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titellos
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Ab 2011 werden in Graz die Bauarbeiten für einen neuen Stadtteil beginnen - 12.000 neue Bewohner sollen hier die "Stadt der Zukunft" serviert bekommen

Graz - Langsam wird's konkret, langsam dämmert auch den Grazer Stadtpolitikern, dass sich hier im Westen der Landeshauptstadt die Koordinaten zu verschieben beginnen. Noch sind heimische und internationale Denker am Werk und arbeiten an den städtebaulichen Visionen für dieses 540.000 Quadratmeter große Areal. Erste Ergebnisse einzelner Ideenwettbewerbe für die "Stadt in der Stadt" werden in ein paar Wochen vorliegen, in drei bis fünf Jahren soll mit den Aufbauarbeiten dieses komplett neuen Stadtteiles auf den Reininghausgründen begonnen werden, rechnet Roland Koppensteiner, Vorstandschef der Asset One Immobilienentwicklungs AG.

Die Gesellschaft des Unternehmers Ernst Scholdan, der die historischen Gründe der Reininghausbrauerei aufgekauft hatte, investiert allein in die Vordenkarbeit für die Planung der Stadterweiterung rund zwölf Millionen Euro. Nach und nach werden weitere Investoren einsteigen, die die diversen Teil-Bauprojekte finanzieren, womit dann auch die ökonomische Komponente ins Spiel kommt.

Die Entwicklung des Areals wurde einem schon mehrere Jahre dauernden "organischen Prozess" unterzogen. Internationale und lokale Experten wurden eingeladen, grundsätzlich über städtische Zukunftsfragen nachzudenken: Welche Anforderungen hat die "Stadt der nächsten Generation"? Wie können die Lebensbereiche Wohnen, Arbeiten, Forschen, Einkaufen, Freizeit, Sport, Bildung und Kultur ideal vernetzt werden? Koppensteiner im Gespräch mit dem Standard: "Es geht darum, ein Stadtviertel zu entwickeln, wo das Ein- und Auspendeln de facto unnötig wird."

Interkultureller Ort

Gegenwärtig werden von Expertenteams verschiedene Stadtszenarien, Grünraumkonzepte, Verkehrs- und Wohnideen abgewogen, verworfen oder in einen Pool aufgenommen. In einigen Monaten sollen daraus konkrete Pläne entworfen werden. Einige Parameter stehen bereits außer Streit: Es dürfe keine Satellitenstadt, kein Ghetto auf dem Reißbrett entstehen, sondern ein durchlässiges Viertel in ständiger Veränderung, in dem alle Lebensbereiche abgebildet sind, sagt Koppensteiner.

Energetisch wird der Stadtteil nach ökologischen Prämissen versorgt. Dies gelte auch für den Verkehr, wobei Autos integraler Bestandteil sind, nicht aber Fetisch. Es gehe um eine "durchmischte Urbanität", um einen interkulturellen Lebensort, um einen Gegenpol zur Innenstadt auf dem linken Murufer: Koppensteiner: "Die Stadt muss endlich lernen, auch mit ihrer rechten, unterentwickelten Hirnhälfte zu denken."

Relativ weit sind bereits Gespräche mit Bildungseinrichtungen, etwa dem Joanneum Research. Sollte sich die Forschungsstätte tatsächlich zu einer Ansiedelung entscheiden, könnte dies den Planungsablauf dramatisch beschleunigen, sagt Koppensteiner. Was noch weitgehend fehle, sei ein Engagement der Stadt Graz. Um den neuen Stadtteil auch infrastrukturell einbetten zu können sei dringend Hilfe eines Beamtenstabes notwendig. Zurzeit allerdings liege das Megaprojekt noch auf einer "Unterausschuss-Ebene". (Walter Müller/DER STANDARD-Printausgabe, 20.5.2008)

Na da bin ich mal gespannt was die Grazer hier auf die Beine stellen! :)
 

