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Old September 18th, 2008, 06:22 PM   #121
rübenzahn
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Ein guter Artikel zu Zürcher Selbstverständnis... So wird das natürlich nichts. (bazonline)
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Basel – kein Vorort von Zürich

Die Zürcher Regierung versucht, Basel-Stadt für die "Greater Zurich Area" zu gewinnen. Die CVP Basel-Stadt lehnt klar alles ab, womit Basel zum Vorort von Zürich werden soll.

Die Zusammenarbeit zwischen den grossen Städten in der Schweiz ist sinnvoll und notwendig. Dies bezieht sich etwa auf besondere Fragen der Agglomerationen wie Sozialhilfe oder Verkehr. Gleichermassen haben die grossen Städte ähnliche Anliegen in der Eidgenössischen Politik (Landwirtschaftspolitik, welche Milliarden verschlingt, Energiepolitik mit überhöhten Forderungen der Bergkantone bei der Wasserkraft, oder bei einer eigenen Vertretung im Ständerat). Diese Zusammenarbeit ist unabdingbar.

Gleichzeitig versucht Zürich mit allen Mitteln, zum nationalen Zentrum der Schweiz zu werden und die übrigen Gebiete zur Provinz zu stempeln. Die nationale Verkehrspolitik wird zunehmend auf das Zentrum Zürich ausgerichtet, Basel in zahlreichen Punkten vernachlässigt. Nicht vergessen ist, dass bei der Errichtung des ETH- Life Sciences-Instituts Kanton und Stadt Zürich alles unternommen haben, um dessen Einrichtung in Basel zu verhindern. Nur mit einem schlechten Kompromiss und teilweiser Stationierung in Zürich konnte diese Forschungs- und Ausbildungsstätte am logischen Standort Basel gesichert werden. Weitere Beispiele aus den Bereichen Verkehr, Bildung oder Wirtschaftsförderung lassen sich anführen. Zürich betreibt eine klare Politik, wonach dieses zum Zentrum, die Umgebung zur Provinz werden soll.

Der Vorstoss der Zürcher Regierung bezüglich Greater Zurich Area erweckt Vorbehalte. Die CVP Basel-Stadt unterstützt eine Zusammenarbeit im Interesse beider Seiten. -Sie lehnt klar alles ab, was nur dem grossen Nachbarn nützt, uns jedoch ins zweite Glied versetzt.
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Old September 18th, 2008, 06:27 PM   #122
hausmeister
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Originally Posted by rübenzahn View Post
Eine Zusammenarbeit der Schweizer Grosstädte wäre wirklich wünschenswert auf nationaler sowie internationaler Ebene. Dazu müsste natürlich ein neues Label her. Auch die Kompetenzen sollten zur Stärkung der Cluster in der Schweiz sinnvoll verteilt werden. Die Schweiz hat 3 starke Metropolen mit unterschiedlicher Ausrichtung. Auf diesem Selbstverständnis sollte man gemeinsam Aufbauen, anstatt sich gegenseitig zu behindern.
richtig: zusammenarbeit, stärkung der cluster, sich nicht gegenseitig behindern.
wenn man aber bedenkt, dass sich stadt und kanton zürich anscheinend mit händen und füssen gegen die verlegung des eth-departements systembiologie nach basel gewehrt hatte, dann bezweifle ich, dass es zürich um "stärkung der cluster" und "sich nicht gegenseitig behindern" geht.
und wenn frau fuhrer davon spricht (vgl. baz von gestern), dass man mit der finanzbranche tatsächlich ein klumpenrisiko habe und daher nun verstärkt auf weniger konjukturabhängige branchen wie pharma und biotechnologie setzen möchte, dann bezweifle ich erst recht dass, es zürich um "stärkung der cluster" und "sich nicht gegenseitig behindern" geht.

es geht mir nicht um die wohlbekannte zürich-basel-diskussion sondern darum, dass zürich noch kaum je einer anderen stadt etwas "geschenkt" hat und ich deshalb ernsthat daran zweifle, ob gza das richtige für basel ist.

