SkyscraperCity Forum banner
21 - 40 of 548 Posts

·
neutrum
Joined
·
3,198 Posts
Discussion Starter · #21 · (Edited)
http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040828/berlin/story700047.html
500 Polizisten stoppen Hartz-Gegner
Beamte sichern das Fest von McKinsey gegen 50 Demonstranten
- Streit um die Kosten des Einsatzes


Ein Mann sitzt in einem Sessel in sechs Metern Höhe vor dem Brandenburger Tor. Der Hochsitz ist Teil der Großplastik "RefleCity", die von McKinsey gesponsert.

Mit einem großen Aufgebot an Beamten und Fahrzeugen hat die Polizei gestern die Proteste von rund 50 Hartz-IV-Gegnern gestoppt, die gegen die 40-Jahr-Feier der Unternehmensberatung McKinsey Deutschland demonstrierten.

Das private Jubiläumsfest der Düsseldorfer Beratungsfirma McKinsey fand erstmals mit 4500 geladenen Gästen auf der Allee Unter den Linden in Mitte statt. Dabei hatte die Polizei insgesamt zehn von McKinsey angemietete Gebäude zu schützen, darunter die Staatsoper, die Humboldt-Universität, die Russische Botschaft und den Palast der Republik. Auch der Berliner Dom wurde in die Schutzzone eingebunden, da dort am Abend die zwölf Cellisten der Berliner Philharmoniker ein Konzert für die Unternehmensberatung gaben. Mehr als 500 Polizisten mit rund 80 Fahrzeugen waren im Einsatz.

Mehrere linke Gruppen wie Attac oder das Bündnis "Weg mit Hartz-IV" hatten im Vorfeld zu größeren Störaktionen aufgerufen. Gekommen waren bis zum Abend allerdings nur sehr wenige Protestler, insgesamt 50. Nach Polizeiangaben verliefen die Aktionen zunächst weitgehend friedlich. Von der privaten Sicherheitsfirma Gegenbauer & Bosse sollen nach Polizeiangaben ebenfalls weitere 400 private Sicherheitsleute das Fest zusätzlich geschützt haben.

"Wir haben kein Verständnis dafür, dass wir ein privates Fest in solch massiver Weise zu schützen haben", sagten sehr viele Polizisten, die sich gestern im Einsatz befanden. Am Ende sei es der Steuerzahler, der dafür die Rechnung zu zahlen habe. Wie hoch die Kosten des Einsatzes waren, darüber gab es keine Auskünfte bei der Polizei.

McKinsey-Unternehmenssprecher Rolf Antrecht bestätigte, dass für den Einsatz der Polizei ausschließlich das Land Berlin zuständig sei. "Die Proteste richteten sich nicht gegen unsere Firma, sondern allein gegen Hartz IV", betonte Antrecht. Deshalb sei es völlig unangebracht, für die Kosten des Polizeieinsatzes gegen die Protestler die Firma McKinsey in die Pflicht nehmen zu wollen.

Alle Vorkehrungen für die Sicherheit der geladenen Gäste durch private Sicherheitsfirmen, die McKinsey angeheuert habe, zahle selbstverständlich McKinsey selbst. "Der Stadt Berlin ist durch uns jedenfalls kein Schaden entstanden", beteuerte Antrecht. Man habe vorher gewusst, dass es zu Protesten in Berlin kommen werde.

"Wir zeigen Verständnis für die Kritik und das Anliegen der Hartz-IV-Gegner", sagte Antrecht. Es müsse aber möglich sein, und Berlin biete den Platz dafür, nebeneinander zu feiern und auch zu protestieren. "Mit unserem Fest hatten diese Proteste der Hartz-IV-Gegner nichts zu tun", so Antrecht.

"Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen den Beratungsleistungen von McKinsey und der Hartz-Reform", behauptet hingegen Politikprofessor Peter Grottian und Mitglied im "Berliner Sozialforum". Auch wenn es nur einige wenige gewesen seien, die Unter den Linden gegen McKinsey protestiert hätten: "Wir haben erreicht, dass die Öffentlichkeit auf den engen Zusammenhang der unsozialen Hartz-IV-Gesetzgebung mit der Beratungsfirma aufmerksam geworden ist." Es sei bezeichnend, sagte Grottian weiter, dass McKinsey mit verdientem Geld aus Beratungsverträgen, die soziale Ungleichheiten produziert hätten, aus Imagegründen für ein Betriebsvergnügen in der Hauptstadt Künstler und Gebäude kaufe.

Diesen Vorwurf wies McKinsey-Sprecher Antrecht zurück. "Wie die aufgetretenen Künstler der New Yorker oder der Berliner Philharmoniker keine Gage erhielten, so haben wir auch keine Miete für die Humboldt-Universität oder die Staatsoper gezahlt", sagte er. Diese Einrichtungen seien in der Vergangenheit von McKinsey beraten worden. "Der Auftritt der Künstler oder die Nutzung der Gebäude für unser Jubiläum war ein kleines Dankeschön für unsere Arbeit", erklärte Antrecht.
http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040829/berlinboulevard/story700281.html
... whisper ...
(...)
Im Sage an der Brückenstraße 1 (Mitte) stieg am Sonnabendabend die dritte Party für Afrika. Bauunternehmer Andreas Niemeier lud per SMS ein: Er engagiert sich im Lions Club Berlin Europa-Center. Die Lions und das Sage unterstützen das Projekt der Stewardessen Cynthia Clotthey und Katharina von Ballestrem, die in Warang - zwei Autostunden südlich von Dakar - ein Krankenhaus aufbauten. Diverse Partygänger und Sage-Geschäftsführer Jan Schröder packten im Senegal bereits mit an. Am Sonnabend wurde für den Transport eines Krankenwagens von Berlin nach Warang gesammelt.

Rolf Hochhuths umstrittenes Theaterstück "McKinsey kommt" stand nicht auf dem Programm. Dafür sang Musicalstar Ute Lemper , das Bolschoi-Ballett tanzte. 40 Jahre McKinsey in Deutschland: 4500 Gäste feierten am Wochenende in Berlin das von Hartz-IV-Gegnern kritisierte Firmenjubiläum. Geladene Gäste standen bis Sonnabend früh um drei vor dem Palast der Republik Schlange, um in die "McKinsey-Disko" eingelassen zu werden. Da war der Auftritt von Ute Lemper im Konzerthaus längst vorbei. Sie saß am Sonnabendnachmittag mit einer riesigen Reisetasche im "Borchardt". Was drinnen war? Schminkzeug und eine zweite Garnitur Klamotten.

Borchardt Impressionen
 

·
neutrum
Joined
·
3,198 Posts
Discussion Starter · #22 · (Edited)
http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040822/feuilleton/story698750.html

Palast der Republik: Auferstanden in Ruinen
ABBA bolschewistisch: Der "Volkspalast" ist zur kulturellen Zwischennutzung eröffnet


Leuchten für "Erichs Lampenladen": Besucher waren aufgefordert, neues Interieur für den "Volkspalast" mitzubringen

Ihren alten Ausweis hat Valentina Stühler immer noch. Sie war Mitarbeiterin im Einlassdienst des Palastes der Republik und zeigt nicht ohne Stolz das kleine Stück Papier. Dann sagt sie leise: "Uns haben sie ja gar nicht richtig gekündigt." Jetzt steht sie auf dem roten Teppich, direkt vor dem Palast. Eine Dame am Rand nickt und erzählt, wie es war, als sie damals im September 1990 um 10.30 Uhr den Anruf bekam mit der Aufforderung, dass alle Türen des Palastes sofort geschlossen werden müssten. Fünf Jahre habe sie dort gearbeitet, es seien die glücklichsten in ihrem Leben gewesen. Sie sind hier, um sich anzuschauen, was aus dem, was sie kennen, geworden ist. Andere sind da, um sich anzuschauen, was sie gar nicht kennen. Die zweite Gruppe ist in der Überzahl.

14 Jahre, nachdem der einstige Amüsier- und Agitationspalast der DDR wegen Asbestverseuchung geschlossen wurde, öffnete er am Freitag als "Volkspalast" wieder die Tore. Zwar gab es 2003 mit dem Musikprojekt "Wagnerkomplex" schon eine erste Zwischennutzung, zwar bewachten schon chinesische Tonkrieger den Sarkophag der DDR, aber jetzt präsentiert die Initiative "Zwischen Palast Nutzung" nach zähem Ringen erstmals ein komplettes kulturelles Programm über einen längeren Zeitraum. Bis zum 9. November übernehmen die Künstler die Regie und knipsen jeden Abend in "Erichs Lampenladen" die Lichter wieder an für Musik, Tanz, Filme, Workshops.

Das Volk kommt in Massen zur Eröffnung und darf sich als König fühlen. Edle Limousinen kutschieren die Besucher um den Schlossplatz. Im Auto mahnt eine Stimme: "Schauen Sie nach vorn!" und lädt ein zur "Jungfernfahrt nach geradeaus". Heute will keiner daran denken, dass das Palastskelett laut Bundestagsbeschluss schon im nächsten Jahr abgerissen werden soll, heute darf es alle seine Möglichkeiten präsentieren.

Das Volk bekommt sein Haus zurück, aber es muss es sich neu erobern. Zunächst über den roten Teppich, danach: Posieren zum Gruppenbild. Performer Martin Clausen dirigiert eisern: "Nicht so albern, everybody looks here", alle 15 Minuten darf einer das rote Band durchschneiden. Drinnen dann: Trubel auf zwei Etagen. Helium-Ballons mit kleinen NVA-Soldaten aus Eis steigen zu den nackten Stahlträgern empor, auf die Leinwand im unteren Eingangsbereich überträgt die Performance-Gruppe Gob Squad ihre "Volks-Promi"-Berichterstattung, immer wieder liefert jemand eine von zu Hause mitgebrachte Stehlampe auf der großen Fläche hinter der Treppe ab. Die alten Lampen sind ja nicht mehr da, also bringen die Genossen die eigene mit, die dafür mit der Auszeichnung "Zertifizierte Volksleuchte des basisdemokratischen Lichtermeers" veredelt wird.

Oben im ehemaligen Festsaal treffen wir wieder auf Valentina Stühler. Sie guckt staunend auf die Besucher, die auf Anraten einer Stimme aus einem kleinen Transistorradio mit roter Kreide Flucht-Linien auf den Boden zeichnen. Dann beginnen schon die Volks-Fest-Reden. Kultursenator Thomas Flierl beschwört den Palast als "Rohbau für eine Zukunft mit dominant öffentlicher Nutzung jenseits der ideologischen Konfrontation von retrospektivem DDR-Palast und ebenso rückwärts gewandt gedachtem Schloss." Und Amelie Deuflhard, Leiterin der Sophiensäle und Mitgründerin der Initiative "Zwischen Palast Nutzung" versteht das Programm der nächsten drei Monate als einen "Vorschlag für eine qualifizierte, experimentelle Nutzung, die den Bürger ernst nimmt: als Zuschauer, aber auch als Akteur unserer Gesellschaft." Danach gibt's Tanz bis in die Nacht.

Valentina und die anderen sind längst zu Hause, als die Bolschewistische Kurkapelle Schwarz Rot "The Winner Takes It All" von ABBA spielt. Wer hier am Ende der Sieger sein wird, steht noch nicht fest. Die Abrissbefürworter scheinen vom Bundestag Recht bekommen zu haben, aber jetzt zeigen erst mal die Künstler die Chancen, die in den 1000 Kubikmetern umbautem Raum stecken. Momentaner Gewinner ist in jedem Fall das Volk. Es scheint in dieser ausgelassenen Nacht genau zu wissen, was es will. Und das hat schließlich schon einmal funktioniert.

Nächste Veranstaltungsreihe: "Le Bal Moderne", der Palast tanzt.

apropos Palast der Republik ...
Grüne: Zwischennutzung für Palast der Republik verlängern

Berlin (dpa/bb) - Die Berliner Grünen plädieren für eine Verlängerung der kulturellen Zwischennutzung des Palastes der Republik. «1000 Tage Zwischennutzung» schlug die stadtentwicklungspolitische Sprecherin Claudia Hämmerling am Montag vor. Ausdrücklich begrüßte sie den Vorschlag des Architekten Manfred Prasser, den Großen Saal und das Untergeschoss in einen künftigen Neubau zu integrieren.
ferner ...
Umfrage: Berliner fühlen sich sicher im öffentlichen Nahverkehr

Berlin (dpa/bb) - Die Berliner fühlen sich laut einer Umfrage sicher in U- und S-Bahn, in Bussen und Trams. Trotz des jüngsten Brandes am Berliner Anhalter Bahnhof fühlen sich insgesamt 92 Prozent der Berliner in ihren öffentlichen Verkehrsmitteln sicher aufgehoben, teilte das Marktforschungsinstitut LDB Löffler am Montag mit. 26 Prozent der Befragten fühlten sich sogar besonders, 22 Prozent nur einigermaßen sicher. Nur acht Prozent nutzten den Nahverkehr mit Bedenken. Befragt wurden 1000 Berliner per Telefon.
 

·
neutrum
Joined
·
3,198 Posts
Discussion Starter · #23 · (Edited)
http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/040828/berlinboulevard/story700004.html

... whisper ...
Achim von Borries ++ Xavier Naidoo ++ Jeanette Biedermann ++ Kurt Nilsen ++ Cookies


Er war einer der Nominierten bei den ersten First Steps Awards im Jahr 2000, sein "Was nützt die Liebe in Gedanken" wurde bei der jüngsten Berlinale gezeigt. Nun bekommt Regisseur Achim von Borries bis zu seinem nächsten Kinofilm etwas ganz besonders Schönes zu tun: Für Sat.1 hat er soeben mit den Dreharbeiten für die nächste Folge der Corinna-Harfouch-Krimiserie "Blond: Eva Blond!" begonnen. Als lasse die Reihe den Machern nicht eh' schon reichlich Raum für Fantasie, darf von Borries nun einen Fall inszenieren, der die chaotische Kommissarin ins Filmmilieu führt. An ihrer Seite stehen bis Ende September Erdal Yildiz, Götz Otto und Esther Schweins.

Xavier Naidoo, Jeanette Biedermann, Kurt Nilsen, Rosenstolz und O-Zone sind die Stars der nächsten "Radiosender-sponsert-kostenloses-Konzert"-Aktion in Berlin. Nach Radio Energy lädt nun 104.6 RTL ein. Am 4. September wird ab 15 Uhr in der Waldbühne zu sehen sein, was in diesem Jahr an Hits über den Sender ging. Informationen gibt es unter: www.104.6rtl.com.