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^^

Douglas Fernando - Im Namen der Karmeliten

Zwischen christlicher Nächstenliebe und beinharter Immobilien-Spekulation - die Welt des Douglas Fernando (55), Theologe und Reininghaus-Investor.
Douglas Fernando


Dr. Fernando ist eine Erscheinung. Er kommt nicht zum Termin, er erscheint", erzählen seine Geschäftspartner. Am Montag ist er in Graz erschienen. Aus heiterem Himmel. Gerade als Reininghaus-Chefverhandler Stadtrat Gerhard Rüsch dachte, er hätte den Deal in trockenen Tüchern, schnappte der in Sri Lanka geborene Manager der Stadt das 54,5 Hektar große Areal vor der Nase weg.

Im Rathaus predigte Fernando vor einem Dutzend verdutzter Journalisten salbungsvoll: "Wir sollen nicht streiten, sondern handeln. Wir sind doch alle Christen." VP-Bürgermeister Siegfried Nagl zeigte sich bemüht begeistert. Grazer Politiker googeln seither nervös einen Namen und fragen sich doch ein wenig ratlos: Wer ist Douglas Fernando?

Der 55-jährige Theologe ist vor allem kein Mann, der sich mit Kinkerlitzchen aufhalten will: "Zeit ist Geld." Allein in Österreich hat er 15 Geschäftsführungen inne und ist Vorstand des Petruswerks. Umwege interessieren ihn nicht, Umsetzungen schon eher. Im Namen und als Geschäftspartner des Ordens der Unbeschuhten Karmeliten zielt er auf Profit ab: Dieser geht an die "Karmel Missionsstiftung - Dr. Fernando", die Kinderheime in der Dritten Welt errichtet. Der Name des Immobilien-Konzerns erinnert an die heilige Teresa von Avila, Ordensgründerin der Unbeschuhten Karmelitinnen aus dem 16. Jahrhundert.

Die Missionsstiftung und damit der Teresianische Karmel in Deutschland und Österreich sind zu 40 Prozent an der Avila beteiligt. 60 Prozent hält Vorstand Fernando. Der einstige Jesuit kauft mit seiner Avila-Gruppe seit 2001 Firmen und Immobilien, um sie rasch profitabel zu machen. Das Immobilienvermögen ist beachtlich. In Deutschland steht laut Fernando eine halbe Milliarde Euro zu Buche. In Österreich seien es 90 bis 100 Millionen.

Der Theologe macht seine Geschäfte im kirchlichen Umfeld. 2004 kaufte er dem Erzbistum Berlin das Petruswerk ab. Rechtsstreit über strittige Millionen inklusive. Fernando tat es "leid, dass ich meine Kirche klagen muss". Heute sagt er: Er habe das mit Recht und Erfolg getan.

Artikel in deutschen Zeitungen belegen, das Erzbistum hadert damit, dass Fernandos Petruswerk christliche Werte vor sich herträgt und der Eindruck entsteht, es handle sich um eine kirchliche Firma. Berlins Bischof Georg Kardinal Sterzinsky verurteilte gar Geschäftspraktiken bei einem Konflikt um ein historisches Haus in Greifswald.

Damit konfrontiert, übermittelt Fernando uns einen Brief des Greifswalder Oberbürgermeisters Arthur König vom März 2010: "Dr. Fernando ist ein für die Universitäts- und Hansestadt Greifswald wichtiger und willkommener Investor."

Seit 2008 hat Fernando Österreich am Speisezettel. Wieder investierte er im kirchlichen Umfeld. Er kaufte unter anderem der bischöflichen Stiftung St. Severin die KOOP AG ab und formte daraus den Österreich-Ableger des Petruswerks. Im Linzer Rathaus weiß man um die Zielstrebigkeit des Unternehmers, der gerade am Areal der alten Schiffswerft das Wohnprojekt "Donaupromenade" realisiert.

