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Discussion Starter #1 (Edited)
Graz | Straßenbahn | Projekte und Meldungen

Wird Zeit für einen Straßenbahnthread. Werde hier alles zusammensammeln, was in der letzten Zeit so dazu gekommen ist.

Obere Annenstraße:
Das Loch, aus dem die Straßenbahn jetzt beim Leiner herausfährt:

Die Rampe Richtung Stadt - für die Straße kein echter Bringer...

Und der neue Leiner. Ich hätte gedacht, dass der eine bessere Fassade bekommt, nicht einfach grün überpinselten Beton. Das ist schon irgendwie sehr billig...

Alle Bilder: 3D
 

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Graz | Straßenbahn | Projekte und Meldungen


So legen Bus und Tram in Graz bis 2030 zu

Der Grazer Westen wächst enorm. Das stellt das städtische Verkehrssystem vor eine massive Belastungsprobe. Die Stadt antwortet darauf mit einem Bündel an Öffi-Maßnahmen. Von Gerald Winter-Pölsler

Reininghaus, Smart City, Green City, Martinhofsiedlung, Gürtelturm - bei all diesen Großprojekten und vielen kleineren im Grazer Westen entsteht in den nächsten Jahren Wohnraum für 20.000 Menschen und mehr. Das wirkt sich natürlich auf den Verkehr aus.
Will Graz seinen beschlossenen Mobilitätszielen gerecht werden (starke Reduzierung des Autoverkehrs, Ausbau von Öffis und Rad), muss die Stadt da massiv eingreifen. Dazu soll das Angebot des öffentlichen Verkehrs ausgebaut werden. Die Graz-Linien rechnen mit einem Fahrgastanstieg von derzeit 114 Millionen im Jahr auf 135 bis 140 Millionen im Jahr 2030. Vor allem der Grazer Westen wird aufgrund des Bevölkerungswachstums stark zulegen, teils sogar um fast 50 Prozent.

In einem neuen Papier zeigt nun die Verkehrsplanung, welche konkreten Antworten man ab 2019 darauf parat haben wird. "Der öffentliche Verkehr wird hier natürlich eine tragende Rolle spielen", sagt Verkehrsstadtrat Mario Eustacchio (FPÖ). Er bringt das Papier als Infobericht in den nächsten Gemeinderat ein.

Straßenbahnen bis 2019

Kernstück für den ÖV im Grazer Westen ist die Erschließung von Reininghaus und Smart City mit der Straßenbahn. Beide Strecken "sollten nach derzeitigem Planungsstand gegen Ende 2019 in Betrieb gehen", so steht es in dem Papier. Fix ist: Der 6er wird zur Smart City hinterm Hauptbahnhof fahren, nach Reininghaus bis zur alten Hummelkaserne wird wahrscheinlich der 4er (!) geführt. Dafür soll der 3er nach Andritz fahren.
Plus: Die Verkehrsplaner regen an, im Flächenwidmungsplan entlang der Straßganger und Kärntner Straße bis zum Bad Straßgang eine Straßenbahntrasse einzutragen.

Neue Buslinie fährt von Ost nach West

Wenn die Straßenbahn nach Reininghaus fertig ist, wird es einen großen Umbau der Busverbindungen geben. Und mit der Linie 66 eine neue Verbindung zwischen Ost und West in der Stadt. Sie soll von Grottenhof über Reininghaus und Don Bosco bis zum St. Peter Schulzentrum führen. "Der 66er soll also 2019 fahren", sagt Eustacchio.
Dazu soll die Linie 62 neu über Reininghaus geführt werden und die Linie 85 teilweise ersetzen, die Linie 65 wird ebenfalls neu geführt, Teile des 33er übernehmen und womöglich von Puntigam bis Wirtschaftskammer verkehren.

Busse sollen bis zu 25 Meter lang werden

Der 31er, der ab 2019 bis zum Bad Straßgang verlängert werden soll, und der 32er sind jetzt schon nahe an der Kapazitätsgrenze, der 40er in absehbarer Zeit. Eine Fahrplanverdichtung ist fast nicht mehr möglich, daher denken die Verkehrsplaner an überlange Busse, mit denen zwischen 10 und 40 Prozent mehr Fahrgäste transportiert werden können. Die Varianten reichen von überlangen Gelenkbussen mit 21 Metern bis zu Doppelgelenkbussen mit 25 Metern (die aktuellen haben 18 Meter). Ein Testbetrieb wird zeigen, welche Modelle für Graz passen und dann 2018/19 angekauft werden.

