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Das Ganze wirkt auf mich wie eine Asfalt und Betonwüste, wie Investorenkisten, wie eine Karikatur des steinernen Berlins.

Die Hauptstraße ist nur für Autos da, breit, laut, hässlich und kaum zu überqueren. Die Aufenthaltsräume sehen aus wie große Höfe, nicht wie wirkliche öffentliche Stadträume.

Die Fassaden sind so lang, dass nur bei 50kmh ein abwechselungsreiches Bild entsteht, Auto Ästhetik also. Manche Fassaden sind über 100 Meter lang, das heist eine Minute gehen bis man beim nächsen Haus ist. Langweilig.

Es wirkt wie die Stadt der Vergangenheit. Menschenunfreundlich, unurban und ins Private zurückgezogen.

Die teuersten Viertel Berlins sind die um den Kudamm und um den Kollwitzplatz in Prenzlauerberg. Die haben eine ähnliche Bebauungsdichte, aber sehen doch ganz anders aus. Immobilienwerte schafft man doch nicht durch diese Kisten zwischen dem Asphalt zu plazieren, sondern durch individuelle Häuser an angenehme Straßen zu stellen!

Ein Armutszeugniss der Stadtplanung, und dass direkt hinter dem Hauptbahnhof.
 

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Also kommt, die Heidestraße war schon immer eine Durchgangsstraße die direkt zum Bahnhof und Tiergartentunnel führt. Das Europaviertel taugt nichts für die Träume von Altstadtfans. Konzentriert euch mal aufs Nikolaiviertel, das ist baufällig, konnte man neulich lesen.
Ich wäre auch vorsichtig, sämtliche Straßen abzuschaffen. Wo sollen denn die ganzen tollen Elektroautos in Zukunft lautlos fahren?
 

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^^ Du meinst Frankfurt und Stuttgart?
Beide Viertel sind direkt neben dem Bahnhof gelegen. Der Immobilienwert wird hauptsächlich durch diese Lage geschaffen. Ein schönes Viertel könnte den Wert darüberhinaus noch steigern. Die heutigen Bauten am Hauptbahnhof bieten aber wenig außer Fläche am Hauptbahnhof.

Krass auch, dass die Heidstraße aussieht, als ob man nur mit dem Auto hinkommen kann, während man für Miliarden einen Hauptbahnhof gebaut hat wo man wohl eher zu Fuß hingeht. Dann hat man viel Geld bezahlt um mit dem ICE schnell in Hamburg zu sein, und da läuft man da im schicken Anzug vom Büro zum Bahnhof durch so einen Asfaltjungle, statt über eine Fußgängerprommenade.
 

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Also kommt, die Heidestraße war schon immer eine Durchgangsstraße die direkt zum Bahnhof und Tiergartentunnel führt. Das Europaviertel taugt nichts für die Träume von Altstadtfans. Konzentriert euch mal aufs Nikolaiviertel, das ist baufällig, konnte man neulich lesen.
Ich wäre auch vorsichtig, sämtliche Straßen abzuschaffen. Wo sollen denn die ganzen tollen Elektroautos in Zukunft lautlos fahren?
Vielleicht fehlen dir einfach die Beispiele von wie man auch Stadt machen kann. Zeitgenössisch, dicht, durchmischt und mit einer guten Aufenthaltqualität. Wo das Auto einfach ein Transportmittel ist und nicht der einzige Platzhirsch der alle andere verdrängt und mit 55kmh mehrspurig bis an den Hauptbahnhof fahren kann.

Von New York bis Seoul und von Paris bis Kopenhagen wird an der Aufenthaltqualität der Städte gebaut (also andere Transportformen neben dem Auto auch Platz gemacht) und hier entsteht in Toplage eine Stadt der Vergangenheit die dort umbaureif wäre.

Die Heidestraße war nie eine Autostraße von überragendetr Bedeutung. Was aber neu ist, ist ein Miliardenteurer Haupbahnhof. Die Heidestraße sollte dem Hauptbahnhof untergeordnet sein und nicht umgekehrt.
 

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Mir ist gar nicht aufgefallen, dasss jemand gefordert hat im Europaviertel eine Alstadt zu rekonstruieren oder eine Straße abzuschaffen. Wo genau hast du das denn gelesen Heinrich?
Das habe ich natürlich nirgends gelesen, es kam mir aber bei VictorJs Post in den Sinn. Mir fällt nur allgemein auf (also gar nicht konkret auf VictorJ bezogen, no offence), dass hier im Forum egal um welche Gegend es geht, immer wieder Altbauviertel wie der Prenzlauer Berg oder gar die historische Altstadt als absolutes Ideal dargestellt werden, egal welche Lage und strukturelle oder historische Besonderheiten die Gegenden haben. Gleichzeit wird immer und überall gefordert, Straßen rückzubauen.