Das Vorurteil, das Petruswerk baue billige Mietskasernen, entkräftet dieses Projekt, das das Grazer Architektenbüro Hohensinn schmuck geplant hat. Dieses Team hat auch das Linzer Hotel am Domplatz entworfen, das in Oberösterreich als Bauwerk des Jahres ausgezeichnet worden ist. Sogar Demi Moore und Ashton Kutcher betteten sich hier schon. Der Eigentümer der Nobelherberge ist Wilbirg Tourismus. Geschäftsführer: Douglas Fernando.

Profit und Professionalität werden beim Reininghaus-Investor großgeschrieben. Das bezeugen Geschäftspartner: "Es muss alles schnell gehen. Man merkt den enormen Druck, unter dem seine Mitarbeiter stehen, und sie geben den Druck an Auftragnehmer voll weiter."

Eine leise Ahnung vom Druck hat Stadtchef Nagl Anfang der Woche bekommen, als ihm Fernando auftrug, er müsse Reininghaus zur Chefsache machen: "Sie sind der Chef, wir nur Diener." Doch dieser Diener fordert auch: In sechs Wochen könne man einen Stadtplan machen, was man in Reininghaus haben will, in sechs bis acht Jahren die 54,5 Hektar verbauen.
http://www.kleinezeitung.at/steiermark/2641635/douglas-fernando-namen-karmeliten.story

inzwischen ist es aber wieder ruhig geworden, die asset one hat auch schon 25.000m² an den öamtc verkauft.
wenns nach dem neuen (aus zürich stammenden) stadtplanungschef geht, soll aber nicht höher als 40m gebaut werden :mad2:

der ist wahrscheinlich eh nur nach graz gekommen, weils ihm in züri mit dem mobimo tower, city west tower und hard turm zu hoch geworden ist
 

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Reininghausgründe: Möglicherweise steirische Investoren
Bisherige Entwicklungsgesellschaft Asset One soll mit steirischen Investoren über das 54 Hektar große Areal im Westen von Graz verhandeln. Für das Petruswerk könnte dies das Aus bedeuten.

Das bisher als Investor an den Grazer Reininghausgründen gehandelte Petruswerk Katholische Wohnungsbau- und Siedlungsgenossenschaft mbH des Unternehmers Douglas Fernando könnte nun doch nicht zum Zug kommen, wie am Medien berichteten. Im Gespräch seien nun Investoren aus der Steiermark. SPÖ und KPÖ kritisierten Bürgermeister Siegfried Nagl (V).

Petruswerk
Laut den Informationen soll die bisherige Entwicklungsgesellschaft Asset One mit steirischen Investoren über das 54 Hektar große Areal im Westen von Graz verhandeln und recht weit gekommen sein. Für das Petruswerk, das zur Berliner Avila Management und Consulting AG gehört, könnte dies das Aus bedeuten.
Der Grazer SPÖ-Chef und Gesundheitsstadtrat Edmund Müller nannte die mögliche Entwicklung am Donnerstag zwar "eine neue Chance", jedoch müsste die Stadt Graz sicherstellen, dass sich die neuen Investoren an den vom Gemeinderat beschlossenen Rahmenplan zur künftigen Nutzung des Reininghaus-Areals hielten. Bürgermeister Nagl müsse sich nun "gemeinsam mit Vertretern des Reininghaus-Ausschusses und den Investoren an einen Tisch setzen und das Projekt aktiv vorantreiben". Seit Jänner habe Nagl ja in dieser Hinsicht die "Hände in den Schoß gelegt". Die KPÖ forderte eine "rasche und vollständige Information des Gemeinderates und der Öffentlichkeit über die Zukunft der Reininghausgründe", so Gemeinderat Manfred Eber, der eine Filetierung der Gründe befürchtet, die eigentlich für "dringend notwendige Gemeindewohnungen" benötigt würden.
http://www.kleinezeitung.at/steierm...e-moeglicherweise-steirische-investoren.story

Reininghaus: Alle Karten auf den Tisch

Manfred Eber fordert Information über anscheinend geplatzten Verkauf

Eine rasche und vollständige Information des Gemeinderates und der Öffentlichkeit über die Zukunft der Reininghausgründe verlangt KPÖ-Gemeinderat Manfred Eber. Alle Karten müssen auf den Tisch.
Einem Bericht der Kronen Zeitung vom 18. August zufolge scheint der Kauf der Reininghausgründe durch Herrn Douglas Fernando vom Petruswerk endgültig gescheitert zu sein. Wer auch immer die angeblichen (steirischen) Investoren sein mögen, die jetzt einspringen wollen, die Gefahr der Filettierung dieses 54 Hektar großen Grundstückes scheint größer denn je.

