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Ein Campus für den FCB-Nachwuchs auf den Sportanlagen St. Jakob: Die Jury rund um FCB-Präsidentin Gigi Oeri hat sich für das Projekt «Spirit» entschieden.



Sämtliche Haupträume sind direkt um die überdachte Lobby angeordnet.



Die Büros und Garderoben des FCB-Nachwuchses werden im Obergeschoss untergebracht.



Der zentrale Eingang zum Gebäude und zum Campus wird durch eine Öffnung in der Grösse eines Fussballtors gebildet.

Visualisierung: Luca Selva Architekten
www.baz.ch
 

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Baugesuch für Nachwus Campus

fcb. Die Stiftung Nachwuchs-Campus Basel hat gestern das Baugesuch für dieses Fussballprojekt auf den Sportanlagen St. Jakob in Münchenstein eingegeben, wie es in einer Mitteilung heisst. Für die Bauherrschaft sei das Gesuch von FCB-Präsidentin Gigi Oeri und Stiftungsrat Jacques Herzog unterzeichnet. Das Projekt stammt von Architekt Luca Selva. Grundbesitzerin ist die Christoph Merian Stiftung. Bisheriger Baurechtsnehmer ist der Kanton Basel-Stadt, das Baurecht wird auf die Stiftung übertragen. Der Spatenstich ist für den Spätsommer vorgesehen.

Quelle: BAZ 8.4.11
 

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FCB-Campus: Arbeiter stossen auf Altlasten

Der Boden der Sportanlagen St. Jakob ist mit Schwermetallen verseucht. Die Bauarbeiten am FCB-Campus sind gestoppt. Von Matieu Klee


Noch im August sagte FCB-Ehrenpräsidentin Gigi Oeri, sie sei glücklich, dass einer ihrer grössten Träume bald in Erfüllung gehe. Inzwischen dürfte die Präsidentin der Stiftung Nachwuchs-Campus Basel nicht mehr so ruhig schlafen. Denn auf der Baustelle des FCB-Campus, einem Trainingszentrum für Nachwuchsfussballer, stiessen Bauarbeiter auf Altlasten. Der herbeigerufene Geologe fand in einer ersten Analyse alten Bauschutt und Schwermetalle. Sofort schaltete die Campus-Stiftung das Baselbieter Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) ein.

Noch ist unklar, wie stark der Boden tatsächlich verseucht ist. Ein erstes geologisches Gutachen halten die Verantwortlichen unter Verschluss. Doch solange die Stiftung keine gründliche Analyse vorlegt, kann sie nicht weiterbauen. «Sobald diese Analyse vorliegt, werden wir entscheiden, welche Sanierungsmassnahmen nötig sind», erklärt Adrian Auckenthaler, Ressortleiter Gewässer und Altlasten beim Amt für Umweltschutz und Energie. Im schlimmsten Fall müssten Teile des Bodens auf einer Deponie entsorgt werden.

Überraschender Fund

Der Fund hat selbst die Experten des Kantons überrascht: Denn das Gebiet der Brüglinger Ebene, das in der Grundwasserschutzzone liegt, ist im Kataster des Kantons als unbelastet eingetragen. Das Land gehört seit über zweihundert Jahren Christoph Merian respektive dessen Stiftung und wurde früher nur landwirtschaftlich genutzt, wie der Mediensprecher der Stiftung, Toni Schürmann, erklärt. Schwemmland sei das Gebiet lange Zeit gewesen, also Land, das immer wieder von der Birs überschwemmt wurde und deshalb auch denkbar ungeeignet war für einen industriellen Betrieb. In den 1920er-Jahren habe die Christoph Merian Stiftung (CMS) mit dem Kanton Basel-Stadt einen ersten Baurechtsvertrag abgeschlossen. Dieser nutzt das Gebiet seither für Sportanlagen.

Die Stadt als Sünderin

Der Kanton Basel-Stadt steht denn jetzt auch im Verdacht, für die Altlasten verantwortlich zu sein. In den 1980er-Jahren baute die Stadt nämlich dort, wo jetzt der Campus entsteht, Garderoben. Und alles deutet darauf hin, dass die Stadt damals das Gelände mit Bauschutt aufschütten liess, der jetzt dreissig Jahre später bei den Bauarbeiten wieder zum Vorschein kam. Das städtische Finanzdepartement wollte dazu noch keine Stellung nehmen, bevor nicht das Baselbieter Amt für Umweltschutz und Energie entschieden hat, wie diese Altlasten zu sanieren sind.

