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Alphaist
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Trance, was tut sich 2006, Events, Festivals, Celebrities?
 

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BreitesBündnisDWF
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Die Hauptstadt hat Mega-Schulden von 60 Milliarden Euro
Verfassungsgericht: Berlin bekommt
kein Extra-Geld vom Bund


Deutschlands Hauptstadt ist eine Boom-Town – und hat Mega-Schulden. Mit mehr als 60 Milliarden Euro steht Berlin in der Kreise, forderte deshalb Sanierungshilfe der Bundesregierung an. Nachdem kein Extra-Geld kam, reichte die Regierung unter Klaus Wowereit (SPD) 2003 Klage ein.

Jetzt entschied das Bundesverfassungsgericht – und erteilte der Hauptstadt eine Absage.

Berlin und seinem Regierender Bürgermeister ist das Lachen vergangen. Der ohnehin schon rigide Spar-Kurs – er muss noch verschärft werden. 60 Milliarden Euro Schulden müssen irgendwie weg. Ohne die Hilfe des Bundes.

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe wies die Klage der Berliner ab. Die Hauptstadt wollte sich vom Gericht eine „extreme Haushaltsnotlage“ bescheinigen lassen, um so an zusätzliches Geld zu kommen.

Gerichts-Vizepräsident Winfried Hassemer sagte nach dem Urteil, Berlin befinde sich zwar in einer angespannten Haushaltslage, die es aber „mit großer Wahrscheinlichkeit“ aus eigener Kraft überwinden könne.

Hilfe vom Bund zur Sanierung des Landes-Haushalts seien nur in seltenen Ausnahmefällen möglich. Etwa, wenn eine Existenzbedrohung des Landes nicht mit anderen Mitteln abzuwehren sei. 1992 hatte das Bundesverfassungsgericht Bremen eine besondere Förderung zugesprochen.

Ein dicker Rüffel für die Regierung Wowereit: Nach Ansicht der Richter liegen die Haushaltsprobleme Berlins nicht bei den Einnahmen, sondern bei den Ausgaben. Im Klartext: Berlin gibt fleißig Geld aus, kann einfach nicht vernünftig Schulden tilgen.

Wowereits Vorgänger Eberhard Diepgen (CDU) sagte unmittelbar vor dem Urteil in einem WDR-Interview, dass die Bundesregierung ihre Gelder innerhalb von ganz kurzer Frist so runter gefahren habe, dass Berlin zu einer Netto-Neuverschuldung gezwungen war. So sei eine „Schuldenfalle“ entstanden, aus der Berlin nicht allein raus kann.



Was gibt's da noch zu lachen?

http://www.bild.t-online.de/BTO/news/aktuell/2006/10/19/berlin-haushalt-bundesverfassungsgericht/berlin-haushalt-bundesverfassungsgericht.html

IF fragt: wird pump-protzer wowereit nun endlich einsehen, dass die fetten jahre vorbei sind?
bleibt dann mehr geld für die maccaroni-macker in düsseldorf und ihre pasta-schlampen?
 

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Wirtschaftsguru
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Spiegel:
BERLIN-URTEIL
Sprengstoff für die nächsten Jahre

Von Severin Weiland

Das Verfassungsgericht hat Berlins Klage auf Bundeshilfen abgewiesen. Der Hauptstadt droht ein noch schärferer Sparkurs - Streichungen bei Universitäten, in der Kultur, Verkauf von Immobilien. Für den rot-roten Senat gibt es genügend Anlässe, um als Koalition zu scheitern.

Berlin - Das heutige Treffen der Ministerpräsidenten in Bad Pyrmont hätte sich Klaus Wowereit wohl gerne anders gewünscht. Hätte er vor dem Verfassungsgericht gesiegt, wäre es einer der größten Erfolge seiner politischen Karriere gewesen. Nun aber konnte der Regierende Bürgermeister auf der Fahrt von Karlsruhe in den niedersächsischen Kurort darüber grübeln, wie der Landeshaushalt der Hauptstadt in den kommenden Jahren zu stemmen ist. Und seine Ministerpräsidenten-Kollegen aus den reicheren Ländern aus dem Süden, vor allem aus Bayern und Baden-Württemberg, haben aufgeatmet. Sie bleiben durch die Richter von zusätzlichen Zahlungen verschont.

