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BREMEN - BREMERHAVEN | Projekte & Meldungen - Projects & News

22506 Views 54 Replies 9 Participants Last post by  Bremennorder
Getreideverkehrsanlage wird verkauft

Lange Jahre war sie im Dornröschenschlaf, nun geschieht etwas. Der Senat der Stadt Bremen hat beschlossen, die Getreideverkehrsanlage, einen denkmalgeschützten Komplex beachtlichen Ausmaßes aus den Jahren 1914-16 (Vorderteil) und 1926-29 (hinterer, fensterloser Teil) aufgrund zunehmend hoher Instandhaltungskosten zu veräußern.

Das Ding sieht in natura so aus (Bild von der Homepage des Landesamts für Denkmalpflege Bremen):



oder so (wikimapia):



Im Vorfeld der Entwicklung des angrenzenden ehemaligen AG-Weser-Geländes (erst Space Park, jetzt Waterfront Bremen) gab es Ende der Neunziger schon einmal Planspiele für eine Umnutzung des riesigen Gebäudes (die Klinkerwand des hinteren Teils aus den Zwanziger Jahren soll zur Erbauungszeit die höchste und größte Klinkerwand der Welt gewesen sein), allerdings sind sie alle an der enormen Investitionssumme und der damals nochmals deutlich ungünstigeren Lage gescheitert. Mittlerweile hat sich nebenan sehr erfolgreich das Einkaufszentrum Waterfront mitsamt Hotel entwickelt und auch die sich gegenüber und nach Osten anschließende Überseestadt läuft ganz gut, so dass die Lage mittlerweile doch vielversprechender erscheint.

Die diesbzgl. Pressemitteilung ist im Hinblick auf mögliche Bieter und Konzepte etwas dürre, offiziell um den Prozess nicht zu stören, so dass da auch einfach eine Sanierung und Weiternutzung als Speichergebäude möglich bleibt.

Link zum Artikel des Weserkuriers:

http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-politik-wirtschaft_artikel,-Bremer-Getreideanlage-zu-verkaufen-_arid,1278232.html

Gerade mit dem älteren, wasserseitigen Vorderteil des Gebäudes könnte man verdammt viel machen, auch im Hinblick auf Wohnungen oder andere Nutzungen, Problem bleibt wohl der hintere Anbau, er hat weder Wasserlage und eine zwar interessante, weil sehr sachliche, zeittypische, aber leider fensterlose Fassade - und so viele Autos gibt es in ganz Gröpelingen nicht, um daraus nun ein Parkhaus zu machen, was auch immer mal geplant war.

Mal sehen, ob da was geht in Zukunft - könnte doch ein zusätzlicher Impuls für diesen bis jetzt etwas randständigen Teil der Überseestadt werden.
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Habe ich jetzt auch gelesen und kann dem Tenor weitgehend zustimmen, wenngleich ich doch etwas skeptisch wäre bei Hochhäusern auch im Stephaniviertel, wie sie die Arbeitsgruppe primär für sinnvoll hielte. Wichtig ist auf jeden Fall eine öffentliche Diskussion, um die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden und einen möglichst breiten Konsens in puncto Hochhäusern auf die Beine zu stellen.

Wo Hochhäuser sicher richtig gut passen würden, wäre in der Tat auf dem Gelände um die B75 vor der Weserbrücke (INBEV-Gelände, Hohentorshafen, Neustadtsbahnhof). Diese Situation ist städtebaulich sicher auch die interessanteste Stadteinfahrt nach Bremen (vielleicht minimal vergleichbar mit den Elbbrücken in HH) und könnte einige Hochpunkte gut vertragen. Richtung Rembertikreisel wäre ich auch eher zurückhaltend, weil dort eigentlich die Wiederherstellung der alten Stadtstruktur für mich wichtig wäre, die Grenze läge da für mich ziemlich genau bei der Rembertistraße (die ja auch jetzt in etwa die Grenze zwischen Bahnhofsvorstadt/Nachkriegsbebauung und Ostertor/alte Stadtstruktur darstellt).