Benno Kaiser, Geschäftsführer der Campus-Stiftung, betont, dass der Boden durch den Bauschutt nur minimal belastet sei. «Die gemessenen Anteile an Schwermetall liegen noch weit unterhalb der Grenzwerte», sagt er. Trotzdem habe die Stiftung den Fund dem Kanton gemeldet, weil das Gebiet als Grundwasserschutzzone sensibel sei.

Tatsächlich betrieb die Gemeinde Birsfelden in unmittelbarer Nähe zwanzig Jahre lang ein Pumpwerk. Die regelmässigen Untersuchungen des Trinkwassers hätten kein einziges Mal Anlass zur Sorge gegeben, erklärt der Birsfelder Brunnmeister Rolf Rhyn. «Das Trinkwasser des Pumpwerks war immer einwandfrei», sagt er. Inzwischen steht das Pumpwerk nicht mehr: Es musste dem FCB-Campus weichen.

Birsfelden baut jetzt ein paar Hundert Meter birsaufwärts ein neues Pumpwerk. Trotzdem droht Ärger: Werden in der Umgebung einer Trinkwasserfassung Altlasten gefunden, muss diese saniert werden, auch dann, wenn sich im Wasser nur kleinste Spuren der Altlasten nachweisen lassen. Und selbst dann, wenn die Grenzwerte für Trinkwasser noch weit unterschritten werden.

Wer zahlt die Zusatzkosten?

Erst wenn der Kanton Baselland die konkrete Sanierungsmassnahme verfügt, lässt sich beziffern, wie viel teurer der Neubau deswegen zu stehen kommt. Zuerst müssen jetzt aber die Geologen eine umfassende Analyse abliefern. Gestützt darauf, wird das Baselbieter Amt für Umweltschutz und Energie über die Massnahmen entscheiden. Dann werden sich die CMS als Landeigentümerin, der Kanton Basel-Stadt als mutmasslicher Verursacher und die Campus-Stiftung als Bauherrin an einen Tisch setzen und darüber verhandeln müssen, wer wie viel dieser Zusatzkosten übernimmt.

Trotz dieser schlechten Neuigkeiten soll Gigi Oeri den Campus wie geplant im Jahr 2013 eröffnen können. «Gemäss heutigem Kenntnisstand gibt es keine Verzögerungen beim Bau des Campus», sagt Geschäftsführer Kaiser. Doch um den Zeitplan einzuhalten, dürfen keine weiteren Überraschungen mehr zu Tage treten.

Quelle: www.tageswoche.ch
 

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Nachwuchs-Campus: Alles auf Kurs

Für Gigi Oeri war es eines der letzten Projekte, das sie als FCB-Präsidentin angestossen hatte: der Nachwuchs-Campus des FC Basel auf den Sportanlagen St. Jakob. Anfang Dezember wird Aufrichte gefeiert.


Im Zeitplan. Nächsten Sommer sollen die ersten Fussballer im neuen Zentrum ihre Umkleidekabinen beziehen.
Bild: Dominik Plüss

Vier Rasenplätze, ein Kunstrasenfeld und eine Sprintbahn sollen am Süd*ende der Brüglinger Ebene entstehen. Im Haus wird es einen eigens auf die Bedürfnisse der Nachwuchsfussballer ausgerichteten Kraftraum geben, ebenso wie eine Abteilung für die Massage und eigene Umkleidekabinen für jede einzelne Nachwuchsmannschaft. Dazu kommen eine Kantine und eine Cafeteria. Der neue Campus wird eines der mo*dernsten Trainingszentren für Nachwuchsfussballer der Schweiz sein.

Der Baustopp, den es nie gab

Mit viel Vorfreude und unter grossem Aufwand wurde im August 2011 der Spatenstich inszeniert. Danach verlief vorerst alles nach Plan. Gross dürfte allerdings auch der Schock gewesen sein, als im vergangenen Februar plötzlich Altlasten in den Baugruben auftauchten. Von Bauschutt und Schwermetallen war die Rede. Das Amt für Umweltschutz des Kantons Baselland liess Bodenproben untersuchen.

