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LIBERTINED
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Discussion Starter #1
Die Frage nach der eigentlichen Identität von Hamburg, nach dem was die Stadt wirklich ausmacht, kommt hier immer wieder auf. Aktuell wieder in der Olympia-Diskussion. Geben wir dieser Frage hiermit also einen eigenen Raum und beleuchten die Angelegenheit mal genauer:

Was sind die identitätsstiftenden Merkmale für euch Hamburger selbst?
Was bedeutet Hamburger Identität für Auswärtige (Deutsche, Europäer, Bürger aus aller Welt), so sie denn zumindest die Stadt kennen?

Womit könnten Menschen, die Hamburg noch nicht (oder nur vom Namen) kennen, die Stadt künftig assoziativ verbinden?
In welcher Gewichtsklasse kann und sollte Hamburg sich orientieren, Barcelona, Wien, Mailand; darüber/darunter?

Welche Bauten würden ein Signal in die Welt senden, in Zeiten von Dubai/China-Metropolen usw.? Helfen Wolkenkratzer? Wie viel Strahlkraft kann die Elbphilharmonie alias Elphi entfalten? Wie sehr kann die Reeperbahn/St. Pauli ihr Potenzial noch steigern, womöglich gar zum europäischen Vegas avancieren? Warum unambitioniert denken?

Könnt euch natürlich auch darüber hinausgehende Fragen stellen und diese diskutieren. :) Auf fruchtbare Diskussionen!
 

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LIBERTINED
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Discussion Starter #2 (Edited)
Mehr Traditionalismus wagen - mein 1. Vorschlag

Ohne umfassende Bestandsanalyse (die mach ich ggf später) will ich erstmal einen Vorschlag machen. Ich gehe dabei von meinen eigenen Vor-Ort-Eindrücken und von den Schilderungen von Ausländern wie auch Deutschen aus.

Mehr Tradition, mehr altes Europa, mehr Flair für Hamburg!
Hamburg fehlt ein wenig die Seele finde ich, der Charme des alten Europa, insbesondere rund ums Zentrum. Zu viel Nachkriegsmief insgesamt. Alsterarkaden/Rathausmarkt, einige Fleete und versteckte Perlen wie die (leider etwas leblose) Speicherstadt, die Krameramtsstuben, das Gängeviertel, die Kirchen-Silhouette gibt es, aber die Zusammenhänge und die Vitalität fehlen. Selbst Berlin hat im Ensemble irgendwie mehr altes Metropolenflair (Mitte mit Unter den Linden, Gendarmenmarkt, Museumsinsel und diversen anschließenden Traditionsinseln). Hamburg könnte ein paar mehr Traditionsinseln und harmonische Verbindungen zwischen ihnen gebrauchen.

Warum nicht neue Projekte ähnlich der Peterstraße in der Neustadt, wo in den 1960ern Alt-Hamburger Häuser nach Originalplänen errichtet wurden (wenn auch abseits des Originalstandorts)?


Hamburg by ritsch48, on Flickr

Zudem braucht die Hansestadt mehr Alt-Hamburg entlang der Fleete, gesäumt von pittoresken renaissancezeitlichen Hansekontoren, ein bisschen wie in Lübeck oder Lüneburg - davon hatte HH vorm Krieg ja auch noch mehr.
Der Nikolaifleet ist ja als einziges noch so als Ensemble erhalten, es müsste mehr davon geben, kann ja auch durch Rekonstruktionen erreicht werden:


DE-2242532_Hamburg_Nikolaifleet by suselhh, on Flickr

Besonders auch durch gutes Stadtmobiliar lässt sich eine Stadt enorm aufwerten, in Berlin machen etwa die Schupmann-Kandelaber bzw. andere historische Laternenmodelle wie Schinkelleuchten, historisierende Papierkörbe, Bänke, Kioske, Standuhren, Brunnen, Platzanlagen wie der Schinkelplatz usw. viel aus.