Ich halte Hochhäuser auch nicht für per se sinnvoll, auch wenn eine solche Aussage in einem Architekturforum, das sich Skyscrapercity nennt, vielleicht seltsam klingt. Was ich meine, ist dass Hochhäuser nicht schon allein und für sich kritiklos toll sind, wie das hier manchmal anklingt, sondern immer geschaut werden muss, ob sie passen. Ein Projekt wie der Elbtower in HH z.B. ist einfach grandios, vom Ort her, von der Gestaltung und von der entstehenden Silhouette.... aber das muss man imho schon am Einzelfall festmachen. Ich denke, die Vorbehalte gegenüber Hochhäusern in Deutschland sind eben auch ganz entscheidend aus den schlechten Erfahrungen mit den Hochhaussiedlungen der 70er Jahre entstanden und sollten nicht als antimoderne Bedenkenträgerei diffamiert, sondern ernstgenommen werden. Auch die bereits existierenden Hochhäuser in der Bahnhofsvorstadt (Siemens-, Bundeswehr-, und besonders Tivolihochhaus) sind aus meiner Sicht nicht unbedingt Werbung für Hochhäuser, vorsichtig gesagt. Gerade das jetzt von der Bauverwaltung genutzte Tivolhochhaus ist mit dem gesamten Begleitkomplex und seinen seltsamen Hinter- und Innenhöfen sogar eher der Inbegriff der Unwohlfühlzonen, die der Städtebau der 60er und 70er en masse produziert hat, die vollgepissten Innenhöfe, die runtergerockten Erotikshops, der Leerstand.

Für die Bahnhofsvorstadt etwa sehe ich viel eher eine konsequente Erhöhung der Traufhöhe auf 6-7 Stockwerke mit einzelnen Hochpunkten bis 8-9 Stockwerke, ähnlich wie etwa das Dudlerding an der Ecke Bahnhofsstraße/Herdentorsteinweg als jetzt massiv weitere Hochhäuser zu bauen, abgesehen davon, dass ich auch gar nicht weiß, wo all der Büroraumbedarf plötzlich herkommen soll. Gerade die frühe Nachkriegsarchitektur der 50er (z.B. in der Bahnhofsstraße und am Breitenweg in diesem Bereich) hingegen weist durchaus Qualitäten auf, an die man anknüpfen könnte. Das geplante Hotel am Busbahnhof ist unbedingt zu begrüßen und könnte auch ruhig höher werden, aber Richtung Contrescarpe müssen es aus meiner Sicht eben nicht unbedingt Hochhäuser sein.

Zum Thema geplante und gescheiterte Hochhausprojekte unbedingt empfehlenswert ist übrigens auch das Buch "Für Bremen geplant und nicht gebaut" vom Bremer Zentrum für Baukultur (BZB) um den umtriebigen Eberhard Syring. Dort kommen die gescheiterten U-Bahnplanungen vor, ebenso wie das Musicon und auch der Promotionpark, auch ist von einem geplanten Büroturm für OHB die Rede... ganz viele interessante Sachen, wobei man (oder zumindest ich) sehr froh bin, dass einiges davon nicht gebaut wurde, wie etwa der monströse Bauhof am Rembertikreisel oder "Klein-Manhattan" auf dem Teerhof im übelsten 70er-Stil mit bis zu 20 Stockwerken. Vielleicht kriegt man das im bzb (im Speicher XI) sogar noch neu (ist von 2005 oder 2006, also noch praktisch ohne Überseestadt), sonst eben antiquarisch im Internet.
Für Bremen geplant, aber nicht gebaut

Diesmal gibt es einen etwas aufwendigeren Post von mir. Da die Themen sich mit anderen Threads überschneiden, habe ich alles hierzusammengefasst.

Der Weser-Kurier hatte April/Mai 2001 berichtet, daß das Siemenshochhaus aufgestockt werden soll. Bauherr war Zechbau. Irgendwie hat sich das dann aber zerschlagen. Die beiden Fotos stammen aus dem Weser-Kurier und waren lange auch die einzigen, die es zum Thema gab. Das Modell war vom Stadtplanungsamt.

Siemens-Aufstockung von Architekt Thomas Klumpp

Im Zuge dieser Aufstockung kam dann die allgemeine Hochhausdiskussion auf, ob und wo und wie… In diesem Zuge wurde dann Volkwin Marg um eine Einschätzung gebeten, seinerzeit Städteplaner aus Hamburg. Er nahm dann Bezug auf einen Wettbewerb von 1994 zum Güterbahnhof, der damals schon stillgelegt war. Eines der Ergebnisse war unter anderem ein Hochhaus-Ensemble auf dem Gleisdreick.