Grundsatzbeschluss ja, aber wo ist das Budget?

Das Papier soll im Gemeinderat nächste Woche als Grundsatzbeschluss abgesegnet werden. Das bedeutet: Der Ausbau für die Straßenbahnverlängerungen läuft, alles andere ist derzeit noch in keinem Budget berücksichtigt.
Quelle: http://www.kleinezeitung.at/s/steie...se_So-legen-Bus-und-Tram-in-Graz-bis-2030-zu-
 

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Graz | Straßenbahn | Projekte und Meldungen

Weitere Wohnanlagen sind dort nur eine Frage der Zeit da wird man bei den öffis sicher nachbessern müssen nachdem diese Siedlung ja schon eine massive Veränderung der unmittelbaren Gegend bedeutet...
Ja für mich ist so was auch ein rotes Tuch, ich wohne viel lieber weiterhin im relativ zentralen Geschossbau wo ich in in nur ca. 20min - zu Fuss! - in der Altstadt bin :cheers:
Strassenbahn kommt dort in absehbare Zeit vermutlich keine hin und die Busse stehen gemeinsam mit dem Individualverkehr im Stau (Allerdings kommt jetzt eine eigene Busspur in der St. Peter Hptsr. bis auf Höhe Gürtel). Aber man wird sich wahrscheinlich neue Verkehrslösungen einfallen lassen müssen angesichts der großen Siedlung. Etwa die Öffnung der Schmiedlstrasse zur St Peter Hptstr., was noch vor Jahren von der dortigen Waldorfschule verhindert wurde oder einen durchgängige Verbindung Sternäckerweg-Styriastrasse- Maggstrasse- St Petergürtel -Südgürtel...).

Ich habe jahrelang weiter stadteinwärts in St. Peter gewohnt (vor der 6er Verlängerung) und das war schon manchmal "zach" weit mit dem Fahrrad in die Innenstadt (TU ist eh in der Nähe), der Bus war sowieso immer zu spät...

Aber diese Problematik ist in einer "Mitttelstadt" wie Graz mMn immer gegeben, eine U-Bahn gibt die Agglomeration nicht her, auch das SBahnsystem kann man niemals mit Wien oder Zürich oa vergleichen und das Strassenbahnnetz ist ohnehin gut ausgebaut...
 

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Graz | Straßenbahn | Projekte und Meldungen

Ja Graz hat das typische Mittelstadtproblem: noch zu klein für eine U Bahn aber zu groß fürs Fahrrad geschweige den zum zu Fuss gehen
In Graz und anderswo kommen noch das großteils recht klein diminsionierte Strassennetz dazu wo ja diverse Dörfer wie St. Peter "geschluckt" wurden...
Wien hat da das Glück "durchgeplant" gebaut zu sein mit breiten Strassen/durchgehend recht hohe Bevölkerungsdichten etc...
Was Graz aufgrund des massiven Bevölkerungswachstums Öffimässig braucht sind längere Strassenbahnzüge weil die Linie 7 hat z.B. bereits 42.000 Fahrgäste/Tag...
Die sogenannte Innenstadtentflechtung weil die Herrengasse an der Kapazitätsgrenze ist mit 1000 Bims/Tag...
Last but not least die Umstellung diverser Buslinien auf Strassenbahnbetrieb weil die Fahrgastzahlen bereits mehr als hoch genug dafür sind.
Linie 40 mit 14.000/Tag (zukünftige NW LInie zur geplanten S-Bahnstation Graz-Gösting
Auch die Linien 31 und 63 mit je 12.000/Tag und auch noch die Linie 32 mit 12.000/Tag sind "Strassenbahnreif "
Bei den Bussen selber werden immer mehr Linien auf Gelenksbusse umgestellt weil auch hier die normalen Busse nicht mehr ausreichen.
Bei der Finanzierung der teuren Strassenbahprojekte braucht Graz aber halt Hilfe wie Wien sie ja für die U-Bahn etc. massiv bekommt, hier kommen vom "Bund" bereits positive Signale...
 