Die Reeperbahn müsste statt der ollen Peitschenlampen traditionelle Rundleuchten wie früher bekommen und etwas vom Autoverkehr befreit werden. Einige Klötze müssten in der Gegend noch weg und kleinteilig ersetzt werden. Einige Altbauten müssten aufgemöbelt und teilrekonstruiert werden. Die Gegend wird kein Flair wie Amsterdams uralte De Wallen haben können, aber mehr als jetzt ginge schon.

Ich mein, so sah der Spielbudenplatz um 1900 aus:

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Spielbudenplatz_Hamburg.jpg?uselang=de

Heute, immerhin kommen die Esso-Häuser links ja weg, die Chance muss für Kleinteiligkeit mit Flair genutzt werden:

http://hh-mittendrin.de/2014/07/bid-reeperbahn-quartiersmanager-stehen-fest/

Noch mehr von solchen Ecken in der Gegend bitte:

Hamburg Reeperbahn by Ralf Krause, on Flickr

Historische Kuriositäten wie das alte Ost-Asien-Haus fehlen Hamburg heute:

Mehr davon: http://www.deutsche-schutzgebiete.de/hamburg.htm

Auch mehr Traditionsschiffe in zentralen Wasserlagen fänd ich wünschenswert, insbesondere Segelschiffe.
Wasser ist zwar überall in Hamburg, aber es könnte hier und da besser in den Mittelpunkt des Geschehens gerückt werden. Für die Hamburger selbst ist das viele Wasser vielleicht zu selbstverständlich, um die Möglichkeiten zu erkennen. Auch museentechnisch geht noch was. Wirklich strahlkräftige Museen hat Hamburg noch nicht (jedenfalls nicht in der Außenwahrnehmung), da ist selbst die kleine vorpommersche Stadt Stralsund mit Meeresmuseum/Ozeanum voraus.
 

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jugendstil

Man sollte für den Tourismus solche ecken bekannter machen, wie z.B. Eppendorf,
Pöseldorf, Harvstehude umd der Welt auch andere Gegenden zu zeigen als immer nur Landungsbrücken und Rathaus. Denn in diesen Vierteln ist Hamburgs größtes Atribut, er Jugendstil mit Wasser gepaart. Auch Blankenese den Elbstrand und das Atonaer Elbgebiet( Fiscgauktionshalle über Docklands bis nach Övelgönne). Man könnte auch überlegen ob mann Das Ahrensburger Schloss und das Bergdörfer Schloss als Touristenattraktion etablieren kann.
 

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Ja,ich bin der Meinung,dass man mehr Originalität bräuchte, ähnlich wie auf den oberen Bildern.So könnte es in der ganzen Innenstadt aussehen.
An der HafenCity statt langweiligen,breit wie hoch Klötzen mehrere,höhere Hochhäuser so 60-150 m.
Dazwischen mehr grün/einige Parks.Man könnte viel Platz sparen,wenn man nicht so in die breite bauen würde.

Natürlich müsste man die Reeperbahn auch aufwerten.

Ich würde sagen,so etwas Amsterdam in der Innenstadt und Rotterdam am Hafen.So wäre es perfekt.

Wobei ich nicht an Rekonstruktionen glaube,und mit den HH wird es in absehbarer Zeit wohl auch nichts,außer die typischen 50-60m Häuser.
 

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sehr gute idee diesen thread zu eröffnen.über dieses thema sollte man in hamburg mal genauer nachdenken und diskutieren.

1.warum wird hamburg erst nach berlin und münchen wahrgenommen?berlin ist eben die hauptstadt und münchen das klischeedeutschland,wie es sich der durchschnittliche ami in deutschland vorstellt.hamburg fällt da irgendwie raus.http://www.the-atlantic-times.com/index.php?option=com_content&view=article&id=589:the-most-british-place-in-germany&catid=70:life&Itemid=65
die briten mögen hamburg ja ganz gerne und bezeichnen hamburg auch des öfteren als "the most british city on the continent"..was sicherlich als kompliment gemeint ist aber das problem schon offenbart:wer als tourist eine englische stadt sehen möchte geht halt gleich nach großbritannien.wer klischeedeutschland haben möchte geht nach bayern bzw. nach münchen.und wer partydeutschland,großstadt und (sub)kultur haben möchte,geht nach berlin.
hamburg müsste sich also irgendwie als internationale stadt verkaufen die für sich alleine steht und weniger als zweitgrößte stadt deutschlands.

