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Discussion Starter #2 (Edited)
Leitbild Radverkehr

Als Basis für die Beiträge hier wähle ich das Leitbild Radverkehr welches als Teil des Masterplan Mobilität 2025 der Stadt Hannover im April 2010 im Baudezernat erschienen ist. Neben der gedruckten Version existiert auch eine digitale die unter http://www.hannover.de/data/download/lhh/umw_bau/leitbild_radverkehrlhh.pdf angesehen werden kann.
Ausgehend von der Situation, dass Hannover mit einem Radverkehrsanteil aller Wege von 13% über dem Bundesdurchschnitt liegt, werden Möglichkeiten zur Steigerung dieses Anteils aufgezeigt. Denn auch wenn Hannover bei den Städten > 500.000 mit dieser Prozentzahl auf dem zweiten Platz liegt, zeigen Städte wie Münster mit über 35%, dass hier noch deutliches Steigerungspotential liegt. Ziel für die nächsten 10 Jahre ist eine Steigerung auf 25%.
Als Hauptgründe für den noch nicht ausreichenden Anteil am Radverkehr gelten u.a.:
  • Lücken im Netz
  • schmale und mangelhafte Wege
  • keine Durchfahrt der Innenstadt
  • nachrangige Signalisierung an Ampeln
  • unzureichende Fahrradabstellanlagen
  • schlechte Reinigung und Winterdienst.
Zur Verbesserung der drei erstgenannten Schwachstellen soll das Netz ausgebaut werden. Dabei sollen sowohl Radschnellwege entstehen die Berufspendlern entgegenkommen, als auch die Stadtteilnetze verdichtet werden, um bei kürzeren Wegen den Umstieg aufs Rad zu fördern. Eine bessere Vernetzung und Ausschilderung soll die Erreichbarkeit und Umfahrung der Innenstadt erleichtern.
An Knotenpunkten sollen Wartezeiten für Radfahrer abgebaut werden, es wird eine Gleichberechtigung mit dem ÖPNV angestrebt.
Im Innenstadtbereich sollen auf öffentlichen Plätzen Fahrradabstellplätze entstehen, in den Stadtteilen vorwiegend auf privatem Grund.
Daneben soll eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit das Thema publik machen.

Auch wenn die Broschüre wenig konkrete Baumaßnahmen bereithält, sind doch die Graphiken recht interessant. Dabei haben mich insbesondere die geplanten Radschnellwege interessiert.
 

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Discussion Starter #3
Aus der Haz:
Wicke will Radschnellweg zurückstellen
Der Garbsener Regionsabgeordnete Eberhard Wicke (CDU) hat sich dagegen ausgesprochen, den geplanten Radschnellweg zwischen Garbsen und der hannoverschen Innenstadt in absehbarer Zeit zu realisieren. Er fordert, die Prioritäten anders zu setzen.

„Für mich ist es erst einmal wichtig, dass die Region den Radweg Stelingen–Heitlingen baut und die millionenteuren Sanierungen der Regionsstraßen in Angriff nimmt“, sagte Wicke. Er weist darauf hin, dass der Schnellweg mit einigem Aufwand verbunden sein wird: Er soll ohne Ampeln und Kreuzungen verlaufen und vier Meter breit sein. „Das ist in der augenblicklichen finanziellen Situation nicht bezahlbar.“ Erstaunlich findet Wicke zudem, dass die Region den Schnellweg im Winter auch räumen will: „An dieser Aussage wird sie sich messen lassen müssen, wo doch der Winterdienst schon auf den Regionsstraßen kaum sichergestellt werden kann.“

Für Wicke ist die Trasse zwar wünschenswert, doch ein Verzicht wäre in seinen Augen kein Drama. Er verweist darauf, dass Radfahrer auch jetzt schon mehrere Radwegeverbindungen in die City vorfinden, die auch sicher seien. Die Stadt unterstützt dagegen die Überlegungen sehr und hat sich dafür ausgesprochen, nach dem Ende der Vorarbeiten rasch über die Finanzierung zu sprechen.

Sven Sokoll
 

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Die Aussage mit der Räumung finde ich auch erstaunlich. Angenommen, die künftigen Winter fallen wie dieser oder der letzte aus, dann dürfte dass ohne zusätzlich Personal überhaupt nicht machbar sein. Priorität müssen auch Gründen der Sicherheit aber einfach Straßen und Fußwege haben.
 

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Fahrradstation 2 HbF Hannover



Hier fehlt IMHO Fahrradwerkstatt (wie in Station 1) und evtl. automatischer Betrieb nach 23:00
 

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Fachdialog Radschnellwege

23. November 2011 | Hannover

Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg und das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung laden ein zu einem bundesweiten Fachdialog zu Radschnellwegen mit internationalen/nationalen Experten und Fachbeiträgen am 23. November 2011 | 10 - 17 Uhr (Mittwoch) bei der Region Hannover (Hildesheimer Straße 18, Haus der Region, Raum N 003).


 

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Hannover!
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Ich kann mir nicht vorstellen (und meine Erfahrungen in zB Amsterdam oder Groningen, aber auch aus Göttingen und Hannover geben mir recht), dass bewachte geldkostende Fahrradschuppen Leute davon abhalten, ihre Fahrräder dort abzustellen, wo es praktisch für sie ist (=vor dem HBF).
 

