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Discussion Starter #1 (Edited)
Projekt: Johann-Jacobs-Haus
Straße: Obernstraße
Bauherr/Vermarkter: Joh. Jacobs & Co. AG & Co. KG
Architekt: Felgendreher Olfs Köchling
Eckdaten:
- Abriss: Johann-Jacobs-Haus plus Nachbargebäude
- Neubau: Johann-Jacobs-Haus
- Freifläche: Hof mit Aufenthaltsqualität zwischen Langenstraße und Obernstraße

Visualisierung:



Quellen:
https://www.kreiszeitung.de/lokales/bremen/stolz-alten-bremer-7407707.html
https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-Hinterhof-wird-zum-JacobsHof-_arid,1547439.html
 

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Das Kontorhaus am Markt gehört jetzt endlich Christian Jacobs. Dieser will ja in die Bremer Innenstadt investieren und sie näher an die Weser heranrücken. Eines seiner Projekte, die zu diesem Ziel führen sollen, ist ja der Jacobs-Hof als Verbindung zwischen Obernstraße und Langenstraße - ein anderes nun, das Kontorhaus umzubauen. Jacobs will unter anderem die Treppen entfernen und einen gesamten Durchgang auf Straßenniveau zu schaffen, um Besucherströmen den Durchgang durch das Kontorhaus atrraktiver zu gestalten. Außerdem soll das Gebäude insgesamt renoviert werden. Ich habe auch mal etwas von der Rekonstruktion einiger historischer Giebel gehört, aber weiß leider nicht, ob das nach wie vor geplant ist.

https://www.kreiszeitung.de/lokales/bremen/jacobs-kauft-kontorhaus-9693351.html

Für die Innenstadt ist das Engagement des Herrn Jacobs meiner Meinung nach zu begrüßen. Die bessere Verbindung zur Weser könnte die gesamte Innenstadt attraktiver gestalten. Einhergehend mit der geplanten Minimierung der Barrierewirkung der Martinistraße könnten interessante neue Wege entstehen.
 

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Sehr gut!, jede Maßnahme in der Langenstraße ist eine gute für die Altstadt, man kann sich heute gar nicht mehr vorstellen, dass dies die "Prachtstraße" Bremens war noch vor 100 Jahren. Der Sprung an die Weser idealerweise mit Rückbau der Martinistraße und weiteren Abrissen der übelsten Bausünden an ihrer Nordseite muss unbedingt gelingen. Eine weitere Wegeverbindung etwa auf Höhe der Stadtwaage gen Weser durch den jetzt als Parkplatz genutzten Innenhof dort etwa wäre super.

Ich glaube, Jacobs hat da durchaus einige gute und sinnvolle Ideen.
 

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Nun hat auch der Abriss des Jacobsstammhauses in der Obernstraße begonnen. Ich mochte den Altbau ja ganz gerne, ein schönes Beispiel für den fast noch Art-Deco-inspirierten sehr frühen Wiederaufbau mit einer ganz eigenen Qualität, aber nun gut:

https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-abrissarbeiten-am-jacobshaus-haben-begonnen-_arid,1718579.html
Oh nein! :(

Ich dachte, das ließe sich noch abwenden. Wäre sehr gut, wenn jemand den tollen Altbau aus den 50ern nochmal ausführlich ablichtet und hier einstellt. Hätte man doch einfach den schrottigen Nachbarbau von Görtz aufgekauft und ersetzt...

Bei Bremen kann man oft wirklich nur den Kopf schütteln, sorry.
 

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Ja, ich habs schon oft geschrieben und schreib es auch nochmal: Ich finds auch schade, gerade dieser:



Viererblock hat einen ganz zweifellosen ästhetischen und architekturhistorischen Wert als charakteristischer früher Wiederaufbau, der überall in der Altstadt bis etwa 1955 auch durchaus überzeugende Ergebnisse zeitigte. An dieser Stelle ermöglicht er auch einen halbwegs gelungenen Übergang vom historischen Marktplatzumfeld mit erhaltener oder rekonstruierter Architektur und der späteren und ästhetisch deutlich weniger überzeugenden Architektur der mittleren und westlichen Oberstraße.