2.was mich zum nächsten punkt bringt.wo sollte hamburg stehen und sich mit wem vergleichen?mailand,barcelona oder wien?darunter oder darüber?stellen wir die frage mal andersherum:mit wem vergleicht sich eigentlich barcelona?hat barcelona das nötig?
bitte nicht falsch verstehen:auf der einen seite wäre hamburg mal dringend dazu geraten sich ein bischen in der welt umzusehen und anregungen einzuholen.auf der anderen seite muss sich hamburg aber selbstbewusst als eigenständige metropole begreifen und nicht als halb-berlin oder noch schlimmer;als münchen des nordens.und trotzdem noch eine anmerkung:auch wenn madrid in spanien die größere stadt und haupstadt ist,wird barcelona mindestens genauso wahrgenommen.warum sollte das hamburg im bezug auf berlin nicht gelingen?

3....eigentlich weiß ich warum...;weil das stadt-marketing von hamburg richtig schlecht,provinziell und dumm ist und dringend beratung von außerhalb bedarf.
in deutschland kann man damit werben einen großen hafen zu haben.in ländern die zur hälfte von meer umgeben sind, interessiert das dagegen keine sau.es fährt schliesslich auch kaum jemand nach rotterdam um sich den hafen anzukucken.
wenn eine stadt die 1.8 millionen einwohner hat damit werben muss ganz viele brücken zu haben:(nicht das man dies in einem nebensatz nicht auch erwähnen könnte..):da zählt der tourist aus einem anderen land eben 1 und 1 zusammen;"hafen,viele brücken so what?"
wenn eine stadt damit wirbt das sie reich ist;das verbinden widerum viele mit teuer,spießig und langweilig.
wenn eine stadt mit ihrem "famous red-light district" wirbt und dabei oftmals verigsst zu erwähnen das st. pauli so viel mehr ist.

4.wie hier schon richtig erwähnt:so stadtteile wie winterhude,eppendorf,eimsbüttel werden zu selten erwähnt und wahrgenommen.eine chance wäre es öfter auf die vielseitigkeit hamburgs hinzuweisen.

Welche Bauten würden ein Signal in die Welt senden, in Zeiten von Dubai/China-Metropolen usw.? Helfen Wolkenkratzer? Wie viel Strahlkraft kann die Elbphilharmonie alias Elphi entfalten?
dubai kann man wohl getrost vergessen.weder wird hamburg jemals so spektakulär werden noch ist das ein erstrebenswertes ziel.
wolkenkratzer würden gut nach hamburg-ost passen,aber bitte nicht im zentrum.hamburg kann damit höchsten das stadtbild akzentuieren,aber längst nicht mithalten beim internationalen vergleich.ideen wie die living-bridge http://www.belebte-bruecke.de/page19.html würde ich eher als chance sehen.zur elbphilharmonie will ich keine prognose wagen,ich kann es nicht einschätzen.

Wie sehr kann die Reeperbahn/St. Pauli ihr Potenzial noch steigern, womöglich gar zum europäischen Vegas avancieren? Warum unambitioniert denken?
so neubauten wie das klubhaus http://klubhaus-sanktpauli.de/ gehen in die richtige richtung.aber las vegas in hamburg?weder bin ich mir sicher ob das erstrebenswert ist,noch halte ich die verfügbare fläche für annähernd vergleichbar oder geeignet.
ich denke eher das hamburg mehr augenmerk darauf richten sollte dezentral ausgehmöglchkeiten zu fördern oder zu schaffen.z.b in hamerbrook gibt es ein paar versteckte clubs,oder in wilhelmsburg die idee von der schaffung eines kulturkanals:http://www.abendblatt.de/kultur-live/article118394076/Der-Kulturkanal-von-Wilhelmsburg.html.
hamburg wäre groß genug um sein nachtleben ein wenig zu dezentralisieren.
 

