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View Poll Results: Seid ihr für ein neues altes Schloss in Berlins Mitte?
Ja, ich bin für einen Wiederaufbau 533 83.28%
Nein, ich bin gegen den Wiederaufbau 87 13.59%
(keine Meinung / Enthaltung) 20 3.13%
Voters: 640. You may not vote on this poll

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Old February 9th, 2005, 03:42 PM   #1
Sky | Kai
 
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Berlin | Stadtschloss - Rekonstruktion (Humboldt-Forum) | In Bau

Informationen, Bilder und Diskussionen zum Wiederaufbau Berliner Stadtschloss (künftig "Humboldt-Forum") auf der Spreeinsel in Berlin-Mitte.


Bilder vom alten Schloss & vom Abriss Palast der Republik


Historische Videos vom Stadtschloss:

Das Berliner Schloß Teil I (Kulturfilm von Leo de Laforgue - aus Berlin, wie es war)

Link

Teil II

Link


Wiki-Artikel zum Berliner Stadtschloss: http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Stadtschloss

Zusätzl. Abbildungen vom Stadtschloss: http://commons.wikimedia.org/wiki/Ca...chloss,_Berlin


Berliner Stadtschloss um 1900, im Vordergrund das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal

Quelle: Wikipedia


Rendering (Planung nach Franco Stella - Stand: Februar 2010)
[IMG]http://i50.************/34zd3eg.jpg[/IMG]
Quelle



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Das Berliner Stadtschloss - Seid ihr für den Wiederaufbau? Ich setzte mal eine kulturelle Nutzung voraus, so wie es der Bundestag beim Beschluss zur Rekonstruktion auch tat.


Artikel zur Einstimmung (Nutzungsfrage): Ein Kommerzschloss? - http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF41...~Scontent.html


Meine Meinung: Ein kommerzieles Schloss ist mE schwachsinnig - und ginge gegen den Entschluss des Bundestages.

Anbei beim obigen link ist eine schöne Simulation.


Ein Artikel, der sich auf den ersten bezieht:

(...)
Proteste
Kulturstaatsministerin Weiss wie Klaus-Dieter Lehmann, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, haben denn auch prompt gegen die Pläne protestiert. Auch Wilhelm von Boddien, der unverwüstliche Schloßpropagandist, erklärte die kulturelle Nutzung für zwingend und wies darauf hin, daß die von seinem Verein versprochene Finanzierung der barocken Schloßfassade nur durch Spenden möglich sei, die einem gemeinnützigen Projekt zugute kommen müßten.

Um die Wogen zu glätten, wird deshalb jetzt in Berlin verbreitet, man möge das Positionspapier doch bitte nicht übermäßig ernst nehmen; es sei auf massiven Druck des Bundesfinanzministeriums formuliert worden, das sich geweigert habe, eine Vorlage an das Bundeskabinett mitzutragen, in der nicht wenigstens alternativ eine Lösung für den Schloßplatz erwogen werde, die den Steuerzahler nichts koste. Sobald das Papier aber auf dem Kabinettstisch liege, versprechen die Optimisten, werde die Privatisierungslösung abgeschmettert werden.(...)

(quelle: http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF41...~Scontent.html )


Also: Seid ihr für den Wiederaufbau des historischen Hohenzollernschlosses, inkl. kultureller nutzung? Wenn ja, warum, wenn nein, wieso nicht?

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Last edited by erbse; February 5th, 2010 at 08:58 PM.
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Old February 9th, 2005, 03:49 PM   #2
Sky | Kai
 
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eine schöne aufnahme des schlosses (vor 1945)

(quelle: www.berliner-schloss.de)

und eine schöne simulation:

(siehe oben)
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Old February 10th, 2005, 10:42 AM   #3
Alvar
 
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Ich find es ganz schön scheisse, dass man den Palast der Republik abreist, befor man auch nur annähernd die Finanzierung vom Schloss geklärt hat. Da Berlin ja ohnehin die unangefochten reiste Stadt der Republik ist.
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Old February 10th, 2005, 03:23 PM   #4
Sky | Kai
 