Berliner Landesflagge: Niederlage für den rot-roten Senat
Dass Berlin nun keine Bundeshilfen erhält, ist ein schwerer Schlag für die kränkelnde Hauptstadt. Sie muss sich nun, wie bislang auch, aus eigener Kraft helfen. Ein Unterfangen, das kaum gelingen dürfte. Schon jetzt stammt jeder dritte der 17 Milliarden Euro, die die Stadt ohne die Zinszahlungen ausgibt, aus dem Länderfinanzausgleich und dem Solidarpakt Ost. Letzterer wird in den kommenden Jahren abgesenkt, bis er 2020 ausläuft. Möglich, dass Berlin in den kommenden Jahren wirklich dort ist, wo es heute schon mit seiner gescheiterten Klage geglaubt hatte zu sein: in einer extremen Haushaltsnotlage.

61,4 Milliarden Euro Schulden drücken die Hauptstadt, der größte Teil davon wurde in den vergangenen 16 Jahren seit der Vereinigung angehäuft. Es sind Schulden, die aus dem Zusammenwachsen zweier Stadthälften, aber auch aus eigenem Größenwahn herrühren - unter anderem, in dem der landeseigene Wohnungsneubau vorangetrieben wurde - in der Hoffnung auf einen kräftigen Bevölkerungszuwachs. Berlin aber wuchs nicht - es hält sich gerade einmal mit seinen 3,4 Millionen Einwohnern. Was hingegen unablässig anstieg, waren die Schulden. Rund 2,4 Milliarden Euro jährlich sind allein für die Zinsen zu leisten. Pro Tag werden rund 6,85 Millionen Euro für die Zinsen ausgegeben - damit könnten pro Jahr 130 Lehrer beschäftigt werden.

Zeitbombe für die rot-rote Koalition

Ein solches Urteil hatten wohl die wenigsten in Berlin erwartet. Mit der Übernahme von zehn bis 15 Milliarden durch den Bund war insgeheim gerechnet, auf die Übernahme der Hälfte der Schulden zumindest gehofft worden. Dass es möglicherweise nicht gut ausgehen würde, hatte sich bereits im April gezeigt, zu Beginn der mündlichen Verhandlungen vor dem zweiten Senat des Bundesverfassungerichts. Manche Kommentare der Richter wurden danach so interpretiert, als würde Berlin auf wenig Sympathien hoffen können. Wowereit äußerte sich denn auch zurückhaltend, der damalige CDU-Spitzenkandidat Friedbert Pflüger sagte es etwas deutlicher - es sei "nicht besonders gut gelaufen".

So ist es gekommen.

138 Beiträge, Neuester: Heute, 16.44 Uhr von winter
Nun muss die rot-rote Koalition, die mitten in den Verhandlungen für eine zweite Legislaturperiode steckt, nach weiteren Sparvarianten suchen. Es dürfte knirschen, vor allem mit der Basis, der man in den vergangenen Jahren Zumutungen aufbürdete: das BVG-Sozialticket wurde teurer, rund 50 Prozent der städtischen Kitas wurde privatisiert, die Gebühren erhöht, die Zahl der im öffentlichen Dienst Beschäftigten um 30.000 reduziert, den Landesbeamten wurden Weihnachts - und Urlaubsgeld gekürzt, in einem neuen Tarifvertrag mussten die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes auf zehn Prozent ihrer Einkommen verzichten.