Die Sandsteinreliefs über dem Erdgeschoss



sollen aber erhalten und auf den Neubau transloziert werden, sie stellen die verschiedenen Schritte der Kaffeeernte und -produktion dar und werden über dem seitlichen Eingang vollendet. Davon finde ich aber gerade kein Foto mehr, obwohl ich es ebenfalls fotografiert hatte.
 

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Beim neuen Jacobs-Haus bin ich nicht so überzeugt, dass es sich hier um eine Verbesserung handeln wird. Der Neubau wirkt irgendwie klobig und ungelenk, aber es gibt bislang meines Wissens auch nur eine Visualisierung. Ich fand die beiden abgerissenen Häuser eigentlich sehr gelungene Beispiele für die frühe Wiederaufbauarchitektur, selbst schon wieder auf dem Weg zum Klassiker. Die Gesamtidee von Herrn Jacobs ist aber sehr gut und wichtig, die Verbindung von Obern- und Langenstraße, die Stadtwaage erlebbar machen, die Wiederherstellung der Langenstraße als ehemaliger "Hauptstraße" Bremens und die Zuwendung Bremens Richtung Weser. Neben dem bereits gekauften Kontorhaus wird Herrn Jacobs auch Interesse am Pressehaus nachgesagt, das ebenfalls wie ein grauer, überdimensionierter Block die Kernstadt von der Weser abschirmt. Insgesamt ist Herr Jacobs von allen Investoren sicherlich derjenige mit dem klarsten Blick auf Bremens Geschichte und ihren Wert für die Gegenwart. Vielleicht hat er noch was Interessantes in der Pipeline.
 

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Zweitplatzierte Entwürfe Jacobs-Hof

Guten Abend,

gerade habe ich zwei im Wettbewerb zweitplatzierte Entwürfe für den Jacobs-Hof in der Obernstraße gefunden, die ich noch nicht kannte und ich denke, ihr auch nicht. Alleine den ersten muss ich euch schon aus dem Grunde zeigen, dass ich ihn absolut fürchterlich finde. So etwas gehört meiner Meinung nach beim besten Willen nicht in die Obernstraße:



Auch den hier kannte ich noch nicht:



Schon deutlich besser erträglich, vielleicht auch gerade, da deutlich zurückhaltender, jedoch auch irgendwie einfallslos. Für mich ist der Entwurf, der jetzt verwirklicht wird, von allen der beste. Was meint ihr?

Bilder von dieser Webseite: http://www.huebschen-knigge.de/projekte/
 

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Ganz deiner Meinung, die gehen beide gar nicht. Der bogenförmige Durchgang von Felgendreher, Olf, Köchling ist sogar noch ganz nett anzusehen, aber an der Stelle völlig deplatziert. Anstatt den Brückenschlag von der Obernstraße zur Langenstr. zu schaffen, trennt der Gang eher ab.
 

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Johann Jacobs gibt Details zu seinen Umbauplänen für das Quartier um die Langenstraße zwischen Stadtwaage und Kontorhaus am Markt bekannt. Das Vorhaben ist noch umfassender als zumindest mir bislang bekannt - mit dem neuen Jacobshaus, das die meisten hier im Forum eher kritisch sehen (zumindest architektonisch, der wirtschaftliche und touristische Gewinn steht hingegen außer Frage), dem Schaffen eines gastronmomisch genutzten Innenhofs zwischen Stadtwwage und Obernstraße und der Ebnung des Durchgangs im Kontorhaus am Markt soll es das noch nicht gewesen sein. Nein, Jacobs will das komplette Quartier aufwerten und plant Folgendes:

- ein modernes Bürogebäudeensemble auf dem Grundstück des Essighauses
- Rekonstruktion der kompletten Essighaus-Fassade zur Langenstraße
- Rekonstruktion eines weiteren Giebels zur Langenstraße
- einheitlich gestaltetes Stadtmobiliar nach historischem Vorbild (Beleuchtung, Straßenschilder etc.)