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naja, was heißt nicht geklärt. die drei barockfassaden + stüler'sche kuppel werden privat und rein durch spenden finanzier (ca. 80 mio euro), der bau im inneren, also alles andere wird vom bund getragen (ca. 400mio euro!)
die finanzierung ist halbwegs geklärt, aber woher soll das geld kommen? der bund kann soviel nicht aufbringen...

eins ist klar: der palast der republik muss weg!
__________________

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Old February 10th, 2005, 03:36 PM   #5
Deadeye
 
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Ich bin auf jeden Fall für den Wiederaufbau!
Wenn es noch nicht genug Geld gibt, dann sollen sie halt als Zwischenlösung eine Wiese an Stelle des Palastes der Republik anlegen. Hoffentlich ist das Ding bis zur WM wech.
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Old February 10th, 2005, 06:02 PM   #6
larved
 
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ich sehe ehrlich gesagt keinen wirklichen grund, warum der bund 400 mio. für dieses schloss abdrücken muss, wenn man es scheinbar auch privat finanziert bekommen kann...aber immer wieder: wir ham's ja. reine luxusinvestition.
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Old February 13th, 2005, 12:14 AM   #7
Alvar
 
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Quote:
Originally Posted by Sky | Kai
naja, was heißt nicht geklärt. die drei barockfassaden + stüler'sche kuppel werden privat und rein durch spenden finanzier (ca. 80 mio euro), der bau im inneren, also alles andere wird vom bund getragen (ca. 400mio euro!)
die finanzierung ist halbwegs geklärt, aber woher soll das geld kommen? der bund kann soviel nicht aufbringen...

eins ist klar: der palast der republik muss weg!
Wirklich geklärt ist das ja nicht. Der Bund hats nicht, und Berlin ist ohnehin nicht so gut bei Kasse.
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Old January 15th, 2007, 11:05 PM   #8
erbse
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Warum ist hier tote Hose? Ich würd sehr gern mal ein paar News (sofern denn vorhanden ) bzw. wissenswerte neue Erkenntnisse zur Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses auf die Augen bekommen.

Also hurtig hurtig!

Nun gut, da ich sowieso erstmal keine neuen Beiträge erwarte - Hier etwas von der offiziellen Seite des Förderverein Berliner Schloss e.V.:


Neues Berliner Engagement für das Humboldt-Forum im Schloss?
Der neue Staatssekretär für Kultur in Berlin und rechte Hand Klaus Wowereits in diesem Amt zum Schloss und Humboldt-Forum in der Berliner Morgenpost:

"Das Humboldt-Forum im wieder aufgebauten Schloss ist eine geniale Idee - die jetzt noch in Dahlem ausgestellten außereuropäischen Sammlungen als Pendant zur Museumsinsel mit den Schätzen aus preußischer und europäischer Glanzzeit. Dafür stehen symbolhaft die beiden großen Brüder dieser Stadt: Wilhelm und Alexander von Humboldt. Der reformerische Wilhelm für Preußens Kultur und Bildung, der global denkende Alexander für die Weltschätze. Beide Sammlungen mitten in der Stadt, mitten in Deutschland - das wäre bedeutender als der Louvre in Paris. Wir sollten nicht alles nur auf die Finanzen fokussieren. Die Einrichtung des Humboldt-Forums kostet zudem nicht mehr als der neue Hauptbahnhof. Das wäre ein Projekt für Deutschland, dessen sich die Kanzlerin annehmen sollte."

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Last edited by erbse; October 24th, 2008 at 08:02 PM.
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Old January 19th, 2007, 02:08 AM   #9
JohnnyMass
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Ja, ich bin für einen Wiederaufbau! too bad we'll have to wait until 2015 to see it!
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Old January 21st, 2007, 01:12 AM   #10
ZZ-II
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ich bin auch dafür das es wiederaufgebaut wird
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Old January 23rd, 2007, 07:50 PM   #11
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"Die Regierung muss sich bekennen"

Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses sollte 670 Millionen Euro kosten - jetzt veranschlagt ein neues Konzept nur noch 480 Millionen. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE erklärt Wilhelm von Boddien, Geschäftsführer des "Fördervereins Berliner Stadtschloss", warum er auf ein klares Signal der Bundesregierung hofft.