Im Fahrwasser dieser Diskussion entstand dann auch der Entwurf zum Postamt 5 mit dem Hochhaus. Dort sollte Radio Bremen mit Radio und Fernsehen einziehen, die sich dann aber doch für das ehemalige Saturn-Gebäude in der Faulenstraße entschieden haben. Die untenstehende Visualisierung kam etwas später, es gibt noch eine bessere, die ich auf die Schnelle nicht finden konnte (mit großem Radio-Bremen-Logo). Auch an der Uni sollte ein Hochhausgebaut werden, wieder war Zechbau der Bauherr. Der E-Com-Tower scheiterte aber am Stadtplanungsamt. Zechbau versuchte es danach noch mit einem weiterenHochhaus an anderer Stelle der Uni, aber auch dieses scheiterte.







Wie man sehen kann, gab es die Diskussion um Hochhäuser, genauso wie wir sie heute führen, schon einmal, um die Zeit 2000-2003. Damals aber mit dem Ergebniss, das von alledem nichts gebaut wurde und die Diskussion auch irgendwann im Sande verlief. Dieses Mal scheint es aber etwas ertragreicher zu sein, da bei einigen schon mit dem Bau begonnen wurde.

Heinzers Vorschlag, das Buch „Für Bremen geplant, aber nicht gebaut“, kann ich auch nur empfehlen. Dort sind aus 50 Jahren Projekte zusammengetragen, die in irgendeiner Weise nicht zustande gekommen sind: U-Bahn-Pläne(die teilweise sogar umgesetzt sind), Hochhäuser an den unmöglichsten Stellen (Sedanplatz Vegesack, Brill-Kreuzung),… Nach meinen letzten Informationen ist es aber ausverkauft, ein Nachdruck nicht geplant. Ein Tip wäre, es im Buchhandelmal zu versuchen, ob der Verlag das Buch nochmal nachdruckt. Denn ich weiß von einigen Leuten, daß die das Buch auch gerne hätten. Bei meiner Suche habe ich übrigens noch ein paar Projekte gefunden, die nicht im Buch sind, wie zum Beispiel die Transrapid-Planungen für Bremen, die sich über ein paar Jahre hinzog und dann einfach verschwunden ist.




2005 hat der damalige Bausenator Jens Eckhoff eine Liste mit 10 Flusspunkten veröffentlicht, mit Stellen, die sich für eine Bebauung eignen. Das Projekt hieß „10 in 10“ (10 Projekte in 10 Jahren). Jetzt, 13 Jahre später, kann man ja mal eine Bilanz ziehen, und siehe da, es sind einige Dinge abgearbeitet.




1 Weserbahnhof… steht heute der Weser-Tower
2 Stephani-Ufer… Bau wurde gerade abgeschlossen
3 Weserspitze… fehlt! Aber dazu gab es einen Entwurf voneinem Schweizer Architekten namens Meili. Bauherr war… Zechbau.

4 Kranhaus Schlachte… fehlt total! Nicht mal Entwürfe
5 Martinipforte… Steht heute das Atlantic-Hotel, dasgerade erweitert wird.
6 Weser-Tor… Kühne und Nagel bauen dort gerade den neuenBremer Firmensitz
7 Teerhof… fast komplett. Das Belugagebäude steht, ein Wohnhaus über der Garageneinfahrt ist wohl noch in Planung (Gildehaus LankenauArchitekten), aber ich glaube, es scheitert an den Eigentumsverhältnissen der Tiefgarage sowie an bautechnischen Problemen

8 Brautbrücke… fehlt komplett
9 Alter Rettungshafen… es gab mal einen Entwurf für 2niedrige Gebäude (2-3 Geschosse), der aber aufgrund von Anwohnerprotestenwieder verschwand („als ich das Haus hier gekauft habe, habe ich auch die Aussicht auf den Fluss mitgekauft“). Bis heute nichts Neues.
10 Kaiserarkaden… fehlt komplett. Aber irgendwie glaubeich, daß dort Bewegung reinkommen wird die nächsten 2-3 Jahre.

Einiges hat sich also getan am Fluss, sodass sich die Stadtsilhouette immer wieder verändert. Was die Neubauten in der Überseestadt angeht, wird dies sicher auch eine Erweiterung und Bereicherung der Silouette sein. Von der Schlachte aus wird fast nichts zu sehen sein, aber von der BGM-Smidt-Brücke kann man schon etwas erkennen. Ich hab noch ein paar Standorte gefunden für ein schönes Foto, wenn einmal alle Gebäude stehen. Ich hab den 120m-Tower mal drin gelassen, dieses Forum ist ja nicht nur für Mitglieder sichtbar, sondern wird auch mal von Nicht-Mitgliedern besucht. Vielleicht gibt’s da irgendwie irgendjemand, dem der Vorschlag gefällt und der die Idee weitertransportieren kann an die richtigen Stellen. Diesmal mit Lageplan und dem genauen Standort des Towers, so wie er sich auch auf den vorherigen Bilden darstellt.