Das soll dann so aussehen:







Was für ein tolles Projekt - endlich mal Rekonstruktion für Bremen! Das magische Wort tauchte ja bereits in dem ein oder anderen Zeitungsartikel in Verbindung mit Jacobs auf, aber mittlerweile mochte ich gar nicht mehr so recht hoffen.
Was man auch nicht vergessen darf, aber schon bekannt ist, ist die geplante Giebel-Rekonstruktion für das Kontorhaus am Markt (ebenfalls auf der Seite zur Langenstraße)

In der Langenstraße ist Rekonstruktion besonders sinnvoll, da dort ja noch vereinzelt historische Giebel stehen und so mit wenig Aufwand ein historisches Straßenbild wieder zum Leben erweckt werden kann. Das Motto "Am Handlauf zur Weser", das Jacobs ja schon länger bewirbt und das ein wenig den Rahmen Jacobs' Engagements definiert, scheint mir auch durchdacht, denn die Langenstraße kann zu einer wichtigen Achse werden, die die Obernstraße und den Marktplatz mit der Weser verbindet - wer will schon durch die Pieperstraße?
Wir können Jacobs wohl nur dankbar sein, denn ich denke, auf andere Weise wäre so ein Projekt in Bremen kaum möglich. Ich hoffe, daraus wird etwas! Dafür spricht jedenfalls, dass Jacobs sich genau wie Zech als Bremen-Fan gibt, der derartige Projekte hauptsächlich aus Verbundenheit zur Stadt entwickelt. Und auch beim Jacobs-Haus ging ja alles recht schnell. Mit diesem Projekt soll es aber noch zwei Jahre bis zum Baubeginn dauern.

Quelle: https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-brueckenschlag-zur-weser-_arid,1763729.html
 

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Ja, das ist ne ganz, ganz große Sache. Genau wie Du habe ich ja auch die ganzen Jacobs-Artikel zum Balgequartier immer durchsucht nach Hinweisen... es war immer klar, dass da noch was kommt. Als er nach der Stadtwaage auch noch das Kontorhaus gekauft hatte, dachte ich, na gut, das war's dann vielleicht, wäre schön, wenn er die beiden Giebel rekonstruiert.

Und nun das: Supergeile Sache und genau das, was wir ja immer gehofft hatten, dass da noch was kommt. Meine Hoffnung, dass da etwas mit dem Essighaus passiert, war aber dadurch geschmälert, dass die Factoring Bank das erst kürzlich renoviert hatte.

Man kann gar nicht einschätzen, wie wichtig und gut diese Sache für Bremen ist. Natürlich kann man ein bisschen meckern ob der Massivität des Neubaus und diese Staffelgeschosse wirken ebenfalls sehr massiv. Aber das sind alles Petitessen in Anbetracht dessen, was da nun geplant ist. Eine der wirklich ganz großen Weserrenaissance-Fassaden steht 80 Jahre nach ihrer Zerstörung wieder auf. Unglaublich, das alles. Und witzig, dass nun nach Ludwig Roselius mit der Böttcherstraße erneut ein mit Kaffee reich gewordener Unternehmer sich so für Bremen engagiert. Dem Kaffee hat die Stadt sehr, sehr viel zu verdanken.
 

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Dann hoffen wir mal, dass Zech sich Jacobs' Pläne mal genauer anschaut und durch den Kopf gehen lässt. Auch, wenn Zechs Umbaupläne das entsprechende Grundstück tangieren, bleibt eine Rekonstruktion des Verwaltungsgebäudes des Norddeutschen Lloyds natürlich unrealistisch (wenn auch überaus wünschenswert ;) ). Zur Obernstraße hin, wo jetzt dieser gruselige Karstadt-Anbau ist, den Zech umgestalten möchte, könnte ich mir aber ganz gut eine historisierende Fassade vorstellen, das wäre vielleicht auch noch realistisch.