Karlsruher Urteil: Sparzwang für Berlin

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Das Urteil von Karlsruhe ist eine tickende Bombe für die rot-rote Koalition. Einer der Hauptstreitpunkte zwischen PDS und SPD, aber quer durch die Parteien selbst, dürfte dabei der Verkauf der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften sein. Finanzsenator Thilo Sarazzin, der Berlin seit seiner Amtsübernahme vor vier Jahren einen harten Kurs verordnet hat, plädiert schon seit längerem für einen Verkauf. Sarazzin stieß damit innerparteilich auf Widerstand, vor allem in Gestalt der Bausenatorin Ingeborg Junge-Reyer. Die PDS ist ohnehin gegen weitere Verkäufe von landeseigenen Wohnungen. Sarazzin hat kürzlich darauf hingewiesen, dass die Wohnungsbaugesellschaften vor vier Jahren - also bei seinem Amtsantritt - Netto einen Wert von zwei Milliarden ausmachten und heute dank Sanierungsleistungen bei rund fünf Milliarden Euro stünden. Interesse für die Immobilien ist vorhanden. Vor zwei Jahren wurde für 405 Millionen Euro die GSW, eine der größeren landeseigenen Gesellschaften, an die US-Investorengruppe Cerberus veräußert. Der Vorteil: es übernahm auch gleich die Schulden von 1,7 Milliarden mit.

Auch wenn Wowereit am Tag der Karlsruher Entscheidung sich nicht in die Karten blicken lässt, so dürften weitere Verkäufe von landeseigenen Immobilien kein Tabu sein. Aus der Wirtschaft wurden weitere Wünsche bereits geäußert - etwa auch, sich von Krankenhäusern zu trennen. Auch in anderen Bereichen könnte es nochmals hart werden - die BVG, die gerade wieder über Preiserhöhungen nachdenkt, erhält pro Jahr 310 Millionen Euro vom Land. Kürzungen in diesem Bereich würde weitere Privatisierungen und Auslagerungen wohl unausweichlich machen.

Drei Opern, drei Unis - ein Sparpotential

Karlsruhes Entscheidung dürfte die Debatte um Einsparungen im Kulturbereich wiederbeleben. Als Ergebnis der Ost-West-Teilung besitzt Berlin allein drei Opern - zwei im Osten, eine im Westen. Um Personal zu sparen, wurden diese bereits unter Flierl zur Opernstiftung zusammengefasst - mit bislang mäßigem Erfolg. Nun wird wohl wieder darüber diskutiert, ob der Bund die Deutsche Staatsoper übernimmt. Das Haus ist ohnehin sanierungsbedürftig, der Bund wird sich an den Kosten mit erheblichen Mitteleinsatz beteiligen. Der radikalste Schnitt wäre die Schließung eines Hauses - und hier wäre die Deutsche Oper im Westteil wohl das Opfer. Doch würde Berlin damit auch seine Leuchtturmfunktion in der Kultur einbüßen und einen der wenigen Standortvorteile, die es angesichts der Schwäche im produktiven Sektor hat.

Weil Berlin seit der Vereinigung eine für deutsche Städte nie gekannte Deindustrialisierung erlebt hat, wuchs die Bedeutung der Universitäten. Drei sind in der Stadt verteilt, die Zahl der Studienplätze wurde in den vergangenen Jahren schon erheblich abgebaut - bis 2009 sollen es nur noch 85.000 sein, doch wurde diese Zahl zuletzt schon wieder in Frage gestellt und eine weitere Reduzierung um 6.000 durch Rot-Rot ins Spiel gebracht.