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Wenn ich an Hamburg denke muss ich immer gleich an die Alster denken. So wie bei New York mit dem Central Park.
Mit fällt auch keine andere Metropole ein, die so einen großen See mitten in der Stadt hat.
 

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Es ist ein Problem mit Hamburgs Historie zu Werben und gleichzeitig von England abzurücken, da die gesamte Hamburger Tradition eben Britisch ist. Egal wo du bist ob in Schulen auf der Straße oder sonst wo, ein Großteil der Hamburg kleidet sich immer noch in Blau Grau Abstufungen und auch der Trockene Humor ist eher Britisch. Abe vielleicht klappt es ja mit den Olympischen Spielen 2024/28 um dann ein zweites Klischee Deutschland zu etablieren und dann Hamburg wirklich zu einer Art Nord München oder München zu einem Süd Hamburg. Die Klischees mit Lederhose und Brezel begannen ja auch eig. erst nach den 70igern. Dann sind es eben nicht Lederhosen und Neuschwanstein sondernd Franzbrötchen und Elbphilharmonie die mit Deutschland Assoziiert werden.
 

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Grundsätzlich geb ich dir voll und ganz recht, zu diesem Absatz möchte ich jedoch meinen Senf (besonders zur Reeperbahn) geben :D

Besonders auch durch gutes Stadtmobiliar lässt sich eine Stadt enorm aufwerten, in Berlin machen etwa die Schupmann-Kandelaber bzw. andere historische Laternenmodelle wie Schinkelleuchten, historisierende Papierkörbe, Bänke, Kioske, Standuhren, Brunnen, Platzanlagen wie der Schinkelplatz usw. viel aus.

Die Reeperbahn müsste statt der ollen Peitschenlampen traditionelle Rundleuchten wie früher bekommen und etwas vom Autoverkehr befreit werden.[...]
... ansich korrekt, doch IMO wirkt es etwas "geheuchelt" (vielleicht nicht das richtige Wort) wenn man es "auf Krampf" versucht alt zu machen. Hätte man sich den Stil bewahrt, so wär es ok. Aber jetzt auf alt machen halte ich für falsch. Dann doch lieber auf gaaaaanz modern wie dieses neue Gebäude mit der digitalen Fassade. (Natürlich nur hier und nicht auf dem Gänsemarkt o.ä.)


Zum Thema Autos auf der Reeperbahn bin ich deiner Meinung. Hier sollte zumindest am Wochenende (z.b. ab 18:00) ein generelles Parkverbot gelten (die Frage ist, wer überhaupt so irre ist und da am Wochenende parkt). Dennoch sind die Fußwege an ihrem Limit. IMO sollte man überlegen die Reeperbahn am Wochenende abends zur Fußgängerzone umzuwandeln. Dann könnte man die Mittelinseln auch wieder absenken und so wieder mehr zu einer Flaniermeile machen (zu diesen Zeiten ist dort ist eh mehr stehen als fahren) Polizei/Krankenwagen und co könnten natürlich immer noch dort entlangfahren, da die Straße ja immer noch existiert. Taxenstände könnten im Westen und Osten der Reeperbahn eingerichtet werden.
Dazu einfach elektrische Poller in die Straße und fertig. Das würde sicher bei Hamburger und nicht Hamburgern gut ankommen. Zudem ein großes Plus an Sicherheit und mehr Aufenthaltsqualität (...für den der sich dort aufhalten möchte ;) ).


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Zum Stichwort "historisierende Papierkörbe": Gerade diese sind ein (nahezu) unverkennbares Zeichen von HH geworden. Knallig rot sind die auffällig (leider für manche noch nicht auffällig genug, wenn man den umherfliegenden Müll sieht). Dennoch greifen sie die Stadtfarben auf und sind wegen den Sprüchen für viele auch mindestens ein Fotomotiv bei besuchen wert.
 