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Also ich würde mein Fahrrad sicher nicht da parken wo es Geld kostet. Irgendwie logische Folgerung...
 

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Discussion Starter #12
Es gibt für beide ein Klientel. Wer ein billiges Rad zum Pendeln hat, stellt es gerne vorm Bahnhof ab (und "vergißt" es auch mal), wer auch auf dem Arbeitsweg Wert auf ein ordentliches Gefährt legt, kauft sich auch eine Monatskarte, um es wetter- und diebstahlsgeschützt aufzubewahren.
Ist es nicht auch so, dass die Fahrradstation 1 ausgebucht ist?
 

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Power-User
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^^ Wobei man allerdings bedenken muss, dass Kreuzungsfreier Ausbau und besonderer Bahnkörper Konzepte aus den 60er Jahren sind und zu sozialer Kälte und Minderung touristischer Attraktivität führen. Zukunftsweisender wäre es, wenn alle Verkehrsteilnehmer in der Shared Space Zone miteinander kuscheln.

"Grüne" Verkehrsinfrastruktur ist eine dialektische Sache: Mag eine eigene Fahrradunterführung auch für alle Verkehrsteilnehmer das beste sein, so liegt darin doch auch der Nachteil verborgen, dass eben alle, also auch der Autoverkehr, profitieren könnten. Zu prüfen wäre also in jedem einzelnen Falle, ob der Vorteil für den MIV nicht den Vorteil für den Radfahrer aufwiegt. In Grenzfällen muss unter Umständen ein Kompromiss zwischen gewünschter Optimierung des Radverkehrs (oder auch des ÖPNVs) und ebenso gewünschter Störung des MIVs gefunden werden.

[Anm. d. Verf.: Dies ist ein Versuch, die Absurdität mancher Argumentationslinien im vom ideologischen Stellungskrieg gezeichneten Feld des ÖPNV, durch die Übertragung auf das diesbezüglich noch relativ unbelastete Feld der Fahrradinfratruktur zu veranschaulichen. Es handelt sich also um Ironie.]
 

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Ja, Aegi-Hochstrasse für Radler zurückbauen!:lol:
Wenn Radschnellstrasse Garbsen-H übertaubt gebaut wird, dann nicht ins so großen Stil wie F35. (s. Endbericht)
 

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Hannover!
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20 km, 70 mln. EUR

Hier (Fotos) sieht man mit welchem Aufwand ist der gebaut. Unterführungen, Brücken, besonderer Bahnkörper mit Beleuchtung und "roter Teppich" als Wahrzeichen.

Hier Masterplan und Flyer
Das macht in Deutschland wohl nur in Münster Sinn, Hannover ist flächenmäßig zu groß und nicht dicht genug besiedelt um wirklich die Massen an fahrradfahrern wie die meisten Niederländischen großstädte hervorzubringen. Und wir haben ja auch die Eilenriede und Leine/Ihme, die ähnliches leisten.
 

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Das macht in Deutschland wohl nur in Münster Sinn, Hannover ist flächenmäßig zu groß und nicht dicht genug besiedelt um wirklich die Massen an fahrradfahrern wie die meisten Niederländischen großstädte hervorzubringen. Und wir haben ja auch die Eilenriede und Leine/Ihme, die ähnliches leisten.
Laut Machtbarkeitsstudie hat Strecke Garbsen-Hannover höhstes Nutzungspotenzial in Metropolregion Hannover –Braunschweig – Göttingen– Wolfsburg (114 T Multipolar: Mittelzentrum – Wohnen –Arbeitsplatzzentrum – Uni – Oberzentrum ) .
Ist Erholungroute Eilenride asphaltiert, beleuchtet und 4m breit ? Radschnellweg ist eher für Berufs -und Ausbildungsverkehr gedacht (genau wie F35)
 

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Prinz von Anhalt
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Das macht in Deutschland wohl nur in Münster Sinn, Hannover ist flächenmäßig zu groß und nicht dicht genug besiedelt um wirklich die Massen an fahrradfahrern wie die meisten Niederländischen großstädte hervorzubringen. Und wir haben ja auch die Eilenriede und Leine/Ihme, die ähnliches leisten.
Abwarten. Wenn Pedelecs oder ähnliches sich durchsetzen, wird der Bedarf nach ausgebauten Fahrradschnellstraßen extrem steigen.
 

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Hannover!
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Die fahrradwege in der (nördlichen) Eilenriede sind in großen Teilen Asphaltiert und Beleuchtet, nur wohl nicht überall 4m breit. Und sie nur als Erholungsgebiet zu sehen halte ich etwas einfältig, unabhängig davon, wie sie bezeichnet wird; die 10km von meinen Eltern in die Stadtmitter fahre ich jedenfalls größtenteils im Wald, und das ist gut so.

Ich kann Radfahren von Garbsen in die Stadt leider nicht beurteilen. Wenn die Uni da weiter ausgebaut wird kann das tatsächlich ein Thema werden. Von holländischen Verhältnissen sind wir jedoch noch sehr weit entfernt. Wie gesagt, Münster (oder ev. Göttingen).
 
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