Cookies, Betreiber des nach ihm benannten wohl exklusivsten Clubs der Stadt, feiert dieser Tage zehnjähriges Bestehen seiner Tanz- und Loungeinstitution, in der die Szene tanzt und Menschen wie Nicolas Cage oder Nicole Kidman bei Berlinbesuchen ihre Freizeit verbringen. Und da wird dem Diskomacher natürlich gleich ganz nostalgisch zumute. Daher bittet er um Mails (an: [email protected] ), randvoll mit Cookies-Anekdötchen. Gefragt wird unter anderem nach der Gesamtzahl von mit nach Hause genommenen Cookies-Besuchern, nach pikanten Details, aber auch unverfängliche Angaben, etwa über Unwohlsein nach Einnahme von Getränken an der Cookies-Bar, sind willkommen.

und die BZ wusste unlaengst zu berichten ...

Berlins erste Oben-Ohne-Autowäsche in Tempelhof
Bitte einmal richtig schrubben!


Sie reiben und polieren, was das Zeug hält: Die sechs sexy Girls vom "Rush-Hour bei der Oben-Ohne-Autowäsche

Berlin - Jetzt geht's dem Auto an die Wäsche! Da wird nicht nur die Scheibe feucht, da blitzt auch die Stoßstange... Wo? Bei Berlins erster Oben-Ohne-Autowäsche. Dem Sommer-Sonder-Service des Tempelhofer Striptease Club "Rush-Hour" (Gottlieb-Dunkel-Straße 19). Knackige Girls polieren den Gästen hier gefühlvoll die Haube. Von Montag bis Donnerstag, immer zwischen 21 und 22 Uhr.

Thomas Hoffmann, 36, aus Steglitz, freut sich schon auf die Spezial-Behandlung seines dicken Brummers: "Bitte einmal richtig bürsten", sagt er und grinst.


Hoppla, was ist denn das für eine knackige Kühlerfigur?


Zack, und schon geht's los mit dem kostenlosen Verwöhn-Programm für seinen Jeep. Die sechs sexy Mädels legen so richtig Hand an, reiben, polieren und saugen was das Zeug hält. Mit Erfolg: Hoffmanns Jeep blitzt und blinkt wieder wie neu. Hoffmann: "Das hat sich ja gelohnt. Da kommt man doch gern. Da kommt man immer wieder."

Denn: Eine normale Autowäsche kostet mindestens 3,50 Euro. Mit Handarbeit sogar deutlich mehr.

"Die Oben-Ohne-Autowäsche war die Idee unserer Mädels", sagt "Rush-Hour"-Chef Easy. "Damit wollen wir unsere Gäste schon mal anheizen. Quasi als Vorfreude darauf, was sie danach bei uns im Club erwartet."
:yes:;)
 

·
neutrum
Joined
·
3,198 Posts
Discussion Starter · #25 · (Edited)
noe.. da sind u.a. manche bilder gar nicht dabei, es waere auch sonst nicht das selbe, der morgenpost-schwerpunkt ist zudem eher gerade zufaellig so konzentriert ...

guck, die Attrappe of Schinkels Bauakademie ist fertig!.. wie findest du sie so? - also ohne zu suchen .. ;)
 

·
spaghetti polonaise
Joined
·
2,593 Posts
Sowas liest trance-x bestimmt gerne ;) :

Hamburger Abendblatt vom 31.08.04, Rubrik Kultur/Medien

Der Stadtpark als Vorort von Berlin

Pop: Seeed gab die wohl besten Open-Air-Konzerte der Saison Von Maike Schiller


Hamburg - Schon beim Soundcheck hatten die Berliner Jungs ihren Spaß, als sie samt Mikros und Trommeln zur Spontan-Polonaise durchs Gelände tobten. Beim Auftritt wurde das dann zwar nicht wiederholt - im ausverkauften Stadtpark wäre Seeed allerdings auch kaum weit gekommen. Und schließlich hatte das elfköpfige Sound-Kollektiv aus der Hauptstadt auch so genug zu bieten. Vor jamaikanisch angehauchter Berlin-Skyline im Hintergrund zog Seeed - durchgestylt in grün-weißer Sommerkollektion - eine so überzeugende Show ab, dass Hamburgs Rastafaris schon mit dem ersten schweren Beat die Schirme zuklappten und ihre Dreadlocks glücklich in den Regen hielten. "Hamburg ist der beste Beweis, dass es mit der Klimaerwärmung noch nicht so weit ist, wie alle sagen!", konnte sich die Band da nicht verkneifen zu lästern - bevor sie beim Zusatzkonzert am sonnigen Sonnabend einsehen musste, dass es selbst hier zuweilen anders zugeht. Aber auch am Vortag hatte das bisschen Wasser von oben keinen davon abhalten können, mit süßlichen Dämpfen von unten gegenzuhalten und zu der treibenden Mischung aus Dancehall-Reggae, Ska und HipHop ordentlich abzufeiern. Seeed gab alles, und das Publikum dankte, indem es tatsächlich auf Befehl miaute. Was auch sonst, wenn auf der Bühne drei rattenscharfe Cheerleader in knappen Hotpants ihre Hinterteile shaken, als wären es eigenständige Lebewesen. Die lokalpatriotischen Berliner Bären auf ihren Trikots wurden da großzügig übersehen, und nicht nur bei "Waterpumpee" und "Music Monks" beeilte sich die Menge, ausgelassen mitzuhüpfen, sondern auch und erst recht bei Seeeds Hauptstadt-Hymne "Dickes B". Zwei Abende lang war Hamburg gern ein Vorort von Berlin - für die wahrscheinlich besten Stadtpark-Konzerte dieses Sommers.
 

·
neutrum
Joined
·
3,198 Posts
Discussion Starter · #27 · (Edited)

achja, das "mobile Reggae-Einsatzkommando" ... - interessant wie du von Schinkel auf Seeed kommst, die uebrigens wirklich was haben. aber du hast recht. hamburg ist ein sehr beliebter, weil sympathischer, vorort .. ;)

ps: ansonsten sind seeed sind zwar gerne berlinerisch, aber schon durch die vielen internationalen auftritte eher im augenzwinkermodus. bei vielen hiphopsern hingegen blueht gar munter eine wirkliche mischung aus lokalpatriotismus, machohafter selbstdarstellung und allgemeiner windmachung. man bebattelt sich halt gern, setzt auf kontraste, trotz diverser wellen herausreifender selbstaufklaerung bei den altvorderen. die profilierung kann auch schon mal stoerend werden, wenn bei gemischten konzerten westberliner rapper mit ihren clans gerade auftretenden bands den saft abschalten, auf die buehne draengen um z.b. gegen ostberliner labels oder die welt zu opponieren ...
 

·
spaghetti polonaise
Joined
·
2,593 Posts
Och, zumindest haben Seeed und Schinkel den gleichen Anfangsbuchstaben. ;)
In Wahrheit fiel mir nur nix adäquates zu deinem Schinkelklopfer ein und entdeckte den Artikel eher zufällig im Abendblatt, den ich nur wegen des heiteren Bezugs zu Berlin gepostet habe.
Von diesem "Aggro"-Rumgealbere Ost- gegen Westberliner Hiphoppelhasen hab ich auch schon gehört. Mehr aber auch nicht. Ich bevorzuge da eher den erheiternden, mit Wortwitz gespickten HipHop Marke Hamburg City, wenn es denn HipHop sein muss. Aber auch in Hamburg gibt (oder gab?) es einige Underground-Hiphoppelbälle aus dem südlichen Teil (namentlich Harburg), die sich versuchten zu profilieren und einen Gegenpol namens "Hamburg-Süd" zur "Hamburg-City" schaffen wollten. Immerhin kamen sie ins VIVA-Fernsehen. Meine Meinung: Alles Kinder, die nicht wissen, wo Norden noch Süden ist.
 

·
neutrum
Joined
·
3,198 Posts
Discussion Starter · #30 · (Edited)
http://www.welt.de/data/2004/08/31/326383.html

Ein Weltstar auf Berlin-Trip
Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin Ute Lemper filmt mit einem US-Team in der Hauptstadt für eine DVD
von Barbara Jänichen

Ein Weltstar und sein Berlin: Ute Lemper (41), die vor zwei Jahrzehnten als "Peter Pan" im Theater des Westens ihre erste Musical-Hauptrolle spielte und damit den ersten Schritt zur großen Karriere machte, steht jetzt im Mittelpunkt einer DVD-Aufnahme, die ein US-Team mit dem international gefragten Star in mehreren Großstädten dreht. Berlin ist nach New York und Mailand die dritte Station. Anschließend folgen Aufnahmen in Israel, Spanien und Frankreich.

"La Lemper" besuchte die Eastside-Gallery gegenüber dem Ostbahnhof, sah Reste der Mauer an der Bernauer Straße und wurde nachdenklich beim Anblick eines Gedenk-Aussichtsturms an der Kieler Straße am Nordbahnhof. Sie fuhr zum Brandenburger Tor und entdeckte mit der Gegend um den Potsdamer Platz das neue Berlin. Zwei Tage lang stand die Sängerin, Musicaldarstellerin und Schauspielerin vor der Kamera.

Auch das persönliche Schicksal einer Berlinerin, der im Juli 1989 die Flucht über Ungarn nach Österreich in den Westen gelang, wird in dem Film verewigt. Die Fotografin Brigitte Dummer, die an der Bernauer Straße in unmittelbarer Nähe der Mauer einen kleinen Obst- und Gemüseladen betrieb, fuhr mit Ute Lemper jetzt noch einmal dorthin. Den vielseitigen Star lernte sie 1992 kennen. "Ich fuhr damals nebenbei Taxi. Ute Lemper stieg am Flughafen Tegel ein. Wir kamen ins Gespräch, das sehr herzlich endete. Ute lud mich in eines ihrer Konzerte ein, schickte mir Karten für einen Auftritt in Hamburg. Es war zugleich der Beginn meines umfangreichen Lemper-Archivs, denn ich begleitete die Künstlerin in den folgenden Jahren mit der Kamera in Paris, London und New York."

Brigitte Dummer dokumentierte nicht nur Lempers künstlerische Arbeit (zu sehen in früheren Ausstellungen an der Friedrichstraße und im Café Berio am Winterfeldtplatz), sondern außerdem die Privatperson in ihren jeweiligen Wohnungen. Diesmal war es aber umgekehrt: Ute Lemper und das DVD-Aufnahmeteam besuchten Dummer in ihrer Spandauer Wohnung, drehten dort die ersten Szenen.

Über Berlin sagte die Vollblut-Entertainerin, die einst in ihrer Charlottenburger Dachwohnung auch ihre Liebe zum Malen entdeckte, schon als 21-Jährige: "Berlin ist die Stadt, die man als Künstler braucht." Aber auch im Privatleben spielte sich Entscheidendes ab. Ute Lemper lernte hier den New Yorker Künstler David Tabatsky, ihren ersten Mann und Vater ihrer Kinder Max (10) und Stella (8) kennen und lieben. Inzwischen geschieden, sind beide "die besten Freunde" geblieben. Utes zweiter Mann ist der US-Musiker Todd Turkisher. Klar, dass er sie nach Berlin begleitete.
Artikel erschienen am Di, 31. August 2004


http://www.welt.de/data/2004/09/01/326773.html
Preisverleihung ohne Bussi-Gesellschaft
Der Verein Werkstatt Deutschland (http://www.werkstatt-deutschland.net/home.html) holt zur "Quadriga" den afghanischen Staatspräsidenten nach Berlin
Sie verkörpert die neue Tugend der Hartnäckigkeit. Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann lässt sie ihr Netzwerk so lange heiß laufen, bis ihre Idee umgesetzt wird. Es ist nur ein paar Tage her, da bekam Marie-Luise Weinberger, geschäftsführende Vorsitzende des Vereins "Werkstatt Deutschland", einen Anruf. Marie-Luise Weinberger packte eine Reisetasche und flog mit der Bundeswehr nach Afghanistan. Dort erreichte sie, was sie sich schon vor längerem in den Kopf gesetzt hatte.

Inzwischen ist sie wieder in Berlin. Und der afghanische Staatspräsident Hamid Karsai kommt tatsächlich hinterhergeflogen, obwohl am 9. Oktober in Afghanistan Präsidentschaftswahlen sind. Als Ehrengast nimmt er an der "Quadriga"-Verleihung der Werkstatt Deutschland am 3. Oktober im Konzerthaus am Gendarmenmarkt teil, wo er selbst mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wird. Der Preis wird vom Verein Werkstatt Deutschland jährlich an Persönlichkeiten des politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens verliehen, die durch ihr Engagement ein Zeichen für Aufbruch, Erneuerung und Pioniergeist setzen.

Zu den diesjährigen Preisträgern gehört auch Recep Tayyip Erdogan. Die Laudatio auf den türkischen Premierminister hält Bundeskanzler Gerhard Schröder. Schriftsteller Eric-Emmanuel Schmitt wird für die Botschaft seiner Bücher ("Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran", "Oskar und die Dame in Rosa") ausgezeichnet. Laudator ist Monsignore Obiora Ike, Generalvikar von Enugu. Der Theologieprofessor vermittelt in Nigeria zwischen Christen und Moslems. Schauspieler Armin Rohde hält die Laudatio auf Bariton Thomas Quasthoff, Simon Pánek aus Prag wird für als Bürgerrechtler geehrt. Sein Laudator ist Friedensnobelpreisträger Lech Walesa.

Die Moderation der "Quadriga" (Hauptsponsor: Vattenfall) übernimmt Schauspieler Heino Ferch. Ins Konzerthaus sind 1000 Gäste geladen, zum anschließenden Empfang im Pergamon-Museum kommen 500 Gäste. Berlins Bussi-Gesellschaft steht bei der Werkstatt Deutschland nicht auf der Gästeliste: "C-Prominenz gibt es bei unseren Veranstaltungen nicht", sagt Marie-Luise Weinberger. "Bei uns kommt es nicht auf Kleider, sondern auf Persönlichkeiten an."

Der 1993 gegründete Verein Werkstatt Deutschland (Erster Vorsitzender: Klaus Riebschläger) widmet seine Arbeit "der Verständigung der Völker und der demokratischen Erneuerung des Gemeinwesens der Bundesrepublik Deutschland nach der Wiedervereinigung". Zum Kuratorium gehören unter anderen Schriftsteller Leon de Winter, Unternehmer Jens Odewald, Célia Gräfin von Bismarck, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Jeane Baronin von Oppenheim. Sie alle wissen um die Tugend der Hartnäckigkeit der Marie-Luise Weinberger - und unterstützen sie. Anja Popovic
Artikel erschienen am Mi, 1. September 2004

http://www.welt.de/data/2004/09/01/326774.html
etc.
Diplomatischer Knigge: Welche Kleidungsstücke dürfen geladene Herren anlässlich eines Empfangs beim Botschafter von Indonesien, Rahardjo Jamtomo, tragen? Antwort: Dunklen Anzug, eine Uniform oder die nationale Tracht. Am 21. September lädt der Botschafter aus Anlass des 59. Jahrestages der Unabhängigkeit der Republik in das Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden. Trainings-Jacken mit Berlin-Aufschrift gelten ausdrücklich nicht als Nationaltracht.