eine zusammenarbeit wie du sie beschreibst, wäre hingegen absolut sinnvoll.
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Old September 18th, 2008, 07:28 PM   #123
rübenzahn
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ja, teilen war noch nie die stärke von zürich. basel müsste als nr1 life science cluster verkauft werden und nicht nur die statistik aufwerten für ansiedlungen in zürich. der cluster der pharmaindustrie in basel ist einmalig, diesen nicht stützen zu wollen ist kantönligeist in perfektion und hat mit logik wenig zu tun. aber zürich weiss genau was man an der forschung hat, denn sie sichert zürich eine blühende zukunft und man kann bei der heutigen verteilung der gelder nur verlieren, also versucht man es mit dem politischen brecheisen, von kooperatioswille keine spur und das hochgesteckte zürcher selbstverständis wird sich wohl kaum über nacht ändern. heuchlerisch ist sodann die feststellung die zürich-basel aversion komme nur von seite basel. das ganze findet einfach auf einer anderen ebene statt. die ETH ist mit zürich verfilzt, laut eth wurde zürich dank ihr von der provinz- zur weltstadt, dem wohlergehen von zürich fühlt man sich verpflichtet. zürich sieht sich in der gza als forschungsstandort und basel als den "traditionellen" Standort der pharmaindustrie, ein sicheres argument der gza nicht beizutreten.
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Old September 19th, 2008, 10:23 AM   #124
subtile
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jaja erst den kredit an die messe verweigern und dann plötzlich wieder zusammenarbeiten wollen
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Old September 20th, 2008, 01:09 AM   #125
sämelihülz
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Originally Posted by hausmeister View Post
eine win-win situation: zürich darf sich pharmametropole nennen und basel darf sich zürich nennen...
ganz geile Aktion der Zürcher. So wie man sie halt kennt!!!

bald wollen sie womöglich noch einen gemeinsamen Fussballclub haben, um unserer Gigionen abzusahnen, aber der Club soll dann immer noch FCZ oder GC heissen.
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Old October 16th, 2008, 04:04 PM   #126
Don Calo
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"Basel kommt mit einem blauen Auge davon"

Von Andrea Müller.

Die Region Basel verfügt über viel Substanz und wäre für eine Krise gewappnet. Der Basler Wirtschaftsminister Ralph Lewin appelliert an die Bevölkerung, sich nicht eine "eigene kleine Krise zu basteln", sondern optimistisch zu sein.

Interview Regierungsrat Lewin


Im Bereich der Finanzmärkte habe die Basler Regierung keine Rolle zu spielen, sagte der Regierungsrat Ralph Lewin, Vorsteher des Wirtschafts- und Sozialdepartement in einem ausführlichen Videointerview mit baz.online. Dazu fehlen dem Kanton schlicht auch die Mittel.

Für eine mögliche Krise vorbereitet
Der Kanton sei vorbereitet, auf eine mögliche Krise zu reagieren und und insbesondere mögliche Auswirkungen auf die Bevölkerung abzufedern. Lewin nennt die Instrumente Arbeitslosenversicherung, Krisenfonds und Sozialhilfe.

Bevölkerung zuversichtlich
Der Basler Wirtschaftsminister ist sehr zuversichtlich, dass die Region Basel "mit einem blauen Auge" davon kommen werde. "Die Wirtschaft der Region verfügt über sehr viel Substanz."

Bisher erlebt Regierungsrat Lewin die Basler Bevölkerung als sehr zuversichtlich. Wenn die Stimmung aber kippe und die Menschen beschliessen, weniger Geld auszugeben, könne es zu einer Verschlechterung der Situation kommen.

Rezession möglich
Eine mögliche Rezession in der Schweiz würde auch auf die Region Basel durchschlagen. Es müsste zum Beispiel damit gerechnet werden, dass mehr Leute auch in der Region Basel arbeitslos würden. Das könnte gemäss Lewin insbesondere Jugenliche treffen. Aber gerade in diesem Bereich sei Basel dank den grossen Anstrengunge der letzten unter anderem mit der Schaffung von vielen neuen Lehrstellen gut aufgestellt.

Lewins Appell
Aber eben: Regierungsrat Lewin ist überzeugt, dass es keinen Anlass zum Pessimismus gibt. Er appelliert im baz.online-Interview an die Leute in der Region, "sich nicht eine eigenen Kleine Krise zu basteln", sondern optimistisch in die Zukunft zu schauen. "Uns wird die Arbeit nicht ausgehen."

Quelle: bazonline 16.10.08
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Was denkt ihr wird Basel von den Bankenkrise weitgehend verschont bleiben oder wird Basel sogar davon profitieren können? Weniger Steuerausfälle etc.?
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Old November 17th, 2008, 04:03 PM   #127
Don Calo
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«Die Erfolgsgeschichte geht weiter»

Von Rahel Koerfgen, Stefan Schuppli.

Am Donnerstag findet das vierte Metrobasel-Forum im Kongresszentrum statt. Thema ist auch die Beziehung zu Zürich und Genf. Metrobasel-Direktor Christoph Koellreuter (64) ist der Auffassung, dass diese beiden Stadtregionen offener sind als Basel.


Christoph Koellreuter, Direktor Metrobasel.

BaZ: Metrobasel ist ein schwer fassbarer Verein. Was bezweckt er überhaupt?