Super, vielen Dank Foggia für deine Mühen. Ich kann leider die kleinen Vorschauen nicht anklicken und groß ansehen?

Dieser Aufsatz auf das Siemenshochhaus ist ja noch hässlicher als ich ihn in Erinnerung hatte, ein Glück dass es nie so weit gekommen ist.
Radio Bremen sieht nicht so schlecht aus.
An den E-Com Tower und vor allem an die beiden Hochhäuser, die an der Uni hinter dem Siemensgelände gebaut werden sollten kann ich mich noch gut erinnern. Während meiner Studienzeit stand an der Stelle sogar ein "Gerüstmodell" von 2 Türmen als Bauankündigung (Mini-WTC). Ich meine Zech hat in einem Interview sogar mal gesagt, dass sie die Baugenehmigung nach wie vor in der Schublade haben. Es gab ja auch die Debatte über Hochhäuser im Technologiepark, wo von vielen die Aussage kam "Forschung lässt sich nicht im 15. Stock betreiben!".
edit: Unicom Tower hiess das, habe noch ein Foto gefunden und auch das Zitat zur Baugenehmigung, was allerdings auch schon von 2010 ist:

Das könnte sich ändern. Justus Grosse und Zechbau, die seinerzeit die beiden Unicom-Gebäude errichtet, inzwischen aber verkauft haben, wollten dort in unmittelbarer Nachbarschaft ein fünfgeschossiges Bürogebäude und ein Hochhaus, den sogenannten Unicom Tower, bauen. Wegen der schwierigen Wirtschaftslage verschwanden die Pläne in der Schublade. Justus Grosse hat sich inzwischen aus dem Projekt verabschiedet. Aber Wolfrat Voigt von der Zech Immobilien GmbH sagt: "Auch wir spüren ein steigendes Interesse am Technologiepark Universität. Nach wie vor verfügen wir über eine gültige Baugenehmigung für ein Gebäudeensemble bestehend aus einem Hochhaus und einem fünfgeschossigen Gebäude." Man beobachte den Markt und die Flächennachfrage im Technologiepark weiter sehr genau. "Aktuell sind wir dabei, dieses Immobilienprojekt, bestehend aus mehreren Bauabschnitten, weiterzuentwickeln und zu strukturieren", sagt Voigt.
In einem anderen Thread hatte Heinzer als sehr guten Standort für einen Hochpunkt ja den Molenturm ausgemacht, laut Masterplan ist genau an der Stelle ja auch ein rotes Gebäude markiert. Wobei ich mich neulich, als ich von Richtung Pier 2 Richtung Landmarktower geschaut habe schon gefragt habe, ob der Platz an der Ecke überhaupt noch ausreicht.
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Ja, irgendwas hat da nicht geklappt. Ich hab die betreffenden Bilder ausgertauscht.
Nochmals und auch von mir herzlichen Dank, Foggia, für die Arbeit. An die Flusspunkte kann ich mich auch noch sehr gut erinnern, das war so 2007/2008 ein Riesenthema. Viel realisiert worden ist nicht, insbesondere um die Teerhofspitzenbebauung war es schade aus meiner Sicht. Gab sogar schon Weserkurierartikel dazu, wo dieses weiße Quaderdenkmal, das da steht, dann hinsollte.

Ein paar der Ideen sind dann in anderer Version umgesetzt worden wie jetzt das Stephaniprojekt. Aber genau diese Dinge lassen mich eben auch so skeptisch sein angesichts all dessen, was nun plötzlich gehen soll. Man sieht ja, wie weit die Planungen für viele der von Dir dokumentierten Projekte tlw. schon waren. Die Artikel lesen sich ja tlw. so, als sei alles schon gesichert und es gehe demnächst an die Umsetzung - und dann passiert eben einfach: nichts. Ein weiterer Punkt ist, dass ich angesichts der Visualisierungen vieler solcher Dinger aus den 90ern und frühen 00ern mittlerweile immer ganz froh bin, dass sie nicht gebaut wurden, auch wenn das natürlich auch wieder etwas fies ist.

Wen ein sehr umfangreicher und einmal jährlicher Rückblick auf aktuelle bauliche Entwicklungen interessiert, den sei auch ein Besuch der Homepage der Aufbaugemeinschaft empfohlen. Diese veröffentlichen einmal im Jahr eine sehr gut gemachte Zeitschrift zum Thema Architektur und Stadtentwicklung in Bremen, wo man alle diese hier erwähnten Themen finden kann. Als hier das Forum noch nicht so rockte, habe ich immer auf die Veröffentlichungstermine (meist so März/April/Mai) hingefiebert, weil es einfach nicht so viel gab zu diesen Themen in Bremen.

