SkyscraperCity banner

61 - 80 of 80 Posts

·
Registered
Joined
·
1,910 Posts
Discussion Starter · #61 ·
Genauso sehe ich das auch: Das Beste wäre eine gemischte Bebauung, das muss und soll gar nicht alles historisierend werden. Mein Traum wäre auch eine (Teil)-Reko der NDL-Fassade Richtung Westen/Ansgarikirchhof hin, vielleicht sogar vor den in Teilen rettbaren Kaufhofrohbau (?), man müsste mal die Geschosshöhen vergleichen - käme ja der Nachhaltigkeit zu Gute, wenn man den Rohbau irgendwie tlw. wiederverwenden könnte. Nun darf nur nicht noch schnell der Denkmalschutz um die Ecke kommen und diese elende Fassade unter Schutz stellen...

Dann eben sowohl die jetzige Lloydpassage als auch die verlängerte Pelzerstraße wie auch die bis zur Obernstraße verlängerte (jetzt nur noch in ihrem Nordteil bestehende) untertunnelte Hundestraße wiederherstellen und abwechslungsreich bebauen (das war auch mal Teil der Pläne Zechs, diesen kackbraunen Karstadtanbau an der Obernstraße abzureißen, ist aber nicht auf der obigen Skizze eingezeichnet), gerne viel Backstein, gerne eine Mischung aus klassischer Moderne und ein bisschen traditionell, vielleicht auch ein oder zwei richtig moderne Kracher dazwischen.

Mein Albtraum wäre nur ein weiterer riesiger Passagenbau a la Domshof/Katharinenpassage. Es müssen aus meiner Sicht offene Straßen werden mit sichtbarer, abwechslungsreicher Architektur.
 

·
Registered
Joined
·
233 Posts
Heinzer - genau das hatte ich auch gedacht, und mir dann verkniffen - ob wirklich alle Gebäude komplett weggeputzt werden müssen, würde ich auch erstmal anfragen. Und da, wo die vorhandene Baumasse keine Weg- und Sichtachsen zerstört/unterbindet und gut weiterzuverwenden ist, sollte das m.E. auch getan werden. (n.b. : auch am grad scheiternden Brill)
So eine NDL-Reko fänd ich hier sogar wirklich fantastisch. Ansonsten wäre eine kleinteilige Gestaltung der großen Fassade(n) ein riesen Gewinn. In Holland habe ich das öfter gesehen, und wir hatten auch mal Beispiele der Bebauung etwa am Oosterdock, wo große Baumassen auf "menschliche" Dimensionen gestaltet wurden.
Was mich an der Innenstadt in HB immer wieder abschreckt, sind die oft unangnehmen Wege -eng und unkomfortabel (Stichwort autofreie Innenstadt), eine ungünstige Lage der für mich wenigen attraktiven Bereiche (also auch hier Wegbeziehungen) aber auch die sehr "unwohle" Atmosphäre mit den unsäglichen Gebäuden- und dann immer wieder ausgesprochen überraschende Perlen, einzelne tolle Altbauten mittendrin - die man sich dann aus einer irgendwie unwirtlichen Straßensituation kurz anschaut und dann schnell weitereilt.
Ich bin wirklich extrem gespannt, was sich das Zech-Team hier einfallen lässt und was möglich sein könnte (zugegeben - einer der Abstriche am Europahafenkopf ist für mich die Gestaltung der Straßensituation und Plätze, die dort sehr zwiespältig ist und mich durch die klotzigen Baumassen skeptisch macht). Passagen finde ich dabei eigentlich recht schick, man müsste sie nur gut machen. Beispiele dafür fallen mir in Brüssel, Mailand diversen Englischen Städten und -man glaubt es kaum- japanischen Städten ein. Bei Schietwetter eine tolle Sache und einladend - aber nicht wie diese Katharinenpassage!
 

·
Registered
Joined
·
1,910 Posts
Discussion Starter · #63 ·

·
Registered
Joined
·
465 Posts
Der letzte Beitrag in diesem Thread ist schon wieder 5 Monate her. Aber endlich gibt es wieder neues zum Thema: Kurt Zech wurde gerade bei Buten un Binnen im Interview zum aktuellen Stand gefragt. Das Video wird sicherlich bald online aufrufbar sein, aber er zeigte sich kämpferisch und ist davon überzeugt, wenn die Stadt denn auch gerne möchte, dass man dieses Projekt trotz derzeitiger Krise umsetzen kann. Außerdem wies er auf Projekte wie das Universum oder das Atlantic Hotel Bremerhaven hin - beide Ideen wurden nicht mit Begeisterung empfangen, sind aber mittlerweile Wahrzeichen der beiden Städte. Bremen müsse laut Zech bei solchen Projekten einfach mutig sein, auch um mehr Leute in die Stadt zu ziehen.
 