SPIEGEL ONLINE: Das Bundesbauministerium hat ein Konzept vorgelegt, nach dem der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses schneller und vor allem erheblich billiger über die Bühne gehen soll. Sind Sie erleichtert?

von Boddien: Ich sehe das natürlich mit Freude. Die Gegner des Schlosses haben immer von Baukosten bis zu 1, 2 Milliarden phantasiert. Auch, wenn im Entwurf ursprünglich geplante Nutzungs-Ideen wie Hotel oder Tiefgarage wegfallen: Ich kann mit dem neuen Konzept wunderbar leben. Genugtuung empfinde ich aber erst dann, wenn das Haus eingeweiht ist und ich meine Verpflichtung erfüllt habe.

SPIEGEL ONLINE: Bislang hält sich der Bund in Sachen Wiederaufbau bedeckt: Trotz eines Bundestagsbeschlusses sind die finanziellen Mittel bislang nicht bewilligt worden. Werden Sie langsam nervös?

von Boddien: Ich werde natürlich ungeduldig. Denn im Koalitionsvertrag für den Bereich Kultur steht wörtlich, dass die Bundesregierung über den Wiederaufbau des Berliner Schlosses zügig entscheiden wird. Mittlerweile ist die Regierung ein gutes Jahr alt: Eine Entscheidung könnte also allmählich getroffen werden.

SPIEGEL ONLINE: Heißt das, der Bund soll ein klares Zeichen für das Stadtschloss setzen?

von Boddien: Der Bund wird ein klares Signal geben. Ich gehe nicht davon aus, dass es ein massives Dementi zum neuen Finanzierungskonzept geben wird. Natürlich gilt es nach wie vor, den Finanzminister Peer Steinbrück für das Vorhaben zu gewinnen. Aber nach diesem Entwurf kann ich mir vorstellen, dass es funktioniert - vor allem, wenn man sich anschaut, wofür in Deutschland noch alles Geld ausgegeben wird.

SPIEGEL ONLINE: Könnte ein Appell von Bundeskanzlerin Angela Merkel helfen?

von Boddien: Es würde schon reichen, wenn Minister Wolfgang Tiefensee zu einer Pressekonferenz einlädt und das Konzept im Auftrag der Bundesregierung vorstellt. Und neben ihm sitzt Herr Steinbrück, der sagt: Wir haben uns über die Finanzierung geeinigt, es geht los. Und wenn er dann noch öffentlich für die Spendensammlung eintritt, dann haben wir den Durchbruch geschafft. Weil wir sehr viele Spender haben, die hohe Beträge geben wollen - aber bitte erst nach einem Signal der Bundesregierung, dass das Projekt wirklich realisiert wird.

SPIEGEL ONLINE: Selbst wenn die Regierung Ihnen Rückendeckung gibt: Das Konzept sieht vor, dass ihr Verein 80 Millionen Euro an Spendengeldern zuschießen soll. Ist das realistisch?

von Boddien: So etwas in einem oder in zwei Jahren zu schaffen, ist unmöglich. Wir haben jetzt 13, 6 Millionen zusammen. Und etwa sieben Millionen durch feste Zusagen, von Leuten, die sagen: Wenn es losgeht, bekommt ihr unser Geld. Diese Summe haben wir seit 2004 akquiriert - und zwar ohne jede öffentliche moralische Unterstützung der Exekutive. Um weitere Menschen zu mobilisieren, müssen sich Bundesregierung und der Senat endgültig zum Stadtschloss bekennen, so wie Hamburg es bei der Elbphilharmonie kürzlich erfolgreich vormachte.

SPIEGEL ONLINE: Allerdings ist die Begeisterung für ein rekonstruiertes Stadtschloss unter den Berlinern nicht so ausgeprägt wie etwa in Dresden, als es um den Wiederaufbau der Frauenkirche ging.

von Boddien: Auch vor dem Wiederaufbau der Frauenkirche tönten die Skeptiker am Lautesten. Die richtige Euphorie ging erst los, als die Bauarbeiten starteten. Danach waren die Neinsager plötzlich still. Ähnlich wird es beim Berliner Schloss laufen, da bin ich mir ganz sicher - das Rezept ist das gleiche.