Wie auch immer, ich begrüße die Pläne für das Balge-Quartier und hoffe, dass daraus ein Anstupser für ähnliche Projekte wird. Für die Langenstraße fände ich es toll, wenn sie wieder zu einer wichtigen Einkaufs- und/oder Touri-Meile aufstiege. Das Potenzial dazu ist auf jeden Fall da und Jacobs wird einen großen Teil davon freisetzen. Es ist schon seltsam, dass die nicht gerade langen Sögestraße und Obernstraße fast alles sind, was eine Halbmillionenstadt wie Bremen an innerstädtischen Einkaufsmeilen zu bieten hat. Wenn die Entwicklung so weitergeht, könnte die Bremer Innenstadt aber doch noch um das Jahr 2030 zu einem Muss für jeden Shoppengeher zwischen Emden und Walsrode werden - und somit Dodenhof, Weserpark und Waterfront erstmals echte Konkurrenz machen. ;)
 

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Wow, das ist wirklich mal ein Glücksfall für die Innenstadt.
Nicht nur, dass es die ganze Langenstraße wieder neu zum Leben erwecken wird, auch touristisch gesehen ganz wichtig so eine Rekonstruktion.
Ich hoffe das wird ein echter Hingucker.
Ab Sonntag startet dann ja auch noch die Ideenmeisterschaft für die Innenstadt, da kann man ebenfalls gespannt sein ob und wie die Pläne von Jacobs das beeinflussen.
Ich könnte mir schon vorstellen, dass Jacobs und Zech sich da im Vorfeld austauschen und abstimmen, denn wenn da ein stimmiges Gesamtbild entsteht kommt das allen zu Gute.
 

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Balge-Quartier: Links

Das Balge-Quartier-Projekt von Jacobs ist ein sehr großes und für die Innenstadt wegweisendes Vorhaben. Hier im Forum fand es bislang keine der Größenordnung und der Bedeutsamkeit angemessene Beachtung. Das mag daran liegen, dass im Konkurrenzforum Stadtbild Deutschland eine überaus lebhafte und kontroverse Diskussion läuft und man nicht unbedingt dieselben Inhalte hier alle noch mal braucht.
Deshalb möchte ich an dieser Stelle, anstatt noch mehr Details zu dem Projekt zu posten, auf die "Konkurrenz" verweisen, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob das hier so gerne gesehen ist. Ich kann denjenigen, die sich für das Projekt interessieren, jedenfalls nur folgenden Link ans Herz legen: https://www.stadtbild-deutschland.org/forum/index.php?thread/7975-bremen-rekonstruktion-der-fassade-des-essighauses-im-balgequartier/
Dort schreibt übrigens auch unser Forumskollege Heinzer lesenswerte Beiträge! ;)

Für einen schnellen Eindruck und ein paar Rahmendaten eignet sich auch noch diese Werbeseite: https://www.grow-werbeagentur.de/projekte/balgequartier-bremen/
 

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Balge-Quartier: eigene Internetseite

Das Balgequartier hat endlich eine eigene Internetseite mit umfassenden Informationen zu den einzelnen Gebäuden, die geplant sind, und einem schönen Überblick über das Projekt. Zu jedem einzelnen Projekt gibt es auch eigene Broschüren, die man sich als PDF-Dateien herunterladen kann.

https://balgequartier.de/

Ich möchte hier nun mal ein paar neue Bilder von der Seite vorstellen:

Die Übersicht - interessant, dass man das "Justus-Grosse-Haus" noch einmal gesondert betrachtet und es nicht als Teil des Kontorhauses sieht:



Das geplante neue Jacobs-Haus:



Die Fassade des neuen Essighaus-Komplexes zur Langenstraße - auf der Seite findet sich ausschließlich die Version ohne Translozierung des Sonnenapotheken-Giebels:



Das Kontorhaus - hier werden zwei Giebel rekonstruiert:



Noch einmal ein Bild des Innenhofs, auf dem man die Fassadengestaltung des Essighausgrundstück-Neubaus gut erkennen kann:



Nun noch einmal meine Meinung zu dem ganzen Projekt:
Ich sehe es insgesamt als großen Gewinn für Bremen, da es zum Teil nur leichte, zum Teil auch deutliche architektonische und städtebauliche Aufwertungen zur Folge haben wird - ganz sicher aber eine massive touristische und wirtschaftliche Aufwertung der gesamten Altstadt.