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Discussion Starter #6
Ich schätze das so ein, dass ein entschiedener Ausbau der Straßenbahn in Graz eine große Auswirkung auf das Wohlbefinden in der Stadt hätte. Den angesprochenen 40er kenne ich aus eigener Erfahrung, wie viel angenehmer wäre hier für diese recht lange Strecke eine Straßenbahn!
 

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Wenn diese depperten Autofetischisten das Grazer Strassenbahnnetz in der Nachkriegszeit nicht um die Hälfte verkleinert hätten gäbe es die Linie nach Gösting bereits bzw. noch immer.
Ja Strassenbahnen sind einfach laufruhiger, besonders bei der Fahrweise von so manchen Busfahrer fühlt man sich mehr wie eine Kugel in einem Flipperautomat statt als Fahrgast...
Die Linie nach Gösting hat derzeit leider keine Priorität, Smart City und Reininghaus sind da vorgereiht weil laut unserem Bürgermeister soll Reininghaus bald voller Kräne sein weil ein Haufen Baugenehmigungen schlagend werden - die Hoffnung lebt :lol:
 

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^^

Nicht zu vergessen den 2er vom Bahnhof über die Keplerbrücke, Wickenburggasse, Geidorfplatz, Glacis (und dann wieder über Jakominiplatz & Herrengasse zum Bahnhof), die habe ich leider nie gekannt, sie ist mir aber sehr abgegangen..
 

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Discussion Starter #9 (Edited)
Graz | Straßenbahn | Projekte und Meldungen

Ist 1961 - 1971 stückweise eingestellt worden, verrät Wikipedia. 1946 gabs im gesamten Straßenbahn-Netz das Fahrgast-Maximum mit etwas über 80 Mio Fahrgästen und 1972 das Minimum nach dem 2. Weltkrieg. Seit 1990 hält sich das Aufkommen bei einem mittleren Wert von ungefähr 50 Millionen Fahrgästen..
 

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Fahrgastzahlen: von den aktuell (2016) ca. 115 Millionen Fahrgäste/Jahr der Graz Linien sind mehr als die Hälfte mit der Strassenbahn gefahren.
Die derzeit nur 6 Strassenbahnlinien fahren auch mehr Km/Tag als die vielen Buslinien was vermutlich daran liegt das die Strassenbahnen einen oft viel dichteren Takt haben und die einzelnen Linien (bis auf den 3er) recht lang sind:
Busse legen auf das gesamte Jahr gerechnet im Schnitt ca. 25.000 km täglich zurück, Straßenbahnen ca. 41.500 km. Die Graz Linien-Fahrzeuge legen also jeden Tag im Schnitt mehr als 66.000 km zurück
(Quelle Graz Linien)

Ehemalige Linie 2: Durch die neue (unterirdische) Haltestelle Hauptbahnhof würde eine Wiedererrichtung der Linie 2 leider sehr teuer sein, der dafür notwendige Tunnel müsste in der Keplerstrasse anfangen um nach Unterquerung des Gürtels dann in Folge unter dem Hauptbahnhof ein Kurve zurück Richtung Innenstadt machen :nuts:


Zum Schluss noch 2 Bilder:

Die Grazer Pferdestrassenbahn (1878):

Quelle: Graz Linien

Die unterirdische Haltestelle Hauptbahnhof (fertiggestellt 2012):

Quelle: Wikipedia
 

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Discussion Starter #11
Mit 66.000 km/Tag ist das Straßenbahnnetz eh sehr leistungsfähig, scheint mir. Da fährt jede Linie ungefähr 1100 km/Tag, was bei einer nicht wahnsinnig großen Umlauflänge ungeheuer viele Umläufe bedeuten muss. Bei durchschnittlich 11 km Linienlänge würden diese jeweils etwa 100 Mal befahren, also etwa 5 Mal pro Stunde bei 20 Stunden täglicher Betriebszeit. Ist gar nicht so schlimm...
 