SPIEGEL ONLINE: In Braunschweig ist das 1960 abgerissene Residenzschloss von einem Privatinvestor neu aufgebaut worden - und zwar als Einkaufzentrum. Ist eine solche Nutzung auch für das Berliner Stadtschloss denkbar?

von Boddien: Braunschweig ist kein Vorbild, weil es ein rein kommerzielles Projekt mit vorgeblendeter Schlossfassade ist. Eine solche Nutzung kommt für Berlin nicht in Frage. Glücklicherweise hat der Bundestag ja auch entschieden, dass das Berliner Schloss anders genutzt werden soll. Sie können die Mitte der Hauptstadt, einen hochpolitischen Grund und Boden seit Jahrhunderten, nicht mit einer Shopping-Mall definieren.

SPIEGEL ONLINE: Also begrüßen Sie die Vorschläge des Bauministeriums, das wiederaufgebaute Schloss ausschließlich für kulturelle Zwecke zu nutzen?

von Boddien: Definitiv ja. Wir waren von Anfang an gegen das Hotel. Die Überlegungen der Planer, etwa die außereuropäischen Sammlungen der Staatlichen Museen und eventuell auch die Zentral- und Landesbibliothek unterzubringen, wird dem Stadtschloss gerecht

SPIEGEL ONLINE: Herr von Boddien, glauben Sie, dass Sie das rekonstruierte Stadtschloss noch erleben werden?

von Boddien: Davon gehe ich aus. Wenn das neue Finanzierungskonzept greift, dann ist ein Baubeginn im Sommer 2009 durchaus realistisch. Ich hoffe, dass die Bundesregierung den jetzigen Entwurf als Stein des Anstoßes nimmt. Noch habe ich das Vertrauen in die Realisierung nicht verloren, sonst hätte ich meine Arbeit längst eingestellt.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...461399,00.html
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Old January 23rd, 2007, 08:04 PM   #12
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Historische Fotos vom Schloss







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Old January 23rd, 2007, 09:14 PM   #13
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Ohne Kuppel sähe es nicht gerade so besonders aus. Aber besser als gar nichts und das Teil kann man ja noch später draufsetzen.







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Old March 10th, 2007, 03:38 PM   #14
Kampflamm
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Tiefensee will den Wiederaufbau bis 2013
Wo einst das Schloss der Hohenzollern und später der Palast der Republik stand, herrscht heute Ödnis. Laut Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee könnte das einstige Stadtschloss aber bis zum Jahr 2013 wieder auferstehen.


Noch gleicht Berlins Schlossplatz einer Schrotthalde: Bagger und Kräne nagen sich langsam durch das Skelett der DDR-Volkskammer, Metallstreben liegen zwischen bröselnden Betonbrocken auf dem aufgerissenen Asphalt. Doch in die historische Mitte der Hauptstadt soll jetzt Schwung kommen. Schon bald könnte hier das neue Kultur- und Kommunikationszentrum entstehen. Geht es nach dem am Donnerstag vorgelegten Plan von Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD), wird das einstige Hohenzollernschloss als neu gebautes Humboldt-Forum bereits im Jahr 2013 öffnen.

Lange Zeit sah es so aus, als ob das Areal, auf dem das 1950 gesprengte Stadtschloss stand, auf Jahre ein kahler Flecken in Berlins Mitte bleiben würde. Nach dem Abriss des Palastes der Republik drohte eine Brache zu entstehen. Wegen der Ungewissheit über den Zeitplan hatten Privatinitiativen Vorschläge für eine Zwischennutzung präsentiert. Doch mit den Plänen, auf dem Gelände eine provisorische Kunsthalle oder eine grüne Wiese zu installieren, wird nun wohl nichts. Mit Unterstützung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drückt Tiefensee aufs Tempo. In diesem Jahr soll nun der Architektur- und Realisierungswettbewerb für das Forum stattfinden. Im Humboldt-Forum sollen zukünftig in der Tradition des Forschers Alexander von Humboldt (1769-1859) die außereuropäischen Schätze aus Berlins Museen sowie wissenschaftliche Sammlungen der Humboldt-Universität und die Landesbibliothek untergebracht werden. Das Gebäude mit der rekonstruierten historischen Fassade wird etwa das Volumen des einstigen Schlosses haben. 2008 soll die Ausführungsplanung starten, ein Baubeginn ist 2010 denkbar, heißt es in dem Ministeriumskonzept. Die Eröffnung könnte drei Jahre später erfolgen.