Jetzt dürfte offen darüber spekuliert werden, ob langfristig die Freie Universität und die Humboldt-Universität fusionieren müssen. Historisch wäre dies nur konsequent - denn die Freie Universität entstand 1948 als Antwort auf die zunehmende Repression an der Humboldt-Universität, die im sowjetischen Sektor und damit im Einflussbereich der SED lag. Auch die Einführung von Studiengebühren könnte wieder neu debattiert werden - bislang ist das in Berlin ein Tabu und wäre, wie der Verkauf von landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften, Sprengstoff für die SPD/PDS-Koalition. Selbst wenn Studiengebühren in den Chefetagen durchaus überlegt würden - PDS-Kultursenator Thomas Flierl war vor drei Jahren mit einem Studienkontenmodell gescheitert - , so könnte vor allem die Basis der PDS das Scheitern der Koalition herbeiführen. Der Frust sitzt bei aller Disziplin tief: Die PDS verlor allein im Osten bei der letzten Wahl zum Abgeordnetenhaus über 20 Prozent.

Dem rot-roten Senat, so er denn nach dem Karlsruher Urteil zustande kommt, stehen harte Zeiten bevor. Auch Rot-Grün, das theoretisch möglich wäre und vor Wochen noch denkbar schien, müsste die Folgen des Richterspruchs aus Karlsruhe ausbaden. Nur eine Variante dürfte mit den Problemen der Stadt überfordert und die schlechteste sein: Schwarz-Rot. Schließlich hatte eine Große Koalition 12 Jahre lang die Hauptstadt regiert und erst in den letzten Jahren versucht, das Ruder in der Haushaltspolitik ansatzweise herumzureissen.

Einer ihrer Hauptprotagonisten, der damalige CDU-Fraktionschef Klaus-Rüdiger Landowsky, hatte einst die Haltung dieser Koalition so zusammengefasst: "Wenn die ersten Obdachlosen auf der Reichstagstreppe sitzen, wird sich der Bundesfinanzminister erbarmen".

Karlsruhes Urteil hat diese Prophezeiung vorerst nicht wahr werden lassen. Vorerst.
FAZ:
Länderfinanzen

Bundesländer begrüßen Karlsruher Urteil

Ministerpräsidenten erfreut über Berlins Niederlage
19. Oktober 2006
Mehrere deutsche Bundesländer haben das ablehnende Urteil des Bundesverfassungs-gerichtes über die Sanierungshilfen für Berlin begrüßt. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) bezeichnete die Entscheidung der Richter als weise. Auch der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat das Urteil begrüßt. Länder mit kritischer Haushaltslage müßten aus eigener Kraft alles unternehmen, um ihre Finanzen in Ordnung zu bringen, sagte Koch am Donnerstag in Wiesbaden. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff bezeichnete das Urteil als „richtungsweisend“.

Die Karlsruher Richter hatten entschieden, daß der Bund und die Länder dem mit 60 Milliarden Euro verschuldeten Berlin keine Finanznothilfe leisten müssen. Die Hauptstadt hatte sich von ihrer Klage vor dem Verfassungsgericht eine erhebliche Entlastung erhofft.

Rüttgers: „Das geht so nicht“


Koch verwies darauf, daß Hessen in den vergangenen sechs Jahren 8,6 Milliarden Euro neue Schulden habe aufnehmen müssen. Im gleichen Zeitraum habe das Land 14,8 Milliarden Euro in den Länderfinanzausgleich eingezahlt: „Ohne den Länderfinanzausgleich hätten wir Überschüsse erwirtschaftet.“ Hessen habe es nicht an Solidarität mit anderen Ländern fehlen lassen: „Umso mehr müssen wir Wert darauf legen, daß mit finanzpolitischen Steuerungselementen vernünftig umgegangen wird.“

Ähnlich äußerte sich Rüttgers: „Wir brauchen eine andere Lösung, als daß ein Land, das in Schwierigkeiten ist, versucht, sich auf Kosten des Bundes oder der anderen Länder zu sanieren“, sagte er am Donnerstag im Sender N24. „Das geht so nicht angesichts der Situation.“ Nordrhein-Westfalen werde sich auf der
Ministerpräsidentenkonferenz in Bad Pyrmont dafür einsetzen, „daß wir eine Schuldenbremse bekommen“. Die Regeln, nach denen die Länder Schulden aufnehmen, müßten neu gefaßt werden. „Die alten Vorstellungen, daß man einfach Schulden aufnimmt, um die Konjunktur anzukurbeln oder alte Substanzen, alte Strukturen zu erhalten, haben sich als falsch erwiesen.“