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Mit 66.000 km/Tag ist das Straßenbahnnetz eh sehr leistungsfähig, scheint mir. Da fährt jede Linie ungefähr 1100 km/Tag, was bei einer nicht wahnsinnig großen Umlauflänge ungeheuer viele Umläufe bedeuten muss. Bei durchschnittlich 11 km Linienlänge würden diese jeweils etwa 100 Mal befahren, also etwa 5 Mal pro Stunde bei 20 Stunden täglicher Betriebszeit. Ist gar nicht so schlimm...
Alle 12min umgelegt auf 20 Std Betriebszeit wird hinkommen. Die durchschnittlichen Intervalle für die Straßenbahn von ca. 7.00 bis 19.00 Uhr müssten aber klar bei unter 10min liegen, oder?
 

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Die Strassenbahn nach Reininghaus und zur "Smart City" sind laut print Ausgabe der "Kleinen Zeitung" so gut wie fix...
Reininghaus und die Smart City" nimmt der Bürgermeister scheinbar recht persönlich daher bin ich echt optimistisch das für die Bim dorthin das Geld aufgetrieben wird...
 

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http://steiermark.orf.at/news/stories/2893728/

Graz: 117 Mio. für neue Straßenbahn-Projekte

In Graz sind am Montag im wahrsten Sinne des Worte Weichen für die Zukunft gestellt werden: Bis 2023 werden 117 Mio. Euro in den Ausbau des Straßenbahnnetzes investiert - und erstmals zahlt auch das Land etwas dazu.

Unter den sechs geplanten Projekten sticht jenes zur Erschließung der Reininghausgründe als größtes Vorhaben hervor: Die Strecke von der Haltestelle „Alte Poststraße“ bis zur neuen Endstation „Reininghaus“ wird eine 1,8 Kilometer lange Trasse inklusive Geh- und Radwege haben und über die neuen Haltestellen „Reininghausstraße“, „Reininghauspark“ und „Wetzelsdorferplatz“ führen. Baustart der rund 44,1 Mio. Euro teuren Verbindung soll Anfang 2019 und Fertigstellung mit Inbetriebnahme bereits 2021 sein, so der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) am Montag bei einer Pressekonferenz.
Herrengasse soll entflochten werden

Von 2021 bis 2023 soll dann die seit Jahrzehnten geplante und nun über die Neutorgasse fixierte Entflechtung des Nadelöhrs Herrengasse gebaut werden: Die Strecke wird über die Belgiergasse und die Vorbeckgasse zur Annenstraße führen und etwa einen Kilometer lang sein - dadurch soll es eine Entlastung für die durch die Herrengasse laufenden Gleise aller Grazer Tramlinien geben. Zwischenfälle oder Veranstaltungen hatten stets zur Blockade sämtlicher Bim-Verbindungen geführt. Die Kosten dürften sich auf 27 Mio. Euro belaufen. Verkehrsstadträtin Elke Kahr (KPÖ) sei derzeit mit der genauen Planung der Strecke beschäftigt.
Anbindung der Smart City

Mit dem Bau der Smart City in der Waagner-Biro-Straße wurde auch hier eine Anbindung an das Straßenbahnnetz nötig: Diese soll als Verlängerung von der Asperngasse Richtung Norden bis zur Peter-Tunner-Gasse führen und rund 1,1 Kilometer lang sein. Die Stadt rechnet mit etwa 22,4 Mio. Euro an Kosten. Der Bau ist 2020 bis 2021 geplant.
Zweites Gleis für Linie 1 und Linie 5

Neben den drei kompletten Neubauten sollen drei bestehende Bim-Abschnitte zweigleisig ausgebaut werden: Die Linie 5 zwischen Zentralfriedhof und Brauquartier Puntigam von 2022 bis 2023 mit Kosten von 15,3 Mio. Euro sowie bei der Linie 1 die Abschnitte zwischen Hilmteich und Mariagrün um 6,3 Mio. Euro bis 2023 und zum Teil auch die Abschnitte Mariagrün bis Mariatrost um 2,3 Mio. Euro schon bis 2019.
Land zahlt ein Drittel dazu