Manfred Eber hat bereits in der Gemeinderatssitzung am 7. Juli 2011 folgenden Dringlichen Antrag gestellt: "Die Stadt Graz prüft die Möglichkeiten, einzelne Grundstücke aus dem Besitz der asset one in Reininghaus anzukaufen, um in Übereinstimmung mit dem Rahmenplan Reininghaus Gemeindewohnungen darauf zu errichten."

Die Ablehnung dieses Antrags durch die schwarz-grüne Koalition erweist sich nun als Fehler, denn damit könnten auch die Vorgaben des "Rahmenplans Reininghaus" fallen.

Eber: "Das Agieren der schwarz-grünen Koalition in dieser Frage war mehr als kurzsichtig. Parteipolitisches Taktieren im Gemeinderat hat anscheinend privaten Kapitalinteressen in die Hände gespielt. Statt Grundstücke - insbesondere für kommunalen Wohnbau - zu sichern, droht nun der Ausverkauf und die ungezügelte Bebauung."
Die Grazer KPÖ wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass die Stadt Graz Reininghaus-Grundstücke für dringend notwendige Gemeindewohnungen sichert.
http://www.kpoe-graz.at/reininghaus-alle-karten-auf-den-tisch.phtml


jetzt werden doch nur gemeindewohnungen gebaut, falls überhaupt :bash:
 

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Stadt schielt wieder auf Reininghaus

Der geplante Verkauf der Reininghaus-Gründe ans deutsche Petruswerk scheint so gut wie geplatzt. Stadt und Steiermärkische stehen aber für eine Stadtteilentwicklung Gewehr bei Fuß.

Die Reininghausgründe

Seit Jänner ziehen sich die Verkaufsgespräche zwischen dem deutschen Petruswerk und Reininghaus-Eigentümer Asset One schon hin. Und spätestens seit dem Teilverkauf von 25.000 Quadratmetern an den ÖAMTC für sein neues Headquarter war im Juni klar: Der große Deal, bei dem das Petruswerk die gesamten 54 Hektar übernehmen sollte, wackelte ordentlich. Nun könnte er schon geplatzt sein. Auch wenn Petruswerk-Chef Douglas Fernando zur Kleinen Zeitung sagt: "Nein, das Geschäft ist noch nicht geplatzt. Wir warten nur auf eine Antwort des Bürgermeisters auf unser letztes Schreiben."

Doch Asset-One-Vorstand Ernst Scholdan dürfte von den Verhandlungen mit dem Petruswerk genug haben und rechnet nicht mehr damit, "dass wir mit Fernando zum Abschluss kommen". Es gebe auch keinerlei Kaufoptionen mehr, auf die das Petruswerk pochen könne. Scholdan: "Die Vereinbarungen mit dem Petruswerk waren das Papier nicht wert, auf das sie geschrieben wurden."

"Stillschweigen vereinbart"
Damit steht die Investorengruppe hinter der Asset One, die Reininghaus 2005 gekauft hat, um den "idealen Stadtteil zu entwickeln", wieder bei null, nachdem Scholdan Ende 2010 den Verkauf des Areals an die Stadt in letzter Sekunde platzen hatte lassen. Gerüchteweise laufende Verhandlungen mit steirischen Investoren will der Asset-One-Chef nicht kommentieren. Weil er zu Stillschweigen verpflichtet sei.