Link zu der Archivseite mit allen Ausgaben seit den 60ern als pdf:

https://www.aufbaugemeinschaft-bremen.de/archiv-der-aufbau/

Zum Thema Flusspunkte z.B. sei die Ausgabe 2007 empfohlen, die Überseestadt spielt in vielen Veröffentlichungen seit 2003/2004 eine Rolle. Auch z.B. das Thema Umnutzung Umgedrehte Kommode/Bebauung Stadtwerder ist in einem Heft (2006) Schwerpunktthema.

Wer das noch nicht kennt, unbedingt ankucken.... kann man Tage mit verbringen, ich habe mir die Teile tlw. ausgedruckt damals, weil ich so hungrig nach Bau/Architekturthemen mit Bremen-Bezug war damals.
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Auch von mir noch mal ein herzliches Dankeschön fürs Aufbewahren und Einstellen der Zeitungsartikel und für die schönen Grafiken, Foggia71!

Das Aufbau-Magazin ist auch total interessant - danke für den Tipp, Heinzer!
Auf das 10-in-10 Projekt bin ich auch schon mal gestoßen. Die Weserspitze finde ich ebenfalls besonders interessant. Der Entwurf gefällt auch mir halbwegs. Das Projekt hätte gerne realisiert werden dürfen.
Ich habe mich in letzter Zeit mal mit dem geplanten Wohnungsbau in Bremen beschäftigt. Dass jetzt auch noch das Brinkmann-Gelände in Woltmershausen zu den zu bebauenden Flächen gekommen ist, hat mich motiviert, mal eine Übersicht zu basteln.
Berücksichtigt habe ich dabei die größten kurz- und mittelfristig geplanten oder in Bau befindlichen Wohnungsbauprojekte in Bremen (etwa ab 100 Wohneinheiten).

Gelb = in Bau
Rot = kurz- oder mittelfristig geplant (etwa für die nächsten 10 Jahre)
Umrandet = Gemischte Nutzung/nur zum Teil kleineren Wohnungsbau

Einmal für Bremen-Stadt...



... und einmal für Bremen-Nord



Habe ich etwas Wichtiges vergessen oder andere Fehler begangen? Verbesserungsvorschläge sind erwünscht!
Sieht gut aus, auch wenn ich bei den kleineren Wohnungsprojekten in den Stadtteilen nicht auf dem Laufenden bin. Man sieht aber, dass sich etwas tut.

Auch bei den Gewerbegebieten tut sich ordentlich was laut der Meldung des WK: https://www.weser-kurier.de/bremen/...en-erschlossen-als-geplant-_arid,1711934.html

Gerade die Grafik zeigt, dass von 2013 bis 2016 jedes Jahr deutlich mehr Gewerbeflächen vermarktet als erschlossen wurden. Wenn dadurch dann eine Entscheidung wie von Amazon, lieber in niedersächsische Umland zu gehen, gefallen sein sollte wäre das grob fahrlässig.
Ich habe ein bisschen das Gefühl je mehr es auf die Wahl 2019 zugeht, desto mehr wachen die Leute auf und merken, dass sie ja doch noch ein bisschen was tun müssen. Siehe auch geplante Task-Force für die Innenstadtentwicklung.
Wobei man bei der Amazonentscheidung bei aller Symbolwirkung auch bedenken sollte, dass dies extrem flächenintensive, aber nicht sehr wertschöpfungsintensive Ansiedlungen sind, die auch in vielen anderen Großstädten eher vom Umland "übernommen" werden, weil dort Flächen einfach billiger zu haben sind. Bremen hat nunmal nicht unbegrenzt große Flächenreserven, zumal ein Teil der Angestellten dort sicher auch aus Bremen kommen wird, da diese Speckgürtellandkreise mit ihrer niedrigen Arbeitslosigkeit ohnehin nicht alle Arbeitskräfte selbst stellen werden können.

Klar ist die Symbolwirkung klar negativ und auch ich war geneigt, dass ganze als typische Verbockung der bräsigen Bremer Politik abzuhaken, aber nüchtern betrachtet ist dies ein ziemlich normaler Vorgang, auch München (dort liegt es in einem Ort namens "Graben") und Hamburg (dort liegt es im Landkreis Harburg, also auch in Niedersachsen) haben diese riesigen Logistikzentren nicht innerhalb der Stadtgrenzen ansiedeln können.