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Ich sehe das relativ simpel in der Auslandswahrnehmung.

Berlin ist avantgardistische preußische Deutschland
München das traditionelle lederhosige Deutschland

Da würde ich gar nicht reingrätschen. Funktioniert auch nicht, die themen sind auf Grund von Jarhunderten von deutscher Geschichte besetzt.

Hamburg kann sich als hanseatische Metropole Nummer 1 Positionieren - also praktisch außerhalb einer rein deutschen Identität. Problem ist hier aber wiederum dass auch in Europa viele erst mal fragen "Was ist die Hanse?". Das Problem kann gleich mal in eine Chanche umgewandelt werden, da beide Positionen (Hanseatisch+ Nummer1 Hanseatisch) vom Stadtmarketing definiert werden können.

Das geht über Leuchttumrprojekte, trotz dubais und shanghais

Ein Fallbeispiel:
Nach der Elphi - die ungeeignet ist um "hanseatisch" im positiven Sinne zu definieren - muss ein zweites überregional Strahlendes Bauprojekt her. Am Chicago Square. Dafür müssen alle existierende Pläne jener Region in die Tonne gekloppt werden.

Schritt 1: Umbenennung von der U-Bahn Station "Elbbrückenzentrum" (zu provinziell) entweder zurück in "Chicago Square" wie es eins angedacht war oder besser noch
"Hanseatic Square". Das englische sehe ich nicht als problem. In Hamburg würde bereits über das Platt gedenglished, bevor es nach der amerikanisierung der Kulturen woanders en vouge war - man bedenke zb den Song aus den 1850er Jahren, der "Hamborger Veermaster"

Das Gebäude an der Stelle kann ruhig ein Wolkenkratzer sein - 200 Meter reichen völlig. Die Höhe holt natürlich keine Oma hinterm Ofen hervor und wird außerhalb Hamburgs keine rede wert sein. Aufsehen erregen muss das Projekt über eine neue Form des Entwicklungsprozesses und der Nutzung, die eine nahtlose einbindung ins Stadtgefüge und der Gesellschaft bieten muss. Bevor auch nur ein Architekt eine Skizze einreicht, werden die Hamburger gefragt, was sie in solch einen Haus haben wollen, wie es aussehen (Architektur) soll. Vielleicht wünscht sich eine mehrheit dass eine Wand als eine Art kletterpark dient - dann sei es so. usw.
Natürlich werden durch tausende wünsche die bearbeitungszeiten und die Kosten explodieren, nur im Unterschied zur Elphi enstünde hier der Eindruck, die Stadt investiert die Mehrkosten in Leuchtturm projekt für alle Bürger der Stadt anstelle der oberen 5.000. Diese "gemeinsame Anstrengung einer Stadt gegen alle wiedrigkeiten" hätte ein hohen medialen effekt.

Was ist Hanseatisch und der Vorreiter dort zu sein - das liegt auf der Straße. Hanseatisch als supi dupi worldfame musste gesehen haben zu implementieren ist zugegeben ein harter Ritt. Aber die Menschen brauchen einen Oberbegriff, von dem sie weitere Facetten ableiten können. Und "Deutsch" ist nunmal besetzt. :)
 

