000 m2 zu finden, dürfte nicht ganz einfach sein. Dennoch gibt sich der Festival-Intendant optimistisch. Bis 2011 oder 2012 soll der Bau stehen.

Am Mittwoch wurde eine Projektstudie des Berner Architekten Max Schmid vorgestellt. Für den Bau will man einen internationalen Architekturwettbewerb ausschreiben. Am künstlerischen Konzept werden auch das Luzerner Theater sowie Stadt und Kanton Luzern mitarbeiten; es soll 2008 präsentiert werden.

Positive Reaktionen
Die ersten Reaktionen sind positiv. Für den Dirigenten Claudio Abbado eröffnet der Raum «völlig neue Dimensionen». Er freue sich, darin arbeiten zu können. Dominique Mentha, Direktor des Luzerner Theaters, spricht von einer «wunderbaren Chance» und einer «grossen Herausforderung».

Begeistert zeigte sich der Luzerner Bildungs- und Kulturdirektor Anton Schwingruber. Gleichzeitig verwies er auf die ins Mittelalter zurückgehende Tradition des Musiktheaters in Luzern. Für die städtische Kulturbeauftragte Rosie Bitterli ist das Projekt eine «grossartige Chance». Einen «kulturellen Quantensprung» nennt es Stiftungsratspräsident Reinshagen.

Wird die «Salle Modulable» realisiert, dann hat sie zweifellos auch Auswirkungen auf das Programm des Lucerne Festival. Bisher hatte das Musiktheater dort keine dominante Rolle - es blieb mangels geeignetem Saal bei konzertanten Aufführungen und der Zusammenarbeit mit dem Luzerner Theater.

sda

http://www.zisch.ch/navigation/top_m...tentOID=245342

Beitrag auf SF:

http://www.sf.tv/var/videoplayer.php...%3A06%3A12.632
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Old August 29th, 2007, 04:34 PM   #2
Lake
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Grössenwahn?


Ernsthaft: Wenn ich mir das Geplänkel ums KKL anschaue zweifle ich daran, dass das etwas wird.
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Old August 29th, 2007, 04:43 PM   #3
railcity
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Originally Posted by Lake View Post
Grössenwahn?
Ernsthaft: Wenn ich mir das Geplänkel ums KKL anschaue zweifle ich daran, dass das etwas wird.
Soweit ich mich erinnern kann, gab es kein Geplänkel, sondern berechtigte Einwände bezüglich der Finanzierung. Hier wird alles von privater Seite finanziert - sollte also kein grosses Problem sein. Hoffentlich findet man etwas in der Nähe des KKL. Warum nicht gleich vornedran im VWS eine Insel aufschütten?

Ich finde es super, dass Luzern seine bereits heute starke Stellung in Tourismus, Kunst und Unterhaltung noch weiter ausbauen kann.
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Old August 29th, 2007, 05:15 PM   #4
Lake
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Dachte, dass vor 1-2 Jahren mal gross diskutiert wurde über die weitere Finanzierung. Wäre schön blöd gewesen wenn keine Lösung gefunden worden wäre. Wenn in Luzern etwas internationale Ausstrahlung hat neben der Kappelerbrücke, dann das KKL - wäre schon ein Riesen Imageverlust gewesen.
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Old December 10th, 2007, 04:18 PM   #5
U3065
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Luzerner Musiktheater beim Verkehrshaus?

Als möglicher Standort des neuen Luzerner Musiktheaters (Salle modulable) des Lucerne Festivals zeichnet sich der Parkplatz beim Verkehrshaus ab. Noch vor Weihnachten soll die Öffentlichkeit informiert werden.
Das DRS-Regionaljournal Zentralschweiz berichtete am Donnerstagabend über den möglichen Standort des flexiblen Saales für das zeitgenösische Musiktheater: Beim Stadtrat liege ein Gesuch für das Baurecht auf dem Parkplatz zwischen Verkehrshaus und Strandbad Lido. Er gehört der Stadt Luzern.

Sowohl Stadt wie Lucerne Festival wollten am Freitag den Bericht nicht bestätigen. Die Öffentlichkeit werde aber noch vor Weihnachen informiert. Seitens des Festivals war zu erfahren, dass intensive Gespräche zwischen Stadt und Kanton Luzern sowie möglichen Partnern (Luzerner Theater, Luzerner Sinfonieorchester, Musikhochschule Luzern) im Gang seien.