Ich mag selbst Altbauviertel und deren Urbanität und ich finde auch, dass das Auto zu viel Raum in der Stadt einnimmt. Aber deshalb kann nicht die ganze Stadt aus solchen Viertel bestehen, das wäre ja auch ziemlich eintönig. Und auch Viertel wie am Prenzlauer Berg funktionieren nur, wenn zumindest um sie herum größere Straßen verlaufen, welche Versorgung und individuelle Mobilität sicherstellen.

Die Europacity ist geprägt durch Verkehrswege, sie wird durchschnitten bzw. begrenzt durch stark befahrene Bahnlinien und Straßen, sowie den Kanal. Hier den Prenzlauer Berg oder die City-West als Vorbilder zu nennen, erscheint mir etwas unpassend.

Die Europacity ist auch kein reines Wohnviertel, sie wird an der Heidestraße vor allem durch Bürobauten geprägt sein, welche einen wunderbaren Schallschutz für die Wohnhäuser am Kanal darstellen. Dort direkt am Kanal verläuft auch die vermisste Fußgängerpromenade, die schon jetzt teilweise begehbar ist (Ein Cafe hat auch schon eröffnet). Ich finde das städteplanerisch alles ziemlich gut gelöst, über Architektur kann man natürlich immer streiten. Selbst die Heidestraße finde ich den Umständen entsprechend gut gelungen, sie hat mehrere Ampeln, einen begrünten Mittelstreifen, Fahrradstreifen und äußerst breite Bürgersteige, die sich durchaus mit den Bürgersteigen in der City-West messen können. Wenn da mal die Bäume groß sind und das Viertel "eingewohnt" wurde, stellt sich vielleicht sogar richtiges Boulevardfeeling ein. Autoverkehr spricht jedenfalls nicht dagegen, wie man am Champs Elysees sehen kann.

@VictorJ: Die Tegeler Straße wurde für immer geschlossen und das ist auch gut so.

https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/s21-zum-hauptbahnhof-komplette-strasse-wird-fuer-neue-s-bahnstrecke-fuer-immer-geschlossen/25077440.html

Edit: Was wirklich fehlt ist eine U-Bahn mit 2 oder sogar 3 Haltestellen, aber sowas wird ja heutzutage in Berlin nicht mehr gebaut. Dieselben Leute, die überall Altstadt und Straßenrückbau wollen, wollen ja gleichzeitig auch keine U-Bahn mehr, sondern höchstens eine össelige Straßenbahn (und sei es nur um Autos und anderes Teufelszeug auszubremsen).
 

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Da kommen wir der Sache doch schon näher :)

Der Vergleich mit Altbauvierteln hier im Forum bezieht sich meist aber gar nicht wirklich auf die historische, oder historisierende Fassade, sondern darauf, dass es wesentlich ansehnlicher und angenehmer ist Baublöcke mit unterschiedlichen Fassaden auszugestalten, anstatt monotone Blöcke zu schaffen. Im Bereich des HBf kommt zusätzlich hinzu, dass die Büro-Fassaden sich sehr stark ähneln und offt wie eine jeweils abgewandelte Form der Nachbarn wirkt. Dadurch wird die Uniformität sehr stark hervorgehoben. In Berlin färbt das auch zunehmend auf Wohnbauten ab, gerade hier am Bahnhof, und dadaurch wird der Eindruck zusätzlich verstärkt.
Städtebaulich ist das Europaviertel, wie du selbst beschreibst durchaus gut gelöst, aber das geht eben aufgrund der angesprochenen Problematik in der gestalterischen Ausbildung unter und man zieht zwangsweise Parallelen zu den wenig geliebten Großstrukturen der 60-80er Jahre und Plattenbauten die wir andernorts in vergleichbaren städtebaulichen Räumen finden.

Btw. Straßenbahnen sind das mit Abstand effizienteste Innerstädtische Verkehrsmittel. Ein Ausbau macht also durchaus Sinn, was natürlich nicht heißen soll, dass nicht auch neue U-Bahn-Linien sinnvoll sein können ;)
 

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Noch eine Frage: Warum wird HIER neben Dem Bahnhofsvorplatz noch nicht gebaut? Hängt das mit dem S-Bahntunnel zusammen?
Das Grundstück gehört soweit ich weiß dem Land Berlin als Reserve, hier möchte man aber nicht bauen.

Nicht bebaut sehen will Gothe – und ist mit seinem Bezirksamt einig – die vier noch freien, landeseigenen Grundstücke am Humboldthafen neben dem Hauptbahnhof. Sie sollten frei bleiben, um den Hafen nicht völlig von seiner Umgebung abzuschneiden. Darüber versuche der Bezirk gerade, sich mit dem Senat zu einigen.
Q: https://www.berliner-zeitung.de/berlin/melbourne-als-negativ-beispiel-mittes-stadtrat-will-keine-hochhaus-rudel-in-berlin-32955648
 

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Das sehe ich dort echt als Verschwendung an. Ich kann nachvollziehen, dass man den Hafen nicht völlig abtrennen will, aber die Grundstücke dort könnten dafür sorgen, dass endlich Wohnungen enstehen und dort auch für dauerhafte Belebung sorgen. Man kann die Kubaturen dort auch so ausformen, dass der Hafen nicht isoliert wird und dennoch bauen.
 