Für Kulturstaatsministerin Christina Weiss (Foto) bricht die Woche der Hustenbonbons an - Heiserkeit droht. Heute Abend um 19 Uhr hält sie die Eröffnungsrede der Fotoausstellung "Schwarze Götter im Exil - Pierre Verger und Mario Cravo Neto" im Ethnologischen Museum (Dahlem). Morgen eröffnet sie die Berliner Festwochen im Haus der Berliner Festspiele an der Schaperstraße. Und am 9. September lauschen Gäste der Ausstellung "Sophie Calle" im Martin-Gropius-Bau den Worten der Ministerin.
Artikel erschienen am Mi, 1. September 2004
 

·
neutrum
Joined
·
3,198 Posts
Discussion Starter · #31 · (Edited)
http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/bezirke/story700670.html

Fortuna kehrt zurück
Mitte: Symbolfigur vom Alten Stadthaus steht nach 53 Jahren wieder auf der Kuppel




Nach 53 Jahren ist Fortuna, die Symbolfigur des Alten Stadthauses am Molkenmarkt, nach Berlin zurückgekehrt. Die römische Glücksgöttin wurde gestern in luftiger Höhe auf der Kuppel verankert. Ein schwerer Autokran zog die Nachbildung der Kupferfigur nach mehreren Versuchen auf die Höhe von 87 Metern. Am Donnerstag wird die Rückkehr der Fortuna mit einem Festakt gefeiert. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit wird dabei sein, Innensenator Ehrhart Körting (SPD) als Hausherr des Stadthauses und der Mann, der die Rückkehr der Fortuna erst ermöglichte: Kunstmäzen und Unternehmer Peter Dussmann. Er spendete 125 000 Euro, damit eine neue Skulptur gearbeitet werden konnte.

Der Künstler Joost van der Velden modellierte die 3,25 Meter hohe Figur, die von dem Berliner Schmied Bernd-Michael Helmich in Kupfer gearbeitet wurde. Das Original der Fortuna musste 1951 einer Richtantenne weichen, die damals auf dem Gebäude gen Westen installiert wurde. Die Skulptur verschwand spurlos. Damals residierte im Alten Stadthaus der DDR-Ministerrat.

Auch wenn Fortuna wieder auf der Kuppel des Gebäudes steht, ist die Sanierung nicht abgeschlossen. Immer noch fehlen 17 der 19 Turmfiguren. Sie wurden als Pfand von der Firma Steinforum einbehalten. Hintergrund: Im November 2001 begannen die Sanierungsarbeiten an dem Gebäude. Steinforum sollte die Skulpturen des Turms restaurieren, musste dann aber im März 2003 Insolvenz anmelden. Der Insolvenzverwalter verlangte im Zuge des Verfahrens vom Senat eine Abschlagszahlung von 13 000 Euro. Doch dieser zahlte nicht. Die Begründung: Steinforum habe bei der Renovierung des Schlosses Charlottenburg gepfuscht, den Schaden von 50 000 Euro wolle man verrechnen. Das lehnte der Liquidator ab und nahm 17 Statuen unter Verschluss.

So lagern nun Aphrodite, Herkules und Apollon in einem Depot in Alt-Heiligensee. Inzwischen hat der Senat eine Klage auf Herausgabe eingereicht. Nach Auskunft des Sprechers der Finanzverwaltung, Matthias Kolbeck, habe Steinforum einen Vergleichsvorschlag kürzlich abgelehnt. So kann es noch dauern, bis das Alte Stadthaus wieder komplett ist.

Das Gebäude am Molkenmarkt wurde zwischen 1902 und 1911 nach Plänen des damaligen Stadtbaurates Ludwig Hoffmann erbaut. Es diente als Ergänzung des Roten Rathauses. Heute beherbergt das Haus die Senatsverwaltung für Inneres und das Landesdenkmalamt.


http://www.welt.de/data/2004/09/01/326787.html
Bundespräsident sagt Berlin Hilfe zu
Horst Köhler auf Antrittsbesuch in der Hauptstadt - Visite im Roten Rathaus

von Michael L. Müller



Deutschland braucht eine "kraftvolle Hauptstadt", weil die Welt an Berlin misst, wie es um das gesamte Land bestellt ist. Das ist die wichtigste Botschaft, die Bundespräsident Horst Köhler gestern bei seinem Antrittsbesuch im Land Berlin überbracht hat. Es war ein überschwänglicher Empfang, den die Landespolitiker Horst Köhler gestern bereiteten. Pünktlich um 10.30 Uhr fuhr der Bundespräsident in seiner schwarzen Limousine mit dem Kennzeichen 0 - 1 am Roten Rathaus in Mitte vor, wo der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und sein Protokollchef Christian Stocks bereits ungeduldig warteten.

Nach einer herzlichen Begrüßung überreichte Wowereit der Präsidentengattin Eva einen Strauß gelber Rosen. Und schon schritt man gemeinsam über den roten Teppich hinein in den Klinkerbau. Zahlreiche Senatsbedienstete klatschten Beifall. Köhler reagierte darauf etwas belustigt und sagte: "So begrüßen Sie also den Regierenden Bürgermeister jeden Morgen."

Mit aller Deutlichkeit machte das Staatsoberhaupt klar, dass es sich dafür einsetzen will, die Debatte über die Hauptstadtrolle Berlins zu einem "guten Abschluss" zu bringen. Berlin habe Anspruch auf Hilfen, betonte Köhler bei einem Empfang im Roten Rathaus. Allerdings, so mahnte er, müsse das Land seine Finanzen konsolidieren. Dazu gebe es keine Alternative.

Damit hat sich Horst Köhler gleich zu Beginn seiner Amtszeit für die Hauptstadt stark gemacht. Es könne niemand in Deutschland gleichgültig sein, wie sich die Hauptstadt entwickle. In den USA habe er festgestellt, dass auch die Amerikaner Berlin bewundern. "Nur merkwürdig fanden sie, dass sie immer in Frankfurt umsteigen mussten." Einen Direktflug in die USA gibt es aus der Hauptstadt schon seit langem nicht mehr.

Eine halbe Stunde plauderten Gast und Gastgeber in Wowereits Amtszimmer, danach stellte der Regierende Bürgermeister im Senatssitzungssaal dem Bundespräsident die Kabinettsmitglieder vor. Um 12.15 Uhr ging es in den Festsaal, wo sich Köhler ins Goldene Buch der Stadt eintrug.

Wowereit, der das Staatsoberhaupt zuvor um Unterstützung für die Hauptstadt und ihre Anerkennung gebeten hatte, lobte die klaren Worte Köhlers. Der forderte Berlin auf, als "Werkstatt der Einheit" vorzudenken und vorzumachen, "wie das vereinte Deutschland die Zukunft meistern kann". Die Stadt mit ihrer Wissenschaft und Kultur habe dazu das Potenzial. Dem Regierenden Bürgermeister und Abgeordnetenhauspräsident Walter Momper bot er seine Zusammenarbeit an. "Man soll sehen, dass ich an Ihrer Seite stehe", so Köhler. Er hob die Bedeutung der Berliner Kultur, vor allem der Kunstschätze hervor, und sagte: "Ich könnte mir vorstellen, dass man aus allen Museen Berlins eine Ausstellung zusammenstellt, die ebenso viele Besucher findet wie die MoMA."

Als der Bundespräsident am Nachmittag mit dem Regierenden Bürgermeister durch das Brandenburger Tor ging, äußerte Köhler, dass er durch die Demonstrationen gegen Hartz IV keine Spaltung zwischen Ost und West befürchte. Unzufriedene gebe es in beiden Teilen Deutschlands. Aber ein jeder freue sich über die Einheit.

Artikel erschienen am Mi, 1. September 2004
http://www.welt.de/data/2004/09/01/326786.html
Staatsoberhaupt nimmt am Pariser Platz ein Bad in der Menge
von Margarete Raabe

Dunkle Wolken ziehen über dem Pariser Platz auf. "Wem ham'se die Krone geklaut?", spielt der Leierkastenmann. Wer einen Schirm hat, bietet denen ohne einen Platz darunter an. Das Volk rückt zusammen: Solidarität für Horst Köhler, den neuen, ersten Mann im Staat. Kalter Wind trägt Gesprächsfetzen von Schirm zu Schirm: "Bei dem Regen steigt der nicht aus, der winkt aus dem Auto".

Dann ist er plötzlich da. Der Bundespräsident, Ehefrau Eva Köhler und der Regierende Bürgermeister Wowereit versinken in einem Pulk von Sicherheitsbeamten, Journalisten, Fotografen. Aber Köhler bahnt sich seinen Weg. Er lächelt freundlich, nickt hier und dort. "Gefällt ihnen Berlin?", fragt er Greti Geitner aus der Oberpfalz und reicht ihr die Hand. Die Rentnerin strahlt. Der 15 Jahre alte Johannes Fuhrmann wird begrüßt. "Wir kommen aus Hamburg und sind seit einer Woche auf Klassenfahrt in Berlin", erzählt der Junge. Heike Vorrath und Ehemann Günther berichten von ihrem viertägigen Urlaub in der Bundeshauptstadt. Benjamin Rösgen (12) aus Leichingen antwortet gern dem netten Mann, der ihn so freundlich anspricht. Wer das war? "Der Bundespräsident". Wie der heißt? "Fischer!" "Rau, ach nee, Köhler", korrigiert Bruder Raphael (13).

Vor den 14 "Mauerkreuzen", einer Gedenkstätte für Maueropfer an der Ebert-/ Ecke Scheidemannstraße, hält der Bundespräsident inne. Juliane Kleinschmidt vom Bund der Mitteldeutschen ist begeistert: "Er ist der erste Bundespräsident, der die Kreuze besucht hat." Horst Köhler ist derweil im Bus Richtung Potsdamer Platz unterwegs.

Artikel erschienen am Mit, 1. September 2004

http://www.tagesspiegel.de/berlin-e...sspiegel.de/archiv/01.09.2004/1321858.asp#art
etc.

Klaus Töpfer, Direktor des UN-Umweltprogramms (UNEP), wird am 6. September mit Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn die Konferenz über technologische Fortschritte und Umwelt „Electronics Goes Green 2004+“ im Hotel Estrel eröffnen.

* * *

Berlin und Buenos Aires sind seit zehn Jahren Partnerstädte. Anlässlich der Festveranstaltungen kommen viele argentinische Gäste nach Berlin.
Mónica Guariglio, Generaldirektorin der argentinischen Hauptstadt-Museen, will in ihrer Stadt eine lange Nacht der Museen nach Berliner Vorbild organisieren. Am Wochenende hat sie sich die Veranstaltung angesehen, jetzt ist sie bis zum 3. September auf Museumstour. Der Klezmer-Musiker Giora Feidman bleibt nach seinem Auftritt bei der gestrigen Auftaktveranstaltung bis zum 3. September in der Stadt. Aníbal Ibarra, Bürgermeister von Buenos Aires, kam gestern mit Amtskollegen Klaus Wowereit zum Auftaktkonzert. Heute besucht er die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und spricht dann mit dem Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Andreas Nachama.

***

Pierre Stewart Pettigrew, neuer kanadischer Außenminister, trifft am 2. September um 19 Uhr Joschka Fischer zu einem Gespräch im Auswärtigen Amt.
 

·
neutrum
Joined
·
3,198 Posts
Discussion Starter · #32 · (Edited)
http://www.tagesspiegel.de/berlin/i...sspiegel.de/archiv/01.09.2004/1329447.asp#art

Premiere im Sonycenter: Der Erste wird der Letzte sein

Filmpremiere mit Tom Cruise: Der Star kommt vor seinen Gästen, damit er lange Autogramme geben kann


Heute ist der Tag, auf den die Fans von Tom Cruise (Foto) lange gewartet haben. Seine Termine sind dicht gedrängt: Um 13 Uhr trägt sich der Hollywoodstar, der mit einer Privatmaschine aus Madrid ankommen soll, bei Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit in das Goldene Buch Berlins ein. Ab 18 Uhr steht Cruise dann auf dem roten Teppich im Sony Center und gibt anlässlich seiner Filmpremiere "Collateral" Autogramme. Die Party findet im Wasserwerk am Hohenzollerndamm statt.


„Colletral“ Premiere im Sony Center ...

Von Andreas Conrad

Die Krönung einer Premiere ist unzweifelhaft die Ankunft des Stars. Die prominenten Erstaufführungsgäste, die zuvor über den roten Teppich schritten, lösen zwar mehr oder weniger Jubel aus, auch ihnen recken sich Autogrammbücher und Kameras entgegen. Was einzig zählt, ist der Star – und der kommt zuletzt.

So war es bisher, so ist es aber nicht an diesem Mittwoch zur „Colletral“-Premiere mit Tom Cruise. Denn während die lokale Halb- oder Voll-Prominenz vielleicht noch rasch im Taschenspiegel probt, welche Variante des Lächelns diesmal zweckmäßig sei, steht der Held des Abends schon an der Absperrung und verteilt Autogramme und lässt sich mit seinen Fans fotografieren.

Dafür muss man einfach Verständnis haben. Anders schafft Tom Cruise seinen Popularitätsparcours einfach nicht mehr. Oder er würde ihn vielleicht anders schaffen, aber dann beginnen sie drinnen im Kino zu murren, und das geht erst recht nicht. Also wird der Mann aus Hollywood heute voraussichtlich bereits gegen 18 Uhr unterm Zeltdach des Sony Centers am Potsdamer Platz auftauchen und sich im Schneckentempo auf den Eingang des Kinos Cinestar zubewegen.

Das hat er am selben Ort schon mehrfach praktiziert, Anfang des Jahres erst zur Premiere von „Last Samurai“, davor zu „Minority Report“ und „Vanilla Sky“. Allesamt sind das Filme, in denen Tom Cruise so ist, wie man ihn kennt: ein jugendlicher positiver Held. „Collateral“ dagegen bedeutet einen Bruch mit dem eigenen Image, wie es kaum krasser denkbar ist: Cruise grauhaarig. Und ein Berufskiller, der im nächtlichen Los Angeles einen Sammelauftrag zu erledigen hat. Nicht gerade eine Identifikationsfigur.