Beim Projekt handelt es sich um eine Weltpremiere: Ein flexibler Saal für das zeitgenössische Musiktheater und die Oper. Die Idee stammt vom Musiker und Komponisten Pierre Boulez. In Paris scheiterte das Projekt. In Luzern könnte es gelingen. Mäzene haben dem Lucerne Festival 100 Mio. Franken für den Bau zugesichert.

Das Festival will den Neubau als Ergänzung zum Konzertsaal im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) an einer attraktiven Lage in der Stadt realisieren. Benötigt werden rund 10'000 Quadratmeter Land. Entsprechende Grundstücke im Stadtzentrum sind aber rar. Der Parkplatz beim Verkehrshaus ist eine der wenigen Möglichkeiten.

sda

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Old December 10th, 2007, 04:25 PM   #6
railcity
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Vom KKL zum Musiktheater könnte man dann mit dem Schiff fahren....
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Old December 10th, 2007, 04:26 PM   #7
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Originally Posted by railcity View Post
Vom KKL zum Musiktheater könnte man dann mit dem Schiff fahren....
das wäre wirklich no ne gute idee, railcity...
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Old December 19th, 2007, 03:50 PM   #8
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Neues Luzerner Musiktheater
Wunschstandort Verkehrshaus wird geprüft

Luzern (sda) Das Lucerne Festival möchte das neue Musiktheater - die so genannte Salle Modulable - beim Verkehrshaus bauen. Ein Gesuch fürs Baurecht auf dem Grundstück liegt beim Stadtrat. Die Finanzierung des Projekt für 100 Millionen Franken ist bereits gesichert.

Der Parkplatz beim Verkehrshaus wird in einer Medienmitteilung vom Mittwoch als Wunschstandort für die Salle Modulable genannt.
Der Vorteil ist, dass das Grundstück der Stadt gehört, die dem Projekt wohlwollend gegenüber steht.

Ein zweiter Standort beim Güterbahnhof sei in den Hintergrund getreten, heisst es weiter. Entscheidend sei, dass das Grundstück von einem Gleis zerschnitten werde und die restliche Fläche zu klein sei. Auch liege für dieses Areal ein bewilligtes Baugesuch vor. Entsprechend müssten die Investitionen abgegolten werden.

Gründung einer Stiftung

Das Lucerne Festival will nun eine Stiftung Salle Modulable gründen. Sie wird das Projekt bis zum Bau und zur Betriebsaufnahme betreuen und finanzieren. Parallel dazu wird eine Projektorganisation eingesetzt, die das Betriebskonzept erstellt und die konzeptionellen Fragen prüft.

In der Projektorganisation sollen die Stiftung als Geldgeberin und Betreiberin, Kanton und Stadt Luzern, Stiftung Lucerne Festival sowie die Partner Luzerner Theater, Luzerner Sinfonie-Orchester und Hochschule Luzern mitwirken.

Man sei ausserdem dabei, einen Geschäftsführer zu verpflichten und externe Spezialisten beizuziehen, schreibt das Lucerne Festival. Die Erstellung des Betriebskonzeptes wird laut Festival-Direktor Michael Haefliger mindestens ein halbes Jahr in Anspruch nehmen.

Weltweit einzigartiges Projekt

"Wir sind sehr erfreut", so Haefliger, "dass sowohl die Stadt wie der Kanton Luzern mit der Einsitznahme in der Projektorganisation ihre Unterstützung für die Salle Modulable manifestieren." Man spüre, dass alle Beteiligten voll und ganz hinter dem Projekt stünden und sie als grosse Chance für Luzern betrachten.

Beim Projekt handelt es sich um eine Weltpremiere: Ein flexibler Saal für das zeitgenössische Musiktheater und die Oper. Die Idee stammt vom Musiker und Komponisten Pierre Boulez. In Paris scheiterte das Projekt. In Luzern könnte es gelingen. Mäzene haben dem Lucerne Festival bereits 100 Millionen Franken für den Bau zugesichert.