·
Registered
Joined
·
1,201 Posts
Hier nun das Video dazu.
Was man raushört: Der jetzige Entwurf oder Vorschlag, wie man es auch nennen will ist wohl weder Fisch noch Fleisch, „ es ändert sich nicht viel“ sagt Zech im Video.
Daraufhin dann die Forderung mutiger zu werden wie Hardhill bereits beschrieben hat, Zeichen setzen, vor allem auch schneller werden. Zech ist scheinbar noch nicht zufrieden mit dem bisher erreichten, vielleicht eine Chance nun umzuplanen auch mit Blick auf die drohende Insolvenz von Karstadt, die sich ins Schutzschirmverfahren begeben haben. Übrig bleibt dann wenn überhaupt nur ein Warenhaus.
Eigentlich ein Grund mehr die Innenstadt neu zu denken, vorher war es das Internet was den lokalen Geschäften das Leben schwer gemacht hat, nun sieht Corona weiter fleißig aus. Eine Innenstadt mit vielen Läden und vor allem großen Flächen wird es so nicht mehr geben, rücken also Wohnen, Arbeiten und Freizeit in den Fokus.
 

·
Registered
Joined
·
287 Posts
Letztlich alles sehr, sehr vage. "Mutig" kann ja nun vieles bedeuten. Der Hinweis auf Atlanic Hotel und Universum läßt für mich üble Erinnerungen an die Libeskind-Türme aufkommen. Ich hoffe sehr, daß er es nicht in diese Richtung gemeint hat, sondern eher in Richtung eines Abschieds von den gewohnten zentralen Warenhäusern zugunsten gemischterer Strukturen.
 

·
Registered
Joined
·
1,201 Posts

Zech legt im Interview mit dem WK nochmal nach.
Bisheriger Bebauungsplan aus seiner Sicht stark verbesserungswürdig, autofreie Innenstadt ebenfalls Mist, Stadt muss auch viel Geld in die Hand nehmen und ordentlich was reinpacken, ...

Klingt erstmal wieder nach Hängepartie und ewig langen Diskussionen.
 

·
Registered
Joined
·
465 Posts
Ein paar interessante Aussagen von Zech heute zu seinen Plänen in der Innenstadt. Die Projekte in der Überseestadt (Europaquartier, Europahafen) werden leider mit keinem Wort erwähnt.

Interview mit Kurt Zech

Weser-Kurier said:
"Wir müssen die Pläne, glaube ich, völlig neu überdenken. Inhaltlich, indem wir uns klarmachen, dass die Zeit der großen vorbei ist. Sie finden heute kein Ladenkonzept mehr, das mit mehr als 2000 Quadratmetern funktioniert. (...) Und wir müssen Attraktionen schaffen, gerade auch architektonisch. Nur quadratisch zu bauen und mit maximal fünf Stockwerken, reich nicht aus, womit ich nicht sagen will, dass es zwingend Hochhäuser sein müssen."

"Einige Parameter stehen für mich allerdings fest: Wir müssen gemischte Quartiere entwickeln - Wohnen für Junge und Alte, Gewerbe, Handel, Gesundheitsdienste, Kultur, universitäre Nutzungen. Urbanes Leben hat mit Kleinteiligkeit und Vielfalt zu tun. Nehmen Sie das Ostertor, für mich in Bremen das beste Beispiel. Um so etwas mit Neubauten hinzubekommen, dürfen es keine Retorten sein, nichts Austauschbares."
@Kesselflicker: Es stimmt, bisher ist das alles sehr vage. Es ist auch sehr schwierig, sich eine konkrete Vorstellung von seine Ideen zu machen. Dass da aber kein neues Warenhaus mehr gebaut wird, dürfte klar sein. Was er mit Kleinteiligkeit, eventuell mehr als fünf Stockwerken und architektonisch Anspruchsvoll meint, steht noch in den Sternen.

Vielleicht schwebt ihm auch etwas wie das Forum in Groningen vor: Sehenswert - das Forum Groningen | groningen-info.de
Es gab meines Wissens im letzten Jahr ein paar Austauschrunden mit Experten aus genau dieser Stadt, um über eine zukunftsfähige Innenstadt zu reden. Ich war selbst noch nicht da- das Ding scheint aber ein Riesenerfolg zu sein. Nach der Coronakrise werde ich definitiv mal wieder einen Ausflug dorthin machen, um mir dieses Gebäude anzusehen.
 

