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Discussion Starter · #1 ·
Irgendwie fehlt so ein Thema hier. Würde gern mit euch fanatisieren und verfolgen, wie die Ballungszentren zB 2040 aussehen werden, wie sich Österreich entwickelt!

Wie zieht ihr Vergleiche der österr. "Großstädte" bzw. Ballungszentren?

Wohin geht die Reise? Offenbar gibt es ja vermehrt Landflucht, Städte gewinnen wieder an Bedeutung. Wie werden Graz & Linz aussehen?
Geht der hohe Flächenverbauch in Ö künftig relativ zurück?

Gewinnen unscheinbare Flecken massiv an Bedeutung, zB Wr. Neustadt oder Amstetten? Verschieben sich die Einwohner Verhältnisse Wien-Graz-Linz deutlich?
 

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@ Einwohner-Verhältnisee Wien-Graz-Linz: du meinst, die nähern sich einander an? Glaub ich nicht. Graz wächst schon sehr schnell, siehe Thread, Linz wächst auch, aber von einem anderen Ausgang aus, wird also nicht so groß werden. Allerdings hat Linz mehr Arbeitsplätze als Einwohner. Graz schätze ich so ein, dass es innerhalb dieses Jahrhunderts an der 400.000er-Marke kratzen könnte.
Entscheidend werden die Ballungsräume sein.
 

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20 Jahre nach vorne zu schauen, ist sehr schwer. Man denke nur an Wien 1990 und 2010. Was da alles dazwischen passiert ist und wie sich die Stadt verändert hat, das hätte auch kaum jemand gedacht.

Neben Wien, Linz, Graz und Innsbruck glaube ich stark, dass sich auch das Rheintal, genauer gesagt das untere, als Top 5 Ballungsraum erweisen wird. Die Nähe zu Zürich und zum süddeutschen Raum ist da ausschlaggebend:
https://www.vn.at/lokal/vorarlberg/2016/09/25/boomende-ballungsraeume.vn
 

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Leider fehlt ein sehr städtischer Kern. Es gibt eben nicht wie in anderen österreichischen Ballungsräumen eine Kernstadt und einen "Speckgürtel". Insofern gibt es auch kein klares Zentrum und keine untergeordneten Subzentren. Es lassen sich nicht einmal die Grenzen ordentlich definieren. Denn das Siedlungsband, beinahe fast ohne erkennbare Gemeindegrenzen, zieht sich von Chur bis an den Bodensee hinauf. Wenn man alles in einen (orographisch) oberen und einen unteren Abschnitt teilt, dann wäre der untere Ballungsraum in etwa der "Diamant" Bregenz (N) - Dornbirn (O) - Hohenems/Götzis/Altach (S) - Lustenau (W), wobei die linksrheinischen Gebiete Widnau - Au - St. Margrethen auch dazu gehören. Die beiden Zentren sind sicher Bregenz und Dornbirn. In diesem Gebiet wurde immer wieder die - politisch leider unrealistische - Idee einer Rheintalstadt aus Dornbirn, Lustenau und Hohenems diskutiert: http://www.vol.at/projekt-rheintalstadt-nbspkommt-eine-volksabstimmung/1689252

Der südliche Ballungsraum Rheintal ist ein S-förmiges Band von Feldkirch/Rankweil - Buchs - Vaduz/Schaan - Landquart - Chur. Feldkirch und Chur sind hier eindeutig die Zentren. Betrachtet man es nur aus österreichischer Perspektive dann gibt es die Idee der "Bandstadt Rheintal". Einfach mal den Begriff googlen.

Die drei Staaten bzw. vier Länder/Kantone in dem Gebiet machen die Planungen nicht einfacher. Mittlerweile gibt es zum Glück auch grenzüberschreitende Versuche z. B.:
https://www.agglomeration-rheintal.org/
 

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Bregenz scheint auch nicht das Zeug zu haben, urban so aufzurüsten, dass der Anspruch die Zentrumsfunktion auszuüben, klar transportiert wird. Aber einige der anderen Städte, z.B. Dornbirn, sind ja wesentlich größer. Aber das Zentrum wollen sie offenbar auch nicht sein. Dornbirn hätte ja mit seiner Messe schon mal einen Punkt. Aber wie viel gibt der her? Von der Lage her würde ja Dornbirn für die Zentrumsfunktion infrage kommen.
 