Mit den Schulden muß er jetzt allein fertig werden

Niedersachsens Ministerpräsident Wulff sagte: „Wir sind erleichtert, dass das Bundesverfassungsgericht uns
entsprochen hat“. Es bedürfe zwar der Solidarität unter den Ländern, dabei dürfe sich aber kein Land mehr leisten als andere. „Der Berliner Senat wird seine Konsolidierungsanstrengungen deutlich erhöhen müssen“, verlangte er. Der Ministerpräsident erneuerte zugleich seine Forderung nach einem nationalen Entschuldungspakt, durch den Bundesländer gemeinsam ihre Schulden auf Null zurückführen sollten.

Wowereit enttäuscht über das Urteil

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ist hingegen enttäuscht vom Urteil des Bundesverfassungsgerichts. „Jetzt müssen wir den Schuldenberg allein bewältigen“, sagte Wowereit am Donnerstag nach der Verkündung der Entscheidung in Karlsruhe. Das Urteil sei jedoch „nicht zu kritisieren“.

Die Verfassungsklage Berlins war erfolglos

„Ich war nicht so naiv zu glauben, daß ich heute mit einem Koffer voller Geld nach Hause fahren würde und die Probleme Berlins gelöst wären“, betonte Wowereit. Die gute Nachricht sei: „Das Bundesverfassungsgericht schätzt offensichtlich die Haushaltslage Berlins viel besser ein als wir selber“. Es habe der Stadt bescheinigt, daß es ihr „gar nicht so schlecht“ gehe. Aus Sicht des Berliner Regierungschefs wird es jetzt für jedes Land „ganz schwer“, das Instrument einer extremen Haushaltsnotlage geltend zu machen.

Berlin gibt zuviel Geld aus

Dem einstimmigen Urteil des Bundesverfassungsgerichts zufolge gibt die Hauptstadt zuviel Geld aus, habe Einsparpotenziale „in erheblichem Umfang“ noch nicht ausgeschöpft und könne zudem den landeseigenen Wohnungsbestand im Wert von über fünf Milliarden Euro verkaufen.

Nach den Worten des Gerichts-Vizepräsidenten Winfried Hassemer befindet sich Berlin zwar in einer angespannten Haushaltslage, die es aber „mit großer Wahrscheinlichkeit“ aus eigener Kraft überwinden könne. Bundesstaatliche Hilfen zur Sanierung eines Landes seien nur in seltenen Ausnahmefällen möglich, wenn eine Existenzbedrohung des Landes nicht mit anderen Mitteln abzuwehren sei.

Probleme vor allem im Ausgabenbereich

Die Haushaltsprobleme Berlins liegen nach Überzeugung des Zweiten Senats nicht bei den Einnahmen, sondern bei den Ausgaben. Konsolidierungsbemühungen der letzten zehn Jahre hätten trotz guter bis überdurchschnittlicher Einnahmen bisher nicht dazu geführt, die hohen Ausgaben zu reduzieren. Schon deshalb seien noch nicht ausgeschöpfte Einsparpotentiale zu vermuten. Zudem zeige der Vergleich mit dem Stadtstaat Hamburg, daß Berlin vor allem für Hochschulen, Wissenschaft und Kultur deutlich mehr ausgebe als die Hansestadt. Auch Einnahmeverbesserungen seien möglich.

Die Richter forderten überdies Bund und Länder dringend auf, in der anstehenden zweiten Stufe der Föderalismusreform „Lösungskonzepte zur Vorbeugung von Haushaltskrisen und deren Bewältigung“ zu schaffen, wie dies etwa in einem gemeinsamen Entschließungsantrag der Fraktionen von Union und SPD vorgeschlagen wird. Im bisherigen System des Länderfinanzausgleichs transferieren fünf Geberländer insgesamt rund 6,9 Milliarden Euro an elf Nehmerländer.