480 Millionen für den Wiederaufbau

Nicht mehr 670 Millionen Euro wie zunächst veranschlagt, sondern 480 Millionen Euro soll nach dem Tiefensee-Plan der Wiederaufbau kosten. Auf eine private Mitnutzung wird ebenso verzichtet wie auf ein Hotel und auf kostenträchtige Tiefgaragen. In der abgespeckten Version ist auch nicht mehr von einem Dach über dem historischen Schlüterhof die Rede. Beim Geld zeigt sich der Bund großzügig. Ein Teil der auf 80 Millionen Euro veranschlagten Spendengelder, die der Schloss-Verein sammeln möchte, könnten notfalls vorgestreckt werden. Den Rest will ohnehin der Bund in der notorisch klammen Hauptstadt zahlen.
Mit dem neuen Konzept und einem baldigen Baubeginn wäre eine Zwischennutzung des Areals nicht mehr möglich. Dabei hatten sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und sein Kulturstaatssekretär André Schmitz begeistert über Pläne für eine provisorische Kunsthalle auf dem Schlossplatz geäußert. Das renommierte Architekturbüro Graft hat mit Hilfe der Kunstzeitschrift „Monopol“ und von 150 Unterstützern ein federleichtes „Wolken“- Gebäude als Schaufenster für junge Künstler entworfen. Auch der Wiener Architekt Adolf Krischanitz hat Pläne für ein Kunstpavillon vorgelegt.

Zwischennutzung umstritten

Doch die Zwischennutzung hat Gegner. Allen voran wehrt sich der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Klaus-Dieter Lehmann diesen Vorschlag. Der Initiator des Projekts will den Ort nicht temporär „der Beliebigkeit überlassen" und auf dem Platz ausschließlich eine Info-Box dulden. Auch die Parteien im Berliner Abgeordnetenhaus lehnen eine Interimslösung ab. Der Grünen-Abgeordnete Peter Hettlich ist außerdem skeptisch, was den Neubau angeht: „Das Projekt birgt ein enormes Kostenrisiko." Wie beim Abriss des Palastes der Republik oder beim Bau des Berliner Hauptbahnhofes gebe es keine Anstrengungen des Bauministeriums, die Kostenentwicklung zu begrenzen. Einen „Schildbürgerstreich“ nennt der Grüne die Pläne, wonach die Fassade zur Spree-Seite an den Palast der Republik erinnern soll und der Volkskammersaal, der gerade abgerissen wird, möglicherweise wieder entstehen soll.

http://www.welt.de/berlin/article752...013.html?r=RSS
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Old March 10th, 2007, 11:58 PM   #15
Max BGF
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Originally Posted by Kampflamm View Post
Beim Geld zeigt sich der Bund großzügig. Ein Teil der auf 80 Millionen Euro veranschlagten Spendengelder, die der Schloss-Verein sammeln möchte, könnten notfalls vorgestreckt werden. Den Rest will ohnehin der Bund in der notorisch klammen Hauptstadt zahlen.
Unglaublich! Da wird bei Zukunftsprojekten wie S21 um etwa solche Summen herumgefeilscht, die man hier mal eben für die Fassade eines optisch mittelmäßigen und historisch unglücklichen Schlosses verschleudert. Daß Deutschland keine richtungsweisenden Zukunftsprojekte mehr hinkriegt, wundert so nicht mehr.

Da scheitern wichtige Rekonstruktionen landauf landab am Geld, weil sich keine Investoren finden. Da gibt es äußerst hoffnungsstiftende wertvolle Wiederherstellungspläne wie beim Ersatz des Frankfurter Technischen Rathauses. Doch dem Bund fällt nichts besseres ein als seine Mittel massiert in eine Durchschnittsschloßfassade zu stecken, wo nebenan in Charlottenburg und erst recht Potsdam weit bedeutendere und komplettere Denkmale glänzen.