Christoph Koellreuter: Wir wollen sensibilisieren. Die Öffentlichkeit soll sich über die Bedürfnisse der Region im Klaren sein, damit aus dieser noch etwas verschlafenen eine dynamische Metropolitanregion entsteht. Die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen müssen zugunsten des unternehmerischen Spielraums verbessert, mindestens aber gehalten werden. Basel ist mit 36'000 Arbeitskräften der grösste Life-Sciences-Standort Europas. Aber die Amerikaner und Chinesen schlafen nicht! Wir müssen uns deshalb dafür einsetzen, dass die Bedingungen namentlich für die Pharmaindustrie gut bleiben. Die Forschungsfreundlichkeit ist dabei sehr wichtig.

Die Region ist stark fragmentiert, es sind drei Länder, und auf Schweizer Seite sind fünf Kantone involviert. Der Schweizer Teil hat bezüglich Wachstum die Nase vorn. Wie lässt sich das erklären?

Die Life-Sciences-Erfolgsgeschichte findet fast ausschliesslich auf der Schweizer Seite statt. Auf der deutschen und französischen Seite sind in den letzten Jahren in der Pharmaindustrie je zehn Prozent der Arbeitsplätze verloren gegangen.

Warum?

Sie sind durch strenge Regulierungen, die in ihren Hauptstädten festgelegt werden, in ihrer Handlungsfreiheit sehr eingeschränkt. Die Schweiz ist liberaler: Hier sind zum Beispiel die Arbeitsgesetze viel firmenfreundlicher, weshalb sich Unternehmen lieber in Basel als in Saint-Louis niederlassen. Zudem hat Basel ein Budget, das 40- bis 50-mal grösser ist als jenes der Stadt Lörrach. Das sind Welten.

Behindern Frankreich und Deutschland also die wirtschaftliche Entwicklung der Region?

Ja, das kann man so sagen. Nehmen wir den öffentlichen Verkehr: Wir haben ja nicht einmal einen grenzüberschreitenden Tarifverbund. Wir müssen aber alles unternehmen, um zu mehr grenzüberschreitenden Angeboten zu gelangen, um diesbezüglich gegenüber Zürich nicht weiter abzufallen.

Wo setzt Metrobasel denn konkret an?

In Gesprächen mit den Handelskammern und Regierungen hat sich herausgestellt, dass das grösste Defizit beim fundierten Lobbying in Bundesbern liegt. Wenn aber dort irgendetwas schief läuft, etwa auf Gesetzesebene, dann kann das für die Region weitreichende Konsequenzen haben. Deshalb bemühen wir uns besonders um dieses Lobbying. Und wir versuchen, Genf und Zürich aufzuzeigen, dass sie ähnliche Interessen haben wie wir – bei der Gesetzgebung, bei der Forschung, Bildung und den Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur.

Metrobasel hat 2006 die sogenannte «Vision 2020» für Basel formuliert: Unter anderem soll die Region offener werden, die Lebensqualität soll gesteigert werden, und sie soll führend sein im Life-Sciences-Bereich. Wie sieht es jetzt, zwei Jahre später, aus?

Die Life-Sciences-Erfolgsgeschichte geht weiter. Vor drei Jahren waren wir noch der drittgrösste Life-Sciences-Standort in Europa hinter Paris und Mailand, heute sind wir an der Spitze. Dieser Bereich sorgt für eine hohe Arbeitsplatzsicherheit, was wiederum die Lebensqualität erhöht.

Und bezüglich Offenheit? Was kann Basel von Zürich und Genf lernen?

Wir haben eine unterentwickelte Kreativszene; Zürich ist hier deutlich besser positioniert. Und dann ist da die Zürcher Regio-S-Bahn, die in der Lage ist, hocheffizient viele Menschen von einem Ort an den nächsten zu bringen. Von Genf können wir lernen, wie die Integration internationaler Talente, Organisationen und Unternehmen erfolgreich vonstatten geht. Die Stadt ist hier offener als Basel: Der englischsprachigen internationalen Community ist es zwar wohl hier, aber sie ist relativ schlecht integriert. Dies hat vielleicht etwas mit dem lokalen Brauchtum zu tun, das sich Externen gegenüber weniger offen präsentiert als anderswo.

Und wo liegt der Vorteil von Basel den anderen beiden Regionen gegenüber?

Abgesehen von der Attraktivität der Life-Sciences- Branche ist es der Transportbereich. Basel verfügt innerhalb der Schweiz über die beste europäische Bahnerreichbarkeit. Da die Luftfahrt immer teurer wird, müssen Genf und Zürich ein grosses Interesse daran haben, sich stärker an den Bahnknotenpunkt Basel anzubinden. Der Wisenbergtunnel ist deshalb nicht nur für uns von Vorteil, sondern auch für Zürich, das Mittelland und das Bassin Lémanique. Wir brauchen viel mehr Kapazität für den Güterverkehr, sei dies in Europa oder innerhalb der Schweiz.

Hat Metrobasel da schon gehandelt?

Wir haben uns mit den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft und der Handelskammer beider Basel und mit einem Forschungsunternehmen zusammengetan. Wir versuchen nun gewisse Stossrichtungen betreffend Eisenbahnkapazitäten zu formulieren. Auch soll der Eidgenossenschaft klar werden, dass der Ausbau der Schieneninfrastruktur im Interesse der ganzen Schweiz ist.