Zwar standen die Arbeiten am Campus entgegen den Behauptungen diverser Zeitungen nie ganz still, wie Benno Kaiser, der Geschäftsführer der Stiftung Nachwuchs-Campus Basel auf Anfrage betont. Trotzdem hat die Situation Kopfzerbrechen bereitet. Denn hätte sich der Verdacht erhärtet und allfällig kontaminierter Bauschutt hätte abgetragen werden müssen, der Bau des FCB-Nachwuchszentrums hätte sich wohl um Monate, wenn nicht Jahre hinausgezögert.

Die Kosten, die gestiegen sind

Heute ist klar: Auf der Brüglinger Ebene kann gebaut werden. Die Aushubmaterialien müssen zwar speziell entsorgt werden, ansonsten würden aber keine weiteren Auflagen bestehen, so Alberto Isenburg, Leiter des Baselbieter Amts für Umweltschutz und Energie. Dieser Entscheid sei seit Mai rechtskräftig. «Sorgen machen uns in dieser Sache nur noch die gestiegenen Kosten», sagt Benno Kaiser. Der Stiftungsrat suche nach Lösungen.

Auf den Bauablauf sollte dieses *Intermezzo keinen Einfluss haben. Für Anfang Dezember ist die Aufrichte des zentralen Garderobengebäudes geplant. Ein Kunstrasenfeld gehe Anfang 2013 in Betrieb, und bereits ab dem kommenden Juli sollen die ersten Fussballer im neuen Trainingszentrum die Umkleidekabinen beziehen.

«Die erste Mannschaft wird wohl die U21 sein», erklärt Benno Kaiser. Bis im August werde dann Woche für Woche eine Nachwuchsmannschaft einziehen. «Und wenn das geschehen ist, gibt es eine grosse Eröffnungsfeier», so Kaiser weiter. Die Hülle des Garderoben- und Schulungsgebäudes ist bereits erkennbar, und auch die Betonstelen, die dereinst als Sichtschutz dienen werden, stehen bereits. Sie sollen die erste Mannschaft bei ihren Trainings vor neugierigen Blicken schützen.

Bei einem Besuch auf den Rasenfeldern befindet sich ein Teil der U21-Mannschaft bereits im Training. Es werden Bälle Richtung Rohbau gespielt, die dann kurz vor dem Bauzaun vom Torwart abgefangen werden. Die Flutlichtanlage funktioniert. Nebenan arbeiten Bauarbeiter am Kunstrasenfeld. Man fühlt sich ein bisschen wie in einer Wohnung, die gerade umgebaut wird. Die Vorfreude ist spürbar.

Das Geld, das Oeri gibt

Während sich die Fussballmäzenin Gigi Oeri Anfang Jahr als Vorsitzende des FC Basel verabschiedet hat, bleibt sie weiterhin Präsidentin der Stiftung Nachwuchs-Campus Basel.

Diese finanziert den Bau und später auch den Betrieb des Campus mass*geblich mit. Eigenen Angaben zufolge will die FCB-Ehrenpräsidentin jährlich 2,6 Millionen Franken einschiessen. Der Campus ist für Gigi Oeri nämlich eine Herzensangelegenheit.

Quelle: www.bazonline.ch
 

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Beim Tempel für den FCB-Nachwuchs fehlt nur noch das Dach

Heute feierten der FC Basel und Gigi Oeri Aufrichtung beim neuen Nachwuchs-Campus. Im kommenden Sommer soll die Anlage fertig sein. Der Campus setzt in der Schweiz neue Massstäbe – und soll die Junioren-Abteilung des FCB an der Spitze halten. von Benjamin Wieland


Die Frage lautete: Kommt er - oder kommt er nicht? Die Rede ist von FC-Basel-Präsident Bernhard Heusler. Am Montag lud die Stiftung Nachwuchs-Campus zur Aufrichtfeier, und der Campus ist bekanntlich das «Kind» von Heuslers Vorgängerin Gigi Oeri. Zur Erinnerung: Oeri war der Clubleitung in einem «Sonntag»-Interview von Ende November kräftig an den Karren gefahren. Freis Rücktritt wäre vermeidbar gewesen, monierte die FCB-Ehrenpräsidentin, Finks Weggang auch. Und sowieso sei der FCB bald «wie jeder andere Fussballclub auch».

