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Old April 13th, 2008, 07:17 PM   #41
lifestyle032
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Danke für das Bild!! Respekt!
Ich wollte schon immer wissen wo sich die Leineinsel befand!
Schöne Karte
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Old April 13th, 2008, 07:21 PM   #42
devilsadvocate
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habe mal bei google earth geschaut. warum zur hölle hat man die wasserkunst abgerissen? hätte wunderbar dort stehen bleiben können. dort ist ja jetzt nur das leinewehr und ne freifläche...
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Old April 14th, 2008, 09:21 PM   #43
Leine1977
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Ein interessanter Link, wo man Kurzfilme frei runterladen kann. Hier ist u.a. der "Kriminalfall" von 1924, wo man den Massenmörder Fritz Haarmann verfilmt hat. Es sind wohl die ältesten bewegten Bilder aus dem alten Hannover, die erhalten geblieben sind.

http://www.hist.uni-hannover.de/~kul...alfall1924.htm

Im Hintergund ist immer die Altstadt zu sehen (z.T. auch die - damals heruntergekommene - Leineinsel).

Es gibt hier noch mehr Filme - leider allerdings nicht "Das Gesicht einer Stadt" von 1930, der ja neulich in der Zeitung stand.
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Old April 14th, 2008, 10:51 PM   #44
lifestyle032
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Es gibt hier noch mehr Filme - leider allerdings nicht "Das Gesicht einer Stadt" von 1930, der ja neulich in der Zeitung stand.
Der Film wurde letztens im Kinosaal des Künstlerhauses vorgeführt; eine Wiederholung steht für Juni auf dem Programm. Ansonsten gibt's den Film auch als Kauf-DVD. Habe ich heute auch bei Schmorl u. v. Seefeld gesichtet, aber 19€ für ca. 30 Minuten Film waren mir dann doch zu viel; auch wenn der Preis sicherlich durch eine geringe Auflage und seltenes Filmmaterial begründet sein mag
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Old April 15th, 2008, 10:12 AM   #45
devilsadvocate
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Was haltet ihr davon?
Meine Meinung ist das totaler, entschuldigung, MÜLL!
Hier wird reiner Populismus betrieben. Mal kommt der angebliche Klimawandel von schwarzen Wolken, mal vom Ozean, mal von den Kühen...
Fakt ist, dass es den Klimawandel schon immer gab. Warum sonst hieß0 "Grönland einmal auch "Greenland"? Glaube auch nicht, dass es 100% feststeht, dass CO" "schuld" an wärmeren Tempreaturen ist, die ja schon dann angenommen werden, wenn es am Vorjahrestag 1 Grad kälter war und die Sonne nicht schien...
Ich weiß nur, dass Heizpilze nicht "die Welt retten".


"Politiker wollen Heizpilze verbieten

Die Gastronomen in Hannover müssen wohl demnächst ein weiteres Verbot hinnehmen. Die Gasstrahler sollen von öffentlichen Plätzen verschwinden – weil der CO2-Ausstoß zu hoch ist.

Draußen vor der Tür – und noch unterm Heizpilz: Axel Henning und Thorsten Kölln genießen ihren Kaffee auf der Lister Meile

Nachdem sie ihre rauchenden Gäste vor die Tür oder in einen separaten Raum setzen mussten, sollen jetzt auch die Heizpilze vor den Kneipen, Bars und Cafés verschwinden. Die Ratsfraktionen von SPD und Grünen haben sich darauf verständigt, dass die Wärmestrahler nicht mehr auf öffentlichen Flächen stehen dürfen.

Am Montag Abend galt als sicher, dass als erstes politisches Gremium der Bezirksrat Mitte eine entsprechende Änderung der Sondernutzungssatzung, die die private Nutzung öffentlicher Grundstücke regelt, beschließen würde – gegen die Stimmen von CDU und FDP. Eine Entscheidung fiel am Montag indes nicht, die CDU will das Thema vorher noch einmal in der Fraktion beraten. Nach dem Bezirksrat müssen noch diverse Ausschüssen und der Rat den Antrag absegnen.

„Der Kohlendioxid-Ausstoß der Geräte ist einfach zu hoch“, sagt Ratsherr Michael Dette von den Grünen. Ein gasbetriebener Heizpilz, so rechnet Dette vor, pumpt pro Stunde dreieinhalb Kilogramm Kohlendioxid (CO2) in die Luft – so viel wie ein Mittelklassewagen auf einer Strecke von 25 Kilometern. Auf das Jahr gerechnet summiert sich der Ausstoß des klimaschädlichen Gases bei einem Heizstrahler auf zwei Tonnen. Um auf diese Bilanz zu kommen, müsste das Auto 12.000 Kilometer zurücklegen.

