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Discussion Starter #61
Genauso sehe ich das auch: Das Beste wäre eine gemischte Bebauung, das muss und soll gar nicht alles historisierend werden. Mein Traum wäre auch eine (Teil)-Reko der NDL-Fassade Richtung Westen/Ansgarikirchhof hin, vielleicht sogar vor den in Teilen rettbaren Kaufhofrohbau (?), man müsste mal die Geschosshöhen vergleichen - käme ja der Nachhaltigkeit zu Gute, wenn man den Rohbau irgendwie tlw. wiederverwenden könnte. Nun darf nur nicht noch schnell der Denkmalschutz um die Ecke kommen und diese elende Fassade unter Schutz stellen...

Dann eben sowohl die jetzige Lloydpassage als auch die verlängerte Pelzerstraße wie auch die bis zur Obernstraße verlängerte (jetzt nur noch in ihrem Nordteil bestehende) untertunnelte Hundestraße wiederherstellen und abwechslungsreich bebauen (das war auch mal Teil der Pläne Zechs, diesen kackbraunen Karstadtanbau an der Obernstraße abzureißen, ist aber nicht auf der obigen Skizze eingezeichnet), gerne viel Backstein, gerne eine Mischung aus klassischer Moderne und ein bisschen traditionell, vielleicht auch ein oder zwei richtig moderne Kracher dazwischen.

Mein Albtraum wäre nur ein weiterer riesiger Passagenbau a la Domshof/Katharinenpassage. Es müssen aus meiner Sicht offene Straßen werden mit sichtbarer, abwechslungsreicher Architektur.
 

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Heinzer - genau das hatte ich auch gedacht, und mir dann verkniffen - ob wirklich alle Gebäude komplett weggeputzt werden müssen, würde ich auch erstmal anfragen. Und da, wo die vorhandene Baumasse keine Weg- und Sichtachsen zerstört/unterbindet und gut weiterzuverwenden ist, sollte das m.E. auch getan werden. (n.b. : auch am grad scheiternden Brill)
So eine NDL-Reko fänd ich hier sogar wirklich fantastisch. Ansonsten wäre eine kleinteilige Gestaltung der großen Fassade(n) ein riesen Gewinn. In Holland habe ich das öfter gesehen, und wir hatten auch mal Beispiele der Bebauung etwa am Oosterdock, wo große Baumassen auf "menschliche" Dimensionen gestaltet wurden.
Was mich an der Innenstadt in HB immer wieder abschreckt, sind die oft unangnehmen Wege -eng und unkomfortabel (Stichwort autofreie Innenstadt), eine ungünstige Lage der für mich wenigen attraktiven Bereiche (also auch hier Wegbeziehungen) aber auch die sehr "unwohle" Atmosphäre mit den unsäglichen Gebäuden- und dann immer wieder ausgesprochen überraschende Perlen, einzelne tolle Altbauten mittendrin - die man sich dann aus einer irgendwie unwirtlichen Straßensituation kurz anschaut und dann schnell weitereilt.
Ich bin wirklich extrem gespannt, was sich das Zech-Team hier einfallen lässt und was möglich sein könnte (zugegeben - einer der Abstriche am Europahafenkopf ist für mich die Gestaltung der Straßensituation und Plätze, die dort sehr zwiespältig ist und mich durch die klotzigen Baumassen skeptisch macht). Passagen finde ich dabei eigentlich recht schick, man müsste sie nur gut machen. Beispiele dafür fallen mir in Brüssel, Mailand diversen Englischen Städten und -man glaubt es kaum- japanischen Städten ein. Bei Schietwetter eine tolle Sache und einladend - aber nicht wie diese Katharinenpassage!
 

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Der letzte Beitrag in diesem Thread ist schon wieder 5 Monate her. Aber endlich gibt es wieder neues zum Thema: Kurt Zech wurde gerade bei Buten un Binnen im Interview zum aktuellen Stand gefragt. Das Video wird sicherlich bald online aufrufbar sein, aber er zeigte sich kämpferisch und ist davon überzeugt, wenn die Stadt denn auch gerne möchte, dass man dieses Projekt trotz derzeitiger Krise umsetzen kann. Außerdem wies er auf Projekte wie das Universum oder das Atlantic Hotel Bremerhaven hin - beide Ideen wurden nicht mit Begeisterung empfangen, sind aber mittlerweile Wahrzeichen der beiden Städte. Bremen müsse laut Zech bei solchen Projekten einfach mutig sein, auch um mehr Leute in die Stadt zu ziehen.
 

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Hier nun das Video dazu.
Was man raushört: Der jetzige Entwurf oder Vorschlag, wie man es auch nennen will ist wohl weder Fisch noch Fleisch, „ es ändert sich nicht viel“ sagt Zech im Video.
Daraufhin dann die Forderung mutiger zu werden wie Hardhill bereits beschrieben hat, Zeichen setzen, vor allem auch schneller werden. Zech ist scheinbar noch nicht zufrieden mit dem bisher erreichten, vielleicht eine Chance nun umzuplanen auch mit Blick auf die drohende Insolvenz von Karstadt, die sich ins Schutzschirmverfahren begeben haben. Übrig bleibt dann wenn überhaupt nur ein Warenhaus.
Eigentlich ein Grund mehr die Innenstadt neu zu denken, vorher war es das Internet was den lokalen Geschäften das Leben schwer gemacht hat, nun sieht Corona weiter fleißig aus. Eine Innenstadt mit vielen Läden und vor allem großen Flächen wird es so nicht mehr geben, rücken also Wohnen, Arbeiten und Freizeit in den Fokus.
 

