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Discussion Starter #1 (Edited by Moderator)
Eines der größten Bremer Bauvorhaben in der nächsten Zeit, wird die Neugestaltung der, sogenannten, Stadtstrecke an der kleinen Weser in der Neustadt sein.
Das ist wohl schon ein Thread wert. :)

Streitpunkt sogenannte "Stadtstrecke" auf der Neustädter Seite der Weser (b.z.w. Kleinen Weser).
Hier sollen im Zuge einer stadtplanerischen Umgestaltung, alle Platanen (cirka 130) verschwinden.
Bremen möchte gerne einen Stadtraum wie an der Schlachte schaffen.
Teures Wohnen mit Blick auf das Wasser, Gastronomie u.s.w.
Eine Bürgeriniative setzt sich zur Wehr um den Hochwasserschutz mit den alten Platanen zu gewährleisten!

http://bi-platanen-am-deich.de


townscape_platanen_bremen# by f. sz, auf Flickr


Anmerkung zu den Platanen:
Wer für den Erhalt der Platanen ist (bei gleichzeitigen Hochwasserschutz!) kann unter folgender Adresse eine Petition unterschreiben.

https://petition.bremische-buergerschaft.de/index.php?n=petitionsdetails&s=1&c=date_public&d=DESC&b=0&l=10&searchstring=&pID=2379
 

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Sie sollen im Zuge der Deicherneuerung verschwinden, die cirka 130 Platanen an der kleinen Weser.
Die rot/grüne Politik hat es so beschlossen.
So "alternativlos" wie es seitens der Stadt vermeldet wird, ist die ganze Sache aber nicht.
So wurde das Bauvorhaben ausgeschrieben, OHNE Erhalt der alten Bäume.
So soll hier auf viele Jahre hinaus eine leblose Stadtstrecke entstehen, an der hochwertiges Wohnen angesiedelt werden soll.

Wer die Bürgeriniative "für den Erhalt der Platanen" unterstützen möchte, kann folgende Petition unterzeichnen:

https://petition.bremische-buergerschaft.de/index.php?n=petitionsdetails&s=1&c=date_public&d=DESC&b=0&l=10&searchstring=&pID=2379


2016-11-05_12-01-59 by f. sz, auf Flickr
 

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Discussion Starter #3 (Edited by Moderator)
Hier zwei Seiten mit verschiedenen Sichtweisen:

Der "grüne" Senator:

http://www.bauumwelt.bremen.de/bau/detail.php?gsid=bremen213.c.49094.de

Die Bürgeriniative zum Erhalt der alten Platanen:

http://bi-platanen-am-deich.de/

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Der Siegerentwurf von TOPOTEK 1 für die Gestaltung der Stadtstrecke:

http://www.bauumwelt.bremen.de/bau/aktuelles/stadtstrecke/entwurf_von_topotek_1_fuer_die_gestaltung_der_stadtstrecke-55083

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Übersicht


Stadtstrecke by f. sz, auf Flickr


Ein durchaus angebrachter Zweifel am Gelingen des Projektes...


townscape_bremen_platanen by f. sz, auf Flickr
 

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Ja, Frank, Du hast mich bald überzeugt ;)

Wahr ist natürlich der Einwand mit dem Beton bei schlechtem Wetter. Sieht einfach immer Mist aus. Dazu kommt die für Sonnenbäder unünstige Nordostausrichtung der Promenade als Gegenstück zur ideal ausgerichteten Südwestausrichtung der Schlachte. Wenn Deine eingestellte Googlemaps-Karte ordentlich genordet ist, würde sich der Boulevard eher als Frühstücklocation eignen, nachmittags würde die Sonne es nur im Hochsommer vielleicht noch über die Wand und die Bäume schaffen. The sun always shines on TV and architectural renderings.

Man müsste das ganze deutlich mehr terrassieren/flacher abfallen lassen - oder sich eben mehr auf die obere Promenade konzentrieren und das unten relativ humorlos als kreuzungsfreien Radweg, der unter den Weserbrücken "wegtaucht", gestalten.
 