Das soll aber die in der Vergangenheit tlw. fahrlässige Selbstzufriedenheit der Bremer Politik mit keinem Wort schönreden, was da in den 70er bis 90er Jahren in der Wirtschaftspolitik tlw. für haarsträubende Fehler gemacht wurden, geht auf keine Kuhhaut. Es wurden viele erfolgreiche Unternehmen und Unternehmer mit großem Erfolg aus Bremen vertrieben, die jetzt eben fehlen, sowohl in puncto Arbeitsplätze als auch in puncto Steuereinnahmen.
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Gerade in einem buten&binnen Beitrag von gestern gefunden:
Thema war eigentlich die SPD Sitzung und der geförderte Wohnungsbau bzw die Anhebung der Quote für Sozialwohnungen von 25 auf 30%, mitten im Beitrag wurde dann auf einmal erwähnt, dass 4 Gewerbegebiete mit insgesamt 140 ha entwickelt werden sollen:
Südlich vom Flughafen, im schon hier im Forum erwähnten Gelände in Woltmershausen zwischen Bahnstrecke und B75, am Güterbahnhof und in Bremen-Oslebhausen nördlich der A27.


Hier eine kleine Übersicht, wie buten & binnen die Gebiete ca. gezeigt hat:



Vornehmlich für kleinere Ansiedlungen, bspw. Handwerksbetriebe.
Bei den Flächen am Flughafen, in Woltmershausen und in Oslebshausen fände ich das ok. Für das Gelände beim Güterbahnhof habe ich durch die zentrale Lage und die Entwicklung des ZOBs und einer eventuell angedachten "Aufhübschung" des Falkenquartiers samt Bundewehrhochhaus immer größer gedacht. Wenn da diese typischen Handwerksbetriebsstätten, Lagerhalle mit angrenzendem Büroräumen hinkommen sollten wäre ich doch sehr enttäuscht.
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Skyline Bremen

In irgendeinem anderen Thread kam mal wieder die Bremer Skyline-Frage auf, wahrscheinlich, als es um die Kohlhökerstraße ging. Das hat mich dazu bewogen, mal eine Übersicht zu basteln. Ich habe alle möglichen Skyline-Bausteine eingezeichnet: Historische Bauten in pink, bestehende Hochhäuser in grün und geplante/in Bau befindliche in blau. Fernsehtürme und Ähnliches habe ich weiß gefärbt. Die Höhengrenze liegt bei etwa 40m. Ab da sind Gebäude für Bremen nach meiner Einschätzung stadtbildprägend hoch.



Und, was sagt uns das? Wohl am ehesten, dass wir von einer Bremer Skyline wohl auch langfristig nur träumen können. Es gibt echt einiges an hohen Gebäuden in Bremen, aber sie sind leider viel zu weit verteilt. Nirgends mag sich eine besonders hohe Konzentration ergeben. Auffällig ist aber auf jeden Fall, dass alleine das, was für die nächsten Jahre geplant ist, bald die Hälfte aller Hochhäuser ausmacht - hier ist eine deutliche Entwicklung zu verzeichnen.

Meine Hoffnungen liegen nach wie vor auf dem vorderen Bereich der Überseestadt. Die Bunker-Aufstockung dort hätte es noch einmal spannend gemacht in Kombination mit möglichen Hochpunkten auf der Überseeinsel. Aber nun stehen ja nur noch letztere im Raum und können wahrscheinlich auch nicht mehr viel anrichten. Der Bunker hingegen hätte noch mal einen interessanten Übergang zwischen Wesertower und Bömers Spitze einerseits und den Zech-Bauten andererseits geschaffen.

Ich finde: Es muss auch gar nicht unbedingt eine Skyline sein. Eine abwechslungsreiche und abgerundete Stadtsilhouette hat auch was. Und da ist Bremen sicherlich nicht weit von entfernt. Von der Stephanibrücke auf die Innenstadt oder von der Wilhelm-Kaisen-Brücke auf die Überseestadt gucken könnte ich jetzt schon stundenlang. :)

Edit: Den Landmarktower gibt es natürlich schon...
Hochhaus Ziegenmarkt

Guten Abend, :hi:

mal wieder ein kurioser Fund aus den Weiten des Internets - genauer gesagt von der Seite der Architekten Wirth, die meines Wissens gerade den Wettbewerb für das "Haven Hööft" in Vegesack mit einem sehr schönen Entwurf gewonnen haben.