Jeder Schritt wird aufgezeichnet

Das sass. Trotzdem kam Heusler an die Aufrichtfeier in der Brüglinger Ebene. So wie viele andere, die beim FCB Rang und Namen haben. Zum Beispiel Adrian Knup, Marco Walker und Massimo Ceccaroni. Und natürlich Gigi Oeri. Alle lächelten. Von Zwist kein Spur. Und zusammen mit den zahlreich erschienenen Medienvertretern und am Bau Beteiligten waren sie Zeuge davon, dass der FCB noch lange nicht so sein wird «wie jeder andere Fussballclub auch».

Denn der Campus, der am Montag gefeiert wurde, ist einzigartig - zumindest hierzulande. Den sechs Nachwuchsmannschaften werden dereinst Therapieräume, Physiotherapie, Kraftraum, Kantine und Freizeiteinrichtungen zur Verfügung stehen. Hinzu kommen sechs Fussballfelder, wobei das Konzept der Rundumbetreuung sogar noch weiter geht: Auf zwei Feldern ist ein sogenanntes Analysetool installiert. Damit können die Bewegungen der Spieler auf Schritt und Tritt aufgezeichnet werden. Die Daten fliessen in die Trainingsgestaltung ein.

Nicht zuletzt sticht das Gebäude selbst heraus. Architekt Luca Selva entwarf einen leicht trichterförmigen Baukörper, dessen Haupteingang exakt die Masse eins Fussballtors aufweist. Auf der gesamten Fassade sind Löcher eingebracht. Ihre Höhe auf der Wand entspricht den gesamten Schlussplatzierungen des Clubs seit der Gründung.

Der Campus setzt Massstäbe - kein anderer Schweizer Club kann etwas Vergleichbares vorweisen, mit Ausnahme der Grasshoppers. «Dieser ist aber etwas in die Jahre gekommen», sagte Benno Kaiser, Geschäftsführer der Stiftung. Und fügte bescheiden an: «Der Campus wird unsere Ansprüche nicht heben. Wir passen die Infrastruktur einfach dem schon heute bestehenden hohen Niveau an.»

Das ist aber nicht gratis: 18 bis 20 Millionen Franken kostet der Nachwuchs-Tempel. Bei den Betriebs- und Unterhaltskosten - ohne Trainingsbetrieb - rechnet Kaiser mit einer Million pro Jahr.

Eröffnung im Sommer

Mit insgesamt rund eineinhalb Millionen Franken aus dem Swisslos-Sportfonds sind auch die beiden Basel beteiligt. «Private Gönner und öffentliche Hand arbeiten zusammen - dieses Projekt besitzt Vorbildcharakter», schwärmte der basel-städtische Regierungsrat Christoph Eymann, und auch sein Baselbieter Kollege Urs Wüthrich äusserte sich sehr positiv zum Engagement.

Die Einweihung des Campus ist per August 2013 vorgesehen - rechtzeitig zum Start der neuen Saison.

Quelle und Fotos: www.basellandschaftlichezeitung.ch
 

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Ein in Beton gegossenes Vermächtnis

Von seiner Ehrenpräsidentin erhält der FC Basel die modernste Fussballschule der Schweiz zur Verfügung gestellt. Der 20 Millionen Franken teure Nachwuchs-Campus ist ein Segen für den Club und Herausforderung zugleich. Von Christoph Kieslich und Florian Raz .




Nur ein paar Torwartabschläge vom Joggeli entfernt: Der Nachwuchs-Campus Basel, wo der FCB künftig Talente ausbildet. (Bild: Christian Schnur)


Die Fassade des Nachwuchs-Campus mit den Öffnungen, die die Platzierungen des FC Basel seit seiner Gründung 1893 darstellen. (Bild: Christian Schnur)


Einem jugendlichen, talentierten Fussballspieler schmackhaft zu machen, zum FC Basel zu kommen, ist nicht sonderlich schwierig. Man trifft sich in den Geschäftsräumen des Glasturms neben dem St.-Jakob-Park, zeigt den Eltern die betreuten Wohnhäuser in der Lehenmatt, und natürlich lässt man den Gang ins Joggeli wirken. «Geschämt hat man sich aber dann», erinnert sich Peter Knäbel, «wenn man bei den Kabinen angekommen ist.» Draussen, auf den Sportanlagen St. Jakob, herrscht «Fusspilzgefahr», wie der ehemalige Nachwuchschef des FCB die Zustände in den in die Jahre gekommenen Holzbaracken beschreibt.