Das Bundesfinanzministerium (BMF) mißt dem Urteil „erhebliche Präzedenzwirkung“ zu. „Insbesondere für die anhängigen Parallelverfahren Bremen und Saarland dürfte das Urteil - vorbehaltlich einer vertieften Auswertung der Urteilsgründe - die Auffassung der Bundesregierung stützen, daß diese Länder keinen Anspruch gegen die bundesstaatliche Gemeinschaft auf weitere Sanierungshilfen haben“, erklärte BMF-
Staatssekretärin Barbara Hendricks nach der Urteilsverkündung.

Normenkontrollantrag gestellt

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), hatte vor dem Bundesverfassungsgericht die „Solidarität des Bundes“ eingefordert und einen Normenkontrollantrag zur Erlangung zusätzlicher Finanzhilfen gestellt. Berlin hält das Finanzausgleichsgesetz von 1993, das Bremen und dem Saarland „Sonder-Ergänzungszuweisungen“ zugesichert hatte, und das Solidarpaktfortführungsgesetz von 2005 insoweit für unvereinbar mit dem Grundgesetz, als keine Finanzhilfen für Berlin vorgesehen sind.

Die Verfassung ermächtigt den Bund, leistungsschwachen Ländern ergänzende Zuweisungen zur Deckung ihres Finanzbedarfs zu gewähren. Nach dem Maßstäbegesetz ist das im Fall einer „extremen Haushaltsnotlage“ möglich. In dieser Lage sieht sich Berlin seit 2002. Das Land ist mit 60 Milliarden Euro verschuldet, hat aber nur ein Etatvolumen von etwa 20 Milliarden Euro. Es gehört mit Bremen, dem Saarland, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen zu den Ländern, die derzeit keinen verfassungsgemäßen Haushalt aufstellen können.
 

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kaufen kannst du dir ansonsten auch nichts wenn dein verein gewinnt oder nen titel holt. alles nur gefuehlt. was glaubst du, woraus ein fussballfan im grunde besteht? aus geldausgaben - wie uebrigens auch kino oder theater. immaterielle werte. wenn es also eh nur gefuehlt ist, dann kann man sich nach belieben lauter bezuege zu etwas generieren, lauter kleine ziele stecken. eines davon waere dann eben zu wollen, dass deutschland im ranking ganz oben steht. ein gimmick mehr
 

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auch hier: der "optionalen" charakter wird themaverfehlend von dir selbst zu einer exklusiv-oder-situation (A ODER B) gemacht. es ging aber nicht darum, dass so ein ranking ploetzlich titel obsolete macht. denk mal drueber nach, warum du trotzdem bei solch einer mutmassung gelandet bist.

daher behaupte ich, dass "die brasilianer" ganz oben im fifa ranking stehen wollen UND titel sammeln wollen UND gute spiele sehen wollen UND argentinien schlagen wollen UND deutschland schlagen wollen UND frankreich schlagen wollen UND einen guten trainer sehen wollen UND UND UND UND ... die normalitaet besteht aus "vielen zielen", teilweise situationell wechselnden ...

im uebrigen ist "titel" bestandteil eines regelwerkes um das eigentliche spiel, den eigentlichen weg, nicht etwa das ziel, am laufen zu halten. die bei weitem meisten diskussionen/interessen/emotionen beim fussball (und nicht nur dort) haben NICHTS mit einem titel zu tun! es geht um abertausende unterschiedlicher teilziele: reden ueber die pechstraehne eines vereins, freuen oder aergern ueber den ausfall eines spielers, aergern ueber trainer, besprechen von strategien, eroertern von tabellenstaenden, anteilnahme an kleinen vereinen gegen grosse, anteilnahme am vorgehen dieses vereins und aergern ueber einen anderen, besprechen von medien, hooligans, andere kulturen, und und und und und und und und ...