Die ist diesmal Jamie Foxx, Taxifahrer und ungewollt Chauffeur des Mordbuben. Zuvor hatte er eines der potenziellen Mordopfer durch die Stadt kutschiert, das von Will Smith’ Frau Jada Pinkett Smith gespielt wird. Alle drei „Collateral“-Akteure werden erwartet, ebenso Regisseur Michael Mann. Nur Tom Cruise aber wird am späten Vormittag vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit ins Rote Rathaus gebeten, um sich dort um 13 Uhr ins Gästebuch der Stadt Berlin einzutragen.

Stammgast in Berlin ist Cruise schon, Dauergast will er noch immer werden. Eigentlich hätte er in diesen Wochen in Babelsberg und Umgebung mit dem Dreh zu „Mission Impossible 3“ beginnen sollen, wegen Austausch des Regisseurs musste das, wie berichtet, auf den kommenden Sommer verschoben werden. Ein neuer Regisseur ist immerhin gefunden: Jeffrey Abrams, im Kinogeschäft ein Debütant, der sich aber durch seine Agentenserie „Alias“ empfohlen hat.

Hoffnungen, der „MI 3“-Dreh komme doch in diesem Jahr noch zustande, darf man sich dennoch nicht machen. Längst ist Tom Cruise für die nächsten Monate verplant. Voraussichtlich im November beginnen in den USA die Dreharbeiten zu „Krieg der Welten“, für Cruise nach „Minority Report“ die zweite Zusammenarbeit mit Steven Spielberg. Erneut wird damit die von H. G. Wells geschilderte Invasion vom Mars verfilmt, die zunächst Höfunkgeschichte geschrieben hatte: 1938 wurde in den USA eine Radioversion gesendet, produziert von Orson Welles. Sie gelang ihm allzu gut, mit der Folge einer Massenpanik.


http://www.tagesspiegel.de/berlin/i...sspiegel.de/archiv/01.09.2004/1330032.asp#art
Die öffentliche Ente
„Köche – Krone – Kritiker“, das neue Programm des Restaurantzelts „Pomp Duck and Circumstance“, feiert am Donnerstag Premiere


Von Heidemarie Mazuhn

Das neue Jackett, in dem Hans-Peter Wodarz ab dem 2. September allabendlich die Berliner Enten-Fans zu „Pomp Duck and Circumstance“ empfangen will, ist fertig. Doch ob denen der Unterschied auffallen wird? Das maßgeschneiderte Stück aus der Werkstatt des Designers Torsten Amft sieht aus wie alle anderen Jacken, die Wodarz bislang in seiner Glanzrolle als Direktor des kulinarischen Spektakels getragen hat – 13 waren es, alle kreischend rot. Zu jeder Show ließ sich Wodarz bisher ein so persönliches Stück auf den Leib schneidern. Die 14. Premiere heißt „Köche – Krone – Kritiker“ und hat, wie berichtet, am Donnerstagabend am Gleisdreieck Premiere.

Dieser Termin ist kein Zufall. Denn genau 14 Jahre zuvor, am 2. September 1990, hat in München die anscheinend un-ent–liche Erfolgsgeschichte des Restaurant-Theaters begonnen. Von der Weltpremiere gingen seltsame Gerüchte aus: Es hieß, Wodarz’ seltsames Personal – verkappte Sänger, Artisten, Magier und Clowns – schütte den Gästen für deren teures Geld auch noch Suppe über den Anzug; eine Ente, wie sich trotz aller Drastik der Show bald herausstellte. Denn alle Gäste gingen unversehrt und erheitert. Insgesamt weist die Bilanz des Unternehmens inzwischen 1,3 Millionen Besucher an 18 nationalen und internationalen Gastspielorten aus, davon 250000 in Berlin. Hier gastierte Wodarz bereits 1994, bevor er sich daran machte, Amerika zu erobern. Doch der mit viel Hoffnung gestartete Anlauf im Rahmenprogramm der Olympischen Spiele in Atlanta 1996 endete im Finanzdesaster. Wodarz brauchte lange, um sich von diesem Rückschlag zu erholen, das Kapitel Amerika dürfte endgültig abgeschlossen sein.

Denn geht es nach ihm, werden sich wohl künftig alle Enten-Anhänger weltweit zum Gleisdreieck bemühen müssen. Dreieinhalb Jahre ist er nun mit seinem Spiegelzelt schon dort, hat seinen Frieden gemacht mit den hiesigen Gastronomen, die die Konkurrenz fürchteten und alljährlich um ihr Weihnachtsgeschäft fürchteten. „Wir wollen gar nicht mehr weg von dem Platz“, sagt Wodarz jetzt, „auch nicht, wenn das Riesenrad kommt.“ Er wäre vermutlich der Erste, der hochfahren und in 170 Meter Höhe ein Entenmenü servieren würde.

Die Premiere am Donnerstag zeigt die aufwändigste Show, die je bei „Pomp Duck and Circumstance“ geprobt wurde. Und diese Proben werden auch die bislang öffentlichsten sein, denn von der ersten Probe bis zur Premiere von „Köche – Krone – Kritiker“ hat das RBB-Fernsehen den Enten-Leuten für eine Doku-Soap auch hinter den Kulissen auf die Finger gesehen.

Die Idee für das 14. Spektakel, in dem es diesmal den gefürchteten Restaurantkritikern auf die üblich chaotische Art ans Eingemachte geht, kam Wodarz und seinem Regisseur Arthur Castro bei einem Arbeitstreffen auf Hiddensee – „scheußliches Essen“, sagte er knapp beim Pressegespräch zur neuen Show.

Um deren Gelingen bemühen sich 102 Künstler aus 23 Nationen – natürlich mit vielen bekannten Pomp-Protagonisten aus vergangenen Shows. Chin Meyer beispielsweise muss diesmal die Steuerfahnder-Aktentasche weglegen und sich als Berliner Edelgastronom Gustave L’ackaffe profilieren. Man ahnt, dass er mit den Kritikern hart ins Gericht gehen wird – während die echten Köche im Hintergrund hunderte von Enten in bewährter Qualität auf die wie immer zu engen Tische im Zelt tragen lassen.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/i...sspiegel.de/archiv/01.09.2004/1332829.asp#art
Die ersten BKA-Schlossgäste
Der Umzug ist geglückt, nun kann die Premierenfeier steigen: Heute Abend wird das Kuppelzelt des BKA-Luftschlosses am neuen Standort nahe dem Ostbahnhof in Friedrichshain wiedereröffnet. Es gibt einen Empfang für geladene Gäste, denen bei einer Show schon mal ein Ausblick auf das kommende Programm auf den BKA-Bühnen gegeben wird. Comedian Ades Zabel in der Gestalt der berühmtesten Haselhorsterin der Welt – Karin Hoene – und sein Kollege Kay Ray präsentieren die Show, zu der sich die O-Ton-Piraten, Palma Kunkel, Sherry Vine, Lutz & Moritz und Freddie Rutz angesagt haben. Außerdem können sich die Gäste einen ersten Eindruck vom Kaisersaal machen, in dem künftig die etwas geräuschvolleren BKA-Veranstaltungen über die Bühnen gehen sollen.

Der erste, der im Kuppelzelt mit einem eigenen Programm gastiert, ist Chansonier Tim Fischer. Gleich am Tag nach der Wiedereröffnungsfete tritt er dort mit Werken des Kabarettisten, Komponisten und Autors Georg Kreisler auf. Von dem Wiener Künstler stammen solche Klassiker des hintergründig-makabren Humors wie „Tauben vergiften“. Die Luftschlossherren versprechen für den 2. und 3. September daher nicht ganz ohne Grund einen „Abend ganz ohne Flitter und Blitzlichtgewitter“.(...)



Tagesspiegel: 31.08.2004 14:44
Flick packte erste Bilder aus

Berlin (dpa) - Der Sammler und Industriellen-Erbe Friedrich Christian Flick hat am Dienstag die ersten Bilder seiner künftigen Ausstellung in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. «Ich bin begeistert, es ist besser als ich es mir in meinen kühnsten Träumen vorstellen konnte», sagte Flick zu der Architektur der riesigen Ausstellungshalle neben dem Hamburger Bahnhof.

Er hatte für die Einrichtung acht Millionen Euro bezahlt. «Ich habe meine Sammlung noch nie in einem so großen Kontext gesehen.» Vom 22. September an werden dort sieben Jahre lang 2500 Werke zeitgenössischer Kunst präsentiert. Die Ausstellungsfläche von 13 000 Quadratmetern hat «documenta»-Dimension. Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) sprach am Dienstag von einer «kunsthistorischen Sensation» und einer «einzigartigen Sammlung mit unbequemen Arbeiten von Weltrang». Sie wünsche sich auch, dass die unschätzbare Schau länger als sieben Jahre in Berlin gezeigt werden kann, die in Berlin eine Lücke der Moderne schließe.

Zu den teilweise heftigen Attacken gegen das Ausstellungsprojekt unter Hinweis auf die NS-Vergangenheit seines Großvaters sagte Flick: «Es waren schwierige und harte drei Jahre, aber auch spannende, in denen ich viele Freunde kennen gelernt habe und auch Feinde, denen ich meinen Respekt zolle.» Er werde sich auch weiterhin der Diskussion stellen, sie dürfe nur nicht auf die Künstler übertragen werden. «Die Ausstellung darf nicht durch eine wie auch immer geartete ideologische Brille betrachtet werden.» Salomon Korn und Michael Fürst vom Zentralrat der Juden hatten den Vorwurf erhoben, die Sammlung sei mit dem «Blutgeld» aus dem Flick-Vermögen der NS- Zeit bezahlt worden.

Zu kritischen Äußerungen seiner Schwester Dagmar Ottmann und seines Bruders Gert-Rudolf Flick meinte der Kunstsammler: «Dass es in Familien unterschiedliche Ansichten gibt, auch bei wichtigen Themen, ist natürlich. Ich möchte mich mit meinen Geschwistern aber nicht öffentlich auseinander setzen. Ich bin einen anderen Weg konsequent gegangen.» Allerdings müsse er darauf hinweisen, dass seine Schwester erst im Jahr 2001 in den Zwangsarbeiterfonds eingezahlt habe, sein Bruder 2004. «Ich habe vor drei Jahren zehn Millionen Euro an eine Stiftung für Toleranz gezahlt, die bereits 45 Projekte besonders für Jugendliche unterstützt hat. Die Tatsachen sprechen für sich.»

Weiss verwies auf das umfangreiche Begleitprogramm zur Ausstellung, in der auch die NS-Vergangenheit eine Rolle spielen werde. «Kunst kann aber nicht in Sippenhaft genommen werden, das haben die hier vertretenen Künstler nicht verdient.» Es sei aber klar, dass die Gesellschaft «noch nicht fertig ist mit der Aufarbeitung von Schuld und Verantwortung, es wird keine Debatte abgewürgt».

Die Ausstellung wird in Themenräume gegliedert und auch einzelnen Künstlern gewidmet sein. «Bruce Naumann wird als Herzstück meiner Sammlung viel Platz eingeräumt», betonte Flick. Aber auch der 1997 früh verstorbene Martin Kippenberger liege ihm am Herzen. Von ihm präsentierte Flick inmitten zahlreicher noch nicht ausgepackter Gemäldekisten in der früheren, mehrere hundert Meter langen Speditionshalle am Dienstag das großformatige Bild «Der junge progressive Arzt» von 1985. «Wir zeigen zeitgenössische, auch provokante Kunst», betonte Flick.
Tagesspiegel: 31.08.2004 16:44
Berliner Varieté Chamäleon öffnet wieder im September

Berlin (dpa/bb) - Das traditionsreiche Berliner Varietétheater Chamäleon in den Hackeschen Höfen wird Mitte September wieder seinen Spielbetrieb aufnehmen. Am 23. September hat mit «100% - Der Kult kehrt zurück» das erste Stück in dem umgebauten Theater Premiere, teilte der neue Betreiber des Varietés am Dienstag mit. Das Chamäleon war seit 1991 in der in der Varieté-Szene international bekannt geworden. Nach der Insolvenz des ehemaligen Betreibers hatte das Varietétheater am 30. Juni seinen Spielbetrieb einstellen müssen.
http://www.tagesspiegel.de/kultur/i...sspiegel.de/archiv/01.09.2004/1333167.asp#art
Die Spur der Königin

Pina Bausch hat den Tanz revolutioniert – und das Theater. Jetzt kommt sie zu einem ihrer seltenen Gastspiele nach Berlin


Von Anne Linsel



Wenn Pina Bausch an diesem Freitag in der italienischen Botschaft in Berlin das „Komturkreuz des Verdienstordens der italienischen Republik“ erhält, ist das Ausdruck einer langjährigen freundschaftlichen Verbindung: Seit 1980 wurde die Choreographin mit über zehn Preisen und einer Ehrendoktorwürde in Italien bedacht. Für Pina Bausch aber ist, wenn sie an Italien denkt, noch etwas anderes wichtig: die Produktion ihres Stückes „Viktor“. Es war die erste Zusammenarbeit mit dem Ausland – dem „Teatro Argentina“ und der Stadt Rom 1986, der Beginn von Koproduktionen mit Theatern, Städten, Institutionen in der ganzen Welt, an die sich triumphale internationale Gastspiele anschlossen. Pina Bausch, Tänzerin, Choreographin, Chefin des Tanztheaters Wuppertal, hat in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts den Tanz revolutioniert.

Ihre künstlerischen Wurzeln liegen in Essen an der Folkwang Schule. Kurt Jooss, der legendäre Tänzer und Choreograph war ihr Lehrer. 1973 kam der Ruf als Ballettchefin nach Wuppertal. Die ersten größeren Arbeiten hielten sich noch im traditionellen Rahmen, Gluck, Brecht, Weill, „Iphigenie“, „Orpheus“, „Die sieben Todsünden“. Schon hier, spätestens bei Strawinskys „Frühlingsopfer“, war zu sehen und zu spüren, dass sich bei Pina Bausch etwas Neues tat, dass sie die existenziellen Themen Liebe und Tod mit ungewöhnlich archaischer Kraft und visionären Bildern anfüllte.

