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Discussion Starter #1 (Edited)
Ein neues Chilehausist zwar leider Gottes noch nicht in der Pipe, wenn man aber die Entwicklung der Bauprojekte in der
Hansestadt über die letzten Jahre genauer verfolgt, lässt sich feststellen, dass Architekten und Bauherren gerade hier neben
den leider noch viel zu vielen anpepappten Klattfassaden doch zunehmend den Klinker nicht einfach nur als Vorhängefassade
verstehen, sondern mit jedem Bau scheinbar mehr Mut und Experimentierfreude an den Tag legen. Ich bin gespannt, wohin die
Entwicklung in den nächsten 10 Jahren hingehen wird.
Wer sich durch die verschiedenen Metro-Compilation Threads im internationalen Forum wühlt, dem Fällt zudem auf, dass
Hamburg in der Masse offenbar weltweit zum vorreiter avanciert, mit dem Klinker eine moderne interpretation historisch so
grandioser Bauten wie eben dem Chilehaus zu schaffen.

eine kleine zusammenstellung von gelungenen Klinkerprojekten in HH just fertig, im Bau oder geplant.

Klinkerfun in der Hafencity. Vor gar nicht langer Zeit wurden in der HC Klinkerfassaden glatt vorgehangen und fertig.

Nalbach+Nalbachs 4 Stufen Ornamentik _ im Bau



etwas bitter das der Nachbarau nicht an Pointer Architekten ging. Aber man hats immerhin versucht.


Diese horizontal Linien werden in HH jedenfalls derzeit recht häufig verwendet


musikerhaus von 360 grad architekten



nebenan das ökomänische Forum


Außerhalb der HC, das Bergedorfer Tor darf mit seinen versatzen und sprüngen natürlich nicht fehlen


Backsteinfische in der HC als Grafitti auch für Blinde


Backsteinmusterung im Stadtparkquartier


minirücksprünge an der Finkenau


Prizeotel schon recht mutig


Hammerleev


Auf Ornamentik setzt man auch in Barmbek zumindest in den unteren Geschossen



Man darf gespannt sein, was am Ende bei der Jenfelder AU herauskommt



das im Bau befindliche Boarding House am Michel



erwähnt werden muss auch die revitalisierung des Generator Hostels


es gibt noch mehr kleinere Beispiele. Ich mach hier aber erst mal schluss. Ich hoffe ein wenig auf den
Richtungsweisenden Bau in nächster Zeit, der deiese Entwicklung aufgreift und groß genug ist, um enstprechende
Aufmerksamkeit zu erhaschen
 

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Discussion Starter #2
Das Blindengrafitty in der HC noch mal in Größer


Münzviertel Rosenallee

www.kontorb3.de

Reliefstruktur im Channel-Harburg


Sozialbau in der Repsoldstraße


das inzwischen eröffnete Prizeotel


Beim BoardingHouse am Michel wirds auch nicht mehr lange dauern


im Stadtparkquarter Baufeld 2.4 leider immer noch verhüllt - wir warten gespannt auf den Effekt
Foto von UNITER


Katharienquarter Fassade aus verschiedenen Klinkersorten soll Kleinteiligkeit simulieren



Waterlofts in Hohenfelde mit Beleuchtungskonzept

www.bechtloff-steffen.de

Neubau am UKE müsste demnächst fertig sein

www.dghyp.de

www.spectrum-am-uke.de
 

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Discussion Starter #6 (Edited)
Hamburg präsentiert:
Die Parametrische Ziegelsteinfassade

Entwurf der ACME-Architekten , den Rund2 Arcchitekten und den Ingeneuren von Knippers Helbing für das Saturn gebäude am HbF. Wenn man überhaupt deratig aufwendig über solchen Sachen rumspinnt, dann wohl am Beispiel Hamburg. Und das wäre ja wohl der oberhammer, wenn nach dem Fall der Baugerüste - die ja bekanntlich voll verpackt sind und man kann absolut nicht sehen, was darunter gerade passiert, das Saturn Gebäude wirklich so ausschauen würde.

Übrigens war das ganze kein unaufgefordertes rumgespinne der Architekten und Ingeneure

Der Auftraggeer war der Metro AG - also SATURN themselves

Objektbeschreibung von den ACME Archtitekten
This existing five-level department store in the centre of Hamburg is located on one of the busiest shopping streets which links the central railway station with the city’s main square. Built in the early 1960s, the existing store is an example of postwar modernist department stores in Germany, with its typical façade of small ceramic modules forming the outer façade layer which has now reached the end of its lifespan. The proposed new façade is inspired by the city’s century-old brick tradition in general and in particular by the adjacent 1930s-era Kontorhäuser, built in the style known as Brick Expressionism. The façade plays with three-dimensional large-scale surfaces, lending the building a sculptural quality, as one’s perception varies according to distance and location. Different types of brick bonds are used to generate differentiated degrees of perforation and transparency, allowing the building to receive natural light during the day and to glow at night. Using advances in building technology, the façade is designed to be a self-stabilising 25m-tall brick wall with a façade depth of one standard 9cm brick. The prefabricated glued contruction makes sole use of the standard brick format and will be assembled offsite by robots controlled by computer scripting. This will enable the façade to be extremely economical and sustainable – keeping the use of materials to an absolute minimum, reducing embodied energy and minimising construction energy and wastage.
http://www.acme.ac/acme-space/projects/dept-store?p=text