Preußen bzw. was davon übrig ist schickt sich mit diesem Gehabe ein weiteres Mal an, die föderale Idee Deutschlands für seinen Egoismus zu opfern, wie es schon die Trennung von Österreich betrieben hat. Berlin erinnert zunehmend an die Hauptstädte von Diktaturen, für deren Glanz der Rest des Landes bluten muß. Nicht selten jedoch konnten sich die ausgepressten Länder eines Tages befreien, um unabhängig erst wahrhaft aufzublühen wie die Niederlande, Schweiz oder Slowenien zeigen.

Wenn Berlin bzw. dessen Bürger das Schloß wiederaufbauen wollen: Gerne. Nur bitte nicht behaupten, es handele sich um eine gesamtdeutsche Aufgabe, für die selbstverständlich Bundesmittel einzusetzen seien. Das Berliner Stadtschloß - was auch immer dort gebaut wird - ist ein lokales Projekt (dabei ist mir bewußt, daß gerade die Schloßwiederherstellung oft von außerhalb Berlins gefordert wird). Hat je eine andere Stadt die Arroganz besessen, Ihre Rekonstruktionsvorhaben fast durchweg zu nationalen Aufgaben zu erklären?
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Old March 11th, 2007, 12:08 AM   #16
Tiaren
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Wow...kaum zu glauben, dass Berlin einmal so dicht bebaut war. Wäre es nicht von Krieg und Nachkriegsarchitekten so verschandelt worden, es würde London, Paris und Wien ganz schön Konkurrenz machen.

Ich bin für das Schloss! Zumal mir die Idee des "Humboldtforums" sehr gut gefällt.
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Old March 11th, 2007, 01:11 AM   #17
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Originally Posted by Max BGF View Post
Unglaublich! Da wird bei Zukunftsprojekten wie S21 um etwa solche Summen herumgefeilscht, die man hier mal eben für die Fassade eines optisch mittelmäßigen und historisch unglücklichen Schlosses verschleudert. Daß Deutschland keine richtungsweisenden Zukunftsprojekte mehr hinkriegt, wundert so nicht mehr.

Da scheitern wichtige Rekonstruktionen landauf landab am Geld, weil sich keine Investoren finden. Da gibt es äußerst hoffnungsstiftende wertvolle Wiederherstellungspläne wie beim Ersatz des Frankfurter Technischen Rathauses. Doch dem Bund fällt nichts besseres ein als seine Mittel massiert in eine Durchschnittsschloßfassade zu stecken, wo nebenan in Charlottenburg und erst recht Potsdam weit bedeutendere und komplettere Denkmale glänzen.

Preußen bzw. was davon übrig ist schickt sich mit diesem Gehabe ein weiteres Mal an, die föderale Idee Deutschlands für seinen Egoismus zu opfern, wie es schon die Trennung von Österreich betrieben hat. Berlin erinnert zunehmend an die Hauptstädte von Diktaturen, für deren Glanz der Rest des Landes bluten muß. Nicht selten jedoch konnten sich die ausgepressten Länder eines Tages befreien, um unabhängig erst wahrhaft aufzublühen wie die Niederlande, Schweiz oder Slowenien zeigen.

Wenn Berlin bzw. dessen Bürger das Schloß wiederaufbauen wollen: Gerne. Nur bitte nicht behaupten, es handele sich um eine gesamtdeutsche Aufgabe, für die selbstverständlich Bundesmittel einzusetzen seien. Das Berliner Stadtschloß - was auch immer dort gebaut wird - ist ein lokales Projekt (dabei ist mir bewußt, daß gerade die Schloßwiederherstellung oft von außerhalb Berlins gefordert wird). Hat je eine andere Stadt die Arroganz besessen, Ihre Rekonstruktionsvorhaben fast durchweg zu nationalen Aufgaben zu erklären?

Neidische Schwaben. Dank Preußens Gloria ist Deutschland erst zu dem geworden, was es ist: eine Fußballweltmacht.
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Old March 11th, 2007, 03:08 AM   #18
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Originally Posted by Kampflamm View Post
Dank Preußens Gloria ist Deutschland erst zu dem geworden, was es ist
Ui, ein überzeugter Westpreusse spricht.
Vor Preußen kam das HRRDN in Deiner Samstagnachthalluszination wohl nur als geschichtlicher Statist vor.