In Berlin sind die Strahler bereits verboten.

Beim Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) kommt der Beschluss erwartungsgemäß nicht gut an. „Ich bin schockiert“, sagt der hannoversche Dehoga-Chef Helmut Uhl. Durch das Rauchverbot seien die Gastwirte schon genug gebeutelt, da sei es unverständlich, wenn die Politiker jetzt noch einen draufsetzen, meint Uhl. Ähnlich reagiert Dirk Aigner von der City-Gemeinschaft. „Das ist kein wirtschaftsfreundlicher Beschluss“, sagt er.

Konkrete finanzielle Einbußen fürchtet Thomas Helmer, Inhaber einer Lehrter Event-Firma, die Heizpilze an öffentliche Veranstaltungen verleiht. „Ein Verbot ist Quatsch“, sagt Helmer. „Der Anteil der Propangasgeräte am gesamten Schadstoffausstoß ist minimal.“

Auch die Oppositionspolitiker im Bezirksrat Mitte lassen kein gutes Haar am Heizpilzverbot. „Das verzerrt den Wettbewerb“, sagt Wilfried Engelke von der FDP. Gastwirte, die ihre Außenterrasse auf privatem Boden betrieben, könnten Rauchern weiterhin einen beheizten Freiluftaufenthalt bieten. „Dadurch werden die Wirte mit Außenbewirtschaftung auf öffentlichen Flächen benachteiligt“, sagt der FDP-Ratsherr. Eine Einschränkung unternehmerischer Freiheit sei das Heizpilzverbot, meint CDU-Politiker Joachim Albrecht.

Selbst in den Reihen der Sozialdemokraten regt sich Unmut. „Ich habe Bauchschmerzen bei der Entscheidung“, sagt SPD-Mann Detlef Gerberding. Er hätte sich Möglichkeiten für Ausnahmeregelungen gewünscht, etwa für die Stände auf dem Weihnachtsmarkt. Die sind von dem Verbot allerdings gar nicht betroffen. Denn für die Marktbeschicker gilt die sogenannte Marktsatzung und nicht die Sondernutzungssatzung, in die das Heizpilzverbot einfließen soll.

Die rot-grüne Initiative zur Verringerung des CO2-Ausstoßes könnte jedoch unterlaufen werden. Denn der Begriff des „Heizpilzes“ bezieht sich nur auf laternenförmige Wärmestrahler mit einem runden Deckel auf dem Ofen. Im Handel gibt es jedoch auch gasbetriebene Heizöfen, die mit einem Pilz nicht mehr viel gemein haben – und viel billiger sind."
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Old April 15th, 2008, 10:42 PM   #46
lifestyle032
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Da gebe ich dir Recht!
Ich bin zwar Nichtraucher und infolgedessen nicht davon betroffen, aber jetzt ein Verbot der Heizpilze anzuzetteln halte ich für übertrieben.. nur gut dass es bald wärmer wird!
Ich habe mal gelesen, dass in einer anderen Stadt (weiß nicht mehr welche) die Heizpilze aus ästhetischen Gründen entfernt werden mussten, da sie anscheinend das Innenstadtbild verschandelten.
Mag glauben wer will...
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Old April 15th, 2008, 11:26 PM   #47
gstolze
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Ich find es auch lächerlich. Irgendwie passt es aber in die absolut dogmatische Verhaltensweise, die die seit der Nachkriegszeit in Hannover herrschende Ratsfraktion immer wieder an den Tag legt.

Da sollte in de Stadt lieber die grüne Welle eingeführt werden. Damit könnte viel mehr für die Umwelt getan werden. Aber man will ja aus ideologischen Gründen lieber den Individualverkehr behindern. In dem Fall spielen dann ökologische Bedenken komischerweise keine Rolle mehr.
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Old April 16th, 2008, 07:14 PM   #48
Leine1977
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Genau, da habe ich ihn auch nicht mehr gefunden.

***

LEINEINSEL

Die alte Leineinsel hatte übrigens folgendes Aussehen (hoffentlich klappt das mit dem Bild). Man erkennt auch die Flusswasserkunst.