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Es ist ein Problem mit Hamburgs Historie zu Werben und gleichzeitig von England abzurücken, da die gesamte Hamburger Tradition eben Britisch ist. Egal wo du bist ob in Schulen auf der Straße oder sonst wo, ein Großteil der Hamburg kleidet sich immer noch in Blau Grau Abstufungen und auch der Trockene Humor ist eher Britisch. Abe vielleicht klappt es ja mit den Olympischen Spielen 2024/28 um dann ein zweites Klischee Deutschland zu etablieren und dann Hamburg wirklich zu einer Art Nord München oder München zu einem Süd Hamburg. Die Klischees mit Lederhose und Brezel begannen ja auch eig. erst nach den 70igern. Dann sind es eben nicht Lederhosen und Neuschwanstein sondernd Franzbrötchen und Elbphilharmonie die mit Deutschland Assoziiert werden.
nein,bitte kein nord-münchen!
übrigens war das mit den briten mehr eine feststellung und nicht so gemeint als ob man davon abrücken müsste.
es ging mir in diesem kontext eher darum das hamburg mehr ähnlichkeiten mit zb. britischen städten aufweist als mit vielen mitteldeutschen oder gar süddeutschen städten.oder eben auch gewisse ähnlichkeiten mit der niederlande,dänemark hat.
also sollte man vielleicht gar nicht so sehr nach münchen schielen sondern sich im norden europas positionieren.
also die nr.1 sein oder werden, wenn es um stockholm,kopenhagen oder amsterdam geht.
also eben nicht so sehr darauf rumreiten was man den besser kann als münchen oder berlin,sondern als europäische metropole seinen platz finden.




Hamburg kann sich als hanseatische Metropole Nummer 1 Positionieren - also praktisch außerhalb einer rein deutschen Identität. Problem ist hier aber wiederum dass auch in Europa viele erst mal fragen "Was ist die Hanse?". Das Problem kann gleich mal in eine Chanche umgewandelt werden, da beide Positionen (Hanseatisch+ Nummer1 Hanseatisch) vom Stadtmarketing definiert werden können.
naja,du sprichst das problem eben schon selbst an.was ist die hanse heute noch?wenn es blöd läuft steht hamburg dann als hansemetropole vor bremen und lübeck da,was noch provinzieller klingt als bisher.


Ein Fallbeispiel:
Nach der Elphi - die ungeeignet ist um "hanseatisch" im positiven Sinne zu definieren - muss ein zweites überregional Strahlendes Bauprojekt her. Am Chicago Square. Dafür müssen alle existierende Pläne jener Region in die Tonne gekloppt werden.
hm...ich weiß nicht so recht...nichts gegen die elbphilharmonie,aber ich sehe den bedarf in hamburg moentan woanders.hamburg war zum beispiel bis in die späten 90er jahre die musikstadt nr1 in deutschland was pop,rock,hip-hop etc. betrifft.berlin läuft aber langsam hamburg den rang ab.der grund dafür dürfte unter anderem in den mietpreisen und an den möglichkeiten für junge menschen in berlin liegen.vielleicht würde es mehr sinn machen wenn man das kuluretat in ein paar hundert bezahlbare proberäume,studios etc. steckt?bekannte künstler und musiker sind oftmals mehr werbung für eine stadt als irgendwelche bauten.bei london oder new york fallen mir spontan auch nicht zuletzt persönlichkeiten ein die diese städte repräsentieren.
der nahverkehr sollte in gewissen ecken ausgebaut werden,damit sich dort auch was entwickeln kann.

letztlich hat hamburg mit der hafencity schon ein gutes beispiel in der eigenen stadt für meine persönliche vision.nein,ich meine nicht unbedingt den architektonischen stil und auch nicht das preisniveau.
aber ich würde mir wünschen das so etwas urbanes in klein zb. im hamburger osten,süden,norden entsteht und dort auf die umgebung abfärbt.


Das Gebäude an der Stelle kann ruhig ein Wolkenkratzer sein - 200 Meter reichen völlig.
da hätte ich an dieser stelle auch nichts dagegen,aber einer alleine wäre eher doof.
 

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Ja ich bin voll deiner Meinung Hamburg ist so eine Mischung aus Skandinavischen Städten wie Stockholm, Britischen Städten und ein Bisschen München ist auch irgendwie reingekreuzt und das ist genau Hamburgs Starker Punkt man könnte es bestimmt irgendwie hinbekommen mit dieser Vielfalt zu werben. Z.B. mit Slogans wie erlebe Skandinavien England Holland und Deutschland an einem Tag:)
 

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Um mal die Überseeidentitätskriese an einem Beispiel zu illustrieren.