Das Neue entwickelte sich Schritt für Schritt. Die Stücke hatten keine Vorlage mehr, erzählten in kleinen Geschichten von der Suche und Sehnsucht nach Liebe und Zärtlichkeit, von Angst, Einsamkeit, Verletzungen, Verstörungen, von Macht, vor allem der Männer über die Frauen. Bei alledem blickte Pina Bausch mit ihren Tänzern fragend weit zurück in die Kindheit. Und sie entdeckten im Kinderparadies Himmel und Hölle. Auf der Bühne tanzten die Tänzer immer weniger. Sie rannten, sprangen an den Wänden hoch, sprachen, schrieen, lachten, weinten, erzählten Witze. Der Bühnenboden war bedeckt mit Erde oder Wasser oder Gras (Bühnenbildner seit 25 Jahren: Peter Pabst).

Auf der Bühne bewegten sich falsche Nilpferde, Krokodile oder echte Hunde, Artisten, Stuntmen, Zauberer. Die Technik der Collage, die Stilprinzipien von Wiederholung, simultanen Handlungen und Brechungen ergaben Bilder voller Poesie, aber auch von Gewalt. Rätselbilder, vielschichtig und vieldeutig und oft mit wunderbar hintergründigem Humor. So erfand Pina Bausch mit ihren Tänzern eine neue Körper-Kunst-Theatersprache, die auch auf Schauspielregisseure großen Einfluss hatte. Heiner Müller nannte das Bausch-Theater einmal ein Theater, so, wie man früher eingekauft habe, ohne Verpackung, „ein Theater ohne Plastiktüten.“ Pina Bauschs Einfluss auf das Theater der letzten Jahrzehnte ist immens.

In den Anfängen war nicht nur das Publikum irritiert und verstört. Auch die meisten Kritiker schienen ratlos. Bei den Zuschauern in Wuppertal schlug das Unverständnis lange Zeit um in Aggression. Heute ist das kaum noch nachzuvollziehen. Überall und bei jeder Vorstellung, ob in Wuppertal oder in den großen Städten der Welt: Jubel. Vor wenigen Wochen in Japan: Szenenapplaus, stehende Ovationen, nicht die sonst in japanischen Theatern übliche höfliche Zurückhaltung. Weit über 30 Stücke hat Pina Bausch während dreier Jahrzehnte Tanztheater herausgebracht. Sie gastierte überall in der Welt, leider nur sporadisch in Berlin. Seit „Viktor“ sammelt sie dafür mit ihren Tänzern Erfahrungen und Anregungen in der ganzen Welt. Und wenn sie in einem Land war, dann „möchte ich immer wieder an den Ort zurückkommen“. Sehnsucht ist für sie eine Kraftquelle.

Wenn, wie bei den meisten Stücken der letzten Jahre, eine Kooperation besteht, dann lebt die Truppe einige Wochen im Gastland. In Wuppertal werden dann die auswärtigen Eindrücke in Tanz umgesetzt. Dabei geht es nie um eine vordergründige oder touristische Sicht. Wie zum Beispiel im Stück „Nefés“, entstanden in der Türkei, das nun zum krönenden Abschluss von „Tanz im August“ in der Volksbühne gezeigt wird. Türkisches Bad oder Bauchtanz, türkischer Honig oder Kaffeehaus, Klischees aller Art werden verfremdet, ins Komische verwandelt, ins Groteske und Absurde.

Es gab Zeiten, sagt Pina Bausch im Gespräch, da hatten die Tänzer ein anderes Bedürfnis, sie wollten nicht nur tanzen, sie wollten sich anders ausdrücken. Das hatte etwas mit der Zeit zu tun. Die jungen Tänzer heute wollen wieder mehr tanzen. Zeigen, „dass man mit dem Körper alles sagen kann“. Die Themen der Stücke, so hatte Pina Bausch früher einmal gesagt, bleiben gleich, nur die Farben wechseln. Heute leuchten sie heller, fröhlicher, freundlicher. Schönheit, Lebenslust, Sinnlichkeit, vermischt mit Melancholie, weniger Schrecken und Schärfe. Das habe auch mit der Zeit zu tun – mit Überleben, sagt Pina Bausch. Die Stücke heute seien wie die frühen aus Fragen entstanden und wie früher „aus Ernsthaftigkeit und Traurigkeit geboren“. Das Lachen gehöre dazu. Und sie seien alle ein Teil von ihr. So gehe sie ihren Weg weiter, gemeinsam mit den Tänzern, um dem, was sie will, „immer ein Stückchen näher zu kommen“. Und, mit Nachdruck: „Ich habe mich nicht verlaufen.“

Pina Bausch wird im Herbst ihr Stück „Nelken“ von 1983 wieder aufnehmen. Dann ist zu erkennen, dass ihre Stücke zeitlos sind. Wenn mitten in heiteren Kinderspielen im rosa Nelkenfeld ein Mann im Anzug von einem anderen den Pass fordert, ihn dann zwingt, ein Hund zu sein, auf allen Vieren zu laufen und zu bellen: Wer dächte nicht an aktuelle Foltermethoden, zum Beispiel im Irak? Auf Eindeutigkeit aber will Pina Bausch sich nicht festlegen lassen. Sie findet es wichtig, dass man in ihre Stücke soviel hineininterpretieren kann. Jeder soll seinen eigenen Gefühlen vertrauen. Ihr Wunsch: „Man darf alles denken und fühlen.“

http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/berlinboulevard/story700634.html
Geflüster
Witzbold Otto Waalkes kreierte gestern Mittag bei der Vorstellung seines neuen Films "7 Zwerge, Männer allein im Wald" (Kinostart am 28. Oktober) im Charlottenburger Hotel Savoy an der Fasanenstraße einen neuen Begriff für etwas zu dünn geratenen Friesentee: "Aha, Berliner Weiße" kommentierte Waalkes mit Humor, als er sich die erste Tasse Tee aus dem weißen Porzellankännchen eingoss. Otto, der den Zwerg Bubi verkörpert, das Drehbuch mit verfasste und Mitproduzent des Sieben-Millionen-Euro-Streifens ist, über seine Berliner Zeit in den 80er- und 90er-Jahren: "Die war anstrengend. Ich wohnte in der Charlottenburgen Schlossstraße in einer Altbauwohnung im sechsten Stock ohne Aufzug."



Das hätte eine gute Neben-Einnahmequelle werden können: Schauspieler Heinz Hoenig (spielt Ur-Zwerg Brummboss) hat seinen jetzt 16 und 14 Jahre alten Kindern Paula und Lukas nie Grimms Märchen vorgelesen ("Märchen erzeugen durch Angst Erziehung"), sondern sie mit selbst erdachten Geschichten erfreut. Dabei achtete er auch darauf, was die Kleinen gerade besonders beschäftigt und was in die Story mit könnte. Nee, aufgeschrieben habe er die vielen Geschichten nicht. Hoenigs Begabung als Geschichtenerfinder war eben ausschließlich seinen beiden Kindern vorbehalten.

"Manchmal musste ich über Nina Hagen als böse Stiefmutter so lachen, dass wir einfach nicht weiterspielen und die Dreharbeiten unterbrechen mussten", plauderte Hans Werner Olm (Foto mit Nina) von den Kölner Dreharbeiten des Films aus. Als Zwerg Spliss habe er "eine gewisse devote Haltung" ihr gegenüber einzunehmen. "Aber es macht Spaß, bei Nina Hagen devot zu sein." Das schöne Schneewittchen spielt übrigens Ninas Tochter Cosma Shiva Hagen.


http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/feuilleton/story700617.html
Film-Export neu strukturiert
Eine neue Gesellschaft "German Films- Service and Marketing" ist gestern als Nachfolgerin der Export-Union des Deutschen Films offiziell gegründet worden. Sie soll "als zentraler Dienstleister für die Außenrepräsentation des Deutschen Films fungieren und sich mit der umfassenden Promotion des Filmschaffens aus Deutschland im Ausland befassen", teilte das Bundespresseamt mit. Damit verbunden ist auch eine Neustrukturierung der Auslandsvertretung. Die kulturpolitischen Interessen der Bundesregierung werden durch die Stiftung Deutsche Kinemathek vertreten. Für die neue Regelung hatte sich Kulturstaatsministerin Christina Weiss stark gemacht. dpa
 

·
neutrum
Joined
·
3,198 Posts
Discussion Starter · #33 ·
http://bz.berlin1.de/aktuell/news/040901/traumhaus.html
Die neue RTL2-Doku-Show aus Berlin
- 6 Paare haben nur einen Wunsch: Wir wollen ins Traumhaus!

Prenzlauer Berg - Das ist die verrückteste Baustelle Berlins. 6 Paare sanieren ab Mittwoch in der Choriner Straße in Prenzlauer Berg ein denkmalgeschütztes Haus. Sie maurern, putzen, malern. Und die Kameras sind immer dabei. Die Paare sind die Kandidaten der neuen RTL2-Doku Show "Mission Traumhaus - Deutschlands verrückteste Baustelle". Jedes Paar darf zehn Wochen lang eine Wohnung nach eigenen Vorstellungen gestalten. Der Lohn für die Schinderei: Das beste Paar gewinnt seine Traum-Wohnung im Wert von 250 000 Euro. Wer sind die Kandidaten? Vier Paare wohnen in Berlin: Sandra, 32, und Nico, 39, haben eine eigene Baufirma; Transvestit Nina, 24, und der durchgeknallte Robert, 26; Kellnerin Stephanie, 32, und Schoko, 42 aus der Türkei; die Design-Studenten Ariann, 35, und Thomas, 27. Aus München kommen die sexy Zwillinge Jenny und Sophie, 21. Aus Köln und Düsseldorf stammen die Rapper Merdin, 22, und Alexander, 28.

Aus dieser Bauruine in der Choriner Straße soll das Traumhaus entstehen

Wo bauen die Kandidaten? In einem leer stehenden, vierstöckigen Haus in der Choriner Straße von 1875. Die Wohnungen haben Stuck-Decken, Dielenböden, Sprossenfenster. 100 Quadratmeter groß. Zustand: katastrophal. Alles muss erneuert werden.

Wie sind die Regeln? Unter Anleitung eines Architekten und eines Bauleiters müssen die Paare alles selbst machen. Alle 14 Tage muss ein Paar ausscheiden - auf Vorschlag der eigenen Mitstreiter.

Komfort: Die Kandidaten wohnen auf der Baustelle, müssen selbst einkaufen, kochen, putzen!

Wie unterhaltsam ist die Show? Sehr! Wer verdrückt sich ständig vor fiesen Arbeiten, wer hat zwei linke Hände und: Wie vertragen sich die Paare nach Feierabend beim Bier in der Eckkneipe? Das sind die spannenden Fragen, die ebenso interessieren wie das handwerkliche Geschick der Kandidaten.

Wann sehen wir die Show im Fernsehen? Am 22. September um 21.15 Uhr beginnt auf RTL2 die witzige Show. An jedem darauf folgenden Mittwoch sehen wir, wie aus der Ruine langsam das Traumhaus entsteht. Die BZ wird über die Arbeiten berichten.
http://bz.berlin1.de/aktuell/news/040901/wowi.html
Prost! Wowereit und Stoiber laden am selben Tag ein!
Party-Duell am Roten Rathaus




In das Oktoberfest-Bierzelt der Bayern passen 2000 Besucher


Berlin - Man soll die Feste so feiern, wie sie fallen - dachte sich auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, 50. Dumm nur, dass sein "Hoffest" in diesem Jahr auf das gleiche Datum fällt, wie das "Oktoberfest" der Bayrischen Landesvertretung. Beide sind am 9. September! "Normalerweise feiern wir immer einen Tag nach den Bayern", erklärt Senatssprecher Michael Donnermeyer, 44. "Nur in diesem Jahr mussten wir unser Fest auf den gleichen Tag legen - Terminstress." Jetzt fragen sich alle: Wo prosten sich die Promis zu?


Klaus Wowereit feiert am 9. September

Der Dienststellenleiter der Bayrischen Landesvertretung, Hubert Hirl, 59: "Wir feiern wie immer vor dem Roten Rathaus, die Berliner feiern im Roten Rathaus. Und natürlich ähneln sich auch die Gästelisten sehr." Doch trotzdem bleiben sowohl die Bayern als auch die Berliner optimistisch. Hubert Hirl: "Eigentlich ist es doch praktisch, dass die Feste so nah beieinander liegen. So können die gemeinsamen Gäste zwischen den Festen pendeln. Wer Lust auf Weißbier hat, kommt zu uns. Wer lieber ein Pils möchte, geht zu den Berlinern."

Und bei einem sind sich Berliner und die Bayern sicher: "Auf gute Nachbarschaft werden wir an diesem Abend sicher öfter anstoßen."
;)
 

·
neutrum
Joined
·
3,198 Posts
Discussion Starter · #34 ·
http://www.tagesspiegel.de/berlin/i...sspiegel.de/archiv/01.09.2004/1332873.asp#art
Museum wird Besucher-Millionär
Heute wird der Jubiläumsgast erwartet Der Zulauf ist beinahe einmalig auf der Welt


Von Cay Dobberke

Gut sechs Monate nach der Eröffnung wird in der MoMA-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie heute der einmillionste Besucher erwartet – damit bricht die Schau alle Berliner Besucherrekorde im Kunstbereich und gehört weltweit zu den erfolgreichsten Sonderausstellungen. Noch bis zum 19. September gastieren die Kunstwerke aus dem New Yorker Museum of Modern Art in Berlin, ab heute gelten verlängerte Öffnungszeiten.

Noch mehr Neugierige zogen in Berlin bisher nur Sonderausstellungen an, die wenig oder nichts mit Kunst zu tun hatten. In die „Körperwelten“-Schau kamen vor drei Jahren rund 1,4 Millionen Besucher in sieben Monaten. Mehr als neun Millionen Berliner und Touristen suchten die rote Infobox auf, die von 1994 bis Ende 2000 die Projekte am Potsdamer Platz vorstellte. Die bislang spektakulärste Kunstaktion war die Reichstagsverhüllung: Mehr als fünf Millionen Menschen sahen sich 1995 Christos Werk an.

Abgesehen von populären Dauerausstellungen wie im Pergamon-Museum oder im Jüdischen Museum hielt den Rekord bisher die Ausstellung „Das XX. Jahrhundert“, die vom September 1999 bis Januar 2000 in mehreren Museen gleichzeitig lief. Insgesamt wurden rund 600 000 Besucher gezählt, darunter 184 000 in der Neuen Nationalgalerie.

Zwei der größten Publikumserfolge fanden im Martin-Gropius-Bau statt: Je rund 400 000 Kunstfreunde strömten in die Millenniums-Schau „Sieben Hügel“ und die Mitte der 80er Jahre gezeigte Ausstellung „Palastmuseum Peking“. Die Azteken-Schau sahen 2003 rund 138 000 Interessierte. Die Spitzenreiter in der Nationalgalerie waren bislang die Gauguin-Ausstellung (257 000 Besucher), „Kunst in der DDR“ (163 000), die Schauen zu Warhol (176 000) und Picasso (138 000).