(aus dem Pharus-Plan "Hannover 1907")

Orientieren kann man sich am Leineschloss.
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Old April 16th, 2008, 07:15 PM   #49
devilsadvocate
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Was ist dsas für ein gEbäude am Goetheplatz? Steht das heute noch?
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Old April 16th, 2008, 07:22 PM   #50
Leine1977
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Oh, entschuldigt, ich wollte nochmal kurz an dem "lütten Bilden" testen, wie ich es größer bekomme. Habe es jetzt endlich raus. Leider hat sich wohl diese alte Info verdreifacht und wieder neiu eingestellt. Sorry für die Verwirrung!

@devilsladvocante: Das ist die Garnisonskirche. Nein, die steht leider auch nicht mehr. Auch diese hat den Krieg überstanden. Sie wurde aber abgerissen, weil man ein Schwesterheim für das Friederikenstrift bauen wollte.

Ist unter anderem später angeprangert worden, weil der Goetheplatz damit abgewertet wurde. Heute ist dies ja eine eher verkommene Ecke (sorry, wenn dort einer wohnt).
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Old April 16th, 2008, 07:24 PM   #51
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Kann ich die obigen Messages eigentlich löschen?
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Old April 16th, 2008, 07:25 PM   #52
devilsadvocate
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Wäre ich Bill Gates, würde ich mir einen Vorkriegsplan von Hannover schnappen, die ehemaligen Grundstücke aufkaufen und die alten schönen Gebäude wieder aufbauen! (inkl. Markthalle, Wasskunst und Garnisonskirche!)
Wie konnte man sowas nur abreißen? Gottes Willen!!!
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Old April 16th, 2008, 07:32 PM   #53
Leine1977
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... Oder russischer Neu-Milliardär. Dann würden wir jeden Tag in der HAZ gehuldigt werden...

Man muss auch bedenken, dass die alten Bauten den Immobilienmarkt enorm ankurbeln können. Ist jedenfalls beeindruckend, was die Frauenkirche in Dresden ausgelöst hat (trotzdem ist für mich Hannover das non-plus-ultra).

Zudem sehen dann auch die Neubauten viel besser aus.

Demnächst werde ich auch mal ein paar Fotos reinstellen - jetzt weiß ich ja wie das geht :-)
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Old April 16th, 2008, 08:09 PM   #54
gstolze
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Es gibt zwei tolle Bücher, die sich mit dem Thema Wiederaufbau und dem Umgang mit erhaltener historischer Bausubstanz in den 50er und 60er Jahren.

Beide sind von dem kürzlich verstorbenen Architekten Friedrich Lindenau, der für einen behutsamen Wiederaufbau und die Erhaltung von mehr historischen Gebäuden und Stadtstrukturen eintrat.

1. Hannover - Wiederaufbau und Zerstörung

2. Hannover - Der höfische Bereich Herrenhausen

Wenn an die liest, bekommt man eine regelrechte Hasskappe auf die damaligen Politiker und Stadtbauräte. Meiner Meinung hat Rudolf Hillebercht mit seinem Dogma der autogerechten, modernen Stadt der keine gute
Stadtentwicklung betrieben. Viele historische Bauten wurden aus ideologischen Gründen sinnloserweise geopfert. Heute haben wir viel zuwenig historische Sehenswürdigkeiten und auch die Stadtstrukturen sind teilweise nicht harmonisch. (siehe Steintor, Köbelinger Markt, Aegi, Friedrichswall, Trammplatz, Friederikenplatz, Waterlooplatz, Leineufer).
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Old April 17th, 2008, 09:40 PM   #55
Orbiter
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Quelle HAZ 17.04.2008

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Old April 18th, 2008, 12:36 AM   #56
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Also, ich weiß nicht was ich von dem Artikel bzw. der Rede halten soll...
Es ist ja in Ordnung den Wiederaufbau des Schlosses in Frage zu stellen; aber muss man gleich in Gedanken den holländischen Pavillon in die Herrenhäuser Gärten versetzen???
Und was sich dem Vortragenden unter etwas großem, "skylinefähigem" vorstellen mag, erschließt sich mir auch nicht!

Trotzdem möchte ich meinen, dass das geplante Herrenhäuser Schloss eventuell nicht so eine bedeutsame touristische Anziehungskraft entwickeln könnte wie evtl geplant...
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Old April 18th, 2008, 09:09 AM   #57
devilsadvocate
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Es dürfte ja wohl klar sein, dass das Herrenhäuser Schloss nicht so eine Magnetwirkung wie z.B. ein 800m Wolkenkratzer hätte.
Eine stadt muss sich entwickeln, und Hannover ist auf dem besten Wege hierhin!
Mal davon abgesehen, dass Hannover schon seit einiger Zeit keine "Transit-Stadt" mehr ist! Aus dem ganzen Bundesgebiet kommen die Leute z.B. um in den Zoo zu fahren, oder zu den Festspielen in die Gärten!