Der UK Trailer zu "A most wanted man".
- Name "Hamburg" wird gleich zu anfang gewählt
- Hamburger Ikonen werden im Trailer abgefiedelt (Baustelle Elphi,Michel, Reeperbahn)
-> Die UKs haben eine Assoziierung zum Namen Hamburg und werden entsprechend bedient

Der Trailer für den Anglophonischen Rest (USA, Australien, Hong Kong)
- Der Name Hamburg fällt nicht
- Es fällt zwei mal der Name "Berlin"
- Brandenburger Tor wird gezeigt, dafür keine Hamburger Ikonen (höchstens verschwommen)
- Wenn man es nicht wüsste würde man glauben, der Film spiele in Berlin
 

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Das Problem, das Hamburg hat, haben doch im Prinzip alle europäischen Städte, die nicht Hauptstadt sind. Mit der Ausnahme von Spanien (Barcelona), Russland (St. Petersburg) und vielleicht noch Italien (Venedig) interessiert sich doch niemand für die zweit- oder drittgrößten Städte der jeweiligen Länder. Ich könnte in England oder Frankreich z.B. noch nicht mal sagen, welche das wäre.

Hamburg hat durchaus Potential, auch außerhalb Deutschlands bekannter zu sein, der Hafen und das viele Wasser sind ja durchaus etwas Besonderes. Nur bekommt man das nicht artikuliert. Das Hamburg (und Stockholm auch) mehr Brücken als Venedig hat, ändert nichts daran, dass viele Europäer Hamburg als Wasserstadt nicht auf dem Zettel haben.
Das Problem ist aber zum Teil auch hausgemacht, da ich manchmal das Gefühl habe, die Stadtväter und -mütter halten Hamburg bewusst klein und damit auf dem Niveau eines verschlafenen Provinznestes. Und wenn es Entwicklungen gibt, dann gehen die oft in Richtung gesichtloses Allerweltsprojekt (Hafencity), während das, was Hamburg früher ausgemacht hat (St. Pauli, die kleinteiligere Seefahrt etc.) immer mehr einem angepassten Einheitsbrei weicht.

Auf der anderen Seite trägt es aber auch zum Charme der Stadt bei, das Hamburg zwar in vielen Bereichen zumindest in Ansätzen ein vergleichbares Angebot zu Berlin hat, von der Lebensqualität aber wie eine Stadt wie Lüneburg ist. Es hat durchaus Vorteile, wie in einer Kleinstadt zu wohnen, ohne in einer Kleinstadt zu wohnen.
 

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Wenn man betrachtet in welchem Punkt die Hafencity steht ist es ganz sicher nicht provinziell und über die Architektur lässt sich streiten, diese ist wesentlich spannender als z.B. in Berlin am Media Spree oder das meiste was man in Wien und München so hat. St. Pauli als Touristenmagneten zu Stärken halte ich für eine Schlechte Idee, dann entsteht nämlich der Eindruck das Hamburg ein Deutsches Bangkok ist. Wenn an den Seefahrtstinnif so nach außenträgen will, lieber mit Altona Blankenese Hafencity Portugiesenviertel, als mit dem vesifften St. Pauli, da muss man schon ein Paar Jahre noch warten bis z,B. die neuen Essohäuser stehen.
 

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Das Problem, das Hamburg hat, haben doch im Prinzip alle europäischen Städte, die nicht Hauptstadt sind. Mit der Ausnahme von Spanien (Barcelona), Russland (St. Petersburg) und vielleicht noch Italien (Venedig) interessiert sich doch niemand für die zweit- oder drittgrößten Städte der jeweiligen Länder. Ich könnte in England oder Frankreich z.B. noch nicht mal sagen, welche das wäre.
das trifft auf zentralistische staaten wie eben frankreich oder england zu(in england ist die second city übrigens manchester oder birmingham,in frankreich marseille)
ich kann dir eine menge beispiele liefern wo es nicht so ist.beispiel italien:man kennt auch mailand,florenz und neapel.beispiel türkei:hauptstadt anakara,bekannteste stadt istanbul.beispiel brasilien:die hauptstadt ist brasilia,die bekanntesten städte sind rio und sao paulo.beispiel usa:hauptstadt washington....brauche ich glaube ich nichts zu schreiben...beispiel china:hauptstadt peking,man kennt shanghai.beispiel australien:hauptstadt canberrra,bekannteste städte;sydney,melbourne.usw...reicht erstmal...