Einen Massenandrang gab es 1999 auch im Deutschen Historischen Museum (DHM): Innerhalb von viereinhalb Monaten sahen sich 340 000 Besucher die Ausstellung „Einigkeit und Recht und Freiheit“ an. 288 000 Menschen kamen in nur knapp zwei Monaten in die Ausstellung „Entartete Kunst“, die das DHM 1992 im Alten Museum präsentiert hatte. An dritter Stelle steht beim DHM die 1990 im Gropius-Bau gezeigte Ausstellung „Bismarck, Preußen, Deutschland und Europa“ (150 000 Besucher).

International kann derzeit keine Sonderausstellung die MoMA-Schau überflügeln. ... Basel erwartet bis Oktober 580 000 Besucher in der Tut-ench-Amun-Ausstellung. In London hatte die große Azteken-Schau 2002 rund 465 000 Besucher in ihren Bann gezogen. Im Guiness-Buch der Rekorde steht eine Ausstellung in Buenos Aires, die jährlich zehn Tage lang rund um die Uhr öffnet und bis zu 1,2 Millionen Menschen anlockt.

http://images.google.de/imgres?imgu...prev=/images?q=berlin+moma&hl=de&lr=&ie=UTF-8
VIPs unter sich
So wird man es nie wieder sehen: Das Museum of Modern Art mit 200 Werken in Berlin


Mit knapp acht Metern will Barnett Newmans "Broken Obelisk" hoch hinaus auf der Terrasse der Neuen Nationalgalerie. Einen waghalsigen Balance-Akt vollführt diese Skulptur im Himmel von Berlin. So, als wolle sie vom großen Abenteuer der Moderne künden mit allen Brüchen und Umschwüngen, die den Besucher ab Freitag im Inneren des gläsernen Museumstempels von Mies van der Rohe erwarten.

"Das MoMA ist der Star" - so viel quietschrosa Werbung war nie wie für das berühmte New Yorker Museum of Modern Art. Für sieben Monate kehren Picasso, Matisse & Co. zurück ins alte Europa. Über 200 Meisterwerke sind zu besichtigen. Wer sich diese erhabenen VIPs der Kunstgeschichte nicht anschaut, verpasst eine einmalige Chance: Berlin ist die einzige Station in Europa. Spektakulär ist diese Schau schon allein deshalb, weil all diese Spitzenwerke in solcher Dichte nie mehr so hautnah an einem Ort zu betrachten sein werden. Das Museum leiht sie in jener geschlossenen Form nicht mehr aus. Auch wenn die Werke heute keine Auseinandersetzung mehr provozieren, faszinierend bleibt ihre zeitlose Aura.

Den Kanon der Moderne hat das MoMA in beeindruckender Weise durchbuchstabiert. Geradezu lückenlos. Ein Glanzstück folgt dem anderen im wechselvollen Reigen: hier van Goghs flirrende "Sternennacht", dort Rousseaus naiver "Traum" und Matisses wunderbarer blauer "Tanz", ein Hymnus auf Freiheit und Leben. Die Amerikaner Hopper, Pollock und Warhol.

Die Abschnitte der Berliner Schau sind nach bedeutenden früheren Ausstellungen des New Yorker Hauses benannt. Die "Modernen Anfänge" beginnen mit Cézanne, dem "Vater der Moderne", und seinem "Badenden" (um 1885), gefolgt von Seurat, van Gogh und Gauguin. Jenen vier Künstlern, denen 1929 die erste Ausstellung im neu gegründeten MoMA gewidmet war. Sie alle haben eines gemeinsam: ihre Anfänge im Impressionismus. Darauf folgen Fauvismus, Kubismus, Expressionismus, dann Dada, Surrealismus und Neue Sachlichkeit. Die rivalisierenden Weggefährten und radikalen Neuerer Picasso und Matisse haben ihre großen Auftritte. Von beiden besitzt der Kunsttempel umfangreiche Werkkomplexe. Nur Picassos "Demoiselles d'Avignon" fehlen, diese feinen Damen wollte das Kunsthaus dann doch nicht herausrücken.

Philip Guston, der bei uns weniger bekannte amerikanische Apokalyptiker, der die Malerei in flammenden Farben neu beschwört, und Gerhard Richter mit seinem umstrittenen RAF-Zyklus von 1988 beschließen das "offene Ende" der Zeitgenossenschaft. Auf unterschiedliche Art zeigen die Künstler, dass die Malerei jenseits der Abstraktion lebt.

Mit all diesen "Superstars" kommt der Besucher zugleich dem Mythos MoMA näher. Es feiert sich. Wie kein anderes Haus hat es das Museum geschafft, eine paradigmatische Sammlung der Kunst des 20. Jahrhunderts aufzubauen. Selbst die Londoner Tate und das Pariser Centre Pompidou können da nicht mithalten.

Den Mythos freilich weiß es clever zu pflegen: Es präsentiert sich stets als gut geölte Museums-Maschinerie, als "Marke", Promotion ist alles. Perfektion bringt Erfolg - und Geld. Kurz vor der Eröffnung der Berliner Ausstellung reisten aus New York eigens zwei Museumsherren an, um die Schau auf ihre "Öffentlichkeitstauglichkeit" hin zu überprüfen. Es geht schließlich ums Image. Und Museums-Chef Glenn Lowry gibt größere Interviews nur gegen Dollars. Das muss er auch, Geld braucht ein Privatmuseum nun einmal. Es wird gerade umgebaut. Die MoMA-Sanierung ist auch der Hintergrund für diesen deutsch-amerikanischen Kunst-Deal.

Eingefädelt hat ihn Peter Raue, Kunst-Anwalt und Vorsitzender des Vereins der Freunde der Nationalgalerie. Bei einem guten Wein in einer Berliner Kneipe konnte er Glenn Lowry überzeugen, dass das Gastspiel seiner Schatztruhe ausschließlich in die deutsche Hauptstadt gehöre. Obgleich sich auch andere Städte wie Madrid, Paris und Frankfurt am Main beworben hatten. Berlin, natürlich nur Berlin. Weil Gründungsdirektor Alfred H. Barr sich den Bauhaus-Architekten Mies van der Rohe so sehr für den Bau des New Yorker MoMA gewünscht hatte. Weil Barr fasziniert war vom Bauhaus und der Idee des Zusammenspiels aller Künste. Nun kehre das MoMA mit seiner Ausstellung im Mies-Bau quasi zu seinen "geistigen Wurzeln" zurück. Und das im Jahr seines 75. Geburtstages. Raue muss gut gewesen sein, Lowry ließ sich überzeugen.

"Das MoMA in Berlin" ist die größte und teuerste Bilderreise in der Geschichte der Neuen Nationalgalerie. Knapp neun Millionen Euro wird der private Verein der Freunde der Nationalgalerie am Ende aufbringen müssen für diesen spektakulären Transfer über den Atlantik. Die Leihgebühr, so heißt es, macht etwa die Hälfte der Summe aus. Die Kunstwerke sind durch eine Bundesbürgschaft gesichert. Wahrlich alles andere als Peanuts: Den Versicherungswert haben die Amerikaner mit 2,4 Milliarden Euro angegeben.

Da blieb Kritik natürlich nicht aus. Zu protzig, vor allem aber zu teuer seien die "Superstars". Das Risiko ist da, rund 500 000 Besucher muss die Schau zählen, so hat Peter Raue kalkuliert, damit kein Schuldenberg drückt. Mit den "Superstars" nach den Sternen gegriffen?

Peter Raue hat keinen Grund zur Sorge, wenn er ins texanische Houston blickt. Dort hatte die Ausstellung bis Anfang Januar ihre einzige US-Station. In der Ölstadt verbuchte man am Ende mehr als 300 000 Besucher in drei Monaten. Aus Dallas kamen die Besucher, aus Kalifornien, sogar aus Mexiko City. New York ist für sie weit weg, da kommen manche Amerikaner ihr ganzes Leben nicht hin. New York und Berlin jedoch sind sich nicht fern. So nah wie jetzt aber wird uns das MoMA nie wieder sein.
 

·
neutrum
Joined
·
3,198 Posts
Discussion Starter · #35 ·
http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/berlinboulevard/story701043.html

Rätselraten um den Unfall von Charlize Theron
Heimlich, still und leise ist sie abgeflogen: Hollywood-Star und Oscar-Preisträgerin Charlize Theron ist wieder in Amerika, teilte Paramount-Sprecherin Jeanmarie Carrasco mit. Der attraktive Weltstar habe sich bei den Dreharbeiten für den Science-Fiction-Film "Aeon Flux" in Potsdam verletzt und kuriere sich jetzt in den USA aus, so die offizielle Mitteilung der Filmfirma. Die Dreharbeiten seien für voraussichtlich drei bis vier Wochen unterbrochen.

Was der für ihre Rolle schwarz gefärbten Blondine genau zugestoßen ist, darüber hüllen sich alle in Schweigen. "Keine Schnittverletzungen, keine gebrochenen Knochen", sagte Carrasco der Nachrichtenagentur AP. "Ich denke, es war etwas weniger Greifbares ..., etwas Vages und Bohrendes." Nun zerbrechen sich alle Fans in Berlin den Kopf: Wie schwer war der Unfall wirklich, was ist dem Star zugestoßen? Ist ihr Knöchel gestaucht und dick geschwollen? Der Branchendienst Kino.de will erfahren haben, das Ex-Model habe sich den "Hals verrissen".

Doch der "Unfall" des Filmstars ist wohl eher ein genialer PR-Gag: Wie die Morgenpost aus zuverlässiger Quelle erfuhr, ist die gebürtige Südafrikanerin total erschöpft. "Es ist eine körperlich sehr anspruchsvolle Rolle", so Therons Sprecherin Amanda Silvermann zu AP.

Die 29-Jährige, die in dem Streifen "Monster" bemerkenswerten Mut zur Hässlichkeit bewies, will auch ihre aktuelle Titelrolle als Topagentin Aeon Flux allein bewältigen. Kein Double, keine Stuntfrau, auf dem ganzen Zelluloid flimmert Charlize pur. Da aber Topagenten bekanntlich in Topform sind, verlangt diese Rolle der zierlichen Schauspielerin Enormes ab. Seit etwa zehn Tagen fällt und springt, stürzt und fliegt sie, was die Kondition eben hergibt. Selbst wenn weiche Matten den Star abfangen, mag man sich die vielen blauen Flecken gar nicht vorstellen.

Statt im herbstlichen Berlin zu bibbern, entschied sie sich wohl, eine Erholungspause in L.A. einzulegen. Vielleicht findet Freund Stuart Townsend dort Zeit, ihre müden Glieder gesundzupflegen. In ein paar Wochen kehrt sie zurück, weitere Drehs in der Hauptstadt, darunter auch am Tierheim in Falkenberg sowie in Potsdam stehen an.

Corinna Schlag
 

·
neutrum
Joined
·
3,198 Posts
Discussion Starter · #36 · (Edited)


http://www.sueddeutsche.de/panorama/ticker/iptc-bdt-20040902-217-dpa_7005268/

MoMA-Endspurt mit Öffnungszeiten rund um die Uhr

Millionster Besucher: Marie Louise Dietrich vor dem Bild "Sternennacht" von Vincent van Gogh.

Berlin (dpa) - Mit einem Feuerwerk und Öffnungszeiten rund um die Uhr wird sich die spektakuläre Ausstellung des New Yorker Museums of Modern Art (MoMA) nach siebenmonatiger Dauer von den Berlinern verabschieden. Vom 16. September, 08.00 Uhr an bis zum Schlusstag am 19. September, 22.00 Uhr wird die Neue Nationalgalerie durchgehend geöffnet sein, teilten die Veranstalter mit.


Um 22.30 Uhr gibt es dann ein großes Abschiedsfeuerwerk auf der Terrasse vor dem Museum am Berliner Kulturforum in Nachbarschaft der Philharmonie. Bereits seit dem 1. September ist die Ausstellung teilweise bis Mitternacht und am Wochenende (freitags und sonnabends) sogar bis 02.00 Uhr nachts geöffnet.

In der Endphase der Schau mit 200 Meisterwerken der Malerei des 20. Jahrhunderts, die in Berlin bisher eine Million Menschen sahen, ist die Sonderregelung zur «Jahreskarte Plus» der Staatlichen Museen aufgehoben worden. Ab sofort gebe es für die Inhaber dieser Karte keine bevorzugte Zugangsberechtigung über den VIP-Eingang mehr, teilten die Veranstalter mit.

Die Karteninhaber können zwar kostenlos die Ausstellung besuchen, müssen sich jetzt aber wie alle Besucher in die Warteschlange einreihen, bei der die Wartezeit je nach Tagesandrang bis zu zehn Stunden betragen kann. Die Karte war nach Angaben der Veranstalter «gegen horrende Gelder» über das Internet «vermietet» worden. Nach einem Bericht des Berliner «Tagesspiegels» hat die Neuregelung unter Besuchern und Inhabern der Jahreskarte zum Teil heftige Verärgerung ausgelöst.
 

·
neutrum
Joined
·
3,198 Posts
Discussion Starter · #37 ·
http://www.justbegay.de/szene/folsom/index.html

Es ist soweit: Berlin zieht vom Leder

Die größte US-Party für Lederkerle erobert am kommenden Wochenende Europa. Die Folsom Street Fair, in San Francisco seit zwei Jahrzehnten das Top-Ereignis für die schwule Fetisch-Szene, kommt am Samstag, 4. September, zum ersten Mal ins Leder-Mekka Berlin.

Gute Aussichten für Europas Männer in Leder: Folsom Europe macht mobil
Foto: folsomeurope.com
300.000 Besucher im Jahr, zwei Aufbau-Veranstaltungen in San Francisco und Toronto, sowie eine 20-jährige Tradition sprechen für sich - die 'Folsom Street Fair' ist eines der größten Leder- und Fetisch-Ereignisse weltweit, und macht ihrem guten Ruf jedes Jahr aufs Neue alle Ehre. Nicht nur weil die Jungs im Leder-, Lack- und Tattoo-Look dabei endlich die städtischen Straßen erobern, sondern auch weil bei dem Festival stets für wohltätige Zwecke gesammelt wird: Lokale AIDS-Projekte und Antidiskriminierungs-Bewegungen profitieren seit Jahren von den Spenden durch Folsom. Dass ein solches Ereignis natürlich nicht nur in San Francisco kerlige Anhänger findet, ist klar. So gibt es inzwischen schon einen Folsom-Ableger im kanadischen Toronto - und ab 2004 auch in Europa. Besser gesagt: In Berlin.