·
Registered
Joined
·
245 Posts

Zech legt im Interview mit dem WK nochmal nach.
Bisheriger Bebauungsplan aus seiner Sicht stark verbesserungswürdig, autofreie Innenstadt ebenfalls Mist, Stadt muss auch viel Geld in die Hand nehmen und ordentlich was reinpacken, ...

Klingt erstmal wieder nach Hängepartie und ewig langen Diskussionen.
Herr Zech spricht genau das an was der Bremer Innenstadt fehlt, ich finde seine Aussagen richtig und beachtenswert. Leider ist die in dem Artikel auch schon mit der Überschrift hervorgehobene Aussage mit der autofreien Innenstadt natürlich vollkommener Blödsinn! Wäre das doch der zentrale Baustein die Innenstadt nach vorne zu bringen.
Ich glaube durch die aktuelle Entwicklung wird Bremen insbesondere in diesem Punkt noch an Geschwindigkeit zulegen müssen will man der Innenstadt nicht den eigentlichen "Todesstoss" verpassen. Es wäre Schön wenn da herr Zech mit der Stadt an einem Strang ziehen würde.
 

·
Registered
Joined
·
465 Posts
Leider ist die in dem Artikel auch schon mit der Überschrift hervorgehobene Aussage mit der autofreien Innenstadt natürlich vollkommener Blödsinn! Wäre das doch der zentrale Baustein die Innenstadt nach vorne zu bringen.
Das ärgert mich auch wieder. Wie kann man auch, nach dem Interview, eine solche Schlagzeile bringen? Völlig irrelevant. Generiert aber die meisten Klicks. Da ist der Weser-Kurier höchstens auf Bild-Niveau unterwegs, wenn überhaupt.
 

·
Registered
Joined
·
1,201 Posts
Richtig, ich hab es vielleicht zu sehr überflogen, wenn ich oben schreibe „autofreie Innenstadt ist Mist“.
Er zitiert ja erstmal nur die Händler, wobei ich davon ausgehe, dass seine Meinung dazu nicht groß abweicht sonst hätte er den Punkt nicht nennen brauchen.
Der WK entfernt sich leider schon seit einiger Zeit immer weiter vom Qualitätsjournalismus, habe u.a. auch deswegen letztes Jahr mein Abo gekündigt. Etwas flexibles wie ein Wochenendabo wäre für mich interessant da ich unter der Woche nicht zum Zeitunglesen komme, so flexibel ist man scheinbar dort dann nicht.

Eben auch noch gelesen, Appelrath Cüpper die kürzlich erst in den umgebauten Ansgarikirchhof gezogen sind hat nun Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.
Die Bremer Innenstadt wird auch ganz ohne Baumaßnahmen nach Corona anders aussehen.
 

·
Registered
Joined
·
1,201 Posts
Kaufhoffiliale in Bremen wird geschlossen:

Tut einem natürlich für die Mitarbeiter die dadurch ihren Arbeitsplatz verlieren leid.
Für das Projekt City Galerie ist es dagegen ein weiteres Puzzlestück auf dem Weg.
Ich hoffe es gibt bald einen anderen Projektnamen der nicht nach 90er Jahre klingt.
 

·
Registered
Joined
·
1,910 Posts
Discussion Starter · #73 ·
Schlechte Nachrichten für alle, die auf eine Lösung der Probleme um die Citygalerie gehofft hatten:


Hier noch ein etwas weiter gehender Weserkurier-Artikel. Von einem großen Wurf können wir uns damit wohl verabschieden:


Nicht einmal das Parkhaus wird so abgerissen werden können. Ich fürchte, dass Zech da bald hinwirft.
 

·
Registered
Joined
·
137 Posts
Ja, wirklich ärgerlich- dachte es geht tatsächlich etwas schneller voran.

Ich denke allerdings schon das da noch was in absehbarer Zeit kommt, immerhin wird ''nur'' von einer Zwischenlösung gesprochen.
(finde solche Artikel lesen sich immer negativer, als es hinter den Kulissen vielleicht den Anschein hat)
Derweil sollen ja (wieder mal) neue Pläne ausgearbeitet werden.

Ich denke der Mann kann warten, gerade auch wenn man bedenkt wieviel Grundstücke/Projekte Herr Zech in der Mache hat- alleine in Bremen.
 