Wegen der Architekturfrage: Mal gucken, was dann am Ende beim Raschpaltz rauskommt, da hier ja auch eine architektonische Meisterleistung behauptet wurde.
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Old April 18th, 2008, 03:48 PM   #58
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Noch mal eine generelle Frage: Ich bin ja nicht mal ein Jahr in der Stadt und mich würde interessieren, ob die momentane Entwicklung Hannovers ein Novum ist und in den Jahren zuvor eher Stagnation herrschte, oder ob das prinzipiell eher kontinuierlich läuft?
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Old April 18th, 2008, 04:13 PM   #59
Orbiter
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Das Thema des Schlosswiederaufbaus, das Thema des Verlustes historischer Bausubstanz und auch das Thema von Attraktoren, Leuchtturmprojekten, seien sie nun skylineprägend oder nicht, alle diese Themen sind in Hannover sicherlich diskussionsfähig und mehr noch, eine Diskussion über diese Punkte und darüber hinaus ist notwendig. Allerdings sollte man schon überlegen, aus welcher Position heraus man argumentiert.
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Originally Posted by gstolze View Post
Wenn man die liest, bekommt man eine regelrechte Hasskappe auf die damaligen Politiker und Stadtbauräte. Meiner Meinung hat Rudolf Hillebercht mit seinem Dogma der autogerechten, modernen Stadt der keine gute
Stadtentwicklung betrieben. Viele historische Bauten wurden aus ideologischen Gründen sinnloserweise geopfert. Heute haben wir viel zuwenig historische Sehenswürdigkeiten und auch die Stadtstrukturen sind teilweise nicht harmonisch. (siehe Steintor, Köbelinger Markt, Aegi, Friedrichswall, Trammplatz, Friederikenplatz, Waterlooplatz, Leineufer).
Diese Aussage zum Beispiel, auch wenn ich sie verstehen kann, tut den Verantwortlichen der damaligen Zeit unrecht, denn wir können aus einer Perspektive des Rückblicks über etwas urteilen, das damals als neu und fortschrittlich galt, und was zudem unter anderen Vor- und Randbedingungen entstanden ist. Planer wie Hillebrecht sind aufgewachsen in einer Zeit, als Städte noch enge, verschmutze Orte waren, mit beissender Luft, unhygenisch und dunkel. Die dichte Bebauung zum Beispiel, die heute als Zeichen von Urbanität gerne vermisst wird, war zu der Zeit nicht grade ein Pluspunkt für Lebensqualität. Für die Stadtentwicklung galt es also nach neuen Wegen zu suchen, wie die Charta von Athen zeigt. Unter diesem Eindruck, und unter der weiträumigen Kriegszerstörung mußte Hillebrecht Hannover wieder auf bauen. Lange Zeit galt Hannover als Vorbild und das Leitbild von Hillebrecht der autogerechten Stadt als Visionär. Das sich heute das Meinungsbild gedreht hat, vielfach der Verlust, der in dieser Zeit entstanden ist, beklagt wird, hat natürlich viel mit dem Wandel zu tun, den unsere Gesellschaft im Laufe der Zeit durchgemacht hat, vorallem unter dem Eindruck der Globalisierung wird die Wahrung und Stärkung der eigenen Identität immer wichtiger. Städte wie Hannover befinden sich heut nicht mehr nur im regionalen Wettbewerb oder in einem nationalen Wettbewerb, sondern müssen sich weltweit um Aufmerksamkeit bemühen, sei es wirtschaftlich oder sei es touristisch.
Weitestgehend unbewußt für den einzelnen bedeutet das, wenn wirtschaftliche und popkulturelle Aspekte zunehmend in einem globalen Handlungsraum verwischen, historische Verwurzelungen einen stärken Einfluss
auf die Identitätsbildung ausüben. Man darf aber nicht vergessen, das diese historische Bindung sehr selektiv wahrgenommen wird. Um so schmerzlicher wirkt es, wenn aus diesen als positiv empfundenen historischen Wurzeln Teile herausgeschnitten wurden.
Um das ganze zu relativieren: das ist weder als Wertung zu sehen, noch ist das der Wahrheit letzter Schluss. Es geht nur darum die Perspektive klar zu machen, aus der wir urteilen.