der normalzustand ist eine dynamische diversitaet der ziele ... und alles reprasentiert im grunde immer einige wenige interessen und emotionen ..
es ist insgesamt auch einfach alles miteinander verwoben. das fifa-ranking ist ein mosaikstein einer gesamtsuppe. dieses posting sowie auch dein posting haben ebenfalls nichts direkt mit einem titel zu tun .. etc. etc. etc.

es gilt aber folgendes zu bedenken. spitzenvereine sind schleichend zu "weltvereinen" geworden, die ihr klientel (was ist fuers sponsoring eben auch wichtig) weltweit rekrutieren. ein voellig anders publikum als in der vergangenheit. die meisten NIE ein spiel "ihres teams" live sehen. es virtualisiert sich vieles. das ist keineswegs schlecht. es ist einfach eine andere zeit.

aber genau deshalb sollte die bundesliga sich weiterentwickeln. sie ist eben NICHT getrennt. alles was die bundesliga nicht macht, bedeutet, dass deutsche vereine wie chelsea, barca usw. finanzieren. es ist also NICHT etwa so, dass dann die bundesliga spart, sondern umgekehrt ist es so, dass dann ein teil immer mehr aufmerksamkeit auf die weltvereine legt, damit diesen ein bei weitem groesseres sponsoring und fokus ermoeglichen ...

das gilts sinnvoll abzuwaegen ...

um das mal zu veranschaulichen. als Hertha in der ersten haelfte des letzten jahrhunderts meister wurde, hatte es "mehrere tage" gedauert, bis das ueberhaupt die meisten berliner mitbekamen. duesseldorf (ein gegner) war naemlich geistig VIEL WEITER WEG als heute. besuche wie heute voellig selbstverstaendlich sind, gabs da praktisch nicht. die kommunikationsstrukturen waren voellig andere. das medienverhalten war bei weitem weniger transparent und schnell, auch innerhalb berlins ...
heute ist alles bei weitem naeher zusammengerueckt und das gilt natuerlich weltweit ...

man muss ja nicht unbedingt ins absolute extrem fallen, eine abwaegung zwischen moeglichster soliditaet, umgekehrt aber "an der spitze dranbleiben" waere sinnvoll. manchen wird naemlich durchaus noch die puste ausgehen - anderen aber nicht, sie werden zu weltkonzernen ... ich wuerde mich da NICHT von hohen betraegen irreleiten lassen. die basieren zumeist lediglich auf eine schon immer stattfindende aenderung des niveaus, der logischerweise aufgrund ganz anderer massen und methoden zustandekommen.

ps: das bedeutet natuerlich nicht, dass manche vereine nicht auch falsch wirtschaften koennen - wie aber eben auch bei niedrigerem niveau ... allein aber hohe betraege im sinne von "oh, wo soll das alles noch enden" ist ein dauerlaeufer ueber alle zeiten. das ist nicht das kernproblem.
 

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Ob traens nur mit einer Hand solche Beiträge verfasst?
 

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trotzdem gibts da noch defizite..... zu wenige.......:......zu viele ganze saetze.......keine versteckten oder offenen hinweise auf berlin als weltstadt.......
darueber hainaus fehlen solche schoenen redewendungen wie "........so wie du denkst, funktioniert das aber nicht...." oder "...wenn du deine naiven vorstellungen mit der realitaet abgleichst..."
 

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traens versorgt mich, exklusiv, mit seinen Beiträgen! Stay tuned für weitere Berichte.

Ausserdem kann ich euch versichern, dass er noch unter uns ist.
 