Von konkreten Kaufinteressenten weiß man derzeit weder im Rathaus (siehe Interview) noch bei der hauptfinanzierenden Bank der Asset One, der Steiermärkischen Sparkasse. Für deren Vorstandssprecher Gerhard Fabisch ist der neuerliche Verhandlungsflop kein Grund für Unruhe: "Wir sehen hier weiter eine positive Perspektive. Es war klar, dass ein Grundstücksgeschäft und eine Stadtteilentwicklung dieser Dimension etwas mühsam ist." Bei den Kreditverträgen mit der Asset One gebe es keine Probleme, tritt Fabisch Gerüchten entgegen, dass die Bank das Areal schon übernehme.

Die Stadt ist jedenfalls weiter interessiert, die Stadtteilentwicklung auch als Miteigentümer zu realisieren, betont Finanzstadtrat Gerhard Rüsch. Und Fabisch bestätigt: "Gibt es den Wunsch der Stadt, dass die Steiermärkische Sparkasse hier mithilft, könnten wir hier auch als Gesellschafter mit einsteigen." Auch wenn die Bank prinzipiell lieber in der Rolle des Fremdkapitalgebers bleibe.
BERND HECKE
http://www.kleinezeitung.at/steierm...e-moeglicherweise-steirische-investoren.story

"Wir sind weiterhin an Reininghaus interessiert"

Finanzstadtrat Rüsch (ÖVP) ist für Ankauf.

Herr Stadtrat, angeblich ist der Reininghaus-Deal zwischen Asset One und Petruswerk geplatzt und steirische Investoren wollen einsteigen. Wie ist die Position der Stadt, die ja im Vorjahr als potenzieller Reininghaus-Käufer zum Preis von 80 Millionen Euro abgeblitzt ist?
GERHARD RÜSCH: Ehrlich gesagt, ich weiß nichts von steirischen Investoren. Ich gehe aber davon aus, dass sich Interessenten mit konkreten Absichten bei der Stadt sicher schon einmal gemeldet hätten. Immerhin haben wir mit der Flächenwidmung ja entscheidende Steuerungsinstrumente in der Hand. Investoren brauchen uns ja für die Stadtteilentwicklung.

Sie waren als Chefverhandler heuer im Jänner nach dem Platzen des Deals ja einigermaßen verärgert. Ist ein Reininghaus-Kauf für die Stadt jetzt wieder ein Thema?
RÜSCH: Ja, ich kann mir immer noch vorstellen, dass die Stadt hier auch eine aktivere Rolle als Eigentümer oder Mitgesellschafter übernimmt. Es war ja beim Petruswerk zuletzt spürbar, dass dieser Investor darauf abzielt, Reininghaus in Teilen weiterzuverkaufen. Ich denke aber, eine gesamte Stadtteilentwicklung von Reininghaus ist immer noch eine große Chance für Graz.
http://www.kleinezeitung.at/steierm...sind-weiterhin-reininghaus-interessiert.story
 

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Architekt Thomas Pucher: "Lassen wir Reininghaus in Ruhe"

Im Idealfall 25 Jahre lang, meint Architekt Thomas Pucher, der 2009 den Rahmenplan erstellte. Zumindest sollte es vorerst ein Bauverbot geben.

Herr Pucher, Sie haben vor zwei Jahren den Rahmenplan für Reininghaus erstellt. Braucht die Stadt überhaupt einen neuen Stadtteil?