In Zusammenarbeit mit der US-Zentrale der 'Folsom Street Events' haben einige Männer aus der deutschen Hauptstadt Anfang des Jahres den Verein Folsom Europe e. V. gegründet. Ebendieser ist nun für die Ausrichtung des ersten Folsom Straßenfestes in Europa verantwortlich. Berlin verteidigt damit mal wieder seinen Ruf als Lederhauptstadt Europas - und ist außerdem um eine schwule Attraktion reicher. Der Zuspruch ist groß. Neben Leder-Clubs und Veranstaltern aus ganz Europa haben auch die Stadt Berlin, deren Industrie- und Handelskammer und die Berlin Tourismus Marketing GmbH ihre Unterstützung zugesagt.

Die Veranstalter hoffen nun also nur noch auf kräftig-lederne Besucher-Power, um "Folsom" in Europa willkommen zu heißen. Gefeiert wird am Samstag, 4. September, von 12 bis 22 Uhr im Berliner ****- und Fetisch-Kiez von Schöneberg (Bereich Fuggerstraße/Welser Straße). Danach geht's in einschlägigen Clubs weiter. Von den Einnahmen sollen die HIV-Kindertagesstätte Fuggerstraße und die AIDS-Hilfe in Polen profitieren.
 

·
neutrum
Joined
·
3,198 Posts
Discussion Starter · #38 · (Edited)
http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/sport/story701319.html

Testlauf vor dem Testspiel
Bundestrainer Klinsmann verteidigt Fitnesskontrollen vor dem Duell gegen Brasilien - Görlitz und Deisler im Kader

Von Berries Bossmann und Oliver Trust

Das hatte Felix Magath gerade noch gefehlt. Nicht nur, dass seine Spieler Lucio und Ze Roberto dem Trainer des FC Bayern gestern Ärger machten, indem sie ihrem Unmut über die Auswechslung beim 1:4 in Leverkusen Luft verschafften. Zu allem Überfluss wurde Magath noch gefragt, ob er sich durch die Fitnesstests, die Bundestrainer Jürgen Klinsmann in der Nationalmannschaft einführt, in seiner Arbeit kontrolliert fühle. "Was habe ich mit Jürgen Klinsmann zu tun", grantelte Magath, "soll er doch machen. Ich fühle mich nie in meiner Arbeit kontrolliert." Doch dann schob er eine versteckte Warnung hinterher: "Man kann alle Infos immer umdrehen und sie werten, wie man will." Er nehme aber nicht an, "dass das der Sinn der Sache ist".

Morgen müssen die 20 Nationalspieler, die Klinsmann gestern für das Länderspiel am 8. September gegen Weltmeister Brasilien im Berliner Olympiastadion nominierte, Schnelligkeits-, Schnellkraft- und Beweglichkeitstests absolvieren. Durchgeführt werden die Kontrollen von US-Trainer Mark Verstegen und zwei Mitarbeitern, die Klinsmann aus Kalifornien einfliegen lässt. "Ich kenne diese Leute seit Jahren, das sind absolute Fachmänner. Es ist wichtig, über den Tellerrand hinauszuschauen", so Klinsmann, der auch über die Einstellung eines Mentaltrainers nachdenkt.

Bei Dieter Hoeneß, Manager bei Hertha BSC, hält sich die Begeisterung in Grenzen: "Was mir nicht gefällt, ist, dass der DFB jetzt amerikanisiert wird." Zumal es auch in Deutschland hochmoderne Zentren gibt, die eine Leistungsdiagnostik durchführen können. Der neue DFB-Teammanager Oliver Bierhoff erklärte, es gehe auch darum, "sich nicht allein auf Werte zu verlassen, die von den Vereinen zur Verfügung gestellt werden". Klingt da Misstrauen durch? Klinsmann beruhigte: "Wir sehen das als Ergänzung." Werden körperliche Defizite festgestellt, sollen die in Absprache mit den Vereinstrainern gezielt behoben werden.

Die Klubs, die den Großteil der Nationalspieler abstellen, haben mit Klinsmanns Reformen offenbar kein Problem. So erklärte Stuttgarts Trainer Matthias Sammer: "Ob ich mich kontrolliert fühle? Im Gegenteil, ich fühle mich bestätigt. Wenn ich Angst haben würde, müsste ich ja denken, dass ich schlecht gearbeitet hätte." Doch wie wird Sammer reagieren, sollte der Test bei Kevin Kuranyi, Andreas Hinkel oder Phillip Lahm unterdurchschnittliche Werte ergeben?

Auch Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf gab sich gelassen: "Klinsmann hat das Recht, neue Wege zu gehen." Und Dortmunds Trainer Bert van Marwijk sagte: "Ich habe kein Problem mit der Überprüfung. Jeder Trainer hat seine eigene Methode, um sich über die körperliche Verfassung seiner Spieler zu informieren."

Am Mittwoch telefonierte van Marwijk mit Klinsmann wegen der Absage von Christian Wörns (Achillessehnenprobleme). Da auch Jens Nowotny (Leverkusen) und Arne Friedrich (Hertha BSC) verletzt ausfallen, wurde Debütant Andreas Görlitz vom FC Bayern für die Abwehr nominiert. Klar, dass der 22-Jährige hocherfreut ist: "Das ist schon eine ziemliche Überraschung und natürlich eine tolle Sache."

Erstmals seit einem Jahr ist Sebastian Deisler (FC Bayern) nach seiner Depression wieder dabei. Klinsmann: "Es ist sehr wichtig in Bezug auf den Teamgeist, dass er wieder zur Gruppe stößt." Beim Länderspiel in Österreich vor zwei Wochen (3:1) hatte er noch dem Wunsch von Magath und Bayern-Manager Uli Hoeneß entsprochen, auf den Mittelfeldspieler zu verzichten. Deisler ist indes heiß auf sein Comeback: "Brasilien ist doch für jeden Profi ein Highlight."

Auf der Torhüterposition wird der Bundestrainer diesmal auf Experimente verzichten: "Oliver Kahn fängt an", sagte Klinsmann, "und es ist geplant, dass er 90 Minuten spielt. Es ist sein Spiel." Von einer Revanche für das im Juni 2002 in Yokohama mit 0:2 verlorene Endspiel der Weltmeisterschaft will Jürgen Klinsmann jedoch nichts wissen. "Revanche hin oder her - gegen Brasilien leuchten einem die Augen. Das bedarf keiner zusätzlichen Motivation. Das ist eine besondere Mannschaft, aber die kochen auch nur mit Wasser", erklärte der 108-malige Nationalspieler in der Mercedes-Welt am Salzufer.

http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/feuilleton/story701239.html
Es grünt so grün
Märk-würdige Wirklichkeit und Vision: Architekturstudenten aus Stuttgart und Berlin beschäftigen sich mit dem Märkischen Viertel

Von Cosima Lutz

Auf dem Stadtplan erinnert es ein wenig an eine Sprechblase. Wenn eine Comicfigur Unaussprechliches sagt oder denkt, sieht es so ähnlich aus. Im Märkischen Viertel im Norden Berlins schreiben die seltsam geringelten und gezackten Gebäude-Grundrisse "Poesie im Zyklopenmaßstab" (Falk Jäger) in den Sand. 40 000 Menschen wohnen hier, und weil das "MV" nun 40 Jahre alt wird, dokumentiert der größte Vermieter vor Ort, die Gesobau, am fernen Savignyplatz "Idee, Wirklichkeit und Vision" des einst umstrittensten Neubaugebietes der alten Bundesrepublik. Ein "tatsächlicher Ort", wie Architekturstudenten in der Schau fasziniert feststellen. Also mit der S-Bahn nach Wittenau, weiter mit dem Bus.

Aussteigen, einatmen: Heuduft. An Weg- und Straßenrändern liegt es frisch gemäht. Im "Märkischen Zentrum" beschauen Mädchen die Schaufenster, ältere Paare plaudern auf Bänken am zierlichen Brunnen. Und: Kinderlachen. Ein Dorf am Mittelmeer? Sozialistischer Traum? Jemand erfand die sinnige Wendung vom "Märk-würdigen Viertel", auch die Calauer Straße befindet sich hier. Mit den Jahren ist ein Blätterhimmel von Ahorn und Platanen emporgewachsen, hinter dem die Wohntürme wie die Zähne eines herzlichen Ganovenlächelns nur fern hervorschimmern.

1960 wurde die Gegend, in der 12 000 Menschen teils in Lauben mit Sickergruben hausten, zum Notstandsgebiet erklärt. Die Leute, hieß es, pumpten ihren eigenen Urin in den Kochtopf. Bis Willy Brandt, Regierender Bürgermeister, den Bau einer Satellitenstadt nach neuestem Standard anordnete und Architekten wie Werner Düttmann und Chen Kuen Lee holte. 1964 zogen die ersten Mieter ein. Bald protestierten Studenten gegen die "menschenverachtende Trabantenstadt". "MV - in Berlin ganz oben!" beharrten die Macher. So ging das munter hin und her, mal motzte der Denkmalschutz, mal litt die Lebensqualität, bis Infrastruktur und Sprachregelung endlich stimmten. Der 600 Meter "Lange Jammer" heißt jetzt Champagner-Burg, auch die "Papageiensiedlung" wurde dezent übertüncht. Wörter wie "Wohnmaschinen" geistern noch immer durch die Presse, Bewohner reden lieber von ihren "Wolkengondeln". Nur der direkte U-Bahnanschluss fehlt bis heute.

Imageproblemen wusste man hier schon immer etwas entgegenzusetzen: neue Wörter, neue Anstriche und ein ganz eigenes Selbstbewusstsein. Dafür sorgt zurzeit vor allem einer: Sido. Mit "Mein Block" katapultierte das "superintelligente Drogenopfer" das MV in die Pop-Charts. Bau den "dreckigen Leuten" ein Einkaufszentrum, sagt er, und du brauchst keine Mauer drumherum. Also: Ghetto. Bei der Gesobau reißt das alte Wunden auf, deutschlandweit jedoch sind Bürgersöhnchen und -Töchterchen ganz entzückt über das MTV-MV. "Schlachtgesänge direkt aus dem Bauch der Hauptstadt", lobt "Die Zeit". Und wenn der Erfinder des Berliner Kleinkriminellen-Rap hinter seiner Totenkopfmaske kundtut, dass er soeben seine Schränke bei Quelle abbezahlt habe, trifft das ziemlich genau jene Mischung aus Beton-Bedrohlichkeit und gepflegtem Wohlbehagen, wie sie sanft über dem Märkischen Viertel liegt.

Am Eingang des Ribbeck-Hauses kleben gelbe Birnen aus Tonpapier. Den Sommerflieder davor nehmen Trauermäntel dankbar torkelnd zur Kenntnis. Jeden ersten Sonntag findet hier die Wasserpflanzen-Zierfischtauschbörse statt, es gibt den Quasseltreff, die Töpfergruppe und die Anonymen Alkoholiker, und "die letzten Dinge" kann man "individuell und preiswert regeln". Man muss hier nicht weg. Die durchschnittliche Mietdauer beträgt 21 Jahre, Märker ziehen meist innerhalb des Viertels um, der Leerstand: 3,2 Prozent.

Sticheleien zwischen Alteingesessenen und Neuen gehören zur Wohnqualität und werden sorgsam gepflegt. Bei unserer kleinen Spaziergängerbefragung sagt eine Mutter, die seit 1998 hier lebt: "Nicht, dass ich etwas gegen Ausländer hätte, aber es wird immer schlimmer". Was passiert denn so? Ernstes Luftholen. "Also ich wohn" im ersten Stock, und da landet schon mal ein Ball aufm Tisch." Nöö, wegziehen werde sie nicht, ist sonst eigentlich alles prima, vom Wohnen her und auch sonst, das Grün, immer wieder das Grün. Der schwarze Wuschelhund wedelt.



Im Berliner Sozialindex steht das MV auf Platz 189 von 298, halb so wild. Und doch muss diese Stadt-Blase künstlich am Leben erhalten werden: sinkende Miet-Erträge hier, steigender Sanierungsbedarf dort. Die Gesobau fragte deshalb Architekturstudenten aus Stuttgart und Berlin nach Visionen. Von einem "neuen Mythos" über "Themenarchitektur" bis hin zu Gratis-Büros reichen die Ideen. Zunächst will die Verwaltung einzelne luxuriösere Wohnblocks und solche mit Minimalkomfort für die "sozial Schwächeren" schaffen.

Rapper Sido jedenfalls will bleiben. Mit Ghettos und Gegensätzen kennt er sich aus, womit sonst soll man reimen. "Mein Block, meine Gedanken, mein Herz, mein Leben, meine Welt reicht vom ersten bis zum 16. Stock", blubbert er aus den Kopfhörern, und die Schwäne im Mittelfeldbecken ziehen ihre Kreise.

Galerie Aedes West, Savignyplatz, Charlottenburg, Else-Ury-Bogen 600-601. Bis Sonntag
 

·
neutrum
Joined
·
3,198 Posts
Discussion Starter · #39 ·
http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/berlinboulevard/story701251.html

Eine Gala gegen das Vergessen
Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela wird im Roten Rathaus für seinen Kampf gegen Aids geehrt


Festliche Gala mit ernstem Hintergrund: Der südafrikanische Ex-Präsident Nelson Mandela, 86, und Zackie Achmat, 42, der für den Friedensnobelpreis 2004 nominiert ist, sind die Preisträger des diesjährigen "ReD-Award", der am Sonnabend bei der Reminders Day Aidsgala 2004 in Berlin verliehen wird. Beide Persönlichkeiten werden für ihr unermüdliches Engagement für aidskranke und HIV-infizierte Menschen ausgezeichnet. Der Gala-Abend mit Programm und Tanz bis in den frühen Morgen findet in ungewohnter Umgebung statt: im großräumigen Säulensaal des Roten Rathauses in Mitte. Dort werden nicht nur eine Bühne und ringsum ein Büfett aufgebaut; auch gemütliche Sitzecken und Liegestühle laden zum Relaxen ein. Die beiden DJs Divinity und Cameron Douglas sorgen für flotte Musikberieselung. Der 25 Jahre alte Cameron ist der älteste Sohn von Hollywoodstar Michael Douglas aus seiner ersten Ehe mit der spanischen Diplomatentochter Diandra de Morell. Durch den Abend führen die TV-Moderatorin Jessica Witte-Winter und Comedian Thomas Hermanns. Die Schirmherrschaft für das Event haben Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und der russische Botschafter Vladimir V. Kotenev übernommen. Für die musikalische Live-Unterhaltung sorgen die Berliner Sängerin Jocelyn B. Smith und die Pop-Gruppe Bro'Sis. An dem festlichen Abend wird auch noch einmal an jene Frau erinnert, die als Berliner "Engel der Aidskranken" galt und im Mai dieses Jahres im Alter von 76 Jahren starb: Charity-Lady Irina Pabst. Sie hatte die alljährlich in der Deutschen Oper Berlin statt findende große Aids-Gala mit Moderator "Loriot" Vicco von Bülow mit ins Leben gerufen. Ihre engste Freundin, die Autorin Inga Griese-Schwenkow, wird sie mit einem Nachruf ehren. Zu den rund 1000 Gästen aus Politik, Unterhaltung und den Teilnehmern des von heute an bis zum Sonntag in Berlin stattfindenden Aids-Kongresses zählt auch die Grimme-Preisträgerin Felicitas Woll, 24. Die Schauspielerin hat sich mit ihrer ARD-Serien-Hauptrolle in "Berlin, Berlin" in die Herzen von Millionen Fernsehzuschauer gespielt. Als weitere Gala-Gäste angesagt haben sich der SPD-Politiker Walter Riester, die CSU-Politikerin und Unternehmerin Dagmar Wöhrl, Grünen-Parteichef Reinhard Bütikofer, Film- und Fernsehproduzent Oliver Berben, die Schauspieler Jürgen Vogel, Nikolai Kinski, Alexandra Kamp sowie Star-Koch Ralf Zacherl.