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Het transe zum aktuellen Zustand der Bundesliga:

es ist doch ganz einfach: solange sich vergleiche lediglich auf eine gefuehlte erwartungshaltung einer anderen verteilung von dominanz beziehen, bleiben sie als aussage fuer die gesamte liga falsch. sie bleiben selbst dann falsch, wenn alle deutschen vereine international ausscheiden wuerden, denn es spielt ja gar nicht die ganze liga international, sondern nur wenige.

im klartext: die liga gilt als mittelmaessig, weil die vereine, von denen mehr dominanz erwartet wurde (z.b. HSV), bisher dieser erwartungshaltung nicht entsprachen. solange der vergleich so ist, bleibt er falsch. man kann sagen, dass der HSV in relation zu seinen eingesetzten mitteln bisher schlechte resultate erzeugt. man kann sagen, dass man von Bayern mehr dominanz erwartet haette. man kann sagen, dass eine liga gegenueber der anderen in relation bei weitem groessere finanzielle summen umsetzt und daraus rueckschluesse ziehen. so sachen ... man kann aber eben nicht selektiv das verhalten "weniger vereine" (= nicht die ganze liga) ohne ruecksicht auf den rest als gesamtaussage ueber "alle vereine" (=liga) heranziehen. man kann nicht selektiv die punkte eines tabellenersten mit anderen jahren vergleichen, aber die anderen plaetze nicht um eine aussage zu "mittelmass einer liga" zu machen.
das sind in der form alles lediglich gefuehlte vergleiche
 

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"Der Berlin-Hass-Thread" oder "They see me boomin', they hatin'."

...
Man könnte also nach fünf Krisenjahren von einem kleinen Wirtschaftswunder (in Deutschland) sprechen, aber die Entwicklung verläuft instabil. Immer wieder gibt es in ganzen Branchen und/oder Regionen wie in Berlin, das gerade mit einer neuen Flut von Firmenpleiten überrascht, deutliche Ausreißer, die die Entwicklung hemmen.
...
Trotz guter Konjunktur in ganz Deutschland hat die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in der Hauptstadt im ersten Halbjahr dieses Jahres dramatisch zugenommen. "Wir haben in den ersten sechs Monaten 2007 ein Plus von 11,7 Prozent bei Unternehmenspleiten zu verzeichnen", sagte Hans-Ulrich Fitz von der Auskunftei Creditreform WELT ONLINE. Insgesamt mussten 760 Betriebe Insolvenz anmelden. Diese Entwicklung ist schon deshalb so überraschend, weil der bundesweite Trend ein ganz anderer ist. In Deutschland insgesamt sinkt die Zahl der Pleiten, im ersten Halbjahr betrug der Rückgang von Firmeninsolvenzen 14,3 Prozent auf nunmehr 14.100 betroffene Unternehmen. Die Situation in Berlin ist auch im Vergleich zum vielerorts strukturschwachen Land Brandenburg besorgniserregend. Dort ist die Quote mit 17,3 Prozent weniger Insolvenzen als im Vorjahreszeitraum sogar günstiger als im Bundesgebiet.
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Berlin ist die Stadt der Gründer, nirgendwo in Deutschland steht die Konjunkturlokomotive bei kleinen und mittelständigen Unternehmen, vor allem im Bereich Dienstleistungen, so unter Druck wie dort. 13 von 1000 Hauptstädtern gründen jährlich Unternehmen, das ist bundesweit Spitze. Die Ich-AG, jenes arbeitsmarktspolitische Instrument, mit der der Staat massenweise Arbeitslose in die Selbstständigkeit und damit aus den Statistiken bringen wollte, und die Lockerung des Meisterzwangs fielen in Berlin - der Stadt der Handwerker und Arbeitslosen - auf besonders furchtbaren Boden.
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Und die Firmen, die sich behaupten, sind längst nicht stabil genug, dass sie beispielsweise einen Jobabbau wie den von Nokia Siemens ausgleichen können. 450 Stellen will der Netzwerkausrüster in Berlin streichen. Die zuletzt auch in der Hauptstadt spürbar gesunkene Arbeitslosenquote wird also weiterhin auf hohem Niveau bleiben
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