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Dornbirn ist halt keine historische Stadt und hat deshalb auch keinen wirklich klassisch städtischen Kern. Man merkt dem Dornbirner Zentrum - der Stadtteil heißt bezeichnenderweise Markt - seine Herkunft als Zentrum eines großen Marktfleckens deutlich an. Dennoch hat Dornbirn die stärkste Handelsinfrastruktur und, so glaube ich zumindest - auch die größte Fußgängerzone Vorarlbergs.
 

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Discussion Starter · #8 ·
@ Einwohner-Verhältnisee Wien-Graz-Linz: du meinst, die nähern sich einander an? Glaub ich nicht. Graz wächst schon sehr schnell, siehe Thread, Linz wächst auch, aber von einem anderen Ausgang aus, wird also nicht so groß werden.
Annähern. Ja, wenn man so will.
Mit 1. Jänner 2017 ist die Aufteilung der 3 Städte so:

Wien 79% - Graz 12% - Linz 9%

Mit 2001 sah es nur im Dezimalbereich etwas anders aus. Linz hatte mehr Anteil, Graz u. Wien jeweils etwas weniger. Aber wie gesagt, vernachlässigbar.

Nur weil´s immer so war (die letzten 17 Jahre :D), ist dieses Verhältnis nicht in Stein gemeißelt. Zumal ich denke, dass Österreich hier gerade eine dynamische Phase erlebt.
Und weil wir ja hier auch ein wenig unorthodoxe Entwicklungen fantasieren dürfen: Was, wenn 2030 vl. doch noch mal Eingemeindungen (zB bei Linz) ein Thema werden?


20 Jahre nach vorne zu schauen, ist sehr schwer. Man denke nur an Wien 1990 und 2010. Was da alles dazwischen passiert ist und wie sich die Stadt verändert hat, das hätte auch kaum jemand gedacht.
Eh, gebe dir vollkommen recht.
Aber neben den handfesten Statistiken welche wir hier festhalten können/werden, würd´s mich auch interessieren, was so eure Ideen sind, was sein KÖNNTE. Niemand wird dann gesteinigt, wenn´s dann 2040 doch nicht so ist. ;)

Und überhaupt, btw:
Deine ausgelöste Diskussion zu Vbg. finde ich genau richtig und interessant. Genau dafür war/ist der Thread gedacht! :popcorn:
 

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Dass Linz Leonding mal eingemeinden wollte, wurde irgendwo mal diskutiert, die Leondinger wollten dann aber nicht. Da ginge es ja nur darum, dass Linz mehr Einwohner hätte. Wie weit Leonding jetzt eine eigene Stadt ist oder mit Linz verwachsen, weiß ich im Augenblick nicht. Aber es scheint nicht so, ob die Erweiterung unbedingt notwendig gewesen wäre. Scheint, trotz der Größe Leondings, ein flächig-luftig besiedeltes Gebiet zu sein.
Wegen Wachstum Linz: da scheint es Platzprobleme zu geben. Würde wohl nur mit Eingemeindung und Verdichtung der Umgebung gehen. Vielleicht ist das demnächst der einzige Weg, um z.B. öffentlichen Verkehr für das Umland finanzieren zu können. Mit der Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 nach Traun hat man da eh was in diese Richtung angefangen.
 

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Discussion Starter · #10 · (Edited)
Traun ist hier freilich noch eher sinnvoll. Zumal Traun selbst gar nicht wirklich ein Zentrum hat. Wirk jetzt schon einfach "nur" wie ein Stadtteil.
Anders als Steyr oder Tulln zB, wo rundherum wirklich kaum was ist und damit die Stadt irgendwie das Zentrum der Provinz darstellt.
Aber mittel- bzw. langfristig wird aus einem luftig besiedelten Leonding, eben auch ein dicht besiedeltes. Und dann mit gar keiner mehr sichtbaren Grenze zu Linz.

Ebenso wird mMn Wels an Bedeutung gewinnen und irgendwann mit Marchtrenk verschmelzen. Irgendwo zwischen Marchtrenk und Flughafen Linz ware künftig eine "sinnvolle" Grenze Wels-Linz zu ziehen.
Ich denke schon, dass hier durch Eingemeindungen Geld gespart werden kann. Das wird eben nur jenen Beamten und Politikern nicht gefallen.

Man könnte das ganze nun auch für Wien und seine Nachbarstädte fordern. Wobei da eine echte sinnvolle Grenze irgendwann nicht mehr zu ziehen sein wird.
Wo fängt man an, wo hört man auf? Klosterneuburg, Schwechat? Mödling? Oder endet Wien erst in Wr. Neustadt? Südlich von Wien ist einfach eine 50km lange Wurscht entstanden.
 

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Zu Wiener Neustadt in Wikipedia:
"In den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts gab es Bestrebungen, alle Gemeinden rund um Wiener Neustadt einzugemeinden, wodurch Wiener Neustadt zur größten Stadt Niederösterreichs geworden wäre.

Die betroffenen Gemeinden wären Katzelsdorf, Theresienfeld, Eggendorf, Bad Fischau-Brunn, Wöllersdorf-Steinabrückl, Lichtenwörth, Zillingdorf, Sollenau, Felixdorf, Lanzenkirchen und Weikersdorf am Steinfelde gewesen. Wiener Neustadt wäre damit auf fast 80.000 Einwohner angewachsen. Einige der genannten Gemeinden sind mit Wiener Neustadt direkt verwachsen, Einkaufszentren dehnen sich teilweise bis in die Nachbargemeinden aus. Einige davon waren bis ins 19. Jahrhundert Teil Wiener Neustadts gewesen, ehe sie unabhängig wurden.

Das Vorhaben scheiterte bzw. war nicht im Einklang mit den Interessen der betroffenen Gemeinden durchzusetzen. Heute stehen die Eingemeindungspläne nicht mehr zur Debatte. In den 1980er Jahren hatte sich die Diskussion zwischen St. Pölten und Wiener Neustadt, welche der beiden Städte die tonangebende und bedeutendere in Niederösterreich sei, besonders zugespitzt. In diesem Zusammenhang müssen auch die damaligen Wiener Neustädter Vergrößerungspläne betrachtet werden."
Quelle

Dass Wr. Neustadt mit Wien ein Stadtgebiet darstellt, würde ich jetzt nicht sagen, aber es scheint der Nukleus einer Stadtregion im Süden zu sein.
 

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Hab den Thread erst jetzt entdeckt, möchte dennoch noch zum Thema beitragen:

Wie Dreidecker schon richtig bemerkt hat, gibt es immer wieder leichte, vorsichtige, nicht einmal öffentlich ausgesprochene Bestrebungen, die Linzer Umlandgemeinden irgendwann in ferner Zukunft auch tatsächlich dem Linzer Stadtgebiet zuzuordnen. Ich drücke mich da so vorsichtig aus, da so etwas in den Gemeinden rund um Linz nicht gerne gehört wird.

Fakt ist: Linz geht der Platz aus. Es gibt kaum mehr große, ungenutzte Flächen, die problemlos bebaut werden könnten. Große Teile des Stadtgebietes sind Industriegebiet, wie schon richtig erwähnt wurde, hat Linz mehr Arbeitsplätze als Einwohner. Dann gibt es noch große Flächen, die Wasserschutzgebiet oder Auland sind, was ja auch gut ist und was man nie, nie, nie verbauen sollte, hier befindet sich die Grüne Lunge der Stadt.

Im Norden und Osten ist die Stadt durch die vergleichsweise Steilen Hänge der Hügel des Mühlviertels bzw. durch die Donau begrenzt, im Süden durch die Traun. Erweiterungsmöglichkeiten innerhalb des Stadtgebietes gibt es nun noch im Südosten (Ebelsberg, Pichling), wo bereits rege Bautätigkeit herrscht, und im Westen (Leonding, Traun).

Diese Gemeinden sind defacto schon mit Linz verschmolzen. Die Bebauung geht durchgängig von Linz auf Leonding bzw. Traun über, Grenzen sind nicht einmal gewollt feststellbar. Sogar die LINZ LINIEN fahren nun schon nach Leonding, Pasching, Traun und bald auch nach Ansfelden.

Für einen außenstehenden scheint die Situation nun klar, Eingemeindungen sollten absolut sinnvoll sein und der logische nächste Schritt sein.

Nun, das ist rational betrachtet vermutlich sogar richtig. Nur, die Bürgermeister aus Leonding und Traun, bzw. auch aus den anderen Umlandgemeinden, sind in einer komfortablen Position: Ihre Gemeinden sind beliebte Wohngegenden, wachsen jährlich, haben genügend eigene Gewerbe- und Industriebetriebe, um auch selbst Arbeitsplätze und eine tolle Infrastruktur bieten zu können. Es gibt schlicht kein stichhaltiges Argument, was für die Bewohner dieser Gemeinden besser werden könnte, wenn sie Linzer werden würden.

Als Linzer, der zeitweiße in Ansfelden gewohnt hat, muss ich sagen, halte ich eine Eingemeindung von Leonding, Traun, Langholzfeld (ein fest mit Linz verwachsener Teil von Pasching) mit Priorität 1, von Hörsching (wegen des Flughafens) und Puchenau (quasi eine reine Wohngemeinde wo gefühlt jeder in Linz arbeitet) mit Priorität 2, von Steyregg, und Ansfelden (wären ohne die natürlichen Grenzen Donau bzw. Traun längst ähnlich mit Linz verwachsen wie Ebelsberg oder Pichling) mit Priorität 3 als wünschenswert und erstrebenswert.

Wie gesagt, das ist meine persönliche Meinung. Als realistische Einschätzung muss ich hinterherschicken, wird das in den nächsten 30 Jahren wohl nix werden, vielleicht auch darüber hinaus. Zu stark sind die erwähnten Gemeinden und Städte selbst, zu wenig Vorteile würde eine Eingliederung in Linz bringen.
 

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Welcher maßgebliche Politiker wird heutzutage noch Eingemeindungen befürworten? Ich ziehe den Hut vor den "Reformpartnern" in der Steiermark. Aber das war ein Kraftakt, der sich zumindest für einige der Beteiligten nicht unbedingt politisch ausgezahlt hat. Und das war wohl auch nur in der strukturschwachen Stmk möglich. Wer wird sowas im OÖ Zentralraum, in Salzburg oder um Innsbruck auf die Agenda bringen, wo die Bevölkerung wächst und die Wirtschaftslage gut ist?
 

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Welcher maßgebliche Politiker wird heutzutage noch Eingemeindungen befürworten? Ich ziehe den Hut vor den "Reformpartnern" in der Steiermark. Aber das war ein Kraftakt, der sich zumindest für einige der Beteiligten nicht unbedingt politisch ausgezahlt hat. Und das war wohl auch nur in der strukturschwachen Stmk möglich. Wer wird sowas im OÖ Zentralraum, in Salzburg oder um Innsbruck auf die Agenda bringen, wo die Bevölkerung wächst und die Wirtschaftslage gut ist?
Ja, das sehe ich ganz ähnlich. Gemeindezusammenlegungen waren und sind hin und wieder auch in Oberösterreich Thema, da geht es aber jeweils um strukturschwächere, kleinere Gemeinden (zB: Vorderweißenbach und Schoenegg; Ahorn und Helfenberg). Eine umfassende, große Lösung wie in der Steiermark halte ich in Oberösterreich für unrealistisch. Insbesondere im Zentralraum, wo so etwas auf Jahrzehnte unmöglich bleiben wird.
 

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Wie ist das eigentlich mit den Linzer Umlandgemeinden, stehen die Leute zB aus Ansfelden Linz ähnlich feindselig gegenüber wie alle, die auf der anderen Seite der Wiener Grenze wohnen und sich mit Hand und Fuß dagegen verwehren würden, Wiener zu werden? ZB Klosterneuburg, fest mit Wien verwachsen, aber überzeugte Nicht-Wiener. Ich wollte schon fast "überzeugte Niederösterreicher" schreiben, aber das sind sie ja auch nicht, weil nach der Auflassung des Kennzeichens "WU" (Wien-Umgebung) wollen sie ja partout nicht "TU" haben.

Also meine Frage ist: Würden die Ansfeldener widerspruchslos Linzer werden, falls es zu einer Eingemeindung kommen würde?
 

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Gute Frage, ich weiß es nicht. Es gibt eine große Fraktion derer, die ursprünglich aus Linz kommen und zB wegen der Grundstückspreise nach Ansfelden gezogen sind. Ich kann mir vorstellen, dass diese Ansfeldner wenig dahegen hätten bzw. dass es ihnen eher egal wäre.
Weiters gibt es eine große Fraktion Ur-Ansfeldner, ich denke die würde es sehr wohl stören, plötzlich Linzer zu werden.
Was es eher nicht gibt ist die Gruppe jener, die es begrüßen würden, zu Linz zu gehören. Sowas wäre mir in Ansfelden eher nicht untergekommen.

Wobei Ansfelden hier tendenziell eher noch neutral ist. Deinem Beispiel viel näher kommen die Leondinger: Die brüsten sich gerne damit, eben nicht Linzer zu sein. Ich denke am meisten Widerstand im Linzer Umland würde es von den Leondingern geben.
 
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