Inwiefern wirkt sich eigentlich Ihrer Ansicht nach die Finanzkrise auf die Region aus?

Wir sind gut aufgestellt und müssen uns weniger Sorgen machen als etwa der Finanzplatz Zürich. Der Gesundheitssektor und damit auch die Pharmaindustrie ist krisenresistenter, und Gesundheit ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Gerade die Basler Pharmaindustrie, welche auf topinnovative Medikamente setzt, hat weniger zu befürchten.


Plattform Metrobasel

Das Projekt Metrobasel besteht mittlerweile seit rund drei Jahren, Initiant ist der ehemalige BAK-Direktor Christoph Koellreuter. Am 7. April 2008 wurde der entsprechende Verein als Plattform für alle Engagierten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aus dem Raum Basel gegründet. Metrobasel sieht sich als Plattform und Stimme der Region und unterstützt Bemühungen bezüglich der Erhaltung und des Ausbaus der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Basels. Träger des Vereins sind der Kanton Basel-Stadt, Novartis sowie rund 75 weitere Partner aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Jeweils im November erscheint der Metrobasel-Report in der BaZ. Er zeigt die wichtigsten Informationen und Erkenntnisse zu allen Projekten auf.

Am Metrobasel-Forum wiederum, welches am Donnerstag, 20. November, von 9.30 bis 12.30 Uhr im Kongresszentrum stattfindet, werden brennende Themen rund um die Region Basel diskutiert. Dieses Jahr treten unter anderem der Basler Regierungspräsident Guy Morin, Wirtschaftsminister Ralph Lewin und der Zürcher Stadtpräsident Elmar Ledergerber auf.

Quelle: bazonline 17.11.08
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Old November 17th, 2008, 06:49 PM   #128
rübenzahn
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Ich finde das Interview nicht besonders gut. Erstens vergleicht er hier wohl das Budget einer Deutschen Gemeinde mit dem eines Schweizer Kantons.
Zweitens, ein grosser Nachteil Basels im Vergleich zum Raum Zürich und Genf ist die unterentwickelte akademische Forschung. Die akademische Forschung hat heute die Rolle eines Wirtschaftmotors, viele Firmen werden heute aus der Grundlagenforschung gegründet. Dies ist auch ein Grund dafür, dass in Basel zu wenig innovative Firmen entstehen. Eine dynamischesn Firmenumfeld wird auch von Novartis und Roche gefordert. Das Problem ist bekannt wird aber im Interview nicht erwähnt. Man bedenke auch dass Firmen wie Microsoft, IBM, Google und sogar Roche heute kaum in Zürich forschen würden ohne die Akademien. Roche und Microsoft als Beispiele haben ein ETH-Spinoff übernommen. Da besteht für mich der grösste Handlungsbedarf für die Zukunft von Basel.
Ich glaube aber dass man diesbezüglich auf dem richtigen Weg ist. Die Universität Basel zeigt sich sehr dynamisch, die ETH hat in Basel Fuss gefasst. Die Hochschulen haben heute eine stark regionale Bedeutung da der Wettbewerb vermehrt zwischen den Metropolen stattfindet. Mit der Definition Basels als Metropolitanraum mit globaler Leistungsfähigkeit müsste der Bund eigentlich auch dafür sorgen, dass Basel die Standortgunst halten/erweitern kann. Dazu ist für Basel die Forschung wichtig. Die Umsetzung könnte schwiereger werden. Eine Lösung wäre wenn man von der Gleichbehandlung aller Universitäten loskommen würde oder dann weitere Antennen aus dem ETH-Bereich in Basel einrichtet, passend zu den bestehenden Stärken.
Zur Kreativszene gilt zu sagen, dass hier der ganze Medienbereich mitgezählt wird und Basel ist nunmal keine Medienstadt. Die Statistik ist deshalb vielleicht trügerisch was den Charackter einer Stadt betrifft. Ich finde zum Beispiel den Ausgang in Basel ziemlich kreativ und abwechslungsreich im Vergleich zu anderen Städten. Es ist mir fraglich ob zB Beni Turnheer die gewünschte urbane Kreativität verkörpert .
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Old November 19th, 2008, 04:10 PM   #129
Küsel
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Ist schon traurig, die Kleinkarriertheit und lokalpatriotistische Art, wie wir Schweizer denken

