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Frage zu Osteuropa

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In osteuropäischen Städten gibt es ja viele neue Bauwerke und Verkehrsflächen in der modernen Art, genau wie bei uns, die vermutlich auch angemessen gepflegt werden. Daneben hat man Zeugnisse der sozialistischen Zeit sowie restaurierte und noch nicht restaurierte Altsubstanz. Soweit, so klar.

Was ich aber einfach nicht verstehe: Warum sieht man an vielen Stellen, auch zentral in den florierenden Städten, völlig abgewrackte und oft leerstehende Ruinen, die zu nichts mehr zu gebrauchen sind, sowie fast unpassierbare, wie zerbombt wirkende Verkehrsflächen (Bürgersteige, Parkplätze, besonders auch Übergangsbereiche aller Art)?

Nach unserer Mentalität wäre es sinnvoll, diese Hindernisse und Schandflecken möglichst schnell zu entfernen, und sei es aus Geld- oder Kapazitätsmangel nur provisorisch. Dort jedoch scheint die Mentalität zu herrschen, absolut nichts zu unternehmen, bis von Grund auf der Neubau möglich ist.

Daß die dortigen Menschen diese krassen Mißstände aus der Historie heraus oder sonstwie nicht so als störend wahrnehmen, kann ich mir schlecht vorstellen, sonst würden sie das Heile und Moderne nicht gleichzeitig zu schätzen wissen. Die betreffenden Verkehrsflächen wenigstens halbwegs zu ebnen, wäre ja nun auch eigentlich mit vertretbarem Aufwand machbar.

Hat jemand eine Erklärung für dieses Phänomen?
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Mmhh, also ich sträube mich dagegen, nach bald 30 Jahren immer noch dem Experiment Sozialismus/Kommunismus die Schuld zu geben. Zumal diese Phase ja selbst gar nicht mal so lange dauerte. Und was sollen wir mit unseren Kriegszerstörungen dann erst sagen. Ich war zwar nicht dabei, von daher möge man mich gegebenenfalls berichtigen, aber soweit mir bekannt ist, wurden unsere Innenstädte doch innerhalb von ca. zehn Jahren komplett auf Vordermann gebracht. Zwar nicht gerade immer hochwertig, aber eben schnell und gründlich. Verwahrloste oder verwüstete Ecken duldete man nicht. In osteuropäischen Städten wird es ja sicherlich auch so etwas wie Stadtplanung geben, jedoch scheint den Zuständigen da vom Volk kein Druck gemacht zu werden. Man hat offenbar einfach wenig Ansprüche an das Stadtbild und die Stadtfunktionalität. Ich denke, es liegt an Unterschieden im Charakter. Wie der nun geprägt wurde, ist eine andere Frage. Aber wie gesagt, guckt man sich bei uns die Leistungen des Wiederaufbaus an, ist anderswo nicht viel Raum für "Entschuldigungen". Wobei ich ungern die eigene Lebenswelt als Maßstab für alle setze. Es ist halt so, wie es ist, und das warf für mich bei meiner jüngsten Visite in Osteuropa diese Fragen auf.
Südwest-Polen, Nordost-Polen und Litauen. Daher dachte ich, mit einer Pauschalisierung würde man der Sache gerechter. Aus Tschechien habe ich es aber in der Tat nicht so in Erinnerung. Daß Osteuropa nicht unbedingt bereits in Polen anfängt, ist mir klar, jedoch ahnte ich schon, daß sich ein Trend in den von uns aus gesehen dahinter liegenden Gebieten eher verstärkt. Wird das dann in Rußland eigentlich wieder anders? Interessant, daß Du von deutlichen Unterschieden zwischen Litauen und Estland sprichst. Diese beiden Völker sind ja z.B. nicht miteinander verwandt. Auch fällt mir gerade ein, daß die ehemaligen deutschen Gebiete in Polen hauptsächlich von Menschenschlägen (zwangs)besiedelt wurden, die eigentlich aus der Gegend der Ukraine stammen. Das muß man bei trendmäßigen Einordnungen Polens berücksichtigen.
@ Klabauter
Es war ein repräsentativer Eindruck, der sich neulich für mich nach meiner dritten Reise in diese Gebiete festsetzte. Wie aus meinen Formulierungen ersichtlich ist, hielt/halte ich diesen Eindruck für allgemeingültig. Ich hätte nicht gedacht, daß erst über den Eindruck diskutiert werden muß. Wenn ich gewußt hätte, daß die Sachlage anscheinend doch nicht so eindeutig ist, hätte ich diesen Faden mit einem anderen Ansatz, mit Beispielphotos oder auch gar nicht eröffnet. Ist alles ein bißchen unglücklich.
Mir fiel gerade ein, daß ich zufällig doch ein aktuelles Beispielphoto (aus Stettin) zur Hand habe, auch wenn es weder ein Gebäude noch eine Verkehrsfläche zeigt. Man sieht hier die von mir gemeinte häßlich und funktionslos gewordene Restsubstanz, die aber einfach nicht entfernt, aufgebessert oder verdeckt wird. Für uns ist es doch nicht nachvollziehbar, wie man eine Lebenseinstellung haben kann, mit der man sich von solch einem Zustand anscheinend gar nicht gestört fühlt.

http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=fb1aac-1520000333.jpg

PS: Kleine Anmerkung am Rande - in dem Stadion trug Deutschland 1935 ein Heim-Länderspiel gegen Estland aus ...
@ Erbse: Nein.
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