Bis 2009 war Knäbel sechs Jahre lang in der Juniorenarbeit beim FCB tätig, zuletzt als Chef, und in diese Zeit fällt die Idee für den Nachwuchs-Campus, der nun am 17. August feierlich eingeweiht und ab 1. September in Betrieb genommen wird.

Professionell, erfolgreich und mit den Zürcher Clubs führend in der Schweiz ist der FCB seit Jahren in der Ausbildung junger Fussballer – «Nachwuchsarbeit auf höchstem Niveau mit bescheidenen Mitteln», wie Benno Kaiser, lange Jahre administrativer Leiter dieser FCB-Abteilung, das nennt. «Aber», sagt Peter Knäbel, «wir liefen Gefahr, infrastrukturell in Rückstand zu geraten.

Bis 2009 war Knäbel sechs Jahre lang in der Juniorenarbeit beim FCB tätig, zuletzt als Chef, und in diese Zeit fällt die Idee für den Nachwuchs-Campus, der nun am 17. August feierlich eingeweiht und ab 1. September in Betrieb genommen wird.

Professionell, erfolgreich und mit den Zürcher Clubs führend in der Schweiz ist der FCB seit Jahren in der Ausbildung junger Fussballer – «Nachwuchsarbeit auf höchstem Niveau mit bescheidenen Mitteln», wie Benno Kaiser, lange Jahre administrativer Leiter dieser FCB-Abteilung, das nennt. «Aber», sagt Peter Knäbel, «wir liefen Gefahr, infrastrukturell in Rückstand zu geraten.»

Möglich gemacht hat den Campus Gigi Oeri, die einst von René C. Jäggi in den Verein geholt wurde und sich zunächst für die Jugend engagierte, ehe sie als Präsidentin, Transferchefin und Mäzenin den Aufschwung des FCB nach der Jahrtausendwende befeuerte. Beim Aufrichtfest des Campus im Spätjahr 2012 sagte Gigi Oeri: «Einer meiner grössten Träume, seit ich den FCB kenne, geht in Erfüllung.» Der Campus ist auch das in Beton gegossene Vermächtnis der Ehrenpräsidentin.

Vor fünf Jahren wurde das Projekt angeschoben mit einem Planungskredit, den Oeri gewährte. Knäbel nennt den Weg zur Verwirklichung kompliziert: «Man ging anfangs von grösstmöglichem Widerstand aus.» Unvergesslich ist Knäbel deshalb ein Auftritt mit Kaiser und Oeri vor dem Münchensteiner Gemeinderat in nicht öffentlicher Sitzung: «Da haben die Leute verstanden, dass es Gigi Oeri ernst ist mit dem Projekt.»

Den Löwenanteil der Kosten trägt Gigi Oeri

Das galt dann auch während der Bauphase, als zum Beispiel Altlasten im Boden entdeckt wurden. Die Entsorgung verschlang eine weitere Million Franken, nicht budgetierte Zusatzkosten, die sich Kanton, Christoph Merian Stiftung und Gigi Oeri teilten. Insgesamt hat der Bau der Anlage mehr als 20 Millionen Franken gekostet.

Der Löwenanteil davon kommt von Gigi Oeri, und nebst privaten Spendern wie Unternehmer Emanuel Burckhardt, Bankier Eric G. Sarasin, Novartis oder Bernhard Burgerners Constantin Film Schweiz AG, haben auch die Kantone Basel-Stadt (1 Million) und Baselland (0,5 Millionen) Zuschüsse aus dem Swisslos-Fond gewährt.

Für dieses Geld gab es einerseits das von den Basler Architekten Luca Selva entworfene Hauptgebäude, ein sich in die Brüglinger Ebene einfügender Bau, der sich nach Süden hin öffnet. Markant ist zum einen eine grosszügige überdachte Lobby, die in ein strahlend blaues Tartanfeld übergeht, zum anderen sind in die Weissbetonfassade runde Öffnungen eingelassen, die sämtliche Platzierungen des FC Basel seit seiner Gründung 1893 darstellen.