Die veranschlagten 117,4 Mio. Euro werden mit 43,8 Mio. Euro vom Land Steiermark unterstützt - damit wird erstmals ein Öffi-Ausbau-Projekt in der Landeshauptstadt auch vom Land mitfinanziert -, wobei es sich um eine Förderung über eine Laufzeit von 15 Jahren handelt: Somit finanziert die Stadt Graz die Kosten vor, erhält aber jährlich 15 Mal 2,92 Mio. Euro aus dem Verkehrsbudget des Landes.
Bürgermeister Nagl und Landesrat Lang am MOntag

ORF

Verkehrslandesrat Anton Lang (SPÖ) hat die Finanzierung mit der Stadt ausverhandelt: Das Land habe sich dazu bekannt, den öffentlichen Verkehr auszubauen, man müsse auch die Stadt Graz unterstützen, denn Graz könne das nicht alleine stemmen. „Mit diesem Geld wird nicht der Landeshaushalt belastet als solches, dass mehr Schulden entstehen, sondern es wird aus dem Verkehrsbudget bestritten, das heißt durch neue Prioritätensetzungen“, so Lang.
Hoffen, dass auch Bund einsteigt

Sowohl Land als auch Stadt erwarten sich, dass auch der Bund noch einsteigt und damit eine Drittelfinanzierung zustande kommt. Bisher habe man zwar positive Signale aus Wien bekommen, doch da dort gerade Budgetverhandlungen seien, gebe es bisher keine Zusage, meinte Vizebürgermeister Mario Eustacchio (FPÖ).
Nagl: „Diese Straßenbahnen hält niemand mehr auf“

Für Bürgermeister Nagl sind die Bauten fix: „Diese Straßenbahnen hält niemand mehr auf.“ Entsprechende Beschlüsse sollen bei den kommenden Gemeinderatssitzungen fallen. Offen blieb bisher noch eine Lösung für die Anbindung des Nahverkehrsknotens „Don Bosco“, der nach einer verworfenen Trassenführung über den Griesplatz in den Südwesten mit der Bim angebunden hätte werden sollen.
 

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https://www.graz.at/cms/beitrag/10308587/8106610

Weichenstellung für Bim-Millionenprojekte

05.02.2018

Das Land fördert den Aus- und Neubau von Grazer Straßenbahnprojekten mit 43,8 Millionen Euro. Auch die Bim nach Reininghaus wird auf Schiene gebracht.

Wenn der Verkehrslandesrat und der Grazer Bürgermeister einhellig von einem „geschichtsträchtigen Tag" für den Öffentlichen Verkehr in der Landeshauptstadt Graz sprechen, muss es um etwas richtig Großes gehen. Und das bewahrheitete sich heute Vormittag bei einer Pressekonferenz im Grazer Rathaus: Dabei unterschrieben Landesrat Anton Lang und Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl einen Vertrag, der eine Gesamtförderung des Landes für Grazer Straßenbahnprojekte und Begleitmaßnahmen über insgesamt 43,8 Millionen Euro zum Inhalt hat. Damit werden gleich sechs wichtige Bim-Projekte umgesetzt, darunter die Erschließung der beiden neuen Stadtteile Reininghaus und Smart City. Jetzt wollen die beiden Partner noch den Bund zu einer Drittelfinanzierung an Bord holen.
Lang: „Land überweist in 15 Jahresraten“

Unter großem Medieninteresse betonte Landesrat Anton Lang, ihm sei bei allen Bemühungen in den Regionen immer klar gewesen, dass auch das Land die Infrastruktur des schienengebundenen Öffentlichen Verkehrs in Graz unterstützen müsse. Nach Verhandlungen mit der Stadt steuert das Land jetzt ein Drittel zu einem insgesamt 117,4 Millionen Euro „schweren" Paket von Neu- und Ausbauten im Straßenbahnnetz sowie eine zusätzliche Sockelförderung für begleitende Radwege und Maßnahmen an Landesstraßen in Reininghaus bei. Die insgesamt 43,8 Millionen Euro werden ab heuer in 15 Jahrestranchen überwiesen, ein entsprechender Vertrag wurde heute vor laufenden Kameras unterzeichnet.
Nagl: „Innenstadtentflechtung und zweigleisige Ausbauten“

Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl freute sich, dass das Land ein Partner sei, auf den man sich verlassen kann: „Mit diesem Vertrag können wir jetzt so wichtige Projekte wie die Straßenbahnanbindung unserer neuen Stadtteile Reininghaus und Smart City, aber auch die Innenstadtentflechtung und den zweigleisigen Ausbau entlang jener Linien, in denen die Siedlungsentwicklung eine Taktverdichtung notwendig macht, umsetzen!" Zusätzlich kündigte das Stadtoberhaupt den Baubeschluss für die Bim-Linie nach Reininghaus mit einer Gesamtinvestition von 44,1 Millionen Euro im Gemeinderat am kommenden Donnerstag an.