Der Neubau soll als Ergänzung zum Konzertsaal im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) an einer attraktiven Lage in der Stadt realisiert werden. Benötigt werden rund 10 000 Quadratmeter Land.

(sda - bum iw/bsd272/ku/4/kul lu/071219 1530)
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Old March 26th, 2009, 01:43 PM   #9
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Luzerns Musiktheater-Projekt Salle Modulable / Von der Ausbildung bis zur Festivalproduktion auf einem Campus

Luzern (sda) In Luzern soll mit der Salle Modulable ein Campus entstehen, der sowohl die musikalische Ausbildung wie die Festivalproduktion umfasst. Die Initianten sehen eine Chance, sich als Musikstadt mit internationaler Ausstrahlung zu positionieren.

Michael Haefliger, Intendant des Lucerne Festivals, greift hoch, wenn er das Beispiel des Lincoln Centers in New York anführt. Dort werde zurzeit der Campus- Gedanke umgesetzt; beteiligt sind die Julliard School, die Metropolitan Opera und die Philharmonic.

In Luzern könne man einen ähnlichen Campus für die Schweiz schaffen, sagte Haefliger am Donnerstag an einer Medienkonferenz. Ein Campus, der einerseits die musikalische Ausbildung umfasst und anderseits den besten Studenten die Möglichkeit von Auftritten an Festivalproduktionen von höchster Qualität bietet.

Möglich wird das durch die Zusammenführung zweier Projekte, die unabhängig voneinander gestartet wurden: die so genannte Salle Modulable, ein flexibler Saal des Lucerne Festivals für das zeitgenössische Musiktheater einerseits, der Neubau der Musik-Hochschule Luzern anderseits.

Chance für Theater und Sinfonieorchester

Mit von der Partie sind auch das Luzerner Theater, dem sich damit neue Perspektiven ausserhalb des angestammten Hauses an der Reuss öffnen, sowie das Luzerner Sinfonieorchester, das so zu einem Kammermusiksaal und einem optimalen Probenraum käme.

Neben diesen vier Partnern sind in der Projektorganisation auch der Kanton und die Stadt Luzern vertreten. Zurzeit laufen die Abklärungen zum Raumbedarf und zum Betriebskonzept. Laut Haefliger eine knifflige Sache: "Kein Bau ohne hieb- und stichfestes Betriebskonzept!". Er ist aber überzeugt, dass man es schaffe.

Auch die Standortfrage wird zurzeit geprüft. In der näheren Auswahl sind drei Grundstücke in Luzern, eines in Kriens. Einer der attraktivsten Standorte: das Lido beim Verkehrshaus. Bis Ende Juni soll der Entscheid über den Standort fallen.

Im Herbst könnte dann der zweistufige Architekturwettbewerb (Ideen- und
Projektwettbewerb) starten. Wie schon beim Kultur- und Kongresszentrum Luzern
(KKL) von Jean Nouvel wird das keine lokale, sondern - so Walter Graf von der Stiftung Salle Modulable - "eine globale" Sache.

Kosten zwischen 140 und 170 Mio. Franken

Zwar handelt es sich um zwei Projekte, ein privates des Lucerne Festival (Salle
Modulable) und eines der öffentlichen Hand (Musik-Hochschule). Doch mindestens den Ideenwettbewerb wird man laut Graf gemeinsam durchführen.

Bei der Salle Modulable rechnet man mit Kosten von 100 Millionen Franken - die dem Lucerne Festival bereits zugesichert sind. Bei der Musik-Hochschule Luzern spricht man von 40 und 70 Millionen Franken für den Neubau.

Nimmt das Projekt alle Hürden, eröffnen sich Musikstudenten und -studentinnen neue Möglichkeiten: Auf dem Campus können sie studieren und üben, in Auftritten Erfahrungen sammeln, professionellen und höchstklassigen Aufführungen beiwohnen.

Den Besten winkt gar die Mitwirkung in Theater- und Festivalproduktionen weltbekannter Ensembles. Die Festival Academy, wie Pierre Boulez sie heute leitet, könnte so auf den Campus ausgedehnt werden.

(SDA/ATS - bum iw/bsd345/ACE/4/090326 1206)
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