Schon mal vorweg: Es scheint sich um nichts als eine realitätsferne Vision zu handeln - bitte nicht ausrasten! :lol:

Ach so, und ob das hier der richtige Thread dafür ist, weiß ich nicht. Ich habe mich mal daran orientiert, dass es in diesem Thread schon einiges zum Thema "Für Bremen geplant, aber nicht gebaut" gibt. Dazu passt mein Beitrag ganz gut, denke ich. Ansonsten gerne verschieben (womöglich in den TALK-Thread?)!

Nun aber los. Lasst die Bilder einfach mal auf euch wirken. Ja, das ist der Ziegenmarkt im Bremer Steintor-Viertel:











Hier die Seite: http://wirth-architekten.com/projekt/wohnhochhaus-am-ziegenmarkt/

Es finden sich dort leider überhaupt keine weiteren Informationen, noch nicht mal ein Datum. Das Ganze scheint aber nur eine Idee und kein ernsthaftes Projekt zu sein. Das vermute ich zumindest vor dem Hintergrund, dass am Ziegenmarkt ja erst vor einigen Jahren neu gebaut wurde.

Aber mal davon ab: Ich finds ja schon echt geil, wenn ich das mal so sagen darf. Der Platz ist natürlich echt sensibel und prinzipiell würde ich ein solch hohes Gebäude dort eher ablehnen. Aber bei dem Design? - Da mache ich mit! :cheers:

Das Hochhaus geht meiner Meinung nach vorsichtig genug mit den Altbauten um. Ich denke nicht, dass es sie erdrücken würde. Und selbst ist es natürlich der Hingucker schlechthin. Die Abstufungen sind einfach traumhaft und ich nehme sogar einen leichten Hauch klassischer Züge wahr. Könnte gefühlt auch in New York stehen. Also, wenn es nach mir ginge: Reißt diesen weißen Kasten da weg und stellt das Hochhaus da hin!

Wo ich mir diesen Entwurf auch vorstellen könnte, ist das Grundstück Bahnhofstraße Ecke Herdentorsteinweg. Dort steht dieses Dudler-Gebäude, das hier im Forum als "Stadthaus" einen eigenen Strang hat und das TauriHB mit einem Wolkenkratzer in LA verbindet. Franksz hatte da mal eine schöne Visualisierung gebastelt und das Gebäude um einiges erhöht - das kommt fast an den Wirth-Entwurf ran.

Mich würde mal eure Meinung zu dieser Vision interessieren!
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Auf jeden Fall 3x besser als der dort jetzt stehende, gerade mal 5 Jahre alte WDVS-Schrott. An einem solchen Ort eine solche Zumutung! Für mich eines der größeren städtebaulichen Versäumnisse/Fehler der 2010er Jahre in Bremen. Wie man eine solche Torten-/Platzsituation dermaßen gestalterisch verkacken kann, bleibt mir ein Rätsel. Ein solcher Ort hätte auf jeden Fall und auch vor 5 Jahren schon was Besseres verdient gehabt, sowas wie das Hohentorprojekt z.B.

So hoch würde das natürlich nie durchkommen, aber in seinem klassischen Chic und seiner Fassade würde eine halb so hohe Variante dieses Gebäudes dem Ziegenmarkt immer noch sehr viel besser tun als diese aktuelle Zumutung, die, ich wiederhole mich, weil ich es selbst kaum glauben mag, gerade mal 6 Jahre alt ist.
Ja, die frühen 2010er Jahre waren insgesamt irgendwie nicht so doll in Bremen. Das gelungenste Projekt, das dieser Jahre entsprungen ist, ist sicherlich die Landesbank. Ansonsten in der Tat Versäumnisse und vertane Chancen zuhauf: Die Volksbank an der Domsheide und die Dudler-Bauten in der Bahnhofsvorstadt. Selbst das City-Gate stammt ja aus dieser Zeit. Ebenso das Kühne-und-Nagel-Haus, das ist auch nicht gerade besser. Auch, was die Überseestadt betrifft, war die Zeit nicht die beste. Man schaue sich nur den Bereich rund um den Landmarktower an. WDVS-Kisten über WDVS-Kisten. Noch so ein Beispiel wäre dieser Bau in der Neustadt nahe Kirchweg/Buntentorsteinweg, in dem u. a. ein Rewe ist. Oder auch das Findorffer Tor. Meine Güte, während ich so nachdenke, fällt mir auf, dass da doch einiges scheifgelaufen ist die Jahre...
Na ja, in letzter Zeit geht es architektonisch ja aber wieder bergauf; eine solche Enttäuschung wie den Bau am Ziegenmarkt gab es jedenfalls schon länger nicht mehr.