Aber auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen, die Nordschweiz (inkl. Bern als Verwaltungszentrum) ist EINE Metropolregion, das wäre in Deutschland so wie in Frankreich, den USA, Brasilien, Australien, China oder Japan schon lange der Fall und man hätte das akzeptiert. Zürich-Basel-Bern (mit Anhang St.Gallen, Konstanz und Luzern) ist und bleibt eine Wirtschaftsregion wie Rhein-Main, Rhein-Ruhr oder das Sachsendreieck (da liegen zwischen den Städten zum Teil noch einiges "ländlichere" Gegenden als hier). Zum Glück wird aber das BfS dies auch planerisch endlich in zwei Jahren bewerkstelligen, den vertrottelten und bünzligen Quartierdenkern zum Trotz

Das musste mal gesagt werden!
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Old November 19th, 2008, 05:04 PM   #130
rübenzahn
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das sehe ich anders. das raumkonzept definiert endlich einmal in welchen städten sich die internationalen funktionen konzentrieren, bzw. welche städte für die wettbewerbsfähigkeit der schweiz eine zentrale rolle spielen. auf diesen tag warten die städte genf, zürich, basel schon lange, dass ihnen ein sonderstatus eingeräumt wird. was soll daran falsch sein? sollen die gelder weiterhin im giesskannenprinzip verteilt werden? endlich gibt es einmal ein vernünftiges konzept für die verteilung der gelder innerhalb der schweiz zur erhaltung der wettbewerbsfähigkeit und das ist der alleinige zweck der übung. ein metropolitanraum zürich-basel-bern mit st.gallen, luzern und konstanz würde nur den status quo zementieren. das wäre bünzlig.
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Old November 21st, 2008, 04:37 PM   #131
rübenzahn
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Von «Metrobasel» zu «Metrosuisse»
Grosse Zentren sollen zusammenrücken

ai. Basel, 20. November

Dem grossstädtischen Raum mehr Nachachtung verschaffen, das ist das Bestreben des vom Ökonomen Christoph Koellreuter geleiteten und von Behörden und Unternehmen getragenen Think-Tanks Metrobasel. Und weil dieses Ziel im Verbund mit Dritten einfacher zu erreichen ist als im Alleingang, sollen die Metropolitan-Regionen Basel, Zürich und Genf enger kooperieren. So lautet das zentrale Postulat des neuen (nunmehr vierten) Metrobasel-Reports, der an einer trinationalen und multikantonalen Tagung im Kongresszentrum vorgestellt worden ist.

Gemeinsames Lobbying der Zugpferde

Ein Zusammenspannen ist umso wichtiger, als die drei Regionen, die einen überdurchschnittlichen Anteil zum Wohlstand des Landes beitragen, sich vor allem in schweren Zeiten wie den jetzigen bewähren müssen. Eine Kooperation (und ein gemeinsames Lobbying in Bern) drängt sich aber auch auf, weil sich die Schweiz im internationalen Standortwettbewerb zu behaupten hat und dies nur tun kann, wenn die urbanen Zentren ihre Kräfte in einer «Metrosuisse» bündeln. Wichtigste Aufgabe der Wirtschaftspolitik ist es aus Sicht von Metrobasel, die Trümpfe der hiesigen Industrie weiter zu stärken. Im Vordergrund stehen dabei die Pharmabranche und die Finanzdienstleistungen, ungeachtet der Tatsache, dass die Wachstumschancen Letzterer einen Dämpfer erfahren haben.

Für ein forschungsfreundliches Klima

Verglichen mit den europäischen Metropolitan-Regionen steht «Metrosuisse» noch gut da. Bei einer Gegenüberstellung mit den USA und Asien verliert die Schweiz jedoch ihre vorteilhafte Position – dies vor allem im Bereich der Regulierungen, einem im internationalen Standortwettbewerb immer wichtiger werdenden Faktor. Bei der Banken-Regulierung vermag sich der hiesige Finanzplatz zwar noch knapp vor Singapur und Grossbritannien zu behaupten. Für den Pharmabereich konstatiert der Report jedoch, dass Singapur und die USA «forschungsfreundlicher» sind als die Schweiz. – Nach dem Wunsch von Metrobasel sollte die Rheinstadt zusammen mit Zürich und Genf sicherstellen, dass die Rahmenbedingungen für die Schlüsselbranchen international konkurrenzfähig bleiben.

21. November 2008, Neue Zürcher Zeitung
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Old December 7th, 2008, 07:09 PM   #132
sämelihülz
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Regio-Wirtschaft hält sich über Wasser

2007 hat die Wertschöpfung der Region den stärksten Zuwachs seit 30 Jahren erlebt. Dieses Jahr wächst sie weiter, und auch 2009 soll die Wirtschaft der Nordwestschweiz leicht im Plus abschliessen.

Die Regio Wirtschaftsstudie Nordwestschweiz feiert ein Jubiläum. Zum 30. Mal sind Struktur und Konjunktur der hiesigen Wirtschaft analysiert worden. Gestern rapportierte Autor Rainer Füeg wie immer vor Repräsentanten von Politik und vorab KMU-Wirtschaft im Mittenza in Muttenz.