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Discussion Starter #5
Fakt ist, es wird hier der "billigste" Entwurf als strahlender Sieger präsentiert. Selbst der Architekt gab in einem persönlichen Gespräch zu, daß die Problematik mit den Schmierereien schwer zu verhindern sei.
Es gab auch Entwürfe der unterlegenden Wettbewerbsteilnehmer, welche die Wand begrünten oder verklinkerten, um Graffiti zu erschweren, diese wurden (aus Kostengründen?) nicht anerkannt.
Da der Hochwasserschutz vom Bund bezahlt wird und die Wand dazu gehört, wird es wohl so sein, daß alles schmückende wegfallen wird. Bremen hat nun mal kein Geld!
Aber es gibt ja weiterhin die Bestrebung, eine neue Variante mit den alten Platanen zu entwickeln und sie dann der Politik zu präsentieren.
 

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Wenn ich die Wahl hätte zwischen Schmierereien oder grauen Beton dann würde ich absolut Graffiti bevorzugen. :lol:
Aber wenn es denn so kommen sollte wie auf den Render dann wäre das natürlich schlimm. Terrassieren wäre da absolut die bessere Lösung gewesen, denn an so manchen Tagen regnet es in Bremen. Wie heute zufälligerweise.
 

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Discussion Starter #7
Wenn ich die Wahl hätte zwischen Schmierereien oder grauen Beton dann würde ich absolut Graffiti bevorzugen. :lol:
Aber wenn es denn so kommen sollte wie auf den Render dann wäre das natürlich schlimm. Terrassieren wäre da absolut die bessere Lösung gewesen, denn an so manchen Tagen regnet es in Bremen. Wie heute zufälligerweise.
Die architektonische Lösung scheint auch einer anderen Herangehensweise zu folgen, der untere Betonweg wird als "Promenade" angepriesen. Auf einer öffentlichen Sitzung wurde aber betont, daß dies ein (unverzichtbarer) Weg zur Deicherhaltung sei. Somit wahrscheinlich vom Bund bezahlt, welcher die Baukosten des Deichbaus übernimmt.
 

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Schönes Foto! Ich komm nur mit der Perspektive nicht klar. Die Kirche(nruine) müsste ja die Martinikirche sein, das Bild also im wesentlichen den östlichen Teil der heutigen Schlachte abbilden. Dann ist es aber vom Teerhof gemacht worden. Und was ist das für eine Brücke am linken Bildrand?
 

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Ja, die Brautbrücke kenne ich, aber die verband doch den Teerhof mit der Neustadt und nicht mit der Innenstadt? Wie gesagt, es ist gut möglich, dass ich voll auf dem Schlauch stehe, aber wenn die Ruine auf dem oberen Bild die Martinikirche ist, dann muss das Bild vom Teerhof Richtung Schlachte gemacht worden sein und dann weiß ich immer noch nicht, welche Brücke das links sein soll. Die müsste ja grob da stehen, wo jetzt die neue Teerhofbrücke von der Schlachte aus beginnt.
 

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Selbst ist der Mann.... der Teerhof ist dazwischen, das ist perspektivisch schlecht zu sehen. Jetzt ist alles klar: im Vordergrund Stadtstrecke, dann kleine Weser, dann Teerhof mit Brautbrücke und erst dann hinter einer unsichtbaren Weser die Martinikirche.

Krass auch mal wieder, was noch alles stand auf dem Teerhof, der ja heute kein einziges Vorkriegsgebäude mehr hat.
 

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Leider täuscht der Siegerentwurf doch sehr... die grünen Sitztreppen sind nur ein sehr, sehr kleiner Teil der Strecke. Das Licht ist auch irreführend, solch direkter Sonneneinfall ist dort nicht möglich. 90% besteht aus einer Betonmauer...


Lange Zeit nach Fertigstellung, wird sich uns dieser Anbblick "erfreuen"...

[/URL]Platanen95n3 1 by f. sz, auf Flickr[/IMG]


Möglich wäre eine Spundwand zur Landseite, welche gestalterisch natürlich viel Spielraum bietet. Zum Beispiel könnte sie zu einer kilometerlangen Bank funktioniert werden. Das dies möglich ist, zeigt die Deicherhöhung in Brake am Anleger.