·
Registered
Joined
·
137 Posts
Gut, dass stimmt allerdings.
Es wurde ja zB. von einer Zwischennutzung gesprochen (Möbelhaus?) was nun wirklich nichts berauschendes wäre. :D

Naja, wie gesagt, bin auch ein wenig enttäuscht & hoffe das es hier doch schnell voran geht mit der Planung.
Die City braucht es allemal, dass ist klar.
 

·
Registered
Joined
·
287 Posts
Das ist natürlich erstmal eine schlechte Nachricht, wobei es ja aus meiner Sicht nicht um einen unbedingten Verkauf, sondern vor allem um ein gemeinschaftliches Handeln geht. Hier hoffe ich noch auf eine Lösung. Schön wäre es natürlich, wenn man über die Wegerechte mehr wüßte, die sich, wie im WK angedeutet, unter Umständen geändert haben. Ansonsten muß erstmal an Umbauten gemacht werden, was gemacht werden kann. Auf mehrere Jahre weiteren Verzug muß man sich aber wohl leider einstellen. Umso wichtiger wird es sein, das Balgequartier weiter zügig umzusetzen und um weitere Schritte Richtung Martinistraße und Weser zu ergänzen, um zumindest dort absehbar die Attraktivität zu steigern und somit auch den Druck auf den Innenstadtumbau zu erhöhen.
 

·
Registered
Joined
·
1,910 Posts
Discussion Starter · #79 ·
Es gibt für mich jetzt zwei (-drei) Szenarien, die realistisch sind. Das eine ist, es geht seinen planerischen Gang weiter, es gibt irgendeine Lösung mit dem Besitzer der Kaufhofimmobilie und Zech fängt eben 3 Jahre später an mit dem ganzen Kladderadatsch. Das wäre natürlich völlig ok.

Variante 2 aber, und diese ist durch diese Entscheidung leider nicht unwahrscheinlicher geworden, ist, es geht seinen planerischen Gang weiter, es kommt nicht richtig zu einer Einigung oder Zech reißt der Geduldsfaden oder das Projekt wird von städtischer Seite so überfrachtet, dass Zech deshalb hinwirft oder er kriegt gesundheitliche Probleme oder oder oder - und die ganze Sache schläft langsam ein und ist 2027 vergessen.

Variante 3 wäre noch irgendeine halbe Nummer, meinetwegen Sanierung Karstadt und sonst erstmal nichts mangels Möglichkeiten, und dann schläft es ein.

Welche der beiden Varianten es wird, kann ich nicht sagen. Mag nach wie vor so sein, dass Variante 1 die wahrscheinlichere ist. Aber Varianten 2 oder 3 sind heute eben wahrscheinlicher geworden.
 

·
Registered
Joined
·
465 Posts
Ich war gerade nochmal in der City unterwegs und ich muss es einfach mal loswerden; der Tag, an dem dieses unsägliche Galeria Kaufhof Gebäude abgerissen wird, sollte ein bremischer Feiertag werden. Das ganze Areal drumherum ist einfach eine Krebsgeschwür für die Bremer Innenstadt. Man kann noch so viele Bänke, Pflanzen oder Laternen hinstellen um irgendeine "Aufenthaltsqualität" zu verbessern, aber das ergibt so alles keinen Sinn.

Es ist hier schon oft angesprochen worden, aber die Lösung sollte recht "einfach" sein. Das Kaufhof-Gebäude samt Parkhaus müssen abgerissen werden. Die neue Bebauung sollte kleinteilig sein. Es braucht gar nicht mal spektakuläre Architektur. Etwas wie die südliche Seite der Knochenhauerstr. oder östliche Seite der Carl-Ronning-Str. reichen schon aus (ok, wenn man es wirklich gut haben möchte, dann etwas wie die Sögestr.). Aber als Beispiel ziehe ich hier mal die Münsteraner Innenstadt heran. Sehr beliebt, aber größtenteils Nachkriegsarchitektur aus Backstein, wie eben genau in den vorher genannten Straßen. Unser C&A Gebäude ähnelt witzigerweise dem Galeria Karstadt in Münster ein wenig. Ein solides Gebäude, das so auch einfach stehenbleiben kann. Aber die heutige Lloydpassage, die Pelzerstraße, das ganze geschlossene Kaufhof-Ding - ich kann es nicht mehr sehen.

Hat schon jemand die Ausstellung zur Stadtentwicklung am Wall besucht? Würde da demnächst mal vorbei schauen wollen.
 
61 - 80 of 80 Posts
Top