Zum Johann-Jacobs-Haus:
Hier wurden zwei ansehnliche Gebäude des frühen Wiederaufbaus abgerissen, die mit den beiden ähnlichen Gebäuden links von ihnen ein schönes kleinteiliges Ensemble gebildet haben, das Teil des Charakters der vorderen Obernstraße war. Wir bekommen nun ein zwar ähnlich hochwertiges und schön gestaltetes Gebäude mit netten Abstufungen und schönen Fensterbögen - das sich aber nicht ganz so gut einfügt, da es von der Form und besonders den Höhen der umliegenden Gebäude stark abweicht und einfach nicht mehr so kleinteilg, man möchte fast sagen: ein Klotz ist. Dafür gibt es den Blick zur Stadtwaage und zum neuen Jacobs-Hof frei, was ich wiederum positiv sehe. Auch werden einige Fassadenelemente des alten Gebäudes integriert. Zusammen mit der Aufwertung durch geplante Gastronomie reicht das in der Summe für mich, dass ich dieses Vorhaben gut und gerne so akzeptiere.

Zum Essighaus-Komplex:
Hier kann man sich über die Architektur trefflich streiten: Noch viel extremer wird hier altstädtische Kleinteiligkeit aufgegeben für einen wirklich massiven modernen Neubau - der in der Innenstadt einer Halbmillionenstadt aber auch alles andere als fehl am Platz ist und sich zudem zumindest durch die Wahl des Fassadenmaterials gut einfügt. Die Fassade selbst ist für mich halbwegs in Ordnung: zum Teil nur einfallsoses Raster, aber auch ein ganz leichter Hauch von Landesbank-ähnlichem Backsteinexpressionismus. Dafür bekommen wir aber die Essighaus-Fassade von Jacobs quasi geschenkt, die eine neue Sehenswürdigkeit (!) wird und gemeinsam mit den anderen Giebeln für ein schönes, nicht mehr ganz so uneinheitliches und unterbrochenes Altstadt-Flair in der Langenstraße sorgen wird. Zusammen mit den vielen neuen Büroflächen und hoffentlich einer lebendigen Nutzung des Erdgeschosses bringt das Projekt sicher auch viel Leben in diese bislang unbelebte Ecke. Insgeamt überwiegen hier für mich die positiven Argumente.

Zum Schluss das Kontorhaus:
Hier sehe ich nur Positives: endlich eine höhere Besucherfrequenz, die nicht mehr durch die vielen Treppen abgeschreckt wird, zudem die beiden rekonstruierten Giebel. Einfach klasse.

Insgesamt überwiegt für mich bei diesem wirklich vielfältigen Projekt das Erfreuliche ganz klar und ich freue mich auf ein belebtes Balgequartier statt uninteressanter Hinterhöfe - und natürlich auf die Essighaus-Fassade! :)
 

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Danke, Bremennorder, dass Du das Thema hier so hochhältst... mich wundert die geringe Resonanz hier auch etwas. Über jeden mäßigen Klotz in der Überseestadt entstehen hier tlw. ausladende, interessante Diskussionen - und über so einen Kracher, eine Zeitenwende für die Bremer Innenstadt gibt's nur ein paar müde Likes.

Ich weiß nicht, ob hier allen klar ist, was das für Bremen bedeutet, das Projekt. Eine Riesenverbesserung für einen absolut zentralen Bereich der Altstadt, der Bremen mehr als jedes Zechprojekt attraktiver machen wird für Touristen und Einheimische, allein das ein Schattendasein führende Kontorhaus wird durch die ebenerdige Gestaltung und die beiden rekonstruierten Giebel profitieren, dann als absoluter Weltklassekracher die Essighausfassade!

