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Discussion Starter #1
Das Deutschlandhaus am Gänsemarkt (Ecke Valentinskamp, Dammtorstraße und Drehbahn) soll laut Abendblatt abgerissen werden und dort ein neues Quartier entstehen.

- Bezirk Mitte hat bereits einen Bauvorbescheid erteilt
- 39.000 Quadratmeter Bruttogeschlossfläche, davon 5700 Quadratmeter Einzelhandel
- 25 Wohnungen (diese Zahl kann sich noch ändern)
- der Eigentümer ABG hat bereits Entwürfe von mehreren Architekturbüros anfertigen lassen und favorisiert einen Entwurf von Hadi Teherani, der aber derzeit noch nicht öffentlich gemacht wird
- Der Einzelhandel im Gebäude soll teilweise bereits in den kommenden Monaten ausziehen
- Derzeit laufen Gespräche mit dem Hauptmieter Commerzbank über deren Auszug im Jahr 2018

Abendblatt-Artikel (Paywall):
https://www.abendblatt.de/hamburg/hamburg-mitte/article212363125/Traditionshaus-am-Gaensemarkt-wird-fuer-Neubau-abgerissen.html
 

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Das jetztige Deutschlandhaus hat mit dem Filmpalast von 1928 nicht viel zu tun und ist selbst ein Neubau, "der so tut als ob".
Ich will erstmal den Entwurf sehen, bevor ich meine Mistgabel spitze. Vielleicht tut der ja sogar besser so als ob ;)
Das stimmt so nicht ganz.
Das aktuelle Deutschlandhaus ist in seinen Grundzügen schon das von 1928, lediglich in Teilen wiederaufgebaut (Das Kino brannte im Krieg ab und gerade der Teil existiert nicht mehr/nur noch die Kubatur als Wiederaufbau) und in den 80er-Jahren ist die Fassade durch unpassende fette Fensterprofile teilweise neuen Ziegeln und Umgestaltung des Erkerbands im ersten OG furchtbar entstellt worden. Eine denkmalgerechte Fassadensanierung, und das Ding wäre Tip Top.

Deutschlandhaus vor dem Krieg:

Deutschlandhaus mit Kriegsschäden:

Wiederaufgebautes Deutschlandhaus 1956:

alle Bilder ©hamburg-bildarchiv.de

Also kein "Neubau", sondern genauso ein Wiederaufbau wie die ähnlich zerstörte Finanzdirektion gegenüber. Nur leider nicht so denkmalgetreu...

Es ist übrigens geradezu ironisch, dass der Häuserblock in dem das Deutschlandhaus sitzt mittlerweile von relativ neuen Großbauten dominiert wird obwohl es ehemals kleinteiliger war, der erste Großbau in dem Block, das Deutschlandhaus selbst, aber durch ein "Quartier" ersetzt werden soll...
 

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Das hat mich tatsächlich an den Artikel gewundert, das so getan wird, als sei das Deutschlandhaus ein NEUbau (was bedeuten würde, dass das Ding nach dem Krieg abgerissen und NEU aufgebaut wurde). Die Fotos zeigen eindeutig, dass die Schäden am Gebäude eher gering waren, es vermutlich "nur" ausgebrannt ist aber im Gegensatz zur Finanzdirektion gegenüber keine Schäden durch Sprengbomben aufwies.
 

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@Oberhafenjunge

Ersetz bei mir im Kommentar einfach Neubau durch Wiederaufbau. Das letzterer bei Denkmalschützern keine Begeisterungsstürme ausgelöst hat und der Ist-Bestand an Nutzung dem Original nicht gerecht wird, ist aber auch bekannt.
Ich würde gerne trotzdem sehen, was Teherani da gestaltet hat, bevor schon wieder alles und jeder geteert und gefedert aus Daisy Town gejagdt wird. Ich weiss, der Name des entwurfsgebenden Büros löst gerade für diesen Standort viel Skeptsis aus. Vielleicht gibt es aber eine Überraschung. :)
 

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LIBERTINED
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Das ist ein wunderbarer Entwurf für einen neuen expressionistischen Bau, der umgesetzt werden sollte. Aber nicht als Ersatz für einen Originalbau dieser Ära, das Deutschlandhaus muss unbedingt erhalten bleiben. Es ist nicht zu fassen, welch Abscheulichkeiten mittlerweile in Hamburg möglich sein sollen.
 