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Man kann ja beides haben: Gebäude und Verbindung zum Hafen. Wichtig wäre dort doch, dass das Wasserbecken eine regelmäßige Bebauung erfährt, damit es von der anderen Spreeuferseite aus auch symmetrisch genug aussieht und die Beckeneinfahrt eine schöne Toroptik erhält. Auf einer Seite steht ja schon ein gebäude, dann muss iegentlich auf der anderen auch eines hin. Es müsste aber nicht genauso lang sein. Eion Durchbruch vom Bahnhofsplatz (gleich links wenn man aus dem Bahnhofshaupteingang kommt) hin zum Ufer wären das Mittel der Wahl. Noch dezentes und einladendes Begleitgrün (schmale Bäume) und der Bahnhofsplatzbesucher sieht sofort, dass man da langgehen kann.
 

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Niemand! Man träumt sich dort nur bisweilen einen möchtegern Sandtorhafen hin, der sich aber aufgrund Abkehr vom ursprünglichen Entwicklungsplan niemals etablieren wird.
 

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Also mal ehrlich, seit der Bahnhof steht konnte man immer mal wieder in den Medien lesen wie zugig und verwaist sich der tolle Hauptstadt Bahnhof präsentiert.
Es gab Wettbewerbe wie das Bahnhofsumfeld mal gestaltet werden sollte, da waren meiner Meinung nach ein Paar schöne Entwürfe dabei, und nun äußert sich Herr Gothe mit seiner persönlichen Meinung das man doch wenigstens ein paar Freiflächen um den Hafen benötigt. Sollten "kleinen Plätze" wie Washington Platz und Europa Platz nicht aussreichen, und wäre es nicht sogar wichtig die Uferpromenade ansprechend für die Öffentlichkeit zu gestalten, was nicht bedeutet da eine Rasenfläche zu belassen und diese mit Sonnenstühlen zuzupflastern.
 

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Ich würde statt des popeligen und langweiligen 84m Kpmg Turms an der Invalidenstr. einen großen, städtischen Platz mit Brunnen, Bänken, usw. anlegen und zwei oder drei schlanke Hochpunkte um die 140 - 190m dazustellen. Um den Platz und die künftigen Leuchttürme könnte sich dann nach und nach die pulsierende Metropole entwickeln.

Aktuelle Impressionen

Wiener Passagen

Von der Materialität sind die Neubauten oft gar nicht so schlecht, ganz besonders dann, wenn man Stein einsetzt, das Problem sind fehlende Kleinteiligkeit (eine Fassade erstreckt sich nur zu gerne viel zu oft über einige hundert Meter) und fehlende EG - Nutzung, aber ich vermute das braucht noch etwas Zeit. Teils mangelt es auch schlicht an Dichte und zwischendurch eben auch an etwas mehr Höhe. Es wird wohl noch einige Jahre dauern, bis hier echtes Leben einzieht und etwas kieziges entsteht, die Heidestraße platzt zu Stoßzeiten bereits heute aus allen Nähten.















Hier sieht man links, unterhalb des HH, die fertige, finale Fassade für den Fritz Turm. Soeben erst gesehen, sonst hätte ich näher reingezoomt...







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^^ Hast du das "Krass hier" wegretuschiert, oder hat vorort jemand eingesehen, dass das peinlich ist? :D
 
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Von der Materialität sind die Neubauten oft gar nicht so schlecht, ganz besonders dann, wenn man Stein einsetzt, das Problem sind fehlende Kleinteiligkeit (eine Fassade erstreckt sich nur zu gerne viel zu oft über einige hundert Meter) und fehlende EG - Nutzung, aber ich vermute das braucht noch etwas Zeit. Teils mangelt es auch schlicht an Dichte und zwischendurch eben auch an etwas mehr Höhe. Es wird wohl noch einige Jahre dauern, bis hier echtes Leben einzieht und etwas kieziges entsteht, die Heidestraße platzt zu Stoßzeiten bereits heute aus allen Nähten.
Die Architektur und Kleinteiligkeit ist im südlichen Teil (um die Lydia-Rabinowitsch-Straße) etwas besser als im nördlichen Teil (um die Hedwig-Porschütz-Straße). Trotzdem denke ich, dass wir nicht warten sollten, bis es hier lebendig wird. Vor allem der nördliche Teil macht den Eindruck, als würde man sich in einer Großsiedlung am Stadtrand befinden. Durch die simpele Straßenstruktur mit den viel zu großen Häusern (manchmal nur ein Haus in einem Block) sehe ich nicht, wie hier jemals Leben einziehen soll.

Nur zum Vergleich mal ein Projekt aus den Neunzigern: Helle Mitte. So wurde vor zwanzig Jahren in Berlin Hellersdorf gebaut! Ich würde sogar fast behaupten, dass damals besser gebaut wurde. Sicher bin ich mir jedenfalls, dass die Heidestraße nicht besser bebaut wurde als Hellersdorf in den Neunzigern.

Oder hier in Spandau, auch Neunziger.
 
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