Der Preis für Nelson Mandela ist bereits auf dem Post-Weg nach Johannesburg. Der populäre Friedensnobelpreisträger, erst kürzlich von den Lesern des Magazins "New African" zum "größten Afrikaner aller Zeiten gekürt, kann leider aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Verleihung in Berlin teilnehmen. Für Zackie Achmat, den Vorsitzenden der südafrikanischen Aidskrankenorganisation TAC (Treatment Action Campaign) wird Klaus Wowereit die Laudatio halten.
http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/berlinboulevard/story701250.html
Prêt-à-porter im Raubtierlook
Pariser Luxus-Modehaus Celine eröffnet erste deutsche Boutique im Quartier 206 an der Friedrichstraße

Madonna, Gwyneth Paltrow und Sarah Jessica Parker haben eine, und auch Claudia Schiffer besitzt sie seit diesem Sommer: Die Rede ist von der Taschenkollektion Boogie Bag des französischen Modehauses Celine. Das Schwestermodell, die Lockbag, wurde dank Sharon Stone zum Verkaufsschlager.

Seit gestern hat das luxuriöse Label endlich auch eine eigene Adresse in Deutschland: Im Quartier 206 eröffnete Celine-Präsident Jean-Marc Loubier die Boutique: "Sicher, München ist gediegener, Hamburg snobistischer. Aber Berlin, das ist Tradition, Zukunft und Weltoffenheit in einem. So ist sie, die Celine-Frau", schwärmt der Franzose von der Hauptstadt und den Frauen. Vorbei die Zeiten, in denen die Berlinerinnen den Pariser Modeenthusiasten als die schlecht gekleidetsten Frauen Westeuropas erschienen: "Die Frauen hier sind kreativ, selbstbewusst und haben ihren eigenen Kopf, und so ziehen sie sich auch an. Sie werden Celine lieben", glaubt der Chef. In der mit Bronzeelementen und veredeltem afrikanischen Wengeholz gestalteten Boutique dominieren Elfenbein- und Brauntöne. Auf 100 Quadratmetern werden Accessoires wie Taschen, Schuhe und Brillen sowie feminine Spitzenkleider, edelste Kaschmir-Pullover, elegante Pelzstolen und sexy Leopardendrucke präsentiert.

Die aktuelle Kollektion des Designers Michael Kohrs ist zugleich seine letzte für Celine: Kurztrenchs aus rosa Satin, Hosenanzüge aus Tweed und immer wieder Raubtierlook auf Jacken, Taschen und Schuhen. "Die Kollektion ist eine Hommage an den Film ,Eine Amerikanerin in Paris'", sagt Boutiquechefin Maria Napral, vielen Herren der Hauptstadt gewiss als elegante Beraterin von Herrenausstatter Selbach in guter Erinnerung. Von Oktober an entwirft dann Roberto Menichetti, früher Designer bei Jil Sander, für Celine. "Aber unser weibliche Rundungen elegant betonender Stil bleibt", verspricht Loubier. "Ich liebe den französischen Touch: Sehr, elegant sehr feminin und superbequem", schwärmte Schauspielerin Martina Gedeck im langen schwarzen Abendkleid mit weißer Nerzjacke. Kollegin Gesine Cukrowski trug ein Pantherkleid zur beigen Kurzjacke und fand: "Celine passt perfekt zu mir, extravagant und elegant zugleich."
 

·
neutrum
Joined
·
3,198 Posts
Discussion Starter · #40 · (Edited)
http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/berlinboulevard/story701252.html

... misc ...
Das Metier Fernsehen lässt sie einfach nicht los: Barbara Groth (58), fünf Jahre lang Intendantin des SFB-Fernsehens (1998-2003) und damit die erste Frau an der Fernseh-Spitze einer öffentlich-rechtlichen Anstalt in Deutschland, trifft sich jetzt mit Prominenten vor der TV-Kamera. In der RBB-Sendung "Berlin/Brandenburg privat" (heute um 23.40 Uhr) begleitet sie Schauspieler Dominic Raacke dorthin, wo sich der Münchner in Berlin am liebsten aufhält - am Potsdamer Platz. "Der erinnert ihn an New York", sagt Barbara Groth, die in der kommenden Woche zur gleichen Zeit Entertainerin Dagmar Frederic nach Eberswalde begleitet, wo sie als Tochter eines Tierpark-Direktors aufgewachsen ist.


Heute läuten für Gesine Schwan, 61, Präsidentin der Frankfurter Europa-Universität, die Hochzeitsglocken: Um 15 Uhr findet für die ehemalige Bundespräsidentschaftskandidatin in ihrem Heimatbezirk Zehlendorf die Trauung mit Peter Eigen, 66, statt.

Bei Opernstar René Kollo , der sich in seiner knappen Freizeit mit Leidenschaft an den Kochherd stellt ("kochen entspannt mich wunderbar") blieb gestern die Küche kalt. Der Wagner-Tenor gehörte zu den Premierengästen des neuen Show-Programms "Köche - Krone - Kritiker" in Hans-Peter Wodarz' Restaurant-Theater "Pomp Duck and Circumstance" am Gleisdreieck. Für das Spektakel mit Show und Spitzengastronomie hat Pomp-Chef Wodarz mehr als zwei Dutzend Nationalitäten in seinem Team. Angesagt hatten sich gestern Abend auch Schulsenator Klaus Böger mit seiner Frau Angelika, Caroline Beil, Adlon-Direktor Jean K. van Daalen mit Ehefrau Marylea, "Mary"-Entertainer Georg Preuße und Ilja Richter.

***

Der ägyptische Regisseur "Yousry Nasrallah" ...

... kommt zur Präsentation des Arte-Zweiteilers "Das Tor zur Sonne" ins Haus der Kulturen.

Grit Böttcher

kommt aus München zu einer Veranstaltung des Deutschen Tierhilfswerkes am Alexanderplatz.
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/373483.html
Very british
Mit den "Prenzlauer Gärten" soll ein Stück London in Berlin entstehen.

62 Häuser für Familien nach englischem Vorbild
Prenzlauer Berg

PRENZLAUER BERG. Mitten in der City entstehen Reihenhäuser mit kleinen Gärten. Das Gelände der alten Schneider-Brauerei an der Greifswalder Straße soll zu einem Stück London in Berlin werden. 60 so genannte Townhouses sollen entstehen, dazu 50 Appartements in vier Torhäusern. Baubeginn auf dem 21 000 Quadratmeter großen Areal zwischen Greifswalder Straße und Straße am Friedrichshain soll Anfang 2005 sein. Investor für das 38 Millionen Euro teure Projekt ist die Asset-Firmengruppe. Diese hat in Berlin bereits eine denkmalgeschützte Wohnanlage in Adlershof saniert und die alte Wollgarnfabrik in Friedrichshain zu Wohnzwecken umgebaut.

Very british präsentieren sich die Townhouses - dreigeschossige Reihenhäuser, getrennt durch eine kleine Zufahrtsstraße. "Wir haben uns an vergleichbaren Siedlungen in London orientiert", sagt Architekt Stephan Höhne, der mit seinem Büro die neue Wohnanlage geplant hat. Wie in Großbritannien üblich wurden die Häuser als geschlossener Komplex entwickelt - Fassade und Eingangsbereich sind gleich. "Im Unterschied zu den geplanten Townhäusern auf dem Friedrichswerder, wo jedes Haus individuell gestaltet ist, haben wir die städtebauliche Gesamtsituation betont", sagt Höhne. An England erinnere auch der typische Eingangsbereich: Kleine Vorgärten, Außentreppen führen ins Haus. Daneben ist die Einfahrt zur Garage. Hinter den Häusern befinden sich dazugehörige Gärtchen. Deren Größe reicht von winzigen neun Quadratmetern bis zu fast 160 Quadratmetern.

Auch die Häuser bieten unterschiedlich Platz - mit Wohnflächen von 110 bis zu 290 Quadratmetern. Letztere, Palais genannt, sind so groß wie zwei der kleineren Townhouses. "Ist der Bedarf dafür nicht da, können wir flexibel reagieren - dann werden eben mehr der kleineren Häuser gebaut", sagt Architekt Höhne.

"Prenzlauer Gärten" hat die Asset ihre Anlage genannt. Denn die Häuser entstehen zwar im Stadtzentrum, aber dennoch ruhig gelegen und im Grünen. Denn das alte Brauereigelände befindet sich hinter der Bebauung an der Greifswalder Straße und der Straße am Friedrichshain. Das Gebiet, auf dem sich früher auch ein Vergnügungspark mit bis zu 10 000 Sitzplätzen befand, blieb nach 1945 weitgehend ungenutzt. Lediglich das verfallene Fabrikgebäude und viele alte Laubbäume gibt es dort noch. Das Grün wird in die Wohnanlage integriert. Die Brauerei selbst soll in einem zweiten Bauabschnitt denkmalgerecht saniert werden, sagt Architekt Höhne.

Insbesondere junge Familien möchte Ingo Damaschke, Vorstand der zur Asset-Gruppe gehörenden Prenzlauer Gärten Grundbesitz AG, mit dem Wohnprojekt ansprechen: "Prenzlauer Berg ist schließlich das geburtenreichste Gebiet Berlins", sagt er hoffnungsvoll.
http://www.tagesspiegel.de/newsticker/berlin/artikel.asp?60640
Zweite Zaren-Rallye startet am Sonntag in Berlin
Berlin/Moskau (dpa/bb) - Die zweite Zaren-Rallye von Berlin nach Moskau und zurück startet am Sonntag in der deutschen Hauptstadt. An ihr beteiligten sich 18 Fahrer aus neun Nationen mit Oldtimern, teilten die Veranstalter am Freitag in Berlin mit. Die Fahrt führt durch Polen, Litauen, Lettland und Estland nach Moskau, das am 10. September erreicht werden soll. Der Rückweg von der russischen Hauptstadt gehe über die Ukraine, Polen, die Slowakei, Österreich und Tschechien. Die Gesamtstrecke beträgt etwa 6000 Kilometer.
http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/feuilleton/story701240.html

Motörhead-Boss Lemmy Kilmister nimmt in Berlin eine Soloplatte auf

Von Olaf Neumann

Die Begegnung mit dem Urviech des Heavy Metal ist eine Erfahrung der dritten Art. Monströse Warzen, weiße Cowboystiefel, eisernes Wehrmachtskreuz - das sind die Markenzeichen des schönsten aller Scheusale Ian Kilmister, besser bekannt als Lemmy.

Der Schwächeanfall von 2001 scheint vergessen, die Metalmaschine Lemmy läuft wieder auf Hochtouren. In Berlin schraubt Motörhead-Chef gerade an seinem ersten richtigen Soloalbum, unterstützt von der Berliner Band Skew Siskin, dem kultigen Reverend Horton Heat und den Punk-Pionieren The Damned. Und mit dem aktuellen Album "Inferno" im Gepäck haben Motörhead gerade alle großen Festivals beglückt. Heute drehen sie beim Festival "Werner - Das Rennen" die Verstärker (...)

http://www.meinberlin.de/sixcms/detail.php?template=detail_ticker_boulevard&text=60024
Zahlreiche Konzerte mit Anna Netrebko in Deutschland
Berlin (dpa) - Die DEAG Classics AG hat mit der russischen Opernsängerin Anna Netrebko einen Vertrag bis 2007 für Konzert- und Open-Air-Veranstaltungen abgeschlossen. Die ersten Konzerte sind im Dezember in München, Mannheim und Hamburg geplant.

Im April 2005 sollen eine Deutschlandtournee sowie im Sommer Open-Air-Konzerte folgen, kündigte die DEAG Classics AG, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der DEAG Deutsche Entertainment AG, in Berlin an.

Die Operngala «Italienische Nacht» kommt nächstes Jahr mit Renée Fleming und Ramón Vargas wieder in die Berliner Waldbühne und geht erstmals unter freiem Himmel auch in Schwetzingen über die Bühne. Außerdem gastieren die Berliner Philharmoniker unter Sir Simon Rattle mit einer «Französischen Nacht» in der Waldbühne. Solisten sind die Pianistinnen Katia und Marielle Labèque. Vicco von Bülow alias Loriot wird am 20. März 2005 in der Berliner Philharmonie eine konzertante Aufführung von Leonard Bernsteins «Candide» mit dem Deutschen Symphonie-Orchester präsentieren.

Der Bereich der Eigenproduktionen werde ausgebaut, teilte DEAG Classics mit. Im Herbst dieses Jahres gehe erstmals der Berliner Wintergarten auf Tournee. DEAG Classics habe in der vergangenen Woche außerdem einen internationalen Wettbewerb der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten zur mehrjährigen Organisation eines großen Barockfestes im Schloss Charlottenburg in Berlin gewonnen, teilte das Unternehmen mit. Am ersten Juli-Wochenende 2005 würden Zehntausende Besucher zum «Fest für Charlotte» mit Artisten und einer Aufführung der Barockoper «Die Feenkönigin» nach Henry Purcell erwartet.
 
21 - 40 of 548 Posts
This is an older thread, you may not receive a response, and could be reviving an old thread. Please consider creating a new thread.
Top