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Letztlich alles sehr, sehr vage. "Mutig" kann ja nun vieles bedeuten. Der Hinweis auf Atlanic Hotel und Universum läßt für mich üble Erinnerungen an die Libeskind-Türme aufkommen. Ich hoffe sehr, daß er es nicht in diese Richtung gemeint hat, sondern eher in Richtung eines Abschieds von den gewohnten zentralen Warenhäusern zugunsten gemischterer Strukturen.
 

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Zech legt im Interview mit dem WK nochmal nach.
Bisheriger Bebauungsplan aus seiner Sicht stark verbesserungswürdig, autofreie Innenstadt ebenfalls Mist, Stadt muss auch viel Geld in die Hand nehmen und ordentlich was reinpacken, ...

Klingt erstmal wieder nach Hängepartie und ewig langen Diskussionen.
 

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Ein paar interessante Aussagen von Zech heute zu seinen Plänen in der Innenstadt. Die Projekte in der Überseestadt (Europaquartier, Europahafen) werden leider mit keinem Wort erwähnt.

Interview mit Kurt Zech

Weser-Kurier said:
"Wir müssen die Pläne, glaube ich, völlig neu überdenken. Inhaltlich, indem wir uns klarmachen, dass die Zeit der großen vorbei ist. Sie finden heute kein Ladenkonzept mehr, das mit mehr als 2000 Quadratmetern funktioniert. (...) Und wir müssen Attraktionen schaffen, gerade auch architektonisch. Nur quadratisch zu bauen und mit maximal fünf Stockwerken, reich nicht aus, womit ich nicht sagen will, dass es zwingend Hochhäuser sein müssen."

"Einige Parameter stehen für mich allerdings fest: Wir müssen gemischte Quartiere entwickeln - Wohnen für Junge und Alte, Gewerbe, Handel, Gesundheitsdienste, Kultur, universitäre Nutzungen. Urbanes Leben hat mit Kleinteiligkeit und Vielfalt zu tun. Nehmen Sie das Ostertor, für mich in Bremen das beste Beispiel. Um so etwas mit Neubauten hinzubekommen, dürfen es keine Retorten sein, nichts Austauschbares."
@Kesselflicker: Es stimmt, bisher ist das alles sehr vage. Es ist auch sehr schwierig, sich eine konkrete Vorstellung von seine Ideen zu machen. Dass da aber kein neues Warenhaus mehr gebaut wird, dürfte klar sein. Was er mit Kleinteiligkeit, eventuell mehr als fünf Stockwerken und architektonisch Anspruchsvoll meint, steht noch in den Sternen.

Vielleicht schwebt ihm auch etwas wie das Forum in Groningen vor: Sehenswert - das Forum Groningen | groningen-info.de
Es gab meines Wissens im letzten Jahr ein paar Austauschrunden mit Experten aus genau dieser Stadt, um über eine zukunftsfähige Innenstadt zu reden. Ich war selbst noch nicht da- das Ding scheint aber ein Riesenerfolg zu sein. Nach der Coronakrise werde ich definitiv mal wieder einen Ausflug dorthin machen, um mir dieses Gebäude anzusehen.
 

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Zech legt im Interview mit dem WK nochmal nach.
Bisheriger Bebauungsplan aus seiner Sicht stark verbesserungswürdig, autofreie Innenstadt ebenfalls Mist, Stadt muss auch viel Geld in die Hand nehmen und ordentlich was reinpacken, ...

Klingt erstmal wieder nach Hängepartie und ewig langen Diskussionen.
Herr Zech spricht genau das an was der Bremer Innenstadt fehlt, ich finde seine Aussagen richtig und beachtenswert. Leider ist die in dem Artikel auch schon mit der Überschrift hervorgehobene Aussage mit der autofreien Innenstadt natürlich vollkommener Blödsinn! Wäre das doch der zentrale Baustein die Innenstadt nach vorne zu bringen.
Ich glaube durch die aktuelle Entwicklung wird Bremen insbesondere in diesem Punkt noch an Geschwindigkeit zulegen müssen will man der Innenstadt nicht den eigentlichen "Todesstoss" verpassen. Es wäre Schön wenn da herr Zech mit der Stadt an einem Strang ziehen würde.
 

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Leider ist die in dem Artikel auch schon mit der Überschrift hervorgehobene Aussage mit der autofreien Innenstadt natürlich vollkommener Blödsinn! Wäre das doch der zentrale Baustein die Innenstadt nach vorne zu bringen.
Das ärgert mich auch wieder. Wie kann man auch, nach dem Interview, eine solche Schlagzeile bringen? Völlig irrelevant. Generiert aber die meisten Klicks. Da ist der Weser-Kurier höchstens auf Bild-Niveau unterwegs, wenn überhaupt.
 

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Richtig, ich hab es vielleicht zu sehr überflogen, wenn ich oben schreibe „autofreie Innenstadt ist Mist“.
Er zitiert ja erstmal nur die Händler, wobei ich davon ausgehe, dass seine Meinung dazu nicht groß abweicht sonst hätte er den Punkt nicht nennen brauchen.
Der WK entfernt sich leider schon seit einiger Zeit immer weiter vom Qualitätsjournalismus, habe u.a. auch deswegen letztes Jahr mein Abo gekündigt. Etwas flexibles wie ein Wochenendabo wäre für mich interessant da ich unter der Woche nicht zum Zeitunglesen komme, so flexibel ist man scheinbar dort dann nicht.

Eben auch noch gelesen, Appelrath Cüpper die kürzlich erst in den umgebauten Ansgarikirchhof gezogen sind hat nun Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.
Die Bremer Innenstadt wird auch ganz ohne Baumaßnahmen nach Corona anders aussehen.
 
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