deutschland lässt sich wohl am ehesten mit italien vergleichen was die stadtstruktuen etc. angeht.so ist mailand was wirtschaftliche belange und medien betrifft oftmals bedeutender als rom.
in frankreich und england dagegen passiert fast alles in paris oder london.

Auf der anderen Seite trägt es aber auch zum Charme der Stadt bei, das Hamburg zwar in vielen Bereichen zumindest in Ansätzen ein vergleichbares Angebot zu Berlin hat, von der Lebensqualität aber wie eine Stadt wie Lüneburg ist. Es hat durchaus Vorteile, wie in einer Kleinstadt zu wohnen, ohne in einer Kleinstadt zu wohnen.
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was genau meinst du jetzt damit?


Wenn an den Seefahrtstinnif so nach außenträgen will, lieber mit Altona Blankenese Hafencity Portugiesenviertel, als mit dem vesifften St. Pauli, da muss man schon ein Paar Jahre noch warten bis z,B. die neuen Essohäuser stehen.
warum das eine gegen das andere auspielen?ich finde zwar auch das man mehr aufmerksamkeit auf anderer bereiche lenken sollte,aber st. pauli bleibt natürlich nachwievor interessant für besucher.
 

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Das Problem ist aber zum Teil auch hausgemacht, da ich manchmal das Gefühl habe, die Stadtväter und -mütter halten Hamburg bewusst klein und damit auf dem Niveau eines verschlafenen Provinznestes.
Hmm. Ich habe häufig genau das Gegenteil vermutet. Die Stadtväter versuchten ständig auf "Hamburg = dicke Hose" zu machen, wissen aber nicht wie und die Resultate sind dann einfach Provinziell - Egal ob Festivals wie Schlagermove oder Harley Days bis hin zum banalen 4 Stockwerke Klotz in dem "selbstverständlich größten innerstädtischen Entwicklungsgebiet Europas" (was sogar nicht mal stimmt, siehe Nine Elms, Olso, Helsinki oder die Bremer Überseestadt)
 

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Hmm. Ich habe häufig genau das Gegenteil vermutet. Die Stadtväter versuchten ständig auf "Hamburg = dicke Hose" zu machen, wissen aber nicht wie und die Resultate sind dann einfach Provinziell - Egal ob Festivals wie Schlagermove oder Harley Days bis hin zum banalen 4 Stockwerke Klotz in dem "selbstverständlich größten innerstädtischen Entwicklungsgebiet Europas" (was sogar nicht mal stimmt, siehe Nine Elms, Olso, Helsinki oder die Bremer Überseestadt)
Hmm. ich bin immer davon ausgegangen, das sei absichtliche Sabotage. Ich meine, glaubt wirklich irgendwer, diese "Projekte" und Events würden HH zur Weltstadt machen?
das trifft auf zentralistische staaten wie eben frankreich oder england zu(in england ist die second city übrigens manchester oder birmingham,in frankreich marseille)
ich kann dir eine menge beispiele liefern wo es nicht so ist.beispiel italien:man kennt auch mailand,florenz und neapel.beispiel türkei:hauptstadt anakara,bekannteste stadt istanbul.beispiel brasilien:die hauptstadt ist brasilia,die bekanntesten städte sind rio und sao paulo.beispiel usa:hauptstadt washington....brauche ich glaube ich nichts zu schreiben...beispiel china:hauptstadt peking,man kennt shanghai.beispiel australien:hauptstadt canberrra,bekannteste städte;sydney,melbourne.usw...reicht erstmal...
Ich nannte ja Europa und führe Italien als Ausnahme an. Alle anderen Beispiele sind außereuropäisch.
 
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