„Konstruktive Zusammenarbeit über Grenzen hinweg“

Bürgermeister-Stellvertreter Mag. (FH) Mario Eustacchio lobte die konstruktive Zusammenarbeit über Körperschafts- und Parteigrenzen hinweg, die diesen Schulterschluss ermöglicht habe. Als Verkehrsreferent sei er an der Konzipierung jener Projekte beteiligt gewesen, an deren Umsetzung er jetzt als Wohnbaureferent seine Freude habe: „Die Neuankommenden in Reininghaus und Smart City bekommen gleich die leistungsfähige Straßenbahn vor die Haustür!" Finanzstadtrat Dr. Günter Riegler bekräftigte den Wunsch, auch den Bund als Dritten im Bunde abzuholen. Erste Vorgespräche gab es bereits.

Die geförderten Projekte im Einzelnen:

Stadtteilentwicklung Reininghaus: Insgesamt rund 44,1 Millionen Euro für die Straßenbahnanbindung von der Eggenberger Straße bis zur Wendeschleife im Gelände der ehemaligen Hummelkaserne, Streckenlänge 1,8 Kilometer; Geh- und Radwege entlang der Landesstraßen und Straßenbahntrasse mit insgesamt rund 4 Kilometer Länge, Umsetzung geplant von 2019 bis 2021

Straßenbahnanbindung Smart City: Verlängerung von der Asperngasse Richtung Norden über die Waagner-Biro-Straße bis zur Peter-Tunner-Gasse, Länge rund 1,1 Kilometer, Gesamtkosten 22,4 Millionen Euro, Umsetzung geplant von 2020 bis 2021

Innenstadtentflechtung: Errichtung einer Straßenbahntrasse vom Jakominiplatz über Neutorgasse, Belgiergasse und Vorbeckgasse zur Annenstraße, Länge rund 1 Kilometer, Kosten 27 Millionen Euro, Umsetzung geplant von 2021 bis 2023

Zweigleisiger Ausbau Linie 5: Zwischen Zentralfriedhof und Brauquartier Puntigam zur Taktverdichtung in Richtung des neuen Stadtteilzentrums Puntigam (rund 900 Wohneinheiten) unerlässlich, Kosten 15,3 Millionen Euro, Umsetzung geplant von 2022 bis 2023

Zweigleisiger selektiver Ausbau Linie 1 Mariagrün - Mariatrost: Soweit der Aufwand vertretbar ist, zur Taktverdichtung Ausbau zwischen den Haltestellen Kroisbach und Wagnesweg sowie im Haltestellenbereich Teichhof, Kosten 2,3 Millionen Euro, Umsetzung geplant von 2018 bis 2019

Zweigleisiger Ausbau Linie 1 Hilmteich - Hilmteichstraße - Mariagrün: Zur Taktverdichtung unerlässlich, Kosten 6,3 Millionen Euro, Umsetzung geplant 2023

Wolfgang Maget
 

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Discussion Starter #18
@ "erhält aber jährlich 15 Mal 2,92 Mio. Euro aus dem Verkehrsbudget des Landes". Etwas missverständlich formuliert, scheint mir. 15 mal 2,92 pro Jahr, oder?

Irgendwie ein Hammer, dass für so einen Haufen Geld (vom Land + der Grazer Anteil) nur etwa 4 km Neubaustrecke und ein paar km zweigleisiger Ausbau drin sind...
 

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Ist ein teuerer Spass das Ganze aber ist halt essenziele Infrastruktur für eine wachsende Stadt wie Graz.
Diese 4km Neubaustrecke und der 2 gleisige Ausbau sind sehr positiv für das System in Graz!
 