N plat Kopie by f. sz, auf Flickr
 

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Über 1,5 Jahre kein Post hier, ich weiß auch gar nicht genau was jetzt Sache ist und die Geschehnisse der letzten 2 Jahre möchte ich mir auch nicht anlesen. Fakt ist, dass es immer noch Uneinigkeit gibt wie dieser Artikel hier aktuell schreibt: https://www.weser-kurier.de/bremen/stadtteile/stadtteile-bremen-mitte_artikel,-diskussion-um-platanen-geht-weiter-_arid,1818700.html

Zitate daraus zeigen, dass selbst die Parteien rumeiern:
„Für uns ist die Sicherheit des Deiches und der Schutz der dahinterliegenden Stadtteile von Bedeutung.“ Wenn es zu einem Abwägen zwischen Bäumen und Menschen käme, hieße es für die SPD ganz klar: Menschen. Wobei er die Überlebenschancen für die Platanen auch bei der Anbringung einer Spundwand eher so einschätzen würde, dass die Bäume dies nicht lange überlebten. Und: „Das ist eine Maßnahme für die nächsten 100 Jahre. Denen, die nach uns kommen, sollten wir kein Bild hinterlassen, dass immer wieder Bäume gefällt werden müssten.“
Jan Saffe (Grüne) meint: „Das tut zwar sehr weh, diese Bäume eventuell wegholzen zu müssen, aber ich habe einen großen Respekt vor dem Hochwasserschutz.“ Der Senator würde sich aber freuen, die Bürgerinitiative mal außerhalb öffentlicher Veranstaltungen zu treffen, sagt er und erinnert an den erfolgreichen Runden Tisch zum Thema Straßenbelag: „Vielleicht kann man gemeinsam weiterkommen.“
Christoph Spehr (Linke) sieht derzeit keine Grundlage, dass die Bäume gefällt werden müssten. „Beim Runden Tisch ging das auch anders. Das ginge bei den Platanen auch, wurde jedoch noch nicht erörtert und das stört mich.“
Gunnar Christiansen von der Piratenpartei sagt: „Wir wissen inzwischen, dass mit Halbwahrheiten und Täuschungen gearbeitet wird.“ Die Bürgerinitiative habe nun neue Gutachten erhalten. Es gebe die Möglichkeit, die Spundwand hinter den Bäumen zu errichten. „Man soll sagen: Will man das mit den Bäumen oder nicht?“
Olaf Dinné von den Freien Wählern meint: „Deichschutz geht vor Baumschutz ist 19. Jahrhundert.“ Die Deiche könnten gar nicht mehr so hoch gebaut werden, weil dann auch die Füße breiter werden müssten. Daher präferiert er die Lösung mit den Spundwänden: „Eine Spundwand hinter den Bäumen ist möglich.“
Magnus Buhlert (FDP) sagt, Bäume fällen mache keinen Spaß und müsste begründet werden. „Man müsste sich gegebenenfalls über die Gestaltung der Spundwände Gedanken machen. Wenn man aber die Wurzeln trifft, muss man sich fragen, ob die Bäume das überleben würden. Wir müssen die Frage stellen, wie viele Platanen wir am Wurzelwerk gefährden und man sollte sich das genau Meter für Meter ansehen.“ Er sage zwar weder ja noch nein. „Doch mein Gefühl sagt mir, dass man mehr Bäume durch die Spundwand kaputtmacht als stehen lässt.“
Für Wolfgang Meyer von den Linken ist „Bäume auf dem Deich, das geht nicht“ Panikmache: „Dann müssten sie hier auf dem *Osterdeich alle Bäume fällen. Die Grünen sollen vielmehr den Senator auffordern, ein hydrometrisches Gutachten zu erstellen.“

Jan Saffe sagt, ob die Platanen dort noch in 100 Jahren stehen würden, wisse man nicht. „Und wir wissen nicht, wie es in der Zukunft ist und wie sich das Wasser verhält. Man muss das abwägen.“ Doch niemand wolle diese Bäume abholzen, wenn eine andere Möglichkeit besteht.

Für Christoph Spehr steht abschließend fest: „Es muss ein neuer Prozess stattfinden, um zu einem Ergebnis zu kommen. Den Prozess stoppen und neu aufrollen – und ich sehe keine Grundlage, dass die Bäume wegkommen.“
Nix genaues wissen wir nicht, also wohl alles auf Anfang!?
 

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Von den ganzen Bürgerinitiativen, die sich in letzter Zeit gegen die verschiedensten Bauprojekte wehren, schien mir diese hier immer die mit der vernünftigsten Kernforderung zu sein: "Planen mit Platanen", aber trotzdem Hochwasserschutz.

Seit einiger Zeit hängt entlang der gesamten Strecke vor jedem Baum ein kleines Schild mit einem Bild oder einem Spruch. Oft einfach nur allgemein Fakten oder Volksweisheiten über Bäume, die Mitleid erregen und die ökologische Bedeutung von Bäumen verdeutlichen sollen. Da kann ich mich eigentlich ganz gut mit anfreunden. Dabei ist aber auch so etwas:

 
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