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Sieht aber schon schick aus. Wäre ein würdiger Nachfolger. Wenngleich es etwas "verschlossen" wirkt. Aber wenn es nur ein Entwurf ist, der es nicht geschafft hat, welcher wird es denn dann?
 

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Das ist ein wunderbarer Entwurf für einen neuen expressionistischen Bau, der umgesetzt werden sollte. Aber nicht als Ersatz für einen Originalbau dieser Ära, das Deutschlandhaus muss unbedingt erhalten bleiben. Es ist nicht zu fassen, welch Abscheulichkeiten mittlerweile in Hamburg möglich sein sollen.
Warum muss es unbedingt erhalten werden? Wenn ein Haus baufällig ist, oder ein Nachfolgebau architektonisch und/oder städtebaulich den Ort aufwertet, spricht nichts gegen einen Abriss. Klar muss man hier gründlich abwägen. Aber pauschal alles um jeden Preis zu erhalten, halte ich für ziemlich radikal und nicht gerade zielführend. Hamburg würde sich so ziemlich viele Chancen verbauen. In diesem Fall würde ich in dem Entwurf z.B. eine deutliche Aufwertung der Gegend sehen.
 

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LIBERTINED
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Es ist ein prominenter Großbau aus den 1920ern, der in mancherlei Hinsicht wegweisend war.
Es gibt auch noch so etwas wie Denkmalschutz. Scheint nur in Hamburg nicht mehr viel zu gelten. Zumal fast nebenan das Kontorhausviertel aus der selben Zeit nicht ganz umsonst UNESCO-Welterbe ist, verdammichtnochmal.

In Paris, Amsterdam, Mailand und Rom stehen teils auch schon seit Jahrhunderten im Zentrum die selben Bauten, das hindert diese Städte auch nicht an der Weiterentwicklung.

Man kann auch mit dem bestehenden Bau durch Umbauten Verbesserungen erreichen. Zum Beispiel könnte man das Erdgeschoss behutsam etwas stärker öffnen.
 

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Es gibt auch noch so etwas wie Denkmalschutz. Scheint nur in Hamburg nicht mehr viel zu gelten. Zumal fast nebenan das Kontorhausviertel aus der selben Zeit nicht ganz umsonst UNESCO-Welterbe ist, verdammichtnochmal.
Das Deutschlandhaus steht nunmal nicht unter Denkmalschutz.

In Paris, Amsterdam, Mailand und Rom stehen teils auch schon seit Jahrhunderten im Zentrum die selben Bauten, das hindert diese Städte auch nicht an der Weiterentwicklung.
Diese Städe wurden auch nicht zu fast 90% im zweiten Weltkrieg zerstört! Das kann man doch überhaupt nicht vergleichen! Natürlich werden auch in Paris, Amsterdam etc. ab und an schöne, alte Gebäude zu Gunsten einer schöneren städebaulichen Situation abgerissen. Das heutige Paris, wie wir es kennen, würde ohne massive Umstrukturierungen und Abrisse überhaupt nicht existieren! Dasselbe gilt für Wien und viele andere Städte... und auch für das Kontorhausviertel übrigens ;)
 

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Eingeborener
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Hm, und weil deutsche Städte zu 90% zerstört wurden, rechtfertigt es den Abriss der verbliebenen 10%? Interessante These...Würde sagen, andersherum wird ein Schuh draus: Wenn noch 100% stehen, dann kann man mal auf ein Gebäude verzichten.
 

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Es gibt auch noch so etwas wie Denkmalschutz. Scheint nur in Hamburg nicht mehr viel zu gelten.
Das stimmt einfach nicht. Vielleicht ist es in HH manchmal fraglich, was unter Denkmalschutz steht und was nicht. Die Eindrücke dazu sind aber sowohl als auch eher oberflächlich und werden entsprechend diskutiert. Weder stehen in HH nur Schuhkartons aus den 70ern unter schutz, noch Rollen allerorten die Bulldowzer vor, sobald ein ein Investor mit bedruckten Scheinchen wedelt.
 

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LIBERTINED
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jo. grübeln ist ja auch immer okay. Aber wir tendieren nunmal zur meckerzickerei und empörung. dabei wurde gerade in de ecke ums d.haus letzte 5 jahre viel an Fassaden erhalten, saniert, sradstrukturen repariert und rekos angsetzt. damit meine ich nicht, dass man deswegen das d.haus jetzt getrost wegkloppen kann. ich mag diesen gartenzaun-populismus, dass man in hamburg völlig rücksichtslos handeln würde, einfach nicht
 
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