Mir wie gesagt ein Rätsel, wie wenig hier im Forum (und in der Stadt selbst, außer ein paar Weserkurierartikeln) darüber geredet wird. Dabei aus meiner Sicht das wichtigste Ding für Bremen seit langer, langer Zeit, wichtiger als 30 zu niedrige VIEWs ;). Als erstes mal ein eigener Strang. Ick mach den gleich auf.
 

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Da fühle ich mich mal angesprochen Heinzer, in der Tat habe ich die Dimension bzw. die Auswirkungen bis jetzt nicht so gesehen wie du.

Du hast Recht was die touristische Auswirkung angeht, die kommen bestimmt nicht wegen des Europa Quartiers oder der Zechbauten am Europahafen sondern gerade die asiatischen Touristen wollen Altstadt. Wenn das Ding fertig ist kann man Bremen bestimmt nochmals besser dort vermarkten und in deren "3 Tage - 15 Städte- Tour" einbauen. :lol:
Ein bisschen war ich auch von dem anderen Forum, wo du ebenfalls aktiv bist eingeschüchtert. Da fallen ja Begriffe, meine Güte, da kann ich nur durch den Türspalt schauen und dann schnell wieder raus, wenn der Kuchen redet haben die Krümel Pause.

Aber hier sidn wir ja unter uns, da kann man das Ganze bestimmt ein wenig für den Mainstream behandeln ohne die ganzen Rekonstruktions-Fans und - gegner in aufgeladenen Diskussionen welcher Giebel wann wo und wie stand und warum das jetzt alles Mist oder super ist.
 

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Klar, dass sich da im Stadtbild-Forum auch Freaks tummeln ;), da geht es sehr schnell in Details und es entsteht, wie überall, wo Menschen mit deutlichen Meinungen zusammenkommen, auch viel Streit.

Trotzdem glaube ich auch als Freund moderner Architektur, dass Bremens Altstadt noch nicht fertig ist und hoffe, dass beim jetzt anstehenden Umbau Rücksicht genommen wird auf alte Wegebeziehungen, Kleinteiligkeit, Mischnutzung und auch klassische, regionale Architektursprache.

Es wird ja sehr gerne von einer Unvereinbarkeit von architektonischer Moderne und klassischer Architektur gesprochen, ich sehe das gar nicht zwingend so und glaube, dass für einen neuen Stadtteil wie die Überseestadt natürlich auch eine moderne Formensprache adäquat ist. Im Kernbereich der Bremer Altstadt allerdings finde ich, dass Klötze wie der Kaufhof und die seelenlose Ödnis der westlichen Obernstraße mit ihrem unattraktiven Sammelsurium aus allen Epochen der Nachkriegszeit nicht die Zukunft sein kann.

Ich finde, man kann anhand der Architektur die Problemzonen der Innenstadt erkennen: Dort, wo es hässlich ist, läuft es auch nicht, also Hutfilterstraße, alles westlich des Brills, der Straßenbahnbogen östlich des Schüsselkorbs bis zum Gerichtsgebäude, Knochenhauerstraße, Pelzerstraße, die ganze Ödnis um den Platz zwischen C&A, Kaufhof, Lloydhof und "Bremer Carree".... es ist einfach keine Astrophysik, das mit den attraktiven Stadträumen und schöner Innenstadtarchitektur. Meine Befürchtung ist einfach, dass Zech da im Rahmen dieser Riesenchance einfach nur die alten Fehler zeitgemäßer wiederholt, dabei wäre es wirklich einfach, wenn sich Investor und Architekten mal aus diesem Modernitätszwang lösen würden und nicht schon Übelkeit bekämen, wenn jemand das Wort klassische Architektur in den Mund nimmt.

Ich frage mich zum Beispiel, warum so etwas wie die Burgplatzpassage in Leipzig nicht möglich sein soll in Bremen:


(Quelle: https://www.leipzig.de/news/news/das...tsbau-geplant/

Manchmal wirken Stadtplaner und moderne Architekten auf mich wie ein Kind, das zweimal denselben Fehler macht und -statt die Strategie zu wechseln- dann noch ein drittes Mal, und sich wieder wundert, warum es nicht klappt.
 
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