Doch da stimme ich Dir voll zu. Gegen den Korsen hat´s nicht so recht gereicht, aber die nationaldemokratische Freiheitsbewegung ´48 niederschlagen war noch drin.

Sollte auch im Protektorenkopf ein Hirn zum Denken enthalten sein, tue er dies und frage sich, wo Deutschland ohne die preußische Junkerhegemonie und deren Folgen heute stehen könnte.


Quote:
eine Fußballweltmacht
Dafür waren das bajuwarische Kaisergeschlecht und Prinz Loddar zuständig.
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Old March 11th, 2007, 03:17 AM   #19
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Na ja, Österreich wollte ja unbedingt seine nichtdeutschen Teile mit ins Reich bringen. Sowas ging natürlich nicht. Ausserdem fand in Austria schon längst eine Gegenrevolution statt, als der preußische König die Krone ablehnte. Was genau das HRRDN zu Deutschlands Stellung beigetragen hat, weiss ich nicht wirklich, schliesslich wurde es von stärkeren Staaten eigentlich nur dazu benutzt, Territorien nach Kriegen untereinander zu verteilen (da das Reich sich eh nicht wehren konnte).

Quote:
Sollte auch im Protektorenkopf ein Hirn zum Denken enthalten sein, tue er dies und frage sich, wo Deutschland ohne die preußische Junkerhegemonie und deren Folgen heute stehen könnte.
Da ich gnädig bin, werde ich den ersten Teil des Kommentares mal links liegen lassen. Wo Deutschland ohne Preußen wäre kann man eh nicht diskutieren, das wird zu einem Ratespiel. Allerdings sollte man Preußen nicht für die schlechtesten Teile der deutschen Geschichte verantwortlich machen. Nicht vergessen, dass der Freitstaat Preußen 1932 immer noch von den Sozis regiert wurde (ja, schlimm genug, aber immer noch besser als eine Naziregierung). Und ob es jemals eine deutsche Einigung ohne Preußen gegeben hätte...?

Zum Thema Föderalismus sei nur zu sagen, dass die Verfassung von 1871 sehr föderal war (in gewissen Teilen mehr noch als 48) da viele in Preußen auch nicht scharf darauf waren, Teil eines großen Einheitsreiches zu werden. Nicht der Föderalismus wurde also von Preußen geopfert, ganz im Gegenteil, Preußen opferte sich für Deutschland.
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Old March 11th, 2007, 03:45 AM   #20
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Originally Posted by Kampflamm View Post
Na ja, Österreich wollte ja unbedingt seine nichtdeutschen Teile mit ins Reich bringen. Sowas ging natürlich nicht.
Warum eigentlich, ist das so sicher?
In Sächsisch-Preussen gibt´s ja auch die Sorben


Quote:
Originally Posted by Kampflamm View Post
Da ich gnädig bin, werde ich den ersten Teil des Kommentares mal links liegen lassen.



Quote:
Originally Posted by Kampflamm View Post
Wo Deutschland ohne Preußen wäre kann man eh nicht diskutieren, das wird zu einem Ratespiel.
Klar ist das Spekulation. Aber man darf mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit annehmen, daß es kaum schlimmer gekommen wäre, eher besser.


Quote:
Originally Posted by Kampflamm View Post
Allerdings sollte man Preußen nicht für die schlechtesten Teile der deutschen Geschichte verantwortlich machen.
Nein das ist wahr. Wer etwas geschichtsbewußt ist, weiß von vielen positiven Entwicklungen aus Preußen, z.B. Frh. v. Stein, sinnvolle Ansiedlung von Holländern und Hugenotten, Friedrich der Weise, Bismarck und seine Reformen.

Was mir aber gegen den Strich geht, ist daß preußisch heute fast ausnahmslos für historisch gut und deutsch für schlecht steht.

Wenn dann noch dazu dieses Stadtschloß zur nationalen Aufgabe erklärt wird, ist es Zeit daraufhinzuweisen, daß es noch wichtigere Bundesaufgaben als die bauliche Restauration Preußens gibt. Sei doch froh, daß der Bund schon im Milliardenbereich die Museumsinsel fördert. In jeder anderen Stadt werden Museen überwiegend von Land und Stadt getragen.
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