Heinzer, dir noch einen schönen Resturlaub! :)
Lloydtowers

Mal wieder was Interessantes aus der Rubrik "Geplant, aber nicht gebaut" - die im Masterplan für die Überseestadt angedachten "Lloydtowers" am Weserbahnhof:



Da finde ich den Wesertower etwa gleich vom Eindruck her - höher, dafür eben nur einer. Diese Türme bieten von der Innenstadt her sicherlich das eindrucksvollere Panorama, sind aber wohl nicht wie jetzt teilweise der Wesertower auch aus der Ferne zu sehen. Tut sich irgendwie nicht viel.
Was mich am Wesertower übrigens stört ist, dass es ganz schön viel ausmacht, wenn die dort Arbeitenden es nicht zufällig hinbekommen, ihre Rollos einheitlich herabzulassen oder nicht. Das sieht manchmal echt seltsam aus, wenn nur ein, zwei aus der Reihe tanzen...
Ich hab mal was gebastelt, falls hier Mediendesigner o.ä unterwegs sind entschuldige ich mich schonmal für die Laienarbeit. Das war so das Beste was ich mit GIMP und InDesign dank viel Googlen fertigstellen konnte. :lol:
Vorbild war die schicke Projektübersicht im FFM Forum, leider haben wir nicht ganz so spektakuläre Projekte aber für eine Stadt wie Bremen kann sich das doch schon sehen lassen. Fehler und Verbesserungsvorschläge gerne an mich.




/edit: Hochbunker Pappelstr. hinzugefügt (01.08.18)
TauriHB, deine Übersicht ist echt schön geworden! Zusammen mit Foggias "Bremen - coming soon" ist das mal etwas, das man Bekannten, Nicht-Bremer Forumsfreunden oder anderen Interessierten stolz präsentieren kann. Ganz spontan fällt mir noch der Hochbunker in der Neustadt ein - oder unterschreitet der die 40m?
Stimmt, der Hochbunker sollte auch an den 40m kratzen, der kriegt ja noch 2 Etagen drauf laut Plan. Werde ich die nächsten Tage mal einarbeiten.


Nach einem WK Artikel aus 2016 sollte es hier 2018 losgehen. Ist da schon was absehbar oder verhindern wieder engagierte Anwohner jegliches Bauen?
Irgendwie ist dieser Thread bei mir seit längerer Zeit unter dem Radar geblieben. Vermutlich, weil ich im letzten Sommer lange Zeit im Ausland verbracht habe.

Die Idee mit dem Hochhaus am Ziegenmarkt finde ich auch interessant. Es hätte dem gesamten Viertel auch ein "Landmark" verpassen können. Wenn man auf dem Dom steht und in Richtung Hastedt guckt, nimmt man die Östliche Vorstadt kaum wahr. Natürlich hätte der Bau in dieser Lage dann sehr schlicht und klassisch gestaltet werden müssen.

Diese Silhouette stimmt leider nicht. Das ursprüngliche Foto wurde aus dem obersten Geschoss des Möbelhauses Flamme geschossen. Der Platz vorne ist also der Ulrichsplatz und nicht der Ziegenmarkt.
N´ Abend,
ja, Hardhill, das war ein toller Entwurf. Wobei ich mich frage, was es bringen würde, wild durch die Stadt verteilt solche Stumpen zu setzen - ich finde das Viertel mit den Bremer Häusern, ein paar größeren Altbauten und kleinteiliger Struktur schon ziemlich dufte so.
Toller wäre es für meinen Geschmack, dieses Haus nochmal ein paar Stockwerke aufzustocken (irgendwas ab 60m :) und gen Westen zu senden, sich in das dortige "Neu-Bremen", wie man fast sagen könnte, einzureihen. Z.B. auf das von Foggia so schön markierten Gelände auf der Überseeinsel- stellt Euch das mal ganz naiv (und ignorant ggü. dem Bebauungsplan) einfach vor :)

Übrigens: in diesem 360° Blick vom Wesertower aus sieht man bei Blick richtung Altstadt schön das wunderbare Bambergerhaus und den Telekom-Turm:

https://www.360cities.net/image/bre...seestadt-ewe-ag-siedentopf#-144.52,27.11,75.0

Stellt man sich nun dahinter zwei Türme mit 60 und 80m (wohlproportioniert!!!) am Brill vor... hoch joh. VOM Wesertower aus wohlgemerkt: zukünftig zwei Skylines für Bremen, einmal Richtung Überseestadt, einmal Richtung Altstadt.
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