Noch vor Jahresfrist berichtete Füeg von einem «sensationellen» Jahrgang. Die Wertschöpfung weitete sich um acht Prozent aus und nahm damit «chinesische Verhältnisse» an. Noch nie wurde ein solcher Wert erreicht. Bei Export, Beschäftigung, Börse, in allen Branchen, beim Konsum und vielem mehr stimmte einfach alles.

Nur «blaues Auge».

In diesem Jahr sieht die Welt etwas anders aus. Die Wertschöpfung in der Nordwestschweiz steigt nur noch um zwei Prozent. Die Finanzkrise hat ein nie erahntes Ausmass angenommen und zieht längst die Realwirtschaft in Mitleidenschaft. Davon ist auch die Region betroffen.

Und nächstes Jahr wird noch schwieriger. Aber stimmen Füegs Prognosen, dann kommen wir mit einem «blauen Auge» davon. Er rechnet für 2009 mit einem Plus von einem Prozent, allenfalls mit einer Stagnation. Nach einem leichten Rückgang in der ersten Jahreshälfte solls dann wieder aufwärtsgehen, vorausgesetzt, dass grosse Schocks ausbleiben.

Struktur.

Insgesamt arbeiten die Schweizer Unternehmen unter ganz anderen Voraussetzungen als die von der Rezession getroffene amerikanische Konkurrenz. In der Schweiz kennen wir keine Hypothekenkrise, die Konsumenten sind nur wenig verschuldet und eine Kreditkartenkrise steht uns nicht ins Haus. Diese Faktoren stabilisieren die Schweizer Wirtschaft.

Füeg erwähnt auch die günstigen hiesigen Strukturen. Mit den Life Sciences, dem Staat und den reglementierten Bereichen (etwa Kaminfeger, Abgaskontrollen oder Steuer- und Buchprüfung) sei ein Drittel der Wertschöpfung wenig krisenanfällig. Und der Finanzsektor sei eigentlich nur durch die zwei Grossbanken richtig getroffen, auch wenn die übrigen regionalen Banken geringere Erträge im Wertschriftengeschäft hinnehmen müssten. Der Ökonom erwartet ausserdem, dass der Konsum aufgrund der immer noch herrschenden Vollbeschäftigung und Lohnerhöhungen im nächsten Jahr stabil bleiben und den Wirtschaftsgang stützen wird.

Kein Abgrund.

Füeg hat aber Angst, dass die Krise herbeigeredet wird. Sie stecke bereits in den Köpfen. Aber selbst wenn die Wirtschaft um ein halbes Prozent schrumpfen würde, läge die Wertschöpfung immer noch auf sehr hohem Niveau. Er räumt aber ein, dass der regionale Export leiden werde, weil sich die wichtigsten Absatzmärkte in der Rezession befänden.

Füeg wäre kein Ökonom, wenn er nicht auch Krisenszenarien zeichnen würde. Wenn China genug von den US-Staatsanleihen hätte, wäre das ein Gau für die Weltwirtschaft. Das hält er aber nicht für realistisch, weil die Asiaten damit den Wert ihrer riesigen Dollarpositionen gefährden würden. Seine Prognosen würden auch dann nicht mehr zutreffen, wenn der Euro deutlich unter die Marke von 1.50 Franken fiele oder der Konsum in Europa einbreche – und letztlich unsere Exporte massiv beschnitten würden.

Fest aber steht, dass das Beschäftigungswachstum zum Erliegen kommt und bei einigen Unternehmen einem Personalabbau weichen wird. Aber auch hier hat Füeg eine aufbauende Antwort parat: «Das lindert den Druck auf den Arbeitsmarkt und wird die Zuwanderung aus der EU bremsen.»
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Old December 8th, 2008, 06:56 PM   #133
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der neue newsletter der wirtschaftsförderung beider basel ist erschienen. schwerpunktthema ist der (etwas unterschätzte) finanzplatz basel. natürlich sind die berichte auch ein bisschen als werbung gedacht. es lohnt sich aber auf jeden fall einen blick darauf zu werfen.
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Old January 15th, 2009, 04:40 PM   #134
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Mehr als eine Million Übernachtungen trotz Finanzkrise und Konjunkturabschwächung

Aufgrund der guten Anbindung an internationale Tourismusströme sowie der vermehrten und innovativen Marketinganstrengungen gelang es Basel 2008 erneut, mit einem überdurchschnittlichen Wachstum von 6,9 % seine bedeutende Position im schweizerischen und internationalen Wettbewerb zu festigen. Erstmals seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen der Tourismuszahlen vor rund 75 Jahren wurde die Marke von einer Million Übernachtungen überschritten. Aktuelle Zahlen belegen, dass sich Basel – wenn auch nicht mehr mit so guten Wachstumsraten wie in den ersten drei Quartalen 2008 – weiterhin erfolgreich als Tourismusdestination positionieren konnte. Hierbei gewinnt der Freizeittourismus immer mehr an Bedeutung.