THOMAS PUCHER: Das Potenzial, eine so große und zusammenhängende freie Fläche zu haben, ist enorm. Man könnte damit ein echtes Zentrum für Graz-West schaffen, das ist die Chance, die ich sehe. Die Frage ist, ob man jetzt diesen Stadtteil braucht. Was viele übersehen: Die Stadt Graz hat in Sachen Verdichtung noch viel Spielraum. Ich schätze, ein Plus von 25 Prozent der derzeitigen Bruttogeschossflächen im ganzen Stadtgebiet ist da locker drin, wahrscheinlich mehr. Und das ohne Reininghaus.
Das heißt: Reininghaus dem Dornröschenschlaf überlassen?
PUCHER: Lassen wir Reininghaus in Ruhe. 25 Jahre lang, das wäre ideal. Den Rahmenplan gibt es ja, den kann man später adaptieren, falls nötig. Stattdessen könnte man das Gebiet links und rechts der Südbahn von Don Bosco bis zum Bahnhof und dann weiter nach Norden entwickeln. Oder in der Conrad-von-Hötzendorfstraße. Dort wurde ja schon mit einer Verdichtung begonnen, da sieht man erst, was alles möglich ist in Graz. Derzeit ist ja alles außerhalb der Altstadt nicht zum Anschauen: Wenn man mit einem Gast vom Flughafen in die Stadt fährt, muss man sich genieren.
Und Reininghaus wird in der Zwischenzeit filetiert.
PUCHER: Das Schlechteste aus städteplanerischer Sicht wäre es, das Areal zu filetieren; wenn es jetzt Stück für Stück abverkauft und nach der derzeitigen Widmung genutzt würde, hätten wir dort eine Gewerbefläche nach der anderen und die Idee von einem neuen Stadtteil hat sich erledigt. Als Stadtplanung muss man mit Weitblick agieren: Wir werden auch 2111 Bedarf haben. Der Haken: Investoren wollen jetzt verdienen und nicht in 100 Jahren.
Wie kann man das Filetieren verhindern?
PUCHER: Mit einem zweijährigen Bauverbot. Aber in diesen zwei Jahren muss man, aufgesetzt auf dem Rahmenplan, detailliert überlegen, was dort passieren soll - natürlich zusammen mit dem Eigentümer.
Soll der Eigentümer die Stadt sein?
PUCHER: Das ist reizvoll, hängt aber davon ab, ob die Stadt das Geld und den Atem hat, das zu kaufen. Und es ist natürlich ein Risiko damit verbunden, ob man dann immer genügend Investoren findet, die das Schritt für Schritt entwickeln.
Die Stadt denkt statt an ein Bauverbot intensiv über eine Bebauungsplanpflicht nach. Reicht dieses Instrument nicht aus, um Ihre Vorstellungen umzusetzen?
PUCHER: Eine Bebauungsplanpflicht hilft nichts. Ich muss ja wissen, was ich da hineinzeichnen soll. Und dazu wären die zwei Jahre Bauverbot gut, um mir das zu überlegen. Auch generell: Bebauungspläne sagen überhaupt nichts über die Qualität der Umsetzung aus, ich sehe eher die Gefahr einer Behinderung.
Was ist notwendig, um diese Qualität zu sichern?
PUCHER: Es braucht endlich einen Gestaltungsbeirat, der strategisch alle Schritte in der Stadt - und in Reininghaus - eng begleitet. Sonst zerfledert alles. INTERVIEW: GERALD WINTER
http://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/graz/2831219/lassen-reininghaus-ruhe.story
 

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Neue Investoren verfolgen andere Strategie
Grazer Investoren um Immobilien-Multi Alfred Müller kaufen Asset One samt Reininghaus-Areal. Scholdan geht von Bord. Dass die Stadt selbst in das Projekt einsteigt, soll eine Option bleiben.

Seit Tagen verdichteten sich die Gerüchte in der Landeshauptstadt, am Donnerstag entschlossen sich die neuen Eigentümer, den Deal doch noch vor Weihnachten öffentlich zu machen. Die 54,5 Hektar großen Grazer Reininghaus-Gründe, die durch Wiener Investoren der Asset One in einen modernen Stadtteil verwandelt hätten werden sollen, haben den Besitzer gewechselt.