Was nun die Aussagen von Walter Prigge angeht, gibt es dort zwei wichtige Aspekte. Zum einem kritisiert er die Schlossrekonstruktion, die im übrigen nach den derzeit angedachten Plänen nur eine Kulissenarchitektur ist, zum anderen spricht er den Wunsch nach einer "Ikone" also einem Wahrzeichen an.

Wie mit dem Ort umzugehen ist, an dem einmal das Schloss gestanden hat, ist eine Diskussion, die schon seit jahrzehnten in Hannover geführt wird.
http://http://cdl.niedersachsen.de/blob/images/C45742951_L20.pdf
http://cdl.niedersachsen.de/blob/ima...267365_L20.pdf
http://park.org/Germany/Hannover/Her...ersicht_3.html
Es gibt dabei Leute, die für eine komplette Rekonstruktion sind, andere möchten nur die äußere Hülle zurück haben und eine dritte Gruppe, vornehmlich Architekten und Planer, empfehlen einen Neubau an dieser Stelle. Nicht zuletzt gibt es Menschen, die dort gar nichts (wiederauf-)gebaut sehen möchten.
Jeder vertritt seine Position und hat entsprechende Argumente. Dazu gehören, ohne sie jetzt zu ordnen, Aspekte wie die Vollständigkeit des historischen Ensembles, die Sichtachsen, der Wandel der Anlage im Laufe der Zeit, die Nutzungen von Garten und Gebäude, usw.
Was Prigge hier kritisiert, kann man verstehen, wenn man Vergleiche zieht, zB. mit Schloss Sanssouci in Potsdam. Das ist es nämlich, was den Verfechtern einer kompletten Rekonstruktion inklusive der Innenräume vor schwebt. Aber dafür hat das Schloss im Großen Garten weder die Bedeutung, noch die Größe. Und, so ein Nachbau, jahrzehnte nach der Zerstörung hat nichts orginales mehr. Es wäre ein Gebäude, errichtet um seiner selbst willen, ohne Authentizität, ohne zeitgemäße Nutzung, bespielt nur aus dem Zwang heraus es nutzen zu müssen.
Aber auch ein modernes Innenleben in historischer Hülle ist eine zweifelhafte Idee, eine architektonische Chimäre. Die äußere Gestalt und die innere Nutzung haben dann nichts mit einander zu tun, stören sich möglich auch noch. Das hier statt eines Qualitätsgewinns ein Qualitätsverlust entsteht ist für Prigge als Soziologe klar, wird doch durch ein Konferenzzentrum öffentlicher Raum zu zumindest halbprivatem, wenn nicht zeitweise sogar ganz privatem Raum. Warum sollte sich das jemand anschauen wollen?
Bleibt noch die moderne Architektur. Aber passt die an diesen Ort? Tatsächlich gibt es schon ein Stück moderne Architektur im aktuellen Gebäudebestand des Großen Gartens: der Foyer-Pavillion von Arne Jacobsen. Ein zurückhaltender Glasbau, der die historischen Gebäude mit moderner Architektursprache interpretiert. Aber Jacobsen hat auch einen Entwurf für das Schlossgrundstück gemacht und dabei einen ganz anderen Weg beschritten:




Leider hab ich im Moment keine besseren Bilder gefunden, dafür aber noch eine weitere Beschreibung aus "Die Zeit" von 1965:
http://images.zeit.de/text/1965/01/D...m-yon-Hannover

Man mag zu diesem Entwurf stehen, wie man will, aber wir nähren uns damit dem, was Prigge unter einer Ikone versteht. Damit ist kein 800m Wolkenkratzer gemeint und auch das Versetzen des holländischen Pavillions ist ein überzogenes Bild um seinem Anliegen Nachdruck zu verleihen. Es geht darum, das wenn Hannover auf der Suche nach einem neuem Wahrzeichen ist, die Rekonstrukton des Schlosses diese Sehnsucht nicht erfüllen kann. Es ist dann notwendig, etwas wesentlich zeichenhafteres zu entwickeln, das eine große Eigenständigkeit hat, eine starke zeitgemäße Architektur, und die wäre dann vermutlich schon ganz von selbst, allerdings nicht unbedingt über ihre Höhe, skylinefähig.

So, es gäbe noch viel mehr zu diesen Themen zu sagen, aber dazu später...
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Old April 18th, 2008, 05:03 PM   #60
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Interessanter Beitrag. Danke dafür!
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