Eine Infrastruktur, die keinen Vergleich scheuen muss

Auf Ästhetik und Gestaltungsfragen bis ins Detail haben Stiftungspräsidentin Gigi Oeri und Stiftungsrat Jacques Herzog viel Wert gelegt, und auch bei der Funktionalität der Anlage wurde nicht gespart. Die Nachwuchsmannschaften des FCB von U14 bis U21 beziehen im Campus jeweils eine eigene Garderobe, die Trainer erhalten Büros, es gibt einen Kraftraum, ein Kaltwasserbecken, Platz für die Physiotherapeuten, ein Auditorium, einen Aufenthaltsbereich für die Junioren, Sitzungszimmer, eine Kantine und ausserdem ein öffentlich zugängliches Restaurant.

Zudem sind vier Fussballplätze frisch angepflanzt, einer davon neuerdings im Winter beheizbar, es wurde ein seit Jahresbeginn bereits genutzter Kunstrasen gebaut, Flutlichtanlagen wurden installiert, und eines der Felder ist mit elf Kameras für die Leistungsdiagnostik ausgerüstet, die nicht vielen Proficlubs in Europa zur Verfügung steht.

Erstmals hat die Jugendarbeit des FC Basel damit eine Art Begegnungsstätte, wobei der Campus den Buben und jungen Männern vorbehalten ist. Auf den Trainingsfeldern 10 und 11 der Sportanlage St. Jakob, direkt an der Grün 80 gelegen, werden ausserdem wie früher auch wieder die Profis unter Murat Yakin üben, vor allem im Winter auf dem beheizten Platz – und dafür Miete bezahlen. Die Mädchen- und Frauenmannschaften des FCB genies-sen im Campus Gastrecht für einzelne Trainings oder Spiele, sie haben im Gebäude aber keine eigenen Räume.

Vom Campus verspricht sich Adrian Knup, der als Vizepräsident des FCB für die Nachwuchsarbeit zuständig ist und als Ex-Nationalspieler selbst noch wöchentlich mit Junioren auf dem Trainingsplatz steht, einen Austausch der Trainer, wie er im Leistungsbereich bisher nur umständlich möglich war und von den Praktikern immer wieder eingefordert wurde: «Das wird intern noch einmal einen richtigen Schub geben.»

Das alles hätte sich der Verein selbst nicht leisten können, sagt Knup: «Der Bau ist ein Segen für den FCB.» Das vor allem auch deswegen, weil die Talentschmiede den Club auch in Zukunft nichts kosten wird. Spieler und Trainer können frei über die Infrastruktur verfügen. Für den Unterhalt des Baus und der Plätze, für Wasser und Strom und für die beiden Wohnhäuser an der Lehenmattstrasse für auswärtige Nachwuchsspieler trägt die vom FC Basel unabhängige Stiftung Nachwuchs-Campus Basel die Kosten, ja selbst für die Schulgelder der Junioren kommt sie auf.

Die teure Talentschmiede

Rund drei Millionen Franken wird so das Jahresbudget des Campus betragen. Und auch dieses Geld wird grossmehrheitlich von Gigi Oeri kommen, die eine jährliche Zahlung von 2,6 Millionen zugesagt hat. Es wird für die Campus-Stiftung also überlebenswichtig sein, dass die FCB-Ehrenpräsidentin nicht irgendwann die Freude an ihrem Projekt verliert. Bislang soll sie jeweils sogar mehr als die versprochene jährliche Summe zur Verfügung gestellt haben.

Der FC Basel seinerseits «hat keine finanzielle Verpflichtung der Stiftung gegenüber», wie Knup sagt. Mit einer Ausnahme: Wenn ein Spieler, der durch den Campus ging, einen Transfer macht, erhält die Stiftung vom FCB einen kleinen, fixen Beitrag.

Trotzdem bleibt der Nachwuchs ein bedeutender Posten im Budget des FCB. Trainer, Betreuer und Physiotherapeuten sind weiter bei der FC Basel 1893 AG angestellt; insgesamt sind es rund 50 Funktionsträger, darunter 13 Trainer, die im FCB-Nachwuchs arbeiten. «Wir stellen die Infrastruktur, der FCB nutzt sie», erklärt Benno Kaiser das System. Ihm wurde von der Stiftung die Geschäftsführung im Campus übertragen, wo weitere zehn festangestellte Kräfte tätig sind.