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Old January 15th, 2009, 06:07 PM   #135
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naja ein riesen Wunder ist es ja auch nicht gerade. Mit der EM darf man das sogar erwarten!

Die EM hat knapp 100'000 Logiernächte beschert. Man muss aber bermerken dass viele Leute auch ins Elsass oder im Kreis Lörrach übernachtet haben, weil dort die Preise viel günstiger sind.

nächstet Jahr wird es wohl einen Einbruch geben, auch nicht gerade verwunderlich!
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Old January 16th, 2009, 11:32 AM   #136
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naja ein riesen Wunder ist es ja auch nicht gerade. Mit der EM darf man das sogar erwarten!

Die EM hat knapp 100'000 Logiernächte beschert.
quatsch, die logiernächte haben im juni gegenüber dem vorjahr lediglich um knapp 4'000 zugenommen (dies entspricht aber auch in etwa den zunahmen in anderen monaten). die em hatte indsofern einen einfluss, dass die logiernächte von leuten aus holland nach der em überdurchschnittlich zunahmen.
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Old January 17th, 2009, 05:06 PM   #137
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Ja du hast natürlich Recht. Weiss auch nicht wieso ich auf diese Zahlen gekommen bin.

Ernüchternd ist auch die Bilanz des 9. Stadions, das war ja ein riesenflop. Aber wieso pflanzt man das Ding ins Liestaler Niemansland, und nicht irgendwo in eine grosse Schweizer Stadt, wo keine EM Spiele stattfanden, z.B Luzern...
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Old January 17th, 2009, 05:44 PM   #138
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Ernüchternd ist auch die Bilanz des 9. Stadions, das war ja ein riesenflop. Aber wieso pflanzt man das Ding ins Liestaler Niemansland, und nicht irgendwo in eine grosse Schweizer Stadt, wo keine EM Spiele stattfanden, z.B Luzern...
Und vor allem dass die Organisatoren, welche für die Idee und Umsetzung des 9. STadions verantwortlich waren zur Rechenschaft gezogen und ein Teil der Kosten auf die abgewältzt werden. Kann ja nicht sein, dass der Steuerzahler für so eine desaströse Felhplanung nun über 4 Mio. berappen muss.
War nicht einer von der Gebäudeschutzversicherung für die Idee und Umsetzung verantwortlich?
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Old January 17th, 2009, 05:44 PM   #139
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Ernüchternd ist auch die Bilanz des 9. Stadions, das war ja ein riesenflop. Aber wieso pflanzt man das Ding ins Liestaler Niemansland, und nicht irgendwo in eine grosse Schweizer Stadt, wo keine EM Spiele stattfanden, z.B Luzern...
da habe ich mich ehrlich gesagt selbst in zeiten der allgemeinen euphorie gefragt wie das funktionieren soll... trotzdem, dass es ein derartiges desater werden würde hätte ich nicht gedacht. hing sicher auch mit dem wetter und der glanzleistung der schweizer zusammen...
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Old February 19th, 2009, 01:19 AM   #140
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Interview mit dem neuen Kantonsentwickler Kessler: «Basels vornehme Zurückhaltung hat Nachteile»

Baslerstab · Mittwoch, 18. Februrar 2009

Von Mischa Hauswirth und Claude Bühler

Herr Kessler, Sie sagten: wenn Basel so gut sein will wie Zürich, muss es auch
so professionell sein.
Zürich ist neben Genf und Bern ein Vergleichsort und uns in einigen Bereichen
voraus * mit der hohen Dynamik, Mobilität, beim Flughafen. Basel muss die
eigenen Stärken wie Life Sciences, Kultur oder die Tradition der Humanisten
stadt mindestens so gut bewirtschaften * politisch, strategisch und im Stand
ortmarketing.

Zürich macht das besser?
Nicht alles.Aber wer die Städte via Bahnhof oder Flughafen besucht, muss
gestehen: Basel hat noch Auf holpotential. Wie wird der Gast empfangen und ins Zentrum geleitet, welcher Geist wird inszeniert?

Welcher?
Zürich pflegt sich und sein Selbstbewusstsein sehr. Das kann als übertrieben
kritisiert werden, gefällt aber den Besuchern. Basel pflegt vornehme Zurück
haltung. Das ist sympathisch, hat aber Nachteile: Gäste, Investoren und Neu
zuzügererleben nicht direkt und sofort, wie attraktiv Basel ist. Es sollte seine
Stärken nicht v e r s t e c k e n , sondern zeigen: seine Geschichte, die geni
alen Köpfe, die starke Wirtschaft, seine grossartigen Kulturinstitutionen.