Vier Grazer Investoren, die im Hintergrund bleiben wollen, hat der neue Mehrheitseigentümer Alfred Müller, der ebenfalls aus der steirischen Landeshauptstadt stammt, im Rücken. Der Wiener PR-Profi Ernst Scholdan, der die Brauereigründe als Berater des Brau-Union-Verkaufs an Heineken einst erworben hat, geht von Bord. Als neuer Vorstand fungiert der Grazer Rechtsanwalt Bernhard Astner von der Kanzlei Held, Berdnik, Astner & Partner. Mit im Paket haben die Investoren auch rund 33 Hektar Grund in Puntigam erworben (darunter das einstige Ackern-Areal).
Astner macht im Gespräch mit der Kleinen Zeitung klar, dass die neuen Investoren eine andere Strategie verfolgen. Es ist keine Rede mehr von den hochtrabenden Plänen des "idealen Stadtteils", die Werbeprofi Scholdan als Teil seines Standortmarketings jahrelang mit immensem Aufwand betrieben hat: "Die Investoren sind langfristig orientiert, aber den bisher verfolgten großen Wurf wird es hier nicht geben" (siehe Interview links).
Im Jänner will das Konsortium, das weiterhin die Steiermärkische Sparkasse als hauptfinanzierende Bank an seiner Seite hat, die Verhandlungen mit der Stadt aufnehmen, um die weitere Vorgangsweise, Entwicklungsfragen, aber auch einen möglichen Einstieg der Stadt zu verhandeln.
Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl bekräftigte am Donnerstag noch einmal das Interesse des Rathauses: "Ja, wir wollen auch über eine Beteiligung der Stadt verhandeln."
http://www.kleinezeitung.at/steiermark/2900441/reininghaus-areal-konsortium-verkauft.story
 

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Hat die Stadtregierung da ein paar Leichen vergraben oder warum haben sie es so eilig das Gelände zuzubauen. :bash: Ich würde ja nichts sagen wenn sie irgendein Konzept hätten, aber scheinbar ist ihnen völlig egal was da gebaut wird Hauptsache schnell und günstig. Wenn sie da schon jeden schaß bauen lassen und das dann auch noch fördern! sollten sie zumindest die Bevölkerung in Ideenfindung und Planung miteinbeziehen. Und nicht in 10 Jahren aufwachen ganz verwundert das es dann noch mehr soziale Probleme gibt und noch mehr Verkehrs- und Umweltprobleme. Nur zu wissen, dass man keine Hochhäuser auf dem Areal haben will ist a bissl wenig. :eek:hno:
 

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^^ sehe ich genauso

außerdem gehen sie in die falsche richtung, wenn sie nix hohes bauen wollen. falls wirklich alles nur mit 3 oder 4 stöckigen gebäuden bebaut wird, muss man in 20 oder 30 jahren auf den grüngürtel zurückgreifen, was den einwohnern wahrscheinlich missfallen wird.
 

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^^ Genau, aber das Problem ist so weit denken sie nicht, ich habe leider den Eindruck das sie überhaupt nicht denken. Irgendwie sind sie Geiseln der Banken und Investoren. Egal ob bei Reinighaus oder wo anders. Überall wo Freifläche ist = Bauplatz. Egal ob für Gewerbe oder Industrie, egal ob für Wohnungen. Da spielt Verkehr oder die Lärmbelästigung keine rolle. Der Bauplatz ist für alles und jeden gut genug. Und wenn man schon so eine unnachhaltige Politik betreibt wo man jedem € hinterher rennt, könnte man durchaus in manchen gebieten die Investoren auch richtige Hochhäuser bauen lassen.
Ich weiß nicht was sie in Reininghaus da jetzt konkret vorhaben, aber ich habe gelesen das irgendwie ein mix zwischen Gewerbe und Industrie kommen soll. Was vielleicht gar nicht mal so eine schlechte Idee ist, auch weil man da weniger Falsch machen kann. Trotzdem die Stadt hat kein Interesse an Freiflächen die man später vielleicht in Parks „umbauen“ könnte und auch sonst keine Visionen. Siehe Reinighaus, neuer Investor, neue Strategie = alles Super.
 

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bernhard astner (asset one) will ab 2013 mit den entwicklungen für reininghaus beginnen, momentan werden rahmenpläne mit der stadt ausverhandelt.
das ganze zieht sich jetzt schon in die länge, die asset one wollte usprünglich spätestens 2008 mit dem bau des neuen stadtteils beginnen. aber das kennt man ja aus graz...
 
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