Zwischen fünf und sechs Millionen Franken lag das offiziell nicht konkret ausgewiesene Budget für den FCB-Nachwuchs vor der Gründung der Stiftung. Nun wird die gesamte Summe, die FCB und Stiftung zusammen für die Nachwuchsförderung ausgeben, bei sechs Millionen veranschlagt.

Das sind Investitionen, die sich der FCB nur leisten kann, wenn immer wieder eigene Junioren den Sprung in die erste Mannschaft schaffen – und danach am besten auch noch mit einer netten Transfersumme den Wechsel ins Ausland. Wenn Knup darüber spricht, dann klingt er schon fast wie ein CEO eines Basler Pharma-Unternehmens: «Wir haben schon den Druck, dass unsere Pipeline nicht austrocknet.»

Nur, dass in dieser Pipeline nicht neue Medikamente stecken, sondern Jugendliche, die neben dem Fussball auch noch eine sinnvolle Ausbildung erhalten und in ihrer persönlichen Entwicklung gefördert werden sollen.

Fast zwangsläufig kommt es da zu Konflikten zwischen sportlichen und pädagogischen Ansprüchen. Was, wenn ein Jugendlicher sich im FCB-Wohnheim daneben benimmt, aber der Torjäger seines Nachwuchsteams ist und am Wochenende das Spitzenspiel ansteht? Wird er dann diszipliniert, indem er aus dem Kader gestrichen wird – oder zählt das Streben nach sportlichem Erfolg mehr?

Menschlich noch schwieriger und anspruchsvoller in der Betreuung wird es, wenn Teenager aus dem Ausland verpflichtet werden, die dann nach ein paar Jahren als nicht gut genug für eine Profikarriere beim FCB taxiert werden. Dass die Arbeit in diesem Spannungsfeld in Basel in jüngerer Vergangenheit zu grundsätzlichen Auseinandersetzungen geführt hat, zeigen die personellen Wechsel in diesem Bereich.

Die wohlüberlegte Trennung von Stiftung und Club

Doch gerade in diesem Bereich sieht Benno Kaiser den grossen Vorteil der Trennung zwischen FCB-Nachwuchs-Abteilung und Campus. In diesem Konstrukt habe die durch die Stiftung vertretene pädagogische Seite weit mehr Gewicht: «Wir sind ganz bewusst abgetrennt, damit wir überwachen können, ob gewisse Grundwerte eingehalten werden.»

FCB-Präsident Bernhard Heusler findet gar, durch die Trennung sei die Gefahr gebannt, dass im Falle einer finanziellen Schräglage des Vereins bei der Betreuung der Jugendlichen der Sparstift angesetzt wird: «Es ist ein ganz grosses Glück, dass die sozialen Kompetenzen in der Stiftung sind. So kann dieser Bereich nicht einfach zusammengestrichen werden.»

Vorderhand hat sich der FCB, wie Adrian Knup erläuert, «auf die Fahnen geschrieben, die Nachwuchsarbeit vermehrt regional zu verankern». Durch das vom Verband vorgegebene Ausbildungssystem mit Labels und Partnervereinen sind die Claims abgesteckt, Talente von anderen Super-League-Clubs abzuwerben, ist kostspielig geworden, und deshalb will der FCB mehr Energie innerhalb eines 50-Kilometer-Radius aufwenden.

Peter Knäbel: «Mit dem Campus übernimmt Basel eine Vorreiterrolle»

Für Peter Knäbel, der 2009 als Technischer Direktor zum Schweizerischen Fussballverband wechselte und den Überblick über die Nachwuchsförderung im Land hat, steht fest: «Der Campus ist in der Schweiz einmalig. Damit übernimmt Basel eine Vorreiterrolle.»

Im europäischen Vergleich, einem Umfeld, in dem der FCB mit seinen Profis im Wettbewerb steht, hält der Ausbildungsexperte Knäbel auch die luxuriöse Ausstattung für nicht übertrieben: «Wer auf diesem Niveau der Nachwuchsförderung nicht mitmachen kann, ist langfristig nicht mehr konkurrenzfähig.»

Quelle: http://www.tageswoche.ch/de/2013_31/sport/564323/ein-in-beton-gegossenes-vermaechtnis.htm
 
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