Siesagten,dieVerwaltungsarbeit müsse die Investoren überzeugen.
Die Verwaltung zeigt der Bevölkerung, was sie leistet. Das ist richtig, aber die
Frage, ob wir attraktiv sind, müssen auch die auswärtigen Kunden beantworten: Leute, von denen wir wollen, dass sie nach Basel ziehen, hier investieren. Für die Entwicklung ist die Aussenwahrnehmung ein wichtiger Massstab. Firmen wählen Basel als Standort, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und die Mitarbeiter sich hier wohl fühlen.

Und das komplizierte Bau bewilligungsverfahren?
Die Regierung will generell, dass Bewilligungen nicht komplizierter erhält
lich sind als in Bern oder Zürich. Derzeit wird das ganze Bewilligungswesen
vereinfacht und kundenfreundlich ausgestaltet. Zudem führen wir in der
Fachstelle Stadtwohnen ein FeedbackSystem ein: Kritiken und Vorschläge
von Investoren und allen Interessierten sollen direkt aufgenommen, geprüft
und Verbesserungen rasch eingeleitet werden. Die gut angelaufenen Investoren Gespräche werden ergänzt durch eine fortlaufende Kontaktpflege.

Das ist ein riesiger Kulturwechsel für die Verwaltung.
Alle Departemente über prüfen ihre L e i s t u n g e n fortlaufend, externe Fachleute attestieren ihnen eine hohe Professionalität. Laut der neuen Verfassung steuert der Gesamtregierungsrat die langfristige Planung* bekannt ist die «Vision 2020» * und leitet daraus die lang und mittelfristigen strategischen Ziele und Massnahmen ab. Die Verwaltung ist dafür in der Verwaltungsreform RV09 neu und auch gut aufgestellt worden.

Und wenn diese Ziele weitere Steuersenkungen sind?
Darüber entscheidet die Politik. Jede Stadt muss fortlaufend in die Infrastruktur investieren und aufgrund der Wohn und Betriebsdichte relativ hohe Grundleistungenerbringen* die Frage ist, für wie viele Bewohner und Steuerzahler. Optimal ist, wenn die Bevölkerung zunimmt und weitere Firmen zu uns ziehen. Dann lässt sich über die Frage nach mehr Investitionen in Bildung oder Steuersenkungen gelassen diskutieren. Dafür braucht es mehr Wohnraum. In unserer Bevölkerungsstruktur haben wir vergleichsweise zu wenig junge Familien und Gut verdienende. Mit der aktuellen Steuersenkung sind wir in den meisten Kategorien aber bereits im Gleich stand mit dem Umland. Die Regierung hat definiert, dass Basel bezüglich Leistung und Steuern konkurrenzfähig sein muss.

Die Verwaltung ist zu gross?
Sie ist wegen den Zentrumsleistungen und dem Grundangebot wie in allen
Städten gross. Im Städte Vergleich sind wir im Schwankungsbereich von
fünf bis zehn Prozent Unterschied.

Warum sollte Basel mehr Bewohner anziehen?
Weil das für Basel und die Region besser ist. Oder will man im Kern des Dreilands ein museales Städtchen, sympathisch für Sommer ausflügler, oder eben eine innovative Stadt, die sich vorne positioniert in Wirtschaft, Bildung, Wohnqualität und Kultur? Die «Vision 2020» der Regierung will das zweite. Das muss getragen werden von der Politik und der Bevölkerung.

Haben Sie weitere Gründe für eine dichtere Stadt?
Derzeit werden alle Naherholungsräume wie das Elsass, das Badische, das
Baselbiet und Mittelland zersiedelt. Der Städter fährt immer weiter, um unverbaute Grünräume zu erreichen. Das ist unökonomisch und unökologisch.
Wir brauchen das Gegenteil: qualitativ hochwertig gestaltete Wohnstädte und
grosse unverbaute Grünräume dazwischen. Ein gutes Beispiel für eine städtische Aufwertung ist die Claramatte. Die Parkplätze sind unter dem Boden. Ein Investor baute 60 Lofts. Vor der Haustüre der in den Lofts wohnenden Familien hat es einen gepflegten Park. Damit haben wir verhindert, dass diese Familien ein Häuschen in der Agglomeration bauen, täglich lange Distanzen zum Arbeitsort oder zum Einkauf fahren und dass ihr Steuergeld von uns abwandert.

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Herr Kessler analysiert die Situation sehr gut, Basel hat leider in den letzten zehn bis 20 Jahren vieles verschlafen! In den 60er und 70er Jahren war die Region Basel die am schnellsten wachsende Region der Schweiz, dies hat sich leider geändert! Zur Zeit sehe ich die Entwicklung jedoch recht positiv! Die Verwaltungreform sehe ich als grossen Gewinn für Basel. Zudem sind einige Projekte in der Umsetzung welche für Basel sehr wichtig sind. Wie z.B. Stücki, Erlenmatt, Volta Areal, Novartis Campus, rund um den Bahnhof hat sich auch einiges getan. Kessler ist meiner Meinung der richtige Mann für diesen Job.
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