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Der Ausbau ist auf jeden Fall längst überfällig für Graz. Schade dass man bei der Herrengasse Entflechtung sich nicht getraut hat, die Variante Griesplatz zu nehmen, das hätte deutlich mehr neues Gebiet erschlossen. Die Variante Neutor bedeutet also Positivum aber auch, dass (wenn man am Andreas Hofer Platz eine Haltestelle baut) der Hauptplatz nach wie vor relativ gut erreichbar ist.


In der Tat ist es aber nicht viel an neuen Strecken, die Kosten wirken auch nicht niedrig. Daher mal im Detail:


* Das sind ca. 20 Million Euro pro km Neubaustrecke für Smart City und Reininghaus (dort sind auch die 4km Radweg -inkludiert im Preis, wenn ich das richtig sehe), dass es in der Innenstadt etwas teurer ist macht auch Sinn (27 Millionen / km).

* Der zweigleisige Ausbau Puntigam ist ca 1,3 km, das kostet dann auch 11.5 Millionen / km. Würde mich interessieren wie das geplant ist, ob die Triesterstraße verlegt wird (z.b. die Mitteltrennung verkleinert, oder die Fahrspuren verengt), oder ob da Richtung Osten verbreitert wird..

* 1er beim Hilmteich sind ca. 620m, also auch ca bei 10 Millionen / km. Wäre auch interessant wie man das angeht, ob man das bestehende Gleis in der Mitte beibelässt, und dann eines auf einer der Fahrstreifen verlegt, oder das ganz in den Fließverkehr integriert.
[/list]

Also zumindest konsistent sind die Preise, auch der Ausbau kostet relativ genau die Hälfte.


Ein paar Vergleichskosten aus Wien:
- Verlängerung Straßenbahn D von Südbahnhof bis Hauptbahnof, 0,7 km, 12 Millionen (inklusive neuer Schleife), also 17 Millionen / km (https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/projekte/verkehrsplanung/strassenbahn/linied.html).

- Weitere zukünftige Verlängerung D bis Gudrunstraße: 15 Millionen für 1,2 km, also 12.5 Millionen / km

Das ist also deutlich billiger. Zwar sind beide Projekte in kompletten Neubaugebieten, wo die Straßen neu gebaut wurden bzw. die Trassen im Park reserviert wurden. Aber Reininghaus und Smart city sind da eigentlich auch nicht unähnlich!

- 25er, Neubau 1km, ~10 Millionen (https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/projekte/verkehrsplanung/strassenbahn/linie25.html)

- 26er, Neubau 4,5 km, 68 Millionen Euro (https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/projekte/verkehrsplanung/strassenbahn/linie26.html), also 15 Millionen / km. Das beinhaltet auch eine sehr lange Brücke über die Eisenbahn, den Gewerbepark Stadlau und die Autobahn A23, rund 380 Meter (ohne Rampen) (siehe Google Maps: https://www.google.at/maps/@48.2453293,16.4634986,275m/data=!3m1!1e3?hl=de bzw OSM: www.openstreetmap.org/#map=17/48.24518/16.46210), inklusive einer Station in Hochlage:

Daher erscheinen die 15 Millionen / km wieder auch eher im Rahmen der anderen Wiener Bauprojekte.

- Bei den zukünfitgen Projekten ist es nicht ganz so explizit, aber um ca. 70 Millionen Euro, sollen der D, O und 67er um ca. 4 km verlängert werden, dazu sind da noch neue Schleifen, der relativ große Umbau der Stationen für 2er und 44er (https://www.openstreetmap.org/#map=18/48.21307/16.32668) sowie Busspuren drinnen. Also auch deutlich von den 20 Millionen / kn entfernt.

Also allgemein gesagt - in Wien kostet es ca. die Hälfte! Interessant nur, dass die erste Verlängerung vom D so teuer war!


In Linz kosteten kürzlich 4,5 km Neubau 70 Millionen (http://www.nachrichten.at/oberoeste...enbahn-bis-zur-Trauner-Kreuzung;art66,1538513) - also ca. 15 Million / km


==> Es scheint in Graz also wirklich teurer zu sein... Die Frage ist, warum?
 
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