und von Knippers Helbig
Die Technologie Ziegelsteine mittels eines Roboters zu setzen und untereinander zu verleimen wurde an der ETH Zürich entwickelt und an zahlreichen kleineren Projekten erfolgreich getestet. Die Vorsatzfassade, die die in die Jahre gekommene vorhandene Betonsteinfassade eines großen Warenhauses ersetzen soll, nutzt die Möglichkeiten der Robotik und sieht eine räumliche Ziegelsteinkonstruktion vor. Mittels Verdichtungen und dreidimensionaler Formgebung kann den beschränkten materialtechnischen Eigenschaften des Steines Rechnung getragen werden. In enger Kooperation mit den Architekten wurde so eine Form gefunden, die dem Wunsch der Architekten nach einer expressiven Gestaltgebung einerseits und den statischen Erfordernissen andererseits gerecht wird. Der zur Verwendung kommende Stein zeichnet sich durch eine besonders hohe Festigkeit und gleichbleibende Qualität aus. Die Steine werden untereinander verleimt, um kurzzeitige Zugkräfte beispielsweise aus Windbelastungen übertragen zu können.
http://www.knippershelbig.com/de/projekte

www.rundzwei.de

www.rundzwei.de

www.rundzwei.de

www.acme.ac
 

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LIBERTINED
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Oh. Baby. Wow.

Ist ja kaum zu fassen. Das ist genau das, was ich immer im Sinne hatte, als ich von der Renaissance des Backsteinexpressionismus sprach. Danke Hamburg! Bauen! Jetzt! :master:
 

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Zu schön um Wirklichkeit zu werden.
 

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Discussion Starter #10
Zu schön um Wirklichkeit zu werden.
An der Stelle ja, dank Denkmalschutz


Aber gleich nebenan wäre ja ein Areal, wo dann alsbald ein recht großer Bauplatz frei werden soll und wo so ein Klinkerkonzept ganz gut passen würde ;)
 

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LIBERTINED
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Nicht gerade Neo-Expressionismus, aber für die gesunde Entwicklung des Stadtbildes und als Gegenpol zur Klötzchen-Manie aus meiner Sicht sehr erfreulich:

Neuklassische Architektur in Hamburg.
(Wiesenstraße Eimsbüttel) dazu gibts auch einen längeren Artikel in der Welt
Hamburg baut wieder Gründerzeit
http://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article131628320/Hamburg-baut-wieder-im-Gruenderzeit-Stil.html

www.siemonsenarchitektur.de

www.siemonsenarchitektur.de

Hier weitere Bilder zum Projekt
http://www.siemonsenarchitektur.de/?project_id=5

Das ein einziges 5 Wohneinheiten Projekt so viel aufmerksamkeit bekommt, zeigt wohl auch ein Wenig die Sehnsucht der Menschen nach weniger "kalter" Architektur.

Allerdings holt der Artikel dich ebenfalls auf den Boden der Tatsachen zurück, dass der Kampf gegen die Architektonische Intoleranz der Modernisten noch lange nicht gewonnen ist
Die Idee vom Bau eines Hauses nach historischem Vorbild sei auf politischer Seite zunächst auf leichtes Unverständnis gestoßen. "Dem Bauamt ist es nicht unbedingt so recht, dass im alten Stil gebaut wird", sagt Siemonsen. Dort bevorzuge man klare Formen und gerade Linien statt Stuck und Schnörkel.
The fight must go on!
 

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LIBERTINED
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In einem Meer von modernistischem Gleichmut und haaresträubender Gestaltungsunfähigkeit müssen wir uns an jeden Strohhalm klammern! :D

Die Isebek-Kiste überzeugt mich aber auch kein Stück. Der Metro-Bau aus Beitrag #6 hingegen wäre ein Traum, der muss gebaut werden. Am besten als Ersatz für die grässlichen City-Hochhäuser, was wäre das für ein imposanter Auftakt, welch schöne Hommage zum Kontorhausviertel!
 

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spaghetti polonaise
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Das Saturn-Projekt ist aber kein Neubau, sondern "lediglich" eine Neugestaltung der Fassade des bestehenden Gebäudes.
 

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Let it wash all over me
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Ich bin immer noch ein bisschen begeistert vom Isebek-Domizil, ich mag, wie das Gebäude den Klinker auf der anderen Seite der Hochbahn anzitiert.
 
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