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LIBERTINED
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Discussion Starter · #1 · (Edited)
Da es sich beim Bettenhaus der Hauptstadtklinik Charité um ein recht dominantes Gebäude im Stadtbild von Mitte handelt, widmen wir der Sanierung mal einen eigenen Strang.

Es gab verschiedene Entwürfe. Hier die zwei Sieger des ausgelobten Wettbewerbs:

Thomas Müller Ivan Reimann







Begründung vom Preisgericht:
Das Konzept des Entwurfes von Thomas Müller Ivan Reimann Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin vermittelt glaubwürdig die Idee, wie sich der großmaßstäbliche Baukörper der Charité in der Stadt und über die Stadtsilhouette hinaus markant darstellt. Dazu greifen die Verfasser geschickt zu dem Mittel der Faltung, mit der sich die kleinteiligen Elemente zu einem großen Gesamten zusammenfügen. Das gibt dem gesamten Projekt eine einheitliche Wirkung ohne schematisch zu sein.

Das Thema der bestehenden Linsen wird in dem vorliegenden Konzept neu interpretiert. Die starke vertikale Strukturierung, die vom Boden bis zum oberen Gebäudeabschluss reicht, gibt dem eher gedrungenen Bestandsgebäude eine vertikale Streckung. Dies führt im Ergebnis zu einem kraftvollen Baukörper und gleichzeitig zu einer Eleganz und Feingliedrigkeit.

Das Gebäude funktioniert in seiner haptischen Wirkung auch in der Nahsicht: Die Faltungen und Rundungen lassen je nach Sonnenstand unterschiedliche Schattenwirkungen entstehen, die im überzeugenden Kontrast zur reflektierenden Wirkung der Oberfläche stehen. Die Idee eines Vorhangs entspricht auch der Nutzung als Bettenhaus: die Anmutung des Ausblicks aus den Bettenzimmern in die Stadt hinein.

Insgesamt zeigt sich das Projekt als eine robuste und starke Idee, bei der man sich gut vorstellen kann, dass unerwartete Hindernisse bei der Detaillierung und Realisierung behoben werden können.


Schweger & Partner (SIEGERENTWURF, der umgesetzt wird - Stand: März 2013)







Begründung vom Preisgericht:
Der Entwurf von Schweger & Partner Architekten, Hamburg teilt das Volumen in einen robusten Sockel und einen gegliederten Aufbau. Hierdurch verliert das Gebäude an optischer Höhe was durch eine Betonung der Vertikalen durch feine Linsen kompensiert wird.

Auch die Funktionsbauten entwickeln sich aus dem Thema des Sockels und werden aus rigide gerastertem Backstein erstellt.

Das Thema des Entwurfs ist das Raster, es entsteht ein Fassadenbild, das ein neues Gesicht entwickelt, dessen ursprüngliche Form aber durch das neue Kleid spürbar bleibt.

Die Materialität der Fassade ist im Rahmen der Möglichkeiten klug gewählt da der Sockel aus Backstein eine robuste Gebrauchstüchtigkeit verspricht, wohingegen die elementierte Faserzementfassade auf die Entfernung eine fein gegliederte Erscheinung verspricht.

Im ganzen kann so ein Bild einer neuen \ alten Charité entstehen die auch weiterhin eine Signalwirkung als großer Stadtbaustein hat.

Bildquellen:
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Schweger & Partner Architekten, Hamburg
Thomas Müller Ivan Reimann Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin

Die Jury empfahl die beiden mit dem 1. Preis ausgezeichneten Arbeiten zur Überarbeitung mit dem Ziel, den vorgegebenen Kostenrahmen einzuhalten.


Siehe auch Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.
 

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LIBERTINED
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Discussion Starter · #2 ·
Im Baunetz ist ein Artikel zur Preisgerichtsentscheidung zu finden. Dort ist auch eine Bildergalerie mit den weiteren prämierten Entwürfen.

Interessant u.a. der...

3. Preis (Barkow Leibinger):










Der 4. Preis ("kister scheithauer gross architekten und stadtplaner"):




 

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LIBERTINED
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Discussion Starter · #3 ·

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LIBERTINED
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Discussion Starter · #4 ·
Von der Reichstagskuppel gesehen:

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Berlin-Mitte_Panorama_003.JPG

Von der Siegessäule:

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Siegessäule_TopView7.JPG

Vom Spreebogenpark:

http://commons.wikimedia.org/wiki/F...ark_blick_auf_charite_10.08.2011_13-31-03.JPG



Unschwer zu erkennen: Das Bettenhaus markiert seinen wuchtigen Einfluss in der Silhouette von Mitte.

Das leider nicht im positiven Sinne. Eine Sanierung, die zu einem eleganteren und stadtbildverträglicheren Auftreten führt, ist daher nur zu begrüßen. Und auch die Funktionalität und Qualität des Gebäudeinneren wird im Zuge dessen verbessert.
 

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SkyGuy
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Endlich tut sich hier mal wieder was! Der Schandfleck mitten in der Stadt wird umgekleidet.
Die Entwürfe sehen vielversprechend aus. :)
 

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LIBERTINED
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Discussion Starter · #7 ·
Mir gefällt der erstplatzierte Entwurf von Thomas Müller Ivan Reimann mit Abstand am besten.

Bleibt zu hoffen, dass durch die geforderten Budgetanpassungen nicht zu viel an Qualität verloren geht.

Eine hellere Fassade ist besonders wichtig, der dunkle Klotz ist einfach grauenvoll.
 

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Wird. Aber. Auch. Zeit.

Den Siegerentwurf (Thomas Müller Ivan Reimann) finde ich ganz gut. Erinnert an die beiden Zwillings-HH am Potsdamer Platz
und passt sich nicht zu sehr in die Umgebung ein (wie entwurf 4, den ich abgesehen von davon
am zweitbesten finde), ohne wie ein Fremdkörper zu wirken. Es stellt den dominanten Baukörper der es ist stilvoll dar.

Schweger & Partner's Entwurf ist ok. Aber wirkt doch etwas zu klinisch. Was in diesem Fall eine witzige Wortbedeutung darstellt.
Ich finde es ist jedenfalls nicht wünschenswert eine kalte Bettenburg zu erschaffen, was dieser Entwurf aber tut.

Barkow Leibinger Glaskiste ist schlicht einfallslos und beliebig.



Wann genau soll es denn eigentlich losgehen?
 

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Mir gefaellt der Schweger&Partner Entwurf am besten. Passt sich schön ins Stadtbild ein.
 

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Charité:
Laut einem Artikel des Tagesspiegels wird der 82m hohe Bettenturm der Charité zum Oktober diesen Jahres von Grund auf saniert. Man hat sich nach einem Wettbewerb für den Entwurf der Hamburger Architekten Schweger & Partner entschieden. Da der Kostenrahmen sehr eng gesteckt ist und der Charité lediglich 22 mio. € für die Fassade zur Verfügung stehen, hat man sich dabei für die kostengünstigste Version entschieden. Selbst unsere geliebte Fr. Lüscher ist nicht sonderlich angetan von dem Entwurf. Ich persönlich finde ihn für ein Krankenhaus durchaus in ordnung, rel. streng, klassisch, konservativ und strahlend weiss, fast ein bischen edel...auf alle Fälle besser als das, was da momentan in Mitte die Skyline verunziert.










(c) Schweger & Partner
 

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Mir gefaellt der Schweger&Partner Entwurf am besten. Passt sich schön ins Stadtbild ein.
:banana:

P.S: Für das doppelte bekommt man in Frankfurt schon einen Festsaal :lol:
 

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weil die Idioten nur die Arial kennen ;)
Ganz im Ernst, die Typen haben kein bisschen Fingerspitzengefühl. Die DDR hatte sich wenigstens noch für die Futura entschieden. Die Futura ist eine deutsche Ikone. Wir sind doch kein typografisches 3 Weltland.
 

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Feine Sache, der Schweger und Partner Entwurf.
Neben dem Handelszentrum der 2. weiße Hochhausblock in Mitte.

Jetzt fehlt nur noch ein weißgestrichener Schaft für den Fernsehturm (ein alter Traum von mir)
und die Mitte Berlin hat eine strahlend helles Skyline Lächeln....
 

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Jetzt fehlt nur noch ein weißgestrichener Schaft für den Fernsehturm (ein alter Traum von mir)
und die Mitte Berlin hat eine strahlend helles Skyline Lächeln....
wo muss ich unterschreiben?^^

Also zum Bettenhochhaus, mal schauen wie es dann in der Realität aussieht, aber eine deutliche Verbesserung ist eigentlich kaum zu verfehlen. ;)
 

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OT: Das Borsighochhaus kannte ich noch gar nicht :O
 

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Naja, mal wieder die durchschnittlichste und langweiligste Lösung.

Der andere Siegerentwürf war da wesentlich individueller.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Renderings einfach nur schlecht gemacht sind (der Baum im letzten Rendering - oh gott, was für eine Stümperarbeit!) und das Endergebnis doch etwas aufregender sein wird...
 

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Kostensteigerung Charité-Sanierung kostet 930 Millionen[

600 Millionen Euro mehr soll die Sanierung der Charité-Standorte kosten, so steht es in einem Entwicklungsplan, der bis 2024 läuft - Und das Konzept ist noch nicht einmal vollständig


Von den schon bewilligten 330 Millionen Euro für die Charité werden jetzt 185 Millionen Euro im Bettenhochhaus in Mitte verbaut. Im März beginnt die Sanierung. Drei Jahre später soll das Gebäude mit 804 Betten, einem neuen OP-Trakt samt Rettungsstelle wieder eröffnet werden.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/k...e-sanierung